Ausgabe 
15.4.1909 Zweites Blatt
 
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Nr. 87 Zweites Blatt

13N. Jahrgang

Donnerstag 15. April 1909

Erscheint 18gssch mit Ausnahme deS Sonntag?.

Die«iehcncr Zamilienblülter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das Ureisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die Landwirtschaftlichen Zeit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Sberhrffen

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schea Univ erst täts - Brech- und Sterndruckeret.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expeditton und Verlag: e^5L Redaktion:^EI12. TeI.-Adr.:AnzeigerDießen.

Die Masiendeniouftraüon de» deutschen Mittelstände; zur rreich;finanzresorm.

n.

. , t S. u. H. Berlitt, 13. April.

Landtagsabgeordnetcr Rahardt, Cbernieifter der Berliner Tischler-Innung, protestiert gegen die Behauptung, daß der Mittel- flanb verhetzt lvorden sei. Einer Verhetzung hätte es nicht bedurft, da der Mittelstand auf vielerlei Weise geschädigt worden sei. Man brauche nur an die Bäckereivcrordnung zu denken. Den Wahn, er­klärt der Redner, muß ich zerstören, als ob der Mittelstand sich als Vorspann einer politischen Partei gebrauchen läßt. Der Mittel­stand muß unpolitisch sein oder er wird nicht sein. (Lebhafte Zustimmung.) Aber wir! wissen anderseits, wie oft wir als Stimm­vieh gebraucht werden, und wie wenig Gewicht man nach voll­zogener Wahl auf uns legt. Es kann und muß uns daran liegen, die wir ein Leben voller Arbeit und Erfahrung hinter uns Haden, die wir zu 95 Prozent uns aus dem Arbeiterstande emporgearbeitet haben, im Interesse der Familie und des Staates uns von Steuern und Lasten nicht derartig erdrücken zu lassen, daß wir untergehen und mit unserem Untergange auch der Staat zu Grabe getragen wird. Industrie und Handwerk, Kaufmannsstand und Beamte haben das gleiche Interesse an dem Zustandekommen der Reichsfinanzreform; besonders die Beamten, die noch auf derselben Stufe des Einkommens stehen wie vor 17. Jahren, während die Arbeiter durch Streiks usw. ihre Lage bedeutend ge­bessert haben. Wir erwarten von der Pflichttreue unserer Beamten, daß sie nicht zu derartigen Mitteln greifen, wie es jüngst in Frank­reich geschehen ist; aber das legt uns auch die Verpflichtung auf, sie besser zu besolden. Die Steuerschüssel des Mittelstandes ist zum Ueberlaufen voll. Ein Einkommen von 3000 Mark trägt heute eine Steuer von 72 Mark. Es steht fest, daß, wenn es nach dein Willen großer Parteien ginge, ein weiterer Zuschlag von 33 Prozent erforderlich ist. Dann hätten also Leute mit diesem Einkommen mit einem abermaligen Mehr von 42 Prozent zu rechnen. Dazu kommt die große Belastung des Handwerks durch die sozialpolttische Gesetzgebung. Ein Handwerksmeister mit einem Lehrling zahlt an diesen Lasten ebenso viel wie derjenige, der bei der Einsührung der Nachlaßsteuer 150 000 Mark versteuern müßte. Bon der Krisis, die gegenwärtig das Handwerk durchzumachen hat, machen sich die wenigsten eine Vorstellung. Wenn wir uns noch ein Jahr lang in der schlechten geschäftlichen Kalamität be- iinden, befürchten wir das Allerschlimmste. (Lebh. Zustimmung.) Die Aufrechterhaltung des jetzigen Zustandes wäre eine Sünde imb ein Verbrechen. Ich richte deshalb die dringende Mahnung an Regierung und Reichstag, ernstlich darüber nachzudenken, wie weit sie den Lebensnerv des Mittelstandes treffen wollen. Ich richte das dringende Ersuchen und die Bitte an diejenigen Par- icien, denen der Mittelstand bisher viel Dank schuldet, (ver- inzelte hört, Hört-Rufe) trotz aller Bedenken gegen die Regierungs­vorlage doch nicht zu vergessen, daß es litt wesentlich enJn- teressedesMittelstandeslicgt,die Finanzreform io schnell wie möglich unter Dach und Fach zu bringen. Wir können cs nicht länger geschäftlich mit ansehen, wie unser Kredit durch den gegenwärtigen Zustand geschädigt wird. Der Zank des Reichstags zehrt an unserem Lebensmark. Wir bedauern cs auf das allertiefste, daß man nach fünfmonatiger Arbeit ein so schlechtes Stück Arbeit geleistet hat. In Mittel- ikandskreisen herrscht eine allgemeine Verekelung mit der Partei- volitik. Der Respektvor den Abgeordneten geht in­folge des leeren und öden Geschwätzes mehr und mehr verloren. (Lebh. Zustimmung.) Der Redner führte dann 5um Schluß feiner Ausführungen das Wort Bismarcks gegenüber einer Mittelstandsdeputalion an: Meine verehrten Herren, gehen sie nach Hause, werden Sie eine Macht, dann brauchen Sie bittend nicht mehr zu mir zu kommen. Obermeister Rahardt lnüpst daran die Mahnung: Wirken Sie mit an der Einigung des Mittelstandes; dann werden wir die Parteien des Reichstages chcht mehr zu bitten brauchen. Wer die Macht besitzt, hat Einfluß, artb diesen Einfluß können wir uns nur verschaffen unter Hintan­setzung aller kleinlichen Differenzen. Möge der Mittelstand end­lich begreifen, daß der Mittelstand eine Macht sein kann, wenn er will. (Stürm. Beifall.)

In der Diskussion, die sich an diese beiden Referate Lnüpftc, kam zunächst Prof. Dr. Blume (Königsberg) zu Wort. 6r erklärte: Ich spreche nicht weil etwa jedes Mal em Professor prechen muß, sondern weil die Professoren zu den heute hier ver­tretenen Gruppen gehören, und weil sic ferner zu den Leuten ge­hören, die unser Finanzelend und unser Parteielend gründlich patt haben. Der Mittelstand hat in allererster Linie die Kosten ter direkten und indirekten Steuern zu tragen. Nicht leichten Merzens, aber opferwillig stimmen wir der Auferlegung neuer rzerbrauchssteuern zu, fördern aber dafür die Einführung größerer Steuern auf den Besitz. Redner wendet sich dann besonders gegen Len Vorwurf, daß die Nachlaß- oder Erbanfallsteuer sozialistisch |tt. Sozialismus sei der Gegensatz zum Individualismus, zum rackten Egoismus, den wir sonst überwunden zu haben glauben, sozialistisch seien auch die Kornzölle, die der Landwirtschaft dienen. Wir verlangen, schloß der Redner, die Nachlaßsteuer, weil in ihr ein gesunder Sozialismus steckt, weil ihre Annahme gerechte Ar- Leit zum allgemeinen Wohle ist. (Lebhafter Beifall.)

Der Generalsekretär der Rabattsparvereine Beythien (Han- Rover) stimmt im allgemeinen dec Regierungsvorlage zu und mahnt ebenfalls zur Opserwilligkeit, wendet sich aber gegen, den Vorschlag des Freihcrrn v. Berlepsch, die elektrische Beleuchtung M besteuern. Verkehrssteuern und Steuern auf Betriebsmittel iliien unmodern und ungerecht. Chefredakteur Coboeken (Berlin) Ahrt aus, der deutsche Mittelstand sei bisher stets Ambos gewesen; sei an der Zeit, daß er jetzt auch einmal Hammer werde. Der Mittelstand bilde den Puffer zwischen Großkapital und Prole­tariat : er müsse erhalten werden als ein rocher de bronce zwischen Cer roten und der goldenen Internationale. Nachdem noch Gpm- rrasialoberlchrer Bahr (Schöneberg) die Annahme dec vorgescksta- genen Resolution empfohlen hatte, stellte Redakteur Kaufhold am der Konservativen Korrespondenz einen Zusatzantrag öit der vorgeschlagenen Resolution, in dem insbesondere bedauert wird, daß die verbündeten Regierungen bei der Ausgestaltung der Finanzreform die Interessen und das Wohlergehen des deutschen Mittelstandes nicht berücksichtigt haben, weil sie achtlos an dec Erhöhung der Börsenumsatzsteuer, der Einführung einer Rcichs- tucrtzuwachssteucr und einer Dividendensteuer Dorübergegangen joden. Zu teilweise lebhaften Tumulten kam es, als der Führer des Bundes der Landwirte Dr. Dicdcrich Hahn nunmehr das Bort ergriff und erklärte: meine Hauptaufgabe im parlamen­tarischen Leben ist es von jeher gewesen, für die Interessen der n ittleren Klassen unseres Volks in der Stadt wie auf dem Lande, in Gewerbe wie in der Kaufmannschaft und in der Landwirtschaft cäilzutretcn. (Zurufe: nay na.) Seit Jahren z. B. bin ich dec Mwalt der kleinen Schiffer. (Zuruf: Aquarier, gr. Heiterkeit.) Sttt langen Jahren habe ich die Meinung vertreten: Ländlicher uffib städtischer Mittelstand können sich zwischen den Anforderungen hc» Großkapitals und. denen der Sozialdemokratie nur erhalten, iv mn sie sich verbünden und nicht dulden, daß man einen Keil zwischen sie treibt. Bei Ihrem Kampfe gegen die Warenhäuser, gezen den unlauteren Wettbewerb, in der Frage der Verbilligung uuö Sicherung des Kredits bin ich stets für Sic eingetreten. Auch itfi bin der Meinung, daß der Mittelstand sich nicht als Vorspann benutzen lassen dürfe, auch nicht von der Regierung zur Durch- lichrung einer einzelnen .Steuer, die aus entern, Bukett heraus-

gegrifscn ist. Die vor geschlagene Resolution ist etwas zu einseitig, indem sie von den vielen notwendigen Steuern insonderheit die Erbschaftssteuer herausgrcift (Widerspruch). Den Forderungen des Freisinns wird in jeder Beziehung Rechnung getragen; der Wider­stand gegen die Nachlaßsteuer aber wird ins ungemessene auf­gebauscht (lebh. Widerspruch). In der patriotischen Grundidee für die Bewilligung neuer Steuern sind wir einig, in der Stadt wie auf dem Lande. Aber ist es denn durchaus notwendig, daß die Besitzfteuer gerade in der Form dec Be­st c u c r u n g der Nachlässe eingeführt wird? (Lebhafte Zu­rufe: Jawohl und Schlußruse, großer Lärm.) Der Besitz läßt lieh in viel gerechterer Weise heranzichen, indem man gleichzeitig den Mittelstand freiläßt, z. B. in der Form der Mühlen- Umsatzsteuer, der weiteren Staffelung der Bier st euer und der Besteuerung der Dividenden- und Gewinnanteile. Die Einführung der Nachlaßbesteuerung wird eine weitere Vermehrung der Aktiengesellschaften zur Folge haben, auf Kosten derjenigen Betriebe, die noch in privater Hand sind (lebhafte Zurufe). Der Redner empfiehlt dann weiter eine Umsatzsteuer beim Verkauf von Immobilien und eine Erhöhung der Umsatzsteuer für Wertpapiere, die mindestens 100 Millionen Mark bringen würden, also mehr als die Nachlaßsteuer bringen solle. Ich spreche, fährt er fort, mein Bedauern aus, daß die Verbündeten Regierungen zurzeit diejenigen Herren des Reichstags, die einer anteiligen Besteuerung des Be­sitzes zustimmen, in eine Zwangslage bringen. Die Steuern, die ich empfehle, stehen auch im alten Mittelstandsprogramm. Der Mittel­stand sollte deshalb die Steuern herausgreifen, die auch ihn am wenigsten belasten (lebhafte Zurufe: Nachlaßsteuer). Die anderen von der Regierung vorgeschlagenen Steuern treffen auch den Mittel­stand (Zuruf: Na also).

Da inzwischen die für Diskussionsredner nur zugelassene Rede­zeit von 10 Minuten abgclausen ist, ertönen lebhafte Zurufe: Schluß; andere rufen: Weiter! Es entsteht infolgedessen ein minutenlanger Lärm, in dem niemand mehr das Wort des andern versteht. Zwischenhindurch erscheinen wieder vereinzelte Rufe: Reden lassen, die von anderen mit Zischen begleitet werden. Dr. Hahn erhält darauf die Erlaubnis, noch ganz kurz die Gründe darzulegcn, die seine politischen Freunde veranlassen, sich der Erbanfallsteuer gegenüber ablehnend zu verhalten. Der Finanz - minifter von Rheinbaben habe rwch vor zwei Jahren eine weitere Belastung der Erbschaften abgelehnt. Ec sowohl wie der Reichs­kanzler sei inzwischen leider vorn Saulus zum Paulus geworden und empfehle jetzt die Nachlaßsteuer (Zuruf: Müheloser Gewinn') Die Besteuerung der Nachlässe ist, so schließt der Redner, eine Maßnahme, die tief in die Interessen des Mittelstandes einschneide, und die außerdem bei der Sozialdemokratie höchst populär ist. (Lebhafte Zurufe: Huhu!) Bei den nächsten Wahlen werden die Sozialdemokraten alle ihre Kandidaten auf die Zustimmung zur Nachlaßsteuec schwören lassen. Ich hoffe, daß, wenn ich nach 2 oder 3 Jahren wieder einmal vor Sie hintreten werde, ich dann sagen kann, daß ich im Jahre 1909 mit meinen Worten gegen ine Nachlaßsteuer recht behalten habe. (Erneuter lebhafter Lärm, in dem sich die letzten Worte des Redners verlieren, und Beifalls­bezeugungen bei einem Teil der Versammlung.) Redakteur Ohm appelliert vor allem an den Patriotismus und erklärt, wenn später einmal versucht werden sollte, an den Grundlagen des Staates zu rütteln, würden alle patriotischen Kreise einig in dem Widerstande gegen derartige Bestrebungen sein. Heute aber gelte es, der 92ot des Reiches ein Ende zu machen und die Steuern dec Regierung anzunehmen.

Darauf begründet Reichstagsabgeordneter Riesenberg einen Antrag auf Schluß der Debatte, der unter vereinzeltem Wider­sprach angenommen wird. Ein in dec Versammlung anwesender Sozialdemokrat ruft durch seine Bemühungen trotz des Schlusses der Debatte zur Versammlung zu sprechen, lebhaften Lärm hervor, der nur mit Mühe beschwichtigt wird. Auch Dr. Hahn versucht in diesen Lärm noch einige Worte zu sprechen, wird aber ebenfalls gezwungen, davon Abstand zu nehmen.

Nachdem dann noch Frhr. v. Berlepsch im Schlußwort die von Dr. Hahn gemachten Vorschläge deshalb als unannehmbar bezeichnet hatte, wetl die Begründung und Durchprüfung der Vor­lagen viel zu lange Zeit in Anspruch nehmen würde, wurde die vorgeschlagcne Resolution gegen die verschwindende Minder­heit von etwa 12 Stimmen angenommen und der Zusatzantrag Kaufhold abgelehnt.

Darauf wurde die Versammlung geschlossen.

und SpicL.

Verein für Bewegungsspiele Gießen. Tas schöne Oslerwettec des 1. Feiertages führte die Gießener Bewegnngs- spieler nach Fulda. Tie Fuldaer Kickers stellten eine kräftige Mannschaft mit flotten Draufgängern und großem Schußoermögen, der Gießener Verem für Bewegungsspiele eine jugendliche Mann­schaft mit viel Ueberlegung und Ruhe, ebenso schnell am Ball, wie sicher int Passen. Gießen siegte mit 3 zu 2 Toren. Tie Tore wurden eingebracht: von Mittelhalb, kurzer scharfer Schuß, Links­außen, seltener Köpfer (ein Meter über dem Boden), und halbrechts Stürmer aus Ecke glatt verwandelt. Tie Tore Kickers 1 schöner Turchbruch, 2 aus einem Gedränge eingebracht. Tas Spiel war offen und wenn man von dem Anspringen einiger Kickers absieht, fair. Arn 2. Pfingstseiertag findet das Rückspiel in Gießen statt.

Handel.

AusdemJahrcsberichtderMainzerHandels- t am m e r. Die Mainzer Handelskammer bespricht in ihrem Jahresbericht eingehend die Gestaltung der wirtschaftlichen Lage und kommt dabei auf die Wirkung zu sprechen, die deren Ver­schlechterung auf die hessischen Staatsfinanzen ausübte. Sie be­merkt hierüber: Der Truck der wirtschaftlichen Lage machte sich auch in den hessischen Staatsfinanzen sehr bemerkbar, insbesondere in dem Rückgang der Ueberschüsse aus den Eisenbahnen, der zu einer starken Inanspruchnahme des erst vor wenigen Jahren ge­bildeten Ausgleichsfonds und einer Aufzehrung der noch aus früheren Jahren verfügbaren Reste im neuen Jahr führt. Dabei sind weitere Ausgabenvermchrungen kaum zu vermeiden. Eine Steigerung der direkten Steuern muß daher als Notwendigkeit bezeichnet werden. Jedenfalls darf unter dem an sich richtigen Streben nach Sparsamkeit die Erfüllung dringender Staatsauf- gaben nicht notleiden. Gerechtfertigt ist der Widerstand der Einzel- ftaaten gegen die Einführung direkter Steuern für das Reich, die das Finanzwesen der Einzel-Staaten auf das empfindlichste treffen müßte. Die Nachlaßsteuer wäre die geeignete Form einer Besteuerung des Besitzes von Reichs wegen.

Cunard-Linie. 'Die Cmiard-Linie ist ebensowenig wie die deutschen Auswanderungs^esellschaften in der Lage, eine Dividende zur Verteilung zu bringen. Im Vorjahre wurden 781000 Passagiere dritter Klasse weniger befördert.

Der Weizen-Eorne^ an der Produktenbörse von Chicago. Seit einigen 'Tagen schon ist die amerikanische Produktionsbörse sowohl in Newyork, wie in Chicago in voller Aufregung. Der Weizenkönig Patten hat am Montag wieder 500 000 Dollars an der Börse verdient. In wenigen vorher-; gegangenen Sagen soll sein Verdienst über 1 Mill. Dollars betragen haben. Die wildeste Spekulation soll am Getreideiitarkt herrschen, und es ist zweifellos, daß cs sich um künstliche Eut- sperrurm der vorhandenen (vetreidevorräte handelt. Die Folgen

für den Weltweizcnmarkt werden nicht ausblcibcn. wenn die Bewegung nicht inzwischen abgeschlossen ist. In Berlin ist Übrigens die Mai-Weizennotiemng, die am 12. Januar 2102J betrug, am 1. Februar auf 21474 gestiegen, am 1. März auf 226' .., am 1. April auf 2327i, mn 5. auf 238' i, am 8. auf 24211 und am 13. auf 246.

Märkte.

-g. Groß-Felda, 13. April. Unser heutiger Oft er­matt t wurde von besserem Wetter begleitet, a(5 man es am zweiten Cfterfeicrtag nach den niedergehenden Regengüssen und Sturmböen erwarten konnte. Ter Schweinemarkt war gut be­fahren. Ter Handel zeigte indessen nicht den flotten Gang des Ostermarktes zu Grimberg, obwohl schon die Preise auf dem hiesigen Markte niedriger waren als auf bem dortigen. Bezahlt wurde für das Paar Ferkel dritter Sorte durchschnittlich 50 bis 54 Mk., zweiter Sorte 5560 Alk., erster Güte 6070 Mk.

Limburg a. d. Sa 5«, 14. April. Fruchtmarkt. Durch­schnittspreis pro Rialter. Roter Weizen (nassauischer) 19,50 Mk., weißer Weizen (angebaute Fremdsorten) 00,00 Mk., Korn 13,30 Mk., Gerste: Futtergcrstc 10,00 Mk., Brauaerste 0,0000 Mk., Hafer 8.600.00 Mk., Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 8,00-0,00 Mk.

Tie Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener HLcisch- und Broipreise am 14. April 1909.

Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M.

Fleischpreise in Gießen

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 79-82 -Mk.

Kg.Schlachtgew. 100-105 Pf.

7? 69-00

7, Kg. 76-84 Psg.

7i , 7078 ,

7i 80-94

Getreidepreisc in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Weizen 100 Kg. 00.00-00.00 -Mk.

Roggen 100 Kg. 00.00-00.00 Alk.

Weißbrot 2 Kg. 62 Ptg.

Schwarzbrot 2 Kg. 58 P.fg,

LaurMeir-NachrLckren.

Verlobte. Frl. Anna Schneider tu Rtdda mit Herrn Jakob Werte in Darmstadt. Frl. Regtne Horn in Bad-Nauhenn mit Herrn Alfred Gandes in Weißenfels a. d. Saale. Frl. Klara Moritz in Wetzlar mit Herrn Eberhard Walckec in St. Hyacinthe P. Otte Canada. Frl. Frieda Enzmann in Mainz mit Herrn Hermann Lipphardt in Mainz. Frl. Elise Zimmer in Alsfeld mit Herrn Emil Schulz in Kottbus. Frl. Auguste Hamel in Brauerschwend mit Herrn Peter Hammel in Maar. Frl. Sofie Kurr in Kirchberg, Jagst, mit Herrn Wilhelm Muth in Friedberg. Frl. Maxe Burth in TasertSweiler (Hohenzollern), mit Herrn Heinrich Kurr in Friedberg.

Gestorben. Frl. Berta Elisabeth Christiane Moeller in Friedberg. Frau Eltsabecha Steinbach, geb. Blodt, in Hutzdori. Frau Elise Hartmazut Ww., geb. Fink, in Alsfeld.

TtirchLrehe Nachrichten.

Israelitische Ketigionsgememde.

Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).

Samstag den 17. April 1909:

Vorabend 7.15 Uhr.

Morgens 8.30 Uhr.

Nachmittags 4.00 Uhr. Lchrifterklärung. Sabbatausgang 8.15 Uhr.

Israelitische Keitgionsgesellschaft.

Gottesdienst.

Sabbatfeier am 17. April 1909;

Freitag abend 7.00 Uhr.

Camsiag vormittag 8.00 Uhr.

Nachmittags 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 8.15 Uhr.

Wochongollesdienst: Morgens 6.30 Uhr. Abends 8.15 Uhr.

Hkieteorologtsche Beottcschrungen

der Station Gießen.

April

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Lust

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

1909

14.

2«

737,7

11,3

9,0

91

sw

4

Regen

14.

915

740,7

7,6

6,8

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W

KlarerHimmel

la.

746,4

5,8

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81

NW

4

Bew. Himmel

Höchste

Temp

natur

2111 1l

. bis

14. Avril =

+ 11,5 °C.

Niedrigste

e

13.

14.

+ 5,7 °C.

TeSefomsc&e des Giessener Anzeigers, mitge und Industi Frankiurter Kurs BV/o Reichsanleihe. . . 96.3u 3% do. ... 87.05 37,% Konsuls .... 96.40 3°/0 do 87.05 37, °/0 Hessen 95.50 373°l0 Oberhessen ... 4°/0 Oesterr. Goldrente. . 99 80 476°/n Oesterr. Silberrente. 99.90 4°/0 Ungar. Goldrente . . 95.20 4° o Italien. Rente . . . 104.50 3°/0 Portugiesen Serie I . 60.00 3°/o Portugiesen III . 62.00 472°/o ross. Staatsanl. 1905 98.60 47g°/0 Japan. Staatsanleihe 95.60 4°/0 Couv.Türken von 1903 94.70 Türkenlose 145.20 4U/O Griech. Monopol-Anl. . 50.60 4% äussere Argentinier . 89.35 3°/o Mexikaner .... 66.00 47g °/0 Chinesen .... 99.25

Aktien:

Bochum Guss 224.50 Buderus E. W. . . . . HO. ^Tendenz: fest, aber ruhig.

Berliner Börse, 1 Canada E. B 174.90 Darmstädter Bank . , . 131.5, Deutsche Bank .... 241.30 Dortmunder-1 nion C. . . 6O.-'U Dresdner Bank .... 149.90 Tendenz: fest.

ICurs&eFBcMe teilt von der Bank für Handel ie, Giessen.

ie, 15. April, 1.15 Uhr.

Elektriz. Lahmeyer . . , 119.00 Elektriz. Schuckert . . . 123.60 Eschweiler Bergwerk . . 190.75 Gelsenkirchen Bergwerk . 188.ÖU Hamburg -Amerik. Paketf. 117.70 Harpener Bergwerk. . . 192.25 Laurahütte 196.50 Nordd. Lloyd 86.25 Oberschlcs. Eisen-Industrie 95.50 Berliner Handelsges. . . 171.30 Darmstädter Bank . . . 132.20 Deutsche Bank .... 241.00 Deutsch-Asiat. Bank . . 149.0) Diskonto-Kommandit . . 188.70 Dresdner Bank .... 130.30 Kreditaktien 199.40 Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn 112.50 Gotthardbahu ..... Lombard. Eisenbahn. . . 18.40 Oesterr. Staatsbahn . . . 149.00 Prince-Henri-Eisenbahn , 122.20

5. April. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk . . . 192.10

Laurahütte 196.40

Lombarden E. B 18.40

2*.urdd. Lloyd . . . . . 8J.2;i

Türkenlose ..... 145.20