Ausgabe 
16.9.1909 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Doaaerstag 16.Teptember 1908

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

aktuell,

lurausnahme.

*?85St

159. Jahrgang

hoff, Süd-Anlage I Asterweg 34, »hake, GoethesKchK

Festhali

las Komitee,

Anlang 4 Uhr *

Haltung ist bestens gq

Nr. 217

Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöckcnilick, Siebenerkamilienblätteri giütunnl ii-örbentl.Krtifs blatt fürben Krti» Stehen (i)icn5iag jmb (ireitna); zweinial monatl. Land­wirtschaftliche Zeitfragen sternsprech Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expebiuon 51 Adresse für Tepcschcn:

Anzeiger Gießen.

Annahme von Anzeigen für die Tagcsninniner bis vormittags ! Uhr.

iic icyl zu einer -sleuerzahlung herangeiogeii metirtn, io von sie sich unter den irühern Zuständen frcizumacken verstande-n hatten Iebenfalls ist man auch hier der Uebencngiing, daß die angeblichen Zwistigkeiten ihre befriedigende Austlärung finben werden.

Austausch Seutsch-ftanzösischer höflichkeit-n.

TerMalin", das Blatt, das während der Marokko-Krise am meisten gegen Deutschland gehetzt hatte, schlägt, nachdem Frank­reich das Spiel gewonnen hat, freundliche Töne an:

Paris, 15. Sept. Bezüglich der gestrigen Unterredung des deutschen Reichskanzlers mit dem französischen Botschafter in Berlin, Cambon, will derT e m v s" wissen, daß die beiden Staatsmänner sich gegenseitig zu den seit Abschluß des Marokko-Abkommens zwischen den beiden Nalionen bestehenden guten Beziehungen beglückwünscht haben. Sie stellten das sivii'dnm französischen und deutschen Irit.-repenlen m Marokko herrschende Einvernehmen fest, welches es ermöglicht habe, dem ;wiscl>en der deutschen Firma Rench Hausen und dem Machsen anläßlich der Bezahlung für die Tanger Hafenbauten entstanden.n Zwiste ein Ende zu machen. Man glaube in den berufenen deut­schen Kreisen, das; die von Frankreich zugestandenen Lcreiw- barungen Deutschland und Frankreich gleich nützlich sein werden für die Entwickelung ihrer Handelsintcreffen in Marokko. Ter Reichskanzler und der Botschafter Camöon haben auch verschie­dene Fragen der gegenwärtigen Politik berührt.

Daß französische Finanzleute dem Sultan die Befriedigung der bekannten Ansprüche der deutschen Firma Renchhausen ermög­licht haben, darf doch nicht allzu gewichtig als ein Zeichen französischen Entgegenkommens ausgelegt werden, hoffentlich sagt sich auch öerr v. Belbmann-Hollwcg, daß man um ein Linsen­gericht und schöne Phrasen auf keine realen Interessen ver­zichten darf.

Cb in Marokko die Zurücksetzung der Deutschen künftig auf* hören soll, darüber würde man gerne etwas hören. Neuerdings Und ivieber Unznträglichkeiten gemeldet worden, und heute schreibt die von Berlin aus cfnzios bediente JRöln. Zla." aus Paris:

Heber eine angebliche Vergewaltigung deutscher U ch u i; g e n o s s c n durch die französische Militär- bc Hörde von Benfchid in der Schanija ist hier an amt­licher Stelle nichts bekannt. Sollte indes der Meldung Tat­sächliches zugrunde liegen, fo könnte es sich, meint man, oiel- leicht um Zwistigkeiten handeln, die durch die Eintreibung von 5 t e u c r lt hervorgerufen worden seien. Rach der Madrider Konvention sind zwar die Schutzgenossen fremder Mächte und Me Seni'alc fremder Kaufleute, die selbN Lanbwirtschan treiben, die dafür schuldigen Steuern an den Konsul ihrer Schutzmachr ;u zahlen gehalten. Indes iind neben der beschränkten Zahl dieser Schutzgenossen und geniale im Lame bei Zett auch noch, andere Eingeborene als sogenannte Affoc.ss in den Dienst fremder Kau'- teure erngetreten, die dies Vorrechn nicht gemeßen und um öie es, rote man hier annimmt, sich vielleicht handeln tonnte, rudern

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; zurück

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L.____________

SaftbausZur (Sei

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orstundtt d-r. . *

istrasse 1 p.

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Konstantinopel, 15. Sept. Nach einer amtlichen Mitteilung der Pforte meldete der Kommandant des 4. Korps einen siegreichen Kampf im Bersigebiete mit den Kurden vom Stamme der vaidaranlp, der die Flucht^ ergrin || unb hundert Tote zurückließ. Die türkischen gruppen sollen keine Verluste erlitten haben.

n -

Der Zarenbejuch in Konftantinopel und die Meerengenfrage.

Tic Nachricht vom Zarenbesuch im Bosporus bestätigt sich. Wir erhielten folgende Meldung:

Konstantinopel, 15. Sept. Wie hiesige Blätter melden, b e st ä t i g t sich die N a ch r i ch 1, daß die Zusammen- !unft des ?' aisers von Rußland mit dem Sultanan 9orb der Jacht des Kaisers im Bospor.us stattfindet.

Welche Rolle England in dieser Sache spielt, wäre iehr interessant ^u wissen, liegt aber hinter einem dichten I Schleier verborgen. Will die Türkei den Russen in der Meerengenfrage Zugeständnisse machen, so würde die Macht I Nußlands ?ur See wachsen und wohl die Wachsamkeit Ena- lands Hervorrufen müssen. Bekanntlich ist aber die russische Macht zur See durch den japanischen ft'rieg zusammenge- brochen, und Eugkcmd hat heute weniger Anlaß zur Eifer­sucht in der Dardanellenfrage als früher. Trotzdem ein englischer Admiral Reorganisator der türkischen Flotte ist, sck^int es, als sei der englische Einfluß am Goldneu föorn »acht mehr allmächtig. Wenn die Türkei zu Rußland hinneigt und Deutschland wiederum die Festigung der Beziehungen zu Nußland dauernd im Auge behält, könnten wir vielleicht Anlaß haben, der neuesten Entwicklung ruhig und hoffnungs­voll entgegenzusehen. Wenn England ein wenig isoliert wird, kann es uns nur recht sein. Es könnte sogar unter Umständen die Aufgabe der deutschen Diplomatie sein, eine türkisch-rnss»cl>e Verständigung zu fördern, wenn von Ruß- I land freundschaftliche Garantien oder andere Zugeständnisse zu erwarten find.

In derDeutschen Tagesztg." nimmt Graf Reventlow I in der Besprechung derMeerengenfrage" einen ähnlichen I Standpunkt ein. Er schreibt u. a.:

Sollte die Türkei zustimmen, die Frage also akut werden, so mürben wir für Deutschland eine Politikder Zurückhaltung als geboten ansehen. Für das Deutsche Reich kommt aber eine noch sehr schwerwiegende Erwägung hinzu, nämlich die Rücksicht auf Rußland. Unsere Beziehungen zum russischen Reiche sind seit kurzem sehr erfreulicherweise bedeutend besser geworden, über irre Bedeutung sowohl im Rahmen des nachbar­lichen Verhältnisses als auch der gesamten internatio-

luffetf81 tatiti J9j.

Bas russische Grundgesetz unö die Rechte des Zaren.

Petersburg, 15. Sept. Heute wurde eine vom Kaiser Nikolaus sanktionierte Verfügung des Ministerrates betr. des Artikels 9'-» des Grundgesetzes veröffentlicht. Dcr- zufolge unterliegen der unmittelbaren Sanktion des Kaisers, als des obersten Kriegsherrn, alle legislativen Fragen hin' sichtlich der Organisation der Land-und Seestreitkräfte, sowie der Landesverteidigung, ferner der Armee (Floltenverwal­tung mit einbegriffen), sämtliche Verfügungen der Militär- unb MarinereffortS, falls sie keine neuen tllssignierunaen benötigen. Falls neue Kredite notwendig werden, sind für diese Pauschalsummen auf dem gewöhnlichen legisla­tiven' Wege zu erbitten, wobei detaillierte Angaben über die Verwendung erst im Bttdget einzutragen sind. Aus gewöhn­lichem legislativen Wege werden die Gebiete der speziellen Militärgesetzgebung ausschließlich solcher Fragen erledigt, die eine Abänderung, Ergänzung oder Abschaffung der gel­tenden Gesetze erfordern oder in den Bereich der legislativen Fragen anderer Ressorts außer den Militär- und Marine­ressorts gehören. _________________

Die tage in Spanien.

Die inneren Verhältnisse in Spanien sind höchst ver­worren und erschweren dem spanischen Vorgehen in Marokko die ohnehin schon düsteren Tage. Eine Abordnung der liberalen Presse hat sich nun beim König beschwert, was nur als eine Demonstration zu betrachten ist, da es schwer­lich in'bet Macht und Neigung des Königs liegt, aus eigner Initiative einen Kabinettswechsel herbeizusühren:

San Sebastian, 15. Sept. Eine Abordnung der liberalen Presse ist hier eingetrossen, um beim König um eine Audienz nachzusuchen. Die Delegierten wollen die der liberalen Presse vom Aciuister des Innern unb Jeinen Or­ganen bereitete schwierigeLage darstellen. Sie beschul­digen diese Beamten, daß sie die Z e n s u r m i ß b r a u ch e n und die Wahrheit verfälschen, die kennen zu lernen das spanische Volk ein Recht habe.

Madrid, 15. Sept. Die Riffleute grffen in der Nähe von Melillck gestern den Fouragezua w.e rum heilig an. Auf spanischer Seite gab es fünf V ' rwun- freie, darunter ein Hauptmann. Born Krieg» schau platz wird ferner gemeldet, es ständen unmittelbar bedeutungs­volle. nicht näher bezeichnete Operationen bevor.

Madrid, 15. Sept. In amtlichen Kreisen wird die Blättermeldung, die Soanier hätten bei Söul cl Arba eine Niederlage erlitten, als unrichtig bezeichnet.

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jbt-r Ak-rf V yy* y '*lS**' ** politifchen Teil: August

General-Anzeiger für Gderheffen Z-Wx

Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulftratze 7.

deutenden weiteren roten Streitkräfte zu sichern, ging rot später iwch weiter zurück, und entartete heute den An­griff des Gegners nördlich der Linie Hardheim-Tauber­bischofsheim. Blau ging Ij-eute weiter und zwar ging das bäuerische erste Korps auf das rechte Taube ruf er über, um den östlichen roten Flügel anzugreifen Das bayerische .Korps ging in weitem Bogen östlich ausbiegend vor. Der Kaiser verweilte bis in den Nachmittag hinein auf den Höhen von Tauberbischvssheiin, wo auch fast sämtliche fürst­lichen Manövergäste sich einfandenGroß II" manöve nette stundenlang über Tauberv schofth im. Heute morgen fiel Regen, später klärte sich das Wetter auf.

Heute morgen ließ der Kaiser fah zunächst in Tauber bischvfsheim von dem kommandierenden General v. d. Tann über die Aufstellung und die Absichten des roten bayerischen .Korps orientieren, fuhr von hier nach Esselsbrunn zum Standpunkt der Manöverleilung, von da über Hecksfeld au, dem Wege nach Beckstein vor, wo die Marschkolonnen der blauen 26. württembergischen Division angegriffen wurden. Dann fuhr der Kaiser über Tauberbischofsheim vorbei an berrt Kriegerdenkmal von 1866 auf die Höhe 328 nordöstlich der Stadt und erwartete hier den Angriff des blauen bayerischen ersten Korps gegen die Stellung der roten bayerischen 10. Jnfanleriebrigade auf dem rechten Tauber ufer. Gegen 4 Uhr nachmittags war der Angriff sieg­reich vorgeschritten. Als auch die Stadt Tauberbffchofsheffn irr die Hande der Vortruppen von blau gefallen war, kehrte der Kaiser nach Mergentheim zurück. Unterwegs traf der Kaiser auch den Führer von blau, Generaloberst von Bock und Polach, und ließ sich von ihm über den Verlaus des Tages bei blau und dessen Absichten für morgen unter­richten. 'Die Ankunft in Mergentheim erfolgte um 6 Uhr 15 Minuten.

Ei« Bankett in Würzburg,

Würzburg, 15. Sept. Bei der heuttgen großen Festtafel empfing Prinz Ludwig mit den Prinzen Alfons und Georg von Bayern die Gäste. Anwesend mären der Großherzog von Hessen, der Großherzog von Mecklenburg- Sa wcrin, Erzherzog Franz oednator, Prinz Friedrich Leo pold von Preußen, her Regent Johann Albrecht von Brann schweig, die Fürsten von Hohcnzollern und Turn und Tax-s und Oberhof- und Hausmarscyall Graf zu Eulenburg. Prinz Ludwig nahm in der Mitte der Tafel Platz zwischen dem Großherzog von Hessen und dem Großherzog von Mecklen burg-Schweriu. Im Verlause der Tafel brachte Pcinz Lud- inig..einen Tsast aus Heu deutschen Kaiser, die deutschen Bundessürften und Oberhäupter der 'gier vertreienen Staa­ten aus. Der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin ant­wortete :

Euerer Königlichen Hoheit gestatte ich mir, namen der hier anwesenden fürstlichen Gaste unseren roärmften Dank auszusprechen für die überaus gütigen Worte, mit denen Euere Königliche Hoheit uns begrüß- haben. Es ist uns eine große Freude, aus Anlaß des Kaisermanövers im ichönen Würzburg weilen zu können, und wir sind aufrichtig dankbar bajur, daß Seine Königliche Hoheit der Prinzregent, Euerer Königlichen Hohtt: erlauchter Herr Water, uns in diesem wunderschönen Schlosse heute jo freundlich aufgenominen hat. Ganz dejondere Freude bereitet es uns, in diesen Tagen oer Manöver die lönig lief) bayerische Armee sehen und ihre Leistungen bewnft dern zu können. Ich erhebe das Glas auf bas Wohl Sr. Königlichen Hoheil des Prinzregenten, des röuch- lichen Hauses und der königlichen bayerßchen Armee. Hurra!"'

e M l?*N» !« ä apl Beater

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lrausnahme. n

polUqcbe Tagesschau.

Der dentsch-rufsische Streit in Eharbin.

DerBoss. Ztg." gehen aus Petersburg noch intpreffanre Einzelheiten über den gestern erwähnten beutsch--cusfischen Zwischen- fall in Charoin zu, unb bic Vorgeschichte bes Falles zeigt, baß der dcntsck)e Kvnß'.l auch sachlich vollstänbig im Rechte ist. Selbst wenn bic Rusten ohne bic Zwangsmaßreg ln gegen bic Deutschen sich an ben Konsul geiwnibt hätten, hätte biefer bic riissischiu An­sprüche als unlicrechtfertigt abweisen bürfen. Wir entnehmen beut Bericht berBoss. Ztg." folgenbcs:

So lange Rußland bic Mandschurei militärisch besetzt hielt und bas gante Gebiet als sein Eigentum betrachtete, staub bie Stabt Eharbin unter russischer Verwaltung. Nach bem Kriege mit Japan mußte Rußlanb bie Manbschurei raumen, unb Chardin ging, wie bie auberen Stabte, wieber in bie Hände b r Chinesen über. Gegen Ende des vorigen Jahres unternahm RußtanD icood) einen Vorstoß gegen bie Bestimmungen des Friebensvertrages, iubem es in Charbin eine russische Mimi- zipal-Verwaltung einführte, bie ber Bevölkerung unb ben Kauf­leuten Steuern miferiegte. Tas war um so mrberechtigter, als ber .vriedeusvertrag >an; klar volle Hanbelssreiheit Vorsicht. Als sich bie chmeistchen Kaufleute im Februar b. I. weigerten, btt' Steuern zu -,chli-n, schlossen bie Russen ihre Löben (nicht bloß in Charbin selbst, sonVern in ber ganzen Eisenbahnzonaj unb iügten so bem öandel schweren Schaben zu. Ter englische unb ber amerikanische Gesanbte in Peking teilten zu Beginn des damaligen Streites der russischen Gesandtschaft mit, daß England unb Amerika ben Wunsch hätten, die Bestimmungen des Portsmiuther Vertrages beobachtet zu sehen, sich aber sonst in ben russisch-chinesischen Streit nicht einmischen wvNten. Balb darauf aber fand m Peking eine Konferenz ber Gesandten ber interessierten Mächte statt, an ber ber deutsche Gesandte unb selbstverständlich auch die Gesandten Englands und Amerikas tednabmen, und diese Konferenz beschloß, China nahezulegen, daß es eine festere und klarere Haltung emnehme, was so viel bedeutete, baß, bie Gesanbten ben Chinesen den Rücken gegen die Russen stärkten. Tos half aber, wie die Folge veigte, nicht viel. China war zu schwach, und Mitt« März kam ein grundsätzliches liebereintonrmen über bie Zahlung ber von Rußland verlangten Abgaben durch bie chinesische '-Begeiferung ui stände, worauf bie von ben Russen geschloffenen chinesischen Läden wieber geöffnet werden durften.

5cmit war der rusfisck>-chinefische (Streit beendet, und zwar in beirt Sinne, ber bem Portsmouther Friebensvertrage wiber- sprnch. 'Jhm verlangte Rußlanb aber fchon banrals und ver­langt auch jetzt, baß bie in Charbin und an ber Eisenbahn iTTflHigen Ausländer ebensalls bie Abgaben enttichten. Die Russen weifen bei diesem Verlangen darauf hin, baß die rufnsche' <^efellfchcrft ber ostchincsifchen Bahn von Anfang an g;oße Summen verausgabt habe firne viel mag ba wohl unter- schlagen worben sein! , um an ber Bahnstrecke Ordnung unb Lebensverhältni'se zu schaffen, wie sie ben Europäern entsprechen, unb baß bann später, als bie Ansiedlungen größer mürben, in Charbin unb auberen Otten bie Russen Gemeinbeverwaltunaen geschaffen batten, welche aufrecht zu erhalten' im Interesse ber Ausländer selbst lieg': ;cbem Auslänber stehe eF frei, an bi eien Gerneinbeverwaltungen teilzunehmen unb auf biefe Weise dazu beizutragen, baß alle Einwohner bie baraus hervorgehenbett B-aucrnstchkerten bes bürgerlichen unb privaten Lebens ge- nteßcn; oas könne eher nur geschehen, wenn alle auch pekuniär Tür bte Zwecke der GemeindeoerMÜtung beisteuerL.

Die Uaisermanöver.

Gestern hat sich zwischen rot unb blau ein ampr_ bei 1 Tauberbischossheirn abgespielt, wobei blau, her Angreif , siegreich blieb: , ...ÄA

Mergentheim, 15. Sept Gestern nachmittag vc- | setzte rot die Höhen zwischen Esselbrunn und -iut)a- 1 die nördlich non Gerlachhetm, auf denen ^olandeverstai- Em gen ausgeführl wurden. Um sich ledoch die s))t troiirung der noch von .N.vrben im Anmarsch sich befindlichen

nalen Sage, zumal in Beziehung auf England, brauchen wir Ausführlicheres nicht sagen. Es wäre in der Tat überaus ttirzsichiig, wollte man dieses neue gute Verhältnis dadurch wieder stören oder zunichte machen, daß man an der Vereitelung eines russischen Zieles tätig mitwirkte, das nicht nur auf geschichtlicher Tradition beruht, joudern in der Entwickelung der russischen Poli­tik geradezu liegen m u ß. Will man überhaupt von politischer Berechttgung sprechen, so ist diese sicher dem Streben eines großen Reickies zuzubilligen, dos Kriegs Häfen, Küsten und Seegebier unmittelbar an der offenen See besitzt, aber durch die ^lufrvllung der Machtsrage von Seiten Englands von der See abgeschlossen ist. Es ist unzutreffend, wenn man die Meerengen mit dem deut­schen Nord-Ostseekanal vergleicht und daraus das Nicht- vvrßandensein eines gewiftenuaßen nattirlichen An­spruchs auf freie Durchfahrt ableiten will. Zutreffend wäre der Vergleich mit den dänischen Gewässern, als einem natürlichen Auswege der innerhalb liegenden Mächte nach der offenen See, auch für Kriegsschiffe. Eine für das Deutsche Reich ungünstige Ver­schiebung der Machtverhältnisse wird, wie schon an- gedeutet, nicht eintreten. Natürlich lassen sich alle möglichen Kombinationen und Möglichkeiten ausdenken, aber keine, die im Bereiche der prakttscyen Politik als beachtenswert ober gar schwerwiegenb gelten könnte. Mag England, durch andere Rücksichten bewogen, nun tat- sächlickt nichts gegen die Oeffnung der Meerengen für die russischen Kriegsschiffe haben, so kann docn fein Zweifel fein, daß die Grundrichtung der englischen Poli- nk dieser Gruudrichtting der russischen nach freiem Aus­gange ins Mittelmeer unter atlen Umstanden zu- w i d e r l ä u f t. Auch unter diesem Gesichtspunkte können wir Deutschen nichts dagegen haben, wenn Rußland eine freiere Bewegung erlangt."

Eine Politik der Zurückhaltung, aber sicher nicht der Untätigfeit 1 Für unsere diplomatischen Vertreter in Peters­burg und Konstantinopel sind schwierige, ober lohnende Aus- aaben erwachsen. Der russische Minister des Ai.swärttgen, Herr Jswolskp, weilt gegenwärtig m Berlin, -seine J' Seife ist angeblich nur privater Natur, aber man geht mobl h nicht fehl, wenn man annimmt, daß er auch im Berliner Äuswärtigen Amte vorfprechen wirb. Dort sollte über die ! Lage im Orient Klarheit geschaffen werben.

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