wand zu erreichen ist. Auch in Ulrichstein und in Laubach fallen MusterrmgSbezirkc gebildet sein.
r. Crumbach. 10. Mär; An mtfcrm Dörfchen gedenk! man am zweiten ZuliforrntLg, U. und 12. Juli, das erste Ge s a n g s f e n .zu feiern. Ter t^efancrverein „j>arnunuc" will gleid^cirifl ferne neue Zahne weihen, au 5 welchem IntQB die Jungfrauen des £rto dem Verein eine 3drteirc überreichen.
— Braunfels, 10. Ptär-, An der letzten Stadtvor ordneten Sitzung brachte Burgerrn t ec Vrber e n Schreiben des (vosoirekrors s(butte von .-Jelat zur Verlesung, in welchem derselbe in Vorschlag bringt, die hiesige städtische Acetylen-<-aszenttale fallen zu lassen und für die Afolflc Kohlengas von Weylar zu beziehen. Cs fei dicS durch die Ausnutzung für L>eizungs^ und gewerbliche Zwecke sehr vorteilhaft. Technisch fei der Plan wohl ausführbar und die 3tabt Wetzlar nabe sich bereit erklärt, die Rohrlegung bis Braunfels auf ihre Soften zu bewirken Tie SiabtDctütoneien fanden bicien Vorschlag annehmbar und ersuchten den Vorsitzenden, mit der Stadt Wetzlar in Verbindung ,u treten Doch soll die Bedingung gestellt werden, baß Wetzlar dic Acetylen Schulden der Stadt in Höl»e von co 35000 Mk. übernimmt
X Hanau, 10. März. Dic elektrische Straßenbahn in Hanau ist in guter Entwickelung begriffen. Die für den Bau und Betrieb gebildete Hanauer Strogenbahn- Aktiengesellschaft ist in der Lage, für das erste BetnebSjahr eine Diotdende von 4 Pcoz. zu gewähren.
Der Hall Reif vor den Geschworenen.
ii.
Gießen, 10. . . .3.
Tie weitere Vernehmung des?knqeklagien ergab: Aui-wieder- holles Beiragen gibt ‘Jteif an, da» zuletzt der kleine Abel 'ich gewehrt und geschrieen hat Taratti habe er ihm den Mund zu- gehalten. Wie die Tai weiter zu Ende kam, will Angeklagter nicht angeben können. Ter Angeklagte giebt an Hand von Ranen den Geichworenen Autzchluß, welchen Weg er nach der Tat znr Stadl genommen hat. (rr ist nach der Ilaiharinengasse gegangen, wo er am Nachmuiag bei Herbert eine Wohnung geimcici haue. Zn der Wohnung habe er sich einige Zeit mit icuiev Wirtin uulerhalieu und sei daun in ein Wirtshaus gegangen, ivo er den Schneider ffndw. Siembrecher antraf, der ihm von früher her bekannt war. Jietf er- zählt, m welcher Weife er sich uni feinem Bekannten umerhalien Hal, wobei er eiroa 7—8 halbe VUcv Weinigetrunken hau £b und was er mit der Wirtin sprach, weiß der Augek tagte nicht mehr, wohl erinnert er sich, daß er den Auiomalen habe spielen lassen, um eine Freude am Weihnachtsabend zu haben. Reif will ornm iwch an der Ecke der Kaplansiassc und Mailxirincngaffc auf dem Heimwege in eine fKcftauraiion gegangen fein unb_ cm (Vias Bier getrunken haben. l’.r sagt, ci »ei derartig in Stimmung geiocscn, daß er iridjt mcl t habe trinken dürfen, ohne iich zu viel zn tun. In der 'Jladu will Reis gut geschlafen haben, am Morgen aber fei ihm schlecht ,iii Mut gewesen, er habe eine Art Schwäche gespürt. An den beiden Feiertagen |ri <t nach umliegenbcn Dörfern genxmbert, um sich mit Schuinnachermeistern über das Handwerk zu unter- Iraltcii. Am Abend des zioeuen fyeiertaac4 wurde Reif hier ver-- tzaitet. Reif äußerte sich auf Befragen über die früher begangenen «Littlichleiisverbreclicn. die er ebenfalls an Kindern auSfulirte. Ter Rohimg hat sich mt Mädchen und an einem .ihtabeit von 10 Jahren vergriffen.
Bei bei Leiche ist ein Strick gefunden worden, der den schworenen vorgclegt wird. Aus Befragen erklärt Reif, über birfen starken Bindfaden könne er nichts sagen. Hiermit ist die Vernehmung des Angeklagten, die nm 1 Uhr wegen der MiUagö pause bis 3 Uljr unterbrochen wurde, gegen -1 Uhr vor la urig beendet verständiger vereibctl%i^ i&ufj '.’tnge^agtWr^a^lcn!" nrarum er in die Irrenanstalt gekommen ist. (rr erklärt, man habe ihn hort hungern lassen und ihm mitgeteilt, er sei geisteskrank, (ir sei liebe-toll lutb er müsse jagen, er sei aud) ganz toll geworden und habe den Aufenthalt in bcu Anstalten nicht Vertragen können. Er nimmt an, das; man «ihm in den '.'üiftaltcn Gift ins Essen getan bat. Wenn er nicht trinke, so sei rr ein braver Arbeiter, sobald er aller trink, bann gebe ihm int Mo Vf alles b runter und drül> r
Es wird mm in bie SeipciSaufnabmc eingetreten. Zu nächst wird die Äeugeiiciblid)e Vernelnnung der (Sbefrau Lange, geb. Senner in Bremen, verlesen, die 9icif dort miBbrandit krat Tie Zeugin bat erklärt, daß Reif sie vor Jahren gebungen habe, ihm ein Bakel zu tragen und ihr dafür 2 Mk. versprochen bat Unterwegs bat R. ihr die Hände mit Stricken gebunden und auch heil Mund verstopft, dann hat er sie vergewaltigt. Aus den weiteren Urteilen gegen Rrif gebt hervor, daß er den schreienden Mindern gedroht hat, ihnen bie Mehle zu^udrückcn.
^t’ugc Stadtv M r um m beschreibt den iÄeschworenen wie rr mit seiner 17jährigen Tochter bet einem Spaziergang im Walde die £cid>c ?lbclö gesunden bat. Ei betätigt, daß die photogiavhijchk Vlufnabine dem Befund entspreche, wie er ihn gefunden. Er habe auS der Situation geschlossen, daß an dem ihnbe ein Lustmord verübt sei. An her rechten Hand der Leiche Aciglc fich eine blut unterlaufene Verlegung. Ter Zeuge hat sich überzeugt, daß als er das Kind int Walde fand, der Tob cm-utreten ipax. Er bat fidi direkt zur Polizei begeben und Äu-eige gemacht.
.Mrümttohuachhne tftrc Pfeffer berichtet, am Soiuttag vor mittag habe ilrat bet Metzger unb Wirt Abel Anzeige erstattet, daß er frinnt 10jä beigen .'fnaben seit bem Tage vorher oernuffc. Jturje Zeit nach dieser Anzeige erfuhr Pf. durch einen Schutzmann, daß Stadtv. Mruuuii im Walde eine Mrndeslelche gefunden habe Er schilderte die^ getnxreuen Maßnahmni und den Beftmd her Leiche, die ohne Schuhe und Strumpfe n*ar. Schuhe unb »trumpfe lagen fo um die Leiche, daß man nnndi:n£n kann, der .Mnabe bähe sich tud t selbst aus gezogen. Am 3 Feiertage aoends nnirbe der Angeklagte verhaftet Reif erklärte damals mu einer erstaun hdien Ruhe, daß er bereits dreimal wegen SittlichkcitSVerbrech n- vorbcstraft fei. Murze 3rit darauf, als der LbetstaatsanwaU mit Medizinalrat Tr. Haberkorn in die Zelle Reifs gerommen und dieser körperlich utueriudii wurde, ,et dieser leichenblaß gr worden und habe merklich gezittert. Auf bie Frage, was er berat bal»e, sagte Reif, er habe de» Tag über mdus gegessen unb sei fdnoadi. Ter Angeklagte bemerkt dazu, er fei nach feiner Verhaftung scharf angepackt ivorben. 2emgcgntübei sagt der Zeuge. Reif sei mit der größten fltubc und Vorsicht bdxmbclt worden: man babe au imcm Abend von ihm keine Mitteilungen über die begangene Tat verlangt und es wurde ihm gesagt, daß seine Vernehmung erst am lontmcjiben Morgen erfolgen werbe
Schutzmann Seitz rührt den O^esdmwrenen vor, wie der von ihm gehaltene Polizeihund bie »mir des Täters aufgetwrnmcji
Tiefem Zeugen Scig gegenüber bat Reif nut ferner Klugheit renommiert; Sie glauben gar nicht, w sagte er. was in meinem Mvpf drin steckt, so viel Klugheit befindet sich nirnt in twer PrvfeswrenkLpfen.
Polneisergeant Heinrich "Fakob-Wetzlar bat mit ieinem feibfibrcnitTten 21* Zodre alten Boltzetbund. der ans Suchen iwn Menschenipur ui S'MrbiUckeu beit ersten Preis ereilten bat, bie -spur des iMrtx- auf feinem Wege zur Stadt 'estgestcllt
Beuge idjilbcrt, lote er am nächsten Tage mit dem Tier ltneder an den latr-t gvfonnnen ist. Tert hatte mun dir jfietber deS (rtmorbctrii^ auogcbteitvt unb nachdem baran der Hund bte Witterung des Täters ausgenommen batte, machte er fid> auf her. Weg, den nrutmahlidKit iatei. Reif, der in gerat Her (riufernunq hingcitfüt war, aunuiucbcn. T,r Hund verfolgte luerft ein Stücl USegs die ^-pur des Tater.-, hu- er vorher begaihxn hatte, plötz Ud) Lvg ci davon ab uttb m den Wald tut, iw er den hort V. n- flcltdUen Reif verbellte Trr Hund gut.; roiitcnb auf den Mara toi, und fein Führer batte bic größte '.’.’iübc, um dos Tier tvr. dem Äensdnu abzudaltcn
Miim>italsckutznwnu Zink bekundet ebenfalls den Vorgang wig das Tier den Reif uroellte, der auf cuinii andern Wege
in den Wald gefahren worden war. Zink erklärt, daß Versuche, cie er anqenellt habe, ergeben baber. taB man lautes Rufen euer Schreien am Tatorte air der L'idxr Straße nicht bärrn könne. Ter Wald tei dort zu dicht und bte Gntfemuna zu wett. Angeklagter Reif m der Ansicht, daß ein Hund <nrr uid-t so klna sein könne, wie fr .et harzestrllt ttnrr Tas Tier habe ertt
einen Schutzmann, unb bann ihn an gebellt. Der Vorsitzende verweist den Angek.agten tcrauf, daß er ja zugestauden bat, das Verbrechen begangen ju haben.
Medizinal rat Tr. Haberkorn, als Sachverständiger der nrmmen, schildert den Bcrund der 2eufr dos fiemen Adel Sie lag auf dem Bauch unb war an dem untern Teil entfir.brt. Tte tu Here Untersuchung ergab -raeifello-, daß der fbtabe mißbraucht morden war Zm Walde konnte Tr öaberÜTcn an der Leiche kaum Verletzungen feststellen ml Ausnahme der Verletzung an der Hand, die $eugr Krumm schon erwähnt bat. Am nächsten Tage rmrdx feftgeittllt, daß her krüknge kraxbe erstickt worden war
Die Sektion der Leiche bat ergeben, daß Reif da- Jfinb, bas am Boden log, mutd-stens 3 Mal entporgeriiiai bat unb sich die,cs gewehrt ml Luiunord liegt hier nicht vor, das jhnb ut zweifellos an beiben Sxmben iatgtbaltai und zu Bc'den gedrückt worden Tic Brust unb Luftröhre s.nd zu aurmengedruckt, es mag bt.S durch Mmteen geschehm ittn viü> etz genügt jinter 11m- Ilanden bet einem Memcpim Minute, um leinen Tod berbci- iurubren. B^'onderS genügt cm ganz fur^er Zeuraum, um ein Mind zu ersticken. Der Tater hat nach Ansicht des Lachverstän- Dtacn das jhnb m;t der einen Hemd an der Mehle gehalten unb sich mit dem CÜenoogen ober Mmic auf ihn gedrückt. Es ist rav sunrljmen, daß R. damit das Schreien des Mmaoat verhindern wollte. Ein Änhalt, ob der Täter planmäßig unb mu Hebet» legung den Tod des rcindes acraollt hat, laßt ftch aus dem Be- nmb nicht f entstell en. Ein Mensch, bet einem Mrnbe Brust unb Luftröhre zusarnmenbrückr, muß av:r rai.fcn, baß bet Tod dadurch fjerceigefülrrt imtd. Ter Sachverständige bemerk, der Angeklagte habe heute in ocr Verhandlung genau angegeben, wie sich die Tat abgespielt hat, cs ist ihm dies hoch anzu rechnen, rocim er auch nidit alles mehr ra.ficn will. Ter Ängekiagte habe bei der Tat im vollen Betvuftscin gehandelt, denn jemr Erregung dabei habe nicht gehindert, daß et nod) genau nnsie, wie er bas Verbrechen verübt bat-
Rach der Nachmittagspause um 6 Uhr wird bie Oeffentlichkeit der Verhandlung Ijergestellt. Zm Umsehen ist der Raum hinter Dem Gitter, das den Zuhorrrraum vom Verhandliingsraum trennt, StoDf an stopf besetzt. Tic Cikrleric wirt» von der Xamcnraelt iw Sturm genommen. Äanzleigehilfe Swv gibt an, rate et am 3. Januar, a.so etwa 8 Tage nach dem Vervrechen, an bai Tatort geijangcn sei, um nach Beraeisen Umscl-au zu hallen.^ Er habe unter der uicbergetrctenen Grasdecke, genau an der Stelle, wo cic scheußliche Tat verübt worden ist, ein stmäulcheil Jurin! gesunden. Es beianixn sich Flocken daran, bic darauf fanbeuteten, caß dieser 5huucl in einer Tasche getragen wurde, ehe eS der EigenllmlCt hier verlor. Swtz het dieics Fundstuck der Staate gmvaltsschaft übergeben.
ymminalLinm.fiar Müller hat hn Auftrage der Untersuch- nngsbchorde die Effekten des Reif durchsucht unb dabei u. a. eine Rolle Zwini erhoben, bic dem Fundstück des Vorzcugen äußerlich sehr ähnlich sah und auch mit Flocken behaftet war. Weiter ist eine starke Kordel bei Reif erhovcn worden, die einer am Tatort aufgefunoenen stordel an Starke glicht
Reif bemerkt zu diesen Bekundiiugen, er wisse nichts trän einer Kordel und einem verlorenen Knäuel Zioirn. Er könne die Sache nicht verstehen und glaube nicht daran.
(Berichts-Chemiker Tr. Popp gibt hierauf sein Gutachten ab. Er erklärt, daß er zuerst die jklcider Reif- und bic des Heinrich Abel durchsucht habe. Ter Zwirn, der am Tatort gesunden wurde, loar nrit Gras und Ptoosstückchen biirdjmvugt. Es sei bei den EfsrKen verschiedener Zwirn gehmben, darunter cm Mniiucltben ähnlich dem im Waloe gefundenen. Die Fladen, die an den beiden stnäuclchen hingen, seien rür bte Untersuchung ohne Bedeutung gewesen, dagegen habe sich ergebet, daß beide Zwintknäucldien in der Fadenstärke, Fadenzahl, der Trellierung lur ouif-..»•*^r.*inüiuMu4n!. 2Li‘. beiden Mnäuelcßcn land sich eine schwarze Vluflagcruna, bte netng war mo muri fie mit einem feinen PlatiTidraot batrid), schnwl, sie und i-rhntete cmnn wieder. Es hcmoelt fiel) also mit eine Auslagerung von Samstcrpech. Ter im Walde bei der Leiche Vorgefundene starke Kordel batte blaue Flecken, die zu den Flocki n in Rcisü Mleidungs- itilcfcn nidjt in Aezielmng zu bringen waren. Von den im Besitz dcS Reif gt hiiibencn Stricken vaßl einer zu der gefundenen starken Kordel. Ein Beweis, daß die Enden licibcr stricke aneinander gehöret, läßt sich nicht erbringen, dach hält der Sachverständige diese Möglichkeit nicht für au-xjcfdüorcii. Die Kleider des Adel und bic des Angeklagten sind gesondert von einander vcumA und aufbcnxibrt gewesen. Eine Uebertragung van Fäden des Goveles der Garderoben untereinander roalycenb der Ausbewal) nmgeleit ist bal^t ausgeschlossen. In der linken Hosemaj'che b<5 Angeklagten bat der Sachverständige -1 Fichteimadeln nefui’bei, bic nicht von einem Ebristbaum bortbm geraten sind. Es feien 1 kantige abgestorbene und Vermoderte Nadeln, die ihrer Beschaffenheit nach nur auf dem Boden des Waldes gelegen haben ksttnen. Tie gleidje Art ^idjtennnbcln befanden sich an der Kleidung oeS .'lbel und es ist fcfigcftellt, daß derartige Fidstennaoeln am Boden dcS Tatorte) sich befinden. Schwer belastend für den Angeklagten Reif ist die Tatsache, daß Tr. Popv am linken Knie von dessen Hose ionnlid) mit dem Ston des Beinkleides verfilzt, ein Flöckchen rosa und loeißc Baranwallmfern fand, bic eigenartig nut einander verarbeitet ivareiL Material und Fardenmlsdiiuig dieses FlöckdieuS ist identisch mit bnn Material, aus dem der Lloff zu de-. Er- morbch-n Hcmdhösaicn berge stellt ist. Es ist iMguirltdi. daß diese baimnoollenen Fäden von der Wäsche des ftiiabcn sich in Reiss Hose lest setzen konnten Arn Hemdkrageii do,> Getöteten fand sich cm grüner WolModen, der uMmtiidj mit der Wolle ist, aus der^dic giüitc Jopvc Reifs bergest eilt tü. Zedenialls besitzen Reifs Joppe und die giüne aufatiunOeiv Fmer on Abels Hemd tragen benfdben Farblvert. Es feien dies bte stummen 3engen, die dafür iprcchcu, daß der Angeklagte fRrr den ,'hinben AM1 mißbraucht und getötet bat. /»war eine der festgestcllten Tat fachen allein wäre baut nicht hinreichend, aber die jeststchende Reihe fei für Reif belastend und in Verbindung mit den übrigen Feststellungen bet Untersuchung ein Beweis für seine Schuld.
Landgeridnsrat Brite 1, der die <<ontntcriüdHjiig gegen Reis iKiübrt hat, erfiärt, der Angeklagte sei bei seinen Vernehmungrn stets döf'.ich und bescheideti gewesen. Er Hat Dom ersten Tage der Unicriutfiung an btS zum 23 Februar energisch beskrittett. die Tat an dem M naben verübt zu haben. Bei seiner Bern rinn ung am 7. Januar spielte Reif den wilden Mann, er gebärdete sich wir blüb'mnig, gab unverständige Antworten und stierte in bic Ecke des 3tmmetv Ter Beschuldigte erklärte damals, er sei schon einmal geisteskrank aeraeien Einige Tage später wurde Reif wieder vernommen, cs Handelte sich darum, über die Vorgänge des Tattages Angaben zu erhalten. Reif behauptete, er Habe nicht mehr die leiseste Erinnerung, wo er an dem Tage gewesen sei. Plötzlich machte er Angaben, was tr nach 9 Uhr abcnM getrieben hot, berichtete auch über seine Wanderungen und machte dabei Eingaben, bic sich später als vollkommen >oahr moteicn. Am ß. Februar vernahm Landgerichts rat Bruel m vierstündiger Sitzung Reif eingehend über fein Vorleben, seine Persönlichkeit, seine Eltern unb usinchnnster unb über feine gefamten Vorstrafen. Ur gab lehr klart Antworten unb zeigte, daß er über ein Vorzüge hebe» GedächMis verntgte. In einer weiteren einige lagt später folgenden Vernehmung leugnete brr flngefdnilbigtc nicht mehr in brr früheren strikten Art unb Weise. Er idjun drum unb dran jU 'rin, Angaben machen zu raoilen. Er erklärte, men gehe .u Urettge gegen ihn vor. er könne nch nicht mrbr 10 erinnern und er müsse es sich dock) erst uPerkem. Tann memft n mbrzug auf daS Verbrechen: Denn tch es getan Haden soll re. muß ich in ganz verrückt gernefen sein. Bei der <<bluRverutmni.g am 23. Februar habe er Reu ein Bild enuvorhm. wa. bir Unter ’üdnmq gegen tbn Briastenbes crg'veu haL Er stellte ihm vor. baß er mit bei An kw er sich h:Mx: Dcrteibiat haae. ort dem Schwurgerrcht nickt gut fahren werde und daß, wenn er s,ch ickuldig fühle, er besser tut offenes Geftändusi- ablege. Rach
einem fthtvertn innirm 5tanur erNärte denn Steif: „Nun ja, ich will es denn iugtncbnt. daß ick bte Tat begangen, ober ttb hebe iebebt, b aen ;u bringen."
Tct Zeuge erklärt, baß rr bet den iMmbmlängen Vernehmungerr nicht beit geringsten Andalispuekr ianb, Rcii könne geistesgestürt sein. trabe in Niederir>ib b.-1 den Jerwraidien unb lemr Lnsoor :auo eine Andeuttma dekon men. ba»: der Am siagte geisteS» geüori icin könne Seme neun G.ichwistcc seien alle griuud b3 mir em* Schwester, Pi? noch Lerner fr« a.e Reif und eine gewisse Beschränkt heck teige.
Ort > Vorsteher Joiramt Mron von Rieden pap berichte: über bie Famtlieiiuerhällni'sc des Angeklagten. Scine Mutter ist tm Mtnbbci: verstorben und fein 8at.-r bot lranfig über Mops,'ckmer»en gtHaq:. er war 81 Jabre alt tl* er üirb T« Grschnriner des Reif sind alle in der Heimat anfäing und gesunde fiänig: Mcracken, bis auf die eine Schwester.
>brinimal!ommtpar IX ü 11 e r bat im Westerwaltz. in Hinckboch und Frrirackdon, Erhebungen ütei das Betragen des angestellt unb crißbrfn, daß er bon ickusteriert und mnt hübsch iSeld verdient l)«ii. Trotzb.nn er sich dort nichts ;u schulden kommen liefe, roor man ’roh. den Mcnidien los zu nx-rben.
Mctzgcr Abel, der Vater des getöteten Heittrtck Ad l. glaubt uickt, dah fein Söhnchen guiratlli 1 mi? Reff in den Wald gr-
Reu inüsie bem Zungen was angetan haben, sonst märe ei bem fremden Manne nicht gefolgt, dein sei der ihrnbc viel zu klug gewesen. Abel bat seine Kinder
geben Tä habe Heinrich gesagt' ..Vater, mir toll nur -•mmal J icmonb kommen, ich trete ihm in den Bauch baß er genug hat "
Tie Ehefrau Abel sagt au», daß ihr Lohn bic o^raobnbcit H hatte, beim Ausziehen dir Ltrumprbandcr entweder in die Rockoder in die Hosentasche zu stecken. 1
Hausvater Loh von der Herberge zur Heimot kennt den An- geklagten schon längere Seit Tiefer kehrte, als er im Frübiahr in ('•; ßen gearbeitet hat, öfter in der Herberge ein, um et» Glas Bier zu trinken. Er hat sich stet« anständig betragen Ter :J Zeuge Ixit nie ctitc geistige Schwa die an dem Mann roobr genommen. 7 ES »ei ihm desi'en eigentümliches ;ur Schau getragenes Wei en nicht weiter ausgefallen, man finde dies öfter bet Leuten, die aui- bem Zuchthaus ober Korrektionshaus kommen. Tiefe Leute £1 wollen gern ihre Person in ein anderes Licht ruckcu, sie ren^* ] micrcn aud» wohl viel zu bteient Vtivetf. S»c nennen diese Suckt ; KundcnNaps, damit sei der Angeklagtc auch nrahl etnras de haftet \ gcroefeit. Am 23. Dezember dal Reis in der Herberge u dem achtet. Am 2. Feiertage vormittags kam er das zweitemal, er wollte ritt Paket nieder legen, hat dies aber nadiber unterlassen.
Heinrich Viebl Ehesrau, Koiscrallce, bchmbet, daß Reif, bei ihr vollständig fremd geroefen ist, zu ihr in bte Wohnung gcL’mmm sei und angegeben hat; er kenne ihren Mann irhr gut war nicht zu Haus. Reif lub bie Fran ein, nttt ihren M.noern 1 iith ihm anziuchließcn, er ivoUc ihnen was kaufen, sie !ebitte i dies aber ab, worauf ihr Reif cutc Mark sckenktt. Er roolUe euch J vorher eine Flasche Wein bezahlen, wenn sie mitgehen würbe. Schließlich erlaubte die Zeugin, daß ihr lüttgcro Kind mit Reif gehen dürfe, damit er dem selben tron? kaufe. Sie hat u.’rr alsbald das große Mädchen hinter bat beiden her gesandt, das baz. jüngere Zrind zurückbrachte, nachdem Reff ihm etwa- gelaust hatte. Aut eilten Teil der Zeugen wurde versichtet und die Bern ■j.ibi« nähme abends 8 Uhr abgebrochen. Es sind noch 25 Zeugen za vernehmen. . l
V cniui cyte».
• Zeppelin I. Die UebungSfahrt mit dem 9Elchs« lustschiff Z. I. wurde gestern bet heiterem aber ziemlich ivmbigcm Wetter fortgesetzt. Das Luftschiff fuhr -l.nä^ t mit mäßiger Geschwindigkeit gegen den Wind nach F'. ücich4- Hafen zu, überflog dieses und lehrte m großem Bogen landeinwärts wieder auf den See zurück. Um 12 Uhr 10 Mm. wurde in der Bucht von Fctedrichshafen ein Abstieg auf den See üorgenontmen, wobei ein Pasiagienvcchsri stattfand. Um l Uhr erfolgte bie glatte Landung.
•feine lagcMirottlL s
Die kürzlichen V c r g t f t u >1 g « c r f d, c t n n 11 g e 11 nn Ruool J Virchora-Kiankcnhctufc inBer11n sind nach bakteriologischer ff:» Heilung mu den toenufe von Morchel n z»:rudjuluhicn.
(ilcncialHaaldanwaU Ti. Zsei>
z.iftand scu geraumei Zeit hcbcullidj ist und der gestern r.ner Schlaganfall erlitten hat, hat einen sechsmonanichAi Ihieub erhalten.
Zn Tokaradac in Ungarn hänfen 40 Personen zu dem üblichen Lcichensd)nian4 zwei Foster B ra 11 n t n> e i n, bw schsiehiich alle Teiluehinei an dem Belage tot oder bewußtlos nm Beden lagen. 18 Personell find betetto gestorben unb vier am Steeden. Auch die übrigen schweben noch in Veber.^eiabr.
voraussichtliche Witterung iuc Hessen am » icitag dem 12. März: Vielfach heiler und trocken, '.iachtsrost. -Lag« ir rmer, östliche Winde.
0ti0inabDra^tiiielOuih3$n.
Toulon, 11. Mam. Ein > rnstcr Zwischenfall hat fid) gestern hn Zu'anrmenh-ina mit den letzten aiUlmisiLaristis«Mß MuRbgebungcn »untiragtit. (General d< Ferron, Befrh.slraber oet 2 Divisran der Molonirl-Truppen hatte die itzenerole P.-r:eaax.
unterftriUcn Cfnnere zu einer Mrnfnmi geladen Hierbei er seine Unzufriedenheit darüber aus, »?ld)i- Rcpimemrr nruÄ seinem Befri'.c zu hoben. Er erklärte u a., b<r Schamiäti 'n M timt ins Gesicht und er betrachte sich als enichrt, solche KamulliD zu fominanvirrcn. GiTneml Perreau» versuchte, gegen bte - .1« roiiung Einspruch zu erheben, mürbe aber »ofart bem enia Wors mit 3 Tagen Arrest bestraft, ebenfo der Cbcrn des 4 BaiailtonL. Ter Vorfall wird lebhaft bet weben.
Konstantinopel, 11. VJirin. Die Pforte bat nunmehr bic Durchfuhr des schwimmenden i erbt | (frei Kriegsmaterials gestattet '
Holzversteigerung
im ttcmcindewalv Laugsdort,
Mittwoch, den 17. Mär; 1909, vormittags ü Uhr.
Zusammenkunft bet der Linde. Anfang im Sicher Holz. ..
1 Kirichboirm = 0,41 Fm.
17 Ftchte-Derbstangen -- 1,19 Fm.
140 Nm. Buchen-Scheiter
135 Rm. Buchen- unb Hainbuchen-Knüppel
130 Rm. Lichen-Knüppel
25 Rm. E chen-Lläcke
13 Nm. 2 Tltr. lange Hainbnchen-Rollen. Langsdorf, den 10. 'Jlän 1909.
1673 Wrofeh. vürgermcisterei.
Schiet.
Holzversteigernng.
Montag, bcu 15. b. M., von nachmittag» 2 Uhr ab bet Wirt BrÜck- B-sißmar au» dem ©eineinbeicatb v « Wltzmar, Distrikt 5, Lsiildchen unb Tatalilät. Eichen: 6 Rm. Knüppel, 1163 Rm. Rctier. Buchen: 6 Rm. Knüppel, 42 Rm. Rener. Fichten: 7 Stämme mit 2 gut. 54 Terb- holzitangen, 388 Rciserholz'langcn, 8 Rm. Knüppel, 248 Rm. Reifer. B“,,
Krofdorf, Rr. Wetzlar, den 10. März 1909.
Tcr Bürgermeister.
Braun.


