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Zweites Blatt
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Ctr14etnt täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Der eben erschienene 30. Jahrgang des Statistischen Jahr-
potttische Lagesschau.
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Wenn dec Kölner Claren-Altar und die Madonna mit der
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159. Jahrgang
Sie „Otehener Zamilienblätter" werden dem , Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, daS „llreirblatt für dev Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen SeU- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
iil, Giessei
Leltersweg 12.
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azgläser bei mindeäi ität.
stschränke.
> August W Forste Walt.
Freitag 13. August 1909
Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen !▼ UnioersitätS - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange. Gießen.
6. Lahn yionssest Mission achmütagS 2 Uhr. Laubach und er-Darmstadt.
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' fil 1905 hat sich bet Umfang der angeschlossenen Verbandsfirmen, der Kopfzahl der Arbeiter betrachtet, mehr als verdoppelt, und :etrfigt heute 32 500 Mitgliedsfirmen mit 1 450 000 Arbeitern. Die innere Zentrale der Arbeltgeberorganiiatlonen, die „Hauptstelle irischer Arbeitgeber - Verbände" hingegen ist in ihrer Ent- ntelung, nachdem sie sogleich im Jahre 1905 einen starken II itgllederstamm mit 700 000 beschäftigten Arbeitern um gesammelt hatte, verhältnismäßig zurückgeblieben und zählte »e 1908 erst 6144 Mitglieder mit knapp 1 Million Arbeitern.
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verzinkt Mk. 119.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftraße 7. Expedition und Vertag: 5L
Redaktion:«^ 112. Dell-Adr.: Anzetgervieben.
arbeitete der 1830 in Speyer gestorbene Graveur Becker, der 331 ausgezeichrrete Stempel für falsche Münzen herstellte. Die fertigen Münzen legte er in einen Kasten, der mit Sand, Eisenspänen und anderen Sachen gefüllt war und hängte sie dann einige Wochen an einen vielgebrauchten Reisewagen, damit sie abgeschliffen würden und eine feine Politur erhielten. Eine hohe Kunst Haden auch die Emailfälscher entfaltet, z. B. der Pariser Soyez, der seine nach alten Originalen gefertigten Emails nach Amsterdam verkaufte, von wo sie dann als alte Stücke wieder nad) Paris zurückkehrten. Dabei kamen ihm seine eigenen Ar* beiten oft in stark beschädigtem Zustande wieder unter die Lände. So brachte man ihm ein Email, auf dem die Ermordung des Lerzogs von Guise dargesbellt war, zur Erneuerung. „Können! Sie das reparieren?" „Gewiß, ich will es so Herstellen, wie ich es selbst ursprünglich machte." „Sie? Ich habe es für 10 000 Franken gekauft. Es war ganz schwarz und schmutzig; Sie glauben nicht, mit welcher Mühe ich es reinputzle." ,^Jch will Ihnen die Zeichnung rangen, wonach ich es an fertigte." — Ein wirklicher Fälscherlünstler war Bastianini aus Fiesole, der herrliche Sachen im Stil der Frührenaissance machte, z. B. ein Basrelief, „Dis heilige Familie von Verrvcchio^, das in einem der größten Museen Europas aufgestellt wurde. 1864 verfertigte er eine Büste des 1542 gestorbenen Dichters Benivieni, wobei er einen Arbeiter aus» einer Tabakfabrik, Bonajutt, als Modell betrübte. Das Werk kam als vorzügliche Arbeit der Lochrenaissance in den Besitz des Grafen Nieuwerkerke, des Generaldirektors der französischen Museen und dann in den Louvre. Als die Echtheit angezwcifelt wurde, bot Nieuwerkerke für den Erweis dafür 15 000 Frs. Daraufhin sandte Bastianini ein Zeugnis der Tabakarbeiter ein, daß ihr Kamerad alö Modell für das Werk gedient habe. Die besten Experten hatten nicht glauben wollen, daß diese schöne Renaissance- arbeit von einem lebenden Künstler verfertigt sei. Auch ein» Büste Savanarolas verfertigte Bastianini für 640 Lire, die spater für 10 000 Lire verkauft wurde und noch heute in einer gvo^N Sammlung steht als nortvefftiches. Werk der RrmüsMUL.
H eben diesen beiden Zentralorgamsationen weiß die amtliche . iLtistik noch für sich dastehende Reichsverbände in den ver- D litbenften Industrien und Gewerbefächern auszuzählen. Tie be- H elendsten unter diesen selbständigen, keinem Oberverband an- ßirAetihnrifnv : i<i)lofienen Reichsorganisationen sind der deutsche Arbeitgeber- ' ” hinb für das Baugewerbe (25 Bezirksverbände, 496 Crtsoereme
30 930 Atitglieder, die etwa */< Million Arbeiter beschäftigen), I weitem Abstande dann folgend: der Hauptverband deutscher
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Gießener Anzeige
General-Anzeiger für Gberhejjen
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Deutscher Reich.
Die Einberufung des Reichstages wird, wie eine parlamentarische Korrespondenz mitzüleilen weiß, am 23. November d. Js. zu erwarten sein.
Der Nachfolger Leeringens. Mit der Führung des durch Ernennung des Generals von Leeringen zum Kriegsminister sreigewordenen 2. Armee-Korps wurde Generalleutnant von £ i n f in g e n , bisher Divisions-Kommandeur in Ulm, beauf- ^jjer Verband der Metallarbeiter in Halle beschloß, an die Streikens n in Schweden sofort 2000 Mk. abzusenden.
Tl, ode als Nachfolger Tschudis. Wie das „Heidelberger Tagebl." gerüchtweise hört, hat der Kunsthistoriker der Heidelberger Universität, Geheimrat Prof. Dr. Henry Thode, einen Ruf als Nachfolger Tschudis zum Direktor der Berliner National ga lerie er ha l ten.
Ausland.
Der Zar wird nach seiner Begegnung mit dem König von Italien wahrscheinlich in Dari an Land gehen, um am Grabe des heiligen Nikolaus zu beten. Die Zusammenkunft dürfte am 15. September stattsftrden.
Die Dardanellen frage scheint definitiv im einne der Oeffnung dieses Meeresarmes gelöst, nachdem England angeblich zugestimmt hat. Bereits in wenigen Tagen soll ein Teil des Russischen Schwarzen Meergeschwaders bic Dardanellen passieren und dann im Mittelmeer kreuzen, um den Zaren wahrend seines Besuches in Italien zu erwarten und zu begleiten.
Die dänische Ministerkrtsis. Der König ersuchte den Grasen Holstein Ledreborg die Neubildung des Ministeriums zu übernehmen. Der Graf erklärte sich prinzipiell hierzu bereit, erbat aber zur definitiven Entscheidung bis morgen Bedenkzeit.
Abdankung des jungen Schahs von Persien. Der persische Gesandte in Wien hält die Gerüchte von der wahrscheinlichen Abdankung des jungen Schahs für lehr begründet. Schah Achmed Mirza spielt den ganzen Tag mtt Bleisoldaten. Er sei sich der politischen Tragweite der augenblicklichen Vorgänge nicht bewußt. Mit den Finanzen steht es m Peruen bester als früher. Von allen Seiten wurden Persien Anleihen unter günstigen Bedingungen angeboten. — Das Nittionalisten-Komttee in Teheran ernannte ein Direktorium, das ine sämtlichen Regierungsgeschäfte übernehmen soll. Aus Jspahan treffen beunruhigende Nachrichten ein. m . -
Gesangennahmevon 300Spaniern. Nach Brieten aus dem Rifsgebiete nahmen die Niffleute bei Melilla bisher etwa 300 Spanier gefangen. Die Gefangenen werden trotz der augenblicklichen großen Erbitterung der Eingeborenen gegen bte Spanier jebr Mit be|anbelt.^ ^ch einer Reutermeldung aus Addis Abeba vom 10. d. Mts. erhielt Ras Tesama, der Vormund des wahrscheinlichen Thronerben Prinzen Jlassur, die Vollmacht zur Let- tung der gesamten Regierungsgeschäfte. Menelik ist bekanntlich schwer krank.
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Kreta
Die Konsuln der Schutzmächte in Kanea haben dort der provisorischen Regierung solgende Erklärung überreicht: Dehuss Bannung der unmittelbaren Gefahr in der gegenwärtigen Lage und um die Wiederbesetzung Kretas durch internationale Truppen zu vermeiden, ist es unumgänglich notwendig, daß der Statusauo aus der Insel im Augenblick der Räumung strikt beobachtet werde, namentlich bezüglich der seit der Räumung erfolgten Hissung der griechischen Flagge. Die Antwort der provisorischen Regierung wftd bis Samstag abend erwartet. Die türkische Antwortnote, die neue Forderungen an Griechenland erhebt, wird heute in Athen überreicht werden. Die türkische Flotte hat Befehl erhalten, nach Karpathos, einer Insel nördlich von Kreta, ab* zusahren. 1
Arbeitgeberverbände im Malergewerbe (6 Bezirks-, 414 Orts- « reine, 19300 Arbeitgeber mit 53 000 Arbeitern), der Verband Ditscher Steinmetzgeschäfte (750 Arbeitgeber mit 40 000 Mit- «ü ibern) und der Zentralverein deutscher Reeder, der 133 Groß- frnen umsaßt, aber keine Arbeiterziffern meldet.
Die llcbersicht über die gewerbliche Gliederung der Landes- ii b BezirkSverbände und der Ortsvereine von Arbeitgebern nach krwerbsgruppen ist äußerst lehrreich. Denn sie zeigt, daß Arbeil- dirorganisationen ebensowenig in der Landwirtschaft, Gärtnerei inl Fi'cherei wie in den sogenannten „Freien Berufen" (Theater ud Musik) und in den kaufmännischen Berufen fehlen. Daß sie i allen Industrie- und Handwerksgruppen reichlich vertreten sind, ja angesichts der starken gewerkschaftlichen Organisation der rbeiter in diesen Zweigen selbstverständlich. Außer den schon en genannten Gewerbezweigen tritt in dieser Uebersicht her indes- und Bezirksverbände auch der Bergbau als heroorragen- ; Organisationsfeld der Arbeitgeber hervor. Der Zechenverband, t sich bekanntlich auf den Ruhrbezirk beschränkt, liefert den Haupt- -,imm zu den 116 organisierten, 339 000 Arbeiter beschäftigenden .licmen, die die Bezirksoerbandsstatistik für den Bergbau und das Istfttenwesen anfuhrt.
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bebanMt. Michelangelo „kopierte auch Blätter von alten Meistem so treu, baß sie den Originalen gleich kamen, färbte, räucherte und beschmutzte sie auf verschiedene Weise, bis sie ein altes Ansehen hatten und man keinen Unter] dyieb zwischen den feinigen und jnrigen gewahr wurde." Auch in neuerer Zeit sind noch ausgezeichnete Fälschungen von antiken Stücken in den Handel gekommen, die dem Wunen ihrer Verfertiger das beste Zeugnis ausstellten. In den achtziger und neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts kamen zahlreiche, angeblich antike Gruppen zum Verkauf, die künstlerisch außerordentlich gelungen waren. Sie werden nach dem Urteil Furtwänglers „immer.eine phänomenale Erscheinung in der Geschichte der Fälschungen bleiben." Solche Werke tarnen ins Berliner Museum, ins Britische Museum und in den Louvre. Aus römischen Ateliers gingen auch Marmorköpfe herp-or, die die archaische Stilepoche Griechenlands nachahmten, und andere Bildwerke, in denen echte antike Teile ausgezeichnet ergänzt waren. So hatte bei einer Statue des Kopenhagener Ny-Earlsoerg Museum ein geschickter Fälscher einem echten antiken Torso-Wpf, Arme und Beine angefügt und die neuen Teile in so täuschender Weise mit einer Sinterkruste überzogen, daß es selbst dem geübtesten Auge kaum möglich wird, diese neue Kruste von einer natürlich entstandenen zu unterscheiden. Als ein Meister der Goldschmiedekunst bewährte sich der Graveur Israel Noucho- mowski, der die vielgleiunmte Tiara des Saitaphemes im Louvre anfertigte: auch noch andere aus Odessa und wahrscheinlich aus seiner Werkstatt stammende Fälschungen ragten durch die Güte der Arbeit und der Kühnheit der Erftnduug hervor. Ein noch größerer Künstler mußte jedoch der Verfertiger des berühmten SiLverschatzcs von Boscoreale sein, wenn diese herrlichen Sachen wirklich, .oic behauptet worden ist, gefälscht wären. In der Renaissance gab es schon zahlreiche Künstler, die römische Kaiserporträts nachahmten und Exemplare solch gefälschter Römertöpfe Isoften sick in jeder größeren Sammlung finden. Meisterwerke der Fälsci-erttmst m Münzen schufen die Nemrissancekünstler Ca- vmo und Bassüruo uud nicht minder treffliche römische Mürrzar
B«ir*rqeqangcnen Ballons nach der Revision der Pässe ohne jede
>6anflve u .'.diiigung freigelassen worden. Eine Beschießung oder Ver- Hcitert* ■ i^mg der Insassen oder des Ballons sand nicht statt. Als der rlon in Sicht kam, haben die russischen Grenzsoldaten nur die ulcben Signalschüsse abgegeben, worauf die Patrouillen zu- :rrmentamni und den Luftschiffern beim Landen behilflich waren. n „„ Hö Ballon, um den es sich banbelt, ist der Ballon .,Tschudi , S * M hrentum des Berliner Vereins für Luftschmahrt. In der Gondel ^"Go1 'tmben sich die Herren Dr. Brinckmann und Meßter. Zur Lan- 'ng des Berliner Ballons „Tschudi" auf russischem Gebiet wird
Der ——
Die Beschießung eines deutschen Ballons.
Die gestern verbreftete Meldung von der Beschießung eines Aschen Ballons in Rmßland und der Ermordung seiner Passagiere ft tätigt sich glücklicherweise nicht. Zuverlässigen Mit- : iDunaen zufolge sind die Insassen des auf russischem Gebiet
von anderer Seite noch folgendes gemeldet: Um kinernatographiiche Aufnahmen zu machen, stiegen vorgestern mittag die Herren Dr. Brinckmann und Meßter, die sich einen besonderen Apparat konstruiert hallen, auf dem Schmargendorfer Ballonplatz im Ballon „Tschudi" auf. Keinesfalls hatten die beiden Luftschisfer die Absicht, in Rußland zu landen und sie hatten vorher geäußert, im Falle der Notwendigkeit einer Landung jenseits der Grenze, jedenfalls sich zu bemühen, in Oesterreich niederzugehen. Durch starken Wind wurde der Ballon südostwärts getrieben. Gestern früh traf eine von Herrn Meßter ausgeworfene Karte an seine Familienmitglieder in Berlin ein, in der es heißt, der Ballon fliege in der Mchtung aus Breslau zu und man hosfe, in Oesterreich glatt zu landen. Im Laufe des gestrigen Vormittags langte ein Telegramm an, dem zufolge die beiden Luftschiffer früh 1 Uhr bei Sosnowice gelandet seien und die Rückkreise wegen Formalitäten in der Zolladserttgung sich wahrscheinlich verzögern werde. Die beiden Lustschifser werden im Laufe des heutigen Tages znrück- erroartet
Zur Umgestaltung öes Dermefiungsroefeits
schreibt man uns: .
Nach einer Veröffentlichung in Nr. 158 des Mainzer Anzeigers beabsichtigt bav Großh. Ministerium der Finanzen, Abt. für Steuerwesen, die Großh. KreiSgeometer den Finanzämtern zu unterstellen. Da voraussichtlich diese Absicht in Geometerkreisen nicht stillschweigend hingenommen werden dürfte, |o wird eine kleine Aufklärung wohl am Platze sein.
Die am 1. August 1902 errichteten Kreisvermefiungsamter, deren Vorstände die Kreisgeometer sind, sollen sich durch die für ihre Arbeiten zu vereinnahmenden Gebühren selbst erhalten. Bis jetzt haben sie dieser Erwartung noch immer entsprochen; sie haben ni der Zeit vom 1 August 1902 bis zum 31. März b . Js. dem Staat einen Reinertrag von ca. 52 000 Mk. erbracht. Das Nechnungsiabr 1905 schloß sogar mit einem Ueberschuß von 31 000 Mark ab. In diesem Jahr setzte nun eine Agitation der Privatgeometer gegen die Tätigkeit der KreisvermessungSämter etn, infolge deren manche Arbeiten, die eigentlich von den Kreisgeometern auszuführen mären, den Privatgeometern freigrgeben wurden. Da aber auch die von den Kreisvermessungsämtern au5iu» führenden Offizialarbeiten sich vermehrten, die Gehälter der Kreisgeometer und der Gehilfen sich steigerten, ging der Ueberschuß natürlich zurück, so daß er im abgelaufenen Jahr nur noch etwa 7500 Mk. betrug. Immerhin ist dies ein Beweis, daß bte KreiSgeometer ihren Posten vollständig ausgefüllt haben, und daß rein Grund vorliegt, an der beioährten Institution zu rütteln. Namentlich liegt fein Grund vor, die Kreisgeometer unter Nichtfachmänner zu stellen. „ . o .
Im Januar 1908 hat sich bte Zweite Kammer der Landstände m sehr eingehenden Verhandlungen mit den Kreisvermessungsämtern beschäftigt und am Schluß der Debatte e i n - stimmig beschlossen, an deni Institut der KreiSgeometer lestzu- halten. Der Antrag des Abg. Dr. Heidenreich, nur „vorläufig an dem Jnstttut festzuhalten, wurde gegen zwei stimmen abgelehnt. Die weitere Frage: „Will die Kammer nach dem Antrag des Ausschusses sich dahin aussprechen, daß bte Organisation der Initiative der Regierung zu überlassen ist, aber dabei den Wunsch zum Ausdruck bringen, daß das Institut nur einem einzigen Ministerium für die Zukunft unterstellt lvird, — wurde mit allen Stimmen bejaht .
Wenn also die Regierung letzt beabiichttgen sollte, bte Kreis- geometer unter die Finanzämter zu stellen, so mürbe sie sich in offenbaren Widerspruch mit den Beschlüssen des Landwgs stellen. Die Kammer will die Kreisgeometer nur unter etn Ministerium gestellt haben. Wenn auch nominell die Kreisgeometer jetzt unter dem Ministerium des Innern stehen, so übt tatsächlich das Großh Ministerium der Finanzen, Abt. für Steuer wesen, bie Aufsicht über sie aus. Wenn nun einmal der Ansang mit dem Reorganisieren gemacht werden soll, so sollte dies gründlich besorgt werden. Das Richtigste wäre es bann, wenn das ganze Bermessungs- wesen unter das Ministerium des Innern, und zwar unter die Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe gestellt würde, der jetzt auch schon die Feldbereinigungsgeometer unterstellt sind. Die Forderung, daß das ganze Vermessungsivesen unter diese Abteilung gestellt werden soll, ist von Abg. Haas schon in den 80er Jcchren gestellt worden. Die Unterstellung des gesamten Ber- messungswesens unter das : inifterium des Innern ist aber letzt umso dringender, als nach dem neuen Feldberetnigungsgeietz bie bereinigten Teile einer Gemarkung nicht mehr neu vermeßen werden, sondern die Ergebnisse der Feldbereinigung ins Scatafter üb.^nommen werden. Wenn daher das Matafteramt dem Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, angegliedert wird, so ist ein gediegenes Zusammenarbeiten des Feldbereinigungsgeometers und Slataiterdeometers gewährleistet, und wir erhalten von den neu bereinigten Gemarkungen Kataster, bie doch nach einheitlichen Gesichtspunkten aui- geftellt sind, wenn auch die Arbeiten von zwei verschiedenen Geometern ausgeführt werden. Die Unterteilung des graniten Vermessungswesens unter das Ministerium des Innern nt aber letzt auch unb.'denklich zulässig, da ja die Grundsteuer als Staatssteuer abgeschafft ist und nach dem neuen Gemeindeabgabengefetz auch als Gemeindesteuer verschwinden wird. Hiermit ist der Hauptgrund für die Unterstellung des Bermessungswesens unter das Finanzministerium gefallen. . . v .
Eine andere Frage wäre die, ob die Regierung nicht doch der Verstaatlichung des gesamten Vermessungswesens, wie dies schon lange in Bayern geschehen ist, näher treten sollte. Könnte die Regierung sich hierzu entschließen, so würde der Staatskasse eine schöne Einnahmequelle erschlossen, wie z. B. der oben erwähnte Abschluß der KreisvermessungSämter im Jahre 1905 betpeift. Die Zweite Kammer würde wohl von ihrem früheren Beschluß, von der Verstaatlichung des gesamten Bermessungswefens afyu* sehen, Abstand nehmen, wenn sie sieht, daß für den L-taat eine neue Einnahmequelle entsteht, was doch bei den gesteigerten An- . sprächen an die Staatskasse nur mit Freuden zu begrüßen wäre. Es sind auch Anzeigen dafür vorhanden, daß die Privatgeometer jetzt einer Verstaatlichung nicht mehr so ablehnend gegenüberstehen i wie früher. Wenn auch in den letzten Jahren der Zugang an Geometern 1. Klasse sich in sehr mäßigen Grenzen bewegt, lo ist
Me Statistik der deutschen Arbeitgeberverbände. - ------------
- A W Künstler als Meifterfälscher.
Wenn der Kölner Cürren-Altar und die Madonna mit der il w P -’ifmbtitte wirklich, wie jetzt behauptet wird, Arbeiten aus dem *rrmtg des neunzehnten Jahrhunderts fern sollten, dann mußte fafts der Künstter, der diese so hoch berühmten Werke ge
em ganz hervorragender Meister ftm. Nun^hat es M-wdings zu arten Zeiten der Kunstgeschichte geniale Menschen , vielbewunderte Werke der Vergangenheit täuschend ahn- h z« bbieren, wobei sie zumeist keine betrügerischen Ablichten en, sondern nur ihre eigene hohe Vollkommenheit des Könnens reckst» Lickst setzen wollten. Häufig haben erst fr ater Sandler " kt* Kopien zu betrügerischen Zwecken ausgenutzt. Beispiele für tloe „Künstlerfälschungen" finden sich vielfach in einem inhaltt- iichen Buch „Gefälschte Kunstwerke" von Stephcm Beissel auf- itzfichnet, das soeben im Verlag von Herder in Freiburg t. -ör. rl6cenen ist. Aus dem Album berichtet Plinms von einem ti^efebenen Künstler Zenodorus, der zwei von dem berühmten tLlamis geschaffene ziselierte Becher fr geschickt nachbildete, oatz ran gar keinen Unterschied vom Original bemerkte, und der oich frust seine Kunst durch täuschende Mchahmung im und ■ ftn erwies. Berühmt ist die Nachbildung des Raffaelschen Porttäts Papst Leo X. durch Andrea del Sarto, das dem Original so Mig gleich war, daß sogar Giulio Romano, der Mit Ranael 'ifrmmen an dem Papstbilde gearbeitet hatte, getäuscht wurde, nt] Michelangelo hat als junger Mensch in kühner ilcachahmung :ire Kräfte mit Werken der vergötterten Antike gemeßen. Er nerpelte in Florenz einen Liebesgott aus Marmor, der rn Rom ls alte griechische Arbeit an den Kardinal Giorgio verkauft wurde. sCriter bildete er aus Marmor eine Ceres, brach ihr den Arm ä> und sorgte dafür, daß sie gefunden wurde. Die Archäofrgen rEärten die Statue für ein Werk des Praxiteles, bis ihnen N ichelangelo nach längerer Zeit den von ihm gefertigten Arm wechte, der genau in die Bruchstelle hineinpaßte. Bellttrntlich Xd Hebbel diese Erzählung des Safari in einem tiefsinnigen Drama > vtno
yeS für das Denlsckie Reich veiöffenllichk eine Statistik der ^eNgeberoerbände in Deutschland. Es ist der erste Versuch auf uriein Gebiete, und manche Lücken, manche Irrtümer in den Zahlen flen mit imteilaufen fein. Immerhin sind über insgesamt 'Ul Organisaliotien aller Art nähere Eingaben zusammengelrnqen Trben, und so eröffnet sich ein leidlicher Ausblick auf em bislang ; nfeie5 Feld. Ter.erste, Eindruck, den man dabei empfängt, ist ,.r einer impoiiierenden Wucht. In den 127 selbständigen Organi- ; onen, nämlich den 46 Reichsverbänden, denen wieder 22 wettere -ck>sverbände, 212 Bezirksunterveibände und 1442 Ortsvereme ! Chören, ferner den 38 selbständigen Landes- oder Bezirls- , banden, zu denen sich 16 Unterbezirksoerbände und 80 Orls- »eine gesellen, und endlich ben 43 selbständigen Orteveremen m ) rund 1600U0 Arbeitgeber, die zusammen loeit über 37, Millionen ■'eiter beschäitigen, zujamnieiigeschlossen, während die Gesamtheit □ in verschiedenen Konkurrenzorganisationen zusammengeschloffeneii -jeiicr sich nur auf 27, fUhlhonen beläuft. Dabei umfassen jene ifem der selbständigen Arbeitgeberorganisationen keineSivegs alle, - m)ern höchstens zwei Drittel aller überhaupt bekannten Arbeil- /Leroerbänbe. Denn neben den bereits berücksichtigten Anschluß- Unlerverbänden gibt es noch an nicht berücksichtigten Anlchlun- Unteruerbänben etwa 125 Landes- und Bezirksverbände lind 'f2" .‘Crtsvereme, ganz abgesehen von den gemischten Organisationen. H :a(I man eine Gesamtschätzung der deutschen Arbeitgeberverbände ■ iitnacben, so wird man unter Vermeidung von Doppelzählungen M 2 Ohr I Ober- und Anschlußverbänden insgesamt etwa 2300 rechnen । Eien, die etwa 180 000 Arbeitgeber mit über 4 Millionen Ar- tglicbem sreundliMiM > iem umfassen. - Die Ergebnlffe der Statistik der Arbeitgeber- lmah[nnrhnnh,n : cbänbe im einzelnen lassen, meint die ,Soz. Praxis", die über- 6 9 tjanotn. - ;iqent>( Entwickelung des zentralen Sammelpirnltes, den der
7 tthv im 6 nem deutscher Arbeitgeberverbände' bildet, hell hervortreten.


