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Nr. 135
Grossh. Polizeiamt. Reinhart
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Börse, 12. Juui, 1.15 Uhr.
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12. Juni. Anfangskurae. Harpener Bergwerk . . Laurahütte . , .
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striepapiere, von denen Zellstoff Waldhof 5 Proz., Steaua Romana ö1/? Proz., Bergmann Elektrizität 6 Proz. und '21bler» werke Kleyer 8 Proz. verloren, während Stalfcr Brauerei 8 Proz., Höchster Farbwerke 10 Proz., Aluminium Neuhausen und Manneb- mann-Röhrenwerke je 11 Proz. gewannen. Heimische wie fremde Fonds neigten zur Schwäche. Privatdiskont 215;16 Proz.
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Aktienx
Bochum Guss .... Buderus E. W. . . .
Tendenz: ruhig.
Berliner
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Dortmunder-Union 0. .
Dresdner Bank . . .
Tendenz: fest
Esch Weiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk Hamburg - Amerik. Pakebf. Harpener Bergwerk . . . Laurahütte ...... Nordd Lloyd.....
Oberschles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. , . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . , Deutsch-Asiat. Bank , . Diskonto-Kommaudit . , Dresdner Bank . . . Kreditaktien.....
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Eisenbahn . . . . Gotthard bahn . . . . . Lombard. Eisenbahn. . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince - Henri-Eisenbahn .
Frankfurter 8*/,e/0 Reichsauleihe, . .
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straffe 7. Expedition und Verlag: e=gs? 5L Redaktiom^sK 112. Tel.-Adr^AnzeigerGießen.
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3'/,°/» Hessen . . . • , 3l/j°l0 Oberhessen . . . 4°/0 Oesterr. Goldrente. . 4l/6°/6 Oesterr. Silberrente. 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I . 3°/0 Portugiesen „ III . 4’/,°/o russ. Staatsanl. 1905 47,°/o Japan. Staatsanleihe 4°/0 Conv.Türken von 1903 Türkenlose.....
4°/0 Griech. Monopol-Anl. . 4°/0 äussere Argentinier . 3% Mexikaner . ,
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sichern, baß die Stimmung in Industrie und Handwerk ebenso entschieden einem allgemeinen Streik zuneigt, wie in den Kreisen der Aerzte. Tie ehrenamtlichen Organe der Berufsgenossenschaften waren und sind bemüht, im Geiste der sozialen Botschaft des ersten Kaisers zu wirken; sie wollen leisten, was ihnen an sozialen Verpflichtungen vorgeschrieben ist, und sie tun schon jetzt weit mehr. Aber sie wider» streben mit allem Nachdrucke den Tendenzen des Entwurfes, der die soziale Versicherung bureaukratisieren und die ehrenamtlichen Organe an die Wand drücken will. Sie sind entschlossen, ebenfalls zu streiken, wenn die Regierung auf dem Entwürfe behalt. Die Regierung wird zwar auch hier sagen, diese Drohung sei sehr scharf und greife die Oeffentlichkeit an einer verwundbaren Stelle an. Aber weshalb hat die Regierung die Tinge erst so weit getrieben? Weshalb will sie auf dem Entwürfe bestehen? Es steht unbestreitbar fest, daß, mit Ausnahme der Regierung und einiger Theoretiker, kein Mensch von der neuen Versicherungs-Ordnung etwas wissen will. Will der Bundesrat einer vorgefaßten Meinung zu Liebe Millionen von Interessenten zwingen, sich einem unbrauchbaren Gesetzentwürfe zu unterwerfen?
Auch hier kommen wir wieder zu der einzig richtigen Folgerung: Die Regierung ziehe den Entwurf zurück. Sie vergibt sich damit ja nichts. Wir sind alle Menschen und dem Irrtum Unterworfen. Wahrhaft groß handelt derjenige, welcher einen Jrrturn eingesteht.
Die Vpposition gegen die NeichzoerstcherungsordnMg.
Man schreibt uns: Die Bewegung gegen die neue Reichs- Versicherungs-Ordnung nimmt einen solchen Umfang und eine solche Stärke an, daß man an ihr nicht mehr vorübergehen kann. Was muß das aber auch für ein Gesetzentwurf sein, wenn ein Stand von der sozialen und humanen Stellung, wie derjenige der Aerzte, öffentlich droht, er werde eventuell jede Tätigkeit bei Krankenkassen einstellen, wenn die Bestimmungen über den ärztlichen Dienst bei den Krankenkassen in der jetzt vorliegenden ober in einer gleichbedeutenden Form Gesetzeskraft erlangen sollten!
In einem offiziösen Artikel wendet sich die Regierung gegen diese Drohung der organisierten Aerzte. Sie tut erstaunt, daß die vereinigten Aerzte Deutschlands sich die neue Versicherungs-'Ordnung nicht aufdrängen lassen wollen. Reichstag und Bundesrat, so heißt es in dem offiziösen sollen gezwungen werden, sich dem Willen einer Aerzte-K^reinigung zu beugen. Dazu möchten wir bc- merken, daß sich vorläufig der Bundesrat noch in der ersten "esmig mit dem Entwürfe zu beschäftigen hat. Es liegt also noch kein Plenarbeschluß des Bundesrats vor. Der Reichstag gar hat sich mit dem Entwürfe überhaupt noch nicht beschäftigt. Die Regierung ihrerseits hat aber den Entwurf veröffentlicht, um die Stimmen der Kritik zu hören. Jetzt, wo der Entwurf von einer so zuständigen Vereinigung, wie den Aerzten, in der abfälligsten Weise beurteilt wird, tut die Regierung beleidigt. Nach unserer Ansicht sollte die Regierung nicht beleidigt tun, sondern die einzig richtige Konsequenz Hiehen und den Entwurf in den Akten begraben. Wir glauben, daß diese Folgerung umso berechtigter wäre, als der Entwurf ja eigentlich nirgends Freunde gefunden hat. Wohin man blicken mag, überall ist der Entwurf der neuen ReichsHLersicherungs-Ordnung auf entschiedene Ablehnung gestoßen.
Das Handwerk ist kreuzunglücklich über den Entwurf. Denn er lädt dem Mittelstände neue unerträgliche Lasten auf, obendrein in einer Zeit, wo auch das Handwert von der wirtschaftlichen Krisis schwer mitgenommen worden ist. Das Handwerk verurteilt auch die Einschränkung der Selbstverwaltung, welche der Entwurf gegenüber den Trägern der sozialen Versicherung vornehmen will. Das Handwerk Protest iert gegen die Schaffung neuer Behörden-Or- ganisationen, wie sie durch die Rerchs-fVersicherungs-Ord- nung vorgesehen wird. Denn mit der Errichtung dieser neuen Aemter und Oberämter wird der ganze Geschäftsgang in der sozialen Versicherung verschleppt und kompliziert.
Schulter an Schulter mit dem Handwerk kämpft in dieser Frage aber die gesamte Industrie. Es ist selten vorgekommen, daß Industrie mid Handwerk mit solcher Einmütigkeit, wie es jetzt geschehen ist, einen neuen Gesetzentwurf ab gelehnt haben. Wir erinnern nur an die imposante Kundgebung auf dem Verbandstage der deutschen Berufsgenofsen- schaften. Die Berufsgenossenschaften haben die Verfiche- rungs»-Ordnung einer gründlichen sachlichen Prüfung unterzogen, aber sie sind, bei Anerkennung einzelner Vorschläge, doch im ganzen zu einer Ablehnung des Entwurfes gelaugt. Es geht eine tiefe Beunruhigung und allgemeine Besorgnis durch die Berufs^Äenossenschaften. Auch die Industrie ist überzeugt, daß der Entwurf ihr schwere Lasten ausbürden werde, Die umso weniger zu tragen sein würden, als ja die gesamte Industrie unter der jetzigen Krisis schwer leidet, und die Aussichten auf eine durchgreifende Besserung noch in weiter Ferne stehen. Man fürchtet, daß die Geschäftsführung der sozialen Versicherung völlig in die Hände der Bureautratie gelangen und daß die Selbstverwaltung der Berufsgenossenschaften vernichtet werden wird. Dabei ist von der Regierung und dem Reichs-Versicherungsamte selbst wiederholt anerkannt worden, daß sich die Berufsgenossenschaften durchaus bewährt und ihre Aufgabe in unbedingt .gerechter Weise erfüllt haben. Das allerbeste aber ist, daß die Versicherten selbst von der geplanten neuen Ordnung der Dinge gar keinen Vorteil haben werden.
Tie Streife der Regierung werden schon durch den letzten außerordentlichen Verbandslag der Berufsgenossenschaften einigermaßen unterrichtet worden sein über die Stimmung in Industrie und Handloerk. Aber nach unserer genauen Kenntnis der Verhältnisse und Personen können wir ver-
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unbr geistig frisch sich entwickeln sehen wollen, w neben tsic ihm Dr. Hoinmel's iÄnS?6!!: Aaf,cn 21C iid) iedoch feine der __________________vielen Nachahmungen ansreden!______ (]y
Der Dichter des Struwwelpeter
hat vor 100 Jahren, am 13. Juni 1809, das Licht der Welt erblickt. Als Dichter und Zeichner kann er mit keinem Geringeren als mit dem unsterblichen Wilhelm Busch 'verglichen werden.
Auch Dr. Heinrich Hoffmaim-Domler — dies ist der wenig bekanMe Name des Dichters des Wellbuches „Struwwelpeter" — machte die Verse selber zu seinen Zeichnungen wie Busch. In launiger Weise hat, wie wir dem ..Türmer" entnehmen, er selbst in der Gartenlaube (Jahrg. 1871, M. 46, und Jahrg. 1893, Nr. 1) erzählt, wie er auf den Struwwelpeter gekommen ist.
„Es war im Jahre 1844, das Weihnachtsfest nahte; ich hatte damals zwei Kinder, einen Sohn von dreieinhalb Jahren and ein Töchterchen von ein paar Tagen. 9hm suchte ich für lenen ein Bilderbuch, wie es für einen solchen kleinen Weltbürger sich schicken Mochte; aber alles, was ich da zu sehen bekam, sagte mir wenig zu. Endlich kam ich heim und brachte ein heft mit, welches ich meiner Frau mit den Worten überreichte: „Hier habe ich, was wir brauchen." Verwundert öffnete sie die Blätter und sagte: „Das ist ja ein leeres Schreibheft!", vorauf sie die Antwort erhielt: „Jawohl, aber da will ich dem jungen schon selbst ein Bilderbuch Herstellen!" Tas Kind lernt äusach nur durch das Auge, und nur das, was es sieht, begreift :s. 9Jlit moralischen Vorschriften zumal weiß es gar nichts an- ;ufangen. Die Mahnung: Sei reinlich! sei vorsichtig mit dem Feuerzeug und laß es liegen! sei folgsam: — das alles sind leere tßortc für das Kind. Aber das Abbild des Schmutzfinken, der nennenden Kleider — das Anschaun allein erklärt sich selbst mb belehrt."
Und nun erzählt Hoffmann, wie er in seinen freien Stunden ichne viel Vorbereitung ans Werk ging, welche Mühe ihm die -Lrsindung der Motive, das Kolorieren usw. machte, wie Er- 'Irbnisse — er war Arzt — der Phantasie nachhalfen, wie er selbst mch dem Leben unartige Kinder gezeichnet habe. Auf das letzte 81att setzte er dann den gewaltigen Struwwelpeter, der jetzt übrigens das erste Blatt „ziert". Das Originalexemplar kam Üann auf den Weihnachtstisch, bald aber wurden seitens anderer •yamüien Wünsche laut, daß das Buch gedruckt würde. Die An-
Börsen-Wochenbericht.
= Frankfurt a. M., 11. Juni.
Die gleichen Einflüsse, die schon in der Vorwoche den Verkehr beherrschten, machten sich auch in der abgelaufenen Woche wieder geltend und bewirkten nicht nur große Lustlosigkeit im Geschäft, sondern auch ein Nachlassen der Kurse aus den meisten Gebieten. In der Hauptsache bildet noch immer die Ungewißheit über die Gestaltung der Steuersragen das hindernde Moment, aber auch neue Geldmarktssorgen, politische Erörterungen und wenig erfreuliche Nachrichten aus dem Wirtschaftsleben trugen diesmal dazu bei, Verstimmung hervorzurufen und das Geschäft zu lähmen. Bezüglich der Steuerpläne zweifelt man zwar nicht daran, daß die Regierung nichts unterlassen wird, um auf anderen Wegen die zur Durchführung der absolut notwendigen Reichssinanzresorm ersorderlichen Mittel zu erlangen, als sie die ofterwähnten konservativ-klerikalen Steueroorschläge in Aussicht nehmen, der Lösung der schwierigen Fragen bringt man indessen nur wenig Vertrauen entgegen, da sie voraussichtlich weder die Regierungen, noch die politischen Parteien, noch die verschiedenen Schichten bX? Bevölkerung befriedigen dürste. Den politischen Graulereien, wie sie aus Anlaß der bevorstehenden Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren, sowie nach den Auslassungen des englischen Staatssekretärs über die 9?otroenbigfeit weiterer englischer Flottenrüstungen entstanden sind, schenkte man an der Börse nur geringe Beachtung, immerhin waren die Erörterungen nicht dazu angetan, die Stimmung zu heben. Eine gewisse Zurückhaltung verursachten auch die Geldverhältnisse, die eine Diskontermahigung der Reichsbank vorerst als ausgeschlossen erscheinen lassen, wenngleich der Status der letzteren in der ersten Jumwoche eine wesentliche Kräftigung erfahren hat. In Newyork und London hat sich der Geldmarkt bereits versteift und auch bei uns dürste der nahe bevorstehende Halbjahreswechsel wieder größeren Geldbedarf zeitigen, zumal auch die deutsche Landwirtschaft mit ernte) or gen belastet ist. Soweit sich bis jetzt beurteilen läßt, muß mau fast überall mit schwächeren Ernteresultaten als im Vorjahre rechnen. Ein ungünstiger Ernteausfall ist aber naturgemäß auch ein Nachteil für die gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse und da diese ohnehin noch vieles zu juün’djcn übrig lassen, wird man begreiflich finden, wenn Spekulation und Publikum sich große Zurückhaltung aufcrlcgen. ”n Pe? Auslandsmärkten hat sich nadj vorangegangener Haussestrmmung neuerdings ebenfalls» eine Ernüchterung eingestellt, auch Londoner Goldminenwerte vermochten ihre Aufwärtsbeivegung nicht fortzusetzen. Trugen alle diese Momente schon dazu bei, auch bei uns abschwächend zu wirken, so waren die ungünstigen Be- nchte über die Kohlen» und E i s e n m a r k 11 a g e und darüber hinaus die Darstellung aus den anderen heimischen Industrien erst recht dazu angetan, die Verstimmung zu nähren und zu vermehren. Größeres Angebot zeigte sich denn auch namentlich am M o nta n m a r 11 e, woselbst Laurahütte 5 Proz., andere Werte 2—4 Proz. verloren. Kaliwerte lagen gedrückt aus die Meldungen über die innerhalb des Kalisyndikals ausgebrochenen Zwistigkeiten. Etwas bessere Haltung zeigten Bankaktien auf das JnterMe, das sich für einzelne führende Werte geltend machte. Von Bahnen verloren Lübeck-Büchener und Süddeutsche Eisenbahn ic 4 Proz., während Lombarden auf den gewonnenen Steuer» Prozeß sich befestigten. Amerikaner waren gleichfalls gefragt und hoher, nchifsahrts w erte nicht einheitlich, ebenso Indu -
gelegenljeit wurde in dem literarischen Verein < in Frankfurt a. M ), der den selstamen Namen „Die Bäder des. Ganges" führte, be- sprocheu, und bald übernahm ein Verlag die Herstellung des Kuches, das m einer Erstauflage von 1500 Exemplaren hinaus in bte WAt ging. Nach etwa vier Wochen war die Auflage vergriffen. Der Absatz wuck)s bann von Jahr zu .Jahr und betrug nach fünfzig Jahren 30 000 Exemplare jährlich.
Sn ähnlicher Weise entstanden die übrigen Kinderbilderbücher Hoffmanns: „König Nußknacker und der arme Reinhold", „Prinz Grünewald und Perlefein mit ihrem lieben Eselein" und „Bastian der Faulpelz": sie ftnd jedoch nicht so beliebt geworden wie der „Ltruwwelpeter". Auch sie sind ganz dem kindlichen Seelen- und Phantafteleben angepaßl, die Bilder sind voll märchenhafter gemütvoller Poesie, voll Humor: sie wirken in der holzschnitt- artigen Manier geradezu stilvoll. Der Stil der Zeit — der fünfziger Jahre des verflossenen Jahrhunderts — spricht leise a^ä ihnen und mutet uns altfränkisch und doch vertraut an, aber auch ein zeitloser Stil offenbart sich eindringlich in ihnen, der achte, volkstümliche Stil des Kinderbuches, der wie alle wahrhafte Poesie auf das Volkslied, auf volkstümliche Vorstellungen und Anschauungen zurückgeht.
Geboren ist Heinrich Hoffmann, unter Hinzufügung des Namens seiner Frau Hoffmann-Donner genannt, am 13. Juni 1809 in Frankfurt a. M., in Heidelberg, Halle und Paris hat er Medizin studiert, dann wurde er Lehrer der Anatomie am Senckenbergschen Stift in Frankfurt und war 1851—1889 dirigierender Arzt an der städtischen Irrenanstalt daselbst, deren Bau er veranlaßt hatte. Er starb am 20. September 1894. Auf medizinischem Gebiete veröffentlichte er „Beobachtungen und Erfahrungen über Seelenstörung und Epilepsie". Auch veröffentlichte er lyrische Gedichte (1842), in zweiter, vermehrter Auflage unter dem Titel „Auf heitern Pfaden" 1873 erschienen; er schrieb ferner unter dem Pseudonym Polykarpus Gastfenger eine satirische Badeschrift: „Der Badeort Sallloch" (1861), dann das „Breviarium der Ehe", 1853) „Humoristische Studien" (1847) und „Das Allerseelenbüchlem Eme humorstttsche Friedhofsantholoaie" >1858-. Wie man sieht, find auch alle diese Schriften unb Dichtungen auf einen heiteren Grundton gesiimmt.
Die nach- A p-« ij | 0 sind am Sonntag, 13. Juni, nur von stehenden4* v 1 u l ü 12 Uhr mittags bis 12 Ihr nachts für dringende Fälle sicher anzutreffen: (D'%
Br. Mueller, Liebigetr. 47. — Dr. Stuhl, Seltersweg 79 a.
Sonntag<L 13. Juni von nachmittags li/o nonnihol/A
4 Uhr bis 9 Uhr abdnds nur geöffnet: 1 eHKällcipOinüKü Giessen, den 12. Juni 1909.
Märkte.
Gieße», 12. Juni. 9)<arftbcricf)f. Aus heutigem Wochen« maifte kostete: Butler vr. Psd. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 7—8 Pfg^ Käse pr. St. 6—8 Pf., Käsematte 2 St. 5—6 Pfg., Erbsen p. Psd. 00—00 Psg., Linsen v. Psd. 00— 00 Pfg., Tauber pr. Pr. 0,80—1,00 2?lf„ Hühner pr. St. 1,00—1,60 Alk., vähne pr. Stück 0,80—1,80 SM., Gänse vr. Psd. 60—70 Pf., Enten vr. Stuck 1,80 bis 2,20 Alk., Ochsensleisch vr. Psd. 76—84 Pig., Kuh« und Rindfleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch vr. Pfund 70—90 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psd. 94 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—80 Pfg., pannnelfleisch vr. Pid. 60—84 Pfg. Kartoffeln pr. lOORg. 7.00—7.50 Alk., Zwiebeln per Psd. 0,15—0,00 Pik., Piilch per Iriter 20 Pfg., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Aepsel per Ztr. 0—00 Mk., Birnen per Ztr. 00—00 Mk. Nüsse 100 Stück 00—00 Pfg-, per Ztr. 0—00 Mk. Kirschen per Psd. 0.30 Pfg. Atarktzeit von 7—1 Nhr.
Spielplan der Uurhaur-Theaterr 8ad Nauheim.
Direktion: Hermann Slemgoetter.
Sonntag den 13. Juni: „Alt - Heidelberg/ Montag beit 14. Juni: .Die Dollarprinzessin." Allttwoch den 16. Juni: ,yt(eiit- Dorrit.* Freitag den 18. Juni: „Die lustige Witwe." Samstag den 19, Juni: ,Der Lustlentnant/
Auszug a. d. Stanöesamtsregiftern der Stadt Eietzen.
Aufgebote.
Juni. 4. Dr. Karl Hahii, Oberlehrer in Bensheim, mit Elisabeth Winckler in Gießen. 4. Wilhelm Janisch, Knecht, mit Maria Burkhardt, beide in Gießen. 7. Herinamr Friedrich Teuster, Metzgernreister in Wetzlar-Niedergirmes, mit Luise Möhl in Gießen. 8. Henry Köitke, Architekt in Steglitz, mit eclnia Buch in Gießen. 9. Richard Schnbecker, Zimniertnann, mit Ida Bocher, beide in Gießen. 10. Alex Karnbach, Polizeikommisjarials - Aspirant, mit Karoline Dörr, beide in Gießen.
Eheschließungen.
Juni. 5. Heitirich Tecg, ^u|ialUueur, mit Anna Diehl, beide in Gießen.
Geborene.
Mai. 31. Dem ftäbt. Kehrmart Johann Louis Adler eine Tochter, Alma Maria. Juni. 1. Dem Heizer Karl Alartin eme Tochter. 2. Dem Bäcker Emil Bree ein Sohn, Friedrich Julius Hirgo. 3. Denr Fabrikarbeiter Heinrich Großer eine Tochter. 3. Dem Bilchdruckerei-Faktor Friedrich Heger ein Sohn, Wichelm., 3. Dem HilsSheizer Karl Sauer eine Tochter, Hedwig. 3. Dem Taglöhner Joseph Schumann ein Sohn. 3. Tein Taglöhner August Schauinbiirg eine Tochter, Emma. 4. Ter Witwe des Taglöhners Konrad Will ein ehelicher Sohn, Heriiiann. 8. Dem Bergmann .perniaim Hetzger ein Sohn, Martin Albert.
Gestorbene.
Jimi. 4. Robert Christ, 3 Tage alt, Walltorstraße 77. 6. Karoline Oberinann, 72 Jahre alt, sicher Straße 74. 6. Marie Becker, geb. Jungk, 36 Jahre alt, Löivengasse 9. 8. Karl Hölscher, 11 Jahre all, Bahnhofstraße 29. 9. Wilhelmine Egly, geb. Jslerlmg, 66 Jahre alt, Landgras Philrpp>Platz 5. 10. Anna Margarete Sack, geb. Kreiling, 60 Jahre alt, Lindengasse 18.
Verantwortlich i. B.: für Gerichtssaal E. Anderson, für Stadt und Land: Karl Neurath.
Zweites Blatt 15N.Jahrgang Samstag 12. Juni 1909
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