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13.9.1909 Erstes Blatt
 
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Der eieBeier Sujet«« aschernl täglich, außer ksmrtagS. - Beringen: viermal wochenftich ßietzenerZamilienblätter, >rotimalroöcf)eiitLKreis: dl<M für den Ureir Sietzen (Diensmg unDFreitaq); neeimdl monatl. Land- ^rtschastlicheSeitfragen zerusprech-Anschlüsse: sür die Redaktioir 112, Verlag u. Expedition öl Adresse für Depeschen:

«vzeiger Gieße».

Annahme von Anzeigen Iüt die TageSnunimer bis vormittags 9 Uhr.

Erstes Blatt

ISS. Jahrgang

Montag 13. September 1909

_ __ _ _ _ _ Bezugspreis.

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H Hf Ab Verantwortlich für den

Iw polrtkfchen Teil: August

General-AMger fSr Oberheflen ZW

Notationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinbruderei H. Lauge. Kedattion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. ^nzeigenie,l?'H." Beck.

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Die heutige Nummer umfafet 10 Seiten.

Wollen (Sucre Ävniglime Lodert ÄUergnäbigft mir in meinem '?camen unb in dem der Kaiserin unseren

Tank aussprechen zu dürfen, für den so fruinDliftx'n Empiang, dcu Euere Kfti'gäche Hoheit uns bereitet haben und für die lrode ' rd Tarrr-' Br-eih-rung, hi; uns aus allen Schickt n des Badener Volkes entgegengebracht worden ist. Tie sreudeslrahlendeir Gc sichrer, Die wir heute gesehekl haben, haben uns gezeigt, wie lebendig und wie warm her Patriotismus den fihrjen Dee Baden w ist. Mein heutiger Trinkfvruch gilt dem 14. yrmccfoci-:- nn o feinem hohen Landes Herrn. <$dj kann ihn i edech nicht aus sprechen, ohne einen Rückblick zu tun. Es lind gerade 3 0 Jahre, das; ich die Freude und Ehre batte, als qa* jwmcr Mann das erste Zlaiserrnanöver hier mitzuerleben. Lier in dem- seiden Räume und auf demselben Paralwvlatzc ivaren d:e ehrsurcht aebietenbe Erscheinung des ersten deutschen Kaisers, ferner Pala Dine seines heldenhaften Lohnes, meines l>ohen Vaters, und vreler mibercr versammelt. Mit der Zeit ist einer nach dem andern dieser groben Gewalten dahingegangen und zuletzt die ehrmrchr- gebictenbe Ecschtiuung deines Vaters, der, so lange er lebte, Die Standarte des Reiches hochhielt und den Geist pflanzte, der nou> l^ente im 14. Armeekorps lebt. Doch dieser Rückblick soll Dem heutigen Tage fernen Abbruch tun. Ich wollte mit ihm nur einen leichten Flor der Erinnerung um den ganzen Siuhm und das herrliche Bild des heutigen Tages schlingerr. Sv geziemt cs auch dem Soldaten, und ihm ist die Tradition die Haupftactie. -x)u' kann nur von Herzen meinen Glückwunsch 'wiederholen zu der prachtvollen Leerschau, die ich Ijcnte über die Badener Landes i in Der habe aboalten dürfen. Tas Korps i ft ou t u n d ser tig . ent ivürdigcs Glied in der Reihe der Armeekorps des Deuhmen Heeres, die bereit stehen für die Ehre und Sicherheit des Baiei landes und für den Frieden desselben, wenn es notig nt, cut^ zutreten, Die ihre Wassenrüstung tragen, niemand zu .uebc und niemand zu Leide. Daß der Geist und die Gesinnung, tne iid) am heutigen Tage in den jungen Ariegern, wre in Den alten Mitstreitern unserer Väter gezeigt haben, in alle Ewigkeit Dem Korps und Dem Lande: erhalten bleibt, darauf leere ich mein Glas Seine tömglidie Hoheit der Großherzog und Ihre königliche Hohert Die Großherzogin und das 14. Armeekorps Hurra, Hurra, Hurra.

Tie Ernennung de? Großherzogs von Baden zürn Eeneralfeldmarschall.

Karlsruhe, 11. Sept. Ter K a i s e r richtete an den Großherzog von Baden folgendes .Handschrei­ben:Ich benutze den heutigen Tag der Parade, an welchem ich die badischen Truppen in so vortrefflicher Ver­fassung gefunden habe, um Ew. Königlichen Hoheit einen erneuten Beweis meiner besonderen Wertschätzung und herz­lichen Zuneigung zu geben, indem ich Ew. Königlichen Hoheit hiermit denRang ein cs G en e ralseldma r s ch al ls verleihe. Es ist mir. eine besondere Freude. Ew. König­liche Hoheit hiervon in Kenntnis zu setzen."

Abends 9 Uhr führten sämtliche Musikkapellen und Spielleute des 14. Armeekorps den großen Zapfenstreich auf der Partwiese im Großherzoglichen Schioßganen aus Ter Großherzog mit Gemohlin und mit seinen allerhöchsten Gästen wohnten der Vorführung bet. Die Stadt ist glänzend

Karlsruhes sein zu wollen. ,, , _ , , ... .

i Unter den Hochrufen der Bürgerschaft setzte sich dann | ter Einzug bis zum Residenzschloß fort, wo berjffaqer den : Vorbeimarsch der Fahnenkompaanie und der Standarten-

Eskadron abnahm und wo eine Ehrenkornpagnie, zusammen-

' gesetzt aus sämtlichen Infanterietruppenterlen des 14^Armee- 3ori)6, die Honneurs erwies. Der Kaiser nahm Wohnung Kn großherzoglichen Residenzschloß. Um 1 Uhr fand für lämtliche hier weilenden fürstlichen Familien Fruhltuä^-- tafel beim Prinzenxund der Prinzessin Max von Baden ftett.

Eine Rede des Großherzogs von Baden.

Karlsruhe 11 Sept. Abends fand im Restdenz- -schloßbeim Großherzvg und der Großherzogin Galatafel statt Dabei hielt Der Großherzog..svlgende Rede

IEuere kaiserliche und königliche Maftsdat und die i>Naie tat der Kaiserin zugleich im Namen Der Großherzogin heutz hier at meinem Hause und in meinem Lande MftS ehrerbietigste und

I loönnftc begrüßen zu Dürfen, ist mir eine ganz twonberc err.uD..

I Ist b"'1) in bedeutungsvoller Tag, an bem Euere MateNat.

I Urinpn hie Heerschau hielten über Da» 14. r m . I t o r p .. I Ser durch Die Schule der Armee hat gehen dürfeu, weist, was

I «« forrher für ein Korps beDeutet, weitz. Daß alle bis 5um

SSi Z Möchte -s

I diese Anerkennung auch in Den komm.nd-.n^^^rmanopertag in gleichem Maße zu eirmgLll N^iestat^i ^ulende vo alten Kriegern Durch Das Hoastte erfreut urö geehrt-

I von ihnen trugen noch Ehienzclck.n, die fte ruhens v

I 'Kaiser Wilhelm Des Großen mid meines toterenmt ©oft ru^iD .

Vaters haben auf Dem Schlachtselde erwer^n dürfen wom tüt die Einheit und Wieder en- ichtung fr?» derselbe Geist Die heutige E^eraiion, die

steht, beseelen, wie Di? braven alten ' <r. c t1$)cr

I seid beim Einzug in Die Residenz. _ '--if.ri-'n

I ungezählte Tausende Eueren Maiestaten ^ic5 ast es

als'Zeichen Der unbegrenzten Liebe und r ba'f i

I 1X11 Den heutigen Tag für mein -and zu cuj ? h . ? ? * nationalen Festtag geftaltet. ra;r alle

I Zuversicht und festeste in -3 c r . r g u t. n 1 .v . sie ! auf Euere Majestät und wissen, Dali ? mürdiaen Wir . Sorge für Die Krieasbereitschast unseres H/ercs würdigem «vr verehren in Euerer Majestät Das L oerhaupt ^'^.üä^Mraft unb

, sthm Reiches, möge Die Vorsehung Euerer McheMtuno | Gesundheit auf lange ungezählte Äahre zur Erfüll T, <

Ausgaben bewahren, Das ist unser allerm-'t diesem Sinne erhebe ich mein Glas unb Jitte Du - *vu|-;

mir einzustimmen in Den aus dem tiefsten Ver,eas hurra 7'

Zhre Atajestäten Der Kaiser und Die Sau er in hurra, h < )

Die Antwort des Kaisers.

Karlsruhe, 11. Sept. ' Ter Kaiser erwiderte auf Dit.

Rede Des Großherzogs:

Die Kai|ertage in Karlsruhe.

Karlsruhe, 11. Sept. Bald nach 12 Uhr hielt der taifer mit dem Großherzog an der Spitze der Fahnen und Standarten des 14. Armeekorps seinen Einzug in Karls- -mhe, umjubelt von den Tausenden, die die Etnzugsstraßen umsäumten. Vereine und Schulen hatten Spalier gebildet. {Die Glocken der Kirchen läuteten. Nebst dem Kaiser und dem ^roßherzog ritten ein: der Kronprinz, Prinz Oskar und Prinz Max von Baden. Vor dem Rathause hatte die Stadt­verwaltung Aufstellung genommen.

Oberbüraermeister Siegrist hielt eine Ansprache «in den Kar s er, in der er u. a. sagte:

Unser jubelnder Willkommgruß gilt immer vor allem dem erhabenen Oberhaupte Des geeinten deutschen Vaterlandes. Er gilt eher heute im besonderen Dem obersten Kriegsherrn, der in untere Südwestmark gekommen ist, um hier sein verantwortungsvolles gmt der Fürsorge für Die Einheit unb Schlagfertigkeit des beut Wen Heeres zu walten. Dankerfüllten Herzeiis erinnern wir uns Heute Daran, Daß bas Deutsche Heer unter bem tieggetronten «rften Deutschen Kaiser Dem Deutschen VaterlanDe die lang er- i'hiue Einheit unb Größe errang, Daß es uns seitdem vor jeDent Ingrift behütet und sich immer aufs neue als Die festeste Stütze M Völkersriebens bewährt hat. Die kostbaren Fruchte des legen- vollen Friebens genießt auch unsere Stadt Karlsruhe in reicncm Maße Mächtig konnte sie sich dehnen und kräftigen und endlich den langembehrten Anteil an Der nutzbringenden Arbeit Des Rbeinftroms im Dienste Des Völkerverkehrs geraumen liniere cufnditigen Herzen zollen daher Eurer Majestät auch heute trieberum heißen Dank Dafür, Daß Sie DeutlchlanDs Wehr und Waffen zu Wasser und zu Lande allezeit stark und scharf, erhalten, picht um kriegerische Eroberungen, sondern um der friedlichen GntroicHung unseres Vaterlandes willen.

Tie Erwiderung des Kaisers.

Der Kaiser erwiderte auf des Oberbürgermeisters Ansprache mit folgenden Worten:

Zch spreche Ihnen meinen herzlichsten Dank aus für Die ßeundlicheii Worte des Willkoimnens, die Sie mir namens der ürgerschast von Karlsruhe soeben entgegengebracht haben

I bin schon so oft hier in Karlsruhe eingekehrt, datz ich bet Ihnen fein Fremder mehr bin. Ich habe mit Ihnen zusammen freudige und schmerzliche Tage verlebt. Der heutige Tag galt, raie Sie ermähnt haben, Der Probe eines Teiles umerer Wehrkraft. Wir l Deutschen sind ein w a s f e n f r e u D i g e s Volk und tragen unsere Ausrüstung leicht unb gern, weil wir ranien, I baß sie uns den Frieden bewahrt und erhält, in Dem allein f unsere Arbeit geDeihen kann. Die Heerschau, von der ich weben komme, zeigte mir Die waffenfähigen -Löhne aus Dem ~anöe I SkiDen, Die unter ihrem erlauchten Lanbesherrn meine vollste | Zufriedenheit gefunden haben. Solange es Kriege gibt, I bildet unser Heer den rocher de broncc, auf den sich der #neben gründet Um ihn uns zu erhalten unb uns die Stellung in Der Welt zu raahreii, die uns zukommt, dazu Dient unser Heer; dazu I bienen auch bw Tage Der Anstrengung, Die Ihnen Augcmutet | tnerben Daß Sie feine Probe int §alle Der Not nut Gottes ftilfc und unter Gottes Schutz gut bestehen werden, davon bin ich überzeug. Ich bitte Sie, Herr Cberbürgermeiften der Dol­metsch meines und Ihrer Majestät Der .Kagerm xanfeö für fcen herrlichen und herzlichen Empfang fettens der Burgerfchaft

Ter Parseval III schwebte oben in der Luft und kreiste über dem großen Ausstellungsgebiet und den angrenzenden Stadttetlen umher. Jedenfalls wollte er seinen Passagie-ren das Vergnügen machen, seinen großen, starren Rivalen in den Lüften zu begrüßen. Aber das ewige Kreisen wurde i!-,m schließlich über und er schickte sich an zur Landung. In kleineren Spiralen senkte er sich langsam. Als er in einer Höhe von etwa 30 bis 40 Metern über dem Korb­platz schwebte, warf er zwei Knäuel Leine aus, an der die unten harrende Bedienungsmannschaft den Ballon tferuntei- zog. Um ein Auf stoßen der Gondel auf alle Fälle zu ver­meiden, wurde im letzten Augenblick durch Abgabe von Wasserballast wieder ein verstärkter Auftrieb veranlaßt. Tie Landung verlief tadellos glatt. Ter mit gelbem Stoff überzogene etwa neunzig Meter ,ange Ballon ist ebenfalls nicht starr. Die kor^rutiion ist ähnlich wie bei dem beschriebenen Clouthballon, nur fehlen oic seitlichen Holzleisten und das vordere Ende i|t noch stumpfer. An der Bauchseite des Ballons geht von der Mitte aus je ein dicker Schlauch nach vorn und nach hinten. Cw steht mit dem Motor in Verbindung und beliebig kann dadurch in die vordere oder hintere Mteilung des Ballons Luft gepumpt und das eine Ende gehoben oder gesenkt werden. Die Propeller sind nicht steif, sie hängen in der Ruhe schlaff herunter. Nach wenigen Minuten war der Ballon in seiner Halle verschwunden.

Es war inzwischen bekannt aeworden, daß Z. III nicht vor 9 Uhr kommen würde, also blieb noch Zeit genug zur weiteren Orientierung. Auf der Westseite des Korbplatzes befinden sich vier Ballonhallen, daran schließen sich Kafs.e-, Tee- und Bierhallen, Musikpavillons und bergt. Am Ende ist das große Fest- oder Ausstellungsgebäudc, in dem auch Turn- und Musikfest abgehalten wurden und wo jetzt die Ausstellung von Flugapparaten, Modellen, Geraten unter­gebracht ist, sowie Verwaltung, Post usw. Ueberall war ein fürchterliches Gedränge, namentlich die 6 Telephon­aten und das Telegraphenamt waren so belagert, daß wir bei: Versuch, bort anznkommen, halb aufgaben und es vorzogen, mit der kleinen Ausstellungsbahn nach der großerr Tribüne auf bem Flugplätze zu fahren. Mit Beginn ber Dunkelheit erstrahlten bie Gebäude rings um den Korbptatz in elektrischem Licht. Die Konturen vom Theater, von den Kiosken unb Hallen waren burch Glühlämpchen hervor­gehoben. Der Flugplatz mit ber Tribüne und ber Zcppci.n- halle bavor unb mit den Schuppen sür bie Flugapparate lag dagegen ganz im Dunkel. Die Leute tarnen wieder in Scharen herbei, die Tribüne bevölkerte sich und daneben bildete sich eine lebendige Mauer. Es kamen Automobile, Droschken, Fahrräder, Truvps von Ilamannschasten, Sol­daten, berittene Schutzleute. Der Platz vor der Schisss- halle wurde durch Bogenlampen erhellt, Scheinwerfer be­leuchteten die Tribüne, andere schickten ihre Strahlen in die Dunkelheit nadi Süden und Westen, um Z. III beim Herannahen den Landungsplatz zu bezeichnen. Aber Z. III kam nicht. Eine Dame hielt einen -stern fast eine Stunde lang für das herannahende Luflichtff, trotzdem er seinen Platz iftcht veränderte, nicht größer wurde und das Schiss aus' einer anderen Richtung kommen mußte. Ab unb zu übte |id) die Menge un 5)urrarusen. Endlich gegen 1/210 Uhr

illuminiert.

Karlsruhe, 12. Sept. Ter Kats er und die Kat 1 e r t n besuchten heute vormittag Die großherzogliche Grabkapelle Um 1 Uhr fand im Palms des Prinzen Pkar von Baden M:uhstucks- tafel statt, an der das Kari'eepaar, Das baDftche GroßyerzogSpaar und Die übrigen anraesenDen Fürstlichkeiten teilnahmen. ^snj -auic des Nachmittags stattete Das .Kaiserpaar Dem preutzifchen GewnDten von EisenDechec einen Besuchs ab ..nD nahm Dort ^n Tee em. Um 6 Uhr abends sand nn ödMt -yurjten unD Mar,challtaftl staft Hieraus rcar Vorstellung im Grotzheczoglichen Hoftheatcr. Um 9 Uhr 45 Minuten reiste Die Kaiserin ,rn sonDerzuge nach Station Wildpark ab. Ter Kronprinz hatte bereits gestern abend die Stadt verlassen.

Noch ein Generalfeldmarschall.

Berlin, 13. Sept. Tie NIorgenblätter melden aus Berlin: Erbprinz B er nhardvon Sachs en -Weimar wurde zum General-Feldmarschall ernannt. *

Groß-Meseritsch, 11. Sept. Nach Schluß ber Manöver ereignete sich gestern nacht bei bem 6. Dragoner- Regiment ein schweres Unglück. Tas Regiment näch­tigte im Freien Gegen Mitternacht traten bie >schetnwerser ber feindlichen Partei in Tätigkeit. Tie Pferde von vier Eskadrons dieses Regiments wurden durch bas grelle Ltcht unruhig, rissen sich los unb stürmten über Die s ch l a f e n b e 11 S 0 l d a t e n weg. Einem Zugführer wurde der Brustkasten und die Rippen eingedruckt, 19 Soldaten wurden schwer verwundet. Mehr als drei Viertel der dürft- gegangenen Pferde erlitten Verletzungen. Um 7 Uhr mor­gens fehlten noch gegen 60 Pferde.

Großmeseri tsch, 11 «Pt. xrx Wano Der un fall beim 6. Tragonerrcgimcnt wird, wie folgt, richtig gestellt: Heute nackt rissen ,ick aus inrbeimnuer Unaax gegen 100 Lftrde Des n Der Nähe Der Stadt biwakierenden 6. Dragonerregiments lo_> unb galovo erten davon Einige Mann von der Bedienungs- mannickast wurden vorletzt. Von Den ausgeiprengten PierDcn uurdon Die meinen wieder ctngesangcn. Aiiderslautcnde Geruch..' sinD unbcgrünDet. ___

Der Besuch öes" 3cppe!in III in $rantfurt.

Gießen, 13. Sept.

-Tie Meldung, daß das jüngste und größte, kürzlich in Berlin beiuvette Luftschiff des Grasen Zeppelin am Samstag nachmittag gegen 5 Uhr zu längerem Aufenthalt in Frankfurt eintreffen sollte, versetzte nicht nur die ^rank- furter in Aufregung, sondern löste auch bei vielen ?tus- wärtiqen Den Wunsch aus, das stolze Luftschiff und ferne Lenker bei der Ankunft sehen und begrüßen zu können, ^m Berufe des Vormittags kamen auf unserer Ervebition und Redaktion viele persönliche und telephonische Anfragen, ob 1 ul abgefahren sei und wie die letzten telegraphischen Meldungen lauteten. Tn wir nach den vorliegenden Aach- rrckften günstige Aussagen geben konnten, entschlossen |iai oiele -zur Fahrt. Ter Entschluß wird manchen Leuten am Samstag leichter als mitten in der Woche, da ]ie besser abkömmlich sind. Auch wir entschlossen uns dazu, teils aus berechtigter Wißbegierde, teils um den vielen 2ejern, Die nicht nach Frankfurt konnten, wenigstens nach dem Augenschein zu berichten. Ter Zug 2.17 Uhr g ng besetzt von Gießen ab und schon auf den nach,ren i-sta-

qeüanen,! tionen wurwen etwaige Lücken reichlich ausgcsullt, so datz innigsten I in Naul)eim und Friedberg Wagen angehängt nxri en mußten, um die stürmende Menschenmasje iruszunebmen. Natürlich bedeutete das eine verspätete Ankunft in Frank­furt, und wir mußten mit ber Möglichkeit rechnen, bas; 3. III vor uns auf bem Flugfelbe ankam. Aber rm Vorbei- fahren am Ausstelluiigsgelände sahen wir rrngs heriim Die :lachen Rätter vollgepfropft von Menschen. Also Z. 11 war noch nicht ba. Wir suchten uns bei Der Ankunft in Frankfurt schnell ein Zimmer zu sichern, jeboch vergeblich, alle Hotels in ber Nähe bes Bahnhofs waren besetzt. Tas muhten wir also vorläufig aufgeben und strebten nut bem Menschenstrom zurIla". Aber so sehr wir unsere Augen ansirengten, es war nichts vom Zeppelinschiff zu sehen, ieiu .Hauch. Von ben Umstehenben konnte auch mentanb Auskunft geben. Ein Leser berFranks. Ztg." beschivert sich in bieser mit Recht barüber, baß bie Ausstellungs- Leitung ihre vielen Tausende von Besuchern nicht auf ge­eignete Weise über bie Fahrtergebnisse unterrichtet. An Der Anschlagsäule ftanb nur: Ankunft bes Z. III frühestens ... An bem baneben befinblichen Tempelchen berFranks. Ztg mußte man versuchen, bas Fehlenbe zu erfahren. Ta war denn auch zu lesen, daß bas Luftschiff in ber Gegend von Mannheim burch einen Tefekt Verzögerung erlitten habe. Tie verschiebensten Gerüchte liefen um. Iebensalls hielten wir es für ratsam, uns durch ben Wohnungsnachweis erst ein Nachtquartier zu besorgen. Wir können jebem raten, der in biefer Zeit in Frankfurt übernachten will unb noch icinc Wohnung hat, gleich bei ber Ankunft auf bem Hau Pi­tz ahn Hof bem Bahnsteig 8 gegenüber in ber Wohirnngs- nachweisestelle für Unterkunft zu sorgen.

Tie Menschenmenge war teilweise vom Fluggelande ' urückgewandert ober mit bem Ausstellungsbähnchen ge­fahren nach bem Juxplatz, Ausstellungsgebäude unb Korb- play. Hier mar auch Augenweibe genug. Ter kleine lent- bare Clouthballon würbe aus seiner Halle gezogen unb einige Male aus bem Korbplatz hin unb her geführt. Ein Anssneg wollte ihm an biqem Tage nicht gelingen, angeblich wegen schlechter Füllung. Wir tonnten uns aber am Sonntag von der eleganten Fahrt unb leichten Beweglichkeit bicies Keinen Luftkreuzers überzeugen. Ter nicht starre, etwa 50 Meter lange Ballon sieht wie eine Wurst aus, bereu vorderes Enbe abgerundet ist unb bereu hinteres Ende spitz ausläuft. Als einzige Verfteisung des Ballons Dienen seitlich zwei Reihen von Holzleisten. Unter dem l inkeren Teil befindet sich Das seitliche L-teuer Dcrtunl, während Das horizontale .Höhensteuer vorne angebracht in. Tie längliche Gondel ist am Ballon mit Trähten, also starr, befestigt. Tie hölzernen Propeller befinden sich seitlich über der Gondel.