Nr. 117, Cbertt Dl ehmed A l i dem Leibg.-Jnf.-Regt. <1. Großh. Hess.) Nr. 115 und Ofaettt. ISmail Hakki dem Garde-Dcag.-Regt. (1. Großh. Hess.) 9k. 23. — In Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit dem 14. Oktober 1909 mit Pension zur Drsp. gestellt wurde: Ritter und Edler v. No gift er, EskadronSches im Gatde-Drag.-Regt. (1. Großh. Hess.) Nr. 23.
** Die Hessische LandeS-Hypothekenbank gibt bekannt, baß sie in Aenderung der bisher gültig gewesenen Dariehentzbedingungen den Satz der Geldbeschaffuugs- k o st e u - Vergütung mit Wirkung für die vom 14. Oktober ab bei ihr eingehenden Anträge auf Gewährung von Hypothek- und Kommunal-Darlehen bis auf weiteres auf */4 Proz. festgesetzt hat.
•* Prinzessin Elisabeth-Gedächtnis spende. Bei der diesjährigen Verteilung der Zinsen der Prinzessin Elifabeth-GedächtniSspendc haben die Kleinkinder- schulen von Armsheim, Assenheim, Burkhardsfelden,' Essenheim, Gießen, HergerShausen, Kostheim, Wald-Michelbach und Weisenau Zuwendungen von je 150 bis 400 Mark erhalten. Im ganzen sind 2400 Mark zur Verteilung gekommen.
— Lrhrerpersonalien. Ueberiragen wurde dem SchulamtSafpiranten Peter Mauer auS Dromersheim die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ludwigshöhe; dem Schulamtsaspiranten Stad Petter aus Mainz eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sponsheini, Str. Bingen. — Erledigt sind: Eine Lehrerstellc mit Organisten-, Lektor- unb Kantorbienst an der Gemeindeschule zu Nieber- Moos; eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Steinbach i. O.
•• Die spezielle Prüfung 2. Kategorie im Finanzfach wird im nächsten Jahre am 14. Februar vorgenommen. Zulassungsgesuche sind längstens bis zum 20. Dezember 1909 unter Beobachtung der gesetzlichen Stempelvorschriften bei dem Großh. Ministerium der Finanzen, Abteilung für Steuerwesen, einzuceichen, und dabei ist der Nachweis zu erbringen, daß der sich der Prüfung Unter» ziehende am 14. Febr. 1910 das 20. Lebensjahr zurückgelegt hat. Die Erfordernisse zur Prüfung, die immer nur in Zwischenräumen von mehreren Jahren abgehalten wird, sind für die Interessenten bei dem Sekretariat des Finanzministeriums, Abteilung für Steuerwesen, zu erfahren.
"* Po st besör der ungs-Gelegen Herten in Gießen nach dem Winter-Fahrplan 1909/10. Folgende Züge werden zur Postbcförberuug benutzt. (Es bedeuten: • Beförderung von Sendungen jeder Art, O nur Beförderung von Briefen, •• nur Beförderung von Paketen, Beförderung von Briefen in geschlossenen Beuteln, () Benutzung nur an Werktagen; alle nicht mit -J- und ®O bezeichneten Züge fuhren Bahnposten mit Briefkasten).
a) Richtung nach Frankfurt (Main): 2*2®, 5J.Ü, 52D, 6508‘°a, 10*®, 1G-N®, 12»+, 12"«, 2««, 555«, o^ee, 7^G, 8^e, 9i?®, 921®.
b) Richtung nach Kassel:
12=70, lirGG, ibi®, 4j>®, 8'«®, (10"®), 125®, IM®, 3-®®
31 -®, 55®, 81®, 91 □, 1110.
c) Richtung nach Köln:
414-, 6*7®, 8"O, (1239®,, (3264-), 61®, IO!-h
d) Richtung nach Koblenz:
41®, 51®, 8"®, J2"®, (5*4-), 5564-, 91»®.
e) Richlung nach Fulda:
51®, 8i< + , (125®), (2i64-), (3"4-), (5M4-), 920®, f) Richtung nach Gelnhausen: 51®, 8184-, (123*®), 54®, (8514-).
g) Richtung nach L 0 l l a r — G r u n b e r g: 5”®, (23).
h) Richtung nach R 0 dbei in (Bieber): (5^®), 10-o®, 115®, 62*®, Werktags, 80®, Sonntags.
i) Ländposten:
1. nach Wies eck—A l t e n B u s e ck: 6*5®’), (830-f-), (32»®), (612+) .2. , Krofdorf: 7’5®*), (550®).
3. w Steinberg — Gr n ningen : (8*5®).
4. „ Lützellinden: 755®'), (420®,,
*) Sonntags Botenpost.
Beim Postamt 1 treten die Schlußzeiten im allgemeinen ein: für gewöhnliche Brieisendungen 10—20 Dii,tuten, für Emschreib- briefc 25—30 Minuten, für Wertbriefe und Pakete 30—60 Minuten vor Abgang der Züge.
Die Stadlbrieikasten werden Werktags geleert zwischen 512 und 6*5 V., 810 und 920 V., 1010 und 11’0 P., 1115 und 1230 Mitt., 2*5 und 3-16 91., 510 und 620 9t., 630 und 80 91., 920 und 1030 9t.
Sonntags zwischen 522 u. 650 (J3., 10so und 1135 P., 70.—920 N.; genaueres ergeben die Leerungslafeln an den Briefkasten.
Die eingefammelten Briete gelangen mit der nächsten Beför- berungSgekegenhelt zur 2lbfendung.
Vom Postamt 2 (Schnlstraste) gehen Werktags Versande nach dem Postamt 1 und dem Bahnhof ab: 9*5 V.'), 1115 V., 1260 91., 155 91.*), 2*5 9k.'-, 415 9t., 522 91*), 555 9t., 622 91., 750 9;., 3*6 9^. au Sonn- und Feiertagen 9" D., 12*5 9t., 1*5 9t.
*) Nur Briefpost.
Die Schlußzeiten treten ein st'ir gewöhnliche Briefe 5 Minuten, für Einschreibbriefe 15 Slim, für Wertbriefe und Pakete 30—40 Min. vor Abgang der Versande.
** A r b e i t e r - A u 10 c r b u n g s ü r B r a s i l i c n Von her Madeira Mamor6-Rcülwan-Eompanst tvird im oberen A ma z v n a s g e b i e t eine Eisenbahn gebaut, für die der Vertreter der Gesellschaft, W. Inergens,'iu Deutschland eine größere Anzahl Arbeiter angeworben hat. Mit einem Transporte von etwa 300 Leuten befindet er selbst sich bc rette auf der Reise nach Brasilien: sein Vertreter in Deutsch land ist der Ingenieur fix (Vioefte in Soest (Wests.), Wall-- burgerste a sie 35. Ein zweiter Transport von angeblich 850 Arbeitern sollte am 7. September d. I. von Siamburq abgehen. Weitere Anwerbungen sind in Aussicht genommen. — tSor einer Ausreise deutscher Arbeiter itariy dein Bahn bau gebiete nnlß dringend getvarnt Werben, da daselbst Malaria ertrankungen mit tödlicl>em Verlause zahlreich vorkonimen itnb ratdi die Berpslegnngsverhältnisse inangelhast sind. Auch nach einem Berichte der Zentralauskunftsstelle für Auswanderer ist mit Rücksicht aus die klimatischen Verhältnisse des in Frage konnnenden Gebiets und die mehrfach in die deutsch brasilianische Presse gelangten Klagen über die Behandlung und Verpflegung europäischer Arbeiter bei Bahn bauten in Brasilien von einer Uebersiedelung dorthin fru dem gedachten Zwecke abzuraten. Näheres über die Ber hältnisse bei dem Bahnbau ist nicht bekannt.
— Offenbach, 9. Okt. Gestern wurde hier eine Ortsgruppe dcS HansabundeS gegründet, der in der Stadt und im Kreis Offenbach bis letzt etwa 600 Mitglieder beigetreten sind. — Hier sind zehn Personen an T p p h u s erkrankt: auch in Mühlheim a. M. und Kl ein. Stein» heim sind vereinzelte Tnphus-Erkrankungcu vorgekouunen.
(SericbtsfaoL
M 0 in >. 9. Cft. Ter Redakicur der soziaidemokratischeu Botte zrittrng", etobtverorbuet e r 'Jl delung , han< fid) )vor dem Sctwsfaigericbt wegen Beleidigung des Geichäft-
I mhrrrs dkd Rei chsV^rcha Udes zur Bekämpfung der Srchak- benwfcatie, Di Ixtcao, Ludwig, ;u reranäöorteit. Narb der Reichste gsma bl nt Burgen-ÄT-en batte Adelunq in der ,.Volks ■.ernntq" einen Artikel veröffentlich:, Oer sich gegen den Reicbs'- txrrbanb wegen feiner Stethmgnchnie im Wahlkampfe richtete, und in oern er Tr. Lubwrg persönlich angrirf und beleidigte. Das Schöffengericht verurteilte Adelung zu 25 Mark Geldstrafe und Verosseurlichung des Uctells in sämtlichen hiesigen Zeitungen.
Güstrow, 9. Okt. Unter gewaltigem Andrange des Pnbli tunte fand tor dem hiesigen Schwur ge11 cht die Verhandlung in dem Mordprvzeß gegen die unverehelichte Modistin Auguste Zobel aus Berltti statt, ber zur Last liegt, die Opernsängerin Frida Bart hold vom Stadtlheater zu Rostock ermordet zu haben. Die 2lngeklagte hatte seil 7 -8 Jahren ein Verhältnis nrü dem Bankbeamten Waldemar Stod), das nach ihrer Meinung zur Ehe führen fofltc. Die beiden lebten in Paris itne Mann und Fran zusammen. Als die Zobel erfuhr, daß Mod) amt. noch mrt der Opernsängerin Frida Barthold ein Ver- bälnris habe, kam es $u Streitigkeiten zwischen Koch und ihr. Mod) beruhigte sie aber und versprach ihr, sie heiraten und das Berl-ältnis mit der Bart hold tnngaben zu wollen. Tic Zobel reiste -weimal nach Rostock, um die Barthold zur Aufgabe ihrer Be- -reHungen zu Koch zu bewegen. Beim drittenmal beging sie das Mordattentat auf die 9Zebenbublcrin, indem sie aus einer Browningpistole fünf Schüsse gegen sie abfeuerte. Tie Unglück- luhc, der eine große Zukunft vorausgesagt wurde, war sofort tot. Tie Angeklagte wurde auf dem Bohnl)-ofe verhaftet, als sie nach Berlin abfahren wollte Sie tehauptctc, nicht die Absicht gehabt zu haben, die Barthold zu töten, sie wollte ihr mir die Stimme rauben, damit Koch sie nicht heirate. Freitag nacht ist die Zobel zum Tode verurteilt worden.
LuftschiffahU
Eine leistungsfähige deutsche Flug- maschrne. Ingenieur Grade hat heute nachmittag aus dem Marsfeld am Bcchnl>of Bork den ersten größeren Flug wieder ausgeführt. Er flog 61 L> Runden, etwa 13 Kilometer, und war 11 Minuten 12 Sekunden in der Luft. Das ist die vierfache Entfernung des Lanzpreifes. Da der Berliner Verein für Luftschiffabrt Grades Wunsch, den Lan^preis in Bork bestreiten zu dürfen, nicht Nachkommen Will, sondern den Flugplatz in Johannisthal vargesck>rieben hat. Wird Grade am nächsten Äinntag in Bork vor Unparteiischen den für den Lanzpreis vorgeschriebenen Weg fliegen und nack) Iahannisthal wahrsck>einlich erst dann kommen, wenn er den Weg dahin, 50 Kilometer, durch die Luft zu nehmen Wagen kann.
Der englische Luftschiffer Cody trat am Sams tag morgen 1/28 Uhr den Flug nach London an, mußte aber, nachdem er einen Halbkreis beschrieben hatte, schleunigst niedergehen. Der.Grund war, daß die Maschine sich infolge der -Offenlassung eines Oelhahnes mit Oel an füllte.
Vermischtes.
Epochemachende Erfindung eines Mainzers. Der berühmte amerrkanische Erfinder EÜsou und die Techniker aller Erdtelle haben bisher vergeblich an der Konstruktion eines leichten dllkumulators gearbeitet. Diese Erfindung soll fetzt dem Professor der Musik Kurt Groß in C h r i st i a n i a gelungen sein. Der neue Mluniulawr ist nicht größer als eine Zigarren- tüte und hat ein Gewicht von nur 1,5 Kilogramm, trotzdem besitzt er aber eine Spannung von 60 Volt. Bisher hatten die Aklumulatoren von dieser Stärke ein Gewicht von 50 Kilogramm. Der neue Akkumulator kann mit Gleiclptrom oder Wechselstrom geladen werden. Professor Shirt Groß ist Mainzer.
* Erprobtes Deruhiguugsmittel für nervöse Vorsitzende. Vor nun schon einer langen Reihe von Jahren gab es in Berlin beim dortigen Kriminalgericht einen ganz vorzüglichen Strafkammer und Schwurgerccksts- Vorsitzenden, der nur den einen Fehler hatte, leicht das zu werden, was man mit einem guten deutschen LluSdrucke „kribbelig" nennt. „Kribbelte" es chn, was bei seiner anstrengenden, verantwortungsvollen und mifreibenden Tätig feit in ftrepitu fori erklärtickxw Weise nicht allzu selten vor kam, so wurde er, sonst ein wahres Muster im klugen und ruhigen Beftagon von Zeugen wie Sachverständigen und im Vernehmen von Angeklagten, heftig, aufbrausend und leidenschaftlich und fuhr, mie man zu sagen pflegt, rein aus der S.iaut. Ratürlict) übertrug sich diese Erregung auch auf alle übrigen Beteiligten. Ter Ton im meist überheißen Sitzungssaale wurde mit einem Male lauter und das Tribunal zur Bühne. Und das tat unserem sonst so trefflichen Vorsitzenden nachträglick) immer selber von .Syrien leid und machte ihn oft ganz traurig. Da verfielen — so lesen wir im letzten Hefte der Breslauer Zeitschrift für allgemeine Rechtekunde „Gesetz und Recht" — er und sein ältester Beisitzer auf folgendes diplomatische und bester als Brom und Baldriantropfen wirkende Abkommen: wie der Vorsitzende ansing, „nervös" zu werden, sollte ihm der Beisitzer einen Zettel überreichen mit der Aufschrift „Aergern Sie dock, sich und anbcrc nicht". So spielte sich denn gar manches Mal her dramatische, allen Mchteingeweihten völlig unverständ- lid)C Vorgang ab, daß der eine der Beisitzer mit einer höflichen Verneigung dem Vorsihenden ein Blatt Papier hin gab, das dieser sofort mit dankender Verbeugung zurückreichte, und daß dann regelmäßig unmittelbar hierauf es so war, als wenn hochgehende Meereswogen durch Oel besänftigt wurden. Probütum erat?
* Eine rote Meerkatze aus .Kamerun, ein sog. Hiisaren- affc, wurde dem Zoolog. Garten in Finnksurt a.M. durch Tr. Ekharte Hassel als Gesdienk überwiesen. Frau Regina Simon- Mainz Khcnttc em Seidenästchen, Frau Sanitätsrat Völker- Arheilgen zwei Napolcvnswebcr imö öerr Aug. Perron- Frankfurt vier Scküciereulen. Für das Vogelhaus wurde ein practüvoller Holleuturako ober Helmvogel, von der Goldküstc stammend, aiigekaust, ferner ein mexikanischer BLaura be und eine Schar der zierlick.-en S cb a r l a cb s ch wä n z e, auch Papagei- Amadmen genamit. Auch die S a m m £ u 11 g deutscher Vögel wurde wesentlich vervollständigt. Benierkenswcrte Rcuankäufe für das Affenhaus sind zwei reizende W e i ßn a s e n rn ce r-- katzen verschiedener- Art, die wohl zu den hübschesten und an- spreclteudsten Affen überhaupt gehören, ferner ein zu den neu« weltlichen Kapuzinern gehöriger brauner Rollaffe. Bianco, der nrciße Affe, ist mit einer grünen Meerkatze verniählr.
* Tie teuer ftcn Eisenbahn fahr karten. In der großen VorhaNc des Frankfurter Zentralbahnhofs befindet sich letzt auch ein Schalter, der u. a. die für unsere Augen noch etwas ungewöhnliche Llufsdirist trägt: „Fahrkarten nach China und Japan". Hier kann man die teuersten Fahrkarten erhalten, die bei uns »uryit Überhaupt bestehen So kostet dort ein Fahrsäiein I. Klasse nach Nagasaki 863 Mk. 75, der II. Klasse 590 Mk. 30 und nach Shanghai über Wirballen sogar 926 Mk. 40, w-ohreno sich die Fahrt dorthin über Alezandrowo um etwa Hunden Mark bUllgcr stellt Tagegen kann man nach Wladiwoswk bereils für 721 Mk. 30 beförbert werden und nack) 6 Ixrrbin für 659 Mk. 60. Rückfahrkarten nach Sibirien gibt es selbstverständlich nicht die Fahrgäste, tue dortlnu reisen, haben sie dank der liebevollen Fürsorge des Väterclicns Staat zumeist nicht nötig.
* Eine Bartsteuer Ter Bart wird teurer - zum Glück nicht int allen Europa, aber roainid?cinlid) im ameriraniidMi Staat 9tcn> )?kn'cn. Tort hat ein besonders findiger Abgeordneter l-eim i'arlamcnt eine Bill cingcbradn, die auf Bänc gt toöbnlidxi Tiinension eine Steuer von jährlich 5 Tollar aut erlegt, 30 Tollar aber auf cuum Spitzban ohne 3dmurrbart.
Wer einen Bart tränt, der über 15 Zentimeter fang ist. Ton Wk reben werteren Zentimeter zehn Tollar zahlen. Am icj-ummütt wird die rott Farbe bedacht: ein roter Bart kostet um 10 Vwz mci.7 steuer als icber emspcechende von tmbcrrr Farbe, 'tzie lärherlicde Bill errrmert an ein Bartverbot, das wenigstene- cmen polniscken Hnrtttqrund I/Otte. Unter der öwerreickuären Herr- ichast war in der Lombardei und in Venezren ein Bart ä la Br^ör Emanuel bei schwerer Strafe verboten; es gab damals große Prozesse um des Königs Bart.
* Ein schweizerischer Admiral Die eine crmttu- bictio in adiecto klingt es, wenn man tun einem ichwcizerischc»l Admiral ivricht: dieser lebendige Widerspruch) bot ab?r tavacdlich NMnal cftstiert und zwar zu Ende des 18 Iabr:,underte. T« Schweiz unterhielt nanüi± vom 16. bis 18. Jahrhundert cuie Reihe von Schiften, bie Kriegsflotte genannt wurde; ihre Haupd- tätigfeit bestand darin, auf dem Züridzersee zu kreuzen. In den Kriegswirren, die auf die fransöfudr Revolution folgten, murt* cur Engländer zum „9lbmiral" ernannt, und er sollte wirklich einmal Gelegenheit tinben, seine F-totte gegen den Iemd ni führen. Ties :var .zu Ende September 1799, als die Öfter- reicher und Russen in der Nähe des .3üritbcriec* den unter Massena anrüdenben Franzoien die Schlacht andoten Vom See aus sollte Williams sic beobachten utto eventuell emgrenen. Tazu kam es indessen nicht: un Gegenteil, der Admiral fühlte sich beun Nährrkommen des Feindes so wenig gemütlich, daß er schleunigst seine eigenen Schifte in den Grund boh: - und 'ich selbit gc rausch los nadi seiner cnglu'dvm Sjmrert -m pfähl.
' Zu spät! Am englischen Hofe werden die jungen Prinzen streng angehalten, sich gesitlek zu bcnebirttn und nur zu sprechen, wenn sie gefragt werden. Eines Tages, so erzählt die Zeitschrift NoS LoisirS, saß König Ednard im Kreise seiner Enkelkinder beim Frühstück im Buckingham- Palace. Mitten während der Mahlzeit schreit plötzlich ber kleine Sohn des Prinzen von WaleS: Ach! Großpapa . . / Aber er darf seinen Ausruf nicht vollenden; denn sofort flockt die Unterhaltung der Großen nnd der König veriveist tm' strengen Ton den Enkel seines vorlauten Wesen-: ,Kleine Jungen müssen still fein und zuhören.' Eine leiie Beklemmung liegt in der Lust; das Gespräch mag nicht wieder in seinen ruhigen Fluß kommen; dem König, der ein sehr zärtlicher Großvater ist, tut seine Barschheit leid nnd er fragt nicht, lange danach freundlich den Ucbeltäter: ,9iim, jetzt darfst bu‘ mir sagen, was du eigentlich lüoUtefr.* Mit verlegen«« Miene antwortet der kleine Prinz: „Jetzt ist eS zu spät, Großpapa.- ,Zu spät? Aber wieso denn?- Ta schluchzt der Knabe unter erstickten Tränen: r2lbec in deinem Salat tvar doch eine Raupe, Großpapa, und jetzt ist sic nicht inehr drin.-
* Die Pol l a r d-M e t ho de Zu den ckarakteristij-.1..ii Ersdieittungen des letzttn internationalen Stixngr.lfeß geg n ? n Alkoholismus in_ London gehörte ohne jwciicl ber Richter P 0 llard aite St. Louis Vereinigte Staaten von Amerika, der die Austnerksanikeit der Teilnehmer in hohi'iu Grabe fesselte. Pollarb ist zur Uebcrzengung getemmm, baß Geldstrafen ober einige Tage ^Gcfän^nishaft, bie er über Trinker verhängte, die wegeit ansMiger Trunkenheit ober leichterer Vergeb'", bie sie in diesem Zustande begangen, vor sein (R>riltN gebrad t wurden, vollbommen wertlos seien. Tahcr hat er beschlossen, zu belfern imb zu reformieren, anstatt zu strafen. 3id) an ba:- bessere Ich der Amucklagten ivendend, Hal er die ihnen zugcmesfenc Strafe lusi^endiert, wenn sie vor seinen Augen das V<ispreit',en ber Abuuvcnz für ein Jahr unterschriebim. WäInend dieses Jahres beobachtet sie Pollarb sorgfältig unb er-nrutigt sie, in" gut zu hatten. Wenn sie ihr Versprechen nicht (Milten, wirb bac Urteil, bas über sie verhängt würbe, sofort vollste eckt. Natürlich wirb biese rid)terlid;e Milde nicht mehr geübt, iw es fid) um per härtete Rückfällige l-andelt. Diese Methode fiuiH't beiiic in mehreren omerikanifchen Stählen Anwendung, ebenso in Ev.glaub und dem auftralüctoi Staat Vikwria.
* Ter Einsiedler in ber Baumkrone In dem' anmutigen südlichen Teile des frud'tbareu Ehaniteii-ui Eounli, im Staate Ohio dehnt jid) am Maeck ee Fluß ein anmutiger Land-, streifen, in^ dem forglid) gepflegte Falber mit lauschigen Forstel wechseln In her llmgcgenb nennt mau das Laub , Tie steine Prairic". Hier ist es. Wo ein amerikanischer Künstler, evr Maler D. Orrlli Steinberger fein .Heim 'lufgefchlng,u hol, nnr Wohnstätte, so origimstl unb so eigenartig, 101. mobl raum eine andere. Seit fünf Jahren, so wirb in einem Aufsatz des ,,Wide World Magazine" erzählt, w?hnt Steinberger in ber Marne einer niächtigcn (iid#c, in die er sein Haus gebaut (>at. Sctwn wiv weitem überraschte den Wanderer das Sternenbamier, bas aus dem Gipfel bes B-.iuincs emporragl Sleinbergei litt an Sctnvind« sucht: vor brei Jahren war ber Jullnnh >0 fyfinungöl geworden, daß die Aeczte ihn aufgaben. Tas war oor erci IahreNM Heute findet man in ber Krone der Eiche, einen siäfligen, ■i.uiiibni Mann Steinberger vertraute seinen teantcu Möiter ix 1 Jiaiur an und begann eines Tages jenes nurlwurdige Heim zu zimmern, das seitdem fein Wohnsitz gebiiebm ist. vier ve, bringt er Tage und Nächte, inmitten von Laub unb dem c^ruch friidier Waldcserbe: zum ^Nachtlager bient ihm ein .Hauten vnt .n-trockneten Blättern. Wer Steinberger beiudhrn will — und cs ist nicht fdten, daß alte Freunde den Einfiedler m der Crtdv aufiudx-n — muß mittels einer bereitete heu ben StTrossenleiter den Nad>bar- baum besteigen, von denk aus dann eine fd'wale gd>red>lidx Brücke hinüber führt zu der Wohnung des Malers. Toncben aber gibt es, wie man sagt, noch eine zweite Möglichkeit, Steinberger zu bcfud)cii; ein Mechanismus bietet den Beuichern die Möglich- kett, sich in einer Art Schaukel bequem zu dem fixeren des Baumes emeomnnben lassen. Tiefer vrrmitive t'tfl ist kunslvoll M angelegt, als Steinberger ihn nut Hilfe eines G e wehr s ch u > 1 es automatisch in Bewegung setzt, io wird wenigsten- ocr'idvrt: nur er allein kennt die «leite, wo bie KUgel treuen mun lagt das „Widcl World Magazine", um das Hebel,veil in Bewegung zu setzen, so daß er für Fremde je nach Laune den Litt gehen lasse« kann ober nicht. „So kann ich meine Ruhe aufrecht n alten, rxm keinem Neugierigen gestört zu arbeiten oder >u schlafen." (fr schläft im Freien und rühmt alle Vorzüge feiner V T n -weise „Ter unerklärliche Gerudt von tz'aub unb Rinbe wirken geradezu a!s Hellmttlel." Im Winter trägt er dicke Kleider, denen bir wälle nichts anhaben famr 9lllmorgentlich hißt er in seiner Bau® vllla ^>ic Fahne, die den b'nachoarten Benwhnern der (><g<mb verrät, daß der „Baummensch" gesund unb munter ist !>nn einmal die Fahne nicht crfdvtnt, wird man iosorl Nac irfdiuiiqen beginnen Täglich bringt man ihm fein Esten ;u feinem Bau ne. dort wird cs cnrporgehißt, denn nur selten unb stets nur auf kurze Zeit verläßt Steinberger seine Billa im Wivicl ber Eiche
* Ter Gipfel der Dressur. „Ihr Pudel hat ia cm- cigcntümlidje Gewohnheit. er Harrt mir tns Erficht, io lang: das 9?aiirrcn dauert!" — „Ja, brr muß aufpaffcn, damit, wenn ich Sic schneide, crS Bttst ablc.lt : '
* Tcr Ehemann. „Der Adam hals gut grhabt brm konnte doch von seiner Frau kein anderer Me.nn als Muster hin- gestellt werden!"
* Ter Münchener a l S Etjirker. ..Jetzt wird.- aber fei' i'cho anwl Zett, daß ber Bua aus'm Mankrung irmla lernt! T-ös is ia a Schänd vor die Leut! Is er idto ja st n Jahr alt und sauft 's Bier allweil no aus der Flaschen!" Sunplizisitnuis '
Kleine Daae»ck»ronit.
In der vergangenen 9kackt gegen 3 tthr et plädierte in Riemke bei Bochum in entern Hause, in dem Hodxzcil gefriert wurde, eine 2 n n a m i 1 pa t r 0 n e , bir ein Liebhaber ber iun,K:i Frau am Fenster feflgeflcmnit l-attc. Bier Ixifoncit nmriyn ernstl ich verletzt Die junge Frau ist infolge des Schrcchns ernstlich erkrankt.
Zum Vertreter T-outstblands im Preisgericht für das Welttelegraphendenkmak Hot der jchweizeriichc Bundesrat Professor Brauer in Berlin gewalkt.


