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11.6.1909 Zweites Blatt
 
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Nr. 184

Freitag 11. Juni 1909

Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'sch« UnwersilätS - Buch- und Steinbrucfereu 9t Lange, Gießen.

gelangte er nicht mehr zu Einfluß, obgleich man es an ehrenvoller Behandlung von oben nicht fehlen ließ.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» stkaße 7. Expedition und Verlag: 5L

Redaktion:^zKll2. Tel.-AdruAnzeigerGießen.

Der 50. Todestag Metternichs.

Am II. Juni 1859 starb der geistige Vater der heiligen Allianz fast unbeachtet zu Wien, nachdein er politisch längst ein toter Mann geworden. Fürst Metternich, dessen Stellung schon vor Ausbruch der Wiener Märzrevolution in dem Augenblick unhalt­bar geworden war, als sich die altkonservative Partei mit den Liberalen zu seinem Sturz verband, mußte buchstäblich aus seinem Amte gedrängt werden. Am 13. März 1848, als schon Blut in den Straßen Wiens geflossen war, demissionierte er endlich, als ihm der Kaiser durch Erzherzog Johann, den nachmaligen Reichs- verweser, sagen ließ, .es sei seine Pflicht, nunmehr zurückzulreten'. Inzwischen ivar seine Villa auf dem Rennwege von Volkshausen erstürmt und nur mit Mühe von den Studenten vor völliger Zer­störung bewahrt worden. Am nächsten "Morgen erschienen wiederum drohende Volksmassen vor fetner Wohnung, ko daß er es für geraten hielt, in das Palais des Fürsten Liechtenstein zu flüchten, der ihn bis zum Einbruch der Nacht verborgen hielt. In grotesk-komischer Weise ward die Flucht aus Wien bewerkstelligt. Ein Fiaker brachte ihn und seine Frau über die Jagerzeil vor die Linienwälle und an die nach Olmütz führende Bahn, wo er, um Tätlichkeiten aus dem Wege zu gehen, als Engländer auitral. Auch' im Personenwagen ivagte er nicht zu reisen, sondern ließ seine dicht verhängte Reisekutsche in einen Güterwagen stellen, in dem er wie ein Stück Frachtgut befördert wurde. Nach 17slündiger Fahrt zwang ihn giiälender Diirst, die Tür zu öffnen nm Wasser zu verlangen, wobei er resigniert meinte, .es bleibe schließlieh gleich, ob man vor Diirst ober eines anderen gewaltsamen Todes sterbe." Er wurde aiich wirklich von Mitreisendi n erkannt, aber vom Zugführer diirch sofortige Abfahrt gerettet. Auch in Frank­furt am Main, wohin er über Dresden gelangte, tvnrbe er, als er dem Oberst von Nobili einen Bestich machte, erkannt unb mußte oor der drohenden Volksmenge über einen Zaun in den benach­barten Nothschild'schen Garten flüchten, lieber Holland gelangte er dann nach Richmond bei London, wo er soiort eine umfang­reiche politische Korrespondenz begann und für Kaiser Franz Josef Pläne zur strafferen Zentralisierung der Monarchie lind Nieder- iverfimg der Aufstände entwarf. Tie Sache wurde in England aber ruchbar, die liberalen Blätter protestierten heftig dagegen, daß ihr "and ein Hort der Gegenrevolution werbe, und als die Char- listen Miene machten, ihn gewaltsam zu verjagen, forderte Lord tzalmerston ihn ebenso höflich roie entschieden auf, den britischen Loden zu verlassen. ^Jn Brüffel, wo man Metternich unbehelligt ließ, wartete er den Sieg der Hof- und Militärpartei ab, ging im Bommer 1851 auf seine rheinischen Güter, dann auf seine böh­mischen Besttzungen und kehrte im Herbst desselben Jahres nach Wien zurück, wo die unter dem Druck des Ministeriunls Bach gehende Bevölkerung nichts mehr gegen ibn zu unternehmen wagte. Die Wiener nahmen keine Notiz mehr uen ihm und auch indirekt

damit werden beraten der Antrag der Abteilung Westliche Vororte : Berlins, wonach in den deutschen Schußgebieten die deutsche Sprache

Staats- und Verkehrssprache werden soll und der Antrag der Abteilung Berlin, der dahingeht, daß in den deutschen Schutz­gebieten. der deutschen Sprache der Charakter als Staatssprache ; gewahrt uni) ihr als Verkehrssprache mindestens vor jeder anderen europäischen Sprache der Vorzug gegeben werde und ein Antrag der Abteilung Berlin:Die Hauptversammlung möge folgende

Resolution beschließen: Im Vertrauen darauf, daß die Regierung ' berechtigten Wünschen der Bevölkerung nach Möglichkeit entzegen- 1 kommt, erklärt die Deutsche Kolonialgesellschaft, daß sie die in Deutsch-Südwestafrika eingesührte Selbstverwaltung grundsätzlich als einen geeigneten, den derzeitigen Verhältnissen entsprechenden Antrag betrachtet und fordert die Bevölkerung in Deutsch-Süd- westasrika auf, durch tätige Mitarbeit einen baldigen weiteren Ausbau der Selbstverlvaltung zu ermöglichen."

Nach längerer Debatte wurde schließlich der Antrag Idar und folgender Kompromißantrag des Ausschusses angenommen:Die Deutsche Kolonial-Gesellschaft betrachtet es als erstrebenswertes Ziel ihrer Arbeit, daß in den Schutzgebieten die deutsche Sprache zur Staatssprache wird. Als Forderung für die Gegenwart muß mindestens verlangt werden, daß der deutschen Sprache der Cha­rakter als Staatssprache gewahrt und ihr als Verkehrssprache vor jeher anderen europäischen Sprache der Vorzug gegeben wird."

Darauf beschäftigte sich die Versammlung mit dem Antrag der Abteilung Berlin dahingehend,daß die Deutsche Kolonial­gesellschaft den Staatssekretär des Reichskolonialamts bittet, seine in der Reichstagsrede vom 2. März d. I. ausgesprochene Ab­sicht, die Eingeborenen der Schutzgebiete zum Eide zuzulassen, nicht zu verwirklichen unb es bei dem bisherigen Zustande zu belassen". Nach längerer Debatte wird die Resolution der Abteilung Berlin angenommen.

Es gelangt darauf folgende Resolution zur Annahme:Die Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft beschließt, an den Reichsianzler folgende Entschließung abzusenden: Die Hauptversammlung hält es für schädlich, die Pflanzungen und Er­zeugnisse unserer Kolonien durch Ausfuhrzölle zu belasten, weil dadurch 1. die Rentabilität der Pflanzungen in Frage gestellt und unter Umständen unmöglich gemacht wird, und 2. weil uns da­durch unentbehrliche Erzeugnisse für unsere heimische Industrie in unwirtschaftlicher Weise verteuert werden. Unter feinen Um­ständen dürfen solche Ausfuhrzölle eingesuhrt werden, ohne An­hörung der betreffenden Gouvernementsräte und der heimischen Interessenten und Berufsverrretungen."

Nach unwesentlicher Debatte wird sodann ein Antrag München angenommen, der sich auf die Waldwirtschaft in den Kolonien bezieht und in dem es u. a. heißt:Ehe in den deutschen Kolonien an umfangreichere Waldausnützungen und Waldneuanlagen ge­treten wird, dürfte es sich empfehlen, zuerst eingehender die naturgesetzlichen Grundlagen in den tropischen und subtropischen Waldungen einerseits und in den Steppengebieten andererseits zu untersuchen, um die Mißerfolge zu vermeiden, welche andere 9?ationen in der Lösung des Waldproblems in ihren Kolonien zu verzeichnen haben." Der Antrag schlägt dann vor, durch eine Kommission die entsprechenden Feststellungen machen zu lassen. Sie soll sich auch mit folgender Frage beschäftigen:Welche und wie große Gebiete sollen als narionales Eigentum der deutschen Nation, als Natwnalparkc, von jeder Besiedelung und jeder Aus­nutzung ausgeschlossen werden, um ein unberührtes Bild einer natürlich-typischen Landschaft mit ihrer Flora und Fauna der Nachwelt zu erhalten?" Desgleichen gelangt folgender Antrag der Abteilung Bremen mit geringen redaktionellen Abänderungen jur Annahme:Die Deutsche Kolonialgesellschaft solle an das Reichskolonialamt den Antrag stellen, in Kamerun beim Gouverne­ment schleunigst ein der Bedeutung der Waldwirtschaft entsprechen­des Forstamt einzurichten, welches in der .Hauptsache dem Studium der Kixialültur in den dazu geeigneten Bezirken der Kolonie seine Austnerksamkett zuwende, damit solche als Eingeborenen-Volks- kultur unverzüglich in die Wege geleitet werde." Ohne Debatte wird ferner ein Antrag der Abteilung Westliche Vororte Berlins angenommen,bic Niederlastung eines Rechtsanwalts in Togo da­durch zu ermöglichen, daß einem die nötigen Voraussetzungen er- üUenben Juristen bic Notariatsgeschäfte übertragen werden" ginen Antrag der Abteilung Königsberg i. Pr.,die Deutsche Kolonialgejellschasr möge erneut beim Bundesrat wegen Errich- ttmg von Professuren für sinologische Studien an den deutschen Hochschulen vorstellig werden", befürwortet Oberregierungsrat Jacob t (Königsberg). Bei der wachsenden Bedeutung Ostasiens und der immer starker werdenden Neformbewegung in China er- icbeine nicht nur die Förderung deutscher Studien in China,

Reform der inneren Verwaltung in Preußen.

95or kurzem hatte sich ein Kronrat mit der notwendig 9^^?rd^nen Reform der inneren Verwaltung in Preußen beschäftigt und die Einsetzung einer Jmmediatkommission zur Vorbereitung der Reform beschlossen. Ueber die Bil- ottng dieser Kommission, ihre Zusammensetzung und Tätig- kert veröffentlicht der Staalsanzeiger jetzt einen königlichen GrtoB, twrtn es heißt:Ich Wunsche'die als notwendig erkannte Reform der gesamten inneren Verwaltung in jeder Werse gefordert und beschleunigt zu sehen. Ihn die Einheit- ^chkert dieses die verschiedensten Gebiete der Verwaltung umfassenden Werkes zu wahren, zugleich aber für seine Vor­arbeiten den Rat und die Einsicht sachverständiger, erfahren"r :^?"uer aus weiteren Kreisen zu gewinnen, habe ich be­schlossen, unter dem Vorsitz des Ministers des Innern eine besondere Jmmediatskommission zur Vorbereitung der Ver­waltungsreform einzusetzen. Die Kommission hat in der Richtung des von mir nach der Beratung int Kronrat in feinen Grundzügen gebilligten Reformplanes zu prüfen, welcher Aenderungen der gesetzlichen und Verwaltungsvor­schritten im Sinne einer Vereinfachung und D^entrali'sation es bedürfen wird, um die Geschäftsformen, den Behörden- aufbau, die Verteilung der Verwaltungsgeschäfte auf die Behörden und die Ordnung des Rechtsmittelwesens und der Jnstanzenzüge in der gesamten inneren Verwaltung den Anforderungen der heutigen Entwicklung des öffentlichen Lebens anzupassen. Das Ergebnis ihrer Feststellungen Hal die Kommission mir mit ihren gutachtlichen Vorschlägen zu unterbreiten. Diese Vorschläge werden dann die Grund­lage für die weiteren Verhandlungen im Schoße des Staats^ Ministeriums bilden. Die von mir genehmigte Anweisung für die Kommission folgt anbei zurück. Als Mitglieder will ich nach dem Vorschläge des Staatsministeriums in du Kommission die hierdurch in beiliegendem Verzeichnis ge nannten Personen berufen, worunter ich zugleich den Staats- Minister Grasen zu Eulenburg mit der Stellvertretung des Ministers des Innern im Vorsitz der Kommission betraue Der Minister des Innern hat die Genannten von ihrer Be­rufung in Kenntnis zu setzen und das Weitere wegen des alsbaldigen Zusammentritts der Kommission und der Auf­nahme ihrer Geschäfte zu veranlassen."

, Ein Hirn ml ischer Vagabund. Nur wenige Monate trennen uns noch von dem Augenblick, in dem der be­rühmte Halleysche Shimet nach 75 jähriger Abwesenheit wiederum aus dem Dunkel des Weltalls auf!aueben und die gespannte Auf- merhamkeit aller Astronomen, bald aber auch, nachdem er dem DloBeri iüuge sichtbar geworden, diejenige des großen Publikums auf fich lenken wird. Es läßt sich mit großer Genauigkeit be- .oak dieser Komet, der sich zurzeit schon in dem Raum »Wochen den Bahnen des Mars und des Jupiters befindet, aber noch zu lichtschwach i|t; um im Refraktor gesehen zu werden, lesende der Erdbahn nahe kommen unb im April lyio die Lomiennähe erreichen wird. Zuerst wird ihn, vielleicht schon tm Juli oder August, die Himmelsphotographie entdecken, weil die lichtempfindliche Negativplatte ein viel feineres Wahr­nehmungsvermögen besitzt, als das selbst mit den schärfsten Fern- ^ren beroarmete. menschliche Auge. Wenn die astronomische WiNemchast von Ieiner Beobachtung die wulstigsten Aufschlüsse uver die noch, ungelösten Fragen der Kometenbeschaffenheft er- ftmrtet, interessiert den Laien hauptsächlich seine bisher in 17 Er­scheinungen beobachtete Wiederkehr. Zum ersten Male lenkte er im Jahre 12 vor Christi Geburt die Aufmerksamkeit auf sich (Meicf) anderen Kometen war es sein Los, bei seinem Wiederkommen 'edesmal den Menschen als Unglücksprophet zu gelten. Im Jahre 14ob wurden aus Befehl des Papstes täglich die Mittagsglocken gelautet um die von ihm angeblich angekündigte Türkengefahr abzirwenden, und auch bei feiner nächsten Wiederkehr im Resor- mattonszeitalter erregte er in vielen Teilen Deutschlands pa- nrschen Schrecken. Kepler notierte 1607 zum ersten Male genau feine Bahnelemente und machte es dadurch dem englischen Ästro- nomen Halley, nach hem er seinen Namen hat, moalich, im Jahre 1682 aus der Periodizität der vorerwähnten Erscheinungen seine s,"r bas x$abr 1 - 08 vorauszusagen, was genau eintraf. Auch im Jahre 183a kehrte der Komet, dessen Umlauf um die eoime wegen des Einflußes der drei großen Planeten Jupiter Uranus und Latum Unregelinäßigkeften bis zu 500 Tagen er- leiben kann, pünktlich wieder. Halleys Komet schweift auf fetner Jiene irni die Lonne weit über die Bahn des Neptuns, des fernften b« brsher bekannten großen Planeten, bis zu einem Sonnenadstand von o Milliarden Kilometer, also in eine Gegend hinaus hinter der die moderne Astronomie aus theoretischen ©narben noch zwei bijijer nicht .gWne Planeten vermutet. Während er dort im Schneckentemoo von nur 900 Metern in der Sekunde dahinschleich* steigt ferne Eigengestbwiiioigkelt in Sonn.-miähe auf 54 Kilometer Sekmide. Er wird voraussichtlich an Sternbilde der -Zwillinge sichtbar werden, durch tzie Sternbilder der Zwillinge«

Apolitische Tagesschau.

Die Konferenzen der einzelstaatlichen Finauzminister haben gestern vormittag 11 Uhr im Reichsamt des Innern in Berlin ihren Anfang genommen. Den Vorsitz führt Reichsschatzsekretär Sydow. Als Vertreter des Reichskanz- lers wohnt den Verhandlungen Unterstaatssekretär von Loebell oer. Die Beratungen dauerten vorgestern mit einer dreieinhalbstundigen Mittagspause von 10 Uhr vormittags big 9 Uhr abends. Den Entwürfen des Erbansallgefetzes und der Aenderung des Stempelsteuergefetzes wurde zuge- stimnit, dagegen wurden die Reichswertzuwachssteuer und die Kotrerungssteuer abgelehnt. Ueber die Einzelheiten wird Stillschweigen beobachtet. Die Vorlagen gehen am Montag abend dem Reichstage zu.

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Sie fcattbeUffttnmer und die Beschlüsse der Finauzkommiifion.

Die .Handelskammer zu Berlin und die Aeltesten der >'Mif7nann>chaft zu Berlin richteten in Verbindung mit 18 Handelskammern und anderen kaufmännischen Körper- ick-asten des deutschen Reiches an den Reichstag und den Bundesrat eine längere Eingabe betreffend den Beschluß der ^ftnanzkommission über die Besteuerung der Wert- papiere. wird darin zum Schluß gesagt, daß ein Rück­fall ui die borsenfeindlichen Tendenzen der neunziger Jahre mft unwiederbringlichen Verlusten verbunden sein würde. ?ie Arteten deshalb zuversichtlich von den gesetzgeben­den Ko«pe^ck)aften daß sie den Beschluß der Finanzkom- Mission nicht zum Gesetz werden lassen.

mid des Stiers laufen irn Sternbilde der Fische umkehren unb, oureb den Walfpch wandernd, im Orion verschwinden. O. K.

Sjtr JE böfioj ogie körperlicher Hebungen xei Kamps für und wider den «Port wird zu großem Teil von Lmen gesührst, die mehr von rein sportlichen Regeln als von wissenichaftlichen Gesetzen verstehen. Gleichwohl ist das letzte Wort Wenn -ber Wissenschaft Vorbehalten.

uUcei bie Zuträglichkeit und Zulässigkeit mancher Uebungen durch praktische Erfahrung ein Urteil ge- ^00^^ roerben Fann, das häufig das richtige trifft, so ist doch schließlich die sorgfältige ärztliche Untersuchung die einzige Grund- lage einer wirklich zutrefsenden Behandlung solcher Fragen. Tie England und Amerika beschäftigen sich in den wissen,chaftlichen Verössentlichungen immer wieder mit der an d^- Kor Perubungen. Ein Aussa^ von Lee in der

®cirlce ToQ1>t die Anwendung der Lehren der Physio- ?us körperliche Leistungen zchammen. Zunächst wird iest- f^ellt, daß der men,chliche Organismus fähig ist, gan*, ungeheuer- äu leisten.' Sowoh? Laft chs L Ausdauer werden nur selten voll verausgabt bwftn Fallen erweisen ,ich die erzielten Leistungen als ganz erstaunlich groß. Zur Vermehrung der Fähigkeit zu körperlichen ^E^ugen ist nach physiologischen Grundsätzen dasTraining" von höchstem Wert. Nur muß die Gefahr, dabei über das '-Hel hinauszuichlietzen, forgsältig vermieden werden, denn die vlivi'io' logischen Wirkungen der Hebungen besonders auf Herz und Nieren Zeichen bei übertriebener Durchführung sehr leicht die Grenze ?? ^s Krankhafte beginnt. Em weiteres physiologisches Gesetz lehrt, daß die Hebermudung irgend einer Oraanaruvv? nurh Crgane in MA-id-nsch-ft ii°h?. iKnäfcÄffig Är? nüfi nur ein Zuruckgehen der Muskelleistung sondern auch eine Schwä­chung der geistigen Regsamkeft Zedenialls ift nnrfi hhhf? r km ä&SÄSS.

Grade sind unbedingt zu meiden, da körperliche Hebunaen ÄS Zu starker Uebermüöung fortgesetzt werden rw^ii d e bw

nonnal ift, ist bem anbVÄreito

er eines ernfthnsten Schabens" gewNseA,i3Ucä,u6rcn- W mu6

Eulenburg stellt fich dem Gericht.

Fürst Eulenburg hat, infolge einer Anordnung der Berliner Staatsanwaltschaft die Kur in Gastein abbrechen müssen. Er traf gestern abend mit Gemahlin und seinem Leibdiener in Salzburg ein und machte im Sanatorium ' Schenk Station. Die Unterbringung des Fürsten im Sana­torium erschien geboten, weil Eulenburg durch die Stra­pazen der Reise sehr mitgenommen und er durch die Ordre der Staatsanwaltschaft ziemlich erregt war. Im Sana­torium mußte der Fürst mehrfach ärztliche Hilfe in An- spruch nehmen. Gestern morgen hatte sich sein Besinden gebessert, so daß die Weiterreise unbedenklich erschien. Mittags 1.40 Uhr reiste der Fürst von Salzburg ab. Er will in Prag übernachten und heute nach Berlin weiter reisen. Wie dem Lok.-fAnz. von unterrichteter Seite mit­geteilt wird, scheint die Gerichtsbehörde jetzt gewillt zu sein, unter allen Umständen das seit mehr als Jahresft'ist gegen Eulenburg schwebende Verfahren zur Durchführung und wenn möglich zum Abschluß zu bringen.

Die englischen Geistlichen in Hamburg.

Anläßlich des Gegenbesuches der englischen Geistlichen fand gestern vormittag in der Hauptkirche St. Nicolai zu Hamburg eine kirchliche Feier statt, woran die Vertreter der staatlichen und kirchlichen Behörden, sowie zahlreiches Pu­blikum teilnahmen. Hauptpastor Grimm und Reverend Marshall hielten Ansprachen, worin sie betonten, daß die christliche Kirche beider Länder stets auf gute Beziehungen zwischen blutsverwandten Völkern und aus die Erhaltung des Friedens hinwirke. Sologesang, Orgelvorträge und Chorgesang bildeten den übrigen Teil der eindrucksvollen Feier. Später wurde eine Rundfahrt um die Alster gemadit und ein Frühstück im Rathaus eingenommen. Zu Ehren der englischen Kirchenmänner findet am Sonntag in der Kaiser Wilhelms-Gedächtniskirche zu Berlin ein deutscher und englischer Gottesdienst statt.

Kreta.

Die gesamte türkische Presse beschäftigt sich fortdauernd mit der Kretafrage, spricht jedoch nicht mehr von Gewalt­maßregeln. Trotz Versicherungen von türkischer Seite neigen alle politischen Kreise der Ansicht zu, daß das Auslaufen oes türkischen Geschwaders wegen der Kretaftage auch demonstrativen Charakter habe. Es verlautet, daß die diplo­matischen Vertreter der Schutzmächte sowohl in Athen, als auch hier Mäßigung in der Kretafragc anempfehlen. In Kreta selbst reagiert man bereits auf die türkische Demon­stration. Aus Kreta wird nämlich der Frkf. Ztg. gemeldet, daß dort umfassende Vorbereitungen im Gange seien, die kretische Miliz entwickle rührige Tätigkeit, denn die Hal­tung der Türkei habe den Kretern als Warnungssignal gedient. Seit einigen Tagen versorgt sich Kreta reichlich mit Kriegsmaterial. In Konstantinopel erkennt man die Schwierigkeiten der Lage keineswegs und bemüht sich nun die Gemüter zu beruhigen. So erklärt das türkische Blatt Labah" gegenüber den Nachrichten europäischer Blätter aber die Kretaftage, die Türkei beabsichtige weder einen Land- noch einen Seekrieg zu unternehmen, sie führe viel­mehr nur mit den Schutzmächten Kretas diplomati che Ver­handlungen.

Hauptversammlung der Deutschen riolonlärgesellschast.

u. H. Dresden, 9. Juni.

An erster Stelle begründete *oerr v. Bornhaupt den An­trag der Abteilung Idar, welcher lautet:Die Hauptversarnrn- ung wolle bejchlietzen, daß an den Staatssekretär der Kolonien die Bille gerichtet werde, in Deutsch-Südwestaftika die Umwand­lung der aus den verschiedenen Eingeborenen-Sprachen herrühren­den Farmen- und Ortsnamen in deutsche Namen, und zwar durch geeignetes Zusammenwirken der Behörden und Ansiedler, durch- zuftihren und zu verhindern, daß neue Farmen und Stationen i mit Emgeborenen-Namen belegt werden." In Verbindung j

Zweites Blatt 139. Jahrgang l

erscheint tllgNch mtt Ausnahme des Sonntags. ? A ä a aa

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.Anzeiger' viermal Wochen lich beigelegt, das |£ Ä K ® ßL

.Kreisblatt für den Kreis Slehen" zweimal v w XS

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