Dienstag 7. Dezember 1909
Zweites Blatt
Nr. 287
159. Jahrgang
erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag«.
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Prof. M Sb ach, Major Wilke unb Zvtt-Wicsbaden, Baurat Schaft Lucsiis-Riainz, Dr. VogesiH^Ppenhrirn, Dr. Sampert»9he- wurde < . v • rrx - r 7___ r\..
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Berliner Börse, 7. Dezember. Anfaa^skiraa.
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In 4 Monaten 16 Pfund rugenommen!
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ElekUiz. Lahmeyer . Elcktriz. Schachert. Eschweiier Bergwerk
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lebendem Set.
Mbei bei yd
Harpener Bergwerk . Laurabtitte. . . .
Lombarden E. B. .
Nordd. Lloyd
Türkeulube , t.r>....
Seit mehr als 30 Jahren Hal sich der Weltruf von Scotts Emulsion als vorzügliches Kräftigungsmittel bei Abspannung und, Entkräftung behauptet, was in erster Linie darauf zurückzuführen ist, daß bei der Herstellung in allen Bestandteilen ausschließlich die aller besten Rohmaterialien zur Verwendung gelangen. Für Scotts Emulsion gibt eS kein Ersatzmittel. Man bestehe daher darauf, stets die echte »Scotts* zu erhalten.
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210.50
Die ..Siebener Lamilienblätter" werden dem .Slnxeifler* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblotl für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zelt- (regen" erscheinen monatlich zweimal.
lern.« -Jtt.
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'aaada E- B- • - • • Darmstlidter Bauk . - .
'ontsehe Bank . . .
Dortmunder-Union C. *.
Dresdner Bank .
Tendenz schwächer.
Wer seinen Köcoer widerstandsfähig erhalten und die Nerven kräftigen will, wird fein besseres Hilfsmittel finden, als die wohlbekannte und langbewährte Scotts Emulsion,
Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UnwersilätS - Buch- und Stemdruckeret.
R. Lange. Gießen.
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Oentschcs Ile ich,
Ter Kaiser nahm Montag vormittag im Neuen Palais den Vortrag des Chefs des Zivitkabinetts v. Valent.ni entgegen.
Der Verband deutscher Arbeitsnachweise hat an den Reichskanzler eine Eingabe gerichtet, die Schäden des gewerbsmäßigen Arbeitsnachweises dadurch zu beseitigen, daß entweder in der Gewerbeordnung oder durch ein «chezia.gese^ benimmt werde, daß die Er» laubnis zum Betriebe des Stellenvermittlungswesens von der Bedürfnissrage abhängig gemacht werde.
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4u:q Griech. Monopol-Anl. 4°/0 äussere Argentinier 3°/0 Mexikaner . .
4'/>% Chinesen . .
Aktien:
Bochum Goas . . .
Buderus E. W. >. . .
Tendenz behauptet.
Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Exvedinon und Vertag: 51.
Redaktion: 112. Tel.-Ad ru AnzeigcrÄreßen.
TeSeionsscha KurEfosHchSe
Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie;*Glessen.
Frankfurter Börse, 7. Dezember, 1.15 Uhr.
Start rcht mit bltfer IslazU —b'.mijüu.tr — btn Gcrcr,:ü» ltt(6:n bei Gcrtt» faea DerlLhrriiLl
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Die Konstan'inopeler Z.itung „Sabah" dementiert auf Grund von Mitteilungen aus authentischer Quelle die BlätterrneLdungen, welcye bch^up.e.en, die Türtei sei ern- geladen worden, dem Baltanbunde beizutreten.'Tas Blatt bemerkt hierzu, die Pforte würde, auch wenn sie eine Einladung beUmc, ohne Zögern antworten, daß sie die RotweNdigt^it e.neS solchen Landes nicht einsehe und daß die Türtei nur nach Abschluß von Ententen mit anderen Ländern in den Balianouno eintreten könne.
Aus Washington wird gemeldet: Der Ä^ttgretz ist am Montag zu^a.nmcngetre.en. Die beiden Häuser haben sich nach einer kurzen formellen Si^ung auf Dienstag vertagt. Präsident a f t beabsichtigt, wahrscheinlich in der nuujften Woche, eine Sonderborschaft an den Kongreß zu richten, die sich mit den vorge,chlageuen Aenderungen zu der Akte über den z w rs a; e n,t a a r l i ch e n Handel befaßt und die die Be.ämmungen über den zwischenstaatlichen Eisenbahnverkehr enthält.
Das Staatsdepartement in Washington gibt die Ernennung von William Calhoun- Eh.cago zum G-e- sandten in Peking bekannt.
'Wiuen gj | ih. Gesellst- |j ilsberger' I
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Hochioter^<.;1 LUS ÖH $ । I von I8?ö?l
Gießener Anzeiger
Eeneral-Anzerger für Gberhesjen
ierbTverti: ueriatninki Ses., dbM-br.i« 'eaerbevmü. ! Herrn MU>^ diegewal-uL.
Gelsenkirchen Bergwerk .
Hamburg - Amerik. Paketf. 121-00 Harpener Bergwerk. . . -06^J Laurabötte .......
Nordd. Lloyd
Oberscbles. Eisen-Industrie Perliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank .... Deutsch-Asiat. Bank .
Diskonto - Kommandit . .
Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . .> ., .
Baltimore- und Ohio-
fecort» iSmulfton oito con an« aatiftlienlts an qictjen Dtrfautt nn6 zwar nie U)1t naä ÜJewtdst ober 4)1 ob 'onotrn nur in oerfugelten Ortgtnalrlaf<ten tu Rauen aut untere: Schutzmarke tzucher mv dem Dorichr fecetr u. Bowne. <Ü> m. o H. fttmfruri a Di
Seftanbtetle; *nnfret 4Rebt8inal»tiebertren 150,0, orwto ©lujenn 60/J. nntervbospbovtQiaurti kalk *,3 unien>bo?Dbortg aureS Natron tfl pult> tragen: s.0 tetnfrer arob Uuuinu euln SA befttil öafier irvA tUkobol ILO Hierzu nrrmai ‘rtr i»mulrion mti ^trnn. Mond-!- unK manlrbenaSl ie - Z'-ooren
|ieSSen,Will^ [Ttnaflo
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wie das aufs neue in den folgenden Zeilen bestätigt wird. Kreield, Louisenstr. 147, 19. Februar 1909.
„SeitMitteOktober bis heute, also eiroa4'2Jionate, habe ichLcoltS Emulston regelmäßig eingenommen. Ich erzulie in dieser Zeit eine Gewichtszunahme von über 16 Blund und habe einen ganz vorzüglichen Appeut belommen. Mein gesamtes illussehen t|t so ausgezeichnet, wie nie zuvor, und ich suhle mich in jeder Beziehung, * die Nerven angeht, sehr gestärkt. Scoils Emulsion, deren vorzügliche Aiirtung ich schon bei meinen Kindern iesigestellt hatte, wird von mir überall empfohlen werden." (gez.) Frau Joh. Roosen.
Der Rhein-Main -E-au des Alldeutschen verband es hielt letzten Sonn.ag naajmiLag einen Eau- ' tag ab. Rechtsanwalt Claß-Mainz ervssnete die >der- : Handlungen mit einem Darrt an P^o<. Merbach-^3.esbaoen I drr, so lange fein Vorsitzender vorhanden war, btu Zeitung im Gau gehabt ijabe. Er hofft, daß der Gau wieder di, : Stelle im Alldeutschen Verband eurnehmen werde, die, er. V nüber inne hatte. Nach einem duicibiicf, den Professor [•' Merbach gab, schritt man zur Wahl des Ersitzendem Em- I. slimmig wurde Herr Reailehrer G-rünschlag gewaisil. I llechtsanwalt (Slaß besprach >odann ute -l^b^ge.
Anschluß daran beschloß die Versammlung dem Retchs- kanzler folgende Kundgebung zu senden: .
Die zum Bertrctertag ve^iammeiten Oitsgruppen Rhein-Main-Laues des Alldeutschen Verbandes danken Euer Exzellenz für die lunugegebene Absicht d.n En^ar zum Ersetz über die Rei^-s» und Staatsang-Harigkeu beschleunigen zu la,sen. Angesichts der lüste, die das bestellende Recht unjerem We gJjrcuijt hat und bringt, butet der Gautag Euere E^el.en,, dahin wirken zu Wunen, daß der Entwurf dem rnelch-L.g eno KteÄte©rün[<I)rag teilte mit, daß er die W- taltung von zwei Gautagen rns Auge .
nachie aus Einharts Eesch.chte aufme^.am, Ich en Verlag erschienen sei. lieber uinere örQ /-l Ivrach Herr Witte-Mainz. An der Beiprechung beret 4 laten sich Prof. Dr. Hippenstiel-Wetzlar, Mei^.w.-chlramz,
Hamburg, 6. Dez. Zur Feier des 50,ädrigen ssvbiläums der L-ürgerschäft ver.ammelten sich am Morwag nttag im großen Saale des Rachauses der gts^mte Senat iix Amlstracht, die Värgerichast, die Mitglieder der Verwaltungsbehörden usw., ferner der preußische Ge.andte, Graf ron Loetzen, der russische Miniiterpräswent von Ar,eniew i.nb andere. Bürgermeister Dr. Bura>ard hielt die Festrede. Er warf in seiner Rede zunächst einen Ruablick auf bie rersiossenen Iayre seit dem L^stehen der Bürgerschasi und lvb hervor, daß die am 6. Dezember 1859 neben oen Senat cetreiene und aus den freien Wahlen hervorgegangene neue lriirgerjcha>t die Erwartungen, die man in der Vaterstadt en chre Tätig leit gemüpft yabe, nicht getäuscht habe. Der iiebner hieg sodann die Herren herzlich wstl.oinmen, die dir 50 Jahren der ersten Vürgerschajtssitzstng beigewohnt beben und gab dann der Ansicht Ausorust, daß Hamburg in nationalen Geranten au, pol.ttschem to.e w.r.schaftuchem (Miete die von ihm geforderten Opfer bereitwstlig dargebracht habe; es weroe, wenn cs sich um die Interessen, den Mchm und das Ansehen des teuren Vaterlandes handle, CUch in Zukunst niemals versagen. Nach einem vom Hamburger Lehrergesangverein vorgetragenen Liede hielt der yrd.Lent der )l>urgerscha,t, Landgech^t^pr^sident Engel, eine Rede, in der er u. a. auf die langjährigen schweren Lampfe hinwies, die der durch den gem^isichastlichen Ent- ichlug des Senats und der erbgesessinen Bürgerschaft er- i-lgien Verabschiedung des Berianun^sgesetzes vom 11. Ang. IVJ vorausgingen. Der Redner ge^ai^te hierauf der Liu» viälung des Hamburger Handels und der -^chsi^ahrt unter t»un mächtigen Schutz von Kai,er und Reich zu jemer heutigen foöue, an der aoer auch Hamburgs Bürger stets opfer- ivulig mUgearbeitet hätten. "Rach dem Vorfrage der hamburgischen Hymne wurde alsoann der yeiiatt geschloßen.
: „£> i I b e) i a" zu Tiekbosien bei einer Sohnahrl. Er ___dadurch veranlaß!, daß sich ein Teil des Steuers der Fördermaschine löste. Dos südliche Fürdergestell wurde mit Gewalt gegen die Seilscheibe gezogen, während das nördliche Gte- stell in die Tiefe stürzte. Auf dem südlichen Gestell befanden sich vier Personen, ein Grubenhatter und drei Berg - leute, die mst leichten ^ovsverletzungrn dcwonlamen. Die^oill' Bergleute auf dem nördlichen titelten stürzten mst in die Tiefe, soweit sich bi* icht übersehen läßt, sind drei Mann .tot, wohrend der vierte schwerverletzt geborgen wurde. Die Bergungö arbeiten werden nach Kräften gefördert. — Essen, 6. Dez. Aui der Zeche „A d o l a r" wurden dadurch,, das; bei den Ad teusungsarbesten ein Wagen in den Abzug stürzte, zwei Ar--
der-Zngalheim, Dr. v. Liebig-Gießen, Professor Dr. Reutzel-Hep, enheim, Cloos-Wetzlar und Eng crt-Lssenbach. — Es folgte ein Vortrag des Geschäftsführers Schneider über die Lage in Oesterreich.
47s°/a Oestorr. Silbenente 4:'in Ün^ar. Goldrente ...
4° 0 Italien. Rente - . x..
8n/0 Portugiesen Serie I . »-.70 bc/0 Portugiesen , III . 64.60 4‘/t% rass. Staatsaul. 1935 ^9-30 41 V/o japnn. Staatsanleihe «6.55 4% Conv.Türken von 19u3 94^J0
Eisenbahn ._ Gotthardbahn • - Lombard. Eisenbahn. t Oesterr. Staatsbann . . -> Prince - Henri - Eisenbahn r-
lllarttc.
Gießen, 7. Tez. lvlartibericht. heutigem Wocben- nmilie loiieic: Mutier pr. PW. 1.20—1.80 üht., Huijneieier 1 Ll. 9—10 Enteneier 1 St. 0 Psg^ Uäse pv. ot. ü—8 Pf., isvhieii p. Pio. oo—00 Pig., Linien p. Psd. 00—ÖO Pfg., Taubeu pv. Pr. 0,80—1,00 Ast., puhner pv. St. l,uü—1,00 itiiL, pähne uc. elüti o,vo—1,du Ast., Eänje pr. PW. 60—7o Pf., Enten pr.Siua 1,80 Die- 2,2u Pst., Ccl)|cniiei|a) pr. Pid. 76—84 v'flv Mubflciid) pr. Pid. 60 P'g., Uiniöiieijd) pr. Pinnd 70—.4 Pig., ocyiueuieileiidj pr. Pmnd 80—96 Pfq., >La>>pcmesteiicl), gesalzen, pv. Pw. 96 Pig., 5\olL’fiei|d) pr. Pid. 72—76 Pig., pamme(|icud) pv. Pw. 60—dö Pfg. MQiionelii pr. 100 Lig. 5.öo—0.00 Ast., Jiuiebeln per Zir. 5,00—6,00 Pst., AstlcO per ütiev 20 Pig., Arewlram per enief 10-15 Pig., per Rentner Ast. ü.Oo—o.oo., Aepiel per Ztr. 10—18 Pst., Birnen per Zir, 10—15 Ast. !)lu||c 100 eluct 40—oO big., per Ztr. 0—Oo Ast. Aiartlzeu von 8—2Uhr.
Tie Marktpreise für Vieh uuv Frucht und die E,ießeuer Fleisch- und Brotpreise am 6. Dezember 1909.
3’/,% Reichsanleihe . - 3f7« do.
3*/,0/0 Konsols . . .
3"/ft do.
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Scywurgericht.
th. Gießen, 7. Dez.
Das Schwurgericht wurde gestern vom Vorsitzenden, Land- gerichtsrat S ch u ü t, eröffnet. Verhandelt wurde gegen den mehrfach bestraften 23 lährigen Metzger und Arbeiter -rarl H ö h r e von Wosisanger bei kastel wegen Straßenraub und Diebstahl im wierstrstosten RuäfmL Dia Anklage vertrat Ober>taatsanwcut Itzang. Ais Verteidiger war bestellt rliechtsanwalt Müller. Es waren nur, da der Angeklagte in allen Punllen geständig war, 4 Zeugen zu vernehmen.
Der Angeklagte gibt zu, in den Jahren 1906—1908 fünfmal bestrast zu jeux. ter ist Anfang September nach Verbüstung jeiner letzten einjährigen Geiairgnisstraie in das elterliche Daus zurüagetehrt und von seinem Vater, einem schlichten Arbeiter, wieder au,genommen worden. Zum Dank dafür stahl er ihm einen Betrag von 301 Mark, die der Mann zur Bezahlung von Hauszins zurüctgelegt hatte. Er kam nach Gießen, tauste sich hier einen Anzug unb machte eine kurze Reise, bis er das gestohlene Geld verlebt hatte. Dann vertaufte er seinen neuen Anzug wieder unb sand in Ober-Mörlen Arbeit bei der Dreschmaschine. Der Angellagte wlll am 1. Oktober in Friedberg geweien unb abends gegen 9 Uhr auf dem Rückweg von dort nach Bad Otauheim gekommen sein. Vier begegneten ihm in der Fwanlsurter Straße auf dem Trotwir 4 Damen, die, da er nicht auswich, je zu zweien rechts und links an ihm vorbei wolllcn. Tie eine der Damen trug in der Vand ein kleines schwarzes Ledertäjchchen, nach dem H. int Vorbeigehen griff. Die Eigentumerin hievt aber die Tajche, in der sich 3 Scheine ä ö Rubel befanden, trampshast fest, worauf der Angellagte sie mit der andern Land sesthielt und mit titerooU raubte. Der Angellagte lief davon, ver mgt von den schreienden 4 Frauen. In- lolgedeisen lieg er seinen Raub auf die Straße fallen, eillc in die Bahnhofstraße hinein, drehte dort um unb wandte den alten Gaunertrick an, daß er mit unschuldiger Miene den Verfolgern entgegen ging. Er lief aber dem Installateur Millich in die Hände, der die Geschichte beobachtet halte; W. hielt den Gauner fest und übergab ihn dem herbeigerufenen Schutzmann. Die Zeugen bestätigen im allgemeinen das, was der Angellagte angab. Die Beraubte, Kontrollbeamtin Lea Antokolsky, erllärte, v- habe sie so gepackt gepackt unb gedrückt, daß sie die Tasche mit den Rubelscheinen habe loslassen müssen, sitz habe am andern Tage noch blaue Flecken am vandgelenk gehabt.
Die an die Geschworenen gestellten Schuldfragen lauteten auf Straßenraub und Diebstahl im RückfalL Auf Antrag des Verteidigers wurde noch die Frage nach milbernben Umständen g.stellt.
Oberstaursanwalt Lana plädierte für Bejahung berber schuld« fragen. Das Vorleben des Angellagten und besten Vorstrafen sprächen Bände. ,<o. sei ein Gewohnheitsverbrecher, der klein angefangen unb zu immer größeren Vergehen und Verbrechen übergegangen sei. Der Angellagte hat die Tat in Nauheim int nüchternen Zustand begangen. Der Anllagevertreter hütet die Geschworenen, dem Angellagten mildernde Umstände zu versagen, denn er verdiene keine Müde und man müsse ihn zum Schutze der Menschheit möglichst lange feslhalten.
Der Verteidiger Rechtsanwalt M ü l l e r erklärte, bau er über die Schuld des Angellagten mst dem Vertreter der Staatsbehörde einig gehe. Ob man dem jungen Mann mildernde Umstände zubilligen könne, sei Gefühlssache. Würden die Geschwore- nen diese versagen, so käme der Angeklagte ins Zuchthaus. Ter Verteidiger erklärt, daß er den Diebstahl, den jein Klient an seinem Vater begangen habe, für viel niostswürdiger halte, als den Raub in Bad Nauheim, der so töricht angefangen sei, daß man die Tat auch für einen Sauf streich hallen kann.
Nach kurzer Beratung der Geichworenen perfünbet deren Obmann, Prof. Bi er mann, den Wahrspruch, der dahin geht: Angeklagter ist schuldig des Straßenraubes und des Diebstahls im Ruckiall. Tie uragen nach mildernden Umständen werden in beiden Fällen vermint.
Ter Oberstaatsanwalt beantragte für den etraBenraub o Jahre Zuchthaus und für den Diebstahl im Rückfall 2 Jahre Zuchthaus, die er in eine G e s a m l z u ch t h a u s st r a f e non 6 fahren auszumesten bätet. Weüer leien dem Angellagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Tauer von 10 Jahren und bie Zulästigkeü von Polizeiaufsicht auszusprechen.
Der Gerichtshof erkannte demgemäß.
benunMe.
Hildesheim, 6. 2*6. Ein schwerer Unfall ereignete sich heute früh aui dem 720 Meter liefen Schacht b/: Gewerk-
Anträge im Reichstag.
Das Material für den Reichstag mehrt sich von Tag $u Tag. Sie Nationalli beralen nmnich-en eine reichsgesetzliche Re. ftiung der Dienst- und Ruhezeit des deutschen Eisenbahnpenvnals, <ute Neuregelung des Erwerbes unb Verlustes der Reichs- unb LiaatsangehöriglLit, iwch in dieser Session die Einführung der «tenjwns- und Hinterbliebenen-VersichTrnng für Privatbeamte, einen Gesetzentwurf, wonach die Mllglieder des Reichstages und ruberer gesetzgebeiroer Körperschaften berechtigt sein sollen, über Tinge das Zeugnis zu verweigern, die ihnen bei Ausübung ihres Veruses bekannt wurden, ferner eine Abänderung des Wahlregl> rimls. Danach sollen von reichswegen und kostenfrei solche Wahl- iicneii den einzelnen Wahlbezirken geliefert werden, bie das Slim
Geheimnis gewährleisten. Weiter wünschen die Nationallib^ iaL-1 e.nen aus Vertretern des danoels, des vanoweris, der Zn- tuitrifi und Landwirtichaft beucbuwai ständigen Beirat für Pvstund Telegraphen-Angetegenhriten, eine einheitliche Regelung des kxutschrn Notariatswesens, cm deutiches Auslieserungsgeietz, einen flteicbentmurf zur Bestcaiung solcher Telepl-onbeamten, die rechts- ixitriß Drillen Milleilungen von Telepchongesprächm machen, eine urttviamcrc ibetäntpiung der Tuberlulvie, Unialliürforge bei für- jeiteii, die freiwillig zur Rettung von Perfonen und Bergung om Gegenständen vorgenommen iverd«i, und eine geietzliche Re- ailung bet Arbeitsver^lllnoe der Gehilfen der Rechtsaiuoällc, Ibtatc, Gerichtsvollzüher, der VeriichernngS-Gesellia.Listen, Kranke,itajsen, StoniutsueciDaiter, Bücherrevi.vr^n upo. Mit llnierstutz- Mg der Nationalliberalen verlangen die lothringischen Abgeord- ivien die Lta.ll)itänoigreit El>aß-Lothringens und bie Einführung xs allgemeinen, gleichen, direllcn und geheimen Wahlrechts für xä eliatz-lothringische Parlament.
Die konservative Fraktion hat int Reichstage eine Keihe von Initiativanträgen erngebrächt, aus denen die nach- -chenden herausgehoven seien: Der dteia^tag wolle deichließen: L den Herrn RenhsiAnzler zu enuch-n, die notwendigen Ver- -tftungen zu erlaisen, durch welche dem üt Innungen und Ge- «neni(halten organisierten Handwerk die Austrä^e mW Lie- r'lrungen der Reichsbetriebsverwaltungen, soweit möglich, zuerteilt *rven; — 2. den Ajenn inCiu;»iuiioiw. zu ttiuuju»i, aui g>.ievim-e '<jicii..egeln Vedaast zu itcijinen, welche geeignet sind, dem fort» idreitc.ipen 9tiebergang des Handwerks und der weiteren Ab- itcijiue der Zaol der teioftänbigeii GewrroLtreioemcn vorzudeugen; tz. bett Herrn Reichstanzler zu ersuchen, unverzüglich ^tatznahmen iü treffen, um die deutsche Hochsee- und !)er in gs f ische re i in ihrer augenblicllichen bedränalln Lage zu unterstützen und ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem ilusiande zu erhöhen; — 4. den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, geeignete Maßregeln zu treffen, um bei den Bauten des Reiches Vit auschließliche Vergebung der Schiffsfrachten an deutsche Schisser sicher äu stellen. — ö. Der Reichstag wolle beschließen: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, einen Ge>etz- Mlwurf nor8ulegen, durch welchen eine den heutigen Erwerbs- verhällniifen in ihren Gebühreniatzen entsprechende gesttzliche i-teu- ragelung der Gebührenordnung für Zeugen und sachverständige vom 20. Mai 1898 iit bit Wege geleitet vlrd. ____________________________________________________________
Eia Jubiläum der Hamburger VLrgestchast.
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Höchste Schtachlviehpreise in Zrank' url a. At.
Fleischpreste M Gießen
Ochsen llälber Lchipeixe
50 Kg. Schlachtgewicht 41-48 -Jit.
Kg. Schtachlgew. 42—47 B'.
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V, Kg. 76-84 Pfg.
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Gerrerdepieise üt 9)1 ann bc im
Arotpreise m Gießen
-Lüeizen loo 3tg. 22.2:0 - 00.00 Aik. Roggen 100 Stg. 16.uü—16.75 Mk.
Preivvroi 2 Kg. 62 Pig.
Schwarzbrot 2 ltg. 54 Pig.


