Ausgabe 
9.7.1909 Erstes Blatt
 
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Freitag 9. Juli 1909

159. Jahrgang

Erstes Blatt

Am Freitag weilte der Hofmarschall in

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

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Äezugsprel^: monatlich 75 Pi., viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen mov.atlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2. viertel- jahrl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig.

Verantwort lich für den politischen Teil; E. Anderson; f ixeuiUe- ton und .Vermischtes" K. Neurath; für.Stadt

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mrad Ebel I.

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die Reise nstiefel in

Es kann möglich sein, daß dec Großherzog während der dies­jährigen Manöver, die in unserer Nähe hinter Wetzlar statt- sinden, in seinem Gießener Absteigequartier Wohnung nehmen

den und GelimgL- ^eta Marselli.

Anfang V29 Uhr tenZigarrcngeschäiien ;ert des lücksstem. *98

Programm 20 Psg. iartcn-Fett mit Ilant-Fenerwerk. vord. Restaurant stau. (Wo 'Mert Rappmanu

wird. Jedenfalls wird sich, wenn sich diese Absicht verwirk­licht, die gesamte Bürgerschaft über den Aufenthalt des Landes­herrn in Gießen herzlich freuen.

An der Reise nach dem Rhein, die vom Kreis­amt für die Beamten, Bürgermeister u. s. w. des Kreises als Gesellschaftsfahrt gestern veranstaltet wurde, beteiligten sich 390 Personen, die morgens um 8 Uhr 5 Min. mit Sonderzug Gießen verließen, um über Nauheim, Homburg, Wiesbaden nach Biebrich zu fahren. Bon dort wurde auf zwei Dampfern nach Nüdesheim gefghren. Mit der Zahnradbahn wurde der Niederwald erreicht. Nach eingehender Besichtigung des Denk­mals folgte der Abstieg und eine Dcmtpfcrsahrt rheinwärts bis Koblenz und von hier lahnaufwärtZ mit der Bahn nach Gießen.

Versetzung. Der Gerichtsvollzieher-Aspirant Drodt in Gießen wlirde am 3. Juli mit Wahrnehmung der Ge­schäfte eines Gerichtsvollziehers in Grünberg beauftragt.

Eine Luftschiffer-Abteilung ist seit letzten Samstag auf dem Truppenübungsplatz Darmstadt tätig. Der öftere Aufstieg eines Fesselballons erregt großes In­teresse und zieht viele Neugierige nach dem Platze. Beson­ders die Schuljugend der Umgebung interessiert sich dafür. Führer der Abteilung ist Hauptmann v. Schulz vom Luft-

kietzenerZamtlienblcitter; zweimal roöchentl.KtelS: blatt für ben Kreis Giefoen < Dienstag und Freitag); i icimal monatl. Land­wirtschaftliche Seitfragen 7 entsprech - Anschlüsse r iv die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 9. Juli 1909.

Wie wird das Erntewetter werden?

'tenkarten

gebe

w . u. Land" tindGerichts-

für die Tagesnummer ttotafiottsörui? und Verlag der VrLhl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7. ^ÜzeiqentelU^'H.' Beck.

bis vormittags 9 Uhr. _________________________________________________

Ausland,

Kaiser Franz Josef reift am Montag nach Ischl ab und bleibt bis Anfangs September. Er erhält dort den ein­tägigen Besuch des Königs Eduard auf dessen Reise nach Marienbad. .

General Marauis de Gallis et ift am Donnerstag abend gestorben. General Gallifet war 1870 Brigadegeneral und zeich­nete sich bei Sedan aus. Nach seiner Rückkehr aus der Gefangen­schaft beteiligte er sich an den Bekämpfung des Kommuncnausstan- des. Später reorganisierte er die französische Kavallerie, wurde Kommandant von Paris und Mitglied des obersten Kriegsrats. Obwohl bonapartistischer und klerikaler Gesinnung war er eine der festesten militärischen Stützen der Republik und deshalb 1886 von Kriegsminister Boulanger aus dem aktiven Dienst entfernt. Er ist 79 Jahre alt geworden.

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ans Mannheim "MU

Danke zur Ausführung.

*» Empfangen wurde vom G'roßherzog am Mittwoch u. <l Graf Kuno zu Stoib erg-sRo ßla.

** Erledig t ist die Stelle eines Direktors cm der höh. Mädchenschule in Offenbach. Gehalt 5800 Mark, steigend in 12 Jahren auf 6600 Mk.; dazu Wohnungs-s geldzuschuß. Meldungen sind biL zum 17. Juli d. I. bei der Ministerialabteilung für Schulangelegenheiten einzu­reichen.

^Entlassen. S. K. H. der Großherzog haben den Kreisgeometer des Kreisoermessungsamtes Offenbach, Jak. Porlh, der besoldeter Beigeordneter in Offenbach wird, aus sein Nachsuchen aus dem Staatsdienst entlassen.

*ft In den Ruhestand versetzt wurde der Verwalter des Pirovinzcalarresthauses in Gießen, Hch. Schäfer, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Oktober.

- Die Großh. Schlösser in Oberhessen wurden in der vergangenen Woche vom Hofmarschall v. Unger-Stern-

Vie veamtenbesoldungen in der Budgetkommission.

Tie Budgetkommission erledigte die Besoldungsvorlage in fiter Mittwoch-Abendsitzung und im Anschluß daran am Donners- ,5g vor dem Plenarbeginn die Teckungsfrage

Sei den Intendantur beamten erklärte sich der Schatzsekretar irar mit einer Zulage von 150 Mk. einverstanden. An jedes «eitere sei unannehmbar. Ter Antrag, die Zulage auf 300 Mk. ihufcpen, wurde gegen Nationalliberale, Freisinnige, Wirtschast- l,f)c Bereinigung sowie ein Mitglied des Zentrums und der luchspartei abgelehnt, und die Zulage auf 150 Mk. festgesetzt. ' □i im übrigen werden die Kompromißanträge unter Ablehnung um Anträgen der Nationalliberalen und Freisinnigen, für die s,st durchweg auch die Wirtschaftliche Bereinigung stimmt, durch ric Mehrheit von Konservativen, Reichspartei, Zentrum und Polen otigenommen. In einer dritten Lesung, die sich anschließt, werden ,ir die Postschaffner die Gehälter, die in der ersten und zweiten Lesung aus 1200 bis 1800 Mk. festgesetzt waren, auf 1100 bis 1700 Mk. mit derselben Mehrheit herabgesetzt. Die Besoldungs- (irbraingen III und IV für Heer und Marine werden en bloc an­genommen mit einer Besserstellung der Zeug- und Feuerwerks- l, utnants im Wohnungsgeld, mit Rücksicht daraus, datz es sich um fast lauter verheiratete Beamte handelt..

In der Tonnerstagsitzung wurde zunächst die Resolution ein- flintmig angenommen, wonach die Besoldungserhöhungen ohne Verzögerung zur Auszahlung gelangen sollen und die formelle Regelung in einem Nachtragsetat erst erfolgt, wenn der Rerchs- to.g im Herbst wieder zusammentritt. Bei der Erörterung der 7 .ckungssrage betont der Schatzsekretär, daß die F i n a n z r e f o r m ui! ihren etwa 500 Millionen nicht ausreiche, um dre j? illionen, die der Reichstag bei der Beamtenbesoldung über b e Regierungsvorlage hinaus beschlossen hat, zu d e cken. Ter -chatzsekretür macht den Vorschlag, die Erhöhung der Mannschafts- Wmc mit ihrer Ausgabe von etwa 13 bis 14 Millionen Marl oni eine Reihe von Jahren zu vertagen. Dieser Vorschlag wird obgelehnt. Man erklärt sich mit einer Hinausschiebung um höch­stens ein Jahr einverstanden. Tie restlichen S1/« Millionen sollen durch Kürzung der Erträgnisse bei- Einzelstaaten aus der bis- Irrigen Erbschaftssteuer gedeckt werden. . Von freisinniger Seite .irirb auch die Verschiebung auf ein Jahr für völlig unannehmbar erklärt, woraus bei1 Schatzsekretär unter lebhaftem Beifall der Mehrheit erwidert, baß bte Freisinnigen große Erhöhungen der bcamfcnbefolbungen verlangten, aber reine Einnahmen bewilligten, wogegen sie ebenfalls lebhaften Widerspruch erhoben. Von sozial- d'mokratischer Seite werben heftige Vorwürfe gegen bie Regierung si '.richtet unb von Hungern unb Verelenbung ber Solbaten in den Kasernen gesprochen. Das wirb vom Vertreter bes .Kriegsmini­steriums, (General v. Wachs, sowie Mitgliedern bürgerlicher Par- trien m ber schärfsten Form zurückgewiesen. Für bie Mann- fil>iftslöhne und Veteranenbeihilsen wirb von konservativer, frei­konservativer und nationalliberaler Seite bie Wertsteuer verlangt. Bon ireikonservativer Seite wirb auch eine Patronensteuer zur (hmägung gestellt, lieber die Teckungsfrage sinder zwischen den Nehr Hecks- und Minderheitsparteien eine scharfe Auseinander- htung statt. Schließlich wird mit einer Mehrheit von Konser­vativen, Reichspartei, Zentrum unb Winschaftliche Vereinigung eilte Resolution beschlossen, wonach bieErhöhungberMann- schasts t ohne auf bas nach st e Jahr vertagt, und bie Re­gierungen aufgeforbert werden, die hierfür erforderlichen 13 bis 14 Millionen in den nächstjährigen Etat einzustellen und gleich­zeitig eine Teckungsvorlage einzubringen, soweit sich eine Deckung nicht aus Ersparnissen herbeiführen lasse. Tie 3V» Millionen, die durch die Beschlüsse des Reichstages weiter erforderlich ge­worden sind, sollen dadurch beschafft werden, daß die an die . Linzeistaaten für die Erhebung der Reichserbschaftssteuer abzu­führende Vergütung von 33Vs auf 25 Prozent des Ertrages ver­kürzt wird.

Aus dem Grient.

Der türkische Minister bes Aeußern hat gestern bei dem griechischen Gesandten wegen der griechischen Bandenbewegung Vorstellungen erhoben. Ter Gesandte versicherte, die griechische Regierung habe alle Maßregeln zur Verhinderung der Uebertritte von Banden getroffen. Zum Gouverneur von Kreta ist Costaki Vayanie, Unterstaatssekretär des Justizministeriums, er­nannt worden. Die Schutzmächte sollen ihre Zustimmung zu der Ernennung bereits erteilt haben.

DerOsm. Lloyd" erfährt von einem zurückgekehrten armenischen Deputierten, daß bei den letzten Unruhen im Wilajet Adana 19 470 Menschen, darunter 17 790 Armenier rind nur 608 Mohammedaner getobt worden seien. Die Zahl der niedergebrannten armenischen Wohnhäuser sei sechsmal größer als die der Mohammedaner. Tas Kriegsgericht sei Partei. Der zu langjährigem Kerker ver­urteilte Metropolit von Adana sei für die Unruhen nicht verantwortlich.

In russischen Kreisen verlautet, daß die russ. Regie­rung bei der Pforte Vorstellungen erhoben habe, weil die türkischen Kommandeure in Persien die Auf­ständischen unterstützen und ihnen Schutz gewähren. Die Befehlshaber der russischen Schutztruppen wurden ange­wiesen, strikte Neutralität zu beobachten und die aktive Unterstützung Liakowis zu unterlassen.

Die nationalistischen Endschumen Teherans ersuchen nach der Vereinigung mit» ihren Gesinnungsgenossen die heranrückenden Bachtiaren, nicht in die Stadt einzudringen. Ter britische Gesandte schlägt vor, die Wahlen in zehn Tagen beginnen zu lassen und dann gleich bas Parlament zu­sammenzurufen, vor das dann ein nationalistisches Kabinett treten würde. Ein friedlicher Ausgang scheint n i ch t a u s g e s ch l o s s e n , da Sipahdar, der Führer der Nationalisten, die Verhandlungen ausgenommen hat. Oberst Liachow bildet aus ziemlich zweideutigen Elementen, die er uniformiert und bewaffnet, eine Freiwilligen­truppe zum Schutze der Stadt.

Die Schankgefäßkvmmissivn erledigte am Donnerstag bie Beratung bes ihr zugewiesenen Gesetzentwurfs, ber bekanntlich bie Abwälzung ber Biersteuer auf bie Konsumenten erleichtern soll. Ebenso würbe ein Antrag abgelehnt, ber anstelle ber Zwanzig- teilung eine Teilung nach öunbertteilen vom Liter einführen wollte. Wan war ber Meinung, baß bie Zwanzigteilung für die Zwecke ber Abwälzung vollkommen ausreiche, unb baß sich bet einer Teilung nach öunbertteilcn sehr unerquickliche Kon­kurrenzkämpfe unter den Gastwirten ab] Dielen könnten. Ter bis­herige oesetzlichc Mindestsckiaumraum, b. h. ber Abstanb zwischen Mistr-ch mib Rand des Schankgefäßes beträgt 1 Zmtr., ber Vöchstabstanb 3 Zmtr. Letzteren ändert bie Vorlage nicht, da­gegen wird die höhere Verwaltungsbehörde befugt, den Mindest- (dfM-rumrainn auf 2 Zmtr. zu erhöhen. Es wird ein Antrag Dr. Pichler (Zentr., angenommen, der die höhere Verwaltungsbehörde Befugen will, einen Schaumraum von 2 bis 4 Zentimeter zuzu- laifcn. Abgelehnt würbe ein Antrag Tr. Neumann-Hofer (frf. Sgg. i, ber einen Schaumramn von iVa bis 4 Zentimeter gesetzlich verschreiben wollte mit ber Maßgabe, baß bie höhere Verwaltungs- behörbe eine Erhöhung bes Mindest!chaumraums von IVz auf 3 Zmtr. vorfchreiben könne.

Deutsches Reich.

Auf das von dem Deutschen Bauerntag in Gnesen ait den Reichskanzler g r-chte!e Telegramm ist bei dem Präsidium des Deutschen Bauernbundes folgendes Antworttelegramm eingegangen:Für Ihre telegraphische Begrüßung besten Dank. Die Stärkung des Deutschtums ut der Ostmark und der Schutz der deutschen Landwirtschaft sind Lebensbedürfnisse unseres Volkes. Daran wird weder die neue Gruppierung der Parteien, noch ein Personen­wechsel in der Regierung etwas ändern können."

Reichskanzler Fürst'von Bülow empfing am Mitt­woch den Vorsitzenden des vor kurzem gebildeten Bundes deutscher Redakteure, Ministerialdirektor a. D. Dr. Herm es, und nahm dessen Darlegung über die Aufgaben irud Zwecke des Bundes mit Interesse entgegen. Fürst von Bülow bekundete Sympathie für das Gelingen dieser Bestrebungen.

Die Nachricht, daß der Zar bereits am 12. oder^13. d. M. nach Kiel kommen wird, entspricht nicht den Tatsachen. Die Ankunft des Zaren und die Weiterfahrt durch den Kaiser Wilhelm-Kanal nach Frankreich und England wird viel- ^mehr programmäßig gegen Ende des Monats er­folgen.

Von einem Konflikt zweier Deutschen in Para­guay mit dem Polizeipräsidenten Arce in San Bernardino

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einweisung.

** Bessere Früh v c rbi n n g nach dem V0 - gelsberg. Von Interessenten, namentlich solchen, dis den Vogelsberg öfter besuchen, war bei der Eisenbahn­direktion Frankfurt a. M. der Wunsch geäußert worden, mit Inkrafttreten des diesjährigen Sommerfahrplans den ersten morgens in Schotten eintreffenden Personenzug so zu legen, daß mit dem Gießener Zug der Anschluß in Nidda erreicht wird. Das Gesuch ist abschlägig beschieden worden. Wie auf dem Fahrplan ersichtlich ist, ist die Möglichkeit, diesen Anschluß zu bewerkstelligen, vorhanden, womit Schotten und dem Vogelsberg, den zahlreichen Touristen und Geschäftsleuten, sowie auch der Eisenbahn ge­dient wäre. Der Zug von Gießen kommt in Nidda 6.50 Uhr an, während der schottener Zug 6.20 Uhr abgegangen ist und in Schotten 7.10 Uhr ackiommt. Derselbe Zug ;ährt 7.30 Uhr wieder nach Nidda zurück, kommt daselbst 8 20 Uhr an und hat Nidda ab 8.32 Anschluß nach Gießen. Es handelt sich also darum, für den in Nidda 6.20 Uhr abgehenden Zug eine Wartezeit von 30 bis 35 Minuten, ohne Beeinträchtigung des nachfolgenden Anschlusses herauszubekommen, was auf folgende Weise möglich ist: Die Auf- und Abwärtsfahrt des Zuges bedingt laut Fahrplan je 50 Minuten Fahr­zeit; als Höchstleistung sind aber auf der Schottener Bahn 38i/2 Minuten Fahrzeit zügellosen. Jedoch wird es im Interesse der Betriebssicherheit ratsam sein, diese .Höchst­leistung nicht in Anspruch zu nehmen, man dürfte aber bei der Aufwärts fahrt mit 42 MI hinten auskommen, sind 8 Minuten gewonnen. Der Aufenlhrlt in Schotten beträgt. 20 Minuten, zum Umsetzen der Maschine usw. sind aber nur 6 bis 8 Minuten erforderlich, sind 12 Minuten gewonnen. Die Abwärtsfahrt kann in 40 Minuten geschehen, sind 10 Minuten gewonnen. Zum Anschluß in Nidda an den Geln­hausen-Gießener Zug (ab 8.32) sind jetzt 12 Minuten vor­handen, es würden aber 5 Minuten genügen, sind. 7 Mi­nuten gewonnen, das gibt zusammen 37 Minuten. Wir brauchen aber nur 33 bis 34 Minuten, so daß noch ein kleiner Spielraum zu verteilen bleibt, und es wäre also möglich, ohne irgendwelche Einbuße den ersten in Schotten eintreffenden Frühzug in Nidda den Gießener Zug ab­warten zu lassen. Das wäre ein wesentlicher Vorteil gegen jetzt, wo eine Reise von Gießen oder der Umgegend nach Schotten fast den Verlust eines halben Tages bedeutet. Der Eisenbahnbehörde wäre es sehr zu danken, wenn sie der Erfüllung dieser gerechten Forderung entsprechen würde; ebenso wäre es, wenn möglich zu machen, eine wesentliche Förderung des Geschästsveriehrs, wenn mit diesem Zng die Anschlußpost von Gießen (Briefe und Zeitungen > be­fördert würde. Die Postsachen, die die Schottener jetzt kurz vor Mittag erhalten, haben Nidda und andere kleine Plätze schon zum Frühkafsee.

+ Ulrichstein, 8. Jnli. Verhaftet wnrden gestern der 23 Jahre alte Schreibgehilfe Jo HS. Eifert und ber Metzger Karl Groh von hier wegen Sittlichkeitsoergehen, begangen an einem 15jährigen Mäbchen. Heute würben beibe nach Gießen überführt.

O Laubach, 8. Juli. Der in ber Lokalgeschichte wohl bewanderte Prof. Dr. A. Röschen aus Gießen hielt gestern abend im Saale des' Solrnser Hof einen jehr interessanten Vortrag über das Treffen zwischen Laubach und Grnnberg im 7uchrigen Kriege. Redner benutzte bazn neues, bisher unbefannteS Material unb unterstützte bie Anschaulichkeit burch eine «arte in größerem Maßstäbe sowie burch Bilbnisse ber Heerführer ans lener kriegerischen Zeit in oollenoeter Weise. Das Jnterc se, bas bas zahlreich er- fdjienene Publikum bem Vortrage zuwanbte, äußerre sich in den Dielen Fragen, bie einzelne Herren bem Rebner, ber sie mit je inet Sachkenntnis ausführlich beantwortete, stellten. Herr Oberlehrer

schifferbataillon.

Eine Sitzung bes Provinzial-> Ans­chuss es finbet am Mittwoch, 14. Juli, vormittags 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Wasserversor­gung Altenburg. 2. Enteignung von Gelände zu H 0 ch - wersel für die Verlängerung der Sackgasse; hier Aus­spruch der Enteignung. 3- Reklamation des Rentmeisters Pfnorr zu Londorf gegen den Voranschlag der Gemeinde Londorf für 1908. 4. Enteignung von Gelände in Ge­markung Ober-Eschbach zur Erbauung einer Neben­bahn von Heddernheim nach Homburg v. d. H,; hier Besitz-

ietzener Anzeiger

Seneral-Anzeiger für Oberhessen

Nr. 158 7

Der «iefjener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich

wird berichtet. Ms die Deutschen v. Plessen nnd- Kruse berg besichtigt. _

ich einer Restaurantbesitzerin, die von Arce zudringlich be-I Gießen unb besichtigte auch bie Räume be§ alten Schlosses, hanbelt würbe, annahmen, requirierte Arce drei ~ ........

Soldaten, ließ beide gefangen nehmen und miß­handelte sie mit der Reitpeitsche. Schließlich wollte er sie erschießen. Angeblich infolge Reklamation des deutschen Geschäftsträgers ist Arce seines Amtes enthoben worden, in Haft genommen und eine Untersuchung eingeleitet worden. Die Regierung von Paraguay hat'ihr Bedauern ausgesprochen.

Der Juli ist für den Landmann der bedeutsamste Monats _ entscheidet über die Ernte. Daher führt er in vielen Gegenden direkt nach der Frucht, die dort die Hauptein­nahmequelle oder das .Hanptbedürfnis der ländlichen Be­völkerung bildet, den Namen. Bei uns in Deutschland heißt er überall, wo viel Viehzucht getrieben wird, der Heumond. Leider hat er aber diesmal seinen Ruf als solcher schlecht bewährt, gilt es doch noch überall viel Heu zu machen. Dazu liegt die Zeit nicht mehr fern, von der es heißt: Tie Schnitter ins Feld!"Der Juli bringt die Sichel für Hans und Mchel". Regen wünscht der Landmann im Juli, besonders zu Beginn des Monats, nicht, dennwenn Juli fängt mit Tröpfeln an, wird man langen Regen han". Anr verderblichsten aber ist der Julireaen, der ohnehin den Erntesegen nimmt, bei lichtem Sonnenschein.Wenn es im Juli bei Sonnenschein regnet, man viel giftigem Mehltau begegnet." DagegenJuli trocken, August haß (heiß), füllt den Bauern Scheune und Faß". Es steht diesmal eine reichgcsegnete Fruchternte bevor, welche aber nur bei gün­stiger Witterung geborgen werden kann. Mit Recht bewegt daher unsere Bauersleute die einzige Frage:Wie wird das Erntewetter werden?"

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