Ausgabe 
2.8.1909 Zweites Blatt
 
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Skr. 178

Gffcheint Ü-Uch mit Ausnahme des Sonntags.

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Zeugnisse»

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Aus den beschlagnahmten Dokumenten geht

I harvor, baß seit Jahren eine regelmäßige Auszahlung von

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ist "doch fein leerer Wahn.

O. K.

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1.

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6.

Das dänische Kabinett hat am Samstag seine Demission eingereicht.

Der schwedische Arbeitgeberverein hat mit einem Konsortium von 16 Banken ein Arrangement über einen Acht-Millionenkredit für den Verein getroffen.

FranzösischesJnfanteriecadregesetz. Dem Temps" zufolge ist der neue Kriegsminister General Brun mit der Ausarbeitung eines Jnfanteriecadregcsetzes be­schäftigt, durch welches eine beträchtliche Verringerung der Zahl der Oberleutnants und Leutnants er­zielt und die Abschaffung der Ergänzungscadres ermög- licht werden soll. Ferner werde die Frage betr. die Er­richtung eines besonderen Jnfanterie-Gencralstabes durch­studiert. Der Gesetzentwurf würde der Kammer gleich zu Beginn der Herbstsession vorgelegt werden.

Vom russischen Thronfolger. Wie bestimmt verlautet, ist für den russischen Thronfolger die Billa Eupatoria an der Südküste der Krim gemietet worden, da er an Knochentuberkulose im Bein erkrankt und ihm ein längerer Aufenthalt im Süden verordnet worden ist.

Der Senat der Vereinigten Staaten hat die vom Staatssekretär geforderten 100 000 Dollars zur Förderung des Handels mit China und Südamerika be­willigt.

en unter 05156 u er Anzeiger erbe'/

inenheil ab 6iit£ cs bietet, fltiuait i'.. Angel). mit n 738 an den HM t"

BestechungSgeldern, nahezu an sämtliche einflußreiche Beamte der Militärintendantur, erfolgte. Besonders schwer sind die Jntendanturbezirke Petersburg, Moskau, Kaukasus, Sibirien und Kasan, sowie verschiedene Armee- und Marinebehörden belastet.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unweffitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Sin russisches Bestechungssysteo»..

Der russische Senator Garin, der vom Zaren mit der Revision der Militärintendantur beauftragt ist, hat ein über

Arrslcmd.

Graf Sternberg, der durch seine urwüchsigen Reden bekannt gewordene österreichische Neichsratsabgeord- nete, der im Jahre 1902 durch den Lffiziersehrenrat für satisfaktionsunfähig und seiner Offizierscharge verlustig erklärt wurde, hat durch eine Audienz beim Kaiser eine Wiederaufnahme des ehrenrätlichen Verfahrens durchge­setzt, nachdem er wiederholt in offener Sitzung des Ab­geordnetenhauses das Urteil gegen ihn als ungerecht be- zeichnet hat. Gestern wurde dem Grafen Sternberg der Bescheid, wonach die angestellten Erhebungen die voll­ständig persönliche Ehrenhaftigkeit des Grafen Sternberg ergeben haben.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^^51. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

Politische Lagesschau.

Dom Hansa Bund.

Sechzehn Handwerksmeister sind in den Vorstand und Ausschuß des Hansa-Bundes Gruppe Mittel- franken eingetreten und haben dadurch deutlich be- wiesen, daß sie es nicht mehr für wichtig halten ein ein gewissen Teil der parteipolitischen Presse, die den Hansa- Bund bekämpft, irgend welche Beachtung zu schenken. Diese Presse ist immer noch bestrebt, der Ausbreitung des Bbrndes entgegenzuwirkeu, offenbar, weil durch seine Gründung alle Kreise der Bevölkerung darüber aufgeklärt würben, in wie schwerer Weise die Interessen des Ge­werbes, des Handels und der Industrie einschließlich des Handwerks und des Mittel- und Kleingewerbes von der herrschenden Reick-stagsmehrheit in der Frage der Reichs- ftnanzreform verletzt worden sind. Wie der Vorsitzende des Innungs-Ausschusses der vereinigten Innungen in Cassel vor wenigen Tagen erst vvr der breiten Oeffentkichkeit erklärte, merken die Handwerker am mefftenan ihrem Geldbeutel" die Wirkungen der neuen Steuergesetze,welche durch die Wirtschaftliche Verenngung und die anderen sog. Handwerkerfteurrdlichen Parteien dem Handwerk bescheert worden sind."

Neuerdings find dem Hanfa-Bund beigetreten die freie Konditor-Innung für ba§ Fürstentum Lippe, die Fleischer-Innung in Ratibor, die Schuhmacher- Znnuny in Hamburg, der Handels-Verein in Waren, der Verband deutscher Häuteverwertungsvereinigungen und mdere

Reue Ortsgruppen des Bundes sind in Küstrin,

einbeck, Kellinghusen, Heidenheim, Georgen (Schwarzwald) gebildet worden.

*

Sine Monarchenbegegnung am Bodensee.

Nach dem befinitio festgesetzten Programm fährt

Mer Franz Josef am 28. Auglist nach Innsbruck.

a) für Bier, bis auf 1 Tbaler;

b) für Wein, bis auf 2 THaler:

c) für Kaffee, Chooolade, Thee, Punsch, Licaueurs und andere Getränke, zusammen bis auf 1 THaler:

d) für Backwerk, Confüurcn und andere Tclicatessen, bis auf 1 T Haler:

e) für Billardgeld, auch wegen Krgel- uitb ähnlicher Spiele, bis auf 1 Thaler:

13. für Wagen-, Pferde- und Schlitten-Miet he, bis auf drei Thaler:

Lin Selbstbekenntnis Liliencrons.

Als vor etwa einem Jahrzehnt der jetzt Heimgegangene Dichter txmLiterarischen Echo" uni eine der von dieser Zeitschrift pufig gebrachten autobiographischen Skizzen ersucht tourbc, ant- ortete er in einer Weise, die für seine natürliche Bescheidenheit nacht minder charakteristisch ist, wie für seine gesunde Lebens- iconie und seine bekannte eMhusiastische Freundschastsfähigteit. Sm liebsten," schrieb er,grübe ich mich in eine Höhle in die S«tibe und schrieb darüber:

Lat mi tofreeden.

Hier wohnt Herr Friedrich Wilhelm Schulze.

Eintritt verboten!

Dieitefcmr HnnMendlätter" werden dem ^Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, daS Krdsblett für öee Huts Sietzen" zweimal wöchentlich. Die Landwirtschaftlichen Seit- ftagen" erscheinen monatlich zweimal.

für Waaren, die zur Kleidung dienen, bis auf 20 Thaler:

für Materiaüvaaren, bis auf 3 Thaler:

für Arbeiten der Künstler, zum Beispiel der Mechaniker, Uhrmacher usw., bis auf 6 Thaler:

für Buchbinderarbeit, bis auf 3 Thaler:

für Schneiderarbeit, mit Inbegriff der Materialien, bis auf 30 Thaler, ohne dieselben für bloßes Macherlohr, nebst Zuthat, bis auf 10 Thaler:

für Schuhmacherarbeit, bis auf 12 Thaler:

10. für Sattler- intb Beutler-Arbeit, bis auf 6 Thaler:

11. Tür Schwerdtfegerarbeit, bis auf 2 Zfyalev;

12. bei Kaffeetiers, Wein- und Bierschenken, Italienern^ Scliweitzer- und anderen Bäckern:

29. ds. findet die Bekränzung des Andreas Hofer-Monuments auf dem Berge Jsel dnrch den Kaiser statt. Am 30. trifft bet Kaiser in Bregenz ein, worauf am 31. eine Rundfahrt auf dem Bodensee stattfindet. Dabei wird eine Begrüßung durch den König von Wüttemberg und den Großherzog von 2'aden stattfinden. Wahrscheinlich wird auch ein Aufstieg Zeppelins erfolgen. Abends erfolgt die Rückreise nach Ischl.

14 für andere Gegenstände, welche keine unentbehrlichen Be-- burrntiie, und weder unter dm vorgenannten, noch unter den Luxuswareu begriffen find, bis auf 4 Thaler

Wenn em Student alle diese erlaubten Kredite zusammen!

Anivruch naym, konnte er immerhin ein besonderes für die damalige Zeit recht ansehnliches Schuidsümmchen aufhäufen.

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1909

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Deutsches Rerch.

Der Kaiser weilte auf seiner Nordlandreise am Samstag in Cbbe. Er begab sich von dort vormittags um 10 Uhr zu einem Ausflug nach Skjaeggedal, wo auch das Frühstück eingenommen wurde.

Kammerwahlen in Baden. DieKarlsruher Zeitung" veröffentlicht in ihrem amtlichen Teil die Aller­höchste Enffchließung vom 22. Juli, wonach die Wahlen für die Erste Kammer auf Mittwoch den 10. November und diejenigen für die Zweite Kammer auf Donnerstag den 21. November d. I. anberaumt sind. Mit der Aus­legung der Wählerlisten für die Wahlen zur Zweiten Kammer soll am Montag den 20. September begonnen werden.

DerReichs an zeig er" veröffentlicht das Gesetz wegen Acnderung des Schankgefäßgesetzes vom 24. Juli 1909. DerReichsanzeiger" veröffentlicht ferner die Ausführungsbesttmmungen des Bundesrats §u Tarif- irummer 11 der Grund st ücksüdertr agu ngen und den Paragraphen 78 bis 90 des Reichs stempelgesetzes vom 15. Juli 1909 mit gemeinsamer Verfügung des Finanz- Ministers und Justizministers vom 27. Juli, in der diese Besttmmungen zur Kenntnis der preußischen Gepichte und Notare gebracht werden.

Für den Fürsten Philipp zu Eulenburg wird für den Monat September eine Billa in Kreuz- lingen am Bodensee gesucht. Auf dem Berliner Polizei­präsidium ist von dieser ganzen Reise nur diese Zeitungs­nachricht und nichts anderes bekannt. Das Polizeipräsidium hat daher zu dieser Angelegenheit bisher noch keine Stel­lung genommen, was auch gar nicht zu seiner Zuständig­keit gehört, da die Entscheidung darüber den Gerichts- behörden zusteht. Auch irgeno einer anderen Behörde ist über eine solche Reife des Fürsten Eulenburg bis jetzt nichts bekannt.

Europa trocknet aus. Für die Geographen gilt es als eine erwiesene Tatsache, daß große Teile von Alien seit langen Zeiten einer zunehmenden Austrocknung ausgesetzt ge­wesen sind. Die yhimeit verschütteter Städte, in denen nament­lich deutsche und englische Gelehrte Ausgrabungen von höchster Wichtigkeit gebracht haben, zeugen von dieser Verschlechterung des Klimas, die sich auch in der namentlich von Sven Hedin in vielen Fällen festgestellten Verkleinerung der Seen von Tibet kundgibt. Nun soll aber auch unser gutes altes Europa hon einem ähnliclzen Schicksal bedroht sein. Ter erste, der diese be­unruhigende Meinung geäußert hat, war der bekannte franzö­sische Höhlenforscher Märtel, der sogar so weit ging, in einem Vortrag zu erklären, daß ein großer Teil der Menschheit inner­halb weniger Jahrhunderte vor Durst sterben wurde, wenn nicht etwas gegen die nmcky'ende Austrocknung geschähe. Dieser War­nungsruf hat weitere Untersuchungen veranlaßt, die namentlich von Wasser an Schweizer Seen ausgeführt worden sind. Auch er ist zu dem Ergebnis gekommen, daß Hunderte von europäischen Seen in der jüngsten Zeit ber Erdgeschichte verscknvunden, andere auf einen tfeineu Teil ihrer früheren Ausdehnung zusammenge- schrumpft siiid. Im Kanton Zürich allein, wv vor 250 Jahren noch 149 Seen bestanden, sind heute nur noch 76 vorhanden, und kaum die Hälfte von ihnen hat ihren früheren Umfang nn- termfnbert bewahren können. Von Seen in Deutschland und Rußland wird dasselbe gesagt. Man braucht sich aber über solche Gutachten nicht zu beimrufügen, denn es handelt sich in Europa wahrscheinlich nur um vorübergehende Klirnaschwaukungen. Außer­dem würde man zu durchaus falschen Ergebnissen kommen, wenn man jedes Anzeichen der Austrocknung eines früher vorhanden gewesenen Sees als einen Beweis für eine Abnahme der Feuchtig­keit betrachten würde. Es bedarf also kaum der tröstlichen Ver­sickerung, daß bisher wenigstens die Ostsee, die Nordsee und das Mittelländische Meer keine Abnahme ihrer Gewässer gezeigt haben.

S tudentenschulden. Anläßlich des IubSäums der Universität Leipzig veröffentlichen dieBuffchensckQsil. Bl." ein interessantes Gesetz, das tm Jahre 1822 an der sächsischen atrna mater in Geltung war. Besonders fürsorglich klingt der § 27, der den Studenten genau vorschreibt, wieviel Schulden sie machen dürfen. Es heißt da:

1. Für Bücher bei dem Buchhändler, bis auf 12 Thaler, bei dem Antiauar oder sonst, bis auf 6 Thaler:

2. iür Musikalien, und Copialien, bis auf 4 Thaler:

3. für Schreibyutteriaüen, bis auf 1 Thaler;

3a, bis an seinen Tod als einfacher teutscher Lyriker (da Ms fa Göld und ka Ahnsehnj herumMbummeln, ist recht, recht fotgtoeilig. Ueberhaupt steht mir jeder Laternenanstecker höher cm Versemacher. Alle Deutschen schreiben Verse, kein Teut- ifgrr Tieft sie. Warum auch! Unsere Zeit ist wahrlich nicht dazu Wtau, Gedichte zu lesen, jemals war die Dichtkunst soher- Mer", wie jetzt, womit ick sagen will, daß niemals ein Gedicht ranger galt, als heute. Der Veffifcr ist nickst eine, sondern die J^jetlidje Person ber Gegenwart. Ob König ober Koch, Minister 'brr Waschfrau, Aesthettker oder Scherenschleifer usw. burck alle ^tnrbe durch: alle betrachten die Verskunst als faulstes der 'dien Geschäft, mehr oder weniger spottbereit.

Ich möchte wvhl eine Lanze brechen für bieHandwerker" Verses, überhaupt für die überaus große Zahl der Schrist- .Jfifer ums Geld. Sie find als ebenso ehrenwert zu erachten, wie i i'Äer Bäcker, Sdjfoifer usw., die schwer ihr Geld verdienen für ick und ihre Ätnbei". Wemn ihnen von den Faniilienblättern, die :Mils Bilderbücher nicht ohne Verdienst sind, Bestellung zugebt, ff-hnen ehre ^stiirftratwn zugescrndt wird, bannt sie dazu cm Jjtot, eine Lkizze, eine ErMlung. eine Schilderung liefern: wa

M nicht, wenn sie ba&u das Zeug haben. Ich beneide diese aünftiteHer. Mir fehlt jedes Talent dazu. Und das ist mein düuer Aergei.

,äLon uns lebenden (zurzeit betaiutten) Künstlern des Verses keiner auf die Nachwelt kommen. 9tur ein emsiger: Richard

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Die Wirkung der neuen vesoldungsordnung für die GMere und Chargierten der Armee.

(Spezialartikel. Nachdruck verboten.)

Mehrfache Anftagen aus Gießen gehen dahin, ob die neue Besoldungsordnung auch eine Wirkung auf bie Besoldung und Löhnung unserer Armee gehabt habe. .Wir haben bereits seinerzeit im Berichte der parlamentarischen Verhandlungen im allgemeinen mitgetcilt, daß die neue Vesoldungsordnung auch für die Offiziere und Chargierten unserer braven Truppen gilt. Das Besoldungs­gesetz hat bekanntlich rückwirkende Kraft vom 1. April 1908. Im Bundesrat ist beschlossen worden, daß die Auszahlung der sich ergebendcli Mehrbeträge tunlichst bald erfolgen soll. Ta aber die Berechnung dieser Differenzen wegen des verschiedcncnr Besoldmigsdienstalters, längere Zeit in Anspruch nehmen wird, so ist vor einigen Wock>en nicht an die Auszahlung zu denken. So z. B. hat sich diese Auszahlung für die preußischen Staats­beamten über 5 Wochen lang hingezogen.

Wir geben unten eine Uebersicht über die neuen Besoldung Ordnungen für die Offiziere und Chargierten der Armee.

Vorweg fei noch einmal erwähnt, daß bekanntlich auch für die Mannsckstlften pro Tag und Kopf 1 Pfennig Löhnung mehr oorgeschlo.gen worden war. Da es aber in diesem Jahre dafür an den nötigen Mitteln mangelt, fo hat der Reichstag folgende Rcsolutton angenommen:

Der Reichstag spricht bei Annahme des Besoldungsgesetzes die Erwartung aus, daß die in Aussicht genommene Er­höhung der M anns ch a f tslö hn u n g im Etats- tahre 1910 erfolgen wird und erklärt sich bereit, die hier­durch entstehenden VLehrkosten gleichzeitig zu bewilligen, soserN Nicht durch Ersparnisse der Bedarf aufgebracht werden kann.

lieber die für Gießen vorgesehene MasseneinLeitung zur Be­rechnung der neuen Wohiiungsgeldzuschüsf e hatten wir bereits in einem früheren Artikel Mitteilung gemacht.

Die Schlierseer versenden folgende, von hübschen! Bildern umrahmte, mit Sprück>en gezierte .HochtzcüsEmladuiig- . Wir Unterzeichnete haben die Ehre onzu^eigen, daß wir uns rn em eheliches Versprechen eingelassen haben und daß künftigen- Montag, den 2. August, um 10 Uhr, die priesterliche Einsegnuna in deni Pfarrgotteshause zu Schlieffee, hierauf das Hochzeits- mahl nn Bauerntheater m Schliersee und vor der Einsegnung das Frühstück eben daselbst stattfinden wird. Zu dieser Feierlichkeit machen wir zuglffch unsere höflichste Ernlatmng mit der innigsten: öitte, bi eien inneren Ehrentag mit Ihrer uns sehr angenehmen Gegenwart zieren zu helfen. Indem wir uns für diese Freund- ichart zeitlebens dankbar bezeigen werden, empfehlen wir uns als

Ihr vcrbundenstes Brautpaar: Josef Riendl, Hochzeiter, Mitgl. d. Schlierseer BcmernthecrterS. Therese Terofal, Hochzeiterin, Direktvrswckter d. Schlierseer Bauerntheaters

Neuhaus bei Schliersee, im Juli 1909.

Das Mahlgeld beträgt 10 Mark.

Ausgezeichnete Empfehlung. Zur Wahl eines ^rtsvorftehers wird imEffurter Allgemeinen Anzeiger" folgende Anzeige veröffemlicht:

Niederzimmern.

Wählt einstnnmig

Max L...!

Er hat Kenntnisse, Bildung, reine Zuchtrichtunq und ist für Wasserleitung und gutes Bullen- material. Viele Einwohner.

Bei einer solchen Empfehlung wird der Sieg nicht aus- biewen.

-Louis LitzL enberger Weg i-,

Tehmel. Das ist meine felsenfeste Ueberzengung, es wird mich deshalb wenig berühren, wenn man mir diese Meinungsäußcrung, so sehr sie von meinem Freundesgefühl biftiert ist, inweitesten Krffsen" verübeln sollte." Und rum folgt eine energische Ab­wehr aller gegen Dehmel gerichteten Angriffe und die wiederholte Prophezerung, daß dieserDichter unserer Zeitseele" allein noch leben" werde, wenn die jetzt lebenden Poeten Lilienrron be­zeichnet sie alle, sich selbst einbegriffen, als Epigonen der Ro- manttk nach vierzig, fünfzig oder allenfalls sechzig Jahren zum alten Eisen gewoffen seien.

Das ist ber ganze Liliencron: die gebotene Gelegenheit, über und von sich selbst zu sprechen, benutzt er, für einen seiner An­sicht nach verkannten Dichteffreinid mit ritterlicher Wärme ein­zutreten und ihn hoch über sich selbst zu stellen . . .Die Treue

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jcher Süradit int iegcn Engliich.

eS Edcrinaft Ist

nabhäng.Frauer: : ii. Butz. KreuzMt. ratjeuipfiebüiiöi ken. KirchM:: hle mich Aum k,;: ffOcMt/-

Utz, müßte das herrlich fein! Da sähe ich nicht den Wirrwarr bti Tages. Wer in Höhlen wohnt, sieht nicht mehr die Schmutz- ijaufen des Neides und der Scheelsucht, die endlosen Steppen der K-iduld, alle die Myriaden Vexierspiegel der Heuchelei, die leeren tonnen des Ruhmes, die regelrechten, rechtwinkligen Gärten des Wiftertunh5, bie lungernden Hunde der Ehrabschneidung, die büittricfenben Sporen der Herrschsucht usw. . . . Eine Autobio- TQiphic ist wohl in den meisten Fällen ein Spiegel der Eitelkeit. Was auch soll ich von mir erzählen, dessen Sehen dahingegangen tll wie das ungezählter anderer Mensckien, ohne irgend etwas blonderes. Wie sagt Marc Aurel:Das menschliche Leben gibt nur oft nichts roeiter, als das Bild einer Haus- ober Feldmaus, effchrocken hin- und heriäujt." Ehrgeiz (das ist schade, besitz' ich nöht. iKun also? Mit 35 Jahren schrieb ich mein erstes Gedicht und blieb bis heute Verseschreiber. Gott sei Tank wird bei mir die ti.tigc, ja ich möchte sagen ordinäre Angewohicheit, Gedichte zu Men, mit jedem Jahre nachlassender. In meinem hunoertund- ifatfttu Jahregebenfe" ich moderner Dramattker zu werden, d« gibte a Göld intb a Ahnsehn. Hoch lebe der Mammon, üccder mit der Kunst wenn sie nichts cirrbringt. Und in meinem Hunde.tiindfünfunddreißigsten Lebensjahre werde ich klassischer Ro- nwneter. Was ich bisher an Prosageliefert" habe, ist Schund.

I.gonj Rußland verbreitetes BeftechiingSsystem auf dem Gebiete der Armeelieferungen durch eine Haussuchung bei dem Direktor dec russischen Versicherungsgesellschaft Alafasow, der zugleich d«c Inhaber einer dec größten russischen Armeerüstungsfirmen

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Zwettes Btatt 15V. Jahrgang Montag Ä.Angnst 1909

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General-Anzeiger fOr Gberhessen

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