Ausgabe 
11.1.1909 Erstes Blatt
 
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weiten der Straße »romcntenc. darauf betraten die beutfdjcn Stuber.ten den Graben und promenierten gleiche "faNs m Grurven von 5 bis ä '.Occnrn. Ptönlich cntftanb «in Gejohle oct Tschechen, unter denen sich viele junge Vurschen befanben und nun marschierte bk Sichcrheits- Wache von allen Seiten au r. Ws \_.V2 llbr hatte sich die (Promenade der deutschen 3rnc, n. n-,'etwa 300 an der Zahl, tn aller Ruhe vollzogen. An einem liunftc würbe ein Student von Tschechen umri: - . und auf die efabri'trafc gc- drängt. Tie Lache schritt jebom ein und zerstreute die Menge. Dieses Manöver wieoerholte sich nom einige Male, wobei es zu mehreren Verhaitnngen tarn. Tie Wache ging mit Energie vor und drängte die Tschechen nad) dem Wenzelsptatzc. Gegen i J Uhr hatte der Graben wieder 'sein normales Bild, das nicht mehr gestört wurde. Zu dem ruhigen Verlaus des Tages hat der Umstand viel bei­getragen, baß bic tschechischen Sozialisten für Vormittags eine Versammlung einberufen batten, somit waren die be­kannten Arrangeure der Prager Ausschreitungen verhindert, auf dem Graben zu erscheinen

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Tie italienische Kammer

'ie^tc am Samstag ihre Acratmigcn über T?afenabmcn jur 2mberung her Not im 6rbbebengebiete fort. Nachdem die einzelnen Anikel der Vorlage beraten waren, wurde biete »n geheimer Abstimmung mit her Abänderung angenommen, bafe an Stelle der vorge- schlagenen funsprozentigen Erhöhung der Steuern für zwei Jahre eine solche um zwei Prozent für fünf Jahre beschlossen wurde. Ter Beschluß ist emftimmtg gefaßt und mit lebhaftem Beifall ausge­nommen worben. Ter Ministerpräsident schlug sodann vor, daß *ie Kammer ihre Arbeiten erst am 16. Februar wieder anfnrhme, statt, wie bkher bestimmt, am 8. Februar, weil sich mehrere Aci° -irster an bic Unglucksstätten begeben müßten. Lieser Vorschlag wurde angenommen und die Sitzung geschlossen.

(Sine Verschmorung gegen den Zaren.

, In Zarskoje-Selo hat sich am Tonnerstag, wie der «VeterS- vurgSki ~iftotN meldet, inmitten der Stadt eine starke Bomben- Explosion ereignet, bei der indessen niemand verletzt wurde. Un- kontrollierbaren Gerüchten zu'olge, ist neuerdings eine Verschwörung gegen die Zarensamrlie aufgedeckt worden, wonzit diese in ZarSkose- Lelo vorgekommene Bomben-Explosion zusannnenhängen soll Das Zarenpaar erhielt in der letzten Zeit mehrfach Drohbriefe. Angeb- Irch hielt sich em Verschwörer in Zarrkose-Selo auf, dem der ver­übte Anschlag galt, weil er wankelmütig geworden sei. In ver- flofiencr Nacht warben dort sowohl wie in Petersburg zahlreiche Verhaftungen sorgen emmen.

Deutsche» Reich.

Tas a i i e r D n a r ist gcircrn von HuoerluSstock iurch Berlin isurückgekehrt.

3n r R c i) c d.i s e it g 111 c n Kaiicrpaares nach iTeuNchlano cnährr bic 'Natwnal-Znnmg, daß der Term in für den Besuch König Eduards von England und Gemahlui am beut> schen .vo»e bereits während der vorjährigen Anwesenheit des brb tischett Königs in (Sronberg vereinten worden sei. König Eduard sechst rraglc damals den Kaiser, warnt ihm sein und seiner Gemahlin Besuch in Berlin ciigcuchnt fei. Beide Souveräne verabredeten <114 Termin bic erste Allste des Februar 1909. Der genaue Tag der Anlunst bev englischen Königsvaarcs wurde dann in privatem Bricm^chstl bei beiden Souveräne festgesetzt. Den König wird -non polilischeu Veriönlick'keiten Sir Charles S5arb,ngc begleiten. sLußerdem trifft mit dem Königspaar das übliche Gefolge in Berlin ein.

Ter neue Kurs, der fett den unglückliäten 'Jtccemtertagen iein^eschlagen worden ist, botumentiert jetzt fdion äußerlich in der tfTOÜtn Zurückhaltung, die sich der Kaiser auserlegt hat. Beisviels- weise Hatto eine Äuldigung vvr dem Kaiser, der aus großen Vereinen Berlins und der Vorort-' bestehunde Säniterbunb zum bevorstehenden 50. Geburtstage des Monarchen in Form einer Serenade geplant. Bvm .tzofmarschallamt ist icooc! die Mitteilung erfolgt, daß der Kaiser die Huldigung ablehnen müsse. -

Aenderung des preußischen Wahlrechts. Der erneute Antrag ixt freisinnigen. ?rrattwnsgemeinschast auf (Sin- lührunq b<y ReichstagsivahlrechtS in Vreußen soll, wie die partei- ufsiziose ,,Lü'- Corr." mittcilt, in der .weiten Sitzung nach den 'Ferien, am Mittwoch, den 13. Januar auf die Tagesordnung des ^Abgeordnetenhauses gesetzt werden.

Ausland.

Aut gc roe rff d) a 1111 d)e i Grundlage. In einer 'aeueni in Prag abgehaltenen Versammlung würbe em Verein der Beamten, Ingenieure und Werkmeister der Maschineuiabrikcu von ganz Oesterreich auf geioerlschastlicher Grundlage gegründet.

Rücktritt 2 t u r b z a S. Der rumämsche Ministerpräsident Sturbza hat wegen Krankheit seine Demission gegeben, bte vom König angenommen wurde. Auf einmütigen Vorschlag der Ha- bintigrnüglieber und des Kammerpräsidenten ernannte der König den Munster des Innern B r a t i a n u zum Ministerpräsidenten. .Sämtliche SDhnifler behalten ihre Porteseuilles.

Ctn angebliches Attentat auf die Königin von Spanten. Amtlich wirb die Meldung eines Budapester Blattes derpentiert, daß auf die Königin von Spanien während ihres Be­suches beim Erzherzog Friedrich ein Attentat verübt worden fei. Die Königin sei lediglich während einer Jagd durch einen herab- laQtnben Baumost an der Stirn leicht verletzt worden.

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21us Stadt unS Land.

Gießen, 11. Januar 1909.

Bekanrpsung her Arbeitslostgleit auf genofseuschaft- kicher (&rttnMagt.

Man schreibt uns

Der Reicbstagsubgcordn?tFreiherr zu Herrnsheim hat lern Augenmerk auf bic praktische Lösung der Frage der Arbeitslosigkeit gerichtet. Er hatte zunächst der Ersten hessi­schen Kammer einen Antrag vorgelegt, ,,bic Großherzogliche Regierung zu ersuchen, eine Kommission einuibcrufen, in bic alle Interessenten etnAuladen srnd, um über bic Einrich­tung von Arbeitslosenversicherungen in den Städten des Großhcrzogrums aus Grund eines von der Großherzoglicoen Regicimng aus-uarbeitenden Fragebogens nach Art des tm bayerischen Ministerium des Innern vorgelegten und hort verhanbelten- zu beraten, »ierbei wäre in erster Linie zu erwägen, welche Mittel und P?ege geboten sind, um zu verhindern, daß solch,e Einrichtungen möglicherweise eine vermehrrc Landflucht ländlicher Arbeiter herbei fuhren." Als Stadtverordneter von Wortns hat Frhr. v. 5)ci)l dem dortigen Kommunalparlament einen ähnlichen Anriiag unterbreitet. Da aber das "Problem der Arbcttsloitgleii meoer tu Deulsci)- lanb noch int Ausland ^Schweiz, Franlreul), Dänemark) befriedigende Losung gefunden hat, versucht Frhr. v. Heyl die Folgen der Arbeitslosigkeit gleichzeitig von einer anderen Seile, her zu bekämpfen. Frhr. n. Heyl betritt einen in Zürich mit Erfolg beschrittenen Weg, bei von vornherein den großen Vorzug hat, weder für Staat ober Geineinbe noch für die Arbeitet selbst irgendwelches Opfer zu be­dingen. Auf seinen Vorschlag ind nach einem Vor trage von ihm hat sich ans Der Warnst: r < rschait heraus zwang. lvs ein Ausschuß gebildet, bet btt* Gründung einer Genossen- schäft zur Unteisinpung vr-.... > -genend :.ro- u znm Ziel hat. Dir Genossensc! ast sott rinc gruve beir .ben, in oer bic Arteit von Jeder t o :x Vv. .nr v m: < werben tann: ferner nr ?. Schmig .. ,i , neu

mit Maschinen geplan,, und eßinV 11 bit - i>o'sei" a^t

schon für ben nächsten Sinter den Bau voir Baracken rur die Unterkunft der Aroettslosen in bic Sega leiten. Tie Arbeiter sollen also kein beschämendes Almosen empfangen, sonbern Gelegenhett belominen, durch nunbringendc Arbeit sich über die Zeit der Beschäftigungslosigkeit hinwegzu- helfen. Je nach ihrer Vermögenslage follen die Wormser Bürger kleinere ober größere Anteile der Genosienschaft erwerben. Achnliche Anstalt .i finb ja schon auf charita- tiver Grnnblage hier und -a getrv «en worden. In der gekennzeichneten Form aber durfte der Versuch zur Vcr- ringerung der Arbeitslosigkeit und damit zur Milderung der sozialen Gegensätze neuartifl fein und ernste Beachtung, für oen Fall des Gelingens. rige Nachah'.m'ng verdienen.

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Tagest a lend er für Montag, 11. Jan.^ Kaunn. Verein und Ortsgeweibeverein : Voitiaq Don Dr. med- Fulda- Frank­furt : ^5uggeftion und Hypnorisnms*. Abends 8* , Uhr in Steins Saalbau.

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Zur Reichstags wähl in Bingen-Alz ey. In Armsheim fand gestern eine von über 300 Vertrauens­männern aus sämtlichen Orten öc5 Wahlkreises besuchte Ver- trauensmännerversammliing der sreisinmgen Parte statt; sie beschloß nach mehrstündiger Beratung in voller Einstimmig­keit: Drc Versammlimg erblickt in Pfarrer Korell den ge­eignetsten Kandidaten für den hiesigen Wahlkreis; sie bittet ihn. sein Bedenken zu unterdrücken und bic Kandidatur zu übernehmen.

** Juristische Staatsprüfung. Von den 24 Re- serendoren, bic sich im Herbst v. I. der Slaatsorüsung für das höhere Justiz» und VenvaltungSfach unterzogen, bestanden 20 das Examen. Tic in Oberhessen beschäftigt gewesenen Hill-Gießen, Dr. Ka tz - Großen-Buscck, Metz-Gießen und Frhr. Schenck zu Schweinsberg - Gießen bestanden sämtlich das Asiessorexamcn.

" Stadttheater. Es sei nochmals auf das Gastspiel von Albert Bassermann vom Lessingtheater in Berlin hin» gewiefen, der am Dienstag, 19. Januar in dem Saltenschcn EmakterzykluS ,Vom andern Ufer* hier auftreten wird. Herr Bassermann wird drei der hervorragendsten Rollen spielen und daß der Künstler, der als der berufene Nachfolger Milter- wurzers gilt, etwas Hochinteressantes bieten wird, geht schon daraus hervor, daß das Werk seinen Erfolg in Berlin speziell den Bassermannschen £ei|"iungen zu veidanken hat. Bemerkt sei noch, daß eine Wiederholung des Emakterzytluö ohne ben Gast auZgeschlossen ist.

" Vortrag Wolfs. ES sei noch mitgeteilt, daß zu dem am 19. Januar in »SicmS Garten" stattsindenden Vor­trag des Oestcrreichlschen ReichSratSabgeordneten Wolf ein Eintrittsgeld nicht erhoben werden wird und auch Frauen Zutritt haben werben. Nähere Bekanntmachungen werben noch erfolgen.

--- Sief cd., 10. Jan. Der yür gerbet ein hielt gestern abend eine gut besuchte Versammlung ab. Die Tagesordnung wurde bei recht reger Diskussion slott er­ledigt. U. a. wurde den Becunglückten auf Zeche Radbod eine Unterstützung von 20 bewilligt. Tas diesjährige Winterfest würbe auf den 23. Januar verlegt, und zum Schluffe wurde noch zur Abhaltung von öffentlichen wissen­schaftlichen Vorträgen angeregt.

i. Groß en--Lin den, 10. Jan. En: seltenes Ge­meindefest beging gestern abend die Bevölkerung unseres Städtchens, nämlich das 25jährige Dienstfubiläum unseres verdienten Ortsoberhauptes, des Bürgermeisters und Landtagsabg. Joh. Leun. Am Samstag abend 8 Uhr wurde in der Ortssttatze ein Festzug ausgestellt, an dem sich der Orts-, Schul- und Kirchenoorstand, die Gesang­vereine Harmonie rmd Germania, oer Kriegerverein, Turn­verein, Radfahrerverein, die Feuerwehr und der Regierungs­vertreter, .Regierungsrat Welcker-Gietzeii beteiligten. Tie Vereine hatten sich mit Lampions versehen. Durch die Straßen bewegte sich der Lampionzug unter Vorantritt eines Musiltorps zur Wohnung des Bürgermeisters, der hier ab­geholt lvurdc. Dann ging cs nach der festlich geschmückten Turnhalle, wo der eigeniliche Festakt stottsand. Auch die Gemeindeverlretcr der angrenzenden Nack)bargemeinben Allendors, Lützellinden, 5)ochelheim, Hörnsheim, Klein- Linden, Leihgesterii und Lang-Göns waren cingeladen. Tr. Platz, der die Feier arrangiert i>artc, hielt die Be- grüßungs und Eröfsnungsansprache^ er hieß bic Regie- EungäbLLlreter, die Vereine usw. willkommen und gedachte der hohen Bedeutung des Festes siir die Gemeinde. Nach einem Gesangsvortrag des Gesangvereins Harmonie ergriff der Regierungsvertrerer Reg'» rungdrat Welcker - Gießen das Wort. Nachdem er bic Verdienste des Jubilars ge­bührend erwähnt, übergab er - amens des Großherzogs das Ritterkreuz 2. Klasse vom Philippsorben uub schloß dann mit einem Hoch auf den Grotzherzog. Beigeordneter Luh sprach über das Aufblühen des -Ortes während der Amts­zeit Leuns, hob seine überaus rühr.ge Tätigkeit im Inter­esse der Gemeinde hervor und übergab als ein äußeres Zeichen dankbarer Anerkennung eine goldene Uhr P'arrer Schulte als Vertreter der Kircheng'emeiudc und im Auf­trag des OberkonsistoriumL gedachte der Verdienste oes Ju­bilars um die kirchlichen Veryällnissc und besonders um die voriges Jahr erfolgte stilgerechte Renovierung des Gottes­hauses. 24 Jahre gehöre Bürgermeister Leun bent Kirchen- oorstand an. Nachdem der Gesangverein Germania einen Chor vorgeiragen l>atte, brachte Pfarrer heinebach einen Toast auf ben Jubilar, ein Gcmeinberatsmitglied auf bic Frau Bürgermeisterin aus. Bürgermeister Üeun dankte m herzlichen Worten für die überaus große Ehrung: beson­deren Tank sprach er dem Reg'erungsvertrcter aus für fein Erscheinen zu der von der Gemeinde veranstalteten Feier. Der Turnverein stellte mehrere schöne lebende Bilder, bet Kricgerverein führte unter lebhaftem Beifall ein Theater^ stück aus und die beiden Gesangvereine verschönerten die Feier durch Gesangsvorträge. So verlief die gan^e Feier in überaus schöner und würdiger Weise.

x Allendorf a. Lda., 10. Januar. Seit einigen Tagen kostet der Laib Brot hier 50 Psg., was besonders für die Arbeiter, bei denen bic Vcrdienuc jetzt dach sehr Inapp sind, sehr erfreulich ist.

? Nonnenroth. 10. Ja» Ein schwerer Un­fall, der einem hochbetagicn Manne das Leben (öftere, er­eignete sich am Freitag abend bauier. Der 85jährige Suireinermeister S d, > eu n ing von hier glitt beim Ver­lassen einer Wirtschaft auf der Trevpe aus und stürzte |0 unglücklich au beit .viutenapi daß er bewußtlos liegen blich, '.liibcrii Tag: , . on starb ocr ?.\ann an den Folgen oes Sturzes. 2a-> Ckrah: auv tgest Wi 'tc gei rn im Unter- luunnug des Falles hier

C bei-Ohmen, 9. Jan. Eine Bürger-Per- I i a ui m l u n g besagte fia^ eingehend nut dem Ohmlol-Vahn-

Projekt MückeUlrichstein. Ein Komitee wurde gewählt, welches die Jntcreffen ter Gemeinde mit Entschiedenheit ver­treten soll.

A Ulrichstein, 10. Jan. Ein heftiges Schneege­stöber setzte am Freitag ein, sodaß tu wenigen Stunden Flut und Feld mit fast fußhohem Schnee bedeckt waren. An einzelnen Stellen türmten sich hohe Schneewehen auf. Heute ist em herrlicher Wintertag mit Hellem Sonnenschein. In Scharen treffen bic Schnceschuhläufer und Schlittemahrer ouS der Um» gegend ein, um sich an der schönen Winternatur zu erfreuen. Vom Schloßberg genießt man einen weiten Fernblick über die herrliche Winterlandschaft.

x Büdingen, 10. Ian. Wir haben »rühei mit- geteilt, daß zur "Schlichtung der zwischen der Fürstlichen Ver» waltung und einigen Gemeinden herrschenden Differenzen Minister Braun feine Vermittelung angeboten hatte. Tic geplante Besprechung mußte wegen Erkrankung des Fürsten verschoben werden. Sic hat nun am 8. d. M. in Darmstadt stattgefunden, und zwar waren zugegen Se. Kgl. Hob. bei Großherzog, Minister Braun, Fürst Wolfgang und Äanmietbirefior Müller. TaS Ergebnis ber Besprechung wirb demnächst amtlich bekannt gegeben werben; so viel können mir fetzt schon verraten, daß der Großherzog mehrfach mit großer Sachkenntnis und m versöhnlichem Sinne in die Besprechung eingriff, und daß eine friedliche Beilegung der Streitigkeiten sicher zu erwarten ist.

O Laubach, 10. Jan. Gestern abend beging die Bevölkerung in festlicher Weise tm Gasthause zum Schützen- Hof das 25jährige Jubiläum ihre« BurgenneisterS W. Jochem, wozu der gesamte Gemeinderat Einladung hatte ergehen lasten. Geh. RegierungSrat Schönfeld aus Schotten begab sich an der Spitze des GemcinderatS in bic Wohnung des Bürgermeisters, um dem Gefeierten daS Gefcheuk der Stadt, eine goldene Taschenuhr, zu überreichen. Unter- besten hatte sich vor dem Hause der Gesangverein .Eintracht eingefunden, um unter Leitung deS Lehrers Metz auS Hungen dem Burgermelster ein Ständchen zu bringen. Darauf be­gab man sich zum FestkommerS im Gasthausc ziim Schutzen- hof, woselbst sich bereits eine sehr zahlreiche Versammlung eingefunben hatte. Der Gesangverein ^Harmonie* eröffnete unter Leitung deS ReallehrerS Gerhardt die Feier mit Tanket dem Herrn". Die zahlreichen Toaste begann Bei­geordneter Kaufmann Diehl mit einem Hoch auf ben Groß- herzog; die Hauptrede hielt Kammerdirektor Birnbaum, in der er die Verdienste deS Bürgermeisters (Eisenbahn, Wasterleitung, Drainage) betonte und die demnächst noch zu lösenden Ausgaben (Kanalisation und Beleuchtung) erwähnte. Es folgten bann als Rebner Pfarrer Nebel, Graf Wil­helm zu SolmS-Laudach, KreiSrat Schönfeld, Ober­amtsrichter Zimmermann, Gymnastalbirektor Tr. M ü l l c r, SanitätSrat Dr. Vogel und tm Namen der Bürger Lau- bachs Metzgemieisler Diehl. Zuletzt sprach SücgermeiflcL I ochem feinen Dank für die dargebrachte Feier und feinen Mitarbeitern und Behörden seine herzlichen TankcSbezeugungen aus. Im übrigen verlief die Feier in durchaus animierter Weise unter gemeinschaftlichen Gesängen, Chören der »Har­monie* und »Eintracht* und unter fleißiger Mitwirkung des Musikoereins.

fc. Vilbel, 10. Jan. Die Gemcmdevertretmig hat dem Vertrag zwischen der Stadt Frankfurt a. TI. und Vilbel wegen Lieferung von GaS und Elektrizität zu- .gestimmt unter der Bedingung, daß Vilbel die Führung der Tranibahnlinie mit zu bestimmen hat. Hebet diese Linien­führung bestehen zwischen dem 'Tranibahnaml in Frank­furt a. M. und der hiesigen OemembcDertretung noch per-, schiedene Meinungen.

s. ^Darmstadt, 9. Zan Die Großh. Ebclglas- in a nu f a f t ur, bereit Besitzer bisher ber Großherzog war, ist nunmehr in den Besitz von Professor Josef Emil Schncckcuborf, bcs bisherigen Leiters bcs Znftitups, übergegangen. Im Firmenregister würbe neu eingetragen: Wcnfiatten für Kunst unb Knnstgewerbe, Josef Emil Lchneckenbors.

R. B. Darm stabt, 10. Jan. Unter zahlreicher Be­teiligung ist gestern hier eine Ortsgruppe Darmstadt des Deutschen Lustflottenoercins gegründet worden. Der Versammlung wohnte u. a. auch Generalmajor v. Ecken- b rech er, der Vorsitzende des hefsifchen Landesverbandes bei, der über bic Zwecke unb Ziele des ganz Teutschland um­fassenden Vereins und über die Organisation eingehend Be­richt erstattet werden. Ende dieses Monats soll in Weimar eine von sämtlichen Landesverbänden beschickte Versammlung stattftnden, in der die Statuten enbgtlttg festgelegt werden sollen. Otach dem Referat wurde bic Ortsgruppe Darmstadt mit ca. 200 Mitgliedern definitiv begründet. Zum Vor­sitzenden wurde Generalarzt Dr. Lindemann, zum Stell­vertreter Baron v. Oettinger, zum ersten Schriftführer Aiajor Fink, zu desten Stellvertreter Dr. Gerth und zum Schatz­meister Kaufmann Fischer gewählt.

b. Dtainz, 9. Jan. Der Wemgutsbefiyer und Wein- Händler HanS Forch führte heute nachmütag einen von ihm konstruierten Acroplan einer größeren Anzahl geladener Herren im Hotel vor. Nach den Erklärungen des Erfinders hat fein Glcitflieger die von Profesior Reißner an der Tech­nischen Hochschule zu Aachen geforderten drei Haupteigen- 'chaften: Schwebefähigk-it, Stabilität und wirkungtzoollen An­trieb, im höchsten Maße. Es kann vier Personen tragen. Im Probeflug schwebte das Modell 15 Meter leicht dahin.

Alainz, 9. Ian. Gestern hat auf dem Stadthaus eine Beratung verschiedener Ausschüsse stattgesunden, in der über etwaige Errichtung eines neuen Rathauses ver­handelt wurde. Es wird behauptet, daß bte Mehrzahl der Anwesenden sich im Prinzip mit einem Neubau einverstanden erklärt habe. Mehrere Neubauten, bic einen Kostenaufwand von 700 000 Mk. verursachen, seien ohuehrn notwendig; die Verwertung der frei werdenden Gebäude soll, wie behauptet wird, die Kosten so weit verringern, daß der Dtehraufivand nicht allzu groß werde. TaS alte Stadthaus soll anderthalb 2)hUioneii cmbrtngcn. das Gebäude in der Stiftsstraße 200 000 Mk., die anderen städtischen Gebäude, die auch zu Burcauzwecken verwandt werben, eine Million. Gin Plan, auf dem der Bau in gotischem Stile gedacht ist, ist vom Bau- aint bereits ferliggeftclU.

- A r a n 11 u r t n. M., V. Jan Heute abcitd fanh zu Ehren des Geheimen Oder-nebizinalratcs Professor Tr. Paul Ehrlich, Direktors des Königlrcheu Instituts der