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Mittwoch 7. April 1909
ISS. Jahrgang
General-Anzeiger für Gberhejfen
Die „Siebener ZamiUenblAter" werden bem .Anzerger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Erelsblatt für den Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Rotationsdruck und Verlag der Brühlffche» Unwersitäts - Buch- und Sleindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: e^5L RedaktionrS:^ 112. Tel.-Lldr.:AnzeigerGreßen,
Nr. %%/ Zweites Blatt
— Gießener Anzeiger
Steigende Arbeitslöhne.
Die Lebenshaltung ist in dem letzten. Jahrzehnt bei uns im deutschen Reiche teurer geworden und sie wird cs noch mehr werden mit der Einführung der neuen Steuern. Da wird vielleicht mancher geneigt sein, dieser zukünftigen Verteuerung der Lebenshaltung mit Besorgnis entgegen zu sehen. Ta ist es nun von großem Jnterefic', zu sehen, in welcher Weise die gewerblichen Arbeitslöhne im letzten Jahrzehnt gestiegen sind. Um diese Frage möglichst einwandfrei zu beantworten, veröffentlicht die Kölnische Leitung ein Zahlenmaterial, das das Ergebnis von drei ver- schiedenen Ilntersuchungen ist. Diese einwandfreien Zahlen lehren nuit übereinstimmend, daß die Erhöhung der gewerblichen Arbeitslöhne im letzten Jahrzehnt bei uns weit über die Verteuerung der Lebenshaltung hinausgeht. Mit anderen Worten: die Lebenshaltung der deutschen Arbeiter zeigt einen erfreulichen Aufstieg.
Man erkennt das zunächst aus einem Buche, das die Ergebnisse einet Statistik des Deutschen Holzarbeitcrverbcmdes vom November 1906 bietet und unter dem Titel: Arbeitszeit und Löhne in der .Holzindustrie in dem bekannten sozialistischen Verlag von I. 5). W. Dietz Nachfolger in Stuttgart erschienen ist. Ter durchschnittliche Wochenverdienst stellt sich 1893 auf 18,69 Mk., 1897: 19,96 Mark, 1902: 21,79 Mk. und 1906: 25,18 Mk. „In Prozenten ausgedrückt, beträgt die Lohnmehrnng von 1893 aus 1897 6,8 Proz., von 1897 auf 1902 9,2 Proz., von 1902 ans 1906 aber 16,5 Proz." Auf Seite 119 sagt der Verfasser: „Aus der Aufstellung ist deutlich zu ersehen, wie sehr der Vormarsch aus den unteren Klassen nach den obern sich vollzieht."
Einen weiteren interessanten Beleg zu dieser Tendenz der 7vhnentwicklung liefert der Direktor des Statistischen Amts der Stnbt Schöneberg, Dr. N. Kucztmski, in seiner Arbeit: Tie Ent- ivicklung der gewerblichen Löhne seit der Begründung des Deutschen :iieiches (Georg Reimer, Berlin), die auf Anregung des Reichschatzamtes entstanden ist und in sieben Abschnitten die Löhne im Bergbau, im Ban-, Sleinverarbeitnngs-, .Holzverarbeitungs-, Mela llverarbeitungs-, Buchgewerbe und im Verkehrswesen behandelt. \nr Steinkohlenbergbau sind in Oberschlesien die Löhne der eigentlichen Bergarbeiter von 1882 bis 1907 gestiegen für das Jahr von 536 auf 1130 Mk., die Löhne der gesamten Belegschaft von 1,81 auf 3,48 und von -190 aus 1003 Mk. In Niederschlesien -'höhten sich die Löhne der eigentlichen Bergarbeiter von 615 auf 1080 Mk., der Gesamtbelegschaft von 586 aus 990 Mk. Im 'veramtsbezirk Dortinund ist eine Steigerung von 848 auf 1871 Mark und von 772 auf 1562 Mk. eingetreten. Im Obcrbcrg- emtsbezirk Halle stiegen im Braunkohlenbergbau die Löhne von 714 auf 1247 Mk. und von 676 auf 1094 Mk. Zur Gesamtbelegschaft gehören auch Arbeiterinnen und Knaben.
Im Berliner Baugewerbe stieg der Stundenlohn der Maurer von 271/2 Pfg. im Jahre 1871 auf 50 Pfg. im Jahre 1886 und auf 75 rm Jahre 1908; das entspricht einem Tagelobn von ."> Mk., 5 Mk., 6,75 Mk. Aehnlich liegen die Verhältnisse der Zimmerer und Putzer. Ein Vergleich der Mittlern Löhne für die Jahre 1885 und 1905 ergibt als Lohnsteigerung in Berlin für die Maurer 62, für die Putzer 82 v. H. Bei den Bauhilfsarbeitern in Berlin ist der Stundenlohn von 21 Pfg. 1879 aus Pfg. 1886 und 50 Pfg. 1908, der Tagelohn von 2,10 auf 2,75 Mk. 1886 und 4,50 Mk. 1908 gestiegen. Es handelt sich dabei um mittlere Löhne. Der mittlere Lohn der Maler in Berlin betrug 1886 für die Stunde 39 Pfg., im Tag 3,50 Mk., 1908 65 Pfg. und 5,85 Mk. Bei den Installateuren ist der Tagelohn von 3,75 im Jahre 1886 auf 5,85 Mk. im Jahre 1908, der Ltundenlohn von 37Vj auf 65 Pfg. gestiegen, der Lohn der Hilss- arbeiter von 2,75 auf 4,27 und von 25 auf 47i;». Bei den Steinmetzen zeigt sich eine Steigerung des Stundenlohns von 50 auf 85, des Tagelohns von 4,50 auf 6,80. Bei den Tischlern in Berlin haben sich von 1886 bis 1905 die Stundenlöhne erhöht bei den Bautischlern von 331/2 auf 571/, bei den Möbeltischlern von 30 aus 65, die Tagelöhne von 3 auf 5 und von 2,90 aus 6,25. Der durchschnittliche Tagesverdienst der Arbeiterschaft von Krupp in Essen betrug 1871 3,03, 1881 3,50, 1886 3,71, 1896 4,24, 1906 5,35 Mk. Im Buchdruckgewerbe betrug der Mindestlohn für Setzer und Drucker 1871 22,50, 1873 26, 1876 24,28, 1878 23,40, 1886 24,60, 1902 28,13, 1907 31,25 Mk. in Berlin.
Dasselbe Bild steigender Löhne erhält man aus einer Untersuchung, die über die Regelung des ArbeitSverhältnijses der Gemeindearbeiter in deutschen Städten als Heft 9 der im Kaiserlichen Statistischen Amt bearbeiteten Beiträge zur Arbeiterstatistik (Karl Hchmaims Verlag, Berlins erschienen ist. Die in dieser Publikation angegebene Uebersicht läßt eine starke Erhöhung der Löhne zwischen 1902 und 1907 erkennen. Dabei muß man sich stets gegenwärtig halten, daß es sich um Gemeindcarbeiter handelt und daß unter diesen eine sehr große Anzahl ungelernter Arbeiter sich befindet. Daß bei den Ungelernten die Lohnsteigerung im ganzen größer gewesen ist als bei den Gelernten, ist ein Ergebnis, das noch besonders beachtet zu werden verdient. A.
Schwierigkeiten des Kabinetts LIemenceau.
Ueber den großen Streik der Postangestellten war die französische Regierung ziemlich glimpflich hiniceggekommen, äußerlich wenigstens, denn sie erhielt, nachdem es gelungen war, in verhältnismäßig kurzer Zeit die Bewegung einzudämmen, bei den lamnier-Jnterpellationen ein großes Vertrauensvotum. Tatsächlich aber scheint die Bewegung doch tiefer Wurzel gefaßt zu haben, als man anfänglich angenommen hatte, wenigstens stellen sich allem Anscheine nach Nachwirkungen ein, bereit Umfang nieinanb ge- ahnt hat. Am Sonntag hat in Paris im Hippodrom eine große Versammlung stattgefunben, in welcher Arbeiter und Staais- angestellte, darunter namentlich Postbebienstete, die Solidarität der Arbeiter und Staatsangestellten proklamierten mit dem Hin- 91 fügen, baß die Arbeiterschaft im Falle eines neuen Ausstanbes unter den Staatsangestellten den Generalstreik proklamieren würden. Dieser Anschluß der Staatsangestellten jnt die sozialistische Bewegung kann als überaus bedeutsames Symptom betrachtet werden, der er geeignet ist, bedeutende Umwälzungen in den inneren Verhältnissen Frankreichs herbeizuführen. Ganz abgesehen von allem anderen, wird ein gewisses Gefühl der Beunruhigung erzeugt, da bei einer derartigen Stimmung in den Beamten- kreisen — und wenn vorläufig auch nur in den unteren — man niemals vor einem bcbcnflidycn Stocken der Staatsmaschinerie iia'icr ist. ES ist daher begreiflich, wenn diese Wendung der Dinge >n dem Gemütern der Franzosen lebhafte Beklemmung hervor- euft und bereits Befürchtmrgen laut werden, daß man am Vorabende einer Revolmion zu stehen scheine. Soweit ist es denn doch noch nicht gekommen, wenngleich es verfehlt wäre, so, wie die ministerielle Presse, die Sache nicht allzu tragisch zu nehmen, :;iin tatsächlich bedeutet die unter den Arbeitern und unteren Beamten augenblicklich vorherrschende Tendenz eine beträchtliche Gefahr für die Republik. - Man sucht zwar auch von Arbeiter- 1 iten den Eindruck abzuschwächen, indem man erklärt, die Ver- ammlungsbe;chlüi se bi beuten keineswegs die Proklamierung eines Ameralpreiks oder die Einleitung einer revolutionären Bewegung, über cs liegt aus der Hand, daß nuiit in diesen Kreisen nicht ögern würde, zum äußersten zu schreiten, wenn man den gc- ! bencir Rioment für gekommen erachtet. Wenn es auch nicht iclstig ist, der Regierung ganz und gar die schuld für diese Zuspitzung, in die Schuhe zu schieben, so steht cs doch außer iVtage, daß vom Ministerium Elemene.au ans bem Gebiete Der .nnrren Politik sehr viel versäumt luuromt ist, unb daß namentlich.
auf sozialpolitischem Gebiete absolut nichts geschehen und im Gegenteil ost genug gesündigt worden ist. Tie stanzösischen Machthaber haben in den letzten Jahren allzu viel Gewicht auf die Außenpolitik gelegt und dabei anscheinend den Blick für bas, was für bic innere Entwicklung notwendig ist, verloren. Millionen über Millionen sind für Marokko geopfert worben, trotz bet ungünstigen Finanzlage, bic sogar dazu zwingt, die Reorganisation der Marine einzuschränken, während man für soziale Aufgaben kaum etwas übrig hatte. Diese Einseitigkeit rächt sich jetzt, bas Kabinett Clemenceau hat auf bem Gebiete der inneren Politik bie Zügel verloren, selbst in ben Kreisen dar treuesten Regierungsanhänger herrscht über uer;d)[ebene Vorkommnisse Mißstimmung, unb wenn man auch bisher die Gefolgschaft nickst verweigert, so geschah dies wohl in der Hauptsache im Hinblick darauf, daß man nicht wußte, was kommen würbe. Jedenfalls kann cs für sicher gelten, baß bic Tage bes Kabinetts Ctemeneeau gezählt sind; als kommenden Mann erachtet man allenthalben den jetzigen Bauten- und Arbeitsminister Barthou, und es ist, vielleicht cha- rakteristtsch, daß man gerade diesen nennt, der einst früher einer der extremsten Sozialisten gewesen ist. Zweifellos bereiten sich ernste Ereignisse in Frankreich vor, die aus die weitere Entwicklung bet Republik nicht ohne Einfluß bleiben können.
Kolitssche Tagesschau.
Asrehe und Schule.
— Examen und Prüfungsarbeiten. (Von einem Vierzehnjährigen.> Gerade jetzt hört man viel davon. Unb bic, bic sie burdjmadjen müssen, seufzen schon lange vorher. Kommt aber erst der Tag, dann ist die Angst da. Tie Angst, daß man nicht bestehen könnte. Unb währenb man schreibt, da ist es immer die Angst, die abhält, sich ganz bem Stosse zu widmen. Dieser Gedanke verwirrt, unb bewirkt, baß man sich nicht auf bas besinnen kann, was man am Tag zuvor, noch sicher wußte. Unb wenn wirklich die Sache mit einem Mißerfolg geendet ha!, bann ist bet Jammer groß. „Aus dem wird nie etwas!" uub ähnliches ist zu hören. Das ist die Regel. — — — Warum Examina? Warum Prüfungsarbeiten? Der Lehrer oder Pro fcjior müßte nach einer bestimmten Zeit seinen Schüler so gc nait kennen, daß eine Prüfung fid> erübrigt. Wie leicht kann es vorkommen, daß der Betreffende zur Zeit der Prüfung indis ponibel war. Oder nicht in Stimmung, denn von der Stimmung hängt viel ab. Zuweilen ist man zerstreut und denkt an andere Dinge. Die natürliche Folge ist Unaufmerksamkeit und schlechte Erfolge. Aber hat der Betreffende einen schlechten Tag, bann verbirbt er sich seine Arbeit. Und von der hängt eben sehr viel ab. Das ist doch eine sehr grobe Ungerechtigkeit. Daher ist es sehr zu wünschen, daß alle Examina und Prüfungen fort- fielen unb es wird mal dahin kommen.
Dernburgs nächste Studienreise.
In parlainentarischen Kreisen verlautet, es sei neuer- bings zweifelhaft, ob Staatssekretär Dernburg schon in diesem Jahre, wie er ursprünglich beabsichtigt hatte, seine Reise nach Kamerun werde antreten können. Der Staatssekretär habe bte Strapazen seiner vorjährigen Reise nach' Ost- und Süd- westaFika noch nicht völlig überwunden. Er wolle den kommenden Sommer zur weiteren Stärkung seiner Gesundheit in unseren: Klima zubringen, um dann erst vom nächsten Jahre ab seine Informationsreise nach den Schutzgebieten fortzusetzen.
NeichStagsersatzwuhl in Stade.
Tas Resultat der gestrigen Reichstagsersatzwahl im 18. Hannoverschen Wahlkreise Hal his 12 Uhr nachts ergeben : Dr. Hoppe (Natl.1 erhielt '6010 Stimmen, Rein «Soz.) 5721 Stimmen, Hauptmann 12. D. Klacvemann (Bund der Landw.) 5641 Stimmen, Dr. Boehmert (Freis. Bgg.) 2296 Stimmen und 0. Decke (Welse) 2.164 Stimmen; 12 kleinere Orte stehen noch aus. Es findet [oniit Stichwahl zwischen Dr. Hoppe (Natl.) und Rein (^05.) statt. In der vorigen Stichwahl wurde der uationallibedü/e Reese mit 14 995 Stimmen gegen den Sozialdemokraten, 6551 Stimmen erhalten hatte, gewählt.
Die weiblichen Handlungsgehilfen.
Tie ungemein ungünstige Eeschaflskonjunktnr des Jahres 1908 bat bic weiblichen An'gesteUlen wohl in gleichem Maße betroffen ivie ihre männlichen Kollegen. Tie vom Kaijerlichen Statistischen Amt hierüber veröffenitlchien Zistern beweisen dies ans bas beut- lichste; denn bie Zahl bet offenen Stellen ist gegenüber dem Vorfahre ivefenilicl) zurückgegangen. Dian kann aus dieser Tatsache folgern, so schreibt bic „Handlungsgehilf.-Korr.", daß bie Konkurrenz des weiblichen Geschlechts nicht so stark unb für ben männlichen Hanblungsgehilfen nicht so brückend ist, wie vielfach angenommen wird. Trotz der schlechten (Äefchäflslage, von der ganz Deutschland betroffen wurde, hat der Kaufmännische Verband lür weibliche Angestellte (Hanplsitz Berlin), der mit seinen 24 000 über das ganze Deutsche Reich verbreiteten 'l'litghebern bte größte Vereinigung bernssläliger Fraileit darsiellt, 5778 feste und 692 Aus- hilsssieünitgeit vermitteln können. Wie ungemein schwer auch bte weiblichen Angestellten unter der Ungunst der Zeit zu leiden hatten, zeigt bic hohe Summe von 10 278 Mk., bic an Stellenloscngeld gezahlt werben mußten. Auch bie Rechtshilfe wurde in starkem Maße in Anspruch genommen. Mehr als ;>000 Fälle wurden von der Hauptverwaltung wie von den Zweigverwaltungsstellcit erledigt, die, ganz abgesehen von Bearnteugehälleru, eine Ausgabe von 1382 Mk. verursachten. Emen scharfen Kampf führte der Verband gegen die Bestrebungen, ben weiblichen Hanblimgsgehilfcn ihre Fachbilbung durch Einfügung von Haushallnngsünlerricht zu beichranken. Ebenso kämpfte der Verband unter Hinweis auf bie z. Z. ungünstigen Aussichten entschieden gegen verfchiedene private Handelsschulen, bie du ich eine ungemein starke Reklame auch minber geeignete Personen zum Ergreifen des bereits überfüllten kaufmännrschen Berufes veranlaßten. An bie Zentralbehörben der einzelnen Bunbesstaaicn luuröcit zur Regelung bes privaten HanbelsschulwefenS entsprechende Eingaben gerichtet, die wemgslens ui Preußen einen gewissen Ersotg hatten.
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Montenegro und Oesterreich.
Der italienische Gesandte hat gestern in Cetinje ein schreiben überreicht mit bem Vorschläge, seine Regierung mit der Beilegung der schwebenden Schwierigleiten zu betrauen. In seiner Antwortnote entarte Montenegro: Anti- Vari werde den Charakter eines Handelshafens behalten; Montenegro werde sich der Entscheidung der Mächte betr. den Artikel 25 aupasseu. — Eine Abschrift dieser Note wird heute den Vertretern der Signa.armächte überreicht werden. Riit Rücksicht, auf diese Anpassung an die Wünsche der Mächte glaubt mau hier, daß bie Angelegenheit beigelegt wird und der Pflege guter, freundnachb'arlicher Beziehungen mit Oesterreich-Ungarn nichts mehr im Wege stehe.
Deutsches Nerch.
Der Kaiser und die Kaiserin sowie Prinz Oskar werden sich am 13. ds. vormittags von Station Wildpark aus nad) Venedig begeben, wo am 14. ds. die Ankunft erfolgt und von wo das Kaiferpaar und der Prinz aus der Jad)t „Hohen- zollern" am 16. April die Reife nad) Korfu antreten werden.
Vcrdy du Vernois. Das Berl. Tgbl. nimmt seine gestrige Meldung von der Ertränkung des früheren Kriegsrninisters Verdy du Vernois zurück. Wie das Blatt erfährt, läßt das Befinden desselben erfreulicherweise nichts zu wünschen übrig.
Ein gemeinsamer Bußtag. Auf eine Anregung der Handelskammer Wiesbaden, den Buß- und Betttrg für ganz Dnttsch- land auf denselben Sonntag festzusetzen, hat die Frankfurter Handelskammer sich für eine einheitliche Feier, aber an einem Wochentag ausgesprod-cn.
Der g e s ch ä f t s f ü h r e n d e LI n s s ch n ß der Freisinnigen Volkspartei ist gestern vormittag in aller Stille zusammen getre.cn, um zur Reid-sfinanzrefonn und zu der Frage der Blvdtt ;e Stellung zu nehmen.
S 0 z i a l d e m 0 k r a t i s d) e Maifeier. And) diesmal hat die Hamburger Polizei der sozialdemokratischen Partei bie Erlaubnis zur Veranstaltung eines Mai-Fcstzugi- gegeben.
Märkte.
— Kartosselmarkt-Bericht vorn 5. April 1909- Friedberg (Hessen): Rote Sorte Mk. 2.25—2.40, Magnurn bonum 2.60—2.70, weiße runde 2.25—2.50, Gelbfleischige, rote, 2.60 bis 2.70, weiße 0.00—0.00. Frankfurt a. M.: Rote Sorte Mk. 2.75—0.00, Magnum bonum 3.50 — 0.00, weiße runde 2.75- 0.00, Gelbfleifchiqe,blaue,3.25-0.00, weiße 3.50. Wiesbaden: Magnum bonum 2.50, weiße runde 2.50, Gelbfleischige rote 0.00. M a n n° h e i in: Magnum bonum Mk. 3.00—3.10, weiße runde 3.25, Gelbste ischi e blaue 3.25, rote 0.00, weiße 0.00—0.00. Köln: Rote Taber 0.00, Magnum bonum 3.70-0.00, weiße runde 2.90— 3.00, Gelbfleifchige blaue 3.80—0.00, rote 4.30—0.00, weiße 5.00 — 0.00. Dortmund: Rote Taber 0.00—0.00, andere rote Sorten 0.00 bis 0.00, Magnum bonum 3.35—0.00, weiße runde 3.00—0.00, Gelbfleifchige blaue 0.00—0.00, rote 4.35—0.00, weiße 4.75—0.00. Hagen 1. W.: Rote Taber k. 0.00—0.00, andere rote Sorten 0.00-0.00, Magnum bonum 3.30—0.00, weiße runde 0.00—0.00, Gelbfl. rote 0.00—1)00, weiße 4.50—0.00. Saffig-Plaidt: Rote Taber 0.00—0.00, andere rote Sorten 4.00-0.00, Magnum bonum 3.40—0.00, weiße runde 3.50-0.00, Gelbfleischige, blaue 0.00 bis 0 00, rote 0.00—0.00, weiße 0,00—0 00. Frankenthal (Pfalz): Note Sorten 2.50—0.00, Magnum bonum 2.60—0.00, weiße runde 2.50—0.00, Gelbfleifchige blaue 3.25—0.00, rote 3.25-0.00, weiße 3.50—0.00. Saarlouis: Note Taber 0.00—0.00, andere rote Sorten 3.50—0 00, Magnum bonum 0.00—0.00, weiße runde 3.50 bis 0.00. Gelbfleifchige, blaue 0.00—0.00, rote 0.00—0.00, weiße 0.00—0.00. Kempen: Rote Taber 0.00-0.00, andere rote rSarten 0.00—0.00, Magnum bonum 3.50—0.00, weiße runde 0.00- 0.00, Gelbfleifchige blaue 0.00.—0.00, rote 0.00—0.00, weiße 0,00 — O.pö. (Alles per 50 KgrZ.
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TeäetfomsGfoe Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.
Frankfurter Börse, 7. April, 1.15 Uhr.
31,9°/o Reichsanleihe. . . 96,00 3°/' do. ... 87.00 3*/,% Konsols .... 96.20 3°/0 do. .... 87.00 3'/,°/g Hessen —.— 3^2ft« Oberhessen . . . —• — 4°/0 Oesterr. Goldrente . . 99 95 4*/5°/n Oesterr. Silberrente. 99.60 4°/0 Ungar. Goldrente . . 95.25 4° 0 Italien. Rente . . . —.— 3°/0 Portugiesen Serie I . 59.40 3% Portugiesen „ III . 61.30 4 V2°/o rass. Staatsanl. 1905 98.45 47-..o/o Japan. Staatsanleihe 95.95 4°/0 Conv.Türken von 1903 95.20 Türkenlose —.— 4°/0 Griech. Monopol-Anl. . 50.30 4°/0 äussere Argentinier . 89.30 3°/0 Mexikaner .... 65.50 47,% Chinesen —
Aktien:
Bochum Guss 223.40 Buderus E. W.....—.—
Tendenz: ziemlich fest.
Berliner Börse, 1
Canada E. B 175.70 Darmstädter Bank . . . 130.50 Deutsche Bank . . . . 241.60 Dortmunder-Union C. . . 61.00 Dresdner Bank .... 150.90
Tendenz: behauptet.
Elehtriz. Lahmeyer . . , 121.25 Elektriz. Schuckert . . . 122.85 Eschweiler Bergwerk . . —.— Gelsenkirchen Bergwerk . 186.00 Hamburg-Amerik. Paketf. 116.50 Harpener Bergwerk. . . 191.75 Laurahütte 193.70 Nordd Lloyd 85.80 Oberschles. Eisen-Indnstrie 95.75 Berliner Handelsges. . . 171.00 Darmstädter Bank . . , 130.50 Deutsche Bank .... 242.00 Deutsch - Asiat. Bank . . —.— Diskonto-Kommandit . . 190.00 Dresdner Bank .... 150.50 Kreditaktien —.— Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn .... 111.95 Gotthardbahn .... —.— Lombard. Eisenbahn. . . 18.30 Oesterr. Staatsbahn . . . 149.10 Prince - Henri - Eisenbahn . —
. April. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk . . . 191.40
Laurahütte 194.20
Lombarden E. B 17.90
Nordd. Lloyd .... 85.60
Türkenlose ..... 146.50
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