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6.11.1909 Erstes Blatt
 
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159. Jahrgang

Erstes Blatt

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Yojtüito StlMI iter u. Kostproben zu Di«»:£

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Präparate, blutbildende ide Nährmittel, lieh bekannte Kakaoi, n, Tees, Kaffees ete ?n Preisen, wie die fff. | ibiger Firma an Hm t i Niederlage von

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Samstag 6. November 1909

Oeaufloprei»;

b monatlich 7sPi., viertel-

Zeitungen bilden.

Deuticbcs Keich.

Wie dieKarlsruher Zeitung" vernimmt wird der badische Landtag am 23. November durch den Groß- herzog eröffnet werden.

Ausland

paste so auf den Grund aulgelegt, teß die flüssige Glasmasse m die Zellen gestrichen wird, die aus schmalen Metallstcgen acbitöti werden Diese Metal«stcge werden aus den Grund aufgelotet und geben die Konturen des dargestellten Gegenstandes Beim Grubenichmelz dagegen sind bte Zellen in den Grund selbst hin­eingearbeitet.

Da der Japaner nur den Zellenschmelz kennt, so sei nur dieser erwähnt.

Der Grund der Cloisomiöstücke ist meistens Kupfer, doch ver­stehen es die Japaner, auch ihre Keramik mit Emaille zu schmucken.

müßte. , , .

Die Zukunft Griechenlands liegt noch in dichtem Nebel. Der Aufrübrer Thbaldos ist zwar gefangen gesetzt wurden und wird einem Schwurgericht übergeben werden, aber die Unteroffiziere in Heer und Marine sind noch immer un» .1 >'ig und drohen mit neuen Revolten. Jrr^ marokkanischen -s Herd ist das Feuer anscheinend erloschen, Spanien, Frank'

worden seien, und meint, die nationalliberale Partei sollte sich für zu gut halten,eine Mandatsversorgungsanstalt ;ür Freisinn, Demolra en und besonders Sozialdemokraten ru sein". Aber auch im freisinnigen Lager wird Halbmast geflaggt. Die freisinnigeBoss. Ztg " stellt fest, das deutsckse Volk mache augenblicklich so etwas wie einenZug durch

zusammenziehen. Die darüber gelegte GAur dageg^ft die mvt Holzasche ausgelaugt ist und dadurch mehr zum

M wird, zieht sich rchcher zusammen als dm: Sterten und muß zerreißen. Es .ist ganz iicher, datz die,«- Vrvzeß in srülier Peil ernst ein F a b r i k a t io n s s eh le r war imb^bcr Töpfermeisier ein saures Gesicht machte, wenn em L>tuck nach dem anderen mit breiten Risten o-ersehen vom Garbrand kam. Abe. als man diesem Fehler auf die.A-pur kam, hatman aus der Not eine Tugend gemacht. Und es ist wohl -u tenierfen, daß diese Haarrisse oder gekrackten Glasuren gar nicht so leicht h^rzustellen sind, sondern eine genaue Kenntnis der aufbereiteten Materialien voraussetzen, da sonst die Glasur emfach a^vrmgt^

Nach dem Garbrand ist bte Bemalung.^Geschirrs die Hauotiackv Nmi bietet gerade der Latiumascherben mit seiner 'BStiaen, oft goldgelben Glasur eine Herrliche Folie für die glü­henden Ernaitlesarben des Malers, die mit Ausnahme von Rot sämtlich nach dem Aufträgen im Mustelseuer eingebrannt werden L^er tmi hier die modernen japanischen Maler des Men oft M rab überziehen den ganzen .Scherzi rnft Tarftellungen aller Art, so daß vom Grunde fast nichts mehr übrig bleibt. Dadurch verstoßen sie gegen die Regel, daß man ben v-'toTL mis dem der kunstgewerbliche Gegenstand gefertigt ist, nicht durch einen anderen verdrängen soll.

- Erst in neuerer Zeit werden auch Gruppen menschlicher A-iauren reine Genreszeiien auf die Gesätze gemalt, wahrend die altm Stück? meist mit Blumen, Vögeln, verstreuten Goldstewchen

Das Verfahren des Cloisonnearbeiters ist nun folgendes:

Zunächst wird das Muster vvrgezeichnet, dann werden die Metallstege zusammengesetzt und mit einem dickflüssigen Leim auf dem Gefäß befestigt.

Sitzen die Metalldrähte, so beginnt das Ausfallen der Zellm mit der Glasbritte, wobei strenge Arbeitsteilung emgesührt ist, indem jeder einzelne Arbeiter nur bestimmte arten in die Zellen streicht Nach dieser Arbeit werden dann die Farben tm Mussel­osen eingebrannt. Schwinden und Atevrmgen der warben kommt vor, so daß oft zwei, drei, ja mehr Retuschen notig sind, b^ bte Zellen völlig gefüllt sind. Dann solgt das Abschleifen und als letzte Arbeit das Polieren.

Zum Schlüsse ist es vielleicht nicht uninteressant, noch einige Bemerkungen über den Betrieb solcher Kunstwerkstätlen zu machen.

Wer inmitten keramischer Industrie ausgewachsen ist und vor den großen, durch drei Stockwerke hindurchgehenden Hochoscn gestanden hat mit den großen Feuerofsnungen, wer in den großen Drehsälen von Maschine zu Maschine von Drehscheibe zu Dreh­scheibe gewandert ist, wer all die maschinellen Hilssmittcl unserer keramischen Industrie kennt, der staunt beim Betreten lapanstcher kunstgewerblicher Anlagen. Es ist ein richtiger Hausbetr^b, m den wir cingeführt werden. Zunächst geleitet uns der Besitzer einer solchen sog. Fabrik in zwei Musterzimmer. In dem einen stehen gewöhnlich die billigen Erzeugniste für ben Europäer in tem anderen die Waren, aus die der Fabrikant stolz ist: jeter, der heute nach Japan kommt, hüte sich, in dem billigen Magazin auch nur einen Jen auszugeben. Was ihm hier verabreicht wird, ist Jahrmarktsschunb, der alles andere, nur nicht lapamich HL anderen Raum finden wir ater wunderbare Stucke voll t einer, imimer küniüerischer Reize. Diese Art der Geschäftsführung ist iehr tU bedauern und trägt sicher nur dazu bei, das lapaniscte Kunstgewerbe in Mißkredit zu bringen. Bon dem Musterzmimer, in dem der Besucher mit Tee und bunten kleinen, Kunstzverken vergleichbaren Reiskuchen bewirtet wird, wandern wir m em fapanisches Gärtchen mit ben vielen Reizen der symbolisch aus- zufassenden. Gartenarchitektur. Hier liegen unter Grün versteckt

das Note Meer": .. _ .

(Eine Menge kül/ler Beobachter, Manner, die sonst gar nicht die Sckladettsrente für die einzig reute Freude Halten, trösten sich, es sei ganz reckst, daß diese Quittung über dieFiimnzreform erteilt wird, ganz recht, daß die sozia demokratische Flut immer bedrohlicher an schwillt. Da die Macksthater nicht Horen wollten, müssen sie fühlen. Mag sein, datz diese Empsindung an das tri­viale Wort erinnert;Es ist meinem Vater ganz recht, da» mir die Hände abfrieren; weshalb kaust er mir keine Handschuhe. Aber daS bittere Gefühl, bas bei Eintritt lebhaft ge­äußerter Befürchtungen erregt, ist heutzutage so verbreitet, datz man ilym in allen Schichten der Bevölkerung, in Hüften wie

Japanische; Satsuma und Cloisonne.

Gießen, 6. Nov.

In dem Geschäfte von Bach sind zurzeit kunstgewerbliche Gegenstände aus Japan ausgestellt, die Dr. med. Klein von dort mit in die Heimat gebracht hat.

Wenn man von einer ästhetischen Würdigung dieser Werke japanischen Gewertefleißes ganz absieht, so bleibt dem Betrach­tenden vor allem die Frage nach dem technischen Werdegang dieser Arbeiten, eine Frage, die hier in aller Kurze eine Be­antwortung erfahren soll.

Die Japaner unterscheiden zwei große AbpnUmgen ihrer keramischen Erzeugnisse, die T suchi- Ya ft, das und dre weichen Erzeugnisse, und dis I s h i - N a k i, das sind die harten Erzeug­nisse der Keramik. Tie ersteren, die Tsuchi-yaki, zeichnen sich vor den anteren dadurch au,, daß ihr L-cherten undurchsichtig ist, porös, Flüssigkeiten durchläßt. Bei der zweiten Gruppe imtcrt der Schrten zusammen, d. h. schmilzt zu einer hom^enm Maste, die übrigens eine höhere Brenntemperatur brau*4 wie die erste Gruppe. Es ist dieselbe Einteilung wie bei unseren Parolen und dichten Donwaren. . ,,

Zu dieser ersten Gruppe, zu der alle Jedenwaren gehören, alle Töpferwaren mit Blei- und Zinnglasuren, wird auch die Satsuma-Fayenee gerechnet. Diese keramischen. Erzeugnifte be­dürfen einer Glasur, wenn sie dazu bestimmt sind, mit <ylu-Hl.9; feiten gefüllt zu werden. Glasur und ^cherb^n verbinden ych nicht zu einer zusammenschmelzenden Masse, ,ändern die Glasur kann bei gwßen Temperawrschwaiikungai und bei rauher Be­handlung abblättern, was bei der zweiten Grupps ausgesch.vllen HL

Tie Aatfuma-Fayenee wurde 1592 von Korea gebracht und zwar durch ben bekannten F^ldterrn Diderofhi. Hitejoshi siedelte ein Dorf Nayeshirogawa mit Tomern an, uno Koreaner betreiben noch teufe ihr Gewerbe in Dano-ura in ter Nähe von Kagoshima. Ater die Satsuma-#atence eiftwickelte sich in ganz Japan zu einer bodenständigen Kunst Lrstm Ranges.

Die Masse des Satsuma-Steingutes wird aus^einem bräun- litten, porösen, weichen Tone bereitet. Wenn der '-ton die notige Plastizität besitzt, die er gewöhnlich nach der ersten Zubereitung durch lahrelanges sog. Sumpfen erreicht, wird er. auf oer -rey-- scheite, der Rukurv, geformt, getrocknet, zum Biskuit gebrannt und hieraus mit einer Glasur, meist aus Feldspat, überzogen, zum Glattfeuer in den Garbrand gegeben.

Tem Deobaclster der Satsumastücke fallen gewiß die kleinen, zahllosen Sprünge und Risse aus, die sich wie ein Haarnetz aber pen Scherben ziehen. Es ist das keineswegs ein schaden, sondern beabsichtigt und ein Verfahren, das man technisch stufenderntatzen erreickst: Nach dem ersten schwachen Brande zum Biskuit besitzt der Ton feind so große Neigung mehr zum Schwinden, d. h. öw

geschmückt waren.

A^e Stücke sind im Handel eine Seltenheit, da die Japaner '^EdL wir^un? mm> der zweiten Gruppe der Arbeiten zu, ben Arbeiten in Email cloisonnä.

Arbeiten in Email sind uns schon lang bekannt, ehe iapa- nische Clois mnästücke zu uns kamen, besonders durch die Pracht- Srfe N Bvzaiiz von ter Mitte tes VI. WWberti an. In aller Nähe Tonnen mir tm ^tvmschatz zu Limburg a. d. L. der­artige Meisterwerke der Zellen, chmelzkumt^ teimmbern.

Nach China und dann nach Japan ist die Emailkunst oder der Zellensckmelz wahrscheinlich durch die Araber gekommen.

Ter älteste Gegenstand in Japan, mit Zellenschmelz ver­wert ist ein Spiegel tm Schatzhause zu Nara aus der Zett des Kaisers Shomu ?r2±748/, ein jedenfalls aus China impor­tiertes Stück Aber erst Dom Ende des 16. Jahrhunderts an scheint der Japaner selbständig Zellenschmelz zu verarbeiten.

Ans die weitere Darstellung ter Geschichte dieses kunstgewerb­lichen Zweiges muß hier verzichtet werden. , r, .

Ww unterscheiden den Zellenschmelz und bat ^llb^schmelz. Bei dem Zellenschmelz wird die durch Metalloxyde gefärbte G.as-

Palästru begegnet."

Deutlich genug spricht aus diesen Sätzen die Erkenntnis, ; daß der Liberalismus, wenn es so weiter geht wie bisher, ckftfestlich zerrieben wird. Der frcis. Abg. Dr. Muller-Mei­ningen erhebt imFränk. Kur." den Ruf:Die Wafscn nieder und malynt zum Frieden. DieBoss. Zta." macht einen Vorschlag:Darum ist es das unabweisliche Gebot einer weisen Politik, durch f r e i h e i t l i ch e M a tz r e a e l n unb weitherzige Erfüllung begründeter Dolkswunsche dem Radi- 'alismus den Wind aus den Segeln zu ntij-men." Nichts sei, o meint das Blatt weiter, verkehrter, als wenn man sich einbilde, die Massen der unbemittelten Bevölkerung durch 'oziolpolitische Fürsoraegesetze gewinnen zu tonnen. Dem- gemäß verweist das Blatt auf England, dort sei die Sozlal- demolratie keine Macht, weil dort politische Frecheit herrsche und auf Lebensmi.teln der 9)2(11(611 weder Zolle noch -steuern ruhten. Uns scheint, das Blatt fordert von der Regierung zu viel auf einmal und von den Parteien zu wenig. Der liberale Zufluß zum roten Meere muß versperrt lverden, indem man im bürgerlichen Sager die S.reitaxt endlich begräbt und dem Geiste der Unzufriedenen durch neue, aus dem Boden der gegebenen Verhältnisse zu entrichtende poli­tische Aufgaben bessere Nahrung zusührt. Bemerkenswert ist es, daß ein Blatt wie dieVoss. Ztg." den Fortschritten der Sozialpolitik pessimistisch, wenn nicht ablehnend geger> überzustehen scheint

Beim Ueberblick über Ereignisse im Ausland- malen sich die seit langer Frist glimmenden Verwicklungen in neuen F-arben. In England Ruhe vor dem Scurni. Das Unterbaus hat in der Drittelt Lesung das Fmanzgesetz angenommen, unb die liberale englische Regierung hat dem Oberhause laut den Fehdehandschuh hrugeworsen Aus beiden Seiten rüstet man sich zu Neuwahlen für das Parla­ment und sehr bald wird die Entscheidung darüber ge-allt werden, ob die liberale Regierung l'rck halten kann ooer durch eine konservative ersetzt wird. Für Deutschland ist diese Entscheidung immerhin von großer Wichtig^keit, da, solange die Liberalen am Ruder luaren, dre deutsch-englische Kriegsgefahr weniger in den Vordergrund trat, als man es mc Den Fall eines Wechsels in der Regierung besorgen

Die außerordentliche S e s s i o n d e r b e l g i s ch e n D e - putie rtenkam mer, die zur Beratung des Gesetzent­wurfes über die Heeresreform der Regierung einberufen worden war, ist am Freitag geschlossen warben, ohne daß eine Abstimmung möglich gewesen wäre. Die ordentliche Session wird am nächsten Dienstag eröffnet merben.

Im englischen Unterhaus bca.itragte der Aes- sekretär für Irland, Bärrel, die Zusatzantrage des Ober­hauses zur irischen L a n d b i l l en bloc obzulehnen und führte aus, daß das Oberhaus den § 24 vollsttindig ge­strichen, den 8 13 abgeändert und 13 neue eingefugt gatte. Der Entwurf des Oberhauses sei mit den Vorschlägen der Rcaierung unvereinbar, aber da sei ein großer Spielraum für ein Kompromiß. Er sei bemiihi, ein Uebere.nkommen zustande zu bringen. Die Zu sa tz an tr a^g e wurden mit 219 gegen 54 Stimmen ab g elehn t. Da-, Haus vertagte sich sodann bis 23. November.

Aus Por tsmouth wird gemeldet: Bei der tiierihtn- digen Probefahrt des neuen Linienschiffes North Daevta" platzte am Freitag in der vierten Stunde ein Kesselrohr, wobei vier Heizer verbrüht wurden; das Schiff konnte trotzdem die vierstündige Probefahrt zu Ende fuhren und erreichte hierbei die ausbedungene Ge- schwindigkeitvonäl Knoten in der stunde wahrend der ganzen Dauer der Fahrt.

Die französische Kammer setzte die Beratungen über die W a h l r e f o r m fort. Ministerpräsident Br.and erklärte kurz, die Regierung sei nach rote vor der Ansicht, daß die Reform im Prinzip wünschenswert su gegenwärtig aber sei sie unmöglich. Der sozialistu ch^radickale Pelle- tan wies auf die schweren Unzuträgltchkciten bei dem Pro­portionalsystem hin, kas die fleinen Minoritäten vernichten und zu Kämpfen zwischen den Kandidaten der,elben Partei ^^Der^Ausschuß der russischen Reich sduma be­schloß, die zum Paragraphen 96 der Gmndge.etze einge­brachte Interpellation abzulehnen. Nach einer kürzlich ver­öffentlichten kaiserlichen Verfügung zu diesem Paragraphen unterliegen alle legislativen Fragen hinsichtlich der Or- . ganisation der Land- und Seestreitkraste, sowie der Landes­verteidigung der unmittelbaren Sanllron des Ka.sers Der , Ausschuß begründete die Ablehnung der Interpellation

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Anzeiger «ietzrn.

Annahme von Anzeigen f{ir Die Tageslinnuner bis oonniuags 9 llbt.

->n etwa drei Wochen, am 30. November, wird der Äcichstag wieder seine Sitzungen beginnen, aber es wird M hohen Hause keine frohe Stunde des Wiedersehens wer- en Dem Entwurf der Reichsversicherimgsordnung wird ivcmi er überhaupt gleich zur Beratung gestellt werden sollte, von allen ©eiten her lebhaftder Marsch geblasen werden, und der Parteien Stimmung wird einer Gewitterschwüle alcichkommen. Und die Regierung, der neue Reichskanzler, die neuen Verioalter der hohen Aemter? Es wurde ge­munkelt daß sic gegen die zu erwartenden Vorwurfe spar­samer Volksvertreter sich schon gerüstet hatten, der Hüter des RcichSsck>atzsäckels soll manche Rechnungen geiurzt und insgesamt 180 Millionen den für das neue Jahr vorgc- legten Hausl)altungen gestrichen haben. Trotzdem werden ftlanen vorgebracht werden und zwar berechtigte Klagen. Das in den letzten Tagen der Kieler Werftprozeß ans Tageslicht gebracht hat, ist schlimm und wird dem Reichs- marineamt im Rcick)stag viel Sck)wierigkclten machen. Wie ist cs möglich, daß hi Kiel so gehaust ^werden konnte, tu einer Zeit wo die Steuerzitronen bis aus die letzten Tropfen ausgcpreß't sind? Ein Beamter der Werst erllarte dem staunenden Gerichtshof in aller Ruhe, die Eile, mit der für die Marinebeoürfniise das Vaterlandes gesorgt werden mit-fe, bedinge es, daß ein lleberfluß an Material in ben Lagerräumen herumliege unb bie Sparsamkeitsgrundsatze niLüiucr nicht iMten oefolgt werden können. Hoffentlich kommt Herr v. Tirpitz dem Reichstag nicht mit ähnlichen Flausen? .Kaffee und Zündhölzer werden am Ende nicht darum besteuert, daß das Geld auf den kaiserlichen Werften mit den Händen zum Fenster hinausgeworfen wird! Wah­rend bei der preußischen Eisenbahnverwaltung jede zer­brochene Feusterscheibe noch einen Erlös abwersen muß, während auf den Kasernenhöfen des Deutschen Reiches die Dienstzeit aller Bestandteile des Soldatenschmucks immer mehr verlängert wird trotzdem soll Herr Wermuth auch hier noch wesentliche Abstriche herausgerechnet haben blieben in Kiel die Tore der kaiserlichen Werft sperrangel- tucii offen. Es wurde gestohlen und betrogen. Mes holte aus dem Vollen; nicht nur die Ausweisung zum Betreten der Werstplatzc und Laaerstellen wurde miserabel gehand­habt sondern auch die Verwendung von Materialien wurde zur Komödie. Wir haben die Einzelheiten berichtet: alte Leinwand wurde um 30 Pfg. verkauft, vom Käufer ge­reinigt und um 2.85 Mk. an die Werft wiederverkauft: Bast wurde zu 76 Mk. abgegeben und zu 1000 Mk. writerverraufk, Tupfer alS Eisen verhandelt. Die biederen Obermeister, denen diese Geschäfte oblagen, erkundigten sich bei ben Liefe­ranten welche Taxen sie ben Abnehmern machen sollten, die Käufer bildeten Ringe und schlossen die Konturren aus. Mer buchmäßig war alles in schönster Ordnung unb die Oberrechnunas'ammer war eine prompte Rechen­maschine. Auch beim Verlauf alter Schisse scheinen auf diese Weise die Tausende zum Werfttor hinausgewandert zu fein. Es wird ein großes Reinemachen stattzufinden haben, und

Herr Erzberger wird wohl nicht allein dazu das Wort ergreifen... ... , .

Die Stimmung in den bürgerlichen Kreisen gleicht der einer verlorenen tÄhlacht. Wenn man das auch nicht überall zuqcben mag. In der nationalliberalen Vartei gärt es ob der großen Wahlverluste, und derMannheimer General- anzeiger", den man als das Organ des Führers Basser-

ind 11. November

.* Am verschiedenen I nfi Tausenden: I M 3 Lose 3 Mk

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Porto und Liste 30 Pfg. extra.

Gewinnplan:

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Politiken Teil: August

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Hotationsöru(f und Verlag der vrühl'ichen llnw.-vuch. und SteinOruderd H. Lange. Redaktion, Lrp-dition und vruckerel- SchuIItratze 7. B-ck.

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im Sande vergraben. Dagegen sind aus dem Asthenhausen in Persien wieder neue Flammen geschlagen. Nordpersien ist in Hellem Aufruhr. Die Anhänger des früheren Schahs, an ihrer Spitze Rallsim Khan, haben sich gegen die fetzige Regierung erhoben und, wie wir meldeten, die Stadt llrii.- bil^ übersatten und ausgeraubt. Die Regieriingstrnippen, die gegen die Aufrührer vorgehen sottten, haben bis.heute die Stadt Teheran noch nicht verlassen, und dieErfolge Rakim Klsans werden den Aufstand nur heißer entfachen. Schon lesen wir heute eine Zeitungsmeldung, daß auch russische Truppen von Tislis aus sich zum Eingreifen rüsten, und so werden die persischen Wirren aller Voiaussicht nach in der nächsten Zeit wieder eine stel-cnde Rubrik in den

Die heutige Nummer umfatzt 18 Seiten.

politische wochenschan.

Gießen, 6. Novbr.

frei*,