Ausgabe 
4.7.1908 Viertes Blatt
 
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Nr. 155

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.

tirossh. Polizeiamt. Reinhart.

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Die ..Gietzener Familiendlötter" werden dem .Anzeiger' thermal wöchentlich beigelegt, das Kretsblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

m den günstigen Saatenstandsberichien der meisten Länder einige , die die

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Samstag 4. Juli 1908

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schm Unwersitäts - Buch- und Sterndruckerel.

R. Lange. Gießen.

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Universitäts-Nachrichten.

Der e r ft e diplomierte Nationalökonom. Es gibt zivar an nianchen Universitäten eine staalsivissenschaftliche Fakiillät, aber em Diplom - Examen für 9lahoiutlöfonomen besitzt nur die Universität Jena, die diese Prüfung im vergangenen Jahre aus Anregiing des Geh. Hofrates Pro«. Dr. Pierstorfs ein- führte. Dieser Tage fand die erste Prüsinig sialt, die Herr Hans Otto aus Berlin bestand. Otto ist somit der erste Tiplom- Nationalökonom in Detitschland.

An der Universität Leipzig wird vom 1. Oktober ab ein Lehramt sür Turnen eingerichtet. (Hoffentlich findet dieses Beispiel allenthalben Nachahmung. D. Red.)

Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion: 11^. Tel.-Adru AnzeigerGießen.

Graf Zeppelins neueste Luftfahrt.

Friedrichshafen, 3. Juli.

Nachdem das würitembergische Hoflager heute hierher verlegt worden war, nnlernahm Gras Zep. elin einen Ausstieg. Er um- freifte das königliche Schloß und führte augenscheinlich fern neues Luftschiff dem Mömgspaare vor.

Ausserdem gewähre ich auf alle anderen Artikel während des Ausverkaufs einen Extra-Rabatt von

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welcher an der Kasse in Abzug gebracht wird.

Gerichtssaal.

Köln, 2. Jltli. Der frühere städtische Kaffenassistent Anton Pstiig wurde m der gestrigen Schwilrgerlchtsverhandlung wegen Veruntreuung amtlicher Gelder im Betrage von annähernd 10 000 Mark sowie wegen Bücherfälschung und Unterschtagmig eines an die Stadt Köln gerichteten Geldbrieies in Höhe von 8700 Mark unter Zubilligung mildernder Umstände zu zwei Jahren, vier 'Monaten Gesängnis verurteilt. Ter Angel tagte erklärte, daß er am Totalisator große Summen verloreii und insolgedessen sich an Amtsgeldern vergriffen habe.

für Kinder, Mädchen, Damen und Herren

zu bedeutend, herabgesetzten Preisen

Auszug a. ö. Standesamtsregistern der Stadt Sietzen.

Aufgebote.

Juni. 26. Karl Kuhl, Sergeant in Darnistadt, mit Elisabeth Söraim in Stanienberg. 27. Wilhelm Zimmer, Hilfsbrcmscr in Langgöns, mit Lina Luise Freitag in yenchelheim. 27. 'August Karl Herinanll Kretzschinar, Kürschner^ nut Emma Sophie Maier dit Amnierdinger, beide in Geni. 30. Walter Doering, Dentist mit Wilhelmme Dörr, beide dahier. Juli. 1. Emil Wurmbach. Lokomotiv-Hilssheizer dahier, nut Katharine Eliilois m Müsen, 1 Ludwig Schenk, Metzger, mit Anna Halts!er, beide dahier. 2. Otto Hoffmann, Tclegraphen-Assisteiil in Frankfurt am M.. mit Luise Ltth dahier.

Lheschliehungen.

Jlini. 27. Friedrich Schneider, Streckenarbeiter, mit Katharine Hornseck, beide dahier.

Geborene.

Juni. 20. Dem ftäbt. Arbeiter Balthaser Erb eine Tochter. 22. Deiii Metzger und Wirt Heinrich Blinn ein Sohn, Lunwia Wilhelm. 26. Dem Atnller Karl Revp eilte Tochter, Else. 26. Tein Hilfsheizer Philipp Liiinestruth eine Tochter, Minna Elisabeth. 28. Dem Wagnenneister Hentrich Mühltch ein Sohn. 29. Dem Kreisstraßenmetster Heinrich Herrntan eine Tochter, Minna.

Gestorbene.

Juni. 26. Heinrich Schmitt, Dachdecker, 32 Jahre alt, Neüen- baue 11. 27. Wilhelm Seng, Werkmeister, 65 Jahre alt, Alice- Itrape 14. 28. Franz Ludwig Einig, 2 Jahre alt, Hillebrandstr. 1. 28. Ehrlsttan Orbig, Schreiner, «,9 Jahre alt, Walltorstraße 43. 29. Minna Herrmann, geb. Knauß, 28 Jahre alt, Wejerstraße 7. 30. Reinhard Rau, 1 Jahr alt, Asterweg 50. Juli. 1. Luise Johanna Schneider, 21 Jahre alt, Kaiser-Allee 2. 3. Christoph «Pies, Privatier, 69 Jahre alt, Ttezstraße 10.

.Hoffnung gegeben. Die politifchen Besorgnisse, Stimmung der Börse längere Zeit ungünstig beeinflußten, rraren in dcr abgelaufenen Woche mehr in den Hintergrund. Heimische I ':6t befestigen, fremde Renten I

0i6 nach- A ppoln sind Sonnlan. 5. Juli, nur von * teilenden »» v 1 £i l ü 12 Uhr mittags bis 12 Lhr nachts für dringende Fälle sicher anzntretten : [d1/.

Dr. f*eyer, Asterweg 9. Dr. Schliephake, Goethestn 44. M agner, West-Anlage 51.

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daran, eine sreundUdfere Börsenstimmung zu erhalten. Rur ge­ringe Unterstützung finden sie dabei zurzeit allerdings durch die A u s l a n d s m ä,r k t e, denn ebenso wie bei uns herrscht auch ui Paris, London und Rcwyork völlige Stagnation und es mangelt auch an Anzeichen dafür, daß hierin bald eine Aenderung ein- lrcten wird. Der Rückgang btr Weltkonjunktur und die Verschlechterung des Arbeitsmarktes, wie sie währeiid der Übten Monate in allen Ländern fo übereinstimmend zu Tage irat, ist einer Besserung der Bürfenverhältnisse vorerst im Wege, liefe werden sich erst dann lvieder günstiger gestalten, wenn die allgemeine Wirtschaftslage Anzeichen einer Besserung erkennen «ißt und hierfür ist ja, wie schon vor acht Tagen ausgeführt.

Um 3* 2 Uhr verließ das Liistschiff die Bafloichalle. Es braucht ohne jegliche Hilfe nur fünf Minuten. Nach zwei Almuten hebt es sich langsam in die Höhe und fährt gegen Süden direkt über die Halle hinweg. Dann macht es einen Abstieg auf die Seefläche. Es ist 4 Uhr 5 Mmuten. Hier wird ein Personenwechsel vor­genommen. Der König besteigt den Ballon und macht eine Rundfahrt um See und Stadt mit. Dann wird noch die Königin mitgenommen, sowie der Geueraladjutant Freiherr von Bilsinger und der erste Kammerherr Freiherr von Raßler. Tas Liislschiff steigt in die Höhe und nimmt abermals d,e Richtung nach Friedrichshafen. In etwa 40 'Dieter Höhe bei Langenargen erfolgt eine Linksschwenkung, um wieder den Kurs nach Friedrichs­hafen einzuschlagen. Das Luftschiff fährt dann rechts an dem Turm der Stadtkirche vorbei imb kommt direkt auf das königliche Schloß zu. Die zahlreiche Menge bricht in begeisterte Hurrarufe _ . aus. Um 5 Uhr 40 Minuten erfolgt die Landung glatt 100 Meter

Fonds konnten sich daher auch leicht befestigen, fremde Renten I von der Ballonhalle seeeimvärts.

Viertes Blatt 158. Jahrgang

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Vörscu-Wochcnbericht.

, = Frankfurt a. M., 3. Juli.

Are schon feit Wochen vorherrschende Geschäftsunluft crschren in dcr abgelaufcncn Woche noch ausgeprägter als in dcr vorangegangenen Berichlsperiode. Zum Ausdruck kam dies be- fonders an der Berliner Börse, wo an einzelnen Tagen sogen, erste Kurse nur für etwas mehr als den vierten Teil der in Be­tracht kommenden Werte notiert werden konnten.

Aber auch hier blieb der Verkehr äußerst beschränkt und die Umsätze sind aus ein Mindestmaß zusammengeschrumpst. Man ist eben int Hauplscrwn monat wenig geneigt, neue Engagements cinzugehen, suchi vielmehr die alten nach Möglichkeit glattzu- stelloii, woraus ein Stillstand, teilweise auch ein Rückgang der Suric resultiert. Dennoch charakterisierte sich die Tendenz der Börse zeitweise als ziemlich fest, was hauptsächlich dem Umstande zu verdanken war, datz aus dem heimischen Geldmärkte, un- gcachtet dcr -^uartats- und Halbjahrcsoedürsnisse die Verhältnisse sich leicht gestaltet haben. So sind die an die Reichsbank ge­stellten Kapitalansprüche diesmal ivescntlich geringer gewesen als int Vorjahre, so daß man, da noch fortwährend neue Geld­sendungen nach Deutschland angekündigt werben, auf eine weitere Lei sc-rung des Standes der Bank in nächster Zeit rechnen darf. Auch dte Tatsache, daß der Privatdiskonto in dieser Woche feine lucfcntlidjc Versteifung erfuhr, fick' vielmehr mit etwa 3Vi6 °/o behaupten konnte, diente d.w Tendenz zur Stütze, wenn die Börse auch eine besondere Anregung daraus nicht empfing. Bemerkens- ivert ist aber immerhin, daß aus den Kreisen des Publikums seine nenneuswcnen Effektenverläufe getätigt werden und daß im Gegenteil bet den Banken ansehnlich: Käufe zum Juli­term i u beobachtet werden konnten. Wenn dies nicht deutlicher tu der Kursbewegung und Gefchäsls.ätigkeit in Erscheinung trat, fo liegt dies eben daran, daß die Großbanken ihrer Kundschaft aus dem reichen Vorrat ihrer Tresors die zum Kauf beorderten Werte unter Umgehung der Börse zu überlassen in der Lage sind. Auch die große Zahl der neuen Emissionen sorgt dafür, daß die Anlage suchenden Gelder nicht erst durch den regulären Börsenverkehr zu ihrem Ziele zu gelangen brauchen. Mit Mck- sichl auf die^ großen Bestände an Staats- und Städteanleihen, Aktien und Obligationen industrieller Unternehmungen und Hhpo- thekenpfandbriefen haben unsere Großbanken auch alles Interesse

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Während diesen Tagen verkaufe ich einen grossen Posten

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Sonntag. 5. Juli, von nachm. 1__g «g a

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blieben dagegen vernachlässigt. Banken sind wenig verändert.! Der Ballon machte'später noch lueiteve Ma.worlerübungen Bon Bahnen lagen österreichische Werte auf Wiener Abgaben bis in den Abend hinein. Tie heutiqe Fahrt ist äußerst a'c- schwacher, namentlich Lombarden im Zusammenhang mit den Er- lungen verlaufen.

örterungen über neue Sanierungspläne. Westsizilianer und öenri befestigt. Montan Papiere teilweise niebr ger. Bei anderen Jnouftriepapieren wurden größere Kursveränderungen meist nur durck) Abtrennung der Tividendenfck>eine bewirkt.

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