Die heutige Nummer umsaszt 16 Seiten.
Ihn
einigermaßen erfreulich in unserem innerpolitischen Leben war nur daS Zusammenhalten des Reichstagsblocks; er hat allen trüben Voraussagungen zum Trotz flute gesetzgeberische Arbeiten geleistet und er ist vor allem ein rid)» liges Erztehungsmitlel zur Ginifltcit gewesen. Der üielgc* chmähte Block der bürgerlicl-en Partelen hat gezeigt, daß es selbst bei uns, im geradezu vorbildlichen Lande der Partcizersplitterllngen, mvg.ich ist, kleinliches Parteigezänl um großer gemeinsamer Interessen willen zu^ückzustellcu. Wir sehen hier vorerst allerdings nur einen A «fang zu' Besserem, aber immerhin einen ersreulichen Änsaiig.
Große Zukunstöhofsnungen, ja geradezu unausdenkbare neue K^tursorlschrilte haben uns die Ersolge der Lus.schiff' sahrt im abgelaufenen Jahre versprochen. Daß bie jüngsten Erfolge aus diesem Gebiet Deutschen beschieden gelms.n ist, erfüllt und mit Stolz. An Mißgeschicken hat es bei diesen ersten kühnen Versuchen der Tnrchschiffung des noch wenig erforschten Lustnceeres nicht gefehlt, aber wie ein Mann hat sich das deutsche Doll da zusammengetan, um das begonnene große Werl nicht zugrunde gehen zu lassen. Noch bessere Erfolge als das alte Jahr wird uns Hassent.ich das neue scheuten.
Bon den vielen Umwälzungen In der Weltpolltik veo dienen es zroei, ganz besonders betrachtet zu werden, >veil sie allem Ans ^eiue nach von g.Öderer W r.ung au, d.e zu- cünstige politische Ausgestaltung der Well fein werden. Es sind das der Thronloechsel in China und die Vorgänge aus dem Balkan. Der Tod der alten fremdens.indlichen LVaiserin, der Tod des kranken, machtlosen jungen Kaisers und die Regentschaft des der »vestlichen Shdtur freundlich geslnilteu Prinzen lassen die endliche Modernisierung des Reiches der Mitte erwarlen. Die Annexion Bosniens und der Herzegowina durch Oesterreich und die Unabhängiglcitserklärung Bulgariens aber haben die so lange ängstlich gemiedene Orientfrage äufgerollt. Eine endgültige Siegelung der vielen strittigen Fragen auf dem Balkan, in dem einen oder anderen Sinne, steht außer Frage.
An der Schwelle des neuen Jahres sehen wir und politisch manchen Schwierigleiten und Gefahren gegenüber, und die wirtschalliicl)e Depression mic allen ihren traurigen Folgeerscheinungen will uns schier alle frohe Neujahrshvff- nung rauben. Das neue Jahr wird ohne Zweifel ein Jahr der Kämpfe sein, vielleicht gar her Kriege, aber ist eS nicht so, daß alces Große nur durch Kämpfe zu erringen ist. Und ist nicht das Leben selbst in feinem innersten Wesen der .Krieg? Weit schlimmer als Kampf und Krieg ist das Unglück, das den Menschen jählings, unerwartet und ungerüstet trifft, wie dis Gruben Katastrophe von Radbod und die neue noch entsetzlichere Erdbeben atastrrphe in Süd.talien Solche furchtbaren Vorfälle lassen uns Menschen mit einem Sdjlagc deutlicher als alles andere, unsere Ohnmacht erkennen und
Zum Zahreöwechsel.
Ein schweres, ereignisvolles Jahr Ist nun zu Ende gegangen. Mit Blut gezeichnet war sein Anfang und sein Lude, und wirischaftlict)e Depression, Arbeitslosiglcit und soziale Röte von mancherlei Art, StaatSumwalzungen, Thronwechsel und tiefgreifende Veränderungen der inneren unb äußeren politischen reonstellaiionen bezeichnen den wri> leren Verlauf dieses Jahres 11)08. Aber der Schluß dieses trüben Zeitabschnittes bedeutet diesesmal weniger denn je einen Abschluß; wir sehen uns vielmehr erst am Anfänge neuer politischer und kultureller Entwickelungen. Wir vermeinen Zeugen eine» neuen großen Werdens zu sein und den 'Pulsschlag einer neuen geogen Zeit zu verspüren. Ob es Dicklich etwas Großes nntb, dessen Werden wir zu belauschen vermeinen, das allerdings muß die Zuluust kehren, ibic Menschen Hammern uns mit unseren besten Hofsnungcn aber imer so gern an jede Zukunft uub erträumen und crwünscheu uns von ihr ein Glück, das und die nüchterne fcognuiHirt stets versagt. Sotche Zutunstshvsfnung allein erhalt uns aufrecht und verhütet eS, daß mir umer den niederdcuckendslen Erlebnissen des Tages znsammenbrechen und verzweijetn.
Zum Verzweifeln traurig hat sich im abgelaufenen ßahre unsere Reichspolilik enlw.ckelt. DaS Aftern, das jic beherrschte, die Methoden, die in ihr angewandt wurden, haben sich als falsch erwiesen, unb das deutsche Volt mußte te sich eingestehen, daß unsere bisherige Policik der schönen ^eden, der Freundschaftsbeweise und der mancherlei Besuche nur Mißtrauen gegen uns hervorgeruseu unb uns in der Wett fast vollständig isoliert haben. Es hat sich mü erschreckender Deutlichkeit gezeigt, daß die Wege, die unsere 3icgiercnben unb Diplomaten uns in ben letzten Jahrzehnten geführt haben, nicht die richtigen gewesen sind. So nieder-- drückend aber auch diese Erkenntnis für den nationalen ctols war, so hat sich die dringende Notwendigkeit einer Umkehr von dem bisherigen Wege deS Fvrtwurstelns ans Herz gelegt. In den kritischen Tagen nach der verhängnisvollen Veröffentlichung des Daily Telegraph hat eine Aussprache zwischen dem obersten Leiter der Reichspolckik und dem deutschen Volke viel zur Klärung der Lage beigetragen. An der Negierung, dem deutschen Volke und seinen parlamentarischen Vertretern wird eS nun liegen zu zeigen, daß die Lehren dieser trüben Tage nicht vergeblich gewesen ' ^ Äus das Fiasko, das unsere deutsche Politik im atz- gelaufenen Jahre auf auswärtigem unb innerem politischem Gebiete erlitten hat, muß eine grünbliche Acnderung ihrer Organisation folgen unb Umkehr, wenn wir nicht noch Schlimmeres erfahren sollen, als bisher.
un^frorenste Wanderredner des Kepler-Dun- des ist gegenwärtig Dr. Arnold Braß, der sein Ziel zu erreichen sucht durch Reden und Säiristen gegen die Dei^nDenztlMirie unu hcfonbeis gegen deren meiftgcliaßtin ßvlgefchuß, die „rtvstammung des Menschen Dom Affen". Tabei hütet er sich wohl, aus mc im» luiiMMlcßiiajen Beweise für letztere einzugehen, welch uns oic PatacoMologie und uetglcidjeiibe Anatomie in d.e Hano glot. Sck;on vor zwei Jahren öcioffetitliane »ßraB,eute Broschüre: „Ernst Haeckel ats Biologe unb die Wahrheit" (96 Seiten); darm wird Die „Natürliche Schöpfungsgeschichte" der schärfsten Kritik unterworfen, ihre Slaminoänme werden als wertlose Hiioothesen verworfen, das bioßcnctiiütf Grundgesetz wird als ein drolliger Einfalt täck>crtich genmcht unb die Gastraeacheorie „ein Zeugnis für ttnkenntn.s ph.xiotogischer Giundaiiscfauungcn ge- runuu. Ich haue auf dieses boshafte Paniphlrt wie auf Dielt ähnlich Schmuhschrisien nicht gLaiunrortet.
Statt fein Unreckst eiuzugcst-eheu uno die boßhaften, gegen Mich geschleuderten Berteumdungen zu widerrufen, ü€CöhCnUiü)Le Bratz »uc einigen Wochen gegen muh eure neue Sch müh, 'ch.lt unter dem Titel: „Dos Assenpwbtem; Profcs.or Ernst tfaeucid neuem gefatschte Emoiyoneu-oüber" (mit 40 Abbildungen, Biotogrichr Bei tag, Leip.ng,- 2 in angeblich en Fälschungen vesilwen sich auf einigen Tafetn, bie ich icii» 190a in meinen Berliner Borträgen über ,chcn Kampf um den Eittwickelungsgcdanken", teils 1-907 .in meirrem Vortrage über ,chas ALenschriproblem unb die
aber dann trat an der Kawor.sisten Kustü eine gewaltige Fluttvelle auf, also älnilich wie auch diesesmal. Ueocr die Beranlaßung der südiurlicnischen Erdbeben ist durch die Forschungen von Eduard Sueß zuerst Listst veroreitet rooroen. Aspvrmvnte, Scylla unb bas Peiorittmische Gebirge sind nacp diesem berühmten Geologen Trümmer eines voeeinst zuiammenhängcndcn GevirgSkcrns, den heule bie Straße von Messina burdiquert unb dessen hauptsächlichste Bruchwand an der Westseite dcS Aipromonte gegen die Liparisä)en Inseln fefaut. Diese Bruchoand ist die Straße gewesen, aus der auch un Jahre 1783 nwndiciong die unterirdischen Riächte in Wirksamkeit waren. Andere Erschütierungrn in der Umrandung des südlichu Tyrrhenischen Meercs las,en erkennen, daß jene Linie von 1783 nur einen Teil eines Kreisbogens bildet, der die Xlipami östlich unb südlich umgibt Außer dieser peripherischen Linie ist in derselben Region noch eine Anzahl ariderer Stoß- linten bekannt, die stiahlcliförmig uott den Liparen ausgehen unb »um Teil die peripherisch Linie kreuzen. Professor Sueß sagt, baß in einem durch bicic peripherische ^inte aogegrenzten Raum oie Erdrinde schüssclfönnig sich einsenkt und daß hierbei radiale Sprunge enlstrhen, bie gegen die Lsparen konvergieren. Diese L'inicn sind ui der Nahe des Zeittrums mit oulkamschen Ausbruchs- stcl.eii besetzt. Jede Glech'gewichtsstvrung der einzelnen mächtigen Erdschollen verursacht gesteigerte vulkanische Tätigkeit auf den JnfcUi unb Erschütterungen ces süditalienischen Festlandes oder Siziliens. Diese tektonischen Verschiebungen unter der Erdoberfläche sind eS, die die Erdbeben von 1905 unb höchstlvahr- schinlich auch das Dom 28. Dezember lnnvvrgerufcn haben. Ob diese Berschcvungen vorläufig zu Ende sind ober noch focidauern werden, läßt sich natürlich nicht sagen. Zwischen ben einzelnere Betätigungen können Pausen von Jahren liegen. Wenn aber der Vorgang weiter schreitet, so müßen nach der An>chauuug von Sueß un Lause vieler Jahrlausenbe bie niedrigen Gneigbergv oci imitaniidKH Urgebirgs, die Granitbcrge der Scylla unb ein guter Teil des Peloritauschen Gcbirgs unter dem Tyrrheiiischtt Meer begraben werben, die Straße von Messina wird sich er* ivcitern und von der heute noch aus den Trümmern ertennoarere UmucuguHfl der jüngeren Gcbi'.gs^ine des AppeninS wird hväjstcns yoifd:<H "Jili unb Taormina cm vereinzeltes Lnichstück au fragen. Tas sind AuS,ichtcn auf eine sehr ferne Zukunst, ays denen für bie Gegemvart nur folgt, daß Jialabricn und das westlich davon- liegcnbc Geriet auch fernerem einen unsicheren Boden bilden.
— Kleine Chronik auS Kunst und Wissenfchaft Ter Frankfurter Kun st verein eröffnet Anfang Januar eine Goya-Ausstellung, die neuen 2u Gem.iwcu eine uieihe ix)u Origiiialzeichuuligen uno fast alle öauptblättcr der Radierungen des Meisters, im ganzen gegen 300 Nummern, umfassen wird. — Ferdinand Hodlers Fresko für die Universität I e n a. Dec Ausbruch der deutschen Studenten zum stampf gegen xayoleon, ist fast vollendet unb wirb, wie Die Kunstchronik mit* teilt, im Frühjahr in Zürich uns Berlin gezeigt werden, ehe es cndgüllige Awslellnng findet. — Direktor Rau voiu Wiesbadener Rliöeuztheaier hat von Der Stadt einen großen fall des Platzes, auf Dem Die alte Arinievekaserne steht, erworben, um ein neues Theater zu errichten. — Bei Heutingsheim, Oberamt Ludwigsburg, wurde eine große N i e D e r t a j f u n g aus Der Steinzeit aufge',unden. Bisher sind 26 Wohnstätten zu erlernten.
Der süditallenische Erdbebenherd.
Die futu>Mire jvuia>r«Ap./., von oct ha-rpc^u^ich bet südwestliche Teil Kalapiiens uno das nordöstliche Küstengebiet der 3mei SUilicn betroffen worden ist, fat, ben Aussähruiigen e.ncS '.'Jiit arveiters der K. Z. zufolge, Bobemvellen verursacht, die, fotueil oiü jetzt betoiint ist, von den Selsmogiaphen bis nach IRorb* ccutstliland verzcichnct wurden. Auf der Erdbebemvarte in Lai* oach kündigten uic Jnstcumente ben Vorgang am 28. Dezember j Uhr 22 Min. 21 Eickk. an, dock wirb nidM gesagt, oo bieje Zeitangabe sich auf den Aiisang oder auf das Maximum oer Störung bezieht. Die Hamburger seismographßck^ Warte J>e- zeichnete'als Beginn der SckfwiNguuacn ü Uhr *24 Min. 16 Sek. liefe beiden Angaben würden auf eine Z^ortoewegung dec Vibrationen von mehr als 7 Kilometer in der Sekunde fchiießen lassen, einer Gesä-rvinoigkeit, die längs der Ecdoberfiäche bei sotchett niemals stattfinoet und daher beweist. Daß die )6ibrationen in tiefen Sächchten der Erbe zw.schcn icncn beiden irrten sortichritteu. Doch muß biei'er Schluß ungewiß bleiben, bis die Scis.iiograinmc genau untersuä-t sind. Auch üoer die Größe der Vcrheeruilgeri herrscht noch Ungewißheit, weck bie Telegraphen gcstort finb; aber die Mttteiiung, daß uei Eatanm das Meer sich utigetvöhtiiich oewegte — lpahescheintich vorn Ufer zurückzog unb mit stucken Wogen zurück.kehrte —, läßt auf eine große vesiigkeit Der Erd- eridbütteiung schließen, ^iü)Italien ist seit alterd cuS erbbeoen- ceich befcmnt, und Kalabrien bcsondecs seit den furchtbaren Er- eignisseu im Frühjahr 1183. D.e letzte große Katastrophe, die Kalaorien traf, land am 6. Septemoer 19Ja statt. Wie auch oei früheren Beben erfolgte bie Erder schütte rung in der Richtung auf bic Liparischen Inseln hin. Das älleer war vorher ruhig.
Titel in der „Verl. V-Etg." einen Artikel, bei feine Annvon auf die mancherlei in Der letzten Zeit gegen ihn gerrchleteu Angriffe ist. Ml entnehmen ben Ausführungen brb Jenenser Gelehrten das folgende:
„Durch zahlreiche Zuschriften aus ben verschiedensten Bildungsreisen sowie durch viele irrtümliche Mitteilungen auS Zeitungen dec letzten Wochen bin ich zu nachstehender Eiku.rung gezwungen:
vor drei Jahren in Iciia der Monistenbund gegründet wurde, stellte er sich zur Aufgabe die Förderung und Verbreitung einer einheitlichen Weltanschauung, welci-e als rhr sicheres Fundanienl lediglich bic erfahrungsgemäß, auf Beobachtung u.ch Versuch aestüttten ErgeoNiise oer mobernen Naturporfchung gelten läßt Sie lehnt vollständig jede sogenannte „Offenbarung" ab, jeden Glauben an „Wunder" und übernatür liefen Geisterspuk. Ihr wichtigster moderner Fortichiitt ist bei Sieg des EntwicketungsgedankenS und namentlich der von Darwin reformierten Aostannnungslehce ober Deszendenztheorie; ihr bedeutungsvollster Folgeschluß bleibt bie Anwendung berfclbcn aus ben Menschen, die Erkenntnis, daß auch der Mensch, gleich allen anderen Säugetieren, sich aus einer langen Ahnen rewe von niederen Wirbeltieren stusemvei,e entwickelt bat
NalucgcikUiß fließ unsere neonistisefa Naturphilosophie von Anfang an aui Den heftigsten Widerstand der hemfanden christ* liehen Theologie unb dec mit ihr verbündeten bualistiiwen Schul- pbiloiophie. Denn Die alten Giauvensiehcen des Ehc.stentums, bic buSlK-r a.s die festen Grunblagcn deS Kulturlebens gegolten Haven, verloren DaDutcu jcbc wiisenf^tastliche Geltung. Zu ihrer Rettung wurde vor einem Jahre in Frankfurt a. M. der fagcnaiuiu-
die Nichtiflle.t des menfchlichen Strebens und Schaffens, und bas ist bas Sck)werste: trotz dieser Erkenntnis Lebensmut unb Lebenshossnunfl nicht zu ver.iercn. Aber hört ihr bie alte Stzlveslcrfllocke? Sie begräbt ein Jahr ber Kämpse unb Schmcioen unb tünbet uns ein neues voll neuer Kämpse an. So hat sie schon ganzen Nielischcugeschlechtern gcilungen unb so wirb sie ivohl noch unzählbaren Menschengrschtech- tern Hingen. Ist es nicht wie ein Hauch ber Ewigiett, der aus diesem eivigen Aus unb Ab bes Menschenlebens zu uns hcrüberweht. Was ist groß, unb was ist klein? Zeit und Raum — ein unendliches wagendes Meer, worin nur dieser Augenblick, in dem wir eben leben, der einzige feste Punkt ist. Aber schon bie nächste Welle lann es roieber um reißen unb vernichten, was eben noch fest unb stack war. Wie Drängt es uno ba zum Menschen hin, zu all ben Andern, die gleich uns un Kämpse des Lebens flel-en, ihnen die Hand zu reichen unb ihnen unter dem geheimnisvollen Klange der Stzlvesterglocken ein
glückliches neues Jahr zuzurmfen.____
JJiii iiitO Land.
Giiykn, 31. H jcmbtt 1908.
** Für die neue hessische Landes*Bau- gewerischule sind die Sauarbeiten jetzt bereits so nxit geschritten, daß die Uebergabe des Gebäul>es bestimmt im Hccbst nächsten Jahres erfolgen kann. Da die Mittel für Den Rohbau des Hanfes im Staatshaushaltse:al der beiden Vorjahre im Betrag von 294 000 Mart bewilligt wurden, jo bleibt jetzt nur noch übrig, die Kosten für die innere Ein* tidjtung des Gebäudes anzuforbern. Es finb bafür im Etat für 19u9 49 000 Mark uub für Ergänzung ber Lehrmittel 4000 Mark, in Summa also 53 000 Mark eingestellt worben. — In Verbindung damit steht auch eine Forderung von GCOO Mar! für Umbauatbciicn im Gebäude der Zen tratst e I l e für die Gewerbe, die infolge der Verwendung der zurzeit von der Baugewerkschule benutzten Räume notwendig geworden sind. Die Einrichtung der Zentralstelle war zuerst nur für den bescheidenen Betrieb von 1894 vorgesehen; die Arbeiten haben sich aber int Lauf ber Jahre mehr als verdoppelt, so baß die Zuhilfenahme dieser Räume notwendig geworben ist.
" Er lebigt Ul eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehcerslelle an der Gememdeschule zu Frosch- häufen, eine mit einem kalhol. Lehrer zu besetzende Lehrer- icüe an der Gemeindeschule zu K l e i n - K r o tz e n b u c g. Ihrem Inhaber tönnen die Funktionen -emeö Haupllehcers an dieser Schule gegen eine besondere Vergütung übertragen werben. Tie mit einem euang. Lehrer zu besetzenbe Lehrer- neüe an der Gemeindeschule zu Wallbach. Dem Fürsten zu Löwenitein-Weitheim-Rosenderg unb dem Fürsten unb Grafen zu Eibach-Schönberg Hebt Das Pcäientalionsiecht zu.
! Herrentiere von Linnö" vcrösfcntiichl hatte. Woh.gemcckt, es zaisqmrgen oer linb dies Dovstellungcn, welck-o dazu bieucn sollen, lungst bekannte
Dcorei'sor u t n )l Haeckel verÖ,.enlluyü unter dem obiger.! fatsachcn einem größeren BitoungSkreise zugänglich zu niafan. - w -•»' ■ -- k— otTic oecgijtetcn Pfeile, welche der fromme zveplcr»Bunb (von
„christlicker Bi-uberliebe" äberfließenb) gegen mich avschiestt, und von denen wahrscheinlich sein Häuptling, Dr. Braß, irud) einen großen Vorrat im Köcher fat, fliegen au[ ihn selvft zurück. . dcsfalb vor Gericht zu ziehen, wie viele Anl)angcr unb iVicunbc von mir wünschen, uaiauf vcrzichre ich. Mvgcir die Herren Reinke, Tenncrt, Braß uiw Eie. fortfahren, miet) auch jeraerlyin zu verleuniden und zu oerb'idfligen, auch gönne ich ihr Vergnügen, den zahlreichen Theologen uno Melaphyickecn, L^zen- tiaten uno Pfarrern, welche daraus dankbaren Stoff für ilyre Predigten unb apoloactisafru Vorträge entnehmen. Ihr Beinül)en, Die Dogmen des jübisch--cl>risllick)en ReligionS^eväudeS zur bleiben» ücji Giunblage der von ihnen erstrebten DuaalLjuicn Wcltanichau- ung zu gestatten und mLi den empirischen Erkemttliijfcn der mo- Deinen Naturwissenschaft yi vecfchmelzcn, ist fetbft der großartigste ß-älsck ungsDerfuch Ich selbst stehe seinen sortgeiehtcn Haßei füllten Angriffen mit völligem Gleichmut gegenüber unb werde deshalb keine geiichttiche Kmgc anstrcngcn.",
Jndenl ich jetzt, so schießt Beoicssor Haeckel, mein 75. Lebensjahr vollende unb mein zoologisches, feit dem 48. Lebensjahre mncgehootes Lehramt niedcrlcgc, scheide ich vvm osfentlichcu Leben dec Wäfensfail mit Dem Bewußt.ein, meine Urliste in langer unb Dxirtcr Lebensarbeit — unter großen Opfern — dem Dienste der Wahrheit ersolgreick) gewidmet zu haben.
Nr. 307 Erstes Blatt 1S8. Jahrgang Donnerstag 31. Dezember 1308
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