Samstag 1V. Dezember 1908
158. Jahrgang
Drittes Blatt
Nr. 299
Erscheint täglich mit Ausnahme de? Sonntags.
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Emil Otto
Eahnhofstr. 49
6928
Bahnhofatr. 49
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Rotationsdruck und Verlag der Gr üblichen UnwerluälS. Buch- und 6temDnidcreL 9L Lang«. Gießen.
bahn angelegt. Da bte Emfriedigungsmauer des |iaöti|a)cn was- weitsgrundstückes nicht genau auf der Grenze steht, ,si zivuchen der blauer und oer Kegelbahn em Winkel entstanden, der beiden durch die Anfammluiig von Feuchtigieu u. tr. schädlich werden kann. an bejchlleßl deshalb, die blauer zu entfernen unter der Bedingung, bati sie im Falle der Wiederdeseitiguiig ber Kegelbahn
Redaktion, Grpedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag &8S 5L Redaktion: 112. Dell-AdruAnzeigerGieben.
50 000
P. 8. im Betrieb.
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Stadlv. Heichelheim hat schon früher bie gleiche Anregung gegeben und unterstützt sie auch heute.
Ter Vorsitzende will die Angelegenheit ber Finanz- kommission unterbreiten.
Stadtv. Jan >i erinnert daran, daß anläßlich eines vor einigen Jahren passierten Ungllicksfalles befchlofsen mürbe, die Grabsteine oui dem alten oriedho', wenn sie locker werden, entweder zu befestigen ober umzulegen. Er habe beobachtet, baß in neuerer Zeit eine Anzahl Grabsteine wackeln und bitte um entsprechenbe Maßnahmen. t . . L _ , .. ,
Ter Vorsitzende bemerkt, dos iebe-3 Fruhsahr bic Lach« geprü’t werde und will jetzt eine weitere Revision anregen.
Etabtv. Tr. Ebel erinnert an den früheren Beschluß, bie' alten Gradmäler an der Maner und an der Friedho'skapelle, bie geschichtliches Interesse haben, mit einer erhaltenden Masse zu bestreichen. Auch dreS will Oberbürgermeister Ate cum veranlassen.
etabtö. Heichelheim regt bie Fortsetzung des Mosaik- pflaslerS in der Süd-Anlage an, da bas gepflasterte Stück sich sehr gut bewährt habe.
TerVorfitzenbe meint, baß man vielleicht bei der nächste» Etatberatung ber Lache näher treten könne.
Die „Olehener JamiUenHätter* werben dem .Anzeiger' viermal roöcben lich beigelegt, das „Kveliblatt für den Kreis Kietzen" gweimal wöchentlich. Die „(andwirtschastlfchen Zeit- fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
Maether’s • Reform- KinderattaM!
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Sitzung der Stadtverordneten.
Gießen, 16. Dezember 1908.
Anwesend sind: Oberbürgermeister Meemn, bie Beigeordneten Steller und Georgi; bte Stadlverorbneten: Brück, Tr. Ebel, Eichenauer, Habcnicht, Tr. Habe, körn, Hönbach, Heichelheim, Hellrich, Helm, Huhn, Jann. Jnghardt, Lobet, Loos, Plank, Lchafistaebt, Simon, Troß, Tr. Wimmeitauer und Wum.
Baugcfuche.
Franz Block hat an der Marburger Straße eine Bretterhalle stehen, die bis 1. Oktober 1909 entfernt sein sollte. Auf fein Ersuchen witb bie Frist um em Fahr verlängert.
Tie Firma W i n n u. C o. hat am Wismarer Weg ein Backsteinmacherhäuschen 17. Meter von ber Straße ab~ erbaut, bevor ihr Tisvensgcsiich genehmigt war, während bte Stabt ihre Zustimmung nur unter der Bedingung et teilt hatte, baß das Hänchen 10 'Dieter von ber Grenze bleiben müsse. Tie Firma ersucht nun nachträglich barum, bas Häuschen stehen lassen zu können, unb begründet dies damit, daß baß Gelände sehr teuer sei unb so besser verwertet werden könne. iDlan beschließt Ablehnung des Gesuches. „ m .
An seinem Hanse Friedrichstraße 12 will Paul E i m einen Balkon anbrmgen, der fast bie ganze Breite des Hauses einnimmt, deshalb auf bciben Seiten ferne 3 Bieter vom Rachbargrundllück entfernt bleibt und außerdem eine zu tiefe Ausladung hat. Auch in diesem Falle wirb Richtbeiürwortung befchlonen.
Jakob Hengst will auf einem städtischen Grundstück an der Licher Straße eine Lrockenhalle errichten, wofür außer der Erlaubnis zur Bebauung ftäbtischen Grundeigentums Dispens erforderlich ist. Ta der Bebauungsplan für das Quartier am Lärchen- wäldchen noch nicht ausgehoben ist, wirb dem Gesuch keine Folge
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9efletoeorg Bichler will in dem Hause Rodheimer Straße 36 ein Fenster m eine Brandmauer brechen lassen. Dem Borbcsitzer des Hauses waren wiederholt gleiche Gesuche adgelehiU worden unb auch diesmal geschah das gleiche.
Die Freimaurerloge hat auf ihrem Besitztum eine Kegelbahn angelegt. Da die Emfriedigungsmauer des städtischen Gas
genehmigt wirb. , „ u. _ . , , .
Bon Stabw. Georg Simon soll die Insel am Hamm unb eine dabei liegende 'Liefe erworben werden. Die Sache bejchäitigte die Versammlung schon einmal und es wurde damals die Beschluß- fassuna ausgesetzt, damit noch einmal wegen des Preises verbandelt werde Tie frühere Forderung des Besitzers betragt o4 -48 JL. iüc das Gelände und 1300 Mr. für die Brücke nach ber Insel. Der Vorsitzende hat noch einmal mit Herrn Simon verhandelt, worauf dieser 4248 Alk. nachließ. Der Kaufpreis betragt sonach 60 000 Mk. unb 1300 Alk. für die Brücke. Tie Versammlimg stimmt dem Anlauf zru
Verschiedenes.
An die Arb eit e r des Gas- und Wasserwerks ist verfuchSiveise Kaffee und Seife abgegeben 'vorden. Tie Einrichtung bat sich hier, ivie auch in anderen Städten bewahrt, weshalb ihre
oon der Loge wieder errichtet werben muß. _
Tie Firma Bär & We11erhahn muß zur Verlängerung ihres AnschlußgleifkS an ihrem neuen Lagerhaus zunächst der Bahnhoistraße tiefliegendes Gelände ausiüllen und zu dieiem Zweck cme Slützmauer ouffübren. Das Fundament dieser Alauer soll weiter in städtisches Gelände vorsprmgen, als es an Stiaßcn vorgesehen ist. Tie Firma ist bereu, den städtischen Abzuggraben auf ihre Kosten auszufüllen und bie Entwässerung nach ber Wie,eck ober dem städttzchen Kanal abzuleiten. Der Weg von der Bahn- hosstrane zum Wieseckdurchfluß an der Mam-Weser-Bahii wird dadurch etwas breiter. Tie Stadt ist damit einverstanden unter ber Bedingung, daß die Firma eine Anerlennungsgebuhr von jährlich einer Mark bezahlt.
Einsprüche gegen Bebauungspläne.
Gegen ben Bebauiingsplan für das Gebiet zwischen Frankfurter Straße, Aul weg unb Wartweg ist em Einbruch von erem Direktor der ftlunt >ür psychische und nervoie Kranlheiren, Pros. Tr. S o m m e r , erhoben worden, ^er Einbruch wird damu begründet, daß nach dem neuen Plan entgegen bcni früheren die Bebauung bis dicht an bie Rhmtsabteilung für unruhige lranke Frauen heranreichen werde. Ein schreiben des fiaatllchen Hochbauamts, daß nach dem neuen Bebauungsplan an ber Klinik für psychische unb nervöse Krankheiten der Cchutzstreisen 30 'Jitter breit werben solle, während der alte nur 25 Vieler vor- jal) unb es noch nicht feslstehe, ob bet Landtag das Geld mr 30 Nieter bcmiUigc, sst nicht als Einspruch anzusehen. Wenn der Landtag bie Mittel zum Ankauf von nur 25 Meter bewilligt, entstehen übrigens keine SdjnnerigEeiten, ben Bebammgsplan noch abza andern, da das fragliche Gelände der Stadt gehört.
Stabil). Helfrich ist für Abweisung des erhobenen Ern- ivruche:. da man bic Privatbesitzer durch die Bestimmung, datz ihre Grundstücke nickst bebaut werden dürsten, nicht ichüdtgen dürfe.
Stadw Simon ersucht um mötzlichste Beschleunigung ber Entscheidung über die Breite des Schusstreifens, damit bic bereinigung misse, wie weit das Gelände^r Äunk geht, das ai^ der Feldbereinigung auszuschlieizen ist. Bei ber Anlage ber Wege mußten die Verhältnisse sestliegen. _ Q
Ter Vorsitzende bemertt dazu^ baß ine stufte aut Sanbtag liege und dessen Entschewu^ abgetuarttt »erben >%Ucbngen§ mache bic Frage, ob ber Schutz,kreisen 35 ober 30 Dieter breit werde, für die Anlage der Feldivege nichts aus.________________
Beibehaltung beschlossen wird. Tie dadurch entsteheneen 840 Mk. Ausgaben werden bewilligt. .
Tie Frau, die bisher bie Reinigung ber Raume de» P o 11 z e i a m l 4 besorgte, ist geüorben Tic Rem gung wirb deshalb umer den gleiten Bedingungen ihrer Tochter übertragen.
Für bte Beschaffung einer R e s e r v e f ch w l n g e für ben Steinbrecher im nämlichen Steinbruck) werden bic erforderlichen 450 Mk., die aus Uebeifchüssen gedeckt iverden können, bewilligt; ebenso die freihändige Vergebung der Lieferung an Die Firma, die den Steinbrecher lieferte. „ v,
Be, der Berech, rmg ber Kanalgebühren für bie Kommerzienrat Schinner gehörigen Grundstücke Ost-Anlage 3 unb Marburger Straße 4 waren irrtümlich bube Grundstücke al3 zu- anunengeböng beirachiet worden. Da die Kanalisauon m der Atarburger Straße uerfpatet ausgeiührt wurde, Hai Herr Schirmer 50 Alk. Kanalgebühren zu viel berechnet bekommen, bic niedergeschlagen werden. < -
Stadv. Huhn führt baba au5, datz bei Neubauten, d,e erst im folgenden Fahre ieruggeiielit, aber im Jperbii noch an die Kanalisation mit ihrem Regenwasser-Abfluß angejchlossen werden, die 5tanalgcbül)ren so berechnet werden, als ob die ganze Kanalisation leaiggcfieUt fei. DteS fei doch ein Unrecht.
Ter Porfitzende bemerkt, daß nach der Kanalgebühren- orbming fo verfahren werden muffe. Tie Besitzer könnten aber emen erheblichen Teil sparen, menn sie den Rohbau in die Brand- oerilchernng an'nehmen ließen, denn dann werde die Gebühr hiernach berechnet und bet der Fertigstellung des Halises nach dem 1. April trete die volle Gebühr erst m;t dem darauffolgenden Rechnungsjahr em.
Stadv. Heichelheim ersucht um baldige Kanalisierung der Lonystraßc, öie der Vorsitzende zusagt.
Gin Gesuch von Hch. Schmal! um (Erlaubnis zum Echank- wirtschailsbetrieb im Hause Frankfurter Straße 7 (Hessischer Hof) w,rd bc'ürmortcl, ebenso ein Gesuch des Konrad Köhler wegen Vergrößerung des SchankwirtschaitsbetriebS im Hause SelterS- weg 7u. , _ .
Stadtv. Eichenauer führt aus, nach ZeitungSmeldungen sei dem Wunsche der Stadt wegen (Linstellung von Elnfährig- Freiwilligeu in unserem Regiment insoweit willfahrt worden, daß am 1. April nicht nur Mediziner, sondern alle Studierende ihre rieuuzeu beginnen tonnten. So lange es Einjährige gebe, ballen aber auch andere junge üeute ihre Tienstzeit am 1. April beginnen können, wodurch Gießen von manchem jungen Mann als Gar- nuonort gewählt worden sei. Alan solle m dieser Hinsicht erneut vorstellig werden, da man bei dem heutigen Konklirrenzkampf der Städte auch aus solch kleine Vorzüge angewiefen fei.
Kche-M Anzeiger
Seneral-Anzeiger für Gdrrhess-n
ju geben.
Stadtv. Löber bringt wieder den schlechten Zustand der Weserstraße zur Sprache. Ta die Führung ber Weserstraße b*rd) den Bebauungsplan nicht weiter beeinflußt werde, sei es an der Zeit, die Straße jetzt endlich ausznbauen, zumLl das Geld dafür fd>on früher bewilligt worden sei. Jlw Zustand ser geradezu >tUnTC:rir$orfibenbc bemerkt, daß die Fertigstellung nickst geschehen könne, bevor nicht der Bebauungsplan feflltcgc, Deute habe er übrigens Auftrag gegeben, festzustellen, von welchen Grundbesitzern und in welchem Umfang noch Gelände für bic Straße zu erwerben fei. ,
Stadtv. Tr. Ebel meint, man solle bie Straße letzt sckion insoweit herstellen, daß sie auch bei schlechtem Wetter in passierbarem Zustand fei. . .. _ . . .. ,
Ter Vorsitzende bemerkt, bie Straße sei erst kürzlich ge- ^^Sfadtv.o L ober halt dies angesichts des ZustanbZ ber Straße für unmöglich und hofft, daß die Straße wenigstens bis zum nächsten Herbst fertig gestellt werden wird.
Beig. Georgi bezeichnet es ebenfalls als sehr wünschenswert, wenn die Weserstraße nördlich der Steinstraße passierbar gemacht werde. Ties könne dadurch gescheh n, daß inan Schotter auf die Fahrbahn fahren und einen etwas erhöhten Futzpsad an-
Nack/einer entgegenkommenden Antwort bes Borsitzenbeu wird der Gegenstand verlassen.
Ter Aukans der alten Klinik
zmn Preise von 250 000 Alk. ist bereits im vorigen Jahr unter der Bedingung beschlossen morden, daß sofort bei Auszahlung des Kaufpreises die Klinik der Siadt zur iieten Verfügung übergeben wird. Inzwischen hat es sich als zweckmäßig hercuegefteUt, daß die Poll- flmit für Ohrenkrcmle bis zur Fertigsiellung des neuen Klniik- baues, allo etwa drei Jahre, in der allen Klinik verbleibt. Xie Baudepuiaiion beantragt daher, den enbgiitigen Kau'abschluß mit der Alaßgabe zu genehmigen, daß die in Rede stehende Poliklinik bis zum 1. April 1912 dort verbleibt, lieber die Verwendiing der Klinik ist noch nichts beschlossen, doch hat Oberbürgermeister M e c u m daran gedacht, die Oberrealjchule darin unterzubrmgen.
Auf Antrag des Berg. G e org i wird die Angelegenheit in die nichtöffentliche Sitzung venviefen.
Slastische Straßen- und Gtundstucksangelegeuhetten.
Tie Abtretung eines Getändestücks an der Ost-An läge an das Garnifonlazarett wird auf Wnnsch der Mitglieder der Versammlung, die vor der Sitzung an der früher beschlofsenen XJrts- besichtigung tcilnalpnen, von der Tagesordnung abgesetzt.
Zwischen der Stadt und Kommerzienrat Wilh. Gail ist vor etwa" 2 Jahren ein Tanfchvertrag über 154 Quadratmeter Gelände bei der städtischen Sandgrube hinter dem Siahrungsberg abgejchlosseii worden, der nunmehr, nachdem er auch von Der furistischen Kommi sion geprüft ivorden ist, deflnitiv vorliegt und
Nach kurzer weiterer Tebatte hierüber wurde beschlossen, dem Einsmuch keine Folge zu geben. . .
Auch ein Einipruch, den die Rechtsanwälte Jumzrat vlrjchhorn und Mendelsohn im Auftrag von Prof. Tr. Kossel gegen den Bebauungsplan erhoben, wird abgewiesen.
Gegen den B e b a u u n g s p l a n für die S chw a r z l a ch und das Gartseld sind vier Einsprüche erhoben worden, von Heinrich ft eil, Joh. Gg. Psasf, Bernhard Brück und Louis Hellmold. Ersterer erhebt Widerspruch dagegen, daß von seinem Grundstück nock» 5 Meter mehr zum Bau der Ringstraße in Anspruch genommen werden, wodurch sein Besitz entwertet werde. Ev. biete er fein Haus der Stadt für 15 000 M. an. Herr Psasf wendet sich dagegen, daß seine Grundstücke so sehr von Straßen durck/schnüten würden, daß sie sich nicht mehr zmn Bebauen eignen. Eie beiden anderen Einsprüche richten sich gegen die Vorgärtenvorschrrit. Es wird beschlossen, die vorgesehenen Vorgärten zum großen Eerl wieder zu streichen, im übrigen aber den Einsprüchen keine Folge
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