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25.1.1908 Drittes Blatt
 
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Nr.

Drittes

Erscheint täglich mtt Ausnahme des Sonntags.

DieSietzener 5amtlienblätter" werden dem »Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das Mrdiblan fflt den Kret« Giehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatllch zweimal.

Matt

158.3

Redaktion, Expedition und Truckerei: Sckml- ftrctge 7. Expedition und Verlag: bl.

Redaktion:112. Tel.-Adr.:AnzeigerGleßen.

Samstag 25. Januar 1908

jk aa Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen U, yfv Unwersitäts - Buch- und Steindruckeret.

R. Lange, Gießen.

Gießen, den 25. Jan.

Ein Gedenktag eigener Art ist der heutige 25. Januar. Heute vor einem Jahr hat der Reichstagsblock das Licht der Welt erblickt, gerade ein Fahr ist es her, seit jene denkwürdige Reichstagswahl stattgefunden hat, die unter einem völligen Frontwechsel der Regierung erfolgte und in ihren Folgeerscheinungen der Volksvertretung einen wesentlich anderen Stempel ausdrückte. Begeisterung ohne­gleichen herrschte damals und im gewaltigen Zuge zog man vor das Reichskanzlerpalais und das königliche Schloß in Berlin zu einer imposanten Kundgebung, die in diesen Tagen so wenig erfreuliche Gegenstücke in Ge­stalt von Wahlrechtsdemonstrationen und be­dauerlichen Exzessen in Berlin, Hannover und Braunschweig gefunden hat. Wie anders liegen überhaupt die Verhält­nisse jetzt nach einem Fahre. Der durch die innerpoliti­schen Vorgänae geschaffeneBlock" besteht nunmehr fast ein Jahr und es hat viele Leute gegeben, die ihm nicht nicht einmal diese Lebensdauer vorausgesagt haben. Frei­lich läßt sich nicht verkennen, daß jetzt nicht em strammes und kräftiges Geschöpf seinen ersten Geburtstag begeht, sondern ein ziemlich schwächliches Kind, das nur unter sorgfältigster Pflege am Leben erhalten werden kann, da mannigfache Gefahren drohen, die ihm leicht das Lebens­licht ausblasen können. Trotz der aufrichtigen Bemühungen des Fürsten Bülow, es beiden Seiten des Blocks recht zu machen, und Licht und Schatten möglichst gleich zu ver­teilen, haben die Parteien es nicht verstanden, sich so zu nähern, wie es wünschenswert gewesen wäre, weil man allzu ängstlich fürchtete, von den Grundprinzipien der Partei etwas preisgeben zu können, obwohl dies von niemand verlangt lvurde. Auf diese Weise kam es zu einigen wenig erfreulichen Rekvntres und es muß offen ausgesprochen werden, daß auch einige Mitglieder der Re­gierung den Fürsten Bülow nicht sehr eifrig in seiner Blockpolitik unterstützten, sondern in ihrer Art und Weise mehr an das bekannte Vorgehen Miquels in der Känal- srage erinnerten.

Dieses scheint auch aus die jüngste Erklärung int Abgeordnetenhause zur Wahlrechtsfrage einen 'bestimmenden Einfluß ausgeübt zu haben, indem man das Gewicht der Wagschale gar zu sehr nach rechts herunter gehen ließ. Dadurch hat sich die Situation er­sichtlich mehr zugespitzt und die weitere Entwicklung der Dinge liegt im dunllen Schoße der Zukunft. Ueberschaut man dieses eine Jahr das Walten des Blocks, so wäre es ungerecht, wenn man behaupten wollte, daß er voll­ständig Fiasko gemacht habe, denn eine Reihe von Ent­würfen sind zustande gekommen, die seit langem erhobenen Wünsche n der Bevölkerung nachkommen und sicherlich nicht eingebracht worden wären, wenn nicht die Regierung, unter dem Zeichen der Blockpolitik gestanden hätte. Anoerseits aber haben sich auch die Schwächen dieses Systems ge­zeigt, und man darf dem Block in der Hauptsache keine andere Bedeutung beimessen, als daß es sich um ein Augen- bliecksgebilde handelt, das dem momentanen Bedürfnis ge­nügen soll.

Wie die Krone sich zu den bisherigen Leistungen des Blocks stellt, geht aus der großen Anzahl von Or­densverleihungen hervor, die bei dem diesmaligen .Krönungs- und Ordensfeste den Führern der Blockpar­teien zuteil geworden sind.

Der Reichstaa erledigt in der abaelaufenen Woche zunächst die Knappschaftsinterpellation, überwies dann die Viehseuchennovelle, das Scheckgesetz, das Gesetz über die Haftung des Tierhalters, und das Telefunkeugesctz an die betreffenden Kommissionen und nahm endlich bas Maje- stätsbeleidiguugsgesetz in dritter Lesung an. Einen sehr breiten Raum in den Verhandlungen des Reichstags nahm ferner die Wahlrechtsinterpellation der Sozialdemokraten ein. Der Reichskanzler lehnte natürlich die Beantwortung der Interpellation ab und verurteilte dann aufs schärfste die Politik der Straße. Dasselbe taten nachher bei Besprechung der Interpellation auch die einzelnen Redner der Dlock- parteieen. Mit Recht wurde darauf hingewiesen, daß durch solche Demonstrationen in Preußen, wie die Dinge nun ein­mal liegen, die Aussichten des Wahlrechts nur verschlim­mert würden. Der negierende Standpunkt der Sozialdemo. Eroten gegenüber der Sozialpolitik trete auch hierbei wieder zutage. Die Straßendemonstrationen hätten eher zum Zu­sammenschluß als zur Einschüchterung des Bürgertums geführt.

DaS Preußische Abgeordnetenhaus nahm in 6er abgelaufenen Woche die Enteignungsvorlage an.

Die 2. Hessische Kammer beschäftigte sich recht ein- gehend mit der Frage der Kreisvermessungsämter und der Kreisgeometer, mit dem Gesetz über die Gehälter der Volksschullehrer und mit dem altbekannten sozialdemokra­tischen Anträge auf Einführung der nationalen Einheits­schule. Beachtenswert war die Erklärung der Regierung, auch für den Fortbildungsunterricht der aus der Volks­schule entlassenen weiblichen Jugend zu sorgen. Bei der Schlußabstimmung über das Jagdgesetz wurde das Gesetz in der Fassung der zweiten Lesung angenommen, obgleich die Regierung erneut erklärte, daß diese Fassung des Ge­setzes für sie unannehmbar sei.

Die abgelaufene Woche hat nun auch die vielver­sprechende Kasseler Tagung des Flottenvereins gesehen. Das Präsidium legte zwar seine Geschäfte nieder, aber es erhielt eine Vertrauenskundgebung. Hierdurch wurden die Bayern natürlich gekränkt, und so kann mau denn leider nicht sagen, daß der Zwist im Flottenverein beseitigt ist.

Im Beleidigungsprozesse des Dr. Peters gegen den früheren Gouverneur v. Bennigsen ist dieser Tage das Urteil gesprochen worden. Das Gericht sah den Wahrheitsbeweis, den Bennigsen versucht hatte, nicht für erbracht und verurteilte ihn zu 100 Mark Geldstrafe. Auf diese Verurteilung ist Herr v. Bennigsen wohl gefaßt ge­wesen; als Jurist hat er sich vermutlich selbst gesagt, daß er schon aus formalen Gründen aus keinen Frei­spruch zu rechnen hatte. Im übrigen ist eine vollkommene

Aufklärung und Aufhellung des leidigen Handels auch dies­mal nicht erfolgt.

Größeres Aufsehen al§ der Ausgang dieses Prozesses wird ohne Zweifel wohl das Urteil in dem Prozesse gegen die Grafen Hohenau und Lynar Hervor­rufen. Während der erstere freigesprochen wurde, ist Graf Lynar zu einem Jahr und drei Wochen Gefängnis ver- urteilt worden.

3ur Frage der deutschen EkcheiLshenographie.

Wie bereits öffentlich bekannt gegeben wurde, hat das ReLchs- amt des Innern den von den Stenographen der verschieoenen Systeme selbst ausgegangenen Plan der Aufstellung einer deutschen EinhcitSkurzschrift gebilligt und den von den Kurzjchristschulcn vorgeschlagenen aus 23 Personen bestehenden Sgchverständigcn- ausschuß mit der Ausarbeitung einer Vorlage für die später zu berufende Regicrungskonferenz betraut. Der Arbeits-Ausschuß deutscher Kurzschristsysteme, dem die bevollmächtigten Verlreter der am Cinigungswerke beteiligten 9 stenographischen Gemein­schaften (Gabelsberger, Stolze-Schrey, Nationalstenographie, Stolze, Stenotachygraphie, Arends, Brauns, Faulmann, Roller) ange­boren und dem die Vorbereitung der Arbeiten obliegt, hat nunmehr auf Grund mündlicher und schriftlicher Verhandlung und eines mit acht gegen eine Stimme gefaßten Beschlusses eine. Eingabe an das ReichSamt gerichtet, die in der Bitte gipfelt

zur Sicherung vollster Unparteilichkeit bei dein bedeutsamen, aber so ungemein schwierigen Werke der Aufstellung einer deutschen Einheitskurzschrift verfügen zu wollen, daß die Aus­gabe in gemeinsamer Arbeit von Konferenz und Sachver- ftändigenausschuß gelöst wird, dergestalt, daß, wenn die Kon­ferenz mit einzelnen Bestimmungen der Ausschußvorlage ober mit der Vorlage insgesamt nicht einverstanden jein sollte, auf Grund ihrer Vorschläge und Ratschläge wiederum ter Saä--- verständigenausschuß an die Arbeit zu gehen hat, so daß aus dem Zusammenwirken beider Körperschaften ein Werl ersteht zur Befriedigung der stenographischen Wett und, was mehr gilt, zum Wohle des deutschen Vaterlandes."

Diese Bitte hat folgende Veranlassung. Das sehr rasch ar­beitende Reichsamt des Innern hatte aus Grund der Resolution des Reichstages vom 16. April 1907 bereits die Regierungen zur Benennung von Vertretern für eine Stenographiekenferenz aufgefordert, noch ehe ihm die sehr sorgsam erwogenen, die Stärkeverhältnisse und die geschichtliche Bedeutung der einzelnen Kurzschriftschulen berücksichtigenden Pläne der Stenographen be­kannt waren. Infolgedessen haben die Regierungen, soweit sie dem Ersuchen des Reichsamts bisher nachgekommen sind, nicht, wie man erwartet hatte, Beamte aus den Ministerien für die Kon­ferenz bestimmt, die die Vorlage des Sachverständigenausschusses vom Verwaltungs- und vom schultechnischen Standpunkte aus zu begutachten haben würden, sondern Männer, die mitten im stenographische Parteigetriebe stehen und zum Teil einflußreiche Aemter in einer Parteiorganisation bekleidet haben oder noch bekleiden. Somit bestehen gleichsam zwei Sachverstandigenaus- schüsfc nebeneinander, nur mit dem Unterschiede, daß der von den Stenographen gewählte und von dem Reichsamte gebilligte Sachverständigenausschuß einen von den Stenographen in ihrer großen Mehrheit als gerecht anerkannten Ausgleich der ver­schiedenen Interessen darftellt, während in dein andern Sachver- ständigenausschusse, der Konferenz, in die jede Regierung beliebig viele Vertreter entsenden kann, eine Zusallsmehrheit entscheiden und vielleicht die sehr mühsame und zeitraubende Arbeit des eigentlichen Sachverständigenausschusses beiseite schieben konnte.

Zur Notlage der mittleren vaubcamten der Ärotzhcrzogtum; hesien.

Man schreibt uns: ©djon seit 1901 hat die Vereinigung der mittleren Baubeamten Hessens, bestehend aus den Großh. Hoch- bauaufsehern, Dammcistern, und Brandversicherungsafsisteuten re. eine Eingabe um anderweitige Regelung ihrer Ge­haltsbezüge bei der Grvßh. Negierung und der zweiten Ständekammer eingereicht. Tie Begründung der Eingabe stützte sich damals vorwiegend auf die offenbaren Widerspräche in der Besoldungsordnung des Gesetzes von 1898, wonach die vorge­nannte Leamteukategvr.e anderen Kategorien mit gleicher Vor­bildung, jedoch ohne technische Ausbildung ün Höchstgehalt wesent­lich zurückgestellt ist.

Die mittleren Vauveamten im Staatsdienst finden fast au§ schließlich 10 Jahre und mei-r bei geringer Vergütung alS Aspirant Berlvendung und da die Ablegung der Staatsprüfung daS vol­lendete 20. Lebenssahr vorausfetzt, so kommt es nicht selten vor, daß insbesondere durch Ableistung dec Militärzeit diese Prüfung erst mit dem 23. bezm. 24. Lebensjahr abgelegt werden kann.

Mithin erreichen viele daS 34. Lebensjahr und noch darüber bis sie zur definitiven Anstellung gelangen. Ter Dnsangsgehalt beträgt alsdann 2000 Mk. und stecht von 3 zu 3 Jahren um je 100 Mk., fodaß nach 21 definitiven Dienstjahren der Höchstgehalt mit 2700 Mk. erreicht wird. Daß d'e 3 jährige AufrilckungSfrisl mit 100 Mk. GehaltSiteigcrung den sw . nten wirtschaftlichen Aus­gaben eincS Familienvaters nickst geriet, war idjon bei Ausstellung der Befoldungsordnung von 1898 eine kaum zu bestreitende, ja sogar längst anerkannte Tatsache, welche wohl nicht dcs besonderen 'Nachweises bedarf. Daher gipfelt die Eingabe der Gesuchsteller darin, statt der 3 jährigen Gehattssteigernng von 100 Mk. eine solche von durchschnittlich 230 Mk. eintreten zu lassen.

Diese bescheidene Forderung, toeldjc durch die gesteigerten Ansprüche dec Regierung an diese Beanvten allein sckwn begründet ist, oürste inzwischen auch durch die allgemeine Teuerung längst überholt worden sein. Ter Regierungsvertteter bat sich schon vor Jahren in diesem Sinne in der zweiten Kämmer geäußert und die Berechtigung der speziell in der Eingabe von 1901 ge­teilten Forderung vollauf anerkannt. Trotz der rcgicrungdicitigcn Anerkennung und der verhältnismäßig geringen Mehrausgabe für die Staatskasse ist es noch nickst gelungen, eine so besäie.dene und überaus berechtigte Forderung im Landtage zu verabschicden, um den Beainten einer Kategorie das zu geben, was deren Kollegen in anderen staatlichen und städti,chen Verwaltungen längst be­ziehen.

So erhalten die mittleren Baubeamten:

der Stadt -lavmftabt einen durchjchmUl.Höchstgehalt von 3640 Mk.

Gießen , * 3600 ,

_ WormS r w * 3650

, Osfenbach * * 8800

Wiesbaden , * 4000 ,

bezw. 4800

Frankfurt u * " DOn 4600

Tie Bahnmeister und dergleichen technischen Beamten der preußisch-heif>sck?en Eisenbahngemelnschast mit der gleichen Vor und Ausbildung, die tesl-er auch den Höchstgehalt von 2.00 Mk. bezogen, find vom 1. April vorigen Jahres vorläufig auf 3o00 Mr. erhöht worden. Außerdem tourten im Vorjahre noch Oterbahnmstr. - teilen mit einem Gehalt von 24004200 Mk. geschaffen. Es be- -iel-en außerdem die Bahnmeister schon seü Jahren in beit I größeren Stabten Hessens erneu pensiousjährgen Wohnungsgelte

zuschuß von 210540 Mk. uno eine Teuerungs- vezw. SUuwns- zulage von 200 Mk. jährlich.

Wie es bei einer wichen Ungleichheit berührt, wenn man weben Kollegen bei anderen Verwaltungen mit gleicher Vorbil­dung unt-r sulchen ungleichen Gei-a.isoechältnissen steht, braucht nicht besonders hecvorgehoben zu werden. Diese dacgelegien Tat­sachen mögen desl>alb dazu beitragen, daß sich in ten Kammern der Land stände und bet Großh. Regierung Verständnis für die dringend verbesserungsbedürftig gewordene Lage vvrtenannter Bcamtenläte- gorie finden möge, damit eine so gerechte Sache noch in dieser Landtagsfession ihre Erledigung finden kann. Dadurch tvürde der Regieruirg auch die Herausgabe einer neuen, den heutigen Verhältnissen entsprechende Prüfungsordnung erleichtert, die der Beamteiikategorie eine soziale Stellung schassen lstlst, wie es iljr gegenüber den mittleren Beamten unterer Ressoris zu kommt.

Di e deutschen Universitäten im Winter­semester 19 0 7/08. Tie Frequenz der deutschen Universi­täten im Winter 1907/08 beträgt 46 471 Studierend', darunter 320 Tarnen, ferner 5653 Hörer und Hörerinnen, im ganzen also 52 124. Tie Zahl der immattikulierten Studenten ist gegen das vorhergehende Sonmnersemester um 184 zurückgegangen, gegen daS vorjährige Wintersemester um 1335 gestiegen. Es studieren derzeit: Philosophie, Philologie oder Geschichte 11916. (gegen 10 985 im Wintersemester 1906/07), Rechtswissenschaft^ 11922 (12 146), Medizin 7768 (<098), Mathematik oder Natur- wissenfckMften 6186 (6234), Kamcralwisstnschcrst 1995 (1940), Phar­mazie 1574 (1746), Zahni/ettkunte 926 (810), evangelisck-e Theo­logie 2228 (2208), kathvlischL Theologie 1709 (1708;, Forstwifjen- fährst 132 (151), Tierheilkunde (nur in Gießen) 115 (110). Dcr Bestich der einzelnen Universitäten war folgender: Berlin 8220 (7 741 im Vorjahr), München 5943 (5567), Leipzig 4311 (4466), Bonn 3209 (3001), Halle 2237 (2257), Breslau 2071 (1956), Göttingen 1857 (1858;, Jweiburg L Br. 1814 (1744), Slraßburg 1.09 (1652), Heidelberg 16.6 (1603), Mar­burg 1670 (1443), Vlünster 1606 (1485), Tübingen 1578 (1522), Wurzburg 1382 (1407), Jena 1375 (1275), Gießen 1114 (1097), Königsberg 1105 (1112), Erlangen 1058 (1056), Kiel 1025 (895), Greifswald 803 (816), Rostock 648 (645).

Kleine TageSchrouik.

Der Inhaber des HotceisRömischer fiuiier" in Erkelenz (Rhl.) ist mit seiner Familie plötzlich verschwunden. Zalst- reiche Gewerbetreibende sind gepreltt. Tie Spuren der Entflohenen lühren nach Nordamerika.

In L a n d s b e r. g a. d. Warthe reifte ter verheiratete Kassierer Erfurt von der Pauckschen Maschinenfabrik Vvr acht Tagen nach Berlin ats Tetegierter des Flottenvereins. Seild.'m wird er ve r- mißt. Tie Kasse besinnet sich in Ordnung, sodaß besürchtet nrirö, Erfurt sei das Opfer eines Verbrechens geworden.

Am 23. Jan. fanden Arbeiter an einem Watd.ssaum Bet Friedri chshagen unweit Berlin zwifchcn Wackst-e,idersträu- chern die Leiche Wnigl. Forsters Schwarzenstein. T>as Gewehr wurde bei der Leiche, die mehrere Schußwunden am linken Vein aufwies, nickst mehr vorgefunden.

handel.

** Kostkurse in Hessen, lieber das Vermögen des Käufmatms Hermann Bechtold in Mainz, Inhaber ter Firma Carl Leonhardt, Möbel- und Tekorationsgeschaft daselbst, wurde am 17. Jan. das Kvnkursverfahrrn eröffnet. Rechts- amvalt Tr. Siegnvund Levi in Mainz wurde zum Konkurs- venvalter ernannt. KonkurSsorderungcn sind bis zum 25. Febr. bei dem Amtsgericht Mainz anzumelten. lieber das Vermögen des GasUv.ris Willy Kaltwasser und semer Ehefrau Adele, geb. Grün in Nidda wurde am 18. Jan. das Konkursverfahren .röfsnet. Rechtsanwalt Ramge in Nidda wurde zum Konkurs- virwalter ernannt. Konkurssorderungen sind bis zum 5. Febr. bei dem Amtsgericht 'ättdda anzumelten. lieber das Vermögen beS Bauunterilehmers Jakob Weinheimer in Fürfeld, jetzt unbekannt >ov? auihallsam, wurte am 20. Jan. dus Konkursver­fahren eröffnet, da dasselbe seitens eines Gläubigers wegen Heber* schuldung unb Zahlungseinstellung beantragt worden. RechtS- praktikant Lahr in LÄllstein wurde zum Konkursverwalter er­nannt. 5kvnknrssorderungen sind bis zum 9. Febr. bei dem Amts-^ ger cht Wössste.n anzumelden. lieber das Vermögen des Zi- garcmhändleis HeinrichBäll in WormS tourte am 20. Jan. oaS Kc nkursverfalsten erossnet. RechlSamoatt Tr. G o l d s ch m i d t in W^rniS wurde znm KonkurSver-val.er ernannt. KvnkurSfor- biTtingen sind bis zum 1. März bei dem Amtsgericht Worms anzumelten.

GingesanHS.

(Für Form und Inhalt u..t . ...t. _u,e. Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Eberstabt. Vielfach treten in den Ortschaften polizeiliche Besttmmungen in Kvast, die zum Beispiel den Sckstuß der Spinn- stuben um 11 Uhr bedingen, so unter anderem auch neuerdings in Eberstadt. Wir finden uns veranlaßt, auf verschiedene Uebelstänoe im allgemeinen Interesse aufmerksam zu machen. Deren Beseitigung zwecks ter wirklichen Durchführung der poli- zeckichen Kontrolle dringend am Platze wäre. Unser seitheriger Zeitmesser (Torfuhr) ist schon geraume Zeit in den Ruhestand getreten; insolgedessen ist es fast unmöglich, den bestimmten Zeitpunkt iiinezuhalteu, zumal die ländtick)L Jugend bekannter­maßen meistens nicht mit wssklich zuverlässigen Chronometern ausgerüstet ist. Ware es nicht angebracht, wenn auch gleich­zeitig mit diesen Bestimmungen die Instandsetzung refp. Neu- beschassung der Tvrfulst veranlaßt Worten wäre? Wir sind zurzeit nur aus das Signal des 'Nackstwächters angewiesen, daS w.r aber nicht als zuverlässige Zeitangabe betrachten lonnen, da doch zwischen einem Nachtwächter und einem mechanisch regulierten Apparat keine Paralelle zu ziehen ist. Sollte die Instandsetzung der Uhr längere Zeit in Anspruch nehinen, so Ware es vtclleicht vorleilhast, wemi an die Besck-asfung von Sig­naluhren gedacht wäre. Ter Kostenauswand ist sicherlich Nicht von allzugroßer Bedeutung, da wir es nur mit fünf Spiilnstilben, folglich nur mtt fünf solcher Automate zu tun haben. Tie Spinnstuben weroen sich eventl. bereit erklären. Die Kosten zu tragen.

tn DcT Entwicklung oder beim Lernen zurück- bleibende Jiinöcr, sowie blutarme, uck- matt« fühlende und ncroöje übccacbeuetc, leicht erregbare uno frühzeitig erichöpste Erwach,cnc gebrauchen als ttrajtigungsmittel mit großem Erwlg Dr. Hvrnmel's vacmatogcn. D4/i

Der Appetit erwacht, die getstigen und körperlichen Kräfte werden vairo gcboben, daö tociamvyictVetiViicui geitirrkt.

Man verlange ledoch ausdrücklich das echte Tr. HommeftS Hgetnatogeu und laue stch ferne ber vielen Nachahmungen auiuuuu j " jiigelnS.'ivbCM " ..........tx

TprhniL'fim Rinntyn ^^vblnonbLu.Llvktiotvobnili.h^?. j gen.HIIKUm Qlngen Autcmobllbau, Brückenbau. S|r

ChatiireHrininie.