Ausgabe 
23.11.1908 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 376

General-Anzeiger für Gberhesjcn

begann am Freitag die Beratung der Novelle zum Gerichts-

Freitag die Beratung der Novelle zum Gerichts- wesen u. dgl. m. Stellung genommen. Lieber alle diese Fragen gSge etz usw.uberReiorm des^mtsgerichts^ wurden ausführliche und gutachtliche Berichte an die zu- nnn Nntnijn hegt eme ständigen Behörden erstattet und zwar meistens mit Erfolg.

GmtoÄ, bet' 3uf"ÄVh*« »er Verein tat ferner Mfistände die laut geworden, wie Au. r yiegtcniugsuorlage, der Zeiltrumsantrag aut 500, 130 auj ^er. Straße usw. mit Erfolg gerügt

grobe Reihe von Anträgen vor:

Auch hat sich der Verein mit der Gründung einesGemein

ö c r t a f | u ii ( verjähren

- Mit gehen. Auf

Bezirken und ähnliches. Ter von Anivaltsseiie ausgehende Wunsch, die ganze Verhandlung über die Ausdehnung der Zuständigkeit der Amtsgerichte zu vertagen biS zum Eingang der Strafprozeßiiovellc, wird adgelehnt. ES sollen zwei Lesungen stallsinden. Tie heutige Aussprache über die Anträge führte noch zu keiner Entscheidung.

Rotationsdruck und Verlag der vrühlfcha» UnwersuätS - Buch» und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Neue Ausschreitungen der Tschechen.

Ter ,Berl. Lokalaiiz." meldet auS Prag: Aui dem Graben landen gestern mittag abermals lärmende Ausschreitungen von Tschechen gegen deul'che Studenten statt, die wiederholt belästigt und mißhandelt wurden. Die Wache verhielt sich vollständig passiv. Ta die Situation sich immer bedrohlicher gestaltete, säuberte die Gendarmerie bcu Graben. Der Pöbel zog dann, tschechische Hetzlieder und serbische Nationallieder singend, aus den Wenzdsplatz, wo Ruis ertönten :Am Wiedersehen auf dem Graben am nächsten Sonntag l* Im Lause des Nachmittags wurden wiederholt deutsch sprechende Pasianten von der Menge überfallen und mißhandelt. 28 Verhaftungen wurden vorgenommen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expeditwn und Verlag: 6L

Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzetgerGießen,

Die ..Gietzener ZamiNendlätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das Krebblatt fßr öen Kreis Sichen" zweimal ivöchenlllch. Drerandwlrifchastllchen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 23. iMooember 1908.

der Straßenbahn scheint eS nun schnell zu der Tagesordnung für die Sitzung der Stadt-

Greßeuer Strafkammer.

)( Gießen, 21. November.

Beim Antrinken der Kirchwethe

zu Geiß-Nidda landen sich auch die M a u rer Hch. L. und ü. Z. von Ulfa ein. Bei ihrem Weggange landen sie ihre Fahr­räder, die sie au£ber Straße stehen gelassen hatten, beschädigt vor. Sie hatten den Sohn des Haltestellenatmebers von Gelß-Ntdda im Verdacht, der im betrimkeiien Zustande von zwei Kameraden nach Hanfe begleitet wurde. Nachdem sie dem Vater von ihrem Ver­dacht Mitteilung gemacht und dieser sich bereit erllärt hatte, für den Schaden amzukommen, begegneten sie auf dem Rückwege den drei Leiiten. L. unb Z. schlugen auf den jungen Alaun em und rissen ihn zu Boden Als seine Begleiter die Angreifer von ihm rissen, zog L. ent Taschenmesser und sprang wieder auf ihn zu. Fnzivüchen kam der Vater des jungen Mannes hinzu und land ieinen Sohn mit Wunden bedeckt auf der Straße liegen, während sich die übrigen im Straßengraben noch balgten. Tas Schöffen­gericht verurteilte L. wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei jjionatcn Gefängnis unter der Annahme, er habe dem Verletzten die Wunden mit seinem Messer beigebracht, ivährend eS Z mit 1 Monat diirchtommen ließ. Tiefer gab sich mit der Slraie zu- flieben; L. dagegen locht das Urteil an und machte geltend, er sei angegriffen woiben und habe fiel) mit einem Stein gewehrt, em Messer will er nicht gebraucht haben. Tas Gericht hielt es für nötig, den Arzt, welcher den Verletzten behandelt hat, über bte Beschaffenheit der Wunde zu Horen. Zu diesem Zweck wurde die Verhandlung bis zur nächsten Sitzung vertagt.

Der Nebenbahnübergang.

In großer Gefahr befanb sich am 22. August d. I. derMikch- fuhrmann R. Sch. von Geiß-Nidda. Als er, die Straße von tznngen kommend, den Uebergang der Eisenbahn st recke Nidda-Salzhausen passierte, wurde fein Gewährt vom Zuge ersaßt und zertrümmert. Er selbst und die Pferde blieben zwar unverletzt, doch wurde gegen ihn das Strafverfahren wegen tahrlässiger Geiähidnng eines Eifenbahntransportes eingeleitet. ES hatten sich Teile des zertrümmerten Wagens an die Räder der Eisenbahnwagen angeklammert, so daß Geiahr für eine Ent­gleisung bestand. In seinem Halbverbeck sitzend, hat er das Läuten überhört. Ter nicht mit Schranken versehene Uebergang ist an einer sehr gefährlichen Stelle; der Wald behindert die Aussicht insbesondere nad^ber Seite, wo ber Zug herkam. Tas Schöffen­gericht, dem die Sache zur 'Aburteilung überroieen war, hatte fest- gestellt, daß bas Lämeii hörbar war, man hatte deshalb den An­geklagten in Verdacht, daß er geschlafen hat, zumal man ihn schon mehrfach in diesem Zustande auf feinem Wagen gesehen hat. Zwei Forstwarte, die den Vorfall beobachteten, bekundeten, daß der An­geklagte erst zum Vorfchein kam, als der Wagen umsiel; vorher Hatter sich nicht umgesehen Sogar nach dem Vorfall ist er wieder schlafend betroffen worden. Tas Schöffengericht hielt den Beweis einer fahrlässigen Handlung nicht für einwandfrei erbracht und sprach den Angeklagten frei. Tiefes von ber Staatsanwaltschaft angefochtene Urteil mußte ber Aufhebung unterliegen. Tie Straf- rammet fanb schon eine Fahrlässigkeit darin, daß der Angeklagte^ welcher die Strecke tagtäglich fährt, wußte, daß die Stelle gefähr­lich ist und er, trotzdem ihm belannt war, daß cm Zug fällig ift, sich nicht Dcrläffigt t)at, ob er den Uebergang noch passieren kann. Sie verfuhr nut dem Angeklagten jedoch gnädig, indem sie, seine Fugend berücksichtigend, auf eine (S c l b ft r a f e von 15 Mark eikamite cie führte daher aus, die oberhessische Bevölkerung sei Ü an big bemüht, Bahnen zu befommeu; da sich diese schlecht ic dienen, mußten sie billig unterhalten werden, es fet unmöglich, an jedem Uebergang einen Bahnwärter anzustellen. Tie Bevölker­ung muffe sich deshalb zur Pflicht machen, die nötige Vorsicht yi

parlamciitarifd?es,

Das prcuß. Abgeordnetenhaus hat am Samstag die Gr üben-Interpellation bccubet und hierauf die No­velle betrefjenb den Wohmmgsgeldzuschuß für die unmittelbaren Staatsbeamten an die verstärkte Budgetkommifsion verwiesen. Hierauf ging die Vorlage betreffend bte Gebühren ber Medizmal- beamten an eine befonberc Kommission von 14 Mitgliedern. Montag Beamtensteuerprivileg. Fm Abgeordnetenhause brachten nun auch die Freitonjervativeii unb bas Zentrum auf Verstärk - ung bes Bergarbeiterschutzes gerichtete Anträge ein.

Der Senioren-Koiioent des preußischenAb- a e o r d n e t e n h a u s e s beriet am Samstag Vormittag bte Ge° ichäftslagc. Alan war übereinftimmenb ber Ansicht, daß am Mon­tag noch" eine Plenarsitziing abgehallen werden soll, um die noch vorliegenden Gefetzemwürfe in erster Lesung zu beraten. Tann 'oll den Kommissionen ausgiebig Zeit zur Fertigstellung ihrer Ar­beiten gegeben werden. Tie nächste Plenarsitziing wurde deshalb erst für etwa den 10. Dezember in Aussicht genommen, und zwar |oU dann die Interpellation des Zentrnnis, betreffend die L'mbenmg der Arbeitslosigkeit, zunächst verhandelt werden. Tie Weihnachts- Ferien dürften bald nach dem 10. Dezember einlreten.

Schlitzcrlänber Bräuche und Sitten reden wird. Man wird wohl nicht fehlgeüen, wenn man annimmt, daß auch dieses Programm derielbcn lebhaften Anteilnahme be­gegnen wird, die auch in den früheren Wintern die Abende der Vereinigung gefunden haben.

X. ©rümngen, 20. Nov. Gestern fanb in unserer Gemeinde cm sehr zahlreich besuchter Fani i lieua ben d unter Leitung des Ortsgeistlichen Pfarrer Vechtel im Bender'schen Saale statt. Jrn Mittelpunkt dec Feier standen Vorträge deS Pfarrers Lehmann, Generalsekretärs bc3 HauptveceinS des Eoang. Vundes in Halle a. b. S. Redner ivar zwei Jahre lang in der eoang. Bewegung in Oesterreich praktisch tätig. Er mar flalionictt zu Königsberg a. d. Eger in Bühiucn. Aus ber Fülle seiner Erfahrungen heraus ec* zähtte er von bcc Arbeit bodfclbft in fesselnder Weise. In einem weiteren Vortrag legte er Zweck unb Ziel des Evang. Bundes, sowie die Notwendigkeit ber Mitarbeit aller Eoau- velischen bac unb forbcite in zünbenben Worten auch in ber Versammlung zum Beitritt auf. Umrahmt waren die red- uerljchen Darbietungen von Gemernbegefängen, bte in sehr dankenswerter Weise von dem Holzheimer Posaunenchoc be« gleitet würben, unb von einigen meisterhaft vocgetragenen Ehöcen bc6 hiesigen NiännergefangoereinS unter Leitung deS Lehrers - M o m b e r g e r. Auch trugen etliche Konsirmanben zivlschcnburch mit viel Liebe unb Begeisterung Gebichte vor^ in benen einzelne Szenen aus Martin Luthers oielbnocgtem Leben geschilbect waren. Die ganze Veranstaltung nahm einen sehr befiiebigeubcn Verlauf unb bot jebeernann mannig­fache Anregung für Geilt unb Gemüt.' Sie halte auch in erfreulicher Weise baS praktische Ergebnis, baß 50 Anwesenb» dein Evang. Bunb als Riilgliedec bestraten. Unter einem provisorischen Vorstand konstituierte sich sofort em Zweig- verein. Möge der junge Verein nach außen und innen kräftig wachsen und durch seine Arbeit auf bas eoang. Gemeinbe­leben besruchleub eimoufcnl

R.-B. Darmstabt, 22. Noo. Ein schwerer Eisen­bahn Unfall ereignete sich am Samstag abend auf dec Odenwald-Bahn. Der Kutscher Christian Scherer fuhr abends gegen 7 Uhr oon Traisa nach Darmstadt zurück. AlS er die Haltestelle bei Ricder-Ramstadt überfuhr, deren Schranken nicht geschlosien waren, wurde bas Fuhrwerk oon einer vorübersahrenden Maschine ersaßt unb zertrümmert. Dec Kutscher würbe oon bec Aiaschine erfaßt und noch zirka 160 Meter weit sortgeschleift; er tottebe tot zwischen den - Räb"rn hcrvocgezogen. Eine traurige Fügung wollte eS, baß ber 16jährige Sohn bes Getöteten, bec an bcc Bahnstcecke beschäftigt ist, ben bis zur Unkenntlichkeit verstümmelten Vater von ber Maschine ablöfcn half. Da§ Pferd war von dec Maschine gleichfalls gelötet unb bcc Wagen in Hunberte oon Trümmern zermalmt worben. Wen die Schulb an bem neuen Unfall trifft, wirb eeft bie sofort am Vormittag eingeleitete Untersuchung ergeben.

hing ber Schaufenster an Sonntagen, Fitial- und Waren- Haussteuer, Festlegung des Osterfestes, Einschränkung des Ge­werbebetriebes im Umherziehen, Aenderung im Submissiäns-

finnigen auf Einschränkung ber Zuständigkeit ber Amtsgerichte gegenüber ber Regierungsvorlage, ber Zenirnmsantrag auf 500, ber iteifinntgc auf 600 Alt. statt ber bOO Alk. der Regierungs­vorlage. Em konservativer Antrag wünscht zahlreiche Garantien bezüglich der Verwendung von Hil'snchtcrn, der Besetzung der Zivilkammern mit nur zwei Beisitzern, der Forderung, daß nur Direktoren zu Vorsitzenden der Kammer für Handelssachen ernannt werden sollen, der Schaffung mehrerer Landgerichte in volkreichen

Eine revolutionäre Bewegung,

die im Süden von Haiti ansgebrochen ift, dürfte die Bereinigten Staaten veranlasfen, z»i intervenieren. Ter Aufrui des Generals Symon, worin er die Revolution gegen den Präsidenten AlextS verkündet, ist von einem Teil ber Bevölkerung mit Begeisterung ausgenommen worben. Ter französische Bischof von Las EayeS, begab sich infolge bicfer Proklamation zn dem aufrührerischen Ge­neral unb bat ihn, aus Patriotismus jedes Blutvergießen zu ver» hindern und sich zurückzuziehen. Die Unterredung dauerte zwei Stunden. Der Bischof, der sich in vollem Ornate befand, wies auf bie wahrscheinliche Besetzung Haitis burch amerikanische Truppen hm, trotzdem gab der General nicht nach. Oberst Favc- rolles, Befehlshaber der Regierungstrnppen teilt in einem Tele­gramm an den Präsidenten der Republik mit, daß die Lage sehr kritisch unb baß er mit seinen Truppen von ben Anhängern bes aufrührerischen Generais Symon umzingelt sei. Präsident Alexis erhielt nachträglich noch em Telegramm, worin ihm milgetcilt wirb, baß bie republikanische Bewegung in ber Stabt LaS Eayes gesiegt habe und baß bie Stabt für bie Regierung verloren ist; feubem ist bie telegraphische Verbindung mit der Provinz abge° schnitten.

politische Tagssscharr.

ReichshauShaltsetatS.

DieR. A. Z." beginnt jetzt mit bett Veröffentlichungen aus dem Reichshaushattsetat. Der Etat des R e i ch s a m t s deS Innern sieht hiernach an Einnahmen im Ordma­ritim 131505 244 Mk. vor. Die fortlaufenden Ausgaben bo trggen 78119 240 Mk. Für die Verwaltung der Laiserlichen Marine belaufen sich im ordentlichen Etat die Ausgaben auf 290547 167 Mk. (-j- 37 448 593 Mk.). Die Summe der fortdauernden Ausgaben beträgt 144 043 804 Mk- (4- 10 242 730 Mk.). Die einmaligen Ausgaben betragen ] 16 503 363 Mk. (+ 27 205 863 Mk.). Jrn außerordentlichen Etar werden 109 924 045 Mk. (+ 23 788895 Mk.) angefordert. Bei den einmaligen 'Ausgaben sind für Sdjinäbautcn und Armierungen 219 760 000 Mk. (-j- 48 750 000 ML) angefetzt, darunter für Neubauten 139 940 000 Mk. (4- 29 610 OüOytt), wovon 6 Proz. des Schissdauwerts mit 54 960 000 ML aus den ordentlichen Einnahmen, die verbleibenden 84 980 000 Mart durch einen Anleihezuschuß gedeckt werden. Bei der Reichs-Po st- und Telegraphen Verwaltung sind die ordentlichen Einnahmen auf 67*2 447 600 rvÜ. (+ 28 300 600 Mk.) geschätzt. Die fortdauernden Ausgaben des orbentlidjen Etats betragen 573144 793 ML (-j- 26 690 501 Mark). Die einmaligen Ausgaben 16 889 907 ML Der Ueber» schuß der ordentlichen Eimiahmeri über die ordentlichen Ausgaben beträgt 82 412 897 ML Jin außerordentlichen Etat erscheint für Fernfprechzwecke die frorberung von 45 Mill. Mark ( 14 450 000 ML>

mb. Die Kommissioo des Reichstages fQr die große Gewerbrnovelle

setzte am Freitag ihr« zweite Lesung fort Line lange Er- öilcunifl finbet wiederum bei den Bestimmungen bes § 13« a über bte zulässigen Ausnahmetage sür bie Arbeitszeit ber Ar- beiieümieu statt. Die Regteruiigsvoilage wollte 6V Ausnahmetage zulasfen; bie Kommpsion hat in erfter Leiung bteje Zahl aui 4U herabgesetzt; es bleibt beim Kommissiousbejchlutz erster Lesung. - Bei § 154, bet die Gewerdezweige aufzählt, auf welche bie Ar- beiieZchutzbestimmuiigen ber Gewerbenovelle keine Anwendungen finben sollen, wird durch Annahme eines Antrages ber Wirtschaft­lichen Vereinigung bie Auweubung bcc Bestimmungen über Arbeits- orbuung und 'Arbeiterausschüsse auf bie Gärtnereien, bas Gast­un b Schankwirtschaftsgewerbe unb bad Verkehrsgewerbe sicher- gestellt. Sobaun wirb eine Reiolutiou bes Zeutrums einstimmig angenommen aus Vorlage eines Gesetzes, burch bas bie Verhältmsfe des Personals in öffentlichen unb privaten Krankenhäusern, Heil­stätten unb Genesungsheimen geregelt werden sollen. Ttetistag Wettecderaiung.

*

mb. Die Justizkommission deS NeichStages

Dccocbnetcn am DonnecLtag biefec Woche sieht als Haupt- gegenstanb die Straßenbahn (Liniensühiung, Bewilligung des Kredits, Vergebung dec Arbeiten unb Lieferungen).

Unser Kaiser-Wilhelm-Regiment hielt ver- flofiene Woche ein Scharfschießen nörblich Staufenberg ab; bas Schießen bauerte bis zrim SamStag. Als Neuerung würbe dabei baS Kampfschießen erprobt. Zwei Züge schossen auf 800 Nieter nach Kopfscheiben; ber eine Zug gab lang- iameS, ber anbere lebhaftes Schützenfeuer ab. Letzterer hatte die meisten Treffer. Somit hat bas lebhafte Schützenseuer ben Vorzug.

Ein Regimentsjubiläum. Die Feier des lOOjäbcigm Bestehens beL 1. R a s s a u i > ch en Jnfan terle- RegimentS Nr. 87 finbet am 16. März 1909 in Mainz statt. Da« Regiment ift schon eifrig nut ben Vorbereitungen zu diesem Fest beschäftigt. Offizielle Anfforberungen mit genauer Festorbnung werben jeboch voratissichllich erst Enbe dieses Jahres erfolgen können. Nichlsdcsioweiiiger durfte es tm Interesse ber Festleilnehurer liegen, sich schon jetzt bet dem Regiment (Tienstzimmer beS I. R. 87) unter genauer Angabe ihrer Abresse, ihrer Stellung, beS Jahrgangs unb ber 9lumincr bec Kompagnie, in bec sic gebient haben, an- zumelben. Die Mitgliebec oon 87ec Vereinen verfahren wohl am zweckmäßigsten, wenn sie ihre Aiimelbungcn burch Ver­mittelung ihrer Vereine bewerkstelligen.

** Der Verein der Detaillisten zu Gießen hielt am 19. d. Mts. seine Generalversammlung ab. Dem vom Vorsitzenden, Kaufmann E. Röhr, erstatieten Jahresbericht entnehmen wir: Die Zahl der Mitglieder yat sich wenig geändert. Die Tätigkeit des Vereins war auch im verflossenen Jahre recht rege. Die Arbeiten wurden in 10 Vorstandssitzungen und einer Generalversammlung er­ledigt; der Vorstand beteiligte sich außerdem an mehreren Ausschutzsitzungen des Süd- und Westdeutschen Detaillisten- Vervandes sowie des neugegründeten Verbandes des hessi­schen Detaitlistenvereins. Der Verein hat zu verschiedenen wichtigen Tages- und Standessragen, insbesondere Ver­kürzung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, Ossenhal-

nützigeu Rabattsparvereins" befaßt; es janb au5 diesem Anlaß kürzlich ein Vortrag des Generalsekretärs deutscher Rabattsparvereine, Beythien aus Hannover statt. (Heber diesen Vortrag, der in jeder .Hinsicht interessant unb lehrreich war, haben wir seinerzeit berichtet.) Zur Gründung eines derartigen Vereins ist es bis jetzt nicht gekommen, doch haben sich eine größere Anzahl hiesiger Geschäftslet-te bereit erklärt, einem Itabattfparoereien als Mitglied beizutreten. Bon besonderer Erwähnung au3 der diesjährigen General­versammlung ist u. a. die Stellung des Vereins zu der bevor­stehenden Hand^lSkammcrwahl und zu ber Frage auf Einfüh­rung bes Acht Uhr-Labenschlusses in ber Kolonial-, Farb- unb Drogenbranä)e. Bezüglich ber HanbelSkarnm er­wähl würbe einstimmig beschlos,en, für sämtliche ausschei- benbcn Hanbelskammeruiitglieber wieder einzutrete.i, wäh­rend für das verstorbene Mitglied Kaufmann Nowack, welcher der K^>lonialwarenbranche angchvrte, Kaufmann August Noll in Gießen als Kandidat des Bereins und ber De- taillisten aufgestellt werden soll. Es wurde in der Versamm­lung, und das wohl nicht mit Unrecht, darauf hingewiesen, daß eS für den Detaillistenstand mit Rücksicht auf feine große Zahl unb bie vielen speziell bikßen Stanb betr. Fragen, mehr wie ein gutes Recht sei, in ber Kammer ntinbejien5 burch zwei hiesige Mitglieber vertreten zu fein. Bezüglich bes Acht Uhr-La benschlus sc s für bie oben ange­gebenen Branchen, bei bem jedoch die Spezial-Zigarrenge- fchäfte ausgenommen fein sollen, wurde ber Vorstanb ermäch­tigt, behufs Ermittelung beS Interesses für einen früheren Labenschlutz unb beffen eventuelle Herbeiführung, baS weiter Erfvrberliche zu veranlassen. Bei ber vorgenommenen Vvr- stanbsersatzwahl würben die ausscheidenden Mitglieder Aug. Noll, Heinrich d^oll, Will). Mabes unb B. Oppenheimer wiebergewahlt, während Kaufmann H. Erle nengewählt wurde.

** Die HessiscLe Bereinigung für Volks­kunde wird auch in oiefem Winter ihren Mitgliedern in Gießen unb Untgegenb eine Reihe von Vorträgen unb Aus­führungen bieten. Am 7. Dezember b. I. wirb Pfarrer Moser-Wohnbach über Sitten unb Bräuche bei Taufen, Trauungen unb Beerbigungen im Selketal (Harz) sprechen. Mitte Januar bes Eommenben Jahres wirb ein oberhessischer Volkslieber­aben b veranstaltet werben. Der Vorsitzenbe, Pfarrer Schulte-Großen-Linbcn wirb da einen Vortrag üoer bas Volkslieb in Oderhessen hallen, unb zur Veranschaulichung werben zwei ober drei Damen eine Anzahl von Liedern aus dem Scylitzerland, dem hohen Vogelsberg, der Umgegend Gießens unb ber Wette rau fingen, öerabe biefc Vcranstal hing, bie ben auf bem Gießener Sängertag in diesem Jahre ausgesprochenen Wüusck)en entgegenkommt, bars wohl umso­mehr Beachtung beanspruchen, als die zu singenden Lieber in ihrer Auswahl unb Rhythmisierung von Musikbirektor Professor Traut mann geprüft unb für sehr gut befunben worben sind. Weiter ist vorgesehen, in Vertaubung mit bem Dürerbunb hier selb st zroei Lieder,p.cle b^y Odenwätbcr Volts- fchriftstellers PH. Buxbanm zur Aufführung zu bringen, Dorfstücke voll Humors, lebenbigcr Charakterifierung unb echten Volkslebens, die ja den Lesern des Gießener Anzeigers wenigstens aus ber Kritik Tr. StreckerS-Lab-Nau- heim bekannt smb. Endlich ift noch für Ende Februar ein Vortrag des Pfarrers Hotz-Dietzenbach geplant, der über

Zweites Blatt 158. Jahrgang Montag 23. November 1808

Erscheint täglich mti Ausnahme des Sonntags. a jk k a a a a a ' * a *. A

Gletzener Anzelger

Hein, im Slnkttigr anbarbtitcu, iotj: iben gewanbt |u$ g ins Haus, tage bitte HC 4, L au richmi

tüblc werden lch-L l)L I. Klöcklt, voir iellersweg dl.

ben in leb. Stell. Hiß ausgcftovil.» uchter,SüMtr.M

rd tauber gewttitcic i neu gebügelt.

, Wollengatte fk i'

tag abend: üiißeBtol! ^LasMM: iter-iBali' L JSjs Fächer W-

en Haarsebmud sicher Auswahl Ii > doinon & jjL

ladttheatsi

Giessen.

Hermann Stelnß ben2iJoDenü«tU'

ieinin@S^ iS Sir.

.05 Siol>cn^"^

igüSp

ßDü ift,

)0 Mark

jd w WgM

DQ-uteb 7/Ä» jto "MO Start intet k 647 an b« tegeneilMgn ud.

W Kiark ,einer NeubauNwA zu leiben getutyt^1 im, ÜiediüiMüe 31. stagzw.'/F-Mrw 11amentchud benot, n illarüitr. 21

'Ea-M-u. @ic^

mann tounjcht ty

K°h'ienEigarrw "en Qtößerente ldernchm.Schr.Li

ipatet N gabiibow.MKMf ?), fn ^"andetSü. -Lnnd^enenA^