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Nr. 14« Erstes Blatt 158. Jahrgang Mittwoch 24. Ium 1908
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j)otttische Tagesschau.
Heber den internationalen Zusammenschluß der reisenden Kaufleute, welcher, wie gemeldet, kürzlich in Paris erfolgte, gehen der „ReichShauptstädt. Corr." die folgenden, interessanten Mitteilungen zu: Der auf Anregung deS Kaufmanns Ludwig Ullmann-Berlin auf die Tagesordnung gestellte Antrag auf Gründung einer Vereinigung der reisenden Kaufleute der ganzen Welt gelangte auf dem vom französischen Verbände zusammenberufenen internationalen Kongresse am zweiten Vcr- Handlungstage zur Beratung. Der eingebrachte Statutencnt- wurf wurde mit einigen Abänderungen angenommen. Art. 3 desselben erläutert den Zweck der internationalen Liga wie folgt: ,1. Die Gesamtheit der Geschäftsreisenden und Handelsvertreter aller Länder in gegenseitige,n Solidaritätsgefühl und kollegialer Achtung zu vereinigen, 2. die verschiedenen Gesetzgebungen, denen sie unterstehen, zu studieren, und zu vergleichen, sowie durch gen,einsames Vorgehen Prozeßverfahren und berufliche Vergünstigungen in Uebereinstinrmung zu bringen, um dadurch die sittliche und materielle Lage der reisenden Kaufleute zu kräftigen." Der Verbandsvorstand beruft alle 5 Jahre einen internationalen Kongreß, das Vorstandsbureau tritt alljährlich einmal zusammen. Auf Vorschlag UllmannS dürfen auch andere kaufmänuische Vereinigungen, denen nicht ausschließlich Geschäftsreisende angehören, als Mitglieder der Liga ausgenommen werden. Für die nächsten 5 Jahre w,rd die vFederation Internationale des Voyageurs et B-epresentante de Commerce" ihren Sitz in Paris haben.
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Bombardement in Teheran.
In der persischen Hauptstadt ist es gestern bis zum Aeußersten gekommen: der Schah hat das Parlament in einer Moschee, wohin es sich geflüchtet hatte, bombardieren lassen; schon tags zuvor war ein heftiger Straßenkampf entbrannt. Gestern gegen 2 Uhr wurde das Bombardement eingestellt. Die Artillerie rückt teilweise ab. Das Parlamentsgebäude ist vollständig leer. Die Plünderung dauert fort, doch nur im Parlamentsviertel. Das Palais Zilles weist arge Zerstörungen auf 'uni) ist vollständig aus- geraubt. Es sind noch nicht alle Tote fortgeschafft. Die Kvsaken- brigade hat viele Tote und Verwundete. Die Kvnonen feuerten aus nächster Nähe. Die Endschumen flüchteten in die umliegenden Häuser und schossen von den Dächern auf die Soldaten. Die Zahl der Toten unb Verwundeten wird aus über 100 geschätzt. Der heutige Tag bedeutet einen vollständigen Sieg der Partei des Schahs. Die Gegenpartei ist gänzlich zersprengt. Viele Verhaftungen sind erfolgt________________________________
Deutsches Reich.
Ter Kaiser hat dem Stationschef von Wilhelmshaven Admiral Fischet den erblichen Adel verliehen.
Ter 31. Deutsche F l e i s ch e r t a g ist gestern in Essen a. d. R. zusammengetreten; mehrere hundert Dele
gierte aus ganz Deutschland sind erschienen. Mit der Tagung ist eine große Fachausstellung verbunden.
Vierte Wagenklasse in Baden. Gestern hat bei der Beratung des Eisenbahnbetriebsbudgets in der ersten badischen Kammer der Verkehrsminister v. Marschall sich für Einführung der vierten Wagenklasse auf oen badischen Staatsbahnen ausgesprochen.
Vom mitteldeutschen Handelskammertag. Der in Sonneberg tagende Mitteldeutsche Handelskammertag beschloß, das preußische Staatsministerium zu ersuchen, finanzielle Zuwendungen sowie Unter st ützungenanAgrargenossenschaftenzu unterlassen, um deren schädigenden Wettbewerb für den Handel zu steuern.
S o z i a l d e m o k r a t i s ch e r W a h l s i e g i n B e r l i n. Bei der gestrigen Stichwahl im 12. Berliner Landtagswahlbezirk erhielt Buchhänoler Adolf Hoffmann (S o z.) 313 Stimmen, Prediger Runze (freis. Bp.) 307 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt. Die Berliner Blätter führen diesen Wahlsieg der Sozialdemokraten auf'*chren geradezu unglaublichen Wahlterrorismus zurück, der viele bürgerliche Wahlmänner verhindert habe, ihre Stimmen abzugeben.
Elektrizitätssteuer. Im Finanzausschuß der bayrischen Abgeordnetenkammer wurde gestern Finanzminister v. Pfaff vom Abgeordneten Dr. Pichler wegen der angeblich geplanten Reichs-Elektrizitätssteuer interpelliert. Der Finanzminister erklärte, er sei in einer peinlichen Lage. Heute seien ihm die Vorschläge des Reichsschatzsekretärs Sydow zugegangen. Die Entwürfe seien vertraulich und er könne nicht darüber reden. Dr. Pichler forderte darauf den Minister aus, mit der größten Entschiedenheit dafür zu sorgen, daß Bayern vor der Schädigung einer Elektrizitätsabgabe bewahrt bleibe. Die Regierung habe die Volksvertretung bei diesem Widerstand gegen die Berliner Pläne geschlossen hinter sich. Dr. v. Haller (Soz.) führte aus, die Erklärung des Ministers lasse genug zwischen den Zeilen durchblicken. Ter Minister solle sich mit seinen süddeutschen Kollegen zu einer entschiedenen Abwehr der drohenden preußischen Pläne vereinigen. Herr v. Frauen- dorser hatte kurz vorher erklärt, daß an ein Elektrizitätsmonopol nicht gedacht werde, daß aber die Gefahr einer Elektrizitätsabgabe vorliege.
Anslon-.
Aus Prag.' Anläßlich ocs Stiftungsfestes der katholischen Studenten-Verbindung Carolina kam cs vor der Herz Jestr- Kirche zu einem Zusammenstoß zwischen deutsch^freiheitlichen und klerikalen Studenten. Die Wache mußte einschreiten und zahlreiche Verhaftungen vornehmen.
Der zweite Sohn des Königs von Spanien. Der gestern geborene zweite Sohn des Königs von Spanien wird den Namen Jaime erhalten. Der König unterzeichnete aus Anlaß der Geburt die Begnadigung eines Verbrechers, der gestern in Cordoba hingerichtet werden sollte.
Ein neuer russischer Kriegshafen. Einer Zeitungsmeldung zufolge plant das Marineministerium den Bau eines neuen Kriegshasens zu Narva.
holzamerr letzter Roman.
Unsere Dichter find in der Regel Darsteller ihres eigenen Lebens, Dichtungen Lebensbeichten, abgelegt vor dem Beichtstühle der Welt. Versenken wir uns in die Blätter der Weltliteratur, so machen wir immer und immer wieder diese Beobachtung. Jeder echte Dichter dichtet sich selber, er gibt sein Innerstes der Welt, oie sich von dieser inneren Wahrheit ergreifen und erschüttern läßt. Seeleneindrücke, zu denen sich mehr zufällige Lebensgeschehnisse als unmittelbare Ursachen gesellen, schmieden zumeist das Einzelschicksal. Je weiter der Abstand von Wille und Kraft, desto sicherer, daß in dem Streite zwischen Altem und Neuem, zwischen Traum und Treue, zwischen Pflicht gegen andere und Recht auf sich selbst, — daß in solcher Tragödie schwankende Naturen unterliegen.
Zu den Dichtern, die fast ausschließlich sich selbst dichteten, und zu den Menschen, die in jenem angedeuteten Streite erst spät Sieger über sich selber wurden, gehörte unser Wilhelm Holzamer, der viel zu früh aus dem Leben Geschiedene. Sein letzter, soeben nach seiner Veröffentlichung im „Daheim" als Buch bei Egon Fleischet & Co. in Berlin erschienener Roman „Vor Jahr und Tag" erst zeigt ihn fast vollkommen befreit von den Kümmernissen seines Zweiseelentumes, zeigt ihn fast als Ueberwinder seiner selbst, und doppelt groß ist der Schmerz aller derer, die ihn im Leben gekannt haben, um seinen frühen Verlust nach dem innigen Versenken in dieses sein reifstes und bestes Werk.
„Tas Leben ist wirklich schwer. Daß es schwer ist, das hätte schon nicht viel zu sagen, das hat man mit allen Menschen gemein. Aber daß es so rasch ist, das gehört jedem persönlich an. Denn dann kommts darauf an, wie mans lebt." Mit diesen kürzen starken Sätzen beginnt des Dichters nachgelassener Roman. Sie sind dem Herzen eines durch widrige Lebensumstände frühe müde Gewordenen, dann aber nach schweren Seelenkämpfen endlich mit sich ins Reine Gekommenen entquollen, der neuen Hoffnungen zu- strebie und Großes zu erreichen berufen schien. Vor seinem Aufstiege aber ward sein mühsam zur Stärke wieder geknüpfter Lebensfaden jäh zerrissen — ein über die Maßen grausames Geschick!
Trotz des mit hoher Künstlerschaft gewahrten Scheines des vollkommen Unpersönlichen — der oberste Vorzug dieses seines besten Buches vor fast allen früheren, mit hauptsächlicher Ausnahme seiner köstlichen Meisternovelle „Der arme Lukas" — wie viel Persönliches steckt doch auch in dieser Dichtung. Daß dieses Persönliche aber so ganz in den Hintergrund tritt, daß es kaum merklich nur zwischen den Zeilen leise und fein, mit eines letzten Abendsonnenstrahles holder Zartheit hinter den zahlreichen, durchweg in strotzen
der Lebensfülle vor uns erscheinenden Gestalten hindurchflimmert, das eben verleiht, wie gesagt, dem Roman seinen vornehmsten Kunstwert.
Dem rheinhessischen Schullehrer Emerich Joseph Vetterlein, seines Buches schönsinnigster Gestalt, gab der Dichter aus den Tiefen seines schätzereichen Herzens die kostbarsten Kleinodien, gab er das Beste seiner selbst. Garstig zwar in seinem Aeußeren ist dieser Vetterlein, „rappeldürr und baumhoch"; doch von yerschwenderischem Herzensreichtum, von keuschestem Hochsinn, von unberührbarem Seelenadel. „Er war, als ob man ihn nehmen sollte wie ein Kind und immer für ihn sorgen sollte, ihn behüten und betreuen, daß nur kein Lüftchen an ihn käm und daß ihm nichts vassieren könnt". Ihn, den glücklich unglücklich Liebenden, den hingebungsvoll selbstlos Entsagenden umfangen wir mit unserer ganzen Liebesfähigkeit. Warum die Dorth, dieses „gut rljeinisch-sentimentalflch süddeutsch Mädchenherz",neben sich diesen Getreuen hergehen läßt „wie ein Ausrufungs- Reichen für alle ihre Schönheiten und Herrlichkeiten", warum sie das Feiertägige, das Feine, das er ihr bringt und das in seinem Wesen liegt, wohl verehrt und seiner froh ist, aber nicht voll für sich beansprucht, warum sie nicht die Seine wird? Weil sein Herz nichts Stürmendes hat, nur Wärme. Wett er zu viel Respekt hat vor allem, weil er innerlich alt ist, ohne je so recht jung gewesen zu sein. Weil er zart ist und doch schwer — sie dagegen leicht, genießend, weinfein — auch ein wenig kokett Zwei Welten — —
Ja, den Jörg-Adam, den hätte sie haben mögen, das war einer! Das war kein Gedrückter und Unterdrückter, wie der Schullehrer, sondern ein Befehlender, Beherrschender. Der war Gutsverwalter und ganz und gar ein Herr. Und stark und schön und mutig und immer so ein bischen, als wenn er noch die Sporen von den weißen Chevau-legers in Darmstadt trage. Doch dem gegenüber hatte sie auch ihren Trotzkopf aufgesetzt — und da war er bitterbös auf sie in seinem wttden Trotz in den Krieg gezogen und — nicht mehr heimgekehrt. —
All dies Meiden und Leiden, dies sänftiglich ergeben Verzichtende — und das Hangen und Bangen und Schweben und Schwanken zwischen stillem Glück und starker Glut, dies heiße Ringen und leise Verklingen, dies Schweifen ins Ungewisse und endliche Reifen in glücklos, aber friedsam resignierender Abgeschlossenheit — all das hat Holzamer aus eigenstem tiefstem Herzen geschöpft, aus eigenstem innerem Erleben.
Und so klingt aus dem Ganzen des Dichters volkstümlich edle melodiöse Lyrik, sein herrliches, sinnig zartes Gemüt, das voller stiller Fröhlichkeit und voller wehmütiger Sehnsüchte war und das in diesem seinem letzten Werke so frisches Neuerblühen köstliche kstndtzt «
Aus Stadt Nttd Land-
Gießen, 24. Juni 1903.
** V o m G r o ß h. Hofe. Tas Großherzogspaar kehrte gestern mittag mit dem Prinzen Alexander von Battenberg aus Oberhessen zurück und traf um 1 Uhr auf Jagdschloß W o l fs g a r t e n ein, wohin für die nächsten Wochen das Hoflager verlegt wurde. Auf der Fahrt geriet bei Sprendlingen das Automobil, in dem sich das Gefolge (Hofdame von Rotsmann, Leutnant v. Schröder und der Adjutant des Prinzen Alexander) befand, durch eine Benzinexplosion in Brand. Die Insassen tonnten sich retten, während das Auto nahezu zerstört wurde. Es kam zur Reparatur nach Rüsselsheim.
• * Ruhestandsversetzung. Se. Königl. Hoh. der Großherzog haben dem Forstwarten der Forstwartei Eudorf, Förster Heinrich Büttner zu Eifa, aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
• * Ernennung. Der Militäranwärter Vizefeldwebel Aug. Schmalz aus Hungen wurde zum Steueraufseher ernannt.
• • Für die Sitzung der Stadtverordneten-Ver- sammlung am Donnerstag, 25. Juni, nachm. 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung ausgestellt worden: 1. Straßenbahn. 2. Ankauf von Straßengelände für den Asterweg. 3. Befestigung der Bürgersteige in der Liebigstraße. 4. Betreten der Bürgersteige durch Truppenabteilungen. 5. Gesuch des Friedrich Kühn um Ueberschreibung eines Grundstückes in der Rittergasse auf seinen Namen. 6. Verpachtung von Gelände an den Verein für Licht-, Luft- und Sonnenbäder. 7. Gesuch deS Zeugwarts Niebel uni Einführung der Gasbeleuchtung in seine Wohnung. 8. Ueberwachung der Kläranlage und der Margaretenhütte. 9. Genehmigung von Rechnungen.
” Landw irisch aftSka mmer. In der gestrigen 27. Vorstandssitzung standen 38 Gegenstände auf der Tagesordnung. Eine Reihe von Verwaltungsgegenständen wurden erledigt. — Zu den vom Deutschen Landwirtschafts- rat angeregten Verschärfungen der Arbeiterschutzgesetzgebung für' ländliche Arbeiter, sowie zu den von diesem vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verminderung des Kontraktbruches durch Einführung von Jnlands- p ässen und durch Abänderung dec Gewerbe-Ordnung wurde Stellung genommen. — Die Statuten der von der Landwirtschaftskammer im nächsten Jahre einzurichtenden Versicherung von Weide-, Ausstellungs - und Faseltieren wurden festgesetzt. — Der Grundplan zur Förderung der Pferdezucht, die Pferde-Schau-Ordnungen, sowie die Bestimmungen über die Ankörung von Zuchtfohlen durch die Landwirtschaft'skammer wurden genehmigt. Ebenso erhielten
So weitausgreifenden, harmonischen Reichtum der Lebengestaltung, solche Mannigfaltigkeit in der Nachschöpfung von Charakteren und ihrer scheinbar naturnotwendig kunstlosen, gerade deshalb aber so tunst vollen Verschlingung in die Gefamtkompositiou wie dieses Werk hat sonst keines von Holzamer.
Nur ein Satz fällt aus dem hold einschmeichelnden einheitlichen Largo dieser schönen symphonischen Dichtung. Der vorletzte. Da tritt plötzlich ein klaffender Zwiespalt in die Harmonienfülle. Ein Allegro, bald risoluto, bald maestoso. Fast unmittelbar vor dem Ausgange der stationenreichen Jugendreise der schönen Torth erscheint ganz unverhofft und unvermittelt ein neuer Passagier, der eine ganz außerordentliche Wichtigkeit für sich beansprucht und, fest zugreifend, die Mitreisenden allesamt, die uns so lieb und teuer Gewordenen, verwirrt. Eine seltsame Diskordanz bildet dieser Ingenieur Kämper. 1'90 Seiten gingen wir ohne ihn. Die nächsten 70 gehören ihm, dem „Preußen", dem habicht- äugigen, eisernen Willensmenscheu, der uns erst unfern lieben Vetterlein recht (?) kennen lehrt. Denn erst auf den unmittelbar vorhergehenden Seiten erfahren wir, daß der in Wahrheit der Rechte nicht ist für die Dorth, daß bei ihr vorher alles „Trug und Selbsttäuschung" gewesen, daß sie „ganz frei ihm gegenüber" war. Dagegen er, der Kämper, er ist der Richtige . . . ? Nein, doch auch nicht. Am Ende seiner Liebes- und Verlobungs-Episode sieht er ein, daß er „sich nicht Mühe gegeben" hat, sie kennen zu lerhen. Und auch sie hat ihn nicht kennen gelernt. Er hat sie genommen. „Man soll aber keinen Menschen nehmen, der sich einem nicht gibt." Er hätte gewinnen sollen.
Die Kamper-Episode ist die Dissonanz des Romans, eine, Taktwidrigkeit des künstlerischen Stiles. Unb sie bringt seelische Tonverwirrungen mit sich.
Trotz dieses künstlerischen Irrtums bleibt die bestrickeude Schönheit, die musikalische Innigkeit des Gesamtwertes bestehen. Den Sänger des schmelzenden Liedes vom „Armen Lukas" sehen wir hier zum Symphoniker gereift, in dessen gefühlsweiche feinfarbige Seelenwelt wir bewegten Herzens dringen.
„Es ist aber doch ein großes Glück, gelitten zu haben, um frei zu fein von allem, was Leiden heißt." Mit dieser welt- weisen Einsicht schließt der Roman. Uni) da er, der Dichter, durch Leiden befreit und, mit sich selbst ins Reine gelangt, zum Glücke gekommen war, da — wars schon aus--.
Immer wieder haben wir diese Grausamkeit vor unseren feuchten Singen.
Und wrr feiern sein Gedächtnis, aus seinen Werken kostend die stille Stärke seiner von Mißgeschick umdüsterten und doch so schönheitshellen, freien und weichen und reichen, von der blauen Blume der Poesie umblühten Seele. P. W.


