Ausgabe 
15.12.1908 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

,Ru-ertv Carola'

em-ll fugen.

heilige Nacht! Nicht uninteressant

willigen" sind, die den Serben ihre Diensteangeboten" haben. Eine Person, die im Leitungskomitee der frcüvilligen Legwmsten in Belgrad sitzt, erklärt, daß das Komitee aus Rußland die Zulage erhalten hat, im Kriegsfälle würden 40 000 Mann aus Rußland zum serbischen Deere stoßen. Diese werden i n 3 i ü 11 g e H e i b e t e russische Soldaten sein, und über sie hnrb das Kom­mando der russische General Lipovac, ein geborener Serbe, führen, der schon seil einigen Wochen in Serbien weilt und mit den maß­gebenden Kreisen in Verbindung steht.

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fierte diesen Vorfall wiederholt als Akt moderner ©ccrau bereu Castro liebt offeiwar nicht nur die starken Getränke, von denen er auf der kurzen Reise durch Frankreich große Mengen vertilgt haben soll, er lüte auch die starken Worte.__________

Hoffen wir, daß der Heidelberger Anschlag recht bald durch einen dcm Gießener gleich- ober ähnlich lautenden ersetzt wird. In­teressant ist weiter eine BekaunnnarlMng vom 15. April 1908. Dieser Erlaß, der folgenden Wortlaut hat, ziert ebenfalls dos ichwarze Brett derRuperto Carola": Cs sind in letzter Zeit öfters Klagen laut geworden, daß Studierende ün Verkehr mir Beamten der Universität und der Universitätsinstituce (Bibliothek, Sekretariat,, Kanzlei,^ Quästnr usw.) es an der unbedingt nötigen Höflichkeit fehlen ließen. So ist nonrerntich darüber geklagt Wor­ten, daß Studierende, ohne die Kopfbedeckung abzn- nehmen, mit brennender Zigarre und rauchend, sogar mit Hunden auf den Amtszimmern erschieiren sind und sich, nenn sie auf die Ungehoriglcit aufmerksam gemacht worden sind, m wenig taktvoller Weise benommen haben. Die Herren Stu- iierenbe»; werden darauf l;ütgewx;cn, daß derlei Lvrlommnisse

Kolrtifche LorgüsscL>ttrr. Bcioldungsvorloye in Preußen.

In der gestrigen Sitzung dec verstärkten Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses teilte der Finanzmmistcr zu ocr Beamtenbesüldungsvoriage mit, die Anrechnung des Militär­dienstes soll so erfolgen, daß die Militäranwärter mit den aus dem Zivilsupernumerat hcrvorgegangenen Beamten in dec Erreichung des Besoldungsdienstalters gleichgestellt werden. Den Militur- anwärtern, die neun Jahre und darüber bei dem Heere ober der Marine gedient haben, wird bei ihrer ersten etatmäßigen An­stellung ihre Dienstzeit, soweit diese und die darauf folgende Zivildienstzeit 12 Jahre übersteigt, bis zu 3 Jahren, mmdestens mit einem Jahre und soweit sie 12 Jahre nicht übersteigt mit einem Jahre auf das Besoldungsdienstalter angerechnet. Den Militüranwärtern, die weniger als neun Jahre gedient haben, Wird ihre Dienstzeit bei der ersten etatsmäßigen Anstellung als mittlere Beamte bis zur Dauer eines Jahres auf das Besoldungs­dienstalter angerechnet. Diese Bestimmungen haben rückwirkende Kraft für alle Militäranwärter, mit der Maßgabe, daß eine Vor­datierung des Zesoldungsdienstalters vor dem 1. Januar 1892 ausgeschlossen ist. Tie Gchaltsnachzahlungen werden nur für die Zeit vom 1. April 1908 staltftnden.

dürste ein Hinweis darauf sein, daß Heuer die 90. Wiederkehr des Entstehungstages unseres WeihnachtsliedesStille 'Nacht" iit Zar Feier dieser Wiederkehr ist (im Verlage von Karl Dietrich in Lauien, Oberbayern) eineWeihnachtskarte" (Postkarte) erschienen, die neben dem Bilde des .^Komponisten, Lehrers Gruber, die Ge- burtsstätte des Liedes, das Schulhaus zu Arnsdorf, und die Kirche zu Oberndorf bei Laufen, wo das Lied zum erstenmal zum Vortrag fern, und den Anfang der Komposition nach der Handsckwift Grubers zeigt. Die Bordersefte enthält eine kurze Skizze über die Entstehung des Liedes. Ten Freunden des schönsten deutschen Weü-nackstSliedes dürfte diese Karte eine an­genehme Weihnachtsgabe sein.

Eine Entdeckung im Nonnenkloster. Die junge Kunsthistorikerin, M. E. Eichhorn, hat im ^tonnenkloster S. Girolamo bei Florenz, hoch oben aus der Akropocks von Fiesole, dicht unter S. Francesco eine wertvolle Entdeckung ge­macht. Sie sand, wie der Kunstchronik mitgeteilt wird, in einer alten. Keinen, heute völlig umbauten Kapelle Freskomale­reien, die von Kennern als Arbeiten aus dem Trecento gesck)ätzt werden. Neben einer Verkündigung und einer Darstellung Christi als Lehrer soll besonders eine Pceta von Wert sein, bei der die jtzöpfe Christi und Maria gut erhalten sind, während alle drei Bilder sonst vielfache Spuren der Zerstörung ausweisen. Gegenwärtig werden die Malereien zunächst einmal von sach­kundiger Hand gesäubert und auf ihre tecl/nische Beschaffenheit wie aus ihren Zustand untersucht.

23ohlerzogene Männer und Frauen". Tie kgl. Regierung in Liegnitz, deren gegen die Bücher der Gesellschaft zur Verbreitung von Volksbildung gerichteter, inzwischen wieder aufgehobener Erlaß vor einigen Monaten scharfe Auseinander­setzungen veranlaßte, hat icte eine Verfügung für die Auswahl der Bücher für Volks'bibliotheken erlassen. Tanach soll bei der

geziemende Vertrauen durchaus gtauuxri werven muß. Zuunder- Handlungen gegen diese Warnung werden nötigen;alte durch Disziplinarstrafen geahndet werden. Ko,sei, Prorector." Sollte man es für möglich halten, daß ein sotä-er Erlaß über das Ver halten gebildeter junger Leute überhaupt nötig war?! Ta dies offenbar der <ya(- ist, empfiehlt es sich vielleicht, neben einem Fsckft- und Reitlehrer auch einen Anstandslehrer der Lehrkörper

Nr. 295

Der ©tefienei Anzeiger »Tld)cmi idflhct), außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöcbencllch ElihenerZamilirnb'.älter, zweimal wöchenll.iireis- tlattlürotnKrcis «Sieben <Tienskag undFreuag); zweimal inonntl Land» wirtschaftliche Seitsrageu Fernfprech - Amcblüsse: für die Redaklwn 112, Verlag u. Expedition 61 Äfcrtfk Kit ^eveschenr

Anzeiger Gießen.

Annahme von Anzeige» für die Tagesnumiuer bis oormuiaga 10 Uhr.

ländischer Schisse nicht wiederholen, bezüglich welcher Castro eine beruhigende Erkürung für die Zukunft nicht habe geben wollen.

Es liegen nun auch schon Nachrichten darüber vor, wie man sich in Venezuela selbst zu dem Vorgel/cn der Holländer stellt. Nach einer Meldung aus Caracas veranstalteten dort viele iöürger und Studenten vor dem GebÄidc des ,,El Constitutioneal", der Zeitung des Präsidenten Castro, ein e Ku n dg eb u u g g e g cn d . c Re ­gierung: düs führte zu einem Zusammenstoß der Menge mit Angestellten der Zeitung, wobei mehrere Personen durch Re­volverschüsse verletzt wurden. Eine Person Wurde getötet. Ferner wird aus Caracas gemeldet, daß Bi epcüjioent Gomez angenchts des Vorgehens Hollands für Venezuela den Verteidigungszustand erklärte: das betreffende Dekret wurde vom Volke mit Begeisterung ausgenommen.

Wie fiter Port of Sparn aus Caracas vom 11. Dezember ge­meldet wird, übersandte der ve n e zo 1 a n i s ch e M i n i st e r des A e u ße r n dem diplomcktisckien Korps eine Protestnote gegen die wiederholte Vergewaltigung territorialer Rechte Venezuelas durch die hollöndisei)en Kriegsschijse, die sich seit dcm 2. Dezember in venezolanischen Gewässern befinden. Die Nate hebt hervor, daß die Blockade nicht erklärt sei und daß das Kreuzen der 'Schiffe an den Küsten "den Handel aller neutralen Mackste schädige.

Von dec Ausbringung des venezolanischm Küstenkreuzers durch ein lwck^w.sch.s Kriegs.chiff ersuhr Präsident Castro erst auf v.-, c,,',.;-rnrh i in Surm lici .ittiver? divN/inotische De le-

Lypiiano Castro.

Die Berliner haben ieii gestern aoeno das Vergnügen, den Präsidenten von Venezuela, den Helden so mancher allem Völker­recht Hohn sprechender Streiche bei sich ya sehen. Wie ein Fürst ist Castro gestern abend um 7 Uhr 8 Minuten mit dcm sahr- plaiimasjig^n Zuge aus Köln in Begleitung seiner Frau und eines großen (Rsolges auf der Station t.ü)ologischer Garten in Berlin eingetroffen. Ten Spektakel, einen so berühmten Mann zu leben, haben sich die neugierigen Berliner nicht abgeben lassen wollen, und so waren sie denn in Hellen Hausen zum Bahnhosc geströmt. Eine osftzielle Begrüßung durch Vertreter der Reichsregcernng iareb mitürlich nicht statt, da Castw bekanntlich als Privatmann reift Er wurde beim Verlassen des Salonwagens inird) den Ge­sandten der Republik Venezuela begrüßt. Die Tochter des Generals JiadjoD überreichte der Frau des Präsidenten ein Rosenbukett. Tie Mensch.-nmeilge nxir so groß, daß nur mit Mühe ein Weg für Castro ,;u ben bereirsteheirden Automobilen gebahnt werden tonnte. Von den 12 Automobilen, die vor dem Bahnhofe der Ankunft des Präsidenten harrten, waren vier mit den vene- wlamfdjen Flaggen versehen. Die Absahrt des Präsidenten ging glatt von statten. Die Polizei l-atte von dcm Vorfall fcHierin J.otij geiannnren und war völlig fern geblieben.

Zur Lage auf dem Balkan.

TieKonstantinopeler Jeni Gazetta" sagt zu der Eröffnung der Verhandlungen mir Oesterreich-Ungarn, sie glaube, daß die Verhandlungen bald günstig enden würden und daß Oesterreich- Ungarn sich nicht dodura) hindern lassen werbe, SchaRnersatz für den Boykott zu verlangen. TieSabah" meint, es sei nötig und richtig, daß die Pforte bei den Verhandlungen eine feste und ernste Politik verfolge und alles anwente, um die Freiheit und die Ehre crcksprectend der verletzten Rechte der Nation zu fiebern. Neuerdings hat sich nun auch Bulgarien bereit erklärt, mit der Türkei die unterbrochene Ablosungsverhandlung wegen der Bahngesellschaft wieder au fzu nehmen. Inzwischen Hal sich in Kon- stantinopel der Boykott insofern weiter verschärft, als die Orient­bahn-Gesellschaft ausgesordert wurde, Waren zur Beförderung von türkischen Häfcn in das Innere des Reiches nur dann anzunehmen, wenn sie die Bezeichnung des Urfprungvrtes, einfacher gesagt, die Bewilligung des Boykott-Syndikats tragen. Tie Nachgiebigkeit Oesterreichs hat bis ter also nicht viel genutzt. Zur Beruhigung der Lage wird eS iedensalls aucy nicht beitragen, wenn jetzt aus Belgrad beruhtet wird, welcher Art die russischenKliegsftei-

ZCUincs Lenilleto«.

Vom schwarzen Brett. In Nr. 577, so schreiben i>ieM. N. N." haben wir einen Anschmg veröffentlichr, ben Krftor Bartholomae am! sckpvarzen Brett der Universität Gießen tet ante ft en lassen. ES wird darin auf die Hebet finnig feit von Srgebcnteitybeteucrungen in Schriftstücken, die an die Universität gerichtet sind, hingewiesen. Als Gegenstück zu dieser sehr löblichen Kundgebung fei hier ein vom 17. Juni 1902 dotierter Erlaß mit» geteilt, dcr am schwatzen Brett der Universität Heidelberg orangt. Er lautet:

Trotz der Verfügung vom 20. Mai 1905, Nr. 892, und früher 'dx>n ausgesproch.-uer 9c ü gen ist es in letzter Zeit vcrschiedcnt- id) wieder oorgefomsnen, daß studentische Korporationen bei Ein­gaben an akademische Behörden sich Wendungen wiemit er# jebencm G t u ß" nfw. bedienten. Derartige Stellungen sind nicht der Stellung der Korporationen ben akademischen Behörden gegenüber entsprechend und ich urache daher in Erledigung £>0» Heren Auftrages auch jetzt wicd." auf deren Unzulässig­keit aufmerksam. Es lammen im schriftlichen Verkehr mit den Bc- terden lediglich die für diesen geltenden Bestimmungen in Betracht. Wollen Höstidikeitc Wendungen gebraucht werden, dann kann also ehretbxctigff' ober ähnlich beigefügt werden; die im stu- tentifdren Verkehr üblichen Formen sind aber zu unterlaßen. Nichtbeachtung dieser SBerwarnung kamt gemäß tz 35 der aka- temisckjcn Vorschriften disziplinäre Ahndung zur Folge haben- Hepp. Vidi Jellinek."

bestehende Fürstenwohnung und nahm gleich nach seiner Ankunft ein außerordentlich umfangreiches Diner zu iid) und und trank trotz seiner Krankheit nut großem Appetit. ^Darauf laavte et folgendes Telegramm a n b e n Kaiser:Ich habe hiermit die Cl/re, Eurer Majestät anzuzcigcn, daß ich aus Grünten meiner Gcsu ndpeit iitidj nach Ihrer Hauptstadt tegeben habe. 3d) bitte Curu Majestät, meine Soulbigung atizunchmen. Cypriauo ^asttv." Castro genxitete gestern niemanden ein offizielles Inter­view. Er äußerte zu den Herren seiner Begleitung, er höre von allen ©eiten, daß man seiner Berliner 9ki)c zu einer politisier! gestalten wolle. Er könne versichern, daß nut sein Leiden ihn hergeführt hätte. Tie Sack)« läge so, daß die Acrztc dcr medizinischen Fakultät in Caracas, bereit wissensck-astliche Be­fähigung nid,, zu vestreiten sei, in der Tiagtrose uneinig waren, ..nd daß er deshalb an eine anbere Autotiü t appellieren wolle. Sein Nierenleiden verursache ihm große Schmerzen und vcr- nündete seine Tatkraft, die er gerade jetzt sehr nötig brauche, heute bcabfichUgi Castw Pros. Jrael zu tonsulticrcn.

In Berliner amtlichen Kreisen sicht matt den Besuch tes Presidenten Castro, so schreibt derLok.-Anz.", beut cmed Privatmannes entgegen, dcr sich zur Wiederherstellung seiner Gc- iuuöhcit in Berlin einige Zeit miftentcn will. Sick) irgendwie uusreuudlich v.nt Präfidenici. zu [teilen, liegt hier nicht der ge- ringste Anlaß vor, zunial keinerlei Differenzen zwischen Deulfch- lano und dcr Republik Venezuela zu verzeichnen sind. Sollte Präsident Castro rvuyrcnd seines Berliner Anfeiithaltes den Wunsch iKiben, mit den Iciteubcn Stellen in Berührung zu treten, so dürften etwaige Vorschläge,' die er zur Spracye bringen würde, fteundlick an gehört werden.

In Paris hat es Castro nicht so gut gehabt. Die fran- chsische Regierung hat sich sogar veranlaßt gesehen, in einer Note ausdrücklich zu erf.ären, daß sie in keiner Weise mit Castw in Lerlmidnng getreten sei.

Eine wenig angenehme Ueberraschung werden für Castw jeden- 'olls die iL'lclDuugcii von dcm Vorgehen Hollands gegen Venezuela sein. Der nicdcrÜndischen Rcgierutig ist die WegualMe des vene­zolanischen Schiffs, das im Verdacht stand, Munition nach an­dren Lmfcn zu führen, bestätigt worden. Mit der Vefchlag- uahme begann die bülanbische Regierung mit der Ausübung von Reprcssalicn, die, wie fic behauptet, den völkerrechtlichen Grund­sätzen nicht zuroiderlaufcn. Tie Niedcrlaride setzten das' vene- Wlanische Volk davon in Kenntnis, daß die Repressalien sich gegen die Regierung Castros und nicht gegen die Bevölkerung richten. Es wird zugegeben, daß der Streitfall iid) in einer neuen Phaft befindet; dic Gcruchw von einer Kriegs­erklärung werben aucr dementiert. Am! t 1 ich wird in Holland nun bekannt gegeben, die Regierung sei zu Äcaßnahmen gegen bas persönl iche Regiment Castro's geschritten, um sich die Garantie -u schaffen, daß sich die Delästiguugennieder-

Tadurch soll eine einseitige Auswahl der Bücher vermieden und eine Gewähr geschaffen werden, daß der hcranwachscriden Jugend ourch die Bücher aucheine belehrende Wirkung für die Praxis des Lebens zuteil wird". Von der Einhaltung dieser Vorschrift macht die Negierung die Bewilligung von Staatsbeiträgen für die Volksbib^wthelen abhängig. Tie Absicht, meint derBörsew- Courier", scheint gut. Aber ob ihre Ausführung ebenfalls gut sein wirb? Man mußte nicht in Preußen leben, um nicht befürchten zu müssen, baß vonoben" her alswohlerzogene Männer und Frauen" nur angesehen werden, die politisch gut konservativ uno in ihrer Weltanschauung streng kirchlich orthodox fitid. Tafür wird die Liegnitzer Regierung unter Aufsicht des Herrpj Schwartzlopff im Kultusministerium sorgen.

Der Doppelkompa ß. Tor deutschen Süd- polar e x pedi t io n ist cs nicht nur gelungen, zuni erstenmal im ticriid-cit Organismus Strontium nachzurveifen, es ist der Expedition au geglüdt, bei den Arbeiten über oie erdmag- netischen Stürme oie Zvec eines Doppelkompasses auszw bilden, ter gestattet, ohne die Beobachtung von HimurelsLörpern, also auch bei unsichtigem Wetter, die jeweilige Abweichung der Magnetnadel von ter nrahren Nord- und Südrichrung zu sinderr. Wie terB. V. Z." hierzu un In st iturfür Meereskunde criläri würbe, ist die Erfindung dieses vollkommen neuartigen Orientierungsmittels, daö cnem längst vortendcn gewesenen dringenden Bedürfnis entspricht, dem magiietischen Ooseroawr der Südpolnrexpchition, Prosessor B i e t 1 i n g m e y e r zu danken. Wie der NameDo ppe 1 to mPa ß" schon andeutet, besteht das In­strument im wesentlichen aus zwei einander in einem gewissen Abstande genäherten und so aufeinander einwirkenden Kompaß­rosen. Die Große ihr er gegenseitigen Abstoßung ist ein Maß für oaS Verhalten der erdmag netischcn Kra st an der iewciligeu Stecke ter Beobackstung. Der bipparat, _ter natürlich komplizierter ist, atd sich oies in Kürze sagen läßt, ist bereits erprobt und har fick: als zuverlässig bewährt-seine Patentierung ist ebenfalls erfolgt.

Kleine Ehronik ans Kunst und Wissenschaft. Eine neue Operette, betiteltTerbetrogeneSultan", Musik von Hans Pick, Text von W. Hausurann, wird Ende Januar durch Tirekror Adalbert Steffter im Hanauer Stadt- t he ater zur Uraufführung gebracht. Tie Akademie der Wissenschaften zu Goetheborg ernannte Professor Tr. Ädol, Hur'nack in Berlin zum auswärtigen Mügliede. Die Schanivieler in Elfriede v. Olten vorn Lustspielhaus in Tüssei- dorf ist nach ochl.ügiger Krautyeft an Blinddarmentzündung ge«e ft c r b c k

____________ ________________ Auswahl der Bucher nicht allein auf das Urteil der Geistlichen ^egen die gute Sitte oerstoßen, und daß, ww von den Universitäts-1 und Lehrer Bedacht genommen werden, sondern es sollen auch Beamten zuvorkommendes WefeW und Freundlichkeit gegenüber denwohlerzogene Männer und Frauen aus den verschiedensten Be- Smdenten erwartet wird, st) auch von letzteren das entsprechende I rufen und Ständen" zur Abgabe ihres Urteils herang^vgen werden.

Erstes Blatt 1S8. Jahrgang Dienstag IS. Dezember 1908

_ve,«gs»rei»r monatlich75Pf.,viertel- ölvlivllvl 4invmVl~

B Br (£$ jfefay Verantworlllch

___ IMFfür den politischen Teil, General-AnMger fiir Gberhessm WW RotaNonr^ttS und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Stdnöruuerci K. Lange. Redattlon. Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. NeigenteU^H" Beck!

Deutsches Nerch.

Eine Zählung der Arbeitslosen soll in Mei­ningen auf Anordnung des Herzogs vorgenommen werden.

'Der Kampf um das f ä ch s i s ch e W a h l r e ch t. In Dresden hat gestern mittag eine sehr stark besuchte außer­ordentliche Landeövcrsammlung bei sozialdemokratischen Partei für ganz Sachsen zur sächsischen Wahlrechtsfrage Stellung genommen. Die Versammlung erklärt in einer Resolulton, die Eiusührung eines Mehrstimmrechts sei ein Verbrechen am sächsischen Volk und das von der sächsischen Kammer beschlossene Vierstimmen-System würde das lieber-« gewicht des agrarischen Landbesitzes von neuem befestigen gegenüber der gewerblichen und handeltreibenden Bevölke­rung.

Das Gouvernement von Deutsch-Südwest- a f r i! a wurde telegraphisch angewiesen, von jetzt ab einen Ausfuhrzoll von 10 Marl pro Söarat auf Roh diamanten zu erheben.

Ter Bürgermeister von Husum, Dr. Schücking, hat gegen das auf 500 Mk. lautende Urteil des)leswiger Aezircs-Ausschusses Berufung eingelegt. Der Vertreter der Anklage legte hieraus gleichfalls Berufung ein. Tr. Schürking hat setn Antt niebcrgciegt und an den Regierungspräsidenten eine Erciärung gesandt, die er heute in der Sihmig der Stadtverordneten vorzulegen beabsichtigt und worin es heißt: Ich muß es ücrmciDen, mit höheren Staatsbeamten zusammen 51t arbeiten, die mir nach fünfjähriger einwand­freier Tienstführung eine derartige Beurteilung zuteil wer­den lassen, daß sie bei meinen Handlungen nach niedrigen Beweggründen suchen.

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DasStandrech. , . . .1 mrd die Vororte, sowiq

das Farbeniragenverbvt wird mit dem 15. Dezember auf* gehoben.

Der russische Botschafter in Rom- Mu r a io i e w, ist gestern plötzlich einem Herzschlage er­legen.

Aus der englischen Flotte. Don dem ge- schützi-en englischen KreuzerAmethyst", der in Portsmouth für feine Ausfahrt anfangs nächsten Jahres zum Dienst an den Küsten Südafrilas und Südamerikas ocrett gestellt wird, find Teile der Visierapparate eines 12 Zentimeter-Geschützes über Bord geworfen worden. Ars der Tat verdächtig wur­den drei lteann verhaftet. Eine allgemeine Atißstintmung an Bord desAtnethyst" scheint nicht zu bestehen. Die Visierapparate sind bereits wieder geborgen worden.

Meuterei in der Fremdenlegion. Aus Co- lomb Bechar kommt die Nachricht, daß dort vorgestern 50 Älann der Fremdenlegion einen Eisenbahnzug, in dem sich der General Vigy befand, angehalten und zunr Zurückfahren gezwungen hadert und dann admarschiert seien, lieber die Beweggründe zu diefer Tat, die als Adenterei ausgefaßt wird, ist noch nichts bekannt.

Verschwörung in Bengalen. Durch Unter­suchungen imb Verhaftungen hat srch in Kalkutta herausge- jiellt, daß die Verschwörung in Bengalen ernster und von größerer Ausdehnung ist, als zunächft angenommen wurde.