Ausgabe 
18.5.1908 Zweites Blatt
 
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verletzt haben, bestraft werden sollen, i> aber Teinerlet Gebiet annektiert und das 'frühere Verhältnis nach der erfolgten Be­strafung wieder hergestellt werden soll.

Zur Lage in Rußland. Der Derl. Lokalanz. meldet aus Petersburg: Auf dem Bahnhose Zarskoje Szele wurde ein achtzehnjähriges Mädchen verhaftet, bei dem ein kompromittierender Briefwechsel gesunden wurde, aus 'dem man auf ein geplantes Attentat schließt.

Die Abteilung des Generals Snarski hat, wie vom Kau­kasus gemeldet wird, die persische Grenze überschritten.

Der Statthalter des Kaukasus, Graf Woronzcw-Taschkow hat unter der Androhung administrativer Ausweisung den Juden jeden Besuch der kaukasischen Kurorte verboten.

Die Odessaer Stadtvertretung hat den durch die Veranstaltung von Judenhetzen bekannten ehemaligen Odessaer Stadthauptmann, General Neidhavdt, zum Ehrenbürger Odessas ernannt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 18. Mai 1908. ,

**DerKaiserbesuch ist endgültig abgesagt. ; Vom Regimentskommando wird uns mitgeteilt, daß ' nach persönlich cingezogener Erkundigung bei der Kaiser!. Ge- neraladjutantur, sowie beim Militärkabinett S. M. des . Kaisers der Kaiser in diesem Jahre eine Besichtigung des , Regiments in Gießen nicht abhalten wird. Die Besichtigung , war von einem längeren Aufenthalt in Homburg abhängig gemacht worden. In den, für den nur kurzen Aufenthalt in Wiesbaden getroffenen Dispositionen, war eine Besich­tigung des Regiments nicht in Aussicht genommen.,

Das Bedauern, daß in diesem Jahre der seit zwei Jahren hier eingeführte Kaiserbesuch ausfällt, wird in der Bürgerschaft allgemein sein. Immerhin kann man aus den Mitteilungen der Kaiserlichen Umgebung entnehmen, daß die Absage nur aus besonderen Verhältnissen heraus erfolgt ist und für spätere Jahre der Gießener Kaisertag wieder in sein Recht treten toird.

** lieber die Lahnkanalisation spricht sich der Verein für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsvezirt Dortmund in seinem letzten Jahresbericht wie folgt aus:Tas Projekt der Lahnkanalisation nimmt erfreulicherweise immer festere Gestalt an. Das auf Veranlassung der Regierung vom der Wasserbaninspektion misgearbeitete Projekt ist jetzt fertig­gestellt und der Regierung vorgelegt. Eine Ende des Berichts­jahres dem Ministerium zugegangene, vom Kanalvereiu ausgear­beitete Denkschrift, die sich eingehend mit der wirtschaftlichen Bedeutung und der Rentabilität der Lahnkanalisierung beschäf­tigt, kommt zu auffallend günstigen Ergebnissen. So ist na- mentlrch, trotz geringer Usersänge ein besonderes Interesse des Gwßherzvgtums Hessen ausgerechnet worden, das sich vornehm­lich in Greßen zu konzentrieren scheint. Wie die Angaben in der darüber ausgestatteten Denkschrift besagen, soll Gießen schon jefct in der Lage sein, 570 000 Tonnen lahnabwärlS verfrachten hu können; diese Mengen werden sich naturgemäß nach erfolgter Inbetriebnahme des Kanals noch steigern, wenn erst die dann in Aussicht genommenen industriellen Anlagen in der Nähe dieser <^tadt fertiggestellt sind. Die Kosten der Schiffbarmachung für bte etwa 142 Kilometer lange Strecke von der Lahnmündung bis Gießen sind auf ea. 20 Millionen. Mark berechnet worden, von denen etwa vier Millionen auf Hessen entfallen würden."

** Parlamentarisches. Der 4. (Gesetzgebungs-) Aus­schuß setzte am Samstag seine Beratungen fort und beriet zunächst den Antmg Nvack, betr. die Gleichstellung der höheren fS ch u l e n in Heften. Danach sollen die Bevechttgungen der Abi­turienten von Realgymnasien und Oberrealschulen dahin erweitert 4verden, daß sie auch zunr Studium der Rechtswissenschaft und des l-öheren Lehrfachs und die Berechtigungen der'Oberrealschulen zum Studium des Forstfaches gelten usw. Da nach einer Mitteilung der Regg. durch die Verordnungen vom 21. 4. 06, und 9. 6. 06 diesen Wünschen im Wesentlichen Rechnung getragen ist, wird der Antrag für erledigt erklärt. Zu der Vorstellung der Gemeinde­vorstände von Alten-Buseck und Trohe betr. die Herstellung eines sFußpfadas nach dem Haltepunkt Rödgen wird nach dem Antrag des Berichterstatters Adelung entgegen der Ansicht der Regierung empfohlen, bei der Eisenbahnverwaltung dahin zu wirän, daß die Fußpfadverbindung hergestellt werde, zu­mal den Anliegern durch das Kreisamt, wie die Eisenbahn entspr. Zusagen gemacht wurden. Die Vorstellung der Gemeinde Bretzenheim betr. die teilweise lieber nähme der Schul- l asten durch den Staat wird für erledigt erklärt, da mit Rück­sicht auf die Gemeindesteuerresorm eine Erledigung der Frage nach Ansicht der Regierung auf diesem iLandtage nicht mehr mög­lich ist. Auch ist der Ausschuß der Ansicht, sdaß den Städten durch das neue Unterstützungswohnsitz-Gesetz bedeutend größere Armenlasten zugunsten des flächen Landes aufgebürdet wurden. Auch die Festsetzung der Grenzen zwischen Stadt und Land sei schwierig. Ein Ausgleich könne nur durch Bildung größerer Armenverbände geschaffen werden. Der Antrag Hirsche! und Genossen betr. den Automobilverkehr auf den Landstraßen ist im Prinzip erledigt, da die Regierung die Rennen auf den Straßen verboten hat, auch feien reichsgesetzliche Maßnahmen zu erwarten. Der Antrag wird der Regierung mit dem Ersuchen überwiesen, zu erwägen, ob weitere Maß- nahmen zur Beseitigung von Mißständen nötig sind. Zu dem Antrag Ulrich bett, die kostenfreie Ausbildung und Erhaltung befähigter Kinder unbemittelter Eltern auf den höheren Schulen und der Universität wünscht die Regierung nähere Vorschläge, während der Ausschuß dies von der Regierung erwartet. Die Melwheit des Ausschusses steht dem Antrag sympathisch gegenüber, hält ihn aber im Einverständnis mit der Regierung in Anbe­tracht der jetzigen Finanzlage für undurchführbar.

** Der Bezirkstag des Hassiabezirks Gie­ßen fand gestern nachmittag im Lenz'schen Felsenkeller statt. Der zweite Vorsitzende, Bürgermeister und Landtags- abgeordnetcr Leun von Großen - Linden eröffnete um 31/4 Uhr den Bezirkstag durch ein Hoch auf den Großherzog, den Protektor des Hassiaverbands. Die anwesenden Gäste, nämlich das Mitglied des Präsidiums der Kriegerkamerad­schaft Hassia, Hauptmann a. D. Waldecker aus Darmstadt und der Ehrenvorsitzende des Bezirks und Präsid.ialmitglied Postsekretär i. P. Mayer von hier wurden begrüßt. Es fermen dann die Anträge zum Hassia-Verbandstag in Orten­berg zur Beratung, darunter der Antrag des Präsidiums: Mitglieder der Kriegervereine können nicht gleichzeitig freien Gewerkschaften angehören, solange diese sozialdemo­kratische Organisationen sind, oder die sozialdemokratische Partei direkt unterstützen. Die beruflichen Interessen der Arbeiter im Verband sind außerhalb der Verbands- und Vereinstätigkeit durch geeignete Kameraden tunlichst zu fördern, insbesondere durch solche, welche als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer oder in anderer Eigenschaft dem gewerb­lichen und industriellen Leben nahestehen. Das Vorgehen seitens der Verbandsorgane ist daher zunächst in Form eingehender Belehrung gedacht." Weiter ist beantragt, daß in den Vereinssatzungen vom Jahre 1910 ab verschiedene Bestimmungen aufzunehmen sind, die für die Vereine selbst nur von größtem Vorteil sind. Dann stand noch ein Prä­sidialantrag bez. Aussprache über die Zweckmäßigkeit der Ausdehnung von Stellen- und Arbeitsnachweisen, wie sie in einem Aufsatz Nr. 5 desHessischen Kamerad" dargelcgt ist. Das Vortragswesen soll insofern eine Aenderung erfahren, als der Verbandsredner vom Verband anstatt 6 Mk. zu­künftig 8 Mt. Auslagevergütung 'erhält, im übrigen aber die Vereine die Reise- und Transportrösten tragen sollen. Dem Kapitalstock der .Ernst-Ludwig-Stiftung sotten 15 000

Mark aus der allgemeinen Verbandskasse überwiesen wer­den. Ein Antrag Darmstadt, daß dorten am Sonntag nach dem 18. August 1910 ein Appell der dem Verband ange­hörigen Kriegsteilnehmer von 1870/71 abgehalten werden oll, wird freudig begrüßt. Im übrigen sand zu den An­trägen eine eingehende Aussprache statt, aus der zu ent­nehmen ist, daß dem zu entsendenden Delegierten fast in allen Punkten freie Hand bez. seiner Abstimmung gelassen werden soll. An Stelle der seitherigen Bezirks-Schieds- gerichtsmitglieder L. Petri III., Leicht und Daab, die ihr Amt niedergelegt hatten, wurden Buß und Dickorö neu-, owie Leicht wiedergewählt. Dieser Punkt der Tagesord- mng rief eine längere Debatte hervor, sodaß die letzten Punkte der Tagesordnung, Wahl eines Bezirksvorsitzenden, Wahl des Orks des nächsten Bezirkstags und die Sterbe­kasse, sowie den hessischen Kamerad betreffende Angelegen­heit mußten bis zum nächsten Bezirkstag, der wieder in Gießen stattfinden wird, zurückgestellt werden. Mit einem Hoch auf den Kaiser schloß der 2. Vorsitzende in vorge­rückter Abendstunde den Bezirkstag.

** Selbstmordkandidat. Gestern abend machte ein in den Neuen-Bäuen wohnhafter verheirateter Arbeiter in seiner Wohnung zweimal den Versuch, sich zu erhängen. Beidemal wurde er von seinen Angehörigen abgeschnitten und schließlich mußte sich die Polizei seiner annehmen und ihn in Polizeigewahrsam bringen. Heute morgen konnte er beruhigter entlassen werden.

* Rohling. Am Samstag abend wurde auf dem Brandplatze ohne allen Grund ein junger Di ann von einem anderen geohrfeigt. Als dieser den Namen des Täters durch einen Schutzmann feststellen ließ, drang der Mensch sofort auf den Schutzmann ein und stieß ihm utehr- nials gegen die Brust, daß ihm der Helm vom Köpfe fiel. Er wurde daraufhin verhaftet, leistete dabei aber derart Widerstand, daß der Schutzmann einige Soldaten um Hülfe anzusprechen gezwungen war.

Lauter, 17. Mai. Gestern abend veranstaltete die nationalliberalc Partei hier eine Versammlung, die trotz der ungünstigen Zeit verhältnismäßig gut besucht war und an der auch einige Herren aus Grimberg teilnahmen. Herr Riedel-Gießen hielt einen 1 fti'mbigen Vortrag über Reichspolitik". Nach einer äußerst interessanten längeren Diskussion über die Kandidatur Lang, den Zolltarif und die Warenhausfrage, woran sich von hier die Herren Z im in er und Schlosser beteiligten, auf deren mehrfache Fragen der Referent ausführlich antivortete, wurde die Versammlung gegen U1^ Uhr von Amtsrichter Glaeser-Grünberg mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog geschlossen. Tas neue Reichsvereinsgesetz machte sich insofern bemerkbar, als der Vorsitzende zu Beginn fragte, ob Personen unter 18 Jahren in der Versammlung anwesend seien.

W. Butzbach, 17. Mai. Nachdem erst vor kurzer Zeit aus dem L a n d e s z u ch t h a u s Mariens chloß drei Sträflinge, die Dienstag vor die Strafkammer zu Gießen zwecks Aburteilung wegen des verübten Diebstahls au Klei­dern, die sie während der Flucht trugen, gestellt werden, entflohen sind, hat nun ein Gefangener aus der hie­sigen Gefängnisanstalt das Weite gesucht. Er hatte sich Feilen zu verschaffen gewußt, feilte die Eisenstäbe am Fenster seiner Zelle durch und ließ sich an einer Strickleiter, die er sich selbst gefertigt hatte, herunter. Die Flucht bewerk­stelligte er in der Nacht von Freitag auf Samstag. Morgens gegen 5 Uhr wurde er schon in Fauerbach, aus welchem Ort er gebürtig ist, gesehen. .Seitdem fehlt von dem Flüch­tigen jede Spur.

g. Bad-Nauheim, 17. Mai. Auf Anregung verschiedener Mitglieder fand gestern abend in der hiesigen Turnhalle eine a u ß c ro r d c n t l i ch c Generalversammlung des S p a r- u n d V o r s ch u ß v e r c i n s mit unbeschränkter Haftpflicht statt. Galt es doch darum, den Verein in einen solchen mit b e s ch r a n k- t e r Haftpflicht umzuwande ln. Die Gründe hierzu sind hauptsächlich in den Vorkommnissen unserer Nachbarschaft, wie Ober-Mockstadt, zu suchen. Tie Versammlung war von 110 Mit­gliedern besucht, die sich alle für eine Umwandlung aussprachen. Da aber zur Erledigung dieses Punttes Vs der Geiamtmitglieder anwesend sein muß, von denen % dafür sind, reichte die Zahl der Erschienenen nicht aus, um die Frage zu erledigen. Aus diesem Grunde wurde eine zweite Versammlung auf den 27. Mai geplant, in der dann Stimmenmehrheit entscheidet. Ganz be­stimmt aber wird der cingebrachte Antrag angeiwmmen. Heute nachmitcag sand in der Turnhalle der Stadtichute die Ueber- reidjung d er Gese llenbriefe an die Lehrlinge statt. Außer den Prüfungsmeistern, Eltern und Meistern, wohnten zahlreiche Gäste, darunter Bürgermeister Dr. Kayser, Stadtverordneter Rockel aus Darmstadt, als Vertteter der Handwerkskammer und Haupt­lehrer Janke von der erweiterten Handwerkerschule zu Fried­berg der Feier bei. Außer dem Vorsitzenden, Schlossermeister Knipp, richteten letztere Herren herzliche Worte an die Ver­sammlung resp. die Prüflinge. Tic Gesellenprüfung wurde von allen Lehrlingen bestanden. Die ausgelegten Zeichnungen und Gesellenstücke gaben Beweis, wie sehr Lehrer und Handwcrks- meiftcr bestrebt sind, die jungen Menschen zu tüdjtigcn Gesellen und Meistern heranzubilden.

o Laubach, 17 Mai. Gestern wurden mittelst Leiter­wagen unter Leitung des hiesigen Oberamtsrichters und zweier Mitglieder der Gerichtsschreiberei die Akten der Ge­meinde Altenhain von Ulrichstein hierher verbracht. Auf ein Gesuch der Ortsbewohner, das die leichtere Erreichung des hiesigen Amtsgerichts unter Benutzung der Bahn von Freienseen aus barlegte gegenüber dem nahezu 2 Wegstunden entfernten Ulrichstein war auf Zuerteilung der 300 Einwohner zählenden Gemeinde Atzenhain hierher erkannt worden. Der Aktuar Iohs. Weil feierte gestern das 25jährige Dienstjubiläum. Seit 45 Jahren ist derselbe in Gerichts­diensten beschäftigt, bestand 1866 sein Aktuariatsexamen, wurde 1883 Gerichtsschreiber in Schotten, 1894 am hiesigen Amts­gerichte. Er ist der dienstälteste unter seinen Kollegen der Provinz Oberhessen und Starkenburg.

Büdingen, 17. Mai. Der etiva zwanzigjährige Bernhard Knaf, der einer geachteten Bürgersfamilie ent­stammt, wurde gestern wegen eines Sittlichkeitsoerbrechens, begangen an einem Knaben, verhaftet und in das hiesige Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert. Dort versuchte er, sich mit den Hosenträgern zu erdrosseln, doch wurde der Selbst- Mordversuch noch rechtzeitig vereitelt. Es wäre zu wünschen, daß der wegen ähnlicher Vergehen mehrfach bestrafte Bursche, der ein Schrecken der ganzen Gegend ist, endlich einmal dauernd unschädlich gemacht würde. Eine Schwester des Knaf beging vor einigen Jahren in dem Augenblicke Selbst­mord, wo sie verhaftet werden sollte. Der Gemeinderat hat Professor Vetter le in in Darmstadt mit der Aus- . arbeitung neuer Pläne für Schulhaus, Turnhalle und Dienerwohnung beauftragt. Prokurist Acker vom Bank- ) haus M. Wertheimer & Co., der sich seit dem 27. Januar

in Untersuchungshaft befindet, ist vor einigen Sagen nach Gießen überführt worden. DieErste Deutsche Binde, ku n st-Schule" unter Leitung von Herrn und Frau Hai, lieferant Roth (früher in Darmstadt), ist am 15. d. PftZ mit verhältnismäßig geringer Beteiligung eröffnet worden.

R. B. Da r m ft a b t, 18. Mai. (Tel.) Cberbürgerineiitcr Morneweg hat sich seiner angegriffenen Gesundheit wegen zu längerem Kuraufenthalt nach Bad Orb begeben Während des hiesigen Tapezier streiks kam es mehrfach zu Bedrohungen Arbeitswilliger, so daß dieserhalb ver­schiedene Strafverfahren anhängig gemacht werden mußten Einer der Führer, der aus Sachfen stammende Herm. Smon- laub, wurde wegen Fluchtverdachts verhaftet.

h. Offen bach, 16. Mai. In einer gestern abend statt, gehabten stark besuchten Versammlung des Vereins zur Wahrung der städtischen Interessen teilte Stadt, verordneter Festmann mit, daß die Kaiserhofaktien-Afföre der Stadt einen Verlust von 170 000 Alk. gebracht habe. Die Unterschlagungen in der Stadtkasse betragen 80 000 Mk. Ei griff die frühere sozialdemokratische Stadtoerordneten-Mehr. hcit an. Beim Gaswerk sei der Voranschlag um 600 000 HK. überschritten worden. Das neue Elektrizitätswerk sei oöüio ungenügend, es müsse wohl ein neues gebaut werden. Stadt- verordneter Böhm sprach sich scharf gegen den Bürgermeister Dr. Düllo aus, derben sozialdemokratischen Arbeitern in noch nie gesehener Weise am 1. Mai entgegengekommen sei. Gegen den Bürgermeister wurden auch in der Diskussion scharfe An griffe gerichtet. (Frkf. ßtg.)

* R obhci m a. b. Bieber, 17. Mai. Der Lokal-Ge. werbeverein wirb zu ber am 6. und 7. Juni zu Weilburg tagenden Generalversammlung bet Gewerbevereine für Nassau nachstehenden Antrag einbringen:Die Generalversammlung wird ergebenft ersucht zu beschließen, den Vorstand zu ver­anlassen, bei der zuständigen Behörde dahin vorstellig zu werden, baß bie geplante Weiterführung bet Biebertal, bahn (Gießen-Bicber) bis Hohensolms als Schmalspurbahn die Genehmigung als solcher versagt wird und dafür eine Vollbahn gebaut wirb, bie ihre Einmündung in Bischoffen (Gladenbach-Herborn) erhält. Die Vollspurbahn möge so angelegt werden, daß sie die Verbindung zwischen Gießen- Bischoffcn und wenn dies nicht angängig, vorerst von Station Abendstern nach Bischoffen herstellt."

11 Frankfurt a. M., 16. Mai. Gestern vormittag be. sichtigte die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen unter Führung bcS Gerichtsassessors Dr. Schwartz die Heiinatb eit saus sie llung. Heute nachmittag wird der Staatssekretär des Innern von Bethmann-Hollweg in ber Ausstellung erwartet. Der Justizminister Dr. Beseler trifft am Mittwoch in Frankfurt zum Besuch der hiesigen Gerichte und zur Besichtigung ber Gerichtsgebäude ein. Wie die Blätter melbcn, wirb er am Donnerstag der Sitzung bcS Jugenbgerichtshofes beiwohnen. Der Inhaber des West- minsterhotels, Käthe, wurde heute morgen in dem Keller seines Hotels erschossen a usg es und en. Die Ursache dürfte in schlechtem Geschäftsgänge bcS Unternehmens zu suchen sein.

Märkte.

ko. Frankfurt a. M., 18. Mai. (Selegr. Orig.-Bericht des »Gieß. Anz."). 9(mt(. Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 462'Ochsen, 62 aus Oesterreich, 51 Süllen, 2 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 841 Kühe, Fersen, Stiere mit Rinder, 0 aus Dänemark, 299 Kälber, 286 Schafe und Hammel 00 Schafe aus Oesterreicy, 00 Ziegen, 1876 Schweine.^ Bezahl: wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 7780 Mt. 2. Qual 6870 Pik., 3. Quäl. 58-60Alk.; Bullen l.Cual. b4 tu 67 Nik., 2. Qual. 58-60 Ulf.; Kühe 1. Qual. 70-72 Mk., 2.Lua 6062 Mk., 3. Quak. 38-40 Pik, 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Dual. 0000Nik. Kälber: 1. Qual.98100 Pfg., Lebendgcivichl58 -60Ps. 2. Qual. 8488 Pfg., Lebendgewicht 4852 Pfg., Schlack)!' gewicht 7072 Pfg. Schafe: 1. Qual. 8200, 2. Qual. 74<8 Pfg, 3. Quäl. 0000 Pfg.; Schweine 1. Qual. 6300 Pfg., L'cbbgejr.. 49,500,0 Pfg., 2. Qu. 61-62,0 Pfg., iZcbeubgeiu. 4S.5-49 W 3. Qual. 5256 Pfg. Lebendgew. 00 Pfg. Geschält bet pornmet mittelmäßig, Ueberfiand unbedeutend; bei Kleinvieh gut, rem Ueberstand.

Äleinc Tagcschrouik.

Schjffsunfalle. Tas Berl. Lgbl. meldet aus; ZweimasterH einri ch" sprang auf Mittelbank int ^kagerra leck. Die Besatzung hißte die Notflagge, woraus sic von oe DampferNiels Frnsen" gerettet wurde. Einem Telegramm.. aus Maasluis zufolge kollidierte der deutsche .tamp! N ordsee" , von Narwich nach Rotterdam unterwegs, m . dem britischen DampferAveca", der von Holland nach * . ' bürg fuhr. Ter DampferNordsee" sank. Tie Mann, man ist mit A u S ir a h m e eines Matrosen und c i n ; Lotsen ertrunken. , ...

Zum Konitzer Mord. Ter Burg verhaftete K V kommt bei dem Konitzer Morde als Täter oder ))nttater , - in Frage. Seine Aussagen beziehen sich nur aus andere fönen. Die Verhaftung wird aufrecht erhalten.

Ein schwerer Unglücksfall, dem 15 Nonnen Opfer gefallen sind, hat sich in Woronesch erelgnct. Jwnw des dortigen Klosters lammetten auf dem Bahnhoft ötciinma Ter Regen überraschte sic und so suchten sie Schutz Waggons des der Abfertigung harrenden Gulerzuges. - vend die Lokomotive angekoppett wurde, geriet b:v ö"g wegnng. Im gleichen Augenblick ertönte furchtbares Es gelang, den Zug anzuhalten, allein die Nonnen waren . teils gelötet, teils schwer verwundet. t

Die Leiche der 19jährigen Komteß Mth Beith, die von ihrem eigenen Vater verkuppelt ivordc und nach der Verhaftung ihres Vaters ins Äasier ging, gestern Im Donaukanal bei Wien aufgefunden.

Bvrausjichtlichc Witterung snr Hcüeu am Tleusiag, , 19. Mai: Fortdauer ber heiteren trockenen Witterung, -w hafte südliche Winde.__________________

< NESTLE5 PndSme£, Ti artbewährtsrefs zuverlass^

Griginal-Drahtmelörrlisen.

London, 18. Mai. Hier wurde ein unlersce oo einem völlig neuen Typ vom Stapel gelasien. , .roakr..: Konstruktion wird das größte Stillschwelge Selbst die Arbeiter wurden eidlich verpflichtet, keinerlei zu machen. Bekannt ist mir, daß die Dimensionen .

größer sind, als die der bisherigen, daß es ferner vier - 3 besitzt und zwei Schrauben Hal. m^tional"

-PitlSburg, 18. Mai. Tie A I l ° q h ° an »- bank wird heute ihre Pforten nicht öffnen, da oer« Barbestände die Liquidation beantragt hat. Die una nen) : dation ist in Unterschlagungen des Zlafsieier-- ö ,vuritn Höhe von 500 000 Dollars zu suchen. Dtontgo verhaftet. , ,s.. cnßoll!

Tokio, 18. Mai. Die Wahlen zum A bg eo r onei. * n .

ergaben eine geschlossene Al a j o r i t ä t ' ü r u i e -