Samstag, 12 Dezember 1908
138. Jahrgang
Nr. 293
trlcfietnt tägsich mti AuSnasime befl Sonntag».
,r,khener Samilltebiatter* werden dem
viermal wöchentlich beigelegt, da»
.Anzeiger'
zweimal
.Kretsblatl für den Kreis Liehen
Veränderung erfahren müssen, ehe wir ihm
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lautes Lachen bei den
Ihnen eine
(Unruhe.)
Präsident Graf Stolberg
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Der Diamant ist ein Luxusgegenstant Preisbildung wird mehr oder weniger
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Redaktion, Exvedtnon und Druckerei: Schul« slrage 7. Expedition und Verlag oL Redaktion:«^ 112. TeU-Adr^ AnzetgerGteßen,
verurteilen muh. Ich komme jetzt zu der Frage der £tamanten.
(Hört, hört! und allseitige Spannung.) Ihre freundliche Stimmung
Rotationsdruck und Verlag der vrsibl'ichea Unwerlität» - Buch- und 6tembnideteU £FL Lange, ©icgcn.
wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erichemen monatlich zweimal.
beeinflußt durch die Römer Gesellschaften. Damit
an der Oberfläche und geht nickt in die Tiefe- Im all. gemeinen hat man bisher wenig zerbrochene Steine und Trümmer acsun^n, nur zuweilen ist gerade an einem Oktaeder eine i^ae
Karat beträgt. Ein 5 Gramms. Die Kosten gefähr 18 Schilling, in auf diese Kahlen nicht anderen. An beiden
bination fämtlii nun diese Funde ... ~uv...v——---. - - .
entwertet ober eine Preisbildung zugunsten dieser Sterne gehindert wird, wird die ReichSrcgierung btc ^ottgen Schritte ergreifen. Sie hofft, daß auch unter deutscher Führung ein Diamantenhandel sich bilden wird. Der Abg. Scheide- mann hat in einer spitzigen Weise geglaubt, der Negieruna besonders eins auStoiWen zu Tonnen **nn er er.-aHfe. eS *ci fd'on eine Verfügung ergangen, daß die Südwestafrika-Diamantcn n u r t n Hanau geichlis'fen werden Durren, ^ch weitz von solcher Verfügung überhaupt nichts, und alle anderen Amtsguellen, die
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der Förderung betragen in Pretoria un» Kimberley 26 Schilling, doch will ich mich genau fest legen, ebenso wenig wie auf die yunbort.n kommen unter den übrigen wertvollere große Steine vor. In Lude-
Deutscher Reichstag.
181. Sitzung, Freitag, 11. Dezember.
Am Tische de- Bundesrats: v. Bethmann.Hollweg, Ghdow, Dernburg, Kraelke, Dr. Nieverding.
Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 11 15 Mm.
berauSaebrochen. isewoynncy gegen uki ui» iuhj
einen Karat, doch hat man neuerdings auch Steine von einhalb bis breibicrtel Karat gefunden. Eine deutsche Firma gewinnt bisher auf primitive Weise 200 Karat pro Tag, doch stehl nichts im Wege, 2000 Karat zu gewinnen, und bei vernünftiger Lei- tun« wird die Produktion auf 5000 Karat pro Tag gebracht werden können. Zur Erklärung dieser Ziffern, t>ie nicht ohne weiteres verständlich sind, möche ich mitteilen, daß der Wert von Diamanten in der Größe, wie sie dort gefunden w--"-"' dem Oiegime der jetzigen Eiamantcnfombination 80
ruft den Redner zur Ordnung.
Dbg. Kulerski (Pole):
Treiben wir denn Hochverrat? Richt den Schatten eines Beweises fann man dafür erbringen. Auch die Polen haben für die Einigung des Reiches geblutet.
Abg. Kopsch (Fr. Vp.):
Die Verdächtigungen unserer Partei wegen ihrer Stellung nähme beim Vereinögeseh von sozialdemokrati)cher Seite weise ick entschieden zurück. Bei der Interpellation und der zweiten Lesung deö Etats werden wir näher darauf eingehen. Die Besoldungs. Vorlage kommt uns zu spät. Die schlechte Finanzlage darf uns aber nicht abbalten, Äulturaufgaben zu erfüllen, und hierzu ge- hört die Erhaltung eines zufriedenen, arbeüsfreubigen Beamten, standes Eine Verkür»una der Aukruckungs r>sten in notwendig. Der Wohnungsgeldzuschuß muß ein beweglicher Faktor im Einkommen der Beamten sein. Tie Unterbeamten haben am schwersten leiden müssen unter unserer Teuerungspolitik 2bnen muß m erster Linie geholfen werden. Tas gilt vor allem für die Postbeamten. Ter Hauptwert muß auf die mittlere n Geha-lv- stufen gelegt werden. Das Verhältnis zu d em V o r g e 1 setzten muß freiheitlicher gestaltet werden. Die Beamten muffen vor Launen und Willkür geschützt werden. Tie Pensions- last für die Offiziere kann das Volk nicht länger ertragen; e3 mutz an eine Zivilversorgung der Offiziere gedacht werden. An alle» Ecken und Enden muß aber gespart werden. (Beifall ImI8.)
Abg. v. Oertzeu (Rp.):
Die Rede des Abg. Kulcrski wird im Auslände einen großen ßeitcrfcit5erfolg haben. (Sehr rickstigl rechts.) Jetzt wird auf einmal den Beamten der Vorwurf gemacht, daß sie zuv'el fordern. Sind wir nicht selbst schuld daran? Haben,wir fte nicht dazu ermuntert, indem wir im Reichstage immer auf ihre idnedite materielle Lage hinwiesen? Bedentlich ist es, die Endaehalter auf
findet nicht statt. Wenn es schon em Wettlauf fern muß. Dann wäre doch der um die Gunst der viel größeren Zahl der h l e r verlockender. Die Verteilung deS WohnungS- ; ist viel zu schablonenhaft. Berlin ist in der ersten, der zweiten Klasse, obgleich das Leben in Berlin nicht u , rr f: -G : tx v - C- Sdrt llntar-
teurer ift alS in Hamburg. Erfreulich ist, daß jetzt den Unter» beamten der Post weitere KoalitwnSfreiheit gegeben ist. Jlun hat der Oberrcichsanwalt in einem amtlichen Schreiben bezufilich deS Abg. Dr. Liebknecht von „dem" Liebknecht gesprochen. Das ist doch eine ganz ungehörige Art, wie man sie vielleicht im Verkehr mit Dirnen und Zuhältern anwenden kann. Dr. Liebknecht hat nach dem Urteil deS höchsten Gericht- nichts Unehrenhaftes getan. (Sehr richtig! links. ) Er sollte auch von der Erfüllung seiner staatsbürgerlichen Pflicht nicht zuruckgehalten werden. (Sehr richtig! links.) Gegen die Gefahr,, die von den Syndikaten droht, muß die Regierung auf der Hut sein. Erfreulich ist, daß
Beginn ihrer Laufbahn in die Lage versetzt werden, eine Familie zu ernähren. Tie Vorlage zeigt noch viele Härten, die wir beseitigen müticn. Volle Zufriedenheit werden wir ja nie erreichen, denn das ist eine Blume, die in einem Kulturstaat nur sehr selten blüht. (Beifall rechts.)
Abg. Dr. Heckscher (Fr. Vg.):
Die Forderungen der Beamten sind durchaus nicht ungebührlich, sie sind sehr maßvoll. Ein Wettlauf um die Gunst der Beamten
wcrkLgercchtsame, die ursprünglich der deutschen uowniaigcj u schäft für Sudwestajrila geuuiien und bei der ^imbung [ut bie Werterhöhung ihres Grundbesitzes durch ^en Dahnbau Luderiy bucht—Keetmanshoop in den Besitz des Diskus gelangten. Unmittelbar nach den ersten Nachrichten über dw Fundigkeit von Diamanten hat das Gouvernement in diesem Schursgewet erhebliche Felder abstecken lassen. Außerdem könnten ia auch wir die sehr gute Möglichkeit zu einer Verbesserung der ganzen des Schutzgebietes benutzen. Neben diesen rem s.AaU'An Interessen spricht auch ein gewisses Interesse deö heimischen Gewerbes mit
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der Staatssekretär die Gewerkschaften in ihrer Entwicklung nicht hemmen will. Freilich die gelben Gewerkschaften sind ein Krebs- schaden. Hoffentlich wird im Reichsamt des Innern die alte Tradition hochgehalten. Dringend des staatlichen Schutzes bedürfen die Schauspieler und S ck a u s p i e l e'r i n n e n , die den Direktoren gegenüber nahezu rechtlos sind. Die Fertigstellung des Weißbuches über Marokko muß möglichst beschleunigt werden. DaS Preßbureau des Auswärtigen Amts braucht nicht erweitert zu werden. Es sollte aber nur Material liefern, keine Anschauungen. Der Staats- fefretär will eine Reform des Auswärtigen Amts vornehmen. Er scheint aber zu viel Gewicht auf Aeußerlichkeiten zu legen. Auf wichtige Posten sollte man tüchtige Kerle mit offenem, klarem Blick schicken und nicht viel nach Vermögen, Herkunft und Gramen fragen. (Beifall links.)
Abg. Erzberger (Zentr.):
Hier wird von offizieller Seite erklärt: Wir stehen treu auf feiten Oesterreichs! Recht sonderbar berührt eS, daß die Linke die Unterstützung Oesterreichs von gewissen Bedingungen abhängig machen will. Wir verstehen es auch nicht, wie ein Blatt wie die „Frankfurter Zeitung", die als Leibblatt des Kanzler» gilt, eine Politik gegen Oesterreich unterstützen kann. Wie leicht kann man uns da den Vorwurf einer doppelzüngigen Politik machen.
Ter Reichskanzler hat der Behauptung widersprochen, daß er nicht sogleich auf feiten Oesterreichs getreten fei. Ich erinnere aber daran, daß offiziöse Blätter wie die „Nordd. Allg. Ztg." und die „Kölnische Zeitung" zuerst auffallend kühl und fast feindlich gegen Oesterreich waren. Wir haben aber durchaus keine Veran- lassung, Oesterreich Schwierigkeiten zu bereiten. In Frankreich
nicht erlassen, weil ich niemanden zwingen kann, die Sterne, die er gegen bares Geld gekauft hat, an einem bestimmten Orte schien fen zu lassen. Wenn wir aber die nötigen Anstalten treffen, um den Diamantenhandel soweit möglich deutschen Händen zu überweisen, hoffen wir, daß auch das deutsche Gewerbe etwas davon haben wird. Ich habe bereits früher ausgesprochen, daß ,ch in Sacken der fiolonialpolitiZ bie Sozialoemo- (ratic für schlecht beraten halte und glaube mich in dieser Auftaffuna wieder bestärkt zu keben durch die Aeubenm" des Abg. Scheidemann. Ich werde mich jederzeit freuen, wenn ich der deutschen Industrie einen neuen teilte ci>6ßege.i|mnb. eine neue Arbeitsgelegenheit schaffen kann. Außerdem leitet mich bei der Betrachtung der Diamantenfunde ein gesunder fiskalischer Egoismus. (Vergnügter BeimN, heilere Bewegung.)
Abg. Singer (Soz.):
Hoffentlich machen wir mit den Diamanten nicht dieselben Erfahrungen wie mit dem ostafrikanischen Golde. Nach seiner SvarsamkeitSlheorie wird der Reichskanzler nun wohl ein A u 5 , nahmegesetz gegen den TiamantenluruS er-assen. (Heiterkeit) Wenn man dem Staatssekretär die Diamanten, die er auf der Straße gefunden hat, nur nicht etwa absichtlich hin- gelegt bat. (Heiterkeit.) Man muß immer wieder an die be- rühmten Sattelferne denken. (Erneute Heiterkeit.)
Tie Treue zu Oesterreick mag ja em ganz schönes Ding-sein, aber die deutschen Interessen dürfen dabei nickt vernachlässigt werden. Der Reichskanzler sollte energisch dafür em» treten, daß Oesterreich nickt etwa den Frieden stört. (Bciwll b b. Soz.) ES darf fein Bündnis mit unS nicht dazu benutzen, uns'wegen Bosnien und bet Herzegowina in einen Krieg zu verwickeln, der schließlich zu einem Weltkrieg e wer» den muß. (Sehr rickt-g! b. b. Soz.) Wir wollen keine Kabinetts., sondern eine Volkspolitik. Fürst Bülow macht nur gute Miene zum bösen Spiel. Tie Casablanca-Affäre hat nickt burdi deutsche Vernunft, sondern durch französische Vernunft einen leidlichen AuSgang erfahren. Den Hetzereien der „Teutfchen Marokko-Korrespondenz" sollte der Reichstag endlich ein Ende machen. Bei seinem letzten Besuch in Oesterreich soll unser Kai,er dem österreichischen Herrsckjcr Soldaten für den Fall eines Krieges angeboten haben. (Hört! Hört! b. d. Soz.) Ich halte das gar nicht für unmöglich. Vielleicht stellen wir auch der Turke, ein Armeekorps zur Verfügung. Fürst Bülow will keine Neben- strömungen dulden. Vorsicktig-rwe-fe bat er nicht von Oberström nngen gesprochen. (Sehr richtig! b. d. Soz.) Er hat uns oergeroorfen daß wir keine Vaterlandsliebe hätten. Niemand vertritt aber die Interessen de- deutschen Volke? besser als w'r. (Sehr richtig! b. d. Soz.) Wir machen auf die Fehler unserer Politik aufmerksamt das sind nickt die wahren Patrioten, dm olle Ungeschicklichkeiten und Tummheiten ohne Tadel binnehmen. Wir haben den wahren Patriotismus, die anderen pflegen den Afterpatnotismus, der in Byzantinismus umschlägt. (Sehr richtig! b. d. Soz.) _ , .. ,
Die Herren für die auswärtigen Angelegenheiten sorgen rur inländischen Humor. Sie lösen mit ihren Reden nur humoristische Stimmungen auS. Herr v. Schoen machte die sensationelle Mitteilung, daß Teutschland dem Sultan zum Um- ickwung der Tinge zuerst gratuliert habe. Hoffentlich sind bie Türken auch gleich bei der Hand, wenn bei unS eine Aenderung der Zustände cinlritt (Heiterkeit.) Den Gipfelpunkt deS
ncnori CDfH CHI uciunun.. ,
herauszufinden. Ter Redner bekämpft die jetzige Handhabung deS V e r e i n s g e s e tz e L , die den Zusagen des Staats,ekretarS widerspreche. Tie Lerloppelung der BefoldungSvorlage m't btr RcichSfinanzreform erschwert ihre Veravjchiedung erheblich. Ter Redner tritt vor allem für die Untecbcamten em.
Abg. KulerSki (Pole):
Wir glauben nicht an das Lied von der Sparsamkeit weil wir in den polnischen Landeölcilen überall den Luxusi deS 8i3fu8 [eben, die glänzenden Paläste für die Behörden. Eine Finanz katastrophe war unausbleiblich. TaS allseitige Mihtraue»! gegen Deutschland ist so groß, weil daS reaktionäre Preußen ,m xeut scheu Reiche bie erste Geige spielt. kommen doppelzüngige
Interviews. Wenn Te.itjchland nur bie Macht hatte, so wurde es heute noch sich an die A u s t e i l u n g O e st e r r n ch S machen. iLeiterleii.) Utacb dein Fürsten Bulow hindert unS nur unjere geographische Lage daran, Teile der Türkei zu annektieren. ^Heiterkeit.) Was sollen denn unsere Nachbarn dazu jagen, sie müssen doch fürchten, jeden Augenblick von Deutichland überfallen zu werden. «Erneute Heiterkeit.) Auch un ere mnere Politik hat Fiasko gemacht. Der Staatssekretär hat daher versucht, anderswo Lorbeeren zu sammeln, auf dem Gebiete der Handhabung deS VereinSrechtes. Er hat alle unsere Illusionen auf eine-soz .aI.. politische Aera zerstört. Mit dem Grasen Posadowsky waren wir besser ausgckommen.
Ucberall zeigt sich, daß bie Grundlage der ,preu - ßischen Politik die Gewalt ist. Wir Polen leben in einer Hölle Das verdanken wir der preußischen Regierung, die die Machtmittel deS Reiches mißbraucht.
«eigr mir. wie sehr zeitgemäß ,mb. (Heiterkeit.) Das Leit- motlb"be?"^)iomantcnbcbatte “bat- man einer Sanfettrebe entnommen, die ich in bet beutscken Kokomalgesellschart gehalten habe. Ich habe dort gesagt, daß die Diamantenfunde m Luderitz-
dbbudit betragen die Koten der Gewinnung der Steine unge- fähr 5 Mk. pro Karat. Wenn auch im übrigen Südafrika wert, vollere Steine Vorkommen als gerade in Lüdentzbucht. so sind doch hier bie Gewinnungskosten ungemein viel niedriger; ocmn
fördern, die dem Deutschen Reiche feindlich gesinnt sind. L.aß die polnischen gewerkschaftlichen Versammlungen ein solche Z>el haben, wird niemand behaupten wollen. (Sehr richtig! im Zeiur.)
Unsere a u s w ä r t i g e P o l i t i k hat uns dahin ge- führt, daß wir einsam und allein stehen. Warum wird der Aus- schuß für auswärtige Angelegenheiten nickt öfters cinberufcn. Die englische Freundschaft für Frankreich darf nicht übersckatzt werden. Der russische Minister Iswolsky hat jetzt ,eine Batterien anders aufgestellt, aber einen Nutzen au5 der Bauantrife wird er nicht ziehen. Die Exzesse in Prag bedauern auch wir. Die Schuld liegt aber auf beiden Seiten. Italien muß am Dreibund lebhaftes Interesse haben, denn eS erspart dadurch erheblicke militäri-rfie Kräfte. Wir dürfen uns aber nickt darüber hinwegtäusckcn. daß man im Auslande gegen unsere auswärtige Politik Mißtrauen hegt. Hier muß Wandel geschaffen werden. (Beifall tm Zentr.)
Staatssekretär Ternbvrg:
Ich möchte Ihnen etwas nähere Auskunft ^geben über die Diamantenfunde in der Nähe von Lüderitzbucht, da sie bas allgemeine Interesse in Anspruch nehmen. (Abg. Singer : Dorlegen!) In der Bubgetkommission, Herr Singer, werbe ich Ihnen soviel Steine vorlegen, daß Sie Ihre Freude, daran haben werden. (Heiterkeit.) Man hat es so hingestellt. als ob zu dem Gouvernement in Ostafrika kein Vertrauen von feiten der deutschen Bevölkerung bestehe. Wir hatten uns im vorigen Lahre mit einer Petition hierüber zu beschäftigen. Tie Kommission und das Plenum ist über diese Petition zur Tagesordnung über, gegangen, nachdem es sich ausdrücklich und einstimmig auf die Politik bereinigt hatte, welche ich vorzuschlagcn damals die Ebre gehabt habe. Ter Kampf, der nunmehr geführt wird, ist also kein Kampf mehr gegen das Gouvernement in Ostasrika, sondern ein Kamps gegen eine Politik des deutschen Reichstags. Neue Tatsachen sind nicht borgebraefit worden, sodaß ich gar feinen Grund habe, meine damalige Stellungnahme zu ändern. Im Gegenieil, das letzte Jahr hat uns nicht nur den Frieden in Ostasrika erhalten, sondern uns auch eine erhöhte Prosperität gebracht. Ich habe keinerlei Klagen gegen das Gouvernement gehört. Im Finanzwesen ist Ordnung. Man hat davon gesprochen, daß in Lstairila in früheren Zeiten die Rechnungen dock nickt so gewesen wären, wie man cs gewünscht hätte. Wir haben dies von dieser Stelle nickt in Abrede stellen können. Ja. wenn man mit alten Zöpfen, mit Bevorzugungen, mit unberechtigten Vorteilen bricht. Dann bekommt man selbstverständlich Feinde, und hier in diesem Falle handelt eö sich um solche, bie ganz besonbcrs in bcr Lage sinb, sehr laut zu schreien. (Heiterkeit.) Aber das muß ich Ihnen sagen, bie Art. wie biefer Kampf geführt wird, ist eine
>18 53 p( )is 5g p( )is 5ä p( bis 82 pf bis 8 pf 0 daten
bucht viel erheblicher seien, als man bisher erwartet yave. -ta* war damals für den Moment hinreichend, hier werde ich aus. führlicker sein dürfen und müssen. Ich bin, wie Ihnen bekannt sein wird, im letzten Jahre nicht nur in Pretoria, wo jetzt die größte Diamantenmine bcr Welt sich befindet, und fiimoerlch gewesen und habe dort einen Einblick gewonnen in die Produktion und Verwaltung sondern habe auch die neuentdeckten Felder in der Lüderitzbucht besucht. Damals mackte die Angelegenheit noch einen sehr primitiven Eindruck, und ick habe nach meiner Rückkehr nach Deutschland mich >ehr ffeptiick über diese Felder äußern zu müssen geglaubt. Jnzwnckcn ist eine Reibe von Experten, die auch im Tiamant''nw^en eine größere Erfahrung haben, dort gewesen, und jetzt liegt mir ein ganz neuer Bericht vor, erstattet von einem Geologeii, der lange Jahre auch im Tiamantenwesen Südafrikas erfolgreich tätig war Ich werde Ihne, daraus kurz nur das Vorleben, Waich vertreten zu können glaube, während ich die etwas phantastischeren Kombinationen hinter mir bebalte. Nach dem Bericht dürfen wir überzeugt sein, daß wir cs mit einem Objekt v o n bedeutendem Werte zu tun haben. _ Ter Tiamant fin. bet sich in einem Streifen Landes von annähernd 40 Kilometer Länge und wechselnder Breite von 10 Kilometer bis ficrunter zu einigen hundert Metern. Ter Streifen zieht sich von Nord nack Süd. Der Diamant findet sich fast nur in den tiefer gelegenen Partien m den massenhaften Einsenkungen des sehr welligen Terrains. Nach den bisherigen Untersuchungen lagert er n u r
Erste Lesung des Etats.
(Fünfter Tag.)
Die erste Beratung des Etats und der BefoldungSvorlage Wird fortge,etzt.
Abg. Dr. Spahn (Zentr.):
Ein vorsichtiger Hausvater würde den Etat besser aufgestellt haben. Vor allem würde er verschiedene Posten, die durch Anleihen gedeckt werden sollen, aus den lausenden Einnahmen beglichen haben. Der Etat wirb in der Kommission noch manche
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für ©berufen
in Lüderitzbucht aber hat bcr Wind das Geschäft der Z^klewe- rung schon besorgt; die Diamanten tonnen b o r t ohne weiteres von ber Erde aufgelesen werden, w i e i ch d a s s e l b st g e t a n h a b e. Allgemeine Heiterkeit.
~ ... Soz.) Glauben Sie nur Nicht, daß ich
..-'Geschichte van Alt Baba, ein Märchen aus 1001 Rächt erzähle. Aus dieser ungeheuren Differenz ^on 5 Mk. Produk- honten und 33 Sch.ll.ng Wert meficn s.e den ungeheuren Nutzen, der bei bcr Diamantengewinnung sonst erzielt worden Tie südafrikanischen früheren R publiken, fetzigen Kolonien haben daraus eine außerordentliche Verbesserung ihrer 8'nanzcn g - Wonnen, indem sie GO Proz. des Nettoertrages der Mwen für den Staat in Anspruch genommen haben. (Ausgezeicknetbei d SoaiGlbcmofraten.) Ter scühere Lranje-Frcistaat nahm 40 45ro5. in Südwestniiika besitzt Det FiSkuS teiost um.ungleiche Berg.
warfen, daß wir allzu sehr für die Beamten eintreten, daß wir auch einen Beamten in unsere Reihen aufgenommen haben. Herr Wicmer kann sich beruhigen, dadurch verletzen wir die Würde deS Reichstags nickt. (Lebh. Zustimmung im Zemr.) Bei ber Feststellung bcs Wvhnuugsauswandes 'st man sehr ungeschickt borgegangen. Worum hat man lick nickt an bie Behörden gewendet? Wenn man zwischen verheirateten und un- bcrheiratetcn Beamten unterscheiden will, daun muß man aoer auch den Unberheirateten mit eigenem Hausstand den höheren Zuschuß geben.
Bei der Festsetzung des Wohnung?»zclbzuschusses sollte vor allem Rücksicht genommen werden auf daS Endgehalt. Die Erklärung des Staatssekretärs über die HandhabungdeS Vereinsrechts hat uns nicht völlig bcfriebiat obgleich bie Freisinnigen sich bannt abgefunben haben. Die jetzige Praxis im Ruhrrevier ft.fit nicht im Einklang mit ber. Versprechungen ber Regierung. (Sehr richtig! im Zentrum.) Der Staats,ckretar hat seinerzeit erklärt, daß auch bie polnische Versammlungsiprachc ' r. . y . , . - r* c ZTI X S. - » S...« X • A NI £ tl f d\T
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