Ausgabe 
14.4.1908 Erstes Blatt
 
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» r» für Kranke. (Geisteskranke ausgeschloss.)

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Heilanstalt. Neue Gesellscb -Räume.

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Marktstrasse 32.

(jUf bet Stelle erschossen haben. Eine Frau, die ver­ändert wurde, in ihre frühere Wohnung cinzudringen, um ihr vermögen zu retten, erschoß sich aus Verzweiflung. Unter ?fn niedergebrannten Häusern befinden sich vier Bankgebäude, Iteren kellergewölbe eine Masfe von Trümrnern, Schlacken end Rauch bilden. Nach den letzten Feststellungen beziffert jsch der Materialschaden aus 12 Millionen Dollars. 37 000 Einwohner sind obdachlos; ihr Elend imb ihre Not ist groß, ^ie Versicherung beläuft sich nur auf über 5 Millionen Dollar. Auch tnehrere Kirchen sind dein Brande zunt Opfer gefallen. 100 Personen werden vermißt, von denen mög- llcherwcise viele tuns Leben gekonunen sind. Als Ursache Les Brandes gilt Selbstentzündung durch Lumpen.

Griginal-Drshttneidunge».

Rom, 14. April. Am der konsulata wird versichert, Tittoni habe dem Fürsten Bülow nochmals bestätigt, daß Italien aut d c in Balkan nichts als die Erhaltung des Gleichgewichts wünsche und nur in wirtschaulicher Hinsicht eine größere Berücksichtigung

der italienischen Interessen beanspruche.

Rom, 14. April. Tittoni veranstaltete gestern abend zu Ehren des Für st en Bülow ein großes Diner. Tittoni ' Bülow wechselten beim Nachtisch herzliche Trinksprüche. Nach

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fc. Frankfurt a. M., 15. April. Heu- und Strohmarkt. (Lrg.-Tel d. Gieß. Anz.) Angefahren waren 15 Wagen Hen, 3 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu Alk. 3.503.60, für Stroh Mk. 2.402.50, Maschmenstroh Alk. 2.000.00. Alles für 50 kg. Tendenz lebhaft.

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auch Personen mit Nierenleiden oder Arterienverkalkung mussten bisherviel­fach auf ärztliche Anordnung auf den Genuss des Kaffees verzichten, weil ein im Kaffee enthaltendes Alkaloid, das Coffein, bei ihnen die bedenklichsten Krankheitsanfälle herbeifübrte.

Jetzt brauchen sie das nicht mehr zu fürchten! Zahlreiche Aerzte haben anerkannt, dass der nach einem neuer­dings erfundenen Verfahren der Kaffee- Handels-A.-G. in Bremen behandelte, Coffein frei gemachte KaffeeHAG unbedenklich auch von solchen Personen genossen werden kann, die gewöhnlichen Bohnenkaffee nicht ver­tragen. Der coffeinfreie Kaffee hat, wie beeidigte Kaffeemakler, also Sach­verständige par excellence, Hoteliers und Konsumenten übereinstimmend schriftlich erklären, den vollen schönen Kaffeegeschmack, das volle Aroma, ja, er ist, wenigstens in den billigen Sorten, im Geschmack und Aroma bedeutend feiner geworden als vorher.

Was ihm durch das neue Verfahren entzogen wird, ist nur ein fast ge­schmackloser, aber schädlicher, und ein unschädlicher, aber übelschmeckender Bestandteil.

Jeder, der Kaffee gern trinkt, den nach gewöhnlicher Art behandelten aber schlecht vertragen kann, sollte einen Versuch machen!

Coffein freier KaffeeHAG ist in allen besseren und auch bereits in vielen kleineren Geschäften zu haben.

Hunderte von ausführlichen ärzt­lichen Gutachten liegen vor!

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* Lebensmüde. In Berlin hat sich der 14jährige Dnmnasiast R. in der Wohnung seiner Eltern erhängt. Was »en Knaben zu seinem Schritt veranlaßt hat, ist unaufgeklärt, -ieder ein Vorkommnis in der Schule noch ein häusliches Zer­würfnis deuten daraus hin. In K a r l s r n n e erschoß sich Lin Grenadier. 3n Budapest verübten die Al a j o r e Nikolaus und Paul Palkowitsch, Ztmllingsbrüder, ersterer General- fiabsches der 31. Division, letzterer dessen Stellvertreter, Selbstmord. J'lan glaubt, daß tingünstige Berinögensverhältmsse an dem Selbst- niorde die Schuld tragen. Im Hotel Splendid zu R o in unter- nahm der junge Baro n Mario Blanc, ein Sohn des ehe- inanen italienischen Ministers des Aenßern, einen Selbumord- rersuch, weil seine Geliebte ihn zu verlassen beabsichtigte. Er schoß üch vor ihren Augen eine Kugel in den Kops, ohne sich ledoch ödlich zu verletzen.

Kleine Tageschronik.

Zn Zeulenroda (Reuß ä. L.) schoß bei einem Z u s a m - «enstoß Streikender mit Arbeitswilligen der streikende Former Körner auf einen Arbeitswilligen. Ein anderer Arbeitswilliger wurde durch sechs Stiche in den Kopf nrlcyt. Vier Personen wurden verhaftet.

Am 12. April wurden während eines Gewitters in Kleisdorf (Steiermark) 10 Personen, die sich von, der Kirche auf dem Heimwege befanden, vom Blitz getroffen. Sin Mädchen war sofort tot, die anderen 9 Personen erlitten Brandwunden.

Diner fand ein Empfang statt.

Rom, 14. April. Tittoni' erwiderte gestern nachmittag Besuch des Fürsten Bülow in der deutschen Botschaft. Die Unterredung dauerte eine Stunde. Eine offiziöse Note der Tribuna stellt eine vollständige U eberein st im­mun g zwischen den beiden Staatsmännern in allen hervorragenden Fragen fest, besonders in der Balkansrage. In der Audienz des Reichskanzlers beimPapst werden außer dem Fürsten und seiner Gattin, Gesandter von Flotow, Professor von Renvers teilnehmen.

Der Besuch im Vatikan hat vor allem den Zweck, der? Katholiken Deutschlands darzutun, daß die Rcichsregierung fortwährend in den besten Beziehungen zu der Kurie steht. Die Aoreise des Reichskanzlers ist jetzt auf Freitag fest­gesetzt.

Brüssel, 14. April. Wie aus Mons berichtet wird, 6 c-* absichtigen die Grubendirektoren des Mittclbeckens eine Lohn- reduktion von 10 Proz. vorzunehmcn als Entschädigung für den Schaden, der ihnen aus der Montagsseier in den Gruben erwächst. Unter den Arbeitern wird die Streitlust täglich größer. Die sozialistischen Parteiführer beabsichtigen, loie verlautet, die Streikbewegung bis zum Mai zu verschleppen, so daß die Wahlen inmitten der Ausstandsbewegung vorgenommen würden.

Paris, 14. April. Die Tätigkeit des RevisionSrates in Murat bei Auriac gab gestern Anlaß zu einem Zwischenfall. Als der Präfekt des Departements in Begleitung des Generals Kerdrain und des Unterpräsekten erschien, spielte die Musik die Internationale, die von den Wehrpflichtigen im Korps mitgesungen wurde.

Sofia, 14. April. Laut amtlichen Nachrichten sind im Jahre 1907 in Bulgarien nicht weniger als 77 2 Personen er­mordet worden.

Korfu, 14. April. Gestern mittag nahm der Kaiser das Frühstück an Bord des englischen Kriegsschiffes Jmpla- cable ein. Der Kaiser blieb von 1 bis öi/i Uhr an Bord. Mährend des Mahles brachte der Kaiser folgenden Trink­spruch aus: Ich trinke auf unsere beiden Fahnen und ich wünsche, daß sie stets vereint sein mögen zum Wohle des Weltfriedens. Heute dejeuniert der König von Griechenland und die Kronprinzen-Familie an Bord des englischen Kriegs- schisfes.

Shanghai, 13. Avril. In Haukau herrscht eine furchtbare Ueberschiveuimlmg. Es feilen etwa 2000 Personen c r- t v u n k e n und 700 Dschunken wrack geworden und gesimken sein.

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Donnerstag, den 16. d. M. nachmittags 3 Ubr werden zu Lollar, Hauptttr. 45, 2 Pferde, 3 Kühe, 1 Klavier (Flügel), _ ____ 1 Küchenschrank gegen Baar-

Schokolade ; nnd Zahlung versteigert, «ersteige- ....... rnng ftndct beNrmmt statt. (2490

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Im Zuchthause in Plassenburg (Bahernl wollte der 34jährige Tischaufseher Krop ein frisch geschliffenes Messer in den Küchenschrank legen. Indem er verlachte, die schwer aus­gehende Tür mit einem Ruck zu öffnen, rannte er sich das mit der Spitze gegen ihn gerichtete Messer in das Herz. Er konnte nur noch einige Gefangene herbeirufen und ihnen den Vorgang erzählen, dann verstarb er.

Aus Neapel wird erhöhte Kratertätigkeit des Ve­suvs gemeldet. Am 12. d. Mts. wurden in der Umgegend von Neapel zwei Erdstöße verspürt. Eine Beschädigung hat nicht stattgefunden.

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Mittwoch den 15. April: Nachts wolkenlos. Am Tage wechselnde Bewölkung. Keine erheblichen Riederfctüäne. Wechlelnde Winde.

Hungen (Oberhessen), den 13. April 1908. [D1*/.

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