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Nr. 194
Der stetzener Anzeiger erscheinl täglich, außer EomUagL. - Beilagen: viermal wöchentlich StebenerZamilienblätler; K)eimalwöchentl.Urei5»
all für den Urett Siehrn (DienStag und Freitag); zweimal monatl. Land- wtrlichastltche Srttftagen Fernlorech - Anschlüsse i für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 ■ftrtfie Wr Depeschenr Anzeiger Gießen.
lanohmc von Anzeigen für die Xagc5mimmet Ml vormittags 10 Uhr.
Erstes Blatt
158. Jahrgang
Mittwoch 19. August 1908
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheflen
Rototionsörud und Verlag der vrüh?schen Univ.-Vuch- und ZtelndruSeret. H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstratze 7.
vezng-pret-: monatlich 75 Pi., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- tu Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost ML. 2.- viertel- tährl. aukschl. Besiellg. ZetlenprerS: lokck IbPi^ auswärts 20 Pjennig.
Perantivortlich für den politischen Teil: E. Anderson; i. Feuilleton und .Vermischtes' P. IßiuFo; sür .Stadt u. Land' und.GenchtS- saal': E. Leb; sür den Auteigentetl: H. Beck.
Eine Universität Posen?
stoß gegen den Beschluß des Lübecker Parteitags ansieht.
Der ol d en b u r g i s ch e M i n i fte r prä s i d e n t Wi l- lich ist zurückgetreten. Zum Minister des Innern ist Ober- regierungsrat Scheer ernannt worden, zum Nachfolger Millichs der bisherige Finanzminister Ruhstrat I.
Reform der Strafüollsugs. I rechts zu ahnden. In der Beziehung stehen die Dinge
Die am Sonntag erfolgte Entlassung des Schuhmachers I rm Reichstag heute nicht ande^ al2 ,l^^r, undman
V»igt, des bekannten Hauptmanns von b* roirb. Zubern ließe
anÄn^s XtÄWf* dio Materie ta * °^kmm
Streich dieses Schusters geknüpft wurden. Es ist wohl kaum Arbeitgeber in M.tlechenschaltzu M«n kam
7 '- 1 c f • «4V,, i . t <, wenn man keme Kla enge etze machen will, nicht den streit
b<XflCÄ, mau »nem Vmbr-cher - und em solcher ”= Ttrasgesehbuch unterordneu und den Lockout frei- ®°L6t ™t8e9(e"”I lasstu Wir müchten aber sehr k^weiseln. ob den Arbeit.
gebracht hat, und er verdrente c-> Senn fein , -t ; folgen Lösung gedient märe. Die haben
tag^n n>ar unter bent Druck der Berhaltmsse erfolg unb Beunruhigungs.
®me staatliche Einrichtung war es ja, die eu bem alten Ft;, xat, ,,, n.npnnpw erb dieser Däne ist
meines Volkes, meines Hauses. Ich wünsche von ganzem Herzen, daß es Sr. Majestät beschieden sein nnöge, einen langen, friedlichen, ruhigen Lebensabend im beglückenden Bewußtsein der Liebe seines Volkes und Heeres zu gemeßen, der Liebe und Dankbarkeit, die sowohl ich wie meine Frau und meine Kinder Sr. Majestät bezeugen und tmmer bezeugen werden, so lange wir leben. Ihnen gebe ich Ausdruck, indem ich rufe: Gott segne, schütze Seine Majestät Kaiser Franz Josef, meinen erlauchten treuen Verbündeten. Seine Majestät Hurra, hurra, hurra! Die Musik spielte darauf die österreichische Hymne.
Die Reichstagstandidatur Posadowskys inzwiicyen aucy geierm, utc lund das Zentrum Ter „Bayr. Kur." meldet, daß eine
Manne unmöalick aemacht batte wieder em ehrlicher Mensch Itaftir bcr Arbeitnehmer zu begegnen; erst dieser Tage . Kandidatur des Grafen PosadowSky im Speyer- ^ wmden na^em^ne über G^^ h^te^chtlmus. nne Statistik durch die Blatter gegangen die ßubroigä Wncr «ahlkreise unter keinen llmständen vom
zu werden, nachdem er eine uver <vevuyr ym.le ^ucyryaus - ber roeit überwiegenden Mehrzahl aller Arbeits-1 Zentrum unterstützt werden kann. Er wurde als Reichs- strafe von mch^^wemger^als 15«Jahren bester Fuh-1 fänt^e bic organisierte Unternehmerschaft stärker gewesen tagsabgeordneter ein stiller Mann sein und eine Berstärkuna
rung hatte vollständig abbußen müssen. Anstatt daß man bie Arbeiterschaft, und jener schließlich auch der der Blockpolitik bedeuten. Die Zentrumspartei wird sich
nach der Entlassung sich seiner liebevoll angenommen hatte gefallen ist. Gewiß ist diese Art harter Selbsthilfe der Abstimmung enthalten.
um ihn wieder auf den Weg emes geordneten Lebens S - » ' 1 un'b [pir gIau6en auch gar nicht, Zulassung der Frauen zum Univer itats-
zurückzuführen, hetzte die Polizei von Ort zu Ort und machte > ’ gesprochen ist Alle diese Pro - st u d i u m. Einem Berliner Telegramm der „Köln. Ztg.
es ihm durch die Art ihrer Aufsicht und Mitteilung der Sii e Stanb Mssperrung- Sufolge ist die Franc der Zulas,ung der Frauen zum Um-
Vorstrafen Voiats an seine Arbeitgeber unmöglich, eine blemc- Boykott, schwarze ^istc, AuSstano, ^^rmng . ^ohin geregelt worden, daß dw Vorschrifien
feste Stelluna ku erhalten so daß es schließl^ begreiflich befinden sich noch nit Fluß. Juristen und Volkswirt,chaftler Edierenden auf ben Landesuniversitäten im wcsent- feste Stellung zu eryatten,,}o Daß es0^1111^ ijib bic ^raftifer aus beiden Lagern - der Arbeitgeber ^chsinlänberinnen Anwendung finden, wogegen
war, wenn er verblltert,uber dw st^lrch^n>^mrrch 9^ 1Die der Arbeitnehmer — schwanken noch in ihrer Beur- Ausländerinnen in allen Fällen zur Immatrikulation der einen neuen verbrecherischen streich zu unternehmen fwc, tctIunfl Einmal wird sich auch schon noch ein Neues bilden Genehmigung des Ministers bedürfen; ebenso sind für die der khm einen sorgenfreien Lebensabend sichern sollte. » .. ( f daß, wie der Amerikaner Gilman höheren Mädchenschulen, sowie für die weiterführenden Bil-
Wieder einmal hatten sich polizeiliche Bestimmungen, die Zincr berühmten Untersuchung über die Methoden dungsansralten für die weibliche Jugend umfas,ende Bestiin. an und für sich das Gute wollten, als höchst Shuman gewerblichen Friedens vorschlägt, in irgend einer Zu- mungen getroffeii worden. .
erwiesen, und wieder einmal war es der leidige Vureau- 6 . . S0 ziald em 0 tra tie un d Bud get. der
kratismus und Schematismus, die leidige Schwäche unseres ^e wirken, gestern in Frankfurt a M abgehaltencn Genera versamm-
»eamt-nsystcms ba5. sich als bem sozialen Empfinden W«,7ch"„kßA7^a^ch Lt""^Lbenschafi L^s^albem^
^ureit mckst entsprechend erwiesen d«tte. sch.arf ! ^gen wird. Aber bis dahin ist's wohl noch ein weiter irischen Bericht zu: Ter Parteitag erklärt, daß er die Zu-
Krrtik, die das Verhalten der Polizei im Weg. Und durch mechanische Eingriffe wie die einseitige ßimmung der b a d ischen und b a y ris chen La n d tag s-
fahren hatte, blleb nicht ungehvrt, der damalige Minister v Koalitionsrechts wird er schwerlich ab- fraktion zum Budget nicht billigt und für einen Ber-
des Innern von Bethmann-chollweg erließ unter dem (Jin« H ‘ 0 11 - 1*-3
drucke des Prozesses eine Verfügung über die Aufenthalts- 9cruTo • beschränkungen bestrafter Personen. Darin wird angeordnet, daß, wenn der Verurteilte einer geordneten Fürsorge unter- ein wehmütiges Zusammentreffen, daß an
steht, alle polizeilichen Maßnahmen unbedingt vermieden bemrcIben Margen, der uns die Kunde von Friedrich
werden sollen, die geeignet sind, ihm eine geregelte Tätig-1 m.aut|en§ Heimgang brachte, die „Internationale Wochen- l Ausland.
keil zu erschweren, wie bei,pielsweise ^Kündigungen nach für Wissenschaft, Kunst und Technik" noch einen Auf- Aus der Türkei. Zum Fürste n von Samos ist ihm durch Polizeibeamte; Personen, die stch der^Aufsicht QU§ reiner Feder veröffentlichte. Der Aufsatz mochte Mina-K-Effvndi Hamoudopoulos ernannt morden, bisher Adjunrt
eines Fürsorgevereins unterstellen, tollen tunlichst nicht erlöichender Kraft aeschrieben sein. Aber man merkte des Generalgvuverneurs von Diarbekr- — Wegen nickst^ emge-
ausgewiesen werden, ebenso sollen die Fürsorgeorgane P11 “ ’dcfyt an Mit derselben lichtvollen Klarheit, die lettener. Gehalwzohlung vermistalteten bic Beamten oes Finanz- vollsten Einvernehmen mit deii P0l 1 zeibehörden seinem Stil immer zu eigen gewesen war, mit dieser eigen- ar^o kko!^ Pariser Blätter verzeichnen aas Tanger
keit ausuben und ,ich gegen,eitig unterstützen. -^e,e^er-i werbenden Wärme setzte Paulsen auseinander, toie bad Gerücht, Abdul Asis sei gestern in Marrakesch ordnung ist zweifellos vom besten Geist diktiert, gleichwohl I e§ oeit geworden sei, aus der Akademie in eingetroiien. Eine Besdäiigung oder Emzelheitcn aber semen Em-
aber reicht sie bei weitem nicht aus, und seit Erlaß dieser Universität zu machen Daß die Althoffsche zug fehlen iwch — Aus Eaiablanca wird beruh ct,oa;Un-
.K -ft mehr atb einmal
lastigungen Verurteilter, die stch bemühten, zu emem geord ^um bestreiten fein. Sie hat, weil es ihr am rechten <0^) eine Umersuchung an Ort und Stelle emzuleiten- neteu Leben zurückzukehren, die Rede gewesen Es wäre \ v qebradi weil sie weder Examina abhalten noch In Springfield tauchen wieder Unruhen auf. zer durchaus notwendig, daß diese Frage im Anschluß an die ^recktigunqen austeilen konnte, eigentlich von Anbeginn Mob schoß aus dre -rruppcn-
Reform des Strafprozesses gesetzlich 6ere6elt wurde, da «uft geschwebt. Seit zwei Fahren ist sie in eine Ktavt und Land.
unser Strafvollzug auch fonst noch eme Reche von -^ang n ^chen kritische Periode geraten und es gibt im G.cncn 19 August 1908.
aufzuweisen hat. Beispielsweise ttst es auch wenig erMd-I lp ^nen Dozenten, der sich dort wohl T« finh
lich. warum in Preußen die Strafanstalten Nicht der Justiz- obcr Qrt die Mission der Akcwemie in ihrer heutigen " Vom Grovherz ogUchen p0fe. Se. Kgl. Hoh Verwaltung, sondern dem Ministerium dev ^nnern unter- N ) glaubte Sollen wir die Akademie eingehen der Grollherzog Hot fich gestern, en Stag, ,ruh
stehen, das doch an und für sich gar nichts damit zu tun P J: pulsen hat recht, ein großer Auf- 7^ Uhr (nicht fchon am Sonntag) nochmals m Begleitung
hat, höchstens erst, wenn em entlassener Sträfling unter 1 veraeblich vertan^ sein, und das Hohngelächter der des Ntttmeifters r^rhrn. v. Massenbach mittelst Automobils
die Aufsicht der Landespolizeibehörde gestellt xft;; au3 L *id t cc()(cn Aber verheißt die Umwandlung nach Bayreuth begeben^ und gedenkt von dort am» dwekt am
diesen Zustünden ergeben sich mancherlei Unzulänglichkeiten, 3Volluniversität wirklich den Erfolg, den man von Donnerstag früh zur ^eilnah.ne am Kalsermanöver m deren Behebung in juristischen Kreisen fahren ver- erhofft^ Paulsen erinnert daran, daß feit der Mitte Mainz einzutreffen. — Der ^^Sroßherzog^wlrd vor- langt wird. Im übrigen müßte eine gesetzliche Regelung Trigen Jahrhunderts die Zahl der Univer itätsstudenten aussichtlich nach der Parade un Großherzoglichen schlöße den äs L ä— «ki
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politische Lagesschan. derOsten ein universitätenarmes Land geblieben ist. Dennoch AilSzeichnu n g. Auf der Backerei- und Konditorei-
etreii unb Sirafiecht. wirb es uns schwer zu glauben, baß eine alma mter inPoseu |*“ul^'nÄnT tin'UninerfaTqtftcU füV Sätf« et
Die brochenbe MassenauSsperrung in ber Meiallinbustrie große Anziehungskraft zu üben vermocht^ Von Westen SmiSbaltiingcn
ist gottlob vermieben worben. In zwölfter Stunbe fchetnt her wirb memanb nach Posen z-ehen, unb auä) bu S „ oQni)ta gbid o f)1en. Die sozialbemokratische Wohl, sich bei ben störrischen Nietern ber Stettiner Bulkanwerit unb Westpreußen werben, wenn fre fchon bem Ant-tüchen de/ReichStagS-Wohckreises WorwS-Hcppenheim
boch bic Stimme bet Vernunft geregt zu haben. Dtmeben Komgsberg ben Rucken Itfyten, U * sübwärts beschloß, in Lampertheim einen fianbibaten anfzustellen haben offenbar bic betroffenen Qrgaiufatmnen bre itunste Le^pztg, unb wenn fie unb ^ert ^bm "^en und in WormS unb Pfebbersheim oon bet Beteiligung an ber Uebcrrebuug burch einen mehr ober weniger sanften gehen, als nach Pofen, «o roirb eine Unioerfitat in Pofen, Qb ,cum
Druck verstärkt, unb mit bem Beginn ber Woche ist ber furchten roir, m ber Haupfiache Ms Freitifchl^ unb Sttpen. K olosseum ist gegenwärtig ein recht reich.
L • afiritnn NlkI «. — k rtf. Xamif QhiPcFPTT GCbiCllt tüQXC haltiges und sehenswertes Programm auf der Tagesordnung,
Stiebe nicht durchweg Empsinbungen ber Genugtuung aus- unb ob bannt denAwecken ^Deutschtums gebient wate Allgemein gefällt. Wir werben noch boraus zurück,
mlösen vermaa ist sckon mehrfach gesagt worden, und wir mochten wir einstweilen bezweifeln. Immerhin sollte das J b
würden es vollauf verstehen (vbs ) ' c. so»*m 1 nI hör hio hnrfü(hfirh? Ge>ckiickste der duschen "Deutsche Zeltmisfion. Man schreibt unS: Da
dauern müßten), wenn bei den Arbeitgebern die Neigung, Der Mann, der die ^bildliche Geschl die deutsche Zeltmission mit ihrem 2000 Personen fassenden
mit den Organisationen der Arbeitnehmer und deren Ber- Univer,itaten geichrreben hat, hat emen Anspruch darauf, ! -t-elt vom^23. August ab auf Oswaldsgarten ihre Vortretern zu verhandeln, nach den letzten Erfahrungen sich in solcher Angelegenheit gehör zu beginnt, sei eS gestattet, einiges über die Entstehung
nicht gerade vergrößerte. Richt recht verständlich ist uns---------HcicK des großen Werkes mitzuteilen. Em Hesse war eS, ein Sohn
aber, wie man aus der Entwicklung, dre in diesen Wochen aug ber alten Lutberstadt WormS, der als Prediger vor
die Bewegung der Nieter vor unseren Augen genommen hat, Auf Wilh elmsh o he sand gestern mckttig bei em ^ren die Frage erwog: ,WaS ist zu tun, daß die ent- die Notwendigkeit einer strafrechtlichen Ahndi^g von Aus- Kaiserpaar au» Anlaß des GeburtSt g rchlichten Masten das Evangelium in populärer Weise
ständen abzuleiten vermag. Professor Gustav Schmoller Eilers von Os ch Bmttck^fter o/Szoegyeny hören-. Er sagte sich: ^Vielleicht gingen viele, die den Weg bereits vor 35 Jahren die dahin gerichteten Wmische eint (jnbcre Mitglieder der österreich-ungarischem Botsc^t, zur Kirche nicht mehr finden, in ein schönes luftiges Zelt*, „vorübergehende Philisterstimmung" genamnr. ^ie juw Freiherr Marschall von Bieberstein, Oberhof- So entstand baS weitverzweigte Werk ber Zeltmission. Das
denn auch wirklich bislang, so oft sie auch austauchten, immer m^-ch^tt Graf zu Eulenburg, Oberpräsident Hengstenberg ^ste Zelt kam, nachdem es m Köln, Barmen, Berlin ge- wieder vorübergegangen. Nicht bloß, wie eS in einem gßIabcn roaren. Bei der Tafel brachte der Kais er folgend^ na» Holland, auch Hollands Königin lauschte in diesem Blatt, das den alten Vorschlag von neuem zur DivNission ^ast aus: Ew. Exzellenz! Der heutige Tag vollzieht sich ~ bcn Vorträgen geisterfüllter Prediger. Allmählich säS&s* ssvt. ’S


