158. Jahrgang
Erstes Blatt
Heben Schisfl l zösischen Flotte öffentlich ru rügen. Auch Mord mr icfiaant. Tas I Hause Steinheil erhält noch immer die (jran^ofen und da^ie Welt recht unnötigerweise auch einige deutsche Zeitungm m
Die heutige Nummer umfaßt 22 Seiten.
(Dienstag und Freuag»; zweimal moiintl Land» wnlichasUictzeSettsragea Ferulpiech - Slnldiliifie: fui Oie Sledaknon 112, tlerlag u. (fcipebition 51 lUrctte Nir Teppichen:
«nzclger «ictzcu.
Annahme oon Snjetgew tüi Oie iagesmimmet bis oormttuifls 10 Uhr.
politische Wochenschau.
Gießen, den 12. Dez.
Samstag 12. Dezember IVOS ve,a g»vret): Monallich75D^ viertel-
Nr. 293
Ter Stetzener Bnjelget erldnini täglich, miiiet Sounlags. - Beilagen: viermal wöchenNich <Hcbener$amilienblätter;
trnriinnl mörhentl.Kteis: g »lattsürdentireirGiehen r
Ausland.
Polen unter sich. -er ot...*;, daS Organ der tschechischen!
Agrarier, melbrt aus Wen. daß in c>-r vorgcltrigen Sitzung des
Deutsche» Ueich.
Prinz Leoporu u o n Bayern utyci)! am 13. Dezember sein bOjähiigoS Mililürjubiläum; aus diesem Anlaß waren aus Preußen und C-cftcrrcid) melnrre Offi^ierS-Deputat Ionen zur tio- giüßung in München eingetwfsen. .
Aus der Ostmark, ^xe Oerrschafk Doze ero und WySiaw>ce mit ben Gütern Jarwwo und Ändrzykole, 4000 gen groß, bei Groba gelegen und dem Fürst Wiwlt Czartorhsik-Parts gehörig, ist in den Bestb von Martin Biedelmann übergegangen. Per Kauspreis soll 150 000 Mark betragen.
Der Entwurf eines Ban kgesebei ist dem BundeSral zugegangen. Der Enmmrf mW sm> die Ergebniiie dec Banken- quctc in vollem Umfange zunutze und tnnt glciäMittg l^rsorge, tx»B der Sa «uh der Reichsoank für britische o^itcn nach Tunlichkeit verstärkt wird. . ««.
Kultusminister Dr. Holle verlaßt am 11. d. x'C. Meran, um den Stcft seines Erholungsurlaubs am Gardasee zu verbringen. Dr. Holle hofft, Mitte Januar wieder ferne Amts- Geschäfte in Berlin aufnehmen zu können.
Ter deutsche Botschafter in Nom. 2?« ine Allg. Ztg." mitteilt, beabsichtigt der deutsche Bolscl-aster m Ront, Graf Monts, im Frühjahr konnnenden Jahres m den Ruhestand ju treten. Zu seinem Nachfolger ist der derzeitige Gesandte uü Luxemburg, von Jagvw, in Aussicht aenommen.
Ein Weihnachtsgeschenk oes Kaisers. Offiziös^ meldet die „Nvrdd. Mlg. Ztg.": Eine tmslandi)eye Ze.tungs- mcldung, wonach sich unter den Gepäckstücken, die von Hatcn^ arbeitern in Jaffa inS Meer geworfen wurde», auch das -üSeifr* nachtSgcschcnk dcs Kaisers für daS deutsche .^ranknhaus ut -de» rusalem befunden haben sollte, stellt sich als falsch heraus. DaS Eaiier.Lire 6Zcfa>nk ist unangeta,tet geblieben. e
Ein Dementi des russischen Botschafters. Dut „Nordd. Allg. Ztg." schreibt ofnziös: Ter russtiche Bot.chaster Gras vsn der Oskn-Sacken erklärte dem Staatssekretär v. Sclwn, daß die dem russischen Minister des Aeußern, Iswolski, nach dem Bericht eines deutschen Blattes In einem Zeitungs-Interview in den Mund gelegte Aeußerung: Deutschlands Haltung m der Balkans rage mache ein förmliches Bündnis zwiscycn '/tuchand und emoianD nötig, von Herrn JStnE niemals weder in btejc^ noch ähnlicher Form getan worden sei.
führen zu lassen. . .
In Frankreich hatte man nicht wenig Neigung, den ungebetenen Gast des Landes zu verweisen, aber schließ- lieh hat man in der Nachbarrcpublik augenblicklich Wichtigeres zu tun, als sich mit einem Castro überhaupt einzulassen. Noch vor wenigen Tagen erzitterte das Kabinett Clemenceau wegen einer verhältnismäßig ge- ciugfügigen Sache, wegen der Verabscl/iedung des Admirals
Witterung sind die Eitern und die Erzieher rostig geworden, und was den jungen Menschen nur stille, stetige Freude ist in keuscher, harmloser Liebe, das ist den Erwachsenen Sünde. Wer die Liebe der Jungen ist stärker als die Macht der Alten, und die armen Bedrängten entfliehen der elterlichen Tyrannei und gehen in die weite Welt, vorläusig aber nur nach Mainz, denn da wird sich wohl irgend eine -teile finden. Wer die Hoffnung trog, und müde wandern ie am Rhein entlang. Köln ist ja so gro^ vielleicht ist dort etwas zu finden. — Das Mädchen, die liebe, willenstarke Baronesse, wird krank und da§ Geld geht zur Neige. Da schreibt denn der entlaufene Sekundaner an einen alten, wackeren Osfizier in der Heimatstadt, der sich fein junges Herz bewahrt hat, das auch einmal voll Jugend und voll Jugendfreude war. — Und der leitet unbeugsam alles zuw besten seines Nichtchens und ihres jungen Liebsten.
Das mag genügen. Ich könnte noch so viel von dem Buch erzählen; von dummen, lustigen Schülerstreichen, von cecken Buben mit frohen, blitzenden Augen und mutigen Herzen, von kichernden Mädchen mit wehenden Haaren und süßen kühlicheu Lippen, von all dem, waS in den heißen Seelen der reifenden Menscl-enblüten schwankt und schillert in der seltsamen Lebenszeit, da Leben und Tod sich freundschaftlich bei der Hand gefaßt haben und um das junge Leben kämpfen — aber wozu j|t das Buch geschrieben? Klug und lebendig ist es geschrieben, voll Herz und Dec- stehcn, und wenn auch die Erwachsenen hier und da zu scharf beleuchtet werden, wenn auch hier und da eine wild- tiche Verzierung aufgehetzt ist, die Kinder sind so voll echten, warmen Menschenbtutes, so stark und so tapfer, so unge- bändigt in ihrer Lebenskraft, daß eS anmutet wie eine kost- lidje, reife Frucht. . . .
'Ganz andere Dege wandelt G. A. Müller in jeincm Gei Amelang erschienenen Roman „Ecce homo" aus Jesu Christi Tagen. Forschung und Dichtung vermischen sich oft wunderlich darin und es wird letzten Endes nur aus die Lebensanfckxiuungen des Lesers anlommen, wie er das Buch bewerten muß. Es ist das kein geschichtlicher Roman, aber auch fein religiöser im engen S.une — und eine Dichtung ist es wieder nicht. Bon allem diesem l)at es Teile und zii einer völligen Einheit machte td der Dichter durckr seine Phantasie, wenn Müller ein Dichter wäre. Er seht: ihm der PrometheuSsunke, der Dichter und Leier zusammen- gtutet, die Seele, die auc5 umspannt, und doch ist etwas Darin, was fesselt. Es ma-g am <otoji liegen, an meinem persönlichen Anteil oder aii irgend sonst etwas — aber auch diese leise Anziehungskraft, die es auf mich ausgeubt
Noch sind die Folgen des Kaiserinterviews nicht ganz । überwunden, noch zittert die Erregung in aller Gemüter nach, ; noch Hal die Beratung der neu zu regelnden Ministerverantwortlichkeit in der Reichstagskommission nicht begonnen unb schon sind, wie es scheint, unverantwortliche Ratgeber der Krone tätig, um neue Zwietracht zwischen dem Kaiser und dem deutschen Volke zu säen. Ein Diplomat hat das mit den Worten gekennzeichnet: „Du Reaktionäre arbeiten mit aller Straft und mit allen Mitteln." Man will den Kaiser von der Nützlichkeit des bisher geübten persönlichen Regiments aufs neue überzeugen. Mau will den scaifcr gegen den Reichskanzler einnehmen und den Schein erwecken, als nxnn Macht und Recht des Monarchen durch die Erklärung des Reichsanzeigers vom 17. November beschränkt würden. Daß der Kaiser nach den vielen trüben Erfahrungen der letzten Zeit diesen gewissenlosen Hetzern Gehör schenken sollte, ist nicht anzunehmen. Der Kaiser ist ein viel zu scharf beobachtender Mann, um die wahre Triebfeder dieser Reaktionäre nicht zu ertennen, die ihre egoistischen Ziele selbst auf .Dosten des Ansel^ens der Krone zu verfolgen wagen. Man wird ein wachsames Auge auf die Herrschaften haben müssen, die Patriotismus und Kaisertreue bei jeder passenden und unpassenden (Sfclegenfjeit im Munde führen, aber das, toa* der Krone und dem Neick)e frommt, in Wirklichkeit den eigenen Interessen hintan setzen. Solche unheilvollen Ratgeber der Krone müssen gebührend gekennzeichnet werden, sie dürfen nicht wieder Macht und Einflug im deutschen Reiche gewinnen. Sehr angenehm hat es berührt, daß auch der Reichskanzler jetzt ausdrücklich erklärt hat. Unter» und Neben strömungen im Auswärtigen Amte nicht dulden zu wollen. Man kann sich also der Zuversicht hingeben, daß auch der Reichskanzler bemüht fein wird, schädliche Einflüsse von unverantwortlicher Seite auf die Krone nicht wirksam werden zu lassen.
Der Reichskanzler hat in der abgelaufenen Woche zweimal im Rei chstage gesprochen, wo die Beratung des neuen Etats Gelegenheit zu einer Aussprache über Fragen der auswärtigen Politik gab. Das erste Mal slizzierte der Reichskanzler unser Verhältnis zu den übrigen Mächten und den mancherlei bedeutsamen politischen Vorgängen der letzten Monate. Das zweite Mal behandelte der Reichskanzler die Frage einer internationalen Einschränkung der Rüstungen zur See. Er wies auf unsere geographische Lage hin, die das bisherige Matz der Rüstungen notwendig mache und eine Verminderung der Rührungen verbiete. Mit einer erneuten Bekräftigung der Unerschütterlich leit unseres Bündnisses mit Oesterreich-Ungarn schloß der Reichskanzler diese vom Reichstag mit großem Beifall aufgenommene Rede. Auch der wiedergenesene Staatssekretär des Auswärtigen v. Schoen fand in dieser Sitzung Gelegenheit, sich über Marokko, China und die Vorgänge in der Türkei auszusprechen unb'eine Meldung richtig zu stellen, die viele Verstimmung erzeugt hatte. Deutschland ist, wie Sck)oen mitteilte, die erste Macht gewesen, die ihre Glückwünsche in Konstantinopel bei der neuen Wendung
öücher für den Weihnachtstisch.
In knapp 14 Tugen ist Weihnachten, und mein Schreib- tisch wird täglich schwerer von all den Büchern, die sich in buntem Bündel daraus ftabetn. Was liegt da nicht alles — der ganze Ring menschlichen Wissens ist dann gc- schlossen, und wie viel schöne, zaghafte Hoffnungen bangen zwischen den schmalen, schwarzen Zeilen, die des Setzers unbekümmerte, flinke Hand gewissenhaft geschaffen l)at. Wer weiß ob er sie zum Glück geschaffen hat, zum frohe., Leben des kurzen Ruhmes— oder nutzlos, vergebens. Wieviel Sorgen und Kümmernisse, wieviel Entsagung und Rot, und wieviel Freude und Lust unb Seligkeit auch schlummert in all den vielen Bänden — und viel Unvermögen auch. Bücher, sehr viel Bücher sind darunter, die aedruckt wurden v— und sonst nichts. Wer wer soll auch all Die Büü)er lesen können, die geschrieben werden, wer nur alle die bedeutendsten, die zur Weltliteratur gehören? Was haben unsere deutschen Schriftsteller, deren Namen bereits Mang und Geltung hat, allein in diesem Jahre geleistet — und die jungen, unbekannten, die erst noch in Freundeskreiseu eine bescheidene Unsterblichkeit erworben haben.
Und der Bücherstabei wächst und wächst — ich könnte Buchhändler werden, wenn ich genug davon verstände und nicht Schriftsteller wäre — oder Merkctt vielmehr. Mketn Cuddeutschland hat einen gewaltigen Stoß für sich, und dem Wert nach steht es diesmal wieder hoch über Nord- deutschland, das nur der Menge nach an erster Stelle zu nennen wäre. Südoeutschland ist reuQer an bichtcriscuen, Norddeutschland reicher an unterhaltenden Werken. Mn süddeutschen Dichtern, wie Holzamer, Finckü, Hesse, habe ich meine Streife begonnen, und mit ihnen will ich Mich auch diesmal noch beschäftigen.
Da ist denn Kurt Ar am, der im gewöhnlichen Leben Hans Fischer heißt, und fast ganz Sübbeutsch-er geworben ist. In seinem neuesten, bei E. Fleischel erschienenen Roman „Jugendsünden" schildert er mit Glück und warmer Innerlichkeit das Leben zlveier junger Menschenkinder, die sich von Herzen gut sind und für ihre Liebe mehr Sinn und Laune haben, als für die alten Griechen und für Klavierübungcn. Kein Ara ist dabei und lerne Sünde . aber beider Eltern fehlt der Sinn für diese „Liebeleien" und es fehlt ihnen auch das Verständnis für d e reisende Seele ihrer Kinder, die doch nichts tun, als die Welt, die so Zange auf dem Kopf gestanden har, auf die Füße zu stellen. Unter dem rauhen Einfluß der Lebens-
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Spannung. Vielleicht ist die noch keineswegs aufgeklärte Ermordung des Malers Steinheil in Paris nicht ganz ohna Einfluß auf die Entschließung des französischen Parlaments geblieben, das die von der Regierung befürwortete Aufhebung der Todesstrafe jetzt abgelehnt hat.
Auf d e m B a l k a n ist es in den letzten Tagen ruhiger geworden, wenigstens äusserlich, nachdem Lestercecch-Ungarn; seine Kriegsrüstungen so ziemlich vollendet hat. Die Bvy- totlbeioegung gegen Oesterreich dauert in der Türkei allerdings noch fort, aber es heißt, daß bte Verhandlungen jetzt einen friedlichen Verlauf nehmen würden.
Dcdenklicy bei der gegenwärtigen politischen Weltlage bleibt das Verhalten des Dreibund st aates Italien. Osfiziell steht es ja noch an der Sette des Deutschen' Reiches und Oesterreich-Ungarns, aber man darf cö sich nicht verhehlen, daß dieser Dreibund in Italien von Tag zu Tage immer unpopulärer wird. £. A.
der Tinge angebracht hatte. Auch die beul. hatten, ebenso wie die aller anderen Mächte, geflaggt ist ja alles sehr schön, aber schade ist es doch, daß die Welt davon so spät erfährt. Shmntc man die Meldung nicht gleich dementieren, noch ehe sie Schaden angerichtet hatte, oder dünkt man sich im deutschen Auswärtigen Amte auch heute noch so erhaben über Zeitungsmeldungen, daß man jie nicht liest oder es doch nicht der Muhe sür wert hält, sie zu berichtigen. Ein sehr schädlicher Hochmut: das zeigt sich bei jeder Gelegenheit. Man ist im deutschen Aus- »oärligen Amte über Vorgänge aus dem Gebiete der auswärtigen Politik immer schlecht unterrichtet. Selbst der deutsck-e Botschafter in Konstantinopel hat sich von den Vorgängen in der Türkei überraschen lassen, und doch hätte ein Blick in das kleinste Pcovinzvlättchen genügt, ihm von der Stimmung in der türkischen Hauptstadt Kunde zu geben. Es lvar wirklich nicht überflüssig, daß man im Reichstage wieder einmal den Wunsch nach einer zeitgemäßeren Besetzung unserer Tiplomatenposten aussprach. Die Zeü der Post- kutschen und Wochenblättchen, die Zeit des langsamen Tempos, ist vorüber; unser demokratisch angehauchtes Jahr- hundert fordert in allen Berufen und in allen Stellungen Männer mit freiem, unbefangenem Blick für das Gegenwärtige uni) Zukünftige und raschem, energischem Handeln.
Ein solcher Mann, frei von den Fesseln vergangener Jahrhunderte und alter Famuienlradilionen, ist der schci bciibe Präsident der Bereinigten Staaten, Roosevelt, der jetzt in einer Botschaft an den Kongreß gew.sserinaßen sein politisches Testament aufgcftcUt hat. Er weist darin aus die Ziele und Aufgaben hin, deren Ausführung ihm für das Gedeihen des Lanves notwendig erscheint. Wenn dieser Mann nach Wlauf seiner Präsideiitschast unter die Journalisten geht, so ist daS nicht nur für ihn selbst be- zeichnend, sondern auch für das wirklich modern empfindende Amerika. Im deutschen Reiche kann man sich etwa einen Reichskanzler a. D. noch immer nicht gut als einfachen Zeitungsmann vorstellcn. — Amerika unb Deulfchlanb! —
Wenn hier bas Losgelöstsein von allen Trabitionen als ein Zeichen mobernen Lebens unb Schaffens gelobt würbe, so wirb man als Gegenargument nicht etwa einen Castro anführen bürfen, ber unser altes Europa zurzeit mit seiner Gegenwart „beglückt". Diesem „Präsibenten" von Venezuela sott jetzt selbst im eigenen Lanbe ber Boben zu heiß geworben sein, und es verlautet, daß er nach Europa gekommen sei, um hier von seinen Säten auszuruhcn und seine „Ersparuisse" in Muße zu verzehren. Seme svn- ftigen politischen Missionen, insbesondere die in Berlin, sind doch wohl nicht ernst zu nehmen. Ein Castro, der nut aller Wett Händel angct äugen, und aller Wett getrotzt hat, wird wenig Aussichten haben, in Europa eine politische Mission zu erfütten, oder gedenkt man wirklich, sich von diesem Intriganten im eigenen Lande an der Nase herum-
tährtich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 BI.; durch die Post Mk.2.- Diemel» fährt auescht Beitellg.
ZeitenvreiS: lokal 15 15t., ausivane 2v l>ienni$, tterantroorthd)
füt den pohnldten Teil,
General-Anzeiger für Gberheffen ■
Rotationsfrud und Verlag der vrllhl'lchen Unw.-Vuch. und SteinSruuml R. lange. NedaNlan, LrpedMon und vrn»erel- Schulstraile JlnACiflenteil H Beet
hat, konnte die Katte mujt uoenoinoeu, Die zwischen mir unb dem Buche war und die durch den nicht ganz reuten unb aueq nicht künstlerischen Stil noch vermehrt wurde.
Da wirkt Alfred Bock mit feiner kräftigen derben Qä* staltungslra t ganz anders. Da ist ^eben und Erde unb Luft — da st Wucht und lebendige FÜtte. Zwar paßt dep Titel „Hef en lüft" nicht recht zu dem bei Fleische! erschienenen Novettenband, ich hätte einen treffenderen gewünscht, aber der Titel eines Buches ist schließlich etwas ganz anderes wie daS Sck)ildche:i einer Weinflasche, wenn man das auch nicht einsehen witt. Eine der besten odlen des Buches ist „Der Napoleon", ein echtes, unver- künsteltes Stück bäiierlichen Lebens ohne Sentimentalität mit dramatischer Kraft wuchtig hingefetzt. Köstlich sind bie berben, yumorvollen Erzählungen, „Wie bte Grtt auj den Bräuwagen kam", „Der Backstein", „Der Stammhal- ter". Zu einer bebeutjamen Höhe aber erhebt sich bie schlichte, bis ins innerste packende Geschichte „Das Schmerzenskind", die mir einen Markstein in Docks Schaffen be*, deutet. Knapp und kurz, ohne jede Wsckweifung und ohne jeden AusentlMt gehen die Geschehnisse dahin, und die psychdlogische Begründung ist fajarf und beoeutungsvoltt wenn auch etwas kühn. Gut ist auch die letzte Novelle des Buches, „Tas seckM Gebot", aber hier ist bie Entwickelung ber Erkenntnis in ber Seele des jungen Menschen nicht so lief, wie man es erwarten könnte, obgleich gerade die außergewöhnlia,e Begebenheit sehr fesselnd ist und von, ungemeinem psychologischem Reiz.
Karl Neurath« •
_ Kleine Chronik ans K u n st unb Wissenschaft. Der deutfche Aerrtetag 1909 wird am 26. und 27. Juni in Lubeck flalifiuden. Die vaiwtveuauuulung des Leipziger Verbände- ist aui den 25. Juni festqefetzt. — Ter emeritierte ordentliche Proiesfor der Archueriur an der Praqer oeut- irbtn technifche » H o ch | ch il l e , Hoirak Iosei Zitek ist vom Kaiser von Oesterreich in den Sibel Hanl) echoben worden. Archuekl von Zitek ist der Erbauer dc» Aluseunis in W e i m a r und des böhnincheu Naiionaliheater» in Prag. — Tie philosopiiifche Jakulläl der ttuiveisität Breslau beichlob im Juieresfe ber iveueieu Ausbäbuug der Lpe^ial- und sZachbitbung m der mündlichen Toklorvri'iIuug statt des vorgeichnebeuen äacheS Philosophie die Aahl eines anderen JacheL zu aeflaltcn. — Proiesior ® r e b a u t in Daris, der von feiner Studienreise nach dem belgischen Kohlenrevier zuruckgekehrt ist, erklärte vor dem palhotogifchen Kongreß, fern Studium der fchlaßenden W e 11 e r fei jo weit gediehen, daß in Zutun'i die ®e- iahr schtagcnber Wetter fo gut rote beseitigt gellen könnte.


