Ausgabe 
11.12.1908 Zweites Blatt
 
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Nr. 292 Zweites Blatt

158. Jahrgang

Freitag 11. Dezember 1908

Erscheint täglich mit Ausnahme des EonnlagL.

Die ..Gießener Zamtliendlätter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beiqelegl, das »KreUblatt für den Krd$ Sichen" zweimal wöchenllich. TieLandwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweunal.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderheisen

Rotationsdruck und Verlag der VrÜbliche» UnwersllätS Blich- und Eiemdruckerei. R. Lange. Gießen.

Redaktion. Ervedttton und Druckerei: Schul» ftraße 7. Erpeditton und Verlag. 5L Redaktion: ^^112. Lei.-AdAnzelgerGleßen.

Sftmntnngsbiie aus Sem Reichstage.

Bergin, 10. Dez.

Eine Rede des Reichskanzlers.

DaS preußische Abgeordnetenhaus ist heute in die W-ihnachtS- fttien gegangen, und auch das Bild de? Reichstags zeigt Tyetien- fehnsucht. Ein schwach besetztes HauS und leere Bänke auch auf den Tribünen. Morgen kommt man noch zu einer letzten Sitzung zusammen, denn man glaubt eS der Beamtenschaft schuldig zn sein, auch schon in der ersten Lesung sich ihrer BcsoldungS- wnnsckst in allen Einzelheiten anzunchmen die Halle der Wiederholungen! So wurde der zweite Teil der Sitzung denn durch Beamtcnrcden be5 Konservativen Dr. Dröscher und des Nationalliberalen Beck-Heidelberg auSgefüllt, auf deren Aus­dehnung und Gründlichkcit die bevorstehende Ersatzwahl in Bomst- Meseritz vielleicht nicht ganz ohne Einfluß gewesen ist. Dagegen galt der erste Teil der Sitzung der hohen Politik, und wider Erwarten nahm dazu auch der Kanzler wieder daS Wort. Der Abg. Haußmann hatte als erster Redner die jüngste Kaitzler- rede noch einmal Revue trassieren lassen. Inhaltlich temperament­voller als die Kritik dcS Lldg. Schrader, in Vortrag und Ton wert weniger impiilsiv und lebhait, als man eS sonst bei diesem schwä­bischen Dcmokratensührer gewohnt ist. Neues konnten seine 51c- kriminatwnen über die Lage, in die vergangene Tage auswärtiger Politik das Reich gebracht haben, nicht viel bringen. Umso stärker pointierte er die Genugtuung über den einstweilen gelungenen Ausgleich der Schwierigkeiten und die Erwartung, daß das auf neuer Grundlage sich nun anscheinend entwickelnde Verhältnis .-.naschen Volksvertretung und Regierung, daSDauSschlüsselreckt^' des Reichstags, auch für die Geltung des Deutschen Reiches im Auslande günstige Folgen lnwen werde. In den gestrigen Er- fiänmgcn des Staatssekretärs deS Innern vermißte der volkS- vartcilrche Redner eine Mitteilung darüber, ob denn Preußen die im VereinSgcsetz vorgesehene Ausführungsverordnung über die Zulässigkeit des Gebrauchs der polnischen Sprache überhaupt schon erlassen habe, und er fand in diesem Zusammenhang warme Worte für die soziale Friedensarbeit verständig geleiteter Gewerk­schaften. Das hielt ihn aber nicht ab, dem tiefen Eindruck, den das Auftreten bc5 Staatssekretärs gestern auf das ganze Haus gemacht, und dem sich auch die Linke nicht entzogen hatte, Aus­druck zu verleihen und in der Würdigung der zielbewußten tat­kräftigen Persönlichkeit des Herrn v. Bethmann-Hollwcg Aing er soweit, daß er in ihr fast die Lösung be-3 Problems der R.rchS- mtnifierien erblickte, wenigstens soweit es das Ressort des Rcicbs- amtS deS Innern anlangt.

Die Bemerkungen Haußmanns gaben dem Fürsten Bülow den wie es schien erwünschten Anlaß zu einer Ergänzung seiner Darlegungen vom zweiten Tage der Generaldebatte. Zunächst die Angelegenheit der AbrüstungSverständigung. Der Kanzler stellte fest, das; die Gerüchte, wonach an das Dcutsck Reich ein direkter Vorschlag in dieser Rickstung ergangen sei, nicht den Tatsachen entsprechen, und er legte dann die Schwierig­keiten einer solchen Verständigung bar, die abgesehen von der technischen Frage der Abmessung der Dumme von Interessen auf dem Weltmeere, der Unterscheidung zwischen berechtigten und unberechtigten Aspirationen, vor allem in der geographischen Lage Deutschlands liegen, die es nun vier Jahrzehntelang zur Auf­rechterhaltung der starken Rüstung zwingen. Eine abwehrende Bemerkung deS Vorredners in bezug auf Herrn v. Holstein nahm der Reic^Zkanzler zum Anlaß, schärfer als in der Acuße- rung Haußmanns begründet war, die hervorragenden Dienste und Fähigkeiten dieses unter vier Kanzlern ergrauten ehemaligen Be­amten deS auswärtigen Dienstes zu betonen. Die ganze Rede des Fürsten Bülow wurde mit schweigender Aufmerksamkeit an- aehört, und lautlos nahm man auch seine nachdrückliche Er- tlärung auf, daß er in den ilnn unterstehenden Ressorts keine Unter- uud SiebenftrInnungen dulde und für die Einheitlichkeit der Führung und Lertung ber Politik Sorge trage. Man enthielt, sich jeder Kundgebung, vielleicht weil man nicht wußte, ob man diesen Worten einen weiteren Sinn in der Richtung der Erörterungen der beiden Kaisertage zu geben habe: obwohl der Kanzler mit gehobener Stimme und mit Betonung icdeS Wortes hinzufügte, daß er dabei lediglich von ber ihm von der Verfassung auferlegten Psticht erfüllt sei, die vom Neichskanzler die volle Ausfüllung seiner konstitutionellen Befugnisse verlange. Erst alS et geendet, erhob sich stürmischer Beifall, und zwar wie gestern bet Herrn v. Beltz- mann-Holtweg, auch hier auf allen Seiten des Hauses, ausge- nontmen die polnijckstn und sozialdemokratischen Bänke. Es war ungewiß, ob dieser Beifall der Rede im ganzen galt oder der erneuten Bekräftigung unerschütterlicher Bündnistreue gegen Oesterreich am Schlüsse der Rede.

Aus den . n,..e «j.cidifally unerivartet ber Staats­

sekretär oeS 'acuo.'iit Heer v. Ächon mit einer Nachlese über Maro kko unddeu Balkan. Er kündigte ein neuesWeiß- b u <f> ü b e r Marokko an, ba5 auchBerichtigungen" enthalten werde, führte auS, daß der Thronwvchfcl in China zur Jett die crtuujiiu;. . /u-j.' Zurückziehung der Truppendetachemenls noc^ nicht zulaise, und suchte bann auch einen unfreunolichen Bemerkungen über die Gattung des £Li5.i»rtigen AnrL, gegenüber der lungen Verfa-ssMtg in der 2-uiLi den tjoucn zu entziehen. Dian gewann aber aus seinen wie chic Entschuldigung klingenden Worten doch beit Eindruck, daß Herr v. Marschall ton den Ercia nissen sich hat überraschen lassen. Auch Herr v. Schur wurde cc.uuiigvuoii augehö.c iuro tu.: a.5 et, etroaS stockend, bcu Ge­fühlen ÄuSüruck gab, die man überall Lei Hoch mtb Niedrig für ben neuen amerrkaurscpen Bvtsüraster Hill empfinde, vermochte manu bie Lufsteigeitpe Hei>r'r,t Nicht zu bannen. Seine Bc- mertungen .. die Rvtwendigkeit seiner ÄuffrucEing bti diplo> matischem Dienstes inib die.Lnfiinoiauitg einer Reform wurden als eure DeSavouiernng der Art auigc-iuntüien, in der ihn am 11. ?lovember Herr v. KideLur-Waechter vertrete'/, halte.

Zwischen den Reden, ber RegicNMgSperlLeter und beit crttochn- ten Reden über die Baamleni JiDungcn slwach dec Führer der sächsisi.,en vt-hintet Z i in ir.: r m a.'. n uo.-r b.e Pöbelexzesse tn Prag und verlangte als Antwort hieran- die Ausweisung der zar, i ic.< tic.:r< i.uun Arder.-er anS Der//ck'land. Der na» tionalliberale Abgeordnete Beck behandtiro netz ". ? r Bst l nngc- torlage einer Reute von Fragen ixr inneren Pol'.ttl: die wunsa,x:iE^ werte Reform der Su 0m l s s ion3 b c bingu n ge n , d.c Angelegenheit bet A r b e r t S ka m me r n , die^Ziev.swn des E^esel^cs über den Erwerb und den Verlust der Slaa.san- gehörigkeit, Fragen der Justiz und bie Finanzreform. In später Stunde vertagte sich das -ast feere Ha s c . nt *.n v rmittag.

StimnuiiiflSbild aus dem preutz. AvseordirereLüLNö.

Berlin, 10. Dez.

Nur auf einen Tag ist nach drei» . ,.gec nuh.zeu daS J^rcu. ; i c* e Abgeordnetenhaus in diesem Zähre tue»; einmal ruscunmcngctreteu; erst 'Jjuitte Januar w.rd es sich wieder versammeln. Und sicherlich hätte man sich auch bicie Urrler- brcchung ber für das Studium der BesoldungZovrlagen und der neuen Steuetgefetze bestimmtest Beratungspauje gei-.-, wenn es sich nicht darum gehandelt hätte, eine wirklich brenn e/fre Frage tot dem Lunde zu erörtern, bie Frage der Arbeits­los tgkeit. Der Slciü^-iag l-rr sich $roar mit dieser Frage bereit« auSgiebig Befükiftigr, aper deöharo wird es Niemanden überflüssig er??.;-.nten, wann das Parlament drs grosn. i und ceS* jenigen Bundesstaates, in dem sich die Schädmt ber ArbeuSlo'ig- feit am empfindtrchsten -eigen, seinerseits die Verpflichtung fuhic, die Rcgitznmg uto Äusrunft «tzugchcu^ waü sie geum habe uflb

tun nwlle, nm ber vielbeklagten Kalamität Einhalt oder doch Tlbbruw 'm tun. Eine Jn^rv^llation vom Zentrum und 'wei Anträge ton den Freisinnigen und den Konservativen lagen vor. Gemeinsam war ihnen, wa? in der De-rründuüg auf* ricktig ».nm AnSdtnck bie Sorge um daS Schicksal d-t Hnndert- taufmbe arbeitsloser Pre.'s>m. gemein'rm auch der Wunsch, die Regierung möge d->rch -Beschleuniaung öffentlicher Ar'ieiten die Rot bet Arbeitslosen lindern. Besondere praktische Ergebnisse hatte indeß woh^ Nimtand von d,-- ErArtef"»g ertvartet, afl* gemein sah nwn in ->'hr nur e n M'i'ek, der R-rietnng daS Ge­wissen m schrltfen. Wenn ba5 nötig mar, so ist c3 erreicht worden Sowohl anS b^n Do "leg''N gen hc5 .HandelSminister? De lbtück wie mi3 denen bei Arbei xminifirr* Breiten bach echellte das Besd-?bcir der leitenden Männer, b'-r Not eines großen Teiles der B^lkSgewss.nt ?n fbe-.crtt. Freilich, ber Eindruck ließ sch nicht ver­wischen, l> ohne ba5 Scheorrgewicht ber bureaukrnstschen Ten» beirert. bie unsere Ctre,5*?fma't-ng lxche-r'cken. eine wirksamere Mithilfe deS Staates an ber Linderung dieses Notstandes zu er­warten tolrc. Am System lieak'S, nickst an dem guten Willen ber lefteuben Männer, wenn ber Staat zur Bewältigung solcher Kala- mitätm nicht im Stande ist, nnd angesichts birer Einta^Sdebaite an der Prins Akbrech'strnße fühft man sich versucht, Hamlete Stoffenf;erMen, not mcascres!" nmzukehren: Nicht Männer tun ,mS nut die sind ba am System havertS! Da gilt's zn ändern!

(HcncbhfaaL

R. B. Darmstadt, 9. Dez. Der 30 Jahre alte Ta gl'hn er Martin Schüler von Offenbach hatte in ber Nacht zum 20. Oft. d. I. feilte 28jährige Ehefrau b'rart mißhandelt, baß sie noch jetzt an den Folgen im Krankenhanse barnieb-'rl'egt. Beide hatten ihre Ehe erst int Jimi b. I. geschlossen und besitzen ein 2 Monate altes Kind. Tie Frau ist lungenleidend, und ihr Zustand hatte schon deshalb Schonung erfordert. Tie Miß­handlung geschah, in der Betrunkenheit und der Angeklagte be­hauptet, daß er nur dadurch und ans Jähzorn ohne eine ihm erinnerliche Ursache zn der Tat gekommen sei und aus d'e Frau losgeschlagen habe. Er hatte sie am Abend nach seiner Heimk hr derart mißhandelt, daß die Hansgenossen Schutzleute h-rbeih^lten, bei beten Ankunft jedoch ber Streit anscheinend b'igelegt erschien. Im Verlauf ber Nacht vergriff sich dann ber Unmensch aber­mals an seinem Ovfer, schlug es mit den Fäusten, mit Blech­kanne und Vier flasche, wohin er gerade traf; er versetzte der Frau Fußtritte und richtete die Unglückliche gatr, fürchtet ich zu. Blut­überströmt, mit ihrem Kn de auf b-tn Arm, flüchtete sie zu HanSgenos''en, wobei eine bie Tür öffnende Frau v-'t Entsetzen lutückpraNte und ohnmächtig wurde. Auch der Krank'nhanS- icTrctär Mischlich, der die verletzte Frau bei ber Aufnahme im (ßrank-nhanS sah, schilbert tTnrcn Zustand als geradezu grauen­erregend. Ter Kops war bis zur Unkennstichkeit gelch'.vol'.en und hatte die Form eines Kürbis. Ter Staatsanwalt beantragte für die rohen Mißhandlungen eine zehnmonatliche GefänaniZ- strafe; b«5 Gericht hielt jedoch diese Strafe nicht für anSr.ickiend und verurteilte den Rohling zu 1 Jahr 6 MonatenGe- fängnis. Ter Verurteilte erkannte die Strafe sofort an.

Luxemburg, 9. Tez. Der Assisenhof verurteilte den in Konkurs befindlichen Großindustriellen Godscheaux wegen Düchersälschungen in Höhe von 281003 Fres. zu 15 I a h- ren Zuchthaus und 2000 FtcS. Geldstrafe.

bericht über baatenNoitd und hackfruchternte

vom 1. Dezember.

Deutsches Reich.

Wie Bereite im N w em herber icht bemerkt wurde, ist ein Teil der Hackfruchternte dem Frost wälnend des Monats Oktober zum Opfer gefallen. Ta ber Umfang biefer Frostschäden am 1. November noch nicht zu übersehen war, hat die PreiSb'richt- stelle deS Deutschen Landwstt'chaftsratS eine Umfrage nach den tatsächlichen Frostschaden veranstaltet, die zu folgendem Ergebnis geführt hat:

Verlust durch Erfrieren bei Kartoffeln Futterrüben Proz. Proz. Preußen 7,4 29,6

Bayern 5,7 25,6

Deutscher Reich 6,6 25,7

Empfindliche Derlnfle sind hiernach besonders bei den Futter­rüben zu beklagen, während Kartoffeln, die zum größten Teil vor dem Frost geborgen werden konnten, und Zuckerrüben mit geringeren Schäden davon gekommen sind. Doch steigt in ein­zelnen Bezirken, wie Brandenburg, Posen, Schlesien und der Pfalz der Prozentsatz der erfrorenen Kartoffeln über 10 Proz. der Ernte, und der Frostschaden bei Futterrüben beträgt in Brandenburg und im Königreich Sacksen sogar über die Hälfte der Ernte und in der Provinz Posen, Schle ien, Sachsen, Hannover siwie in ganz Bayern über 20 Pro». Nur durch schnelle Verarbeitung und Verfütierung konnte noch ein Teil der erfrorenen Früchte Verwertung finden.

WaS denStandderWintersaaten betrifst, so lagen ine Verhältnisse bi 9 Mitte November s o ungünstig wie feiten * u o o r. In manchen Gegenden waren fiit ungefähr acht Wochen keine meßbaren Niederschläge gefallen und ber Boden so auSgetrocknet, daß die besonders bet Weizen sehr rüetständige Be­stellung unterbrochen werden mußte. Von den um diese Zeit in Ixt Erde befindlichen Saaten war nur ber frühzeitig bestelle Roggen gut aufgelaufen. Die später bestellten Saaten zeigten kaum An­fänge einer normalen Entwicklung, meist lagen sie wochenlang im Boden, ohne zu keimen. In der zweiten Hälfte des November trat dann endlich der lange ersehnt? Umschwung zu milder und feuchter Witterung ein, so daß tn vielen Banken die Wintersaat, wenn auch verspätet, noch ut.die Erde gebracht werden konnte. Immerhin ist mit der Tatsache zu rechnen, daß besonders bei Weizen ein erheblicher Teil der Anbaufläche in wichtigen Produktionsgebieten voraussichtlich nickst mehr bestellt werden wird. Eine dahingehende Umsrage der Preisoerichtstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats hat ergeben, daß von der für die Wintersaat bestimmten Fläche vsraussichllich nickst mehr zur Bestellung kommen wird:

bei Weizen beiRoggen

Vroz. Proz.

Preußen 5,9 2,8

Bayern 3,1 1,5

Deutsches Reich 5,8 2,8

In der Provinz Sachsen steigt die nicht bestellte Weizen- flache auf 15 Proz., in Rheinland auf 11 Proz., in Anhalt auf 21 Proz., in Braunschweig auf 19 Proz. und in Unterfranken auf 13 Proz. Aus einzelnen kleineren Bezirken sind sogar Aus­fälle bis zu 30, 40 und 50 Proz. gemeldet.

Haben tue beid.n letzten Wochen die S.tuation also etwa? ge­bessert, so ist der Staue» nichtsdestoweniger immer nock) ein unsicherer, wenigsteit? was die.spät bestellte saat betrifft, die überhaupt erst nacki Eintritt der feuchten Wiuerung zu Linien begann und eine Beurteilung daher auch heute nocki nicht zuE't. Während die Weizensaat?n int allgemeinen ungünstig beurteilt werden und sogar melyesach bie Notwendigkeit einer späteren Um» pslüZung befürchtet ivird, haben sich die Roggensaaten leu.id) ge­halten und bei der feuchlen und milden Witterung er fall Bor allem ist den empfindl chen Saaten bei eintretendem Frost eine schützende Schneedecke vonnöten, b : End« diovambn hei der milden Witterung vi ganz Skut|(f)l<uu iehite.

Kird)Hd>c Nacbrictzte«.

Evangelische Gemeinde.

Sonntag, den 19. Dezember, 3. Advent: Kotterdlenft.

3n ber 5tabtkirche.

Vormittags 9'/, Uhr: Proß D. S ch i a n.

VormittaaS 11 Uhr: Beichte und heil. Abendmahl für bie 'JRilitärgenieiiibe. Pfarrer Schwabe.

Nachmittags 2 Uhr: Kinberkirche für bte Martnsgemeinbe.

Plärrer Schwabe.

Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Beichte und heil. Abendinakil für die AtattbänSqeineinbe, wozu besondeiS auch die tonfitmierle Ingei'd einaeladen wird. Tie Anineldnng vorder bei dem Plärrer der Gemeinde erbeten.

Die Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der MatthäuSgemeinde muß am Montag wegen ber WechnachtS- öorbereihmaen aus'allen.

Dienstag den 15. Dez., nachmittags 4 Uhr, im MatthäuS- faal: Frauen-Missionsverein.

Mittwoch den 16. Dezember, nachmittags 5 Uhr, im MattbänS- fanl: Versammlung deS ®emeiiibefrdueiiuciem3 der MatthauS- gemehibe.

Donnerstag ben 17. Dezember, abend« 8 Uhr, im MarkuSsaal: Bibelstunde. (1. PetruSvriel, Kap. 4).

Pfarrer Schwabe.

3n der Zohannerkirche.

VormittaaS O1/, Uhr: Pfarrer BechiolSheimer.

Vormittags 11 Uhr: Kmderkirche für die LukaSgemeinbe.

Pfarrer Bechtolsheim er.

NachniltlagS b Uhr: Pfarrer A n S i e l d.

Beichte und heil. Abendmahl für die JohanneSgemeinbe. An- mclbuni variier bei dem Pfarrer erbeten.

Vloittag, den 14. Dezember, abends 8 Uhr, im LukaSfaale: BibeIstunde. Pfarrer Bechtolsheim er.

Die Vereinigung der konfirmierten Knaben der JohaiineS» gemeinde fällt aus. ------------

Uatholu. . wc»De.

Sotterbienst.

SamStag den 12. Dezember:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.

Sonntag den 13. Dez., 8. Sonntag t m Advent: Fest der uubefleckteu Empfängnis.

Vormittags von 6' llht an: Welenenheu zur heil. Beicht.

uni 7 Uhr: Die evftc heil. fDlefle.

, um 8 Uhr: Austeilung der heil. Kommunion.

w um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

um 11 Uhr Heil. Blesse mit Predigt.

Nachmittags um 5V, Uhr: Christenlehre; barauf Mullergottes- Andacht mit Segen.

Mereorologrs 1>e L^eoU tchtuugen

der Stativ,r Vließen.

Hochs! e Temperatur am 9. bis 10. Tez. «= + 7,16 C.

Niedrigste . 9. , 10. , -f- 39

Dezember

1908

Barometer all' 0* reduziert

Temperatur der Vuh

5lb|oline Feuchtigkeit

Relallve steuchligkett

Windrichtung

Windstärke

Wetter

10.

2

7 65

7,1

6.1

81

SB

4

Sonne'schein

10.

9 »

727,7

5,1

5,7

88

E

6

Bed. Himmel

11.

7»

721,1

5,0

84

SSW

4

Bew. Himmel

Te^efoHiBSche Kursberichte des Gieseenei Anzeigern, mitgeteilt von der Hank für Handel nud Industrie. Giessen.

Fr-nkfeirter Bör^e, 11. Dezember. 1.15 ühr.

4?»

3% Portugieeen Serie I

3% Portagiesen

111

109.40

218 50

Berliner Börse. 11.

178.50

Theaterpl. L

u/i»

Ungar Goldrente Italien. Reute .

18 9)!

88.90

239.50

5960

147.20

94 55

85 25

94 45

85.15

92.85

92.00

97 80

97 80

92.40

104 20

57 80

58.3

97 00

92.35

92.10

141 80

49 00

85.70 63-0

97.60

3fc6/.

3%

3JS*/e

Elektriz. Labineyer . .

Elektriz. Schlickert . . . Eechweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergnverk Hamburg - Amenk Pakett Harpener Bergwerk.

Lanrabütte.....

.\urdd. Lloyd . . . .

Übei sehles. Eisen-Industrie Berliner dandelsges. . . Darmstädter Bank . . , beutsche Bank . .

Deutsch-Asiat Bank biskonto-Komunxndit. . Dresdner Bank . . . . Kreditaktien.....

Baltimore- und Ohle- Lisentabu.....

Gottbardbahn.....

l.oiuuard. Eisenbahn . . Uesterr. Staatsbabn . . . Pnuce-Heun-Eisenbabn

Canada E. B. .

1 lannatadter Bank . Deutsche Bank . . Durtmunder-Uniou C. Dresdner Bank . .

Tendenz fest.

Dezember. Anfancfskurse.

Harpeuer Bergwerk. .

Laurahütte .... i ombarden E. B. . . Nord± Lloyd .... l'firkenlose.....

19.20 143 50

123.00

Reichsanleihe do.

Konsols . . do.

Hessen . .

Oberbessen

lh°lt luss.Staatsanl. 1906 4 >4 .apan. Staatsanleihe 1 ?e Couv. Türken von 1 'JU3 Türken oae......

I % Griech. Mouopol-Anl. . 4% äussere Argeutinier . öe/e SlexiKauer . . . 1-»'/, Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss.....

Buaerus E. W.....

Tendenz fest

i "o Oesterr Goldrente.

4*/s % Oesterr. Silberreute

116 50 117.50

188 90 188.00

110 50 192.50

193 40 88.90 9350

169 10 128.60 340.00

134 50 179.30

147 95 194.90

fc sich schwach und elend iiihll, w an Schiailcsigkeii leidet Dail über Äppelitmsnoel klagt,

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