Ausgabe 
17.8.1908 Erstes Blatt
 
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Giroverkehr oder anderen Geldumsätzen; davon erwarte man einen Ertrag von jährlich 800 Mill. Mark. Dazu schreibt >ie ,Meuzztg.": Daß von privater Leite ein solches Pro­jekt ausgcarbeitet und empsohlen wird, war uns längst rckannt. Wie wir aber zuverlässig erfahren, ist cs eine blanke Erfindung, dah das Reichsschatzamt sich damit befasse.

Ueber die Gestaltung der neuen Dreimark- stücke sind unzutreffende Nachrichten im Umlauf. Ut­scheid ung über die neue Münze ist bereits am 27. 3uni im Bundesrat dahingehend erfolgt, daß sic völlig in den Massen des alten Talers gehalten sein und gleich den tynup und Zweimarkstücken das landesherrliche BildniS bczw. die Hoheitszeichen der freien Städte bekommen follen.

Innern nach Kräften gefördert. Wie dieV. Z." hört, besteht die begründete Aussicht, den Entwurf noch im Laufe des Herbstes im Bundesrate zu erledigen und dem Reichstage

Line nationale Stage allerersten Ranger.

lieber die bevorstehende Reichsfinanzreform sind nun l'dpn seit eöniger Zeit die erdenklichsten Gerüchte verbreitet, die auf ihre Richtigkeit schwer zu kontrollieren waren, weil die Reichsregierung sich über ihre Fiüanzplänc in tiefstes schweigen hüllt. Wir haben an dieser Stelle schon daraus hingcwresM, daß dieses Schweigen recht wenig zu dem Ernste dieser Finanzfrage passe, die dieNordd. Allg. Ztg." mit Recht eine nationale Frage allerersten Ranges nennt. Bei einer solchen nationalen Frage ist aber alle Geyeimnis-

Aus Stadt und Land.

Gießen, 17. August 1908.

** Der Kaiserpreis. Wie schon berichtet wurde, hat den Preis, den Se. Maj. der Kaiser sür die beste Kompagnie- Schießleistung in den Regimentern, deren Chef er ist, gestiftet hat, die Leibkompagnie unseres Kaiser-Wilhelm-RegimentS erhalten. Die Verleihung des Preises erfolgte durch eine KabinettSprdre mit folgendem Wortlaut:

Ich verleihe den durch Meine Ordre vom 11. Januar 1901 für die Infanterie-Regimenter, deren Chef Ich bin, gestifteten be­sonderen Schießpreis hiermit für da? Jahr 1903 der Leibkompagme des Jnianterie-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116, und zugleich dem Ehei der Kompagnie, Hauptmann Stephan, den Roten Adler- ordcn 4. Klasse mit der Königlichen Krone.

Lwinemünde, an Bord M. 9). .Hohenzollern", den 1. Aug. 1908. gez. Wilhelm E.

Ueber das Z e p pelin fest, daS gestern nachm. auf der Liebigshöhe stattfand und das einen sehr schönen Verlauf nahm, der erst gegen abend durch den heftig ein» setzenden Regen etwas verkürzt wurde, werden wir morgen einen größeren Bericht veröffentlichen. Für heute erwähnen wir nur, daß nach Schluß der akademischen Feier ein Tele- gramm an den Grafen abgesandt wurde.

"Zu den hessischen Landtagswahlen. In einer gemeinsamen Versammlung der Christlich-Sozialen, dec Deutsch-Sozialen und der Reformpartei, letztere vertreten durch den ReichStagSabgcordnetcn des Wahlkreises Alsfeld-Lauter- bach-Schotten, Bindcwald-Berlin, wurde das Mitglied des Bundes der Landwirte Lehrer Link-Rudingshain als Land­tags-Kandidat für den Wahlkreis Schotten-Laubach aus­gestellt. Der seitherige Vertreter war Forstmeister Dr. Weber- Konradsdorf (parteilos). Im Wahlkreise Alsfeld, den der freisinnige Rechtsanwalt Reh vertrat, der wieder als Kandidat nominiert ist, wird von den dem Linksliberalismus entgegen» stehenden Parteien der Bürgermeister Arnold-AlSfeld pro­klamiert werden. Arnold wird, falls er gewählt wird, als Parteiloser in den Landtag eintreten. Der für den Wahl­kreis Grün berg von den Deutsch-Sozialen und dem Bund der Landwirte auf den Schild gehobene Bürgermeister und Postagent Wilhelm Benner in Treis a. d. Lda. hat auf die Kandidatur verzichtet zu Gunsten des Oekonomen Lutz- Elpenrod (Bund der Landwirte). In Bälde wird in Grün­berg im .Hirschen" eine gemeinsame VertrauenSmänner-Ver- sammlung dec Deutsch - Sozialen und Bündler abgehalten werden, die die Kandidatur Lutz proklamieren wird.Damit ist", so sagt ein einflußreiches Mitglied der Deutsch-Sozialen, das gleichzeitig dem Bunde der Landwirte an führender Stelle im Großherzogtum angehört, .nicht eine Verklebung,

politische Lagesschau.

Die streikenden Stettiner Nieter.

Am Samstag vormittag hielten die streikenden Nieter des StettinerVulkan" eine neue Versammlung ab. Diesmal zeigte ich nirgends mehr Kampfftimmung. Mle anwesenden Nieter timmten vielmehr darin überein, daß es die höchste Zeit sei, einzulenken. Man war sich darüber klar, daß in den nachpen Tagen noch viele Arbeitswillige nach dem ,^Vulkan" strömen würden, und daß dadurch die Organisation leicht vernichtet wer­den könne. Sämtliche Redner sprachen sich denn auch sür die Beilegung des StteikS aus. Bei der schließlich vorgenommenen Abstimmung erklärte sich die übermältigenbe Majori­tät für die Wiederaufnahme der Arbeit am Mon­tag früh. Tie Nieterkommission erschien nach der Versammlung bei der Direktion desVulkan" und teilte obigen Beschluß mit. Von der Direktion desVulkan" wurde erklärt, daß, falls die Nieter sich am Montag in ausreichender Anzahl zur Arbeit ein- sinden, derVulkan" am Dienstag den vollen Betrieb des Werkes wieder aufnehmen wird. Tie Verwaltung desVulkans" wird gleichzeitig darauf hinzuwirken suchen, daß die Stettiner Metall- industriellen am Dienstag die Betriebseinschränkung aufheben und die Gruppe der-tscher Seeschissswerften, beziehungsweise der Gesamtverband deutscher Metallindustrieller seine Beschlüsse außer Kraft setzt.

krärnerci vom UebeL Die Allgemeinheit hat eihx Recht, zu erfahren, welcherlei Absichten man in Negierungskreisen bezüglich ihres Geldbeutels hat. Nachdem die Reichsregie­rung nun so lange geschwiegen hat, fühlt sie sich endlich doch versucht, das Drängon der öffentliä>en Meinung zu beschwichtigen. DieNordd. Allg. Zta." schreibt:Die ver­bündetem Regierungen werden die Vorlagen zur Reichs- finamzreform zum Beginn der parlamentarischen Kampagne veröffentlichen. Es wird damit zu einer mehrmonatigen eingehenden Diskussion in Parlament und Presse Spielraum gegeben seün. Mchts ist falscher, als die Annahme, mit neuen Steucrgesctzen sollte der Reichstag überrumpelt wer­den. Eiüc möglichst gründliche Behandlung der Finanz­fragen liegt im Gegenteil int allgemeinen vaterländischen Interesse. Die deutschen Finanzen litten bisher darunter, daß sich die Allgemeinheit nicht hinreichend mit ihnen be­schäftigte. Die Allgemeinheit muß verstehen, daß es sich bei der Reichsfinanzreform um mehr als die Interessen cinzevner Erwerbszwcige, daß cs sich um die Zukunft des Reiches, eine nationale Frage allerersten Ranges handelt, Die jeden Deutschen angeht. Halbfertige einzelne Entwürfe aus dem Zusammenhang zu reißen und zu veröffentlichen, ist niemals üblich gewesen und entspricht kaum dem Ernst der Lage. Werden aber die Entwürfe selbst nicht veröffent­licht, so kann natürlich auch nicht jcoe neue Steuermeldung berichtigt tverdcn. Seit Monaten wird im Reichsschatzamt an der allgemeinen und speziellen Vorbereitung unablässig gearbeitet Natürlich werden aber auch oiese Entwürfe und ßxposös geheim gehalten. Was der Gewährsmann derKöln. Volksztg." hiervon etwa gesehen haben will, wird man wohl erst erfahren, iuenn er cs selbst sagt."

Was das offiziöse Blatt hier mitteilt, ist wenig und ist jedenfalls nicht geeignet, Beruhigung zu schaffen. Es -.ft ein sehr schwacher Trost, daß man oie Vorlagen zur Reichsfinanzreform erst bei Beginn der parlamentarischen Campagne erfahren soll. Das kommt, wenn dieNordd.

-.Utg. Ztg." cs auch nicht wahr haben will, tatsächlich einer Ueberrumpclung gleich, denn eS ist nickt zu verstehen, au welche Weise einemöglichst gründliche Behandlung der Finanzfragen" möglich werden soll, wenn die einzelnen Interessengruppen nicht rechtzeitig erfahren, mit welcherlei neuen Stenern sie bedacht werden sollen. Wenn jetzt die Nordd. Allg. Ztg. die Reichsfinanzreform eine nationale Frage allerersten Ranges nennt, so soll das bp£ nicht etwa heißen, daß die Nation zu allen Vorschlägen der Regierung Ja und Amen sagen müsse.

Wenn die Regierung auch der Meinung ist, daß cs sich nicht empfehle, h a l b f e r t ig c Entwürfe bekannt zu geben, so läßt sich dagegen anführen, daß sie eine Erörterung Der möglichen Finanzpläne doch nicht verhindern könne. Sie kann es auch nicht verhindern, daß dieses oder jenes von ihren Plänen in entstellter Form in das Publikum bringt und dort Beunruhigung hervorruft. Besser wäre es da doch, wenigstens die allgemeinen Richtungslinien der ...

Finanzrcform bekannt zu geben, dann wären jedenfalls solche | vorzulegen.

kleines Feuilleton.

Auf dec hessischen Landesausstellung in Darmstadt, die sich fortgesetzt einer regen Frequenz,zu er­freuen hat, steigt auch, wie mau uns aus Darmstadt schreibt, der Verkauf von Kuustgegcnständen. Der Wert der abgeschlossenen Verläufe von Gemälden, Skulpturen re. hat den Betrag von 50 000 Mark erreicht. Es wurden während der letzten Woche von Werken der freien Kunst verkauft: Eduard Harburger (f)Tick Wirtin", Prof. HölscherZiel)ende Schatten", Engen Brackl ..Hüttenwerl", Peter HalmWeiden" undFeldkapellc", ferner: Otto UbbelohdeHügel",Steiniger Weg",Wegweiser",Aus dessen", ThielmannFamilie über Land",Herbst",Tie Toten stau",Hochzeitsabend",Trauernde Frauen" undKneipe", G. AltheimMeeresufer bei Heyft",Windmühle",Aus der Umgebung von Heyst", E. PraetorinsBüdniS eines klugen Greises", Leo KayserAlter Mann". Die letzteren Aroettcn wurden für das Landesmuscum erworben; ferner: Peter valm Meine Eltern" und Porträtsrudien, Nanni PapstDachshund . Aus dem Oberhessischen A u s stel l u n g s h au > e wurde ivie wir bereits mitteilten) das von Prof. Olbrich entwoneue und von der Hofmöbelfabrik von Brück in Gietzen ausgefuhrte Herrenzimmer nach Frankfurt, aus dem Gebäude für angewandte Kunst ein vom Architekten Alfred Koch cntwmfenes "--per,c- ; immer an einen Großindustriellen nach Koln-Beuel ocrfauit.

Die Ausstellung der Münchener Lezesf ton nimmt von jeher unter allen derartigen deutschen Veranstaltungen eine besondere Stellung ein. War sie cs doch, dte >emei^.tt, als das SchlagwortModern" für die btldcnde Kunst noch nutzt geprägt n>ar, in hervorragenden Ausstellungen zuerst dcrerstaunwn Mitwelt einen Ueberblick über die neuen, von yranraid) über­nommenen umwälzeitden Bestrebungen in der Technik der.Rateret bot und auch weiteren Kreisen das streben innerer besten Künstler nach einer hellen, lichtvollen Palette ju zeigen und vorzmuhrrn suchte. Daß di» Münchener Sezession auch heute noch nichts von ihrem alten Ruhm eingebüßt bat, baß sie auch nach d c r-^ayr- lwnderNvende vornehmlich kühn aulltrcbeiibcn jung..en itunitlam in ihren Ausstellungen ein Unterkommen zu ^wahren bereit 'ist, beweist der umfangreiche geschloffene Beitrag, den die JUustr. Ztg. der diesjährigen Ausltellung dieicr KuniU^^.r^ cutigung in einer Sondernummer nnbmct. Die m ^leriarbeuLi reproduzierten Originale, charakteristische Pwben der Mün-ner Dialer ei, zeigen zugleich die Leistungsiohrgkeit der graph.lchcn Kunstanstalten der Firma I. I- Weber in Leipzig.

Tie Farbenkur für Wahnsinnige, ton eigen- artiges System der Behandlung von Wahnsinnigen wird M Dem

rlusland.

Die festlichen Veranstaltungen zum Geburtstag des Kaisers Fran; Josef nehuicn ut d,e,cm Jahre wegen des Zusammentreffens mit dem Regicrungsiubilmim des .Uaist'rs einen besonders großen Umfang an. Die ersten ^vsttlick)keilen haben am Samstag in Wien begonnen. Etwa hu,idcrttau,end Personen suchten den Prater auf, wo nachmittags 30 Munk, kapellen emzogen. Abends wurde ein Kvlosfalfeuerwcrk abge- bTanÄi> n ig i n Wilhelmina der Niederlande befindet sich, wie Petit Parisien aus dem Haag erfährt, in gesegneten Um­ständen und ihre Niederkunst soll in sechs Monaten zu erwarten

Aus Rußland. Am Samstag, am Jahrestage des blu­tigen Mittwochs von 1906, waren viele Straßen Warschaus mitt- tarisch besetzt. ' Zahlreiche Passanten wurden verhaftet. ä.er^ag verlief jedoch ruhig. TaS Kriegsgericht in Lodz fällte geftcru wirHerum sechs Todesurteile. - .

Z u r L a g c i n P c r s i c n. Die von einer deutschen Zeitung verbreitete "Nachricht von der Verschärfung der Lage bewahrheitet ich nicht. Eine Ministerkrisis ist nicht vorhanden- Die nach der türkischen Botschaft Geflüchteten haben das Asyl, das sie lediglich aus f»litischen Gründeii aufgesudst haben, längst aufgegeben, Sclbft die plötzliche Anwesenheit Till es Sultans in ^-cheran hat die Ruhe nickst gestört. Ter Schah bleibt in Bagdschah und lzatt ivöck-entliche Paraden ab. Größere Mu ni t io us befte l l u n g e n sol l cn in Deutschland erfolgen. Durch einen tolatz >es Schahs ist die Einsetzung einer besonderen Kvnrrnilfwn l) erlügt morden, die ein Wahlgesetz für bad neue Parlament, aus Kammer und Senat bestehend, ausarbeiten soll.

Ein Kamps zwischen Negern und Weitzen. Der Angriff eines Negers auf eine weiße F-rau veranlaße in Spring­field «Flliiwich einen Kampf zwischen Weißen und Negern, der die ganze Nackt auhielt. Nackstwm die weiße Mensckzenmenge zahl- reick>e Häuser des 'Negerviertels in Braud gesteckt und verschiedene Geschäfte erbredjen hatte, ergriff sie den Neger, schoß zahlreiche Kugeln auf ihn ab und knüpfte die Leiche an einen Baum auf. Die Menge tanzte unter ungeheurem Jubelgeschrei um die Leich,- herum. Während dieser wüsten Szenen wurden zwei Meiste ge­lotet und 75 Personen verletzt. Der Hilfssd-atzmeister des Be­zirks wurde von der Negermenge angegriffen und tödlich verletzt. Da die Miliz der Lage nicht'Herr wurde, mürben Truppen aus Chicago herbeibeorbert. Sie feuerten Über die Köpfe der Menge hinweg und vertrieben sie endlich Zahlreiche Mnnner-, Frauen und Kinder verlassen die Stadt. Die größeren Gesäiäfte ivurden geschlossen. Wie die Zeitungen aus Springfield melden, haben sich am Samstaa die Unruhen erneuert. Dabei wurden sechs Weiße getötet unb ein Neger gelyncht. An verschied men Stellen brach Feuer aus. Der Pöbel beherrscht die Stadt- Das Militär fuhr Maschinengewehre auf. Der Gouverneur beorderte alte MUizen Stavens nad) Springfield.

Deutsches Nerch.

Der Kaiser wird, wie dieseiner Neuesten Nachr." aus bester Quelle erfahren, von Mitte November bis Mitte Dezember auf der Insel Wight tveilen.

- " a d cit hat derKarlsruher

mten Frhr. B Mar-

Asyl sür Unheilbare in Illinois befolgt, das auf den malerischen steilen Höhen am Jllinoisfluß erbaut ist und eine weite Aussicht über das reizvolle Tal gewährt. Wie E. Bury in derHumane Review" das Asyl sd)ildert, ist es als eine selbständige Gemein- fdjaft organisiert, deren Oberleitung Dr. Zellar in Händen hat. Sein Prinzip für die Behandlung ist: Nicht einsperren, nicht zwingen unb acht Stunden Arbeit. Daß die Bewohner sich rote zu Hause fühlen können, wird durch die sorgfälttg überlegte Anordnung der kleinen Häuser, in denen sie wohnen, erreicht. Bor allem aber spielt bei der Behandlung die Farbe eine große Nolle. Dr. Zellar schreibt ihrer Einwirkung auf den Gemüts­zustand der Pattenten eine große Bedeutung zu. So hat er Häusck»en bauen lassen, deren Wände rot sind, deren Dielen mit roten Teppichen belegt und die mit roten Leuchtkörpern erleuchtet werben: in diese werden die an Depression und Melancholie leidenden Patienten gebrackst, und der Erfolg ist höchst befriedigend. Andere Häuser sind ganz in Blau ausgemalt und ausgestattet, und sie wirten sehr beruhigend auf die aufgeregten Patienten. Bor kurzem wurde auch ein schwarzer Raum eingerichtet, mit schwarzen Wänden, sckstvarzen Vorhängen unb schwarzem Bett! In diesen Raum wurde eine Frau, die von Zeit zu Zeit in Raserei Verfiel, gebracht, unter Aussicht eines Arztes, und alle 30 Mi­nuten wurde die Atmung der Patientin sorgfälttg gemessen. Es dauerte nickt lange, so fiel die Frau in einen tiefen Schlaf, und als sie ruhig erwachte, konnte sie bald zu ihrer Hütte zurück- gebracht werden. Dieser schwarze Raum i|t seitdem oft benutzt worden, und immer mit befriedigendem Erfolge.

Kleine Kunstchronik. Ter Frankfurter Kunst­verein (Junghofstt. 8) hat für die Klinger-Ausstellung 'Nackmrittage gesdwffen, an denen der Eintrittspreis auf 20 Psg. (bei vorherigem Bezug der Eintrittskarten durch den Aussdmß iür Volksvorlesungen, Sttslstr. 32, und seine Filialen sogar auf 15 Pfg.) herabgesetzt worben ist. Der erste dieser sog.Volks- tage" wirb am 23. August, nachmittags von l1,^6 Uhr statt- finben; ihm werden sich der 30. August und die Sepiemder- Sonntage anreiben. Ein amtlicher Pariser Bericht stellt fest, daß bei den Versuchen, die am 5. und 6. bi. Mts. mit ber draht­losen Telephonie zwischen dem Eiselturm unt> der 150 Kilometer entfernten Stadt Dieppe veranstaltet wurden, vorzüg­liche Resultate erzielt worden sind. Der belgijd)e Landschafts­maler Franz Eourtens wird am 1. Dezember eine Aus­stellung in Berlin eröffnen, in welcher alle seine Schöpfungen aus den letzten Jahren ausgestellt werden. Von Berlin wird die Sammlung nach Dresden, Wien, Münckzen utch Frankfurt am Main verlegt werden.

Der Großherzog von ,

Zeitung" zufolge die Ministerialpräsidenten Frhr. Ä Mar schall. Honseil iynb Frhr. v. Bodman zu Ministern ernannt.

Ler englische Bo ts.ch af tswechsei in Berlin. Ein Berliner Telegramm derKöln. Ztg." besagt zu dem Wechsel in der britischou Botschaft: In amtlichen Kreisen und and) iht denen, die durch gesellige Beziehungen mit Sir Francis Lascelles m Berührung kommen, bedauert man sein Scheiden auf das aufrichttgste und wird ihm stets eine fteu-nblicl-e und dankbare Erinnerung be­wahren. Seiü Nachfolger, Sir William Geschen, gilt als ernster, sachlich bcitfcnbcr Mann, dem cs nicht schwer fallen dürfte, sich in die deutschen Verhältnisse cinzuleben. Seine Ernennung wurde vom Kaiser und in amtlicheii Kreisen mit großer Befriedigung vernommen. Wir hoffen, daß das ihm entgegengebrachte Vertrauen ein gegenseitiges sein und dazu beitragen wird, die deutsd)-englifchen Beziehungen in sreundliche, den Interessen der beiden Länder am besten entsprechende Bahnen zu lenken.

Die Neubearbeitung des Geseüentwurfs über die Arbcitskammern wird im Reichsamt des

9Zr. 19» Erstes Blatt 158. Jahrgang Montag 17. August 1908

Der Stttzearr Snztt-"w Ä Ä ®c$,

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Gerüchte in der Presse nicht möglich, wie die einer Zcitungs- korrcspondcnz, die behauptet hatte, im Reichsschayamt be- asse man sich zurzeit eingehend mit dem Projekt einer Reichs-Bankstruer, die gedacht sei als Stempclstcucr in Hohe von »/io Prozent auf alle Umsätze im Bcintvcrkehr, sei es beim Diskontieren von Wechseln, beim Lombardgcschäft, im