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13.5.1908 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten.

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besonderen WahlkÜrpern und 25 Abgeorducle, die Duvd) allgemeine Wahlen zu iväblcn sind. Ter Großherzog ernennt außerdem vier Abgeordnete auf Lebenszeit. Für Medlenburg-Ttrelu; werden nn5 besonderen nenn, ans allgemeinen Wahlen sieben Abgeordnete ge­wählt und ein Abgeordneter voin Großherzog ernannt.

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vom allgemeinen Bebauungsplan.

Erfreulicher Weise regen sich in neuester Zeit die Interessenten imb öfter als sonst hört inan im Nate dec Stadt von den Stadtvätern davon reden, dass uns ein groß- zügiger StadtbebanungSplan not tue. Tas ist. in der Tat ein Punkt, unter dein Gießen seit 30 Jahren leidet. Immer wurde ntir Stückwerk geleistet und lucim man sich die neuer­dings festgesetzten Baufluchtlinien ansieht, so staunt man, wie das immer und stets nur gerade die paar Meter sind, welche gerade für einen geplanten Neubau in Frage lammen. Tas gilt ganz besonders für die innere Stadt rind noch mehr für die v c r n a ch l ä ss i g t en S t a d t t e i l e i m W e st e n und Norden von der mittleren Linie (Seltersweg Walltor­straße). Diese Kurzsichtigkeit ivird sich gewiß noch einmal schlimm rächen; denn was vor 20, 30 Jahren mit geringem Auf- wand zu macheil gewesen iuärc, das stößt jetzt auf allerhand Widerstände, die dem kurzsichtigen Vorgehen der letzten Jahrzehnte entspringen. Aber auch heute noch ist es nicht zu spät. Wir haben im Innern der Stadt eine Menge von Baracken (Häuser fann man das nicht mehr nennen), die es nicht mehr lohnt, an die Kanalisation anzuschlicßen und deren Fall und Erwerb für die Stadt unschiver zu erreichen wäre. Hier muß jetzt eingesetzt werden imb ein allgemeiner Bebauungsplan muß den Beteiligten klipp und klar zeigen, daß sie in einigen Jahren, wenn sie vor dein Neu­bau stehen, sich anders einrichten müßten. Es ist im Stadt­rat mit Recht darauf hingewieseu worben, daß gerade die Unsicherheit, wie es werben wird, der Spekulation Tür und Tor öffnet, imb daß es gut ist, ivcnn vor aller Oefsent- lichkeit diese Fragen verhandelt werden, damit 9iicmanb Ge­legenheit hat, Kenntnisse, die ec auf Hintertreppen zugetragen erhielt, spekulativ auszubcuten. Opfer solcher Spekulation sind in Gießen schon mehr als genug zu finden. Anderer­seits will man auch jetzt offenbar gerade da nicht Herangehen, wo es am allcrdingcndslen Not tut. Wenn z. B. der Plan dis­kutiert wird, eine große Straße von der oberen Frankfurter Straße im weiten Bogen um die Stadt hinter den Kasernen herum (zur Marburger Straße vielleicht?) zu führen, so ist da wohl in erster Linie der Gedanke verführerisch, daß damit ein ganz neues Bebauungsgebiet erschlossen würde und schließlich wäre es die Konsequenz des alten Fehlers, dec unserer Stadt Gießen einen abschculigen Bahndamm gegen die Lahn hin vor die Nase setzte. Sollte es da nicht doch immer noch wünschenswerter sein, die leidige Aahnfrage im Sinne der Sommer'schen Pläne etiva zu lösen? Aber hier liegt einstweilen doch wohl noch Utopien. Warum greift man nicht fest hinein ius Wespennest imb sorgt für bie Oeffnung unb Lichtung der inneren Stadt? Wie kann man dulden, daß im Neuenweg ein Herd der abscheulichsten luft­verpestenden Gerüche konserviert wird? Wie darf die Stadt das alte Rcatz'sche Anwesen aus der Hand geben, statt um dieses und das Pnlizeiamtsgrundslück einen zentral gelegenen Komplex zu konsolidieren? Em Platz, wie geschaffen für die zukünftige Bürgermeisterei, Rathaus!! Wahrlich, von der rechten Großzügigkeit ist da nicht viel zu merken! Waruni hat man uicht längst das Wcber'sche Anwesen (Kracheburg) er­worben? Nun kommt die elektr. Bahnfrage und Oberbürger­meister Mecilm hat ja in Aussicht gestellt, daß sie sehr bald vor das Plenum kommt. Ist hier nicht erst recht ein gründlicher Stadtbebauungsplan für die innere Stadt die erste und dringendste Voraussetzung?! Wie will inan die Stadtengen: Riäns bürg, Markt straße, evtl. Sonnen­straße bezwingen? Glaubt man wirklich hier einen Verkehc in beiden Richtimgen zu ermöglichen? Durch solch enge Straßen, in denen jede Stauung 311 den bedenklichsten Folgen führen kann? Wer hat es nicht schon miterlebt, daß unser altehrwürdiger Omnibus die Randsteine dcS Trottoirs ab­gefahren hat oder gar halbwegs über dasselbe fahren mußte? Ohne die größten Gefahren ist hier zweifellos dec Verkehr nur in einer Richtung für die Elektrische möglich. Die Seltersweglinie mag zum Bahnhof durch die Mänsburg gehn, vom Bahnhof durch die SonncnstraßeLindcnplatz. Aber wie wird es mit der Linie BahnhofstraßeMarklstraße Schulstraße rc.? Es wird doch Niemand glauben wollen, daß man die Bahnhofstraße wiederum, wie schon bei vielen anderen Gelegenheiten als Stiefkind behandeln darf? Unb boch hat diese Linie einstiveileu keinen anderen Weg als durch die Marktstraße, deren Engpaß noch gefährlicher ist, als die Mänsburg. Wie kann hier daran gedacht werden, in beiden Richtungen zu fahren? Oder soll hier die Elektrische von Dienst!eilten geschoben unb mit der Klingel begleitet iverben, rvie nimi es vor einigen Jahren noch in Haniburg währcnb ber Bahnhofs­umbauten bei den Zügen aller Richtungen hatte? Aber ivie hier helfen? Ta hilft keine Vogel Straußpolitik! Es muß endlich eingesehen werden, daß ein Durchbruch in dem Stadtteil stattfinden muß, der zwischen Bahnhofstraße MarktstraßeWalltorstraße und den Anlagen gelegen ist. Hier muß im Bogen eine genügend breite Straße durch­geführt werden, die den einen Zug der Elektrischen auf­zunehmen vermag. Unb biefer Durchbruch würbe auch mit einem Gewinkel von Baracken aiifräuinen, dessen Entfernung

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Nr. 112 Erstes Blatt 128. Jahrgang Mittwoch 13. Mai 1908

Der Siebener Anzeiger

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für die Redaktion 112, WM Berank wörtlich

MM General-Anzeiger für Oberhessen WM

w oXütaoTio u")" Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen UnIv.Guch- und Stelndruckere«. H. Lange. NedaNion, Srpedltion UN» Druckerei: rchttlslratze r.

angerechnet. Tie praktische Ausbildung vollzieht sich an verschiedenen Tienststellen, am längsten bei einer Oberpost-1 direktion. In jedem Semester hat der Referendar eine schrift­liche Arbeit abzuliesern. Nach Beendigung der Lorberei- tungszeit kommt die Assessorprüfung vor dem beim Reichs­postamt eingesetzten Ober-Prüfungsrat. Auch in diesem Schlußexamen spielen die Nationalölonomie und die Finanz­wissenschaft neben den posttechnischen Fächern die erste Rolle. Nach den der Prüfungsordnung beigegebenen Aus- führungsbestimmungeu erstreckt sich die staatswirtschaftliche Prüfung auf folgende Gegenstände: Grundlagen der Volks­wirtschaft, Handels-, Verkehrs- und Gewerbcpolitik, Münz-, Maß- und Gewichtswesen, Papiergeld, Wechsel, Bankwesen, Staatseinahmen, Steuern, Zölle; Staatsausgaben, Staats­kredit, Staatsschulden, Staatspapiere, Etats-, Kassen- und Rechnungswesen. Tiefe Gegenstände umschreiben beinahe die gesamte Nationalökonomie und Finanzwissenschaft. Tie Jurisprudenz fehlt im Assessorcxamcn, mit alleiniger Aus­nahme des Staats- und Verwaltungsrechts, das hier, im Gegensatz zum Referendarexamen, Berücksichtigung findet. In der schriftlichen Prüfung ist von allen Universitäts­fächern die Nationalökonomie das einzige, das in Frage kommt.

Das sind im wesentlichen die Grundzüge der neuen Prüfungsordnung. Sie erscheint als eine wohldurchdachte und zweckmäßige und dürfte zur Hebung der Ausbildung der zukünftigen höheren Postbeamten wesentlich beitragen. Auch ohne Ressortegoismus wird man anerkennen müssen, daß in keiner anderen Prüfungsordnung für höhere Beamte das Fach der Nationalökonomie eine so energische Berück­sichtigung gefunden hat, wie in der vorliegenden. Immer mehr bricht sich eben der Gedanke Bahn, daß die Volkswirt­schaftslehre ein unentbehrlicher Faktor in der Beamten-Aus- bildung ist. Unsere Darmstädter Regierung sollte aber nicht zögern, diejenigen Maßnahmen zu ergreifen, die notwendig sind, um auch an unsere Ludoviciana Poststudierende zu ziehen. Gießen ist ein Verkehrsmittelpunkt besonderer Art und sehr geeignet für die Beobachtung des staatlichen und merkantilen Verkehrslebens. Die Nachbarschaft von Frank­furt, der Bank- und Handelszentrale eines mächtigen Be­zirks, vergrößert das hier gebotene Beobachtungsfeld, das erheblich lehrreicher als das von Königsberg und Straßburg sein dürfte, ungemein. _____________________

Neuordnung der mecklenburgischen Landesverfassung.

Im Goldenen Saale des Schweriner Schlosses sand gestern vornnuag 11 Uhr öic Erö sj n u u g ö e y außerordentlichen inecklenburgischen Lanbl a ges stall. Dem Thron gegen­über hatten etwa 450 Mitglieder der Ritter und Landschast sick) ausgestellt. Lings von dein Throne standen, die mecklenburgischen Staatsminister, die Slaalsräte und die Kommissäre aus Mecklen- bnrg-Strclitz, der Geheime Rat von Oertzen, die Allnisterialdirek- toren, der Oberkirchenralspräsident Giese und Geheimer Kabinetsrat v. Wickede. Um 11 Uhr trat von dem Thronsaale aus unter großem Vortritt der G r 0 ß h e r z 0 g begleitet von dem Erbgroßherzog von Mecklenburg-Strelltz, dem Prinzen Heinrich der Niederlande, dem Herzog Paul Friedrich, dem Herzog Johann Albrecht, sowie den Prinzen Heinrich XXVIII. und XXVII. nebst Gefolge m den Saal. Ter Großbeizog nahm am dem Throne Platz, während sick) die übrigen Fürstlichkeiten und die 'Anwesenden rechts von dem Throne und hinter ihnen das Gefolge ansstellten. Nunmehr ver­las der Großherzog die ihm von dem Staatsminister Grafen v. Basi'cwitz-Sewctzow überreichte Thronrede, die folgendes be­sagte :Zn einer bedeutsamen Tagung, zu Verhandlungen Über die Reform der bestehenden Landesversammlung, berief ick; Sie im Emvernehmen mit dem Großherzog vyn Mecklenburg-Strelitz hierher. Wie schon mein in Gott ruhender Großvater die sJloi- wendigkeil anerkannte, daß angesichts der veränderten Verhältnisse zu dem Deutschen Reiche imd der eigenen staatlichen Entwicklung die bestehende Verfassung eine Aenderung erfahren niiiß, so bin and) ick) ani Griind eigener Beobachtungen und Erfahrungen zu der Ucberzengnng gelangt, daß eine Renordmmg der Landes­verfassung für die weitere gedeihliche Entivickeliing des Landes erforderlich ist. Noch entbehrt ein Drittel des Landes jeder Ver- trelniig auf dem Landtage, nod) sind weite Kreise der Übrigen Be­völkerung von der Teilnahnie an der Erledigung der wichtigsten sie berührenden Landesangelegenheiten aiisgeschlossen. Wir er­kannten es für unsere landesherrliche Pflicht, das Unserige zii tun, um die Landesverfassung den bezeichneten Fordcrnngcn an­zupassen. Tie Jhiieii ziigehenden Vorlagen berücksichtigen die Ansorderungcn der Gegemvart, indem sie sich aut der Grund­lage der eigeiiartigen Verhältnisse Mecklenburgs weiterbauen und damit Fürsorge treffen, daß eine Erschütterung der inneren Verhältnisse des Landes diirch grimdslürzende Aendernngen ver­mieden wird. Für d i e s e G e s e tz e S v 0 r l a g e n sind fol­gende H a n p l g e s i ch t s p n n k l e grundlegend gemacht: ' Einführung einer Repräsentalivverfassung dnrd) die Bildimg einer neuen Landesvertretung zur Hälfte alis gewählten Vertretern als Körperschaften des öffentlichen Rechtes von dem Bestände der bleibenden Ritterschaft und Landschaft, im übrigen aus einigen von den: Landesherrn 511 ernennenden Abgeordneten und aus gewählten Vertretern, welche zum klemereu Teile von einzelnen Beriifsstäiideii, im überwiegenden Teile aber durck) allgemeine, in- dircNe Wahlen unter Trennung von Stadt und Land und unter Abstufung des Wahlrechts nach Bildung und Besitz zu wählen sind; das Recht der neuen Landesvertretung auf die Zilstmunung zii jedeni Landesgejetzc, sowie zur Feststellung des Voranschlages für deii Staatshaushalt und aui Einsicht der Rechnungen desselbeii, Condertmgen des landesherrlichen Vermögens m das dein grobherzoglichen Hause verbleibende Hansgul und 'n das mit seinen Einkünften dem Staate zu überiveisende Tomammn, Ver- einigiinqcn deS nicht dem Hansgule vorbehaltenen landesherrlichen Vermögens mit demjenigen des Landes zum Slaatsvermogen. Ucberlragung der auf beiden Vermögensmaßen ruhenden Verbrnd- lichkciten auf den Staat und Ausbau der Verfassung der eoangelisch- lutherischcn Landeskirche auf synodaler Grundlage. Meine Herren von der Ritterschaft und Landschaft, die Beratung dieser Gegen­stände, welche eme durchgreifende Umgestaltung all überkommener Einrichtungen bedeutet, ist eine schwere Aufgabe, welche der Groß­herzog von Mecklenbnrg-Strelitz und ich Ihnen zu stellen beschlossen haben." Nach der Verlesung wurde em Hoch auf den Großherzog aUi35Saim)tueda§ der Staatsminister die Landtagspropositionen, unb die Herren begaben sich hierauf zur Beratung in den Sitzungs­saal. Nlecklenburg-Lchwerm wird in Zukunft nach der Versajsungs- vorlage 63 Abgeordnete haben, und zwar 38 Abgeordnete, die von

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Em neues akademisches Studium.

Von Professor Dr. M. Bicrmer.

In Universitätskreisen ist die Tatsache, daß ein neues akademisches Studium eingeführt lverden soll, fast ganz unbeachtet geblieben. Auch die Regierungeii der Universitäts- fiaaten haben sich bis jetzt zu der Sache nicht geäußert. Der 1 <jroed dieses Aufsatzes ist es, die Angelegenheit, wenigstens in Hessen, in Fluß zu bringen.

Nachdem im Jahre 1898 die höhere Laufbahn der Reichs­post- und Reichstclegraphenverwaltung geschlossen worden !war, ist sie jetzt wieder eröffnet worden. Ter Staatssekretär des Reichspostamts, Kraetke, hat unter dem 18. April d. Js. eine Verfügung über die Annahme, Ausbildung und Prüfung I der Anwärter für den höheren Reichspostdienst erlassen, und diese Vorschriften sind bereits in Kraft getreten. Nach ihnen ; wird den zukünftigen höheren Post- und Telegraphenbeamten 1 das Universitätsstudium eröffnet. Wir bekommen Postrefe­rendare und Postassessoren unb entsprechende Referendar- imb Asscssorprüsungen. Die Vorbereitungszeit zerfällt in zwei Stadien, in die sogenannte Elevcnzeit (4 Jahre) und in , die Referendarzeit (3 Jahre). Die Vorbereitung entspricht . also, was. die Dauer anbetrifft, ungefähr dem juristischen i Studium. Die Elevenzeit, für die selbstverständlich nur Abi- , 1 urteilten in Frage kommen, beginnt mit einer einjährigen j Ausbildung der Kandidaten im technischen Dienste an soge­nanntenAusbildungs-Verkehrsämtern". Sie schließt mit V einer schriftlichen Prüfungsarbeit ab. Dann bezieht der Eleve drei Jahre lang die Hochschule, um folgende Fächer n studieren: Staatswissenschasten (Nationalökonomie und I Finanzwissenschafti, Rechtswissenschaft, Physik, Chemie und L Elektrotechnik. In dem Prüfungsreglement ist nichts darüber Iksagt, bei welcher Fakultät die Poststudierenden sich einzu- schreiben haben. Man wird wohl aber annehmen müssen, daß | das mit Rücksicht auf die starke Betonung des nationalöko- s nomischen und physikalischen Unterrichts bei der philosophi- ! ;d)cn Fakultät zu geschehen hat. In einigen Universitäten E Münster i. W., Würzburg, Freiburg i. B. und Straßburg) ist allerdings die Nationalökonomie, was das einzig Richtige ;ft, der juristischen Fakultät angegliedert. Poststudierende 1 Derben es wohl vorziehen, sich dort als Juristen immatriku- i liereii zu lassen. In München und Tübingen gibt es be- | jondere staatswissenschaftliche Fakultäten, wie das früher I, auch in Gießen von 1777 an der Fall war. An^iiesen beiden Eiddeutschen Hochschulen wird der Posteleve zweckmäßiger | Weise stud. rer. pol., also Kameralist.

Trotz der starken Betonung der Elektrotechnik (Tele- ! graphen- und Fernsprechwesen, Stark- und Schwachstrom- I lechni?) sind die Technischen Hochschulen den Universitäten ! nicht gleichgestellt, und zwar aus guten Gründen: Einmal ist Der juristische Unterricht, der sich auf das Bürgerliche Recht, üa§ Handelsrecht, Strafrecht, Völkerrecht und Prozeßrecht castreckcn soll, dort nur ein unvollkomener, meistens durch einen Praktiker im Nebenamt vertretener. Zum andern hoben unsere Technischen Hochschulen keine Staatswissen- ichaftlichen Seminare, und an einigen von ihnen (Braun- idjtoeig, Hannover, Stuttgart und Darmstadt) sind nicht '. einmal ordentliche Professuren der dtationalökonomie vor- K h mden. Auch werden dort die staatswissenschaftlicheii Vor- liy iejungen in mehr kondensierter und abgekürzter Form ab- gehalten. Das mögen wohl die Gründe sein, weswegen Oec Besuch einer Technischen Hochschule nur bis zur Dauer von zwei Jahren auf die Studienzeit angerechnet wird. EsJft - vergeschrieben, daß der Kandidat Seminarübungen 111 der Volkswirtschaftslehre mit schriftlichen Arbeiten mitmamen muß. Diese Einrichtung fehlt an den meisten Technischen Hochschulen, und deswegen müssen die Posteleven zwei wet- tere Semester noch eine Universität beziehen. Es ijl möglich, d das höhere Poststudium zu einer Erweiterung des staats- loissenschaftlichen und juristischen Unterrichts au den -pech- wischen Hochschulen führt. Wie man hört, trägt man sich dort bereits mit einem solchen Plane. Auch aus den physt- k«lischen Unterricht au den Universitäten wird eine gewisse Einwirkung in dem Sinne, daß die Elektrotechnik, überhaupt die technische Seite der Physik, mehr kultiviert wird, taum 1 p vermeiden fein. Aber das bedeutet keinerlei Umwälzung :; u_.ib wahrscheinlich nicht einmal die Einführung eines neuen i Lolleqs. tY , ..

Nach dem dreijährigen Hochschulstudium kommt die j Keferendarprüfung, die aber nur in Berlin, Königsberg ub Straßburg vor einem besonderen Prusungsrat, «vor Posträten unb akademischen ^etymn, abgelegt toerbeii kann. Diese eigentümliche Bevorzugung der

genannten drei Universitätsstädte wird wohl zur . blge haben, daß die Poststudierenben fie mit

k Vorliebe aufsuchen werden, beim der Kandidat laßt sich I out liebsten von einem Examinator prüfen, der auch s 8 2 ihrer war. Die Referendarprüfung sik mne sch^^^liche ui I iniindliche. Die schriftliche wird unter Klausur abgehalren. 13'toci Arbeiten, eine ans dem Gebiete der Staatswlfscnschaf oicr der Rechtswissenschaft und eine andere au» dem G.bwte bcu Physik oder der Elektrotechnil, s in da n 5 u se r ti gen. ~tc Prüfungsfächer des mündlichen Examens sind schon genan t. - Dich hier steht die Nationalökonomie cm der Spitz^ Aus- sollend und nicht recht begreiflich ist das Fehlen de^ Staats- t und Verwaltungsrechts unter den luristischen Disziplinen einer ordnungsmäßigen Ausbildung gehört die es unbedingt. Dagegen sind Kenntnisse des.Post- und Teie- giaphenre'chts vorgeschrieben. Hierfür mußte^woh eme fottbeve gpcjiaWorlcJung neu eunef«gt "^en. Cm ein- hu^te[4°bet loftUnUba" auf dcr Univer[ität nicht noch .ÄmL rn befasse^'Et wird aber im Merenbare$amen m dw französischen und englischen Sprache g P f -

Nach besonderer ^e^erenbarprn^ung iommt .b«

Lc. dauert mindestens drei ^ahre. Sie JJtiUtardv J