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13.2.1908 Erstes Blatt
 
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Nr. 37 Erstes Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 13. ^ebrnar LV08

Der Gießener Anzeiger Ä m B

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Verlag u. Expedition 51 , _a x? a. äaa x If < M für den politischen Teil:

2 General-Anzeiger für Gberheften MW

Dow.togTiö'uh «otattonstrud und Verlag der vrLHI'schen Univ.-Such- und SteindruSerei. 8. Lange. Aedattian, Expedition und Druckerei: Schulttrafte 7. <*

_____________________________ Anzeigenteil: H. Beck.

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

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Zrankrelch und Deutschland.

Em häßliches Wort, das sich durch Jahrzehnte, ja Jahrhunderte fortgepflanzt hat, scheint seht glücklicherweue im Verschwinden begriffen zu sein, die BezeichnungErb­feind"; wenn das Wort erklang, wußte jedermann auch ohne Hinzufügung eines Namens, daß Frankreich gemeint war und von eben solcher Gesinnung war man jenseits der Vogesen beseelt. Ter gallischen (Eigenart entsprechend gab man bei unseren westlichen Nachbarn diesem Stand­punkt noch schärfer Ausdruck und darum konnte auch der speziell gegen Deutschland gerichtete Chauvinismus in Frankreich so tiefe Wurzeln schlagen, da man näht müde wurde, dieVolksseele zum lochen zu bringen" und die Blätter nie aushörten, ihre Leser in daSLoch in den Vogesen starren" zu lassen. Noch einmal zur Zeit Tel- casses, der sich in einer Boulangcr-Rolie zu gefallen schien, war man in unmittelbarster Nähe eines schweren Konflikts, aber merkwürdig, mit jeder Zuspitzung der Marokkoaffäre scheint der Höhepunkt in den Difserenzen zwischen Deutsch­land und Frankreich überschritten zu sein, denn seitdem datiert eine wenn auch zögernde uird langsame Annäherung beider Länder. Seltsamerweise ist gerade ein Mann, der in früheren Jahren einer der lautesten Chauvins gewesen war, dazu berufen, diese Verständigungspolitik durchzuführen, Herr Clemenceau, der sich Deutschland gegenüber einer fast mehr als loyalen Haltung befleißigt. Wie weit der Um­schwung geht, ist aus der Rede ersichtlich, die der französische Ministerpräsident bei der Enthüllung des Denk­mals für Scheurcr-Kestner gehalten hat. Im Hin­blick darauf, daß cs sich um einen geborenen Elsässer han­delte, war das Thema ziemlich heikel, aber der gewandte Clemenceau verstand es trefflich, allen Klippen aus dem Wege zu gehen, ja sogar respektvolle Worte für Deutschland zu finden. Wenn vor mehreren Jahren cm französischer Staatsmann es gewagt hätte, zu sagen, man könne aus Lüge und Haß verzichten und die Rivalität zweier großer Völker sei mit gegenseitiger Hochachtung sehr wohl verträglich, man wäre über ihn hergefallen, seine Rolle wäre vollständig misgespielt gewesen. Gewiß gedachte Herr Clemenceau auch des Verlustes des Elsaß, aber in einer so feinfühligen- Weise, daß ihm niemand diese patriotische Regung Übelnehmen kann, zumal er ausdrücklich hinzufügte, wie Frankreich die Achtung seiner Verträge verlange, es auch selber das Beispiel der loyalen Beachtung der Frankreich verpflich­tenden Bestimmungen geben müsse. Das sind sehr erfreuliche Worte, die sich den am Montag von P i ch o n über Deutsch­land geäußerten Bemerkungen würdig anschlossen. Seit Jahrzehnten hat man wohl in der Kammer nicht gehört, daß von einemfreundschaftlichen" Verhalten Deutsch­lands gesprochen wird, wie auch die Verdächtigungen gegen uns in der französischen Volksvertretung kaum noch ein Echo finden. Ein Zufall wollte es/ daß Prinz Eitel Friedrich auf der Durchreise von Lissabon einen halben -rag in Paris weilte, wo man ihn als den Sohn des deut­schen Kaisers trotz seines Inkognitos seitens der Bevölkerung ganz besonders auszeichnete. Wer erinnerte sich da nicht, welcher Empfang vor einer Reihe von Jahren der Mutter des Kaisers, der Kaiserin Friedrich, auf der Durchreise vom Pariser Pöbel zuteil geworben ist! Nun wäre es ja ver­fehlt, zu glauben, daß die Annäherung beider Länder so gut wie perfekt sei, vielmehr wird es in Frankreich nach wie

vor Steife geben, die von Deutschland nichts wissen wollen, und ebensowenig werden in der internationalen Politik kleinere Verstimmungen ausbleiben, aber es wird möglich sein, dergleichen ohne sonderliche Erregung und mit Ver­ständnis für den gegenseitigen Standpunkt auszugleichen. Das ist immerhin em Fortschritt und verschiedene Symp­tome, wie die oben erwähnten, sind eüt 'Beweis dafür, daß die Frankreich 1870 geschlagene Wunde mehr und mehr vernarbt.

Siiiitmungsbiiö aus dem Reichstage.

Berlin, 12. Febr.

Pensronsversichermtg und Automobilvertehr.

Ter heutige Schwerinstag fand das hohe Haus in voller Harmonie trotz einigen recht zornigen Reden. Zwei gänzlich verschiedene Materien waren Gegenstand der Ver­handlung : die Pens ionsver sichern ngderPrivat- ange st eilten und die Regelung des Automobil- Verkehrs. Bei der ersten, die weiten Kreise des neuen Mittelstandes in den letzten Jahren nahezu ausschließlich beschäftigenden Frage gab es nur eine Nachlese. Die Par­teien hatten in einer längeren Verhandlung im März vorigen Jahres und dann jetzt im Januar gesprochen. Heute kamen nun noch die Hauptvertreter der Bewegung zu Wort, die Vorsitzenden des Deutsch-natio­nalen Handlungsgehilfenverbandes und des Deutschen Werkmeisteroerbandes, Schack und 2 r. P o t t h o s f. Die Entwicklung der Angelegenheit ist bekannt. Die scharfe Meinungsverschiedenheit unter den Beteiligten über den bei der Einrichtung der Pensions­versicherung einzuschlagenden Weg ist durch den Frank­furter Mehrheitsbeschluß des für diese Frage eingesetzten Hauptausschusses der Privatangestellten, wenn auch nicht beseitigt, so doch für die weitere gesetzgeberische Regelung gegenstandslos geworden, und die Führer der beiden Rich­tungen gaben nur noch eine Art theoretische Rechtfertigung ihres Standpunktes. > Sonderkasse auf der einen, Ausbau der Invalidenversicherung auf der anderen Seite. Die Abstimmung zeigte am Schluß den Reichstag ebenso ein­mütig, wie draußen die verschiedenen Berufskreise der Privatangestellten, die nunmehr hoffentlich nicht mehr lange auf den durch die Denkschrift des Grafen Posadowsky vorbereiteten Gesetzentwurf zu warten brauchen.

Recht lebhaft gestaltete sich die Aussprache über den zweiten Punkt der Tagesordnung, der gleichfalls nicht zum erstenmal vor unserer Parlamentstribüne verhandelt wurde. Die gesetzlich eRegelu ngdesAutomobil- verkehrs ist eine alte wenn man bei diesem neuen Verkehrsmittel diesen Ausdruck gebrauchen darf, jeden­falls eine schon seit Jahren erhobene Forderung des Reichs­tags, und mit ihr ist der Name des Prinzen von Schön- aich-Carolalh unzertrennlich verknüpft. Vor kurzem machte im preußischen Abgeordnetenhause der Berkehrsminister Breitenbach Mitteilung von einem in der Bearbeitung befindlichen Gesetzentwurf. Heute erfuhr man vom Staats­sekretär des Reichsjustizamts näheres über das Stadium der Ressortarbeiten und über den Inhalt des Entwurfs. Das Reichsjustizamt hat nach Aufnahme einer Statistik über

die Unfälle int Ktaftwagenverkehr einen Entwurf fertig- gestellt und i£it der preußischen Regierung zur Begut­achtung übermittelt. Den Worten des Herrn Nieder- ding darf man entnehmen, daß er dort erhebliche Schwie­rigkeiten nicht finden wird, und er gab der Erwartung Ausdruck, daß Deutschland als erster der kontinentalen Staaten denn England ist damit bereits vorangegangen, ein Automobilgesetz besitzen wird. Eine leichte Arbeit ist es nicht; gilt es .och eine Forderung, in der sich Freunde und Gegner des Automobilgesetzes vereinigen, die not­wendige Rücksicht auf die Entwicklung der deutschen Äluto- mobilindustrie zu wahren und dem modernen Verkehr nicht nnberechtigte Fesseln anzulegen. Der Staatssekretär be­stätigte in der Hauptsache die Andeutungen, die über dis Absichten des geplanten Gesetzes in der Fachpresse ge- macht waren; danach soll der Entwurf zivilrecht­liche, polizeiliche und strafrechtliche B e st im­mun gen enthalten.- neben der Haftpflicht wie dabei die wichtige Frage des Verschuldens geregelt werden soll, sagte Herr Nieberding nicht, eine Art Befähigungsnach­weis auf Grund von Chauffeurschulen und Strafbestim­mungen gegen Uebertretung der Verkehrsorduungen. Damit ist. dem Verlangen des Prinzen Schvnaich-Carolath in weitem Maße entgegengekommen, der der Annahme Aus­druck verliehen hatte, daß infolge des Widerstandes ein­flußreicher Automobilkreise nichts geschehen sei, und er konnte für seine Person auf das Schlußwort verzichten. Vorher hatte er freilich recht unsanfte Worte gegen di» Passivität der Regierung angesichts der erschreckenden Un­fallstatistik gesprochen und, wie Herr Ledeüour in einem seiner schönen Gleichnisse meinte, eine eiserne Faust im samtnen Handschuh gezeigt. Temperament und Auswahl der Forderungen waren verschieden, aber einig mar man auf allen Seiten in dem Verlangen einer unnachsich­tigen Strenge gegen die Rowdys auf den Automobilen und Mäßigung gegenüber dem gesunden Automobilismus. Zum Schluß nahm man zur größeren Sicherheit zugleich snuet Resolutionen auf einmal an. Ob freilich nun das Automovilgesetz im Automobiltempo kommt, wie Herr Gröber wünschte, darüber darf man viel­leicht einige Zweifel hegen; hier wird wohl eher daÄ eintreffen, was Prinz Schönaich gern als Motto auf jeden Chausseurpelz setzen möchte: festina lente!

Stisumuicgsbilö aus öem prech. ÄdgeorvnetenlMS.

Berlin, 12. Febr.

Wenn die zweite Lesung des K'ulrusetats für Herrn v. Studt regelmäßig einen dies ater bedeutete, so scheint das für seinen Erben noch in verstärktem Maße gelten zu sollen. Der Minister des schönen Aeußern hatte wenigstens noch eine stattliche Zahl verläßlicher Freunde im Landtage: Konservative, Freironservative und Zentrums- mannen wetteiferten in dem Bemühen, den schwerfälli­gen Debatter gegen die Angriffe der äußersten Linken zu decken, und der Nationalliberalismus verhielt sich meistens ziemlich passiv. Für Herrn Holle hat das Blättchen sich gewandt: Nicht nur, daß die Nationalliberalen ' neuer­dings an der Tete der Opposition gegen die Kultusver- Wallung marschieren und Töne anschlagen, wie sie sonst

Meines Feuilleton.

. Aus Frankfurt a. M. wird uns uutcrnr 12. Febr. ge­schrieben : Gestern haben unsere Stadtverordneten (wie wir bereits wrz meldeten» nach einer verhältnismäßig kurzen Debatte dem MagislratSantrag zugcstimmt, der die llebecwcisung von bedeu­tenden Summen aus dem Kunstsonds zum A n k a u f v o n K u n st- werken für die geplante städtisck-e Galerie forderte. Für die nächsten fünf _ Jahre haben die Galerie-Deputation und der ^reitor der Galerie (die N.B. noch nicht gebaut ist) jetzt, dank vec reichen Mittel, freie Hand, um die sich bietenden günstigen Gelegenheiten zum Anlauf von Gemälden und Skulpturen wahr- zunehmen. Tie unmittelbare Folge des bedeutungsvollen Be- fchch'sts. von gestern ist der Vollziehung des Ankaufs einer umitlcr.sch sehr wertvollen Sammlung von d-eutschen, französischen kx italienischen Plastikern aus Holz, Stein und Terrakotta, ourapveg qualitätvollen Erzeugnissen der Gotik und der Rcnai- pance, bic Tr. Swarzenski, der Direktor desStcw-el", in den letzten Äionaten mit außerordentlich glücklicher Hand zusammen- gevracht hat. JBir haben Gelegenheit gehabt, diese provisorisch m einem d.r Stadt gehörigen Hause untcrgebrachle Kollektion ein» 0cl>enö zu studieren, und stehen nicht an, der Stadt zum Erwerb frer Saurmlung zu gratulieren. Nur eine sehr genaue Kenntnis i*» Direktors tonnte in so kurzer Zeit so viele, so wertvolle Stücke errvecven. i'i'amentlich die deutsche Plastik und die französische sind gtanzeiid vertreten. Tie Sammlung ist nicht groß, sie umfaßt zirka öU Stücke, aber es sind erlesene Werke, und wir dürfen mit diesem Grundstock zufrieden sein. Tie weitschauende Finanz­politik unseres Oberbürgermeisters, der fdjün vor einigen Jahren wr die Abzweigung eines hochdotierten Künstsonds gesorgt hat, beginnt jetzt seine F-rucht zu tragen.

Dr. G. Z.

--- Richard Wagner und Friedrich Hebbel. Wenn oie Persönlichkeit und Kunst Wagners an seinem 25. Todestage, oem heutigen 13. Februar, uns wieder vor die Augen tritt, so mag das Urteil besondere Aufmerksamkeit erregen, das der größte -ramnafer jener Zeit Friedrich Hebbel über sein Werk wie seine sa o11, 9ciäIlt har. Naawem Hebbel in Wien den ersten Akt r'/^cn9rüi" gesehen, schreibt er an Liszts Freundin, die durum Wittgenstein, das; er, besonders von der Entfaltung der tcayenbewegungen, mächtig ergriffen sei. Aber er setzt sich gleich mt dem Textdickster auseinander. Ter Text sei, wenn man y Verhältnis zur Musik im Auge behalte,gewiß einer der c?rvErmUchsteu, aber die Aufgabe des Dramas fängt eben crst da an, uw es aufhört." Im März desselben Jahres e'en wir bei Hebbel, wenn er auch Wagner, der daö zanze Drama in Musik auflösen nwlle, entschieden ent»

Segentreten müsse, so wäre er doch überzeugt, daß

^ian die Musik in denjenigen Momenten, wo eine Massen- sdewegrmg dargestellt werden solle, mit Erfolg zu Hilfe rufen

könne. Und iin Juni 1853 schreibt Hebbel an stiobert Schu-1 mann in einem ausführlichen Briese die folgenden Zeilen im Anschluß an WagnersOper und Drama":Ohne Richard Wagners Buch im ganzen oder im einzelnen irgend akzeptieren zu können, schwebt doch auch mir, und zwar von meinem ersten Auftreten an, die Möglichkeit einer Verschmelzung von Oper und Drama in ganz speziellen Fällen vor, und meinen Atoloch, an dem ich seit zehn Jahren arbeite, habe ich mir immer inbezug auf die Musik gedacht." Zehn Jahre später nennt er Wagners Theorie lächerlich; aber auch hier wieder erkennt er Richtiges bei ihr an: richtig nämlich sei,daß die Oper ihre Stoffe! immer aus der Mythe entlehnen sollte". Zum Schluß sei noch an die Worte erinnert, mit denen Hebbel eine Zusammen­stellung seines Schaffens mit dem Richard Wagners, die sich in einer Abhandlung Adolf Strodtmanns sand, zurückweist:Ich war, als ich auftrat, weit davon entfernt, ein neues Evangelium zu predigen; ich wollte das alte aus Sophokles und Shake- sperare geschöpfte wieder in seine Rechte einsetzen. Er (W.) hatte aber eine Kunsttheorie ausgeheckt, die im schneidendsten Wider­spruch mit der großen Vergangenheit stand, die das Wesen der Kunst selbst vernichtete und ohne Frage nur das eigene Defizit, den Mangel an Melodien, decken sollte." Wagners Nibelungendichtung hat Hebbel recht niedrig eingeschätzt und mit dem AusdruckKrüppelholz" bezeichnet. Dadurch wird eine Erzählung deS Dichters selbst lebendig, nach der der Ge­schichtsschreiber des Dramas und vergessene Dramatiker I. L. Klein ihm in einer Gesellschaft von Hans von Bülow mit den Worten entgegentrat:Kennen Sie die Nibelungen von Richard Wagner? Die müssen Sie bewundern, ich sage, Sie müssen; das ist zum Niederknieen und Fußküssen."Ich antwortete," fährt Hebbel fort,Sie sind der Mann nicht, der mir vor­zuschreiben hat, was ich bewundern soll", kehrte ihm den Rücken zu und ließ mick) von der Hausfrau mit den Gästen bekannt machen."

lieber die Bauschäden in Fondaeo bei Te- deschi ivirb aus Venedig berichtet: Zum Teil trägt an den Schäden die Eindeckung des Hauses schuld, dessen zwölf Pilaster mit mehr als 100 Tonnen Glas und Blei belastet wurden, während nicht ein einziger als vollständig unversehrt zu betrachten ist. Zum Teil ist daran die elektrisck^e Anlage schuld, deren schwere Maschinen im obersten Stockwerk aufgestellt wurden, und die den ganzen Palast vibrieren machen. Die Mauern im Erdgeschoß wurden seit vielen Jahren immer mehr und mehr geschlvächt, weil die Kaufleute, welche die Gewölbe gemietet haben, ohne an die Tragfähigkeit auch nur zu denken, um Raum zu gewinnen, Zwischenmauern ab tragen ließen, Türöffnungen machten und Nischen ins Mauerwerk schlugen. Auf alle Fälle müssen die Maschinen im Oberstock entfernt und die dortigen Bureaus geräumt werden. Du die Rettungsarbeiten mehrere Jahre in

j Anspruch nehmen werden, hofft man, daß eine teilweise Aus- quartierung der Beamten und Apparate genügen werde. Die Kaufleute inv Eridgeickwß werden so,ort ausgemietet, weil die Gutniachung des Schadens, den sie verursacht haben, keinen Aufschub duldet.

Kleine K u n st ch r o n i k. Auf Anregungen hin, die aus einer Versainnckung des Leipziger Zeichentehrervereins hervorgingen, ist die Gründung eines Leipziger Dürer-Bundes für Heiinalschutz und Kunstsörderung deschlosien worden. In Rom fand im Tealro Q-uirino die OperetteDas schöne Biädchen v o in Torfe" des Engländers Alonksou eine überaus warme, stellenweise enthusiastische Ausnahme, die an den Erfolg der ^Geisha" heranreicht. In Dresden ist der Hetdentenor Albert Stritt im Alter von 61 Jahren, in Düsseldorf der 5innstmaler Heinrich Leinweber im Alter von 72 Jabren, in Berlin im Alter von 92 Jahren Louis K ü h u , der älteste deutsche Schau­spieler, der dem Verbände des Temschen Theaters in Berlin an­gehörte, in Wien der Hoischauspieler Fritz Kraft et gestorben. Von der Gründung ernes W e d e k i n d - T h e a t e r s in B e r l i n war dort in letzter Zeil die Siebe. Wie der Dichter erklärt, ist er nie­mals mit der Absicht umgegangen, ein Wedekind-Theater ins Leben zu rufen. Alle diese Nachrichten beruhen auf einem Irrtum. lieber d i e Bebau urig der Mujeumsinsel zu Berlin hat Professor Messel, befamitüd) ein geborener Darmstädter, in der Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses sich eingehend geäußert. Es handelt sich um eine Verbindung zwischen dem 9ieuen Museum und dem Kaiser Friebrrch-Aluseum, an das sich das Museum für deutsche Kunst, das Museum für die i?tntlke und das Vorderasiatische Musemn angheberii sollen. Tie Kosten für die Ausführung des ganzen Planes werden auf zehn Atillionen Atark geschätzt. Im Stadttheater nt Mainz war dieser Tage die Jnblläumsaussührung derLustigen Witwe"; jeder Be­sucher dieser Vorstellung erhielt wie Mamzer Blätter melden, ein im Atelier eines Hofphotographen angeierhgles Erumerungsblatt 11 Die Leipz. .Jllustr. Zlg." veröffentlicht eine Richard Wagner- 91 u m m e r. Sie enthält u. a. folgende Artikel: .Der Ideengehalt von Rich.Wagner-s Rmg des Nibelungen* von Prof.Dr.Arlhnr Drews; Richard Wagner und Johann Jakob Weber" von Professor Dr. Theo Sommerlad; ,Richard Wagner m der Karikatur" von Eduard Fuchs undWagners letzte Fahrt" von HanS Pfeil- schmidt. Ferner an Bildern : 5 Wagner-Porträts, die Erstaufführung des .Rienzi", Wagner im Kreise seiner Freunde, Bildmsfe der Familie Wagners, Wagnerhäuser, Otto und Aiathilde Wejendonk, Walkürenritt und Siegfrieds Tod in farbigen Reproduktionen nach Gemälden von Hendrick), Wagner-Karikaturen u. a. in. Für ben Besuch m den verschiedenen Aluseen von Paris wird jetzt em Eintrittsgeld von 1 Frank pro Person erhoben. 9lur an Sonn- und Feiertagen sind die Museen kostenlos geöffnet.