Ausgabe 
12.9.1908 Drittes Blatt
 
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Nr. SIS

c-tember 1908

Erlchetnt tägflch mit Ausnahme deS Sonntags.

anberem * 1

Elifabetha Diehl in (Lieven. (Lieben, mit Emilie SDlnric

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«fter 1908.

Vörsen-Wochcnbericht.

Franksurt a. Di., 11. Sept. 1908.

Die auswärts gerichtete Strömung an der Böric I het bereits eine geruifie Krall erlangt, so daß sie sich auch über I p ndernisse, die sich ihr zeitweise in den Weg stellen, hinwegivülzt. £:ie haute banque ist eisrtg bei der Arbeit, sie zn sördern, um das I s.tld iiir neue grobe Finanzgeschäfte zu präparieren, und da das 1,-pitalistenpublikum wieder mehr Vertrauen an den Tag legt und i sich in verstärktem Matze dem Börsengeschäft zuwendet, so sind die t -ikmuhungen der Grobfinanz auch nicht ohne Erfolg. Newyork lalle bekanntlich den Anstob zur AuiwärtObewegung gegeben, dort yjlfl die Spekulation mit Käufen schon vor, ehe man noch An-

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'sch« UnwersitätS - Buch- und Stetndruckerel. St Lange, Gießen.

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Auszug a. d. Ztandesamtsregiftern der Stadt Gießen.

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Sept. 4. Otto Vogt, Grovh. Kulturtechniker in Dieben, mit Erna Antonie Scharch in Windhausen. 5. Paul Entst, Gartner in Schierstein, mit Karoline Schmidt in Gießen. Wilhelm Sehrt, Schlosser, mit Barbara Sperling, beide in Gießen. 7. Heinrich Friedrich Werkmann, (Seomcler in Gleßen, mit Amta Scheid üt Langsdorf. 8. Audreaö Schmidt, Postbote in Tarnistadt, mit ........ . Dr. Martin 2Bunb, Apotheker in

w.cpv,,, ,IUI Äiarie Wagner in Tarnistadt. Ludwig

Reitz, Großh. Kulturtechniker in Gieben, mit Dorothea Schlifser in Nieder-Ohmen. - 9. HanS Cito SigiSrnund von Eisenhacl-Rolhe, Leutnant im Jnfantene-RegnnentKaiser Wilhelm" 91 v. 116, mit Aniia Elise Margarete Tielecke in Wetzlar. 11. Karl Schmitt, Toglöhner in Garbenteich, mit Katharine Ianz in Gießen.

Lheschlietzungen.

Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul» straße ?. Expedinon und Verlag.» 5L KebaltUr; ' ri l^.vldruAnzelgerDicßen.

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DieLietzener KcnniltendliMer- werden dem ,'Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kretsblatl kür den Kreis Sietzea" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- trogen- erscheinen monatlich zweiinaL

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Die nach- A ernl a sind Sonntag, 13. Septbr., nur von stehenden v 1 L l v 12 l.hr mittags bis 12 ihr nachts für dringende Fälle sicher anzutreffen: |DS/,

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Die Schultet Höhn.

die BeisterprilfoM am teilweisen Lotte­

re kommenden Fächel teilznnehmcnj^J-

* Luftschisfernreldunngcn. Die heutigen rcichs- haiftTtstädtisckien Morgenblötlcr melden au? Berlin: Der lenkbare M i l i t ä r b a l l o u hat gestern abend 10», Uhr eine Nachldauersahrl angetreten und die Richtung nach Norden cingeschlagen. Ein Lorscudampjer au-- Hock oan Holland rettete, wie uns aus Rotterdam gedrahtet wird, zwei englische Luftschifser, die mit ihrem Ballon dicht über dem Me e r e s s p i e g e l schwebten.

n io linierten Besck>eiüc und unter dem Hinweis aus das Recht der Wiederholung m der Hauptverhandlung und der unmittelbaren i-adung geschel-en kann. Die übrigen Forderungen der Resolution Cilienlbal wurden unverhindert gut geheiben.

In ber vierten Abteilung wurde »u dem Thema der ck. Einschränkung des Kvllcgialprinzivs zu Gunsten des Einzel- rühtertums ein Antrag Hackenberg (Mannheim- und Wild­bag c n (Leipzig) angenommen, der besagt, da st in bürgerlichen chlsstreitigkeiten das Kollegialprinzip zu Gunsten des Einzel- cihtertums nicht einzuschränken sei. Dmnit sind also vom Deut- i en Juristen tage die Grundsätze der Iicgicrungsvorlage abgelehnt, .'de weiteren Leitsätze der vom Oberlaildesgerichtspräsidenten Dr. Hcrlxntß Durgclcgicu Resolution wurden zurückgezogen.

In der zweiten Abteilung, die sich mit der Frage b-r Bekämpfung des unlauteren Wctlbcuverbs beschäftigte, hielt i nier noch Professor Dr. Hehmann (Marburg) einen Vortrag, ii i dem er int einzelnen darlegte, dab die in der RegierungSnovelle isplantcu Ausverkaufsvorschristen nicht erforderlich seien. Es >irbe schliestlich folgende Entschließung angenommen: Im Der- icauen aus die energische Durchführung und Befolgung der namenl- k i) durch die neuen Entscheidungen des Reichsgerichts geschaffenen . ibitalur, nach der insbesondere seststeht, daß ein Nachschieben n Waren bei Ausverkäufen nur in geringstem Maße zulässig ist, »lt der Juristentag die ErgänAmg des Gesetzes über den un­lauteren Wettbewerb in Ansehung des Ausoerkausswesens nicht r erforderlich. Sollte eS aber doch zu einer gesetzlichen Rege­lung tommen, so ist die Judikatur über Nachschübe zum Gesetz ;u erheben.

Fn der ersten Abteilung wurde zum Thema der ge- ichen Regelung des Tarifvertrages die Resv-- ition angenommen, die die beiden Referenten vvrgeschlagen >Uten, iedoch in der Form, daß Arbeikstarifverträge allgemein rmiltclbare RechtSwirkuug haben.

Die Verhandlungen werden morgen fortgesetzt.

29. Deutscher Zuristentag.

2. u. H. Karlsruhe i. Br., 10. Sept.

In der zweiten Abteilung, in der Geheimer Justizrat Dwjessor Dr. N i e b c r (Berlin) zum Vorsitzenden gewählt wurde, ^escheisligte man sich mit dem Thema: Espsiehlc es sich, das leichsgefetz zur Bekampsung des unlauteren Wett- ewcrbS in Ansehung des Ausverkaufswesens zu crgänzeit? 'Gutachten hierzu liegen vor bun Oberlanöesi)erichtsrat Dr. Qibe Dresden und Roclstsanwalt Magnus (Berlin. Berichtcrswtter jnd Vcoscssor Dr. Hehmann i Marburg) und Reck)tsauwalt Dr. -Sah'ermann (Homburg). Letzterer gelangte zu folgendem Er­lebnis: 1. ES ist zu begrüben, baß die Novelle die Ver- mstaltung von Ausverkäufen nickst von einer behördlichen 0c* lehmigung abhängig macht. 2. die obligatorische Ankündigung Gründe eines Ausverkaufs ist unbedenklich, aber auch nicht .geeignet, unreelle Ausverkäufe zu erschweren. 3. Die Vorschrift, irafj der Grund und der Zeitpunkt des Beginnes der Behörde in cwissen Zöllen vorher angezeigt werden must, ist unbedenklich, i nrrspricht aber feinen Erfolg. 4. Die Vorschrift, dast in geivissen 1 Tollen ein Vcrzeick>nis ber auszuverkauscnden Waren der Be­erbe eingereicht werden must, enthällt eine unberechtigte Beein- i-Ächtigung des reellen Handels und begründet die Gesahr, ein Denunziantentum zu zücksten. 5. Das absolute Nachschubverbot -u begriinen, jedoch ist die Fassung des § 10 in einer Weise I ändern, welche bei Teilausvcrkaufen die Fortsetzung des regel» itägigen Geschäftes ermöglicht. 6. Die für den Ausverkauf gel- t<nben Bestimmungen dürfen keine Anwendung jinden auf die irt ordentlichen Geschäftsverkehr üblichen Inventur- und Saison- kluSvockäufe.

In dritten Abteilung, die die Frage ber Worunter- s llchung behandelte, wurde der Absatz 1 ber Leitsätze ixs Prof, ewn Lilienthal abgekljni unb die Einleitung Ivie lolgt geiaht: Ehne^ über die Zweckmäßigkeit oder eine andere Ausgestalning Entscheidung zu treffen, gibt die Ab- _ . _ , .en Ausdruck: Die erforderliche Mit-

rjiihutg des Beschuldigten bei der Sammlung des Materials isl zu gewährleisten durch rechtzeitige Mitteilung der vorhandenen 'l'äbadüSgtünbc vor der Eröffnung des Hauptverfahrcns durch ^Zustellung einer spezifizierten Anklageschrist und durch das Recht, icderzeit Beweisanträge zu stellen, bereit Ablehnung nur in einem

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Vermischtes

* Komtesse Helene von Zeppelin, bereit Ber- lobung mit dem Oberleutnant unb ReAimcntsabjutanten im Ulanen-Regiment König Karl <1. Württem.) ?rt. 19 Karl Alexanber v. Brandenstein in Neu Ulm wir inelbetcn, würbe 1879 zu Ulm geboren. Sie ist bas einzige Siinb bes Grafen J^rbinand und seiner Gemahlin Isabella, geborenen Freiin v. Wolff aus dem Hanse Alt-Schwanendurg in Liv- land. Lange ßcit war fie ber Geheimsekretar des vielbe- schästigten Erfinders. Der Bräutigam cnistammt dem Tur» hessischen llrcbcl. Tas Geschlecht leitet seinen Namen von dem Stammschlosse Brandenstein an der Elm im Regierungs­bezirk Kassel her, das urkundlich seit 1125 erwähnt wird. Herr v. Brandenstein, geb. 1881, ist zurzeit Schloyherr des alten Ahnensitzes, den er als einiger Sohn von feinem 1905 verstorbenen Baler, dem luürttemb. General ber In­fanterie z. 2. Gustav v. Brandenstein ererbte. Seine 1906 in Ulm verstorbene Mutter Mathilde war eine geborene v. Siebold.

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k Zahlung.

Sept. 5. Otto Heinrich Gutbcndt, Kaufmann, mit Luise Georg, beide in Gießen. 7. Philipp Rödling, Weichensteller, mit Marte Wagner, beide in Gießen.

Geborene.

August 31. Dem Gartner August Gustav, Koch ein Sohn, Hans. Tent Kanalarbciter Peter stranz ein Sohn, Heinrich. Sept. 1. Dem Kutscher Heinrich Schntift ein Sohn, Karl. 4. Dem Küier Leonhard Schäfer ein Sohn, Karl Leonhard. 5. Dem Wirt Georg Klarl eine Tochter, Anna Theresia. 6. Dem Brauer Heinrich Schmidt ein Sohn, Ernst Heinrich. Dem Uni- niversitälsproiessor Dr. Otto Friedrich Wilhelm Paul v. FranquL ein Sohu, Ha wart Viktor Friedrich Arnold. 7. Dem Schlosser Ludwig Größer eine Tochter, Helene Marie. 9. Dein Haupt­mann und Kompagniechei tm Jntankerie - RegimentKaiser Wil­helm" 91 r. 116 Hans Koeftschau eine Tochter. Dem Fabrikanten Heinrich Kramer eine Tochter, Aiaria Adela Ida. 10. Dem Universuätöpressor Dr, Heinrich Willy Schmidt eine Tochter, Eli­sabeth Eharlotte.

Gestorbene.

Sept. 4. Klara Georgine Mittler, 9 Mon. alt, Sonnenstr. 13. 5. Karl Noll, Telegraphenmechaniker, 88 Jahre alt, Bleichstr. 9. 6. Luise Schdnherr, geb. Löb er, 56 Jahre all, Sefterc-weg 32. Friedrich Amend, Atüller, Jahre all, Große Aiühlgasse 10. An ton Koch, Restaurateur, 38 Jahre alt, Plockslr. 5. 9. Marie Burckhardt, geb. Damm, 71 Jahre alt, Seltersweg 23. 11. Marie Auguste Wagner, 30 Jahre alt, Siephanstr. 17.

Zeichen für eine Besserung der Wirtschaftslage wahrnehmen konnte- ein'ach weil die Spannung am Geldmarkt nachzutassen begann und dann im Vertrauen aut eine gute Ernte und auf einen die Börse befriedigenden Ausfall der Präsidentenwahl: bann folgte London, woselbst der so sehr darnieder gelegene 'JJlutcnmarft sich zu erholen begann. In der Tat haben die Verhältnisse der schtver geprüften M > n e n i n d u st r i e sich erheblich gebessert. Die Arbeiterfrage, die so lange zu großen Besorgnissen Veranlassung gab, wurde tu befriedigender Weise gelöst, durch die Einführung neuer Maschinen wurden bte Produktionskosten stark herabgedriickt, inzwischen ist auch eine große Anzahl von Minen nach jahrelangen Vorarbeiten und enormem Kapitalaufwand zum Produltionsstadium ge­bracht worden, und das alles tragt dazu bei, baß die Gold­ausbeute andauernd im Steigen begriffen ist. Somit hat die Bewegung, die sich auf dem Minenmarkt vollzieht, eine recht gc« sunde Grundlage. Dte Beteiligung am Geschält in Minenwerten ift bereits wieder so stark, daß sie an die lebhaftesten Zeiten bes Jahres 1901 erinnert, das Geschält pflanzt sich zutveilen auf ben Abend-Straßenverkehr fort Tas sind Zeiten, die immerhin zur Vorsicht mahnen, weil sie geeignet sind, Nonvaleurs ms Piibllkum einzuschmilggeln, an beiten schließlich größere Kapitalverluste er­litten werden. Ter Minenmarkt ist an unb für sich em geiähr- llches Gebiet und wer mit ben Verhältnissen nicht genauer ver­traut ist, sollte ihm überhaupt fern bleiben. Tie feste Haltung ber auswärtigen Markte hat sich auch auf bic deutschen Börsen über­tragen und auf diesen drängt sich ein Gebiet nach dem andern in den Vordergrund. Tiese Woche ivarcn eS Elektrizitäts- werte, die sich besonderer Gunst erfreutem Daß die immer mehr um sich greifende Konzentration in der Elektrizilälsinbustrie unb die dadurch ermöglichte Ausschaltung einer ruinösen Kon­kurrenz durch Preiskonventioneir rc. den großen Gesellschasten er­heblich zu statten kommt, haben wir erst kürzlich hervorgehoben. Diese Woche kam nun hinzu, daß die badischen Staatsbahiten mit ber Elektrisierung von Vollbahnen auf einzelnen Strecken ben Anfang machen unb daß die Vorstädte Berlins mit dem Bau von Untergrundbahnen vorgehen ivollen, zu welchem Zwecke die Stadt Schöneberg mit ben Siemeus-Schuckert-Werlen bereits em Abkommen getroffen hat. Dadurch wurde die Phantasie derart angeregt, daß Elekirizilätsakiieu sprunghaft in die Hohe gingen. Gewiß eröffnet sich durch den Bau elektrischer Bahilen der Elektrizilätvindustrie ein weites Feld, aber weiseres Maßhalten durfte hier doch am Platze sein, zumal die Beschäftigung der Elettrizitätsgcsclljchaltcn tm allgemeinen durch bie wirtschaftliche Depression zweiiellos auch zuriickgegangen »st. Ueberhaupt hort man aus vielen Industriezweigen noch lebhafte Klagen, das Klein­gewerbe liegt zum Teil noch außerordentlich darnieder. Die günstige Strömung für Elektrizitätswerte wird bereits zu Kapitalneubeschaff- nngen benutzt, womit die Lahmeyer-Werke den Anfang machen. Die Aussicht auf neue Finanzgeschäfte und die Gelegenheit, alte Efsektenbesiände mit namhaftem Nutzen abzustoßen, hat die Aus- meikjamkeit m verstärktem Maße auch auf Bankaktien ge­richtet, von denen die tonangebenden 23 Proz. gestiegen sind. Aul dem B a h ii e n m a r k t lagen außer amerikanischen Werten auch Lombarden, Staatsbahnen und Orientbahnen fester. Schiff- fahrtsaktien gedrückt auf Eholeragerüchle, hauptsächlich aber wegen ber zu erwartenden ungünstigen Jahresabschlüsse. Bei Lloyd rechnet man bereits bestimmt mit einem gänzlichen Dividenden­ausfall. M o n t a n p a p i e r e meist einige Prozent besser. Erst gegen Wochenschluß nat auf diesem Gebiete verstärkte RealiiationS- tust hervor, weil es nicht gelungen ist, daS Ende dieses Jahres ablaiuende Roheisenshiidikat zu erneuern. Andere Indu st rte- papiere sind meist stärker gestiegen. Fonds gut behauptet, Ehileneu weiter gebessert, weil die Krisis überivunden ist. Geld leicht anziehend, weil der Herbstbedars sich jetzt mehr geltend macht.

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Ziehung 15. u. 16.Septbr.1908.

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Drittes Blatt 158. Jahrgang Samstag 12

Gietzener Anzeiger

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