Ausgabe 
11.1.1908 Zweites Blatt
 
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M8 mit Ausnahme Arteses, der weder :n sei. Ferner die mit dem vc» ters ausgenommen irr hat danach tabru! iuib dessen xig 'Ulabru! eines nicht davon die rr ;u einem der :d) sei die Licher« drei Zurias seien er drrj vor ihm sie offenbar zur Lnüefenmg hätten an die Sette ge, sse er nicht. Nach der Unteroffizier doch unoerrichtetei rwn ans sei dann Laaer Äalmnias wurde nach seiner habe ihm erM, i Dürfet, weil sie

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bis 2/20 Alk.,

und Rindfleisch pr.

Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psd.

pr. Psund 7084 Psg.,

Gerlch-ss«aU

[] TI a r b u r g , 10. Jan. Ein Zweikampf mit f St­il fb e ir Aalten beschäftigte beule das hiesige Landgericht. An- -eklagt luaren der Chemiker Viktor Gebhardt ans Krefeld und der cand. ehern. Alfred Göhring aus Breidenburg; außerdem wegen Beihilfe die Tdirlut Höck doit hier und der Gastwirt DZ e r tz aus Marbach. Ter Zweikampf fanb am 5. März v. Js. in (tzegenwarl zahlreicher Studenten im Höck'schen Saale statt. Lils der Kommissar an die Türe pochte, hielt man, um ibn zu täuschen, eine Rede und sang dannDeutschland über alles". Ter Kommissar stieg jedoch durch ein Fenster, nnd sah dann, um was es sich Handelle. Nichtsdestoweniger wurde der Ziveikamps am iolgenden Tage im Wertzschen Saale zum Auslrag gebracht. Geb- Hardt und Göhring wurden zu je 3 Monaten und die Wirtin H. zu 23 Tagen Festung verurteilt. Wertz erzielte Freisprechling, weil er damals verreist gewesen ist. Der Verhandlung wohnten viele Sliidenteii als Zuschauer bei.

H e i l r g e n sl a d t (Elchsfeld), 11. Jan. Tie hiesige Straf- Jammer verurteilte beu Wunderdoktor Ausmeier wegen Lejundheusschädigung zu 6 Ai o n a l e n G e f ä n g n r s.

Franksurr a. M., 10. Jan. Tie Straikammer verurteille heute den Kellner Johann Sporer, der von einem Kausmanue unter Drohung mit emer Anzeige wegeii Verfehlung gegen § 175 700 Mk. erpreßte, zu 3 Jahren 9 M o n a t e Gefängnis, worin eine einjährige Gefängnisstrafe wegen Zuhälterei einbe­griffen ist.

Frankfurt a. M., 9. Jan. Die Strafkammer verurteilte die Sttckerm Leopoldine Czocli, eine internationale Taschendiebin aus Wien, zuvierJahrenZuchthaus.

Duisburg, 10. Jan. Die Revision des früheren Bürg ermei, ters Hübner, der wegen Entführung emer Min­derjährigen vom beugen Landgerichte am 4. Oktober zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden war, wurde vom Reichs- gerucht verworfen.

Sonntag. 12. Jan. HM)8, 5^n«*ei«pOthek« nur v. 49 Uhr nachm. offen: »ar

Giessen, den 1L Januar 1908. '*

Grossh, Polizeiamt, Reinhart___________

Lchsensleisch pr. Psd. 8288 Pfg., Kub-

Psund 8082 Pfg., Schweinefleifcy

Kandel.

4prozentige neue Württemberger Staats- Anleihe. Wir verweisen auf das heutige Inserat ter Darm­städter Bank und bemerken, daß die Württemberger Staats-An­leihe von 1907, welche ebenfalls bis 1915 unkündbar i|t, heute an der Börse 100.50 Proz. notierte, die neuere Anleihe al,o iwch ^Prozent billiger ist.

Adlerwcrke Dornt. Heinrich KleYer rrrank - furt. M. Die Gefellschaft teilt mit, bafc sie in Sßten eine Tochtergesellschaft gegruntet hat, die unter ber Fnrma Oesterr. Adler-Werke vorm. Heinrich ftleljcr G. in. b. H. zu Wien handeis­gerichtlich eingetragen wurde. Das Gesellschastskapital betragt 100 000 Kr. t ,

Karlsruhe, 10. Jan. Wie wir hören, hat das b^ kannte Konsortium, dem von badischen Firmen die Batesä^ Bank, die Rheinische Kreditbank, die Süddeutsck-e Dislontogefellfchaft in Mannheim sowie die Bankhäuser Beit, L. Homburger und Straus u. Co. in Karlsruhe angehören, von der Staatssckuldeu- venvaltung eine neue vierprozentige bis 1918 unkündbare babifaje Staatsanleihe im Betrage von 34 Millionen Mark übernommen, die am 16. Januar zu 98 V2 Kur Subskriptwn auf­gelegt werden soll. z o

Wien, 10. Jan. Der Rechnungsabschluß der Oester- reichisch-Nngarischen Bank für 1907 ergibt ein Reul- etträgn^ von K'r. 29 925 536.93, wovon den beiden Staatsverwal­tungen Kt. 11228 315 zusalleu. Die Aktionäre erhalten unter

Die nach- A o r o sind Sonntag den 12. Januar stehenden H ü 1 L l V von 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts nur für dringende Fälle sicher anzutreffen. lPu/i

H. Arndt, Bahnhofstr. 39. Dr. Kipper, Wühelmstr. 2. |»r. Meyerhoff. Selteraweg 64.

Kport.

Der Rodelsport l-at einen gewaltigen Aufschwung genommen. Leiber hat mit dieser gro^.u Entwiüelnng das Können der ten Sport Ausübenden nicht gleichen Schritt gehalten, wovon verschiedene llnglübsfälle Zeugnis ablegen. So mancher ist iwch der Ansicht, daß mit dem 'blossen Aufsitzen auf den Schlitten die Sacye schon gemacht ist, es gehört aber eine gewisse Technik zum Rodeln, die sich alle, besonders aber die Rodlerinnen, aneignen ,oll- ren, bevor steile und namentlich vereiste Rodelbahnen befahren werden. Als durchaus leichtfertig must es bezeichnet werden, wenn z. B. jemlaud, ter kaum fernen Rodelschlitten für feine Berson zu beherrschen imstande ist, untere des Rötelns Unrundige zum Mit- sahren einladet. Ein solcher schwer belasteter Schlitten ift ol^ic sao-kundige Aiithilsa sämtlicher Fahrer kaum zu lenken, er fliegt bei der ersten fd)düierigen Kurve aus ter Bahn, überlchlagt sich und das Unglück ist gesck-chen! Ter Grund für fa,t alte Un- glückssälte liegt in der ungenügenden Bremswir­kung, hervorgerusen durch schleckst genageltes oder überhaupt nullt genageltes Schuhwerk. Das Lenken unb Brennen ter Rodeln erfolgt bekamitlich mit dem Stiefelabsatz. Je schärfer ter Stiesel genagelt ist, desto besser natürlich die Bremswirkung. Wer also kein wirklick) gut genageltes Schuhwerk anhat, der sollte wenigstens R 0 d e l s v 0 r e n anschnallen, d.e besonders auch aus steilen und namentlich vereisten Bahnen em sicheres Bremsen ermöglichen unb dadurch ten Fahrer in die Lage verätzen, den Schlitten iedet> zeit vollständig beherrschen zu können, wodurch manches Unglück vermieden werten kann. Erwähnt sei noch, datz neuerdings ver­schiedene Eisenbahnd.rektionen, infolge ter großen Verbreitung des Rotelsports, das Milnchmen von Rodeln ms Eisenbahiikup.e unter,agt haben, so daß es für diejenigen, die nach einer der grauen RodelstationLN fahren wollen, ratsam ist, sich zerlegbarer Rodeln zu bedienen, die, in eine Tasche gesteckt, bequem überallhin mit­genommen lücreen können, zumal ja d.e Benutzung von üeihrodeln, die meistens schwer erhältlich und ibekannllich ost schlecht laufen, nicht jedermanns Sache ift.

Das X. Winterfest des Oberharzer Skiklubs siiidet in Allenan vorn 17.20. Januar stau.

Kleine Tagcschrouik.

Ter Verteidiger des Hauptmanns v. Go eben, Justizrat Wolski, sandte derAllenst. Ztg." eine Berichtigung, worin es als unwahr bezeichnet wird, daß er den Antrag stellte, seinen Klienten auf seinen Geisteszustand zu untersuchen. DieAllenst. Ztg." bemerkt hierzu: Nach der un5 gegebenen, durchaus glaubwürdigen Information erfolgt tatsächlich eine Be­obachtung Goebens auf seinen Geisteszustand. Die Berichtigung Wolskis stellt lediglich fest, daß es nicht aus den Antrag des Verteidigers geschieht.

Der Arzt Dr. Merlrng in Birkenfeld machte an einem kranken Kinde in echtem Nachbardorf ten Luftröhren­schnitt. In dem Augenblick, als er ten Schnitt getan hatte, sank er zum Entsetzen der Hilfe leistenteii Personen, von einem Herzschläge getroffen, tot zu Boden. Das operierte Kind starb an Verblutung.

In Duisburg verhaftete die Krimmalpolizei eine große Einbrecherbande, die im letzten Jabre in Hamborn und Beck eine Reihe schwerer Einbruchsdiebstähle verübt und Waren im Werte von mehreren Tausend Mark erbeutet hatte. Es wurde ein ganzes Lager gestohlener Sachen beschlagnahmt, das aber nur einen Teil der Beute darstellen soll, da die Einbrecher eine ganze Waggonsendung fortgeschickt haben sollen. Weitere Ver­haftungen stehen bevor.

In ber Marienkirche zu München-Gladbach brach ein Brand aus, der Attar, Orgel und verschiedene Dekorationen stark beschädigte.

In Den Pilgerstädten der Landschaft Hedscha am roten Meere kommen täglich beinahe 300 Cholerafälle vor, von denen ungefähr 80 Proz. tödlich verlaufen

Wie man aus Newy 0 rk meldet, erfolgte am 9. d. Mts. der 2 5. Selbstmord, der durch die Finanzkrise ver­ursacht wurde. Das Opfer war ein Börsianer namens Lewis. Er hatte fein ganzes Vermögen verloren. Die grimmige Kälte, die in Newyork zurzeit herrscht, verursachte den Zu­sammenbruch eines Mieter st reit s. Die armen Mieter ziehen es jetzt größtenteils vor, zu bezahlen, statt exmittiert zu werden oder in Häusern zu bleiben, wo Gas-, Wasser- und Dampfheizung abgeschnitten werden. Ter Zustrom von Arbeitslosen nach den großen Städten Amerikas hält unvermindert an. Tie öffentliche Sicherheit ist ernstlich gefährdet. In Chicago smd in drei Tagen 500 Fälle von schwerem S tr a ß enr au b e im Herzen der Stadt vorgekommen. Zwei Menschen sind dabei getötet unb eine große Anzahl schwer verletzt worden.

Bei St. Jago de Chile wurden 4 Deutsche, die einen Ausflug nach einem Torfe unternahmen, in der Dunkelheit von Bauern für Räuber gehalten unb beschossen. Ein Deutscher wurde getötet, die drei anderen wurden schwer verletzt.

<5)riginabDra^tmelöeing»4

sd. Tarmfi-aDt, 11. Jan. Die Kcmi'.naipolizei folgt einen unter dem Namen Tr. Gg. von Strachwitz vornehm austretenden Schwindler, der unter der An­gabe, er fei als Gerichtsassessor hierher versetzt worden, Zimmer mietet und sich dann zur angeblichen Auslösung feines Gepäcks auf dem Zollamt Geld zu ersafwindeln sucht. In einzelnen Fällen ist ihm dies hier mit Betragen bis zu 50 Mk. gelungen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der von hier verschwundene Sck)windler anderwärts sein Treiben fortsetzt, da er von Riannheim, Worms, Ludwigshafen^ Offenbach und Mainz wegen ähnlicher Schwindeleien ver­folgt wird. Er ist 27 Jahre alt, blond und trägt einen kleinen Schnurrbart. Er geht im bunuen lleberzieyer und schwarzem steifen Hut und bedient sich eines umränderten^ Zwickers.

Köln, 11. Jan. Die heutige Verhandlung im Pe-, tersprozeß dauerte nur eine Stunde, die zum großen Teil mit der Verlesung des Briefwechsels Dr. Pe-^ ters mit Bischof Smithien ausgefüllt wurde. Ser, Bischof schreibt im April 1892, er bedauere, infolge Mit-! teilungen, die vom Kilimandscharo über Peters eingegangen seien, ihn nicht empfangen zu können. In seiner Antwort hierauf bezeichnet Peters seine Mitteilungen über die Hin­richtungen als falsch. Gegen 10 Uhr wurde die weitere liche Zeugen und Sachverständige wurden entlassen, bis'. Verhandlung auf Mittwoch vormittag 9 Uhr vertagt. Sämt- auf von Friedemann, von Elpons und Pros. Volckens. Am Montag wird Gouverneur v. Soden in Stuttgart kommis­sarisch vernommen. Rechnungsrat Schneider hat dem Ge­richt mitgeteilt, daß er wegen Krankheit nicht erscheinen könne; er bittet um kommissarische Vernehmung.

München, 11. Jan. Die von der liberalen Fraktiow! im bayrischen Landtage eingereichte Interpellation an ten Minister des Innern wegen ter Erschießung des <3tut)en ten Moschel durch einen Schutzmann kam gestern bei überfüllten Tribünen zur Besprechung. Der libe­rale Münchener Abgeordnete Schön begründete die Inter­pellation. Staatsminister v. Brettreich gestand dieMän-, gel in ter Organisation und der Auswahl der Schutzleute' zu und bemerkte, daß eine Neuregelung in die Wege ge­leitet sei. An die Interpellation knüpfte sich eine drei­stündige lebhafte Debatte, die aber nichts wesentliches Neues bot.

Paris, 11. Jan. Aus Tanger wird gemeldet, aus Fez sei die Nachricht eingetroffen, daß Muley Hasib einstimmig zum Sultan erwählt worden sei. Ein Oheim von chm werde bis zu seiner Ankunft als Bize- könig die Regierung führen. In Tanger habe die Nachsicht große Erregung hervorgerufen.

Petersburg, 11. Jan. Wie verlautet, hat die Nordische Bank durch Wechselfälschungen des Sohnes eines Nil llionärs, der flüchtig wurde, einen Verlust von 200 000 Rubel zu verzeichnen. Auch 5 andere Banken sollen in Mitleidenschaft gezogen sein und zusammen 300 000 Rubel eingebüßt haben.

Washington, 10. Jan. Das Staatsdepartement' erklärt ausdrücklich die in Europa verbreitete Meldung für unwahr, der amerikanische Botschafter in Tokio habe die Einschränkung der japanischen eintoanbe- rung in Amerika verlangt.

Hinzurechnung des Gewinnrestes ton Kr. 5 482.55 aus de ml Jahre 1906 Kr. 16 119 640.05. Somit beträgt die Dividende Kr. 107.40 für icbe Aktie ober 7.671 Prozent des eingezahl^ ten Aktienkapitals von 210 Millionen Kronen, gegen Kr. 90.40 ober 6.457 Proz. rm Jahre 1906.

Bukarest, 10. Jan. Die Nationalbank setzt ab morgen den Diskont auf 7 Prozent und den Satz für Darlehen auf Effekten auf 71/2 Proz. herab.

Märkte.

Gießen, 11. Jan. Marktbericht. Aick heuligeur Wochen- maitte kostete: Butter pr. Pfb. 0.901.00 Mk., Hühnereier 1 St. 910 Pfg., Käse pr. St. 68 Pf., Kasematte 2 St. 56 Psg., Erbsen p. Pw. 1824 Psq., Linsen p. Pfd. 2540 Psg., Tauben pr. Pr. 0,801,00 Mk., Hühner pr. St. 1,001,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Alk., Gänse pr. Pfd. 6070, Emen pr. Stück 1,80

88 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 7080 Psg., Hammelfleisch pr. Psd. 6l84 Pfg. Kartoffeln pr. 100Kg. 5.506.00 Pik., Zwiebeln pr. Ztr. 5,006,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per Htnck 0-00 Psg., per Zentner Alk. 0.000.00. Aepiel per Ztr. 1025 Mk., Birnen per Ztr. 1025 Pik. Dhiffe 100 Stück 4000 Pig., per Ztr. 000 Mk. Marktzeu von 82 Uhr.

Gießener Wetterdienst.

PornnHsichttiche Witterung für »cjjeit am Sonntag den 12. Januar 1908: Znnehmenbe Bewölkung. Trocken. Nachlassen bes Frostes. Weftlicbe Wmbe.

Universitäts-Nachrichten.

hc. Marburg, 10. Jan. Seinen 70. Geburtstag feiert am 13. Januar ber ordentliche Professor ter praktischen Theo­logie an unserer Universität, llniversitätsprediger, Konsistorial- nat Dr. theoll Ernst Christian Achclis. .Arn 13. Januar 1838 zu Bremen geboren, bezog Achelis nach 9u, dnierung des vater­städtischen Gymnasiums die Universität Heidelberg, wo er vor allem die Vorlesungen Richard Rothes lyörte, setzte seine theo­logischen Studien in Halle fort und bestand 1860 die theologische Prüfung in Bremen. Zuerst Hilfsgeistticher in Arsten bei Bre­men, kam er 1862 als Pastvr nach Hastedt bei Bremen und 18 <5 mrch Barmen. Im 'Februär 1882 wurde er von ter Hallenser lheologisch-en Fakultät zum Tr. theol. hon. causa ernannt und mit dem 1. April tesselben Jahras als ordentlicher Pwsessor für praktische Theologie und Unwersitätsprediger nach Marburg an Stelle von Prof. Dr. Scheffer berufen.

vernrischteM.

Berlin, 11. Jan. Infolge seiner verschiedenen Aussagen im ersten und zweiten Moltke-Harden-Prozeß ist dem Berliner Vertreter derLeipz. N. Nachr.", Dr. L i m a n, nahegelegt worden, auf alle Ehrenstellen zu verzichten, die er inne hat. Diesem Drucke folgend hat Dr. Liman gestern das Präsidium des deutschen Schrift­steller-Verbandes niedergelegt und dem Ber­liner Schriftsteller-Klub wie der deutschen Kolonial-Gesell- schaft, Abteilung Berlin, seinen Rücktritt als Vorstands­mitglied angezeigt.

* Berlin, 10. Jan. Unter dem Verdacht, die Glässer aus dem Tempelhofer Felde umgebracht, vielleicht im Affekt getötet zu haben, ist ber frühere Steinsetzer Richard Schmidt verhaftet worden. Schmidt, der in der letzten Zeit wenig ar­beitete und hin und wieder 9Notell stand, teilte eine Stube und Kammer mit dem Steinsetzer Hartmann, der mit ber Glässer ein Liebesverhältnis unterhielt. Diesen Beiten führte bie Ermordete eine Zeitlang die Wirtschaft. Tie beiden plagte die Eifersucht. Sell dem 3. v. Mts. liegt Hartmann im Krankenhaus. Jetzt glaubte Schmidt, cm Schnapstrinker, der in der Trunkenheit sterisch roh ist, über die Geliebte des Kranken unbeschränkt verfügen zu können. Er wollte sie auch aus die träte schicken, damit sie ihm möglichst viel Geld verdiene, stieß aber mit diesem Verlangen auf hartnäckigen Widerstand. Tie Folge der Weige-- rung war, daß er die Glässer oft schwer mißhandelte.

* Torfpirat en. Em Mitglied einer Räuberbande, die in ter Silvesternacht bei dem Landwirt Uebel m Neu-Trebbin in ber Provinz Brandenburg einbrach, wurde jetzt m Berlin feil* genommen. Uebel war am Silvesterabend nut seiner Frau und feinen beiden Knechten nach Trebbin gefahren. Auf der Befitzimg, tue etwa 3 km von der Stabt entfernt liegt, waren mir die beiden Diägde unb die Kinder Uebels zurückgeblieben. Mitten in ber iliacht drangen drei Räuber in das Haus; sie schlugen einige uiren em, um in alle Räume gelangen zu können. Unterbefjen hatte aber eins ber Mädchen Uebel m Trebbin in der Gauwin- ichast, in der er abgestiegen war, durch den Fernsprecher ongeru<en. Ter Landwirt kam mit feinen Knechten zurückgeiabren und traf die Räuber noch an. Sie empfingen ihn mit einigen Schüssen ans Seinem eigenen Gewehr. Mit Revolvern hatten sich die Kerle selber ausgerüstet. Tie Räuber fühlten sich aber nun doch nicht mehr sicher und suchten unter Mitnahme der beiden Waffen bas Weite. Eine Magd hatte an ber Stimme einen früheren Knecht erkannt, unb so kam es zur Festnabme bes 22 Jahre alten Knechtes und Arbeiters Rudat. Ter Verhaftete legte ein Geständnis ab und bezeichnete als seine Spießgesellen zwei entsprungene Fürsorge- zöglinge.

* Paris, 10. Jan. Ter hier auf Veranlassung des Di­rektors der Tebeersgesellschaft verhaftete Lemoine behauptet, daß 'die ihm vom Tirektor übergebenen anderthalb Millionen Franken als Vorschuß auf künftige Lieferung k ü n st l i ch e r D i a m a n t e n nach Muster jenes Diamanten zu betrachten seien, den Lemoine vor dessen Augen dem Siemensofen entnahm. Der Direktor hält sich für betrogen. Die Pariser Chemiker Borbas und Bardon werden begutachten, ob Lemoines Verf.ch.en der Die.man.erzeug.mg irgendwelche wissenschaftliche Grundlage besitzt.

Holzversteigernng.

Mittwoch, den 15. d. Mts.,

vormittags von 9 Uhr an

soll in hiesigem Gemeindewald in den Distrikten Entenpfuhl und Benerergraben nachverzeichnctes Holz versteigert werben: 79 eich. Stämme mit 10,30 Fstm., 67 sicht. Derbstangen mit 8,06 Fstm.,

106 Rm. buch., 6 Rm. eich., 4 Rm. Fichten-Scheite,

78 , , 22 , 8 , , -Knüppel,

2040 Wellen buch., 50 Wellen eich., 1200 Wellen Fichten-Reiser,

36 Rm. buch., 4 Rm. eich., 30 Rm. Fichten-Stock.

Der Anfang ist im Distrikt Entenpfuhl beim Pflanzgartcn. Großen»Buseck, den 10. Januar 1908.

Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck.

302 S ob walte

den ß. Aebruur nachm. <£ Uhr, soll die hiesige , ,

Gemeinde - Ueldjagd beiWirt Schröder" auf weitere 6 Jahre verpachtet werden Cichetsachsen, den 10. Januar 1J08, [-96

Großh. Bürgermeisterei Eichelsachsen.

Mettenheimer.

Jagd-Verpachtung.

Die am 6. Februar d. Js. leihfällige Feld- und Wald­jagd ber Gemeinde Bers rod, Kr. Gießen, zirka 1700 Hessische Morgen enthaltend, soll

Samstag, den 1. Februar d. Fs., vormittags 10 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei, auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Das Jagdgebiet ift in einer halben Stunde von der Bahnstation Reiskirchen zu erreichen.

Bersrod, den 10. Januar 1908. 289

Großherzogl. Bürgermeisterei Bersrod.

R e u s ch l i n g.

'vraunfelS, den 10. Januar 1908.

Fürstlich Sotrns-BrtmnfelS'fche Bergverwaltung.

CD/.

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