Ausgabe 
7.3.1908 Zweites Blatt
 
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General-Anzeiger für Gberheffen

smnte mit geschädigt.

+ Weilburg, 6. März, bringt morgen das Oratorium Tocht er^ von Rhcinthaler zur Prof. Dr. Gundlach. Die Mlisik Negts. Kaiser Wilhelm Nr. 116.

Dt«(Skfccnet ZamiltendlStler- werden dem ,Ln-naer' otennal wöchentlich beigelegt, das für den Kids Stehen" zweimal »üchenlttch. Die ..Landwirtschaftlichen Seit» fteftii" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und S)ruderet: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: 5L

Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGteßen.

genußreiche Sttlnden verlebt zu haben tlnd mit dem Wunsche, daß sich solche Abende öfters wiederholen möchten.

a. Bu rkhardsfelden, 5. März. Vergangene Nacht wurde hier Wäsche, die zum Trocknen aufgehängt war, im Werte von nahezu 100 Mk. und außerdem noch 2 Gänse gefloßen. Auch im benachbarten Hattenrod wurde vorige Woche Wäsche von einem Seil gestohlen. Man nimmf an, es mit einer Diebesbande zu tun zu haben.

X Nidda, 5. März. Heute wurde einer unserer ver­dientesten Bürger, Huttnacher Ludwig Ruppel III., zu Grabe getragen. Eine überaus große Zahl Leidtragender folgte dem Sarge. Pfarrer Werner hielt dem Verewigten die Grabrede.^ Ruppel war über 30 Jahre Mitglied des Stadtrats; ferner gehörte er lange Zeit dem Schulvorstand und der Armenkommission an, ebenso der Kiräicngcmcinde-Vertretung. Seine Milckärdienstzeii batte er im 4. hessischen Infanterie-Regiment abgeleistet. Er war ein Mann von ruhigem friedlichem Sinn, der viel Lebens­erfahrung besaß. Sein Alter brachte er auf nahezu 77 Jahre. Kränze mürben niedergelegt von Großh. Bürgermeister Rolh namens des Stadtvorstandes, und von Rentier Roth namens des Märinergesangvereins. Die Influenza tritt hier und in der Umgegend häufig auf, ohne jedoch bösartig zu sein. Durch den BüdingerKrach" sind auch hiesige Einwohner mehr oder weniger in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Vertrauen in Geldsachen hat durch die ganze Angelegenheit einen gewaltigen Stoß erlitten. Wie man hört, sind geradeantisemitisch" Ge-

Der Gesangverein Paulus .Iaphtha und seine Aufführung. Dirigent ist stellt die Kapelle des Inst.-

Ausland.

Rom 7 März. Gestern sind hier 149 Mitglieder sämt­licher Eisenbahn-Verwaltungen zusammen getreten, um über die Einführung internationaler rornbi- nierter R u n d r e i s c h e f t e zu beraten. Eme Emigung scheint erzielt worden zu sein. .

Brüssel, 6. März. Ter belgif che Justizminister hat die Schließung des internationalen Spiel­klubs in Spa angeordnet.

Paris, 6. Attirz. Senat. Beider Beratung des Nach­tragskredits für Marokko erwiderte der Kriegsminister auf eine an ihn gerichtete Frage, der .Truppenbestand m v.e a = rokko sei nach und nach auf 13 000 Mann erhöht moiben. Der Unterhalt der Truppen einschließlich derjenigen von Udschda und dem Gebiete der Boni Snassen und die Erneuerung des Materials habe bisher einen Aufwand von u nge f a h r 1 v Millionen Franks erfordert. Der Marinemim,ter erklärte, von der Marineverwaltung seien außerdem noch ungefähr vier Millioneti verausgabt worden, nicht gerechnet die Reparatilr der Schiffe, die noch nicht beendet sei.

Präsident Falliöres und KönigEduard haben heute nachmittag Besuck)e ausgetauscht. x w .

London, 6. März. Die großbritannische Regierung hat zur Verhütung der Einschleppung der Maul- und Klanen- seuchedieEinfuhr vonHeuundStroh ausDeutf ch - land nach Großbritannieii vom 9. März ab verboten. Ausgenommen von dem Verbot ist Packmatcrial, bearbeitetes Stroh, das nicht zur Fütterung verwendet werden kann, loses Heu oder Stroh, dessen Benutzung zu anderen Zwecken als zu Futter er­laubt wird, und Heu oder Sttoh der letztbezeichneten Art, das vor dem 9. Mürz zum Versand an Bord gebracht wurde.

Hongkong, 6. März. (Reuter.) Der Vizekönig von Kwan lang beschloßt das japanische SchiffA, n 11 u Mar u", trotz des Befehls von Peking, die Angelegenheit in freundschaftlicher Weise zu regeln, f est z u h a lt en.

ein Fest am Oberwaldhaus.

** Die 2. Verbandsausstellung der hessi­schen Geflügel- und Vo ge lzuch t v er ein e in Darmstadt wurde heute vormittag liy4 Uhr in Gegenwart des Großherzogspaares, des Ministers Braun und des Mi­nisterialrats 2r. Usinger eröffnet. Die Ausstellung ist sehr- reich beschickt, namentlich in Nutzgeflügel. Den 1. Ehren­preis, den der Großhcrzog gestiftet hat, erhielt Julius Zimmer auf der Bingmühle bei Grünberg, dem auch der Ehrenpreis des oberhessischen Geflügelzuchtverbandes zusiel.

Die Anlagemusik fällt morgen Sonntag aus.

* Frühjahrs-Pferde markt zu Gießen. Am 1. April findet zu Gießen wieder Pierdemarkt mit Prämiierung statt. Die letzten Märkte waren durchschnittlich mit über 300 Pferden beiahrcn und von Händlern, Züchtern und Landwirten sehr gut besucht. Für die Prämiierung der Pferde stehen 2000 Mk. zur Verfügung. Die Prämiierungs-Kommission besteht aus den Herren Oekononilerat Müller-Neuhoi bei Gießen, Vorsitzender des Landes- Pferdezuchtvereins, Oekonomierat Hoimanii-Hoi-Güll, Gutspächter Bene-Hof-Allenberg bei Wetzlar, Kreisveterinärarzt Dr. Knell- Gießen, Schlachthofdireltor Modde - Gießen und Oberitlenliianl Schinidl-Gießen. An Preisen sind die folgenden oorgejehen : I. Ab­leitung, Reitpferde: 30 und 20 Mk. II. Abteilung, Wagenschläge (paarweise): 80, 60, 40 und 30 Alk. III. Abteilung, Arbeitsfchläge (paarweise), a) schwere: 80, 60, 40 und 30 Mk., b) leichte: 60, 40 30 und 20 Alk. I V. Abteilung, Arbeitsschläge (einzelne), a) schwere: 40, 30, 20, 15 und 10 Mk., b) leichte: 40, 30, 20, 15 und 10 Mk. V. Abteilung, Arbeitsschläge (diese Pferde müssen mindestens sechs Monate im Besitz voll Landivirlen jein, die Mitglied des Hessischen Landes-Pferdeziichivereins oder eines laiidwirtschastlichen Bezirks- Vereins sind!, a) einzelne Pferde: 40, 30, 20, 15 und 10 Mk., b) paarweise: 60, 30, 20 und 15 Mk. VL Abteilung, dreijährige Fohlen (geb. 1905), a) Wagenjchläge: 40, 30, 20 und 10 Mk., b) Arbeitsschläge: 40, 30, 20 und 10 Mk. VII. Abteilung, zmei- uihiige Fohlen (geb. 1906', a) Wagenschläge: 30, 20, 20 u. 10 Mk., b) Arbeitsschläge: 30, 20, 20 und 10 'Ulf. VIII. Abteilung, Zucht- fluten mit Fohlen ober nachweislich gedeckt (Prämien für ui- ländische Züchter, welche Whtglieb des Landes-Pserdezuchtverems linb) a) Wageiischläge: 60, 50, 40, 30, 20, 15 und 10 Mk., b) Ar­ve üssch läge: 60, 50, 40, 30, 20, 15 und 10 Alk. In den Ab- teilmiben IIV. ,verden für im Privatbesltz befindliche Pferde, die nicht nm Geldpreise konkurrieren, Ehrenpreise gegeben. In den Abteilungen II., III. und IV. werden nur Pferde im Besitze von Händlern zuqelajsen. Ter Prämiierungsplan, welcher d,e näheren Bedingunge,» enthält, >vird vo>i Herrn Wemhandler Ang. Schwan in Gießen auf Wunsch übersandt. Mil dem Pferdemarkt ist eine Verlosung von Pferden, Wagen, laiidwirtschaftl. Maschinen, Fahrrädern, Nähmaschinen, HaushallungS- und Gebrauchsgegen­ständen verbunden, zu der Lose ä 1 Mk. bei Herrn Richard Buchacker und den Verkaufsstellen zu haben sind.

** Ein Preis-Skat-Tour irrer findet gegenwärtig int Lass Amend statt. Tie Veranstaltung ist etwas Neues für unsere Stadt und aus der vorgestrigen und gestrigen Beteiligung an diesem Dournier, die sehr gut war, ersieht man, welcye Liebe dem Skatspiel hier entgegengebracht wird, .Adern Smt- sreund oder Interessenten ist Gelegenheit geboten, nch an. tnejem Spiele, das bis Montag abend, 9. Diärz, dauert, zu beteiligen.

d. Reiskirchen, 5. März. Auch hier wurde wie m Londorf vergangenen Dienstag abend durch das Nhein- Ma in i sch e Ver ba ud s theat er »Minna von Barnhelm" gegeben. Der Guntruinsche Saal mar erdrückend voll. Die Vorstellung begann um 8 Uhr und ging um lOVg Ufyr zu Ende. Man verließ den Saal mit dem Bewußtsein, einige

* Friedberg, 5. Ackirz. Der Verein ehemaliger Friedberger Landwirtschaftsschüler hielt hier seinen ersten Diskussions nachmittag ab. Weit über 200 der früheren Schüler waren dem Rufe gefolgt und auch die Ehren­mitglieder Direktor Tr. v. Peter, Dr. Hoffmann und Zucht­verwalter Kreuz, sowie verschiedene Gaste. Zunächst hatte die Landwirtschaftsmmmer eine reichhaltige Kollektion von verschie­denen Saatgutproben der Saatbaustellen der Hess. Landwirt- schaftskammer ausgestellt, tote verschiedene Hafer, Gersten, Sommer­weizen und sehr reichliche Kartoffelsortenproben, bei denen be­sonders der hessische Kartoffelzüchter Böhm stark vertreten war. Der Kernpunkt des Nachmittags war der Vortrag des Herrn Dr Ham an von der Landwirtschaftskammer mit dem Thema: Die Vorteile des Sortenwechsels und die E inri chtung und der Zweck der Saatbau st ellen der Hessischen Land- toirtschastskammer." Nachdem er die Wintergetreidesorten ge­streift hatte, wandte er sich den Sommergetreidesorten gii unö betonte, daß die Sommerweizen und unter ihnen hauptsächlich roter Schlanstedter, Japhet und Kirfche's Sommerweizen größere Beachtung verdieneu. Roter Schlanstedter verlange frühe '^aat, bringe aber auch Höchsterträge, Japhet stehe dem vorigen kaum nach und sei besonders lager- und schädlingsfest. Kirsche s Sommer sauare heade sei befriedigend im Ertrag, doch noch nicht ganz formenrein. Für trocknere Böden dürfte No6s Sommerweizen mehr zu empfehlen sein. Was die Gersten anlange, fo wars für jedes Gebiet hier allmählich die brauchbarste Form gesunden worden. So sei fürs Ried eine umgezüchtete Nledgerste von hohem Ertrag und guter Qualität schon geschaffen. Eine neue, mehr für die rheinhessischen Gebiete geeignete Pfalzergerste folge näch­stens und auch in den Gebieten der Wetterau und des vorderen! Vogelsberges müßten brauchbare Formen bald gesunden wnden. Für leichtere Böden seien wohl die Landgersteii einschließlich der Hannagersteii vorzuziehen, während auf schweren Boden viel­leicht Jmperialgersten und unter ihnen besonders die Goldtro^ vielleicht auch die new burton malttng-Gcrste mehr am Platze erschienen. Unbedingte Aufgabe der Gersteii bauen^li ^bute mus so es sein möglichst wenige Sorten innerhalb eines Anbaug^bietes u kultivieren, damit das in. den. betreffenden Anbaugebieten erzeugte Produkt möglichst gleichartig sei. Die angesichts der günstigen Konjunktur ganz besondere Beachtung. An hoch ertragreichen Sorten sind H^r zu, nennen: Strubes-, Beseler Nr. 2, Kirfche's Hafer. Als fruyrene Form ist Ligow besonders zu erwähnen, als Form, die fur ttockue und sandige Lagen noch empfehlenswert ersck)eint ist Leutewitzer Gelbhafer aniufübrcn. Kirfche's Hafer ist starker strohwuchsig, und lagert daher nr feuchten Garben leicht. Strube's Hafer ist lagerfestm: und licstrt eiii Korn von gicker Qualität Auf die Kartoffel- sorteu eingehend, unterscheidet der Referent 4 große Gruppen. 1. ganz frühe, meist lvenig haltbare, seine <->peisekartoffeln, hier- her^aehörten von empfehlenswerten Sorten etwa Primel, Kaper kröne und Starkenburger Frühe: 2 frühe, zartfleischige, emp­findliche, feine Speifekartosseln wie z. B. Ella, Lucia, Tris, ^tticb, Alma usw. Tiefe Sorten eignen sich vorwiegend zum sosorttgen Verkauf als Speisekartoffel. Sowohl als Speise- ime auch als Wirtschaststartoffel sind folgende mittelspäte Aorten zu nennen. Industrie, Erfolg, Geheimrat Haas u. a. m. Von Walen horten endlich werden außer Professor Wohltmann noch Wewe Komgin und Brocken erwähnt. Nachdeui der Reserent rmck) ÄÄÄÄ darauf hiugewiesen hatte, wie außerordentlich günstig die hessischen Kartoffelanzüchtungen des Herrn Böhm in Gwtz-Bseberau ur der Konkurreiiz der deutschen Kartoffelkulturversuchsltatlon bestan, den Ijättcu, schloß er seine interessanten .Ausführungen. Gan- besonders referierte Dr. Hamann über die Arbeiten uno nun­mehrigen Erfolge unseres ersten hessischen KaMosjelzuchters. Re- ftrM gab ein Bild von der nun bereits w iahrigeii Arbeit des Kartoffelzüchters*Böhm und seinen nunmehrigen Ersolgen, die er mit seiner neuesten' ZüchtungErfolg" .. auch tmrklick). erreich hat. Diese Böhmsche Züchtung ging nämlich als .^eger vei den Anbauversuchen der deutsckren ^iibimctldjaft^gc^lIi^aTt m Erbesbüdesheini hervor: auch andere Sorten Bohui--, ime Geyeun rat Haas usw. schlickten dortselbft vorzugckch ab. Der Referent ist der Ansicht, daß nicht eine einseitig äheorie der Landwirt­schaft von Nutzen fein könne, sondern, dag alle toissenschastlichen Forschungen und Ergebnisse nur dann den richtigen Wert besitzen und Erfolge zeitigen, wenn sie auf der Praxis aufgebaut und in der Praxis ausprobiert und für brauchoar und durchsuhrbar erachtet worden sind. Der Vorsitzende dankte dem RZerenten für seinen Vortrag und führte aus, daß gerade das Gebiet des Ackerbaues in Lberhessen gegenüber der Viehzucht sehr stiefmütter­lich behandelt würde. Direktor Tr. v. Peter erllarte sich mit den Behauptungen des Vorsitzenden nicht ganz einverstanden und erläutert die Arbeiten, die auf diesem Gebiete schon jahrelang und mit Erfolg im Kreise Friedberg und auf den Versuchsfeldern durchgeführt wurden. Der Vorsitzende W. Fenchel führte aus,, daß man in Starkenburg z. B. mit den Prämiierungen bei Bezirks-! schauen auch Prämiierungen der Erzeugnisse des Ackerbaues usw. mit verbinde: er ist ferner der Ansicht, daß in Oberhessen auf diesem Gebiete der Landwirtschaft noch vieles zu tun sei. Herr Dr. Hamann ist gleichfalls der Ansicht, daß gerade für diesen Zweig der Landwirtschaft noch viel zu tun sei und betont, daß die Landwirtschaftskammer das Wichtigste zur Hebung des Äcker-

meldet, tour aber als jüngster Kandidat ^urück-getoicsen worden mit der Begründung, der Raum reiche nicht, hin, um die Menge der Prüflinge zu fetzen. Tempi passati! Am 10. Mai 1840 wurde er von Dekan Müller in der Kirche zu Armsheim ordiniert und diente in den folgenden acht Jahren als Leiter uüd Verwalter den drei rheinhessischen Gemeinden Armsheim, Essenheim und Framersheim, zuletzt in Griesheim auf dem rechten Rheinufer. Endlich wurde ihm am 16. Juli 1848 die Pfarrstelle zu Hohen-SÜlzen, Dek. Worms, übertragen. Zwei Tage später führte er seine Braut Friederike, Tochter des Oberkonsistortalrats Keim in Darmstadt, heim, die ihnt nach 16jähriger glücklick)er Ehe in Wallernhausen bei Nidda, wohin Clotz im Oktober 1855 versetzt worden war, im Alter von 44 Jahren durch den Tod entrissen wurde. Nach 16jähriger Wirksamkeit ver­ließ der Witiver diesen Ort und zog nach Hausen bei ließen über am 21. Juni 1871, demselben Tage, an dem ein ältester Sohn Ludwig aus dem deutsch-französischen Kriege wohlbehalten heimkehrend, mit den yessischen Trup­pen in Darmstadt einzog. Allmählich stellten sich Alters­gebrechen ein. Seit 'November 1889 versah Clotz keinen Dienst mehr, und siedelte zu seinem Schwiegersohn, dem Dekan Wahl, nach Wieseck über. Auf sein Nachsuchen wurde er am 1. Mai 1892 in den Ruhestand versetzt. Sein eben genannter Schwiegersohn wurde int September 1899 sein Nachfolger in Hausen und der alte Emeritus hatte die Freude, wiederum in sein altes Heim einzuziehen. Dekan Wahl starb im kräftigsten Mauuesalter bereits im November 1902. Clotz verblieb bis zu Ende August 1905 bei seiner verwitweten Tochter und wohnte seitdem bei seinem Enkel, Pfarrer Ludwig Wahl. Das Andenken des alten Herrn, der heute zur letzten Ruhe bestattet wird, wird bei allen, die chn kannten, in dauerndem Andenken bleiben.

** Vom Großh. Hofe. Die Großherzoglichen Herrschaften fuhren am Donnerstag nachmittag mit Gefolge nach Frankfurt a. M. und besuchten abends das S ch u m a n n - T h e a t e r.

** In der nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverord- neten-Versammlung, die gestern nachmittag stattfand, wurde die Vorlage wegen der Erhöhung der Beamten ge­hälter nochmals an die Kommission zurückgewiesen.

** Die Ferien der Volks schulle h rer. , Der hessische Landes-Lehrerverein hat an das Ministe­rium des Innern eine ausführlich begründete Eingabe ge­richtet, in der gebeten wird, daß die Ferien für die Volks­schulen die gleiche Dauer erhalten wie die für die höheren Schulen und daß die Woche Ferien, um die die Zahl der Ferienwocheu an Volksschulen vermehrt wer­den soll, in der Weise verteilt werde, daß die Weihnachts­ferien auf 14 Tage und die Psingstferieu auf eine Woche ausgedehnt werden.

** Der 9. Kongreß des deutschen Verbandes für S ch u l g e s u n d h e i t s p f l e g e findet Psingsten in Dar ni­st adt statt. Die Stadt Darmstadt gibt den Teilnehmern

Aus Stadt uii- Cßitö.

Gießen, 7. März 1908.

Der ältestealte Herr" unserer Landesunrversität.

Friedrich Wilhelm August Clotz, der älteste der ehe­maligen Studierenden der alma mater Ludoviciana, zu­gleich der Nestor der Geistlichkeit Hessens, ist am Mittwoch 6 e st o r b e n. Pfarrer Clotz, der noch im vorigen Jahre der Jubelfeier unserer Landesuniversität reges Interesse ent­gegenbrachte, wenn er auch wegen Krankheit seine Absicht, chr beizuwohnen, nicht aussühren konnte, verbrachte seine letzten Lebensjahre in dem stillen Dörfchen Qu eck bei Schlitz. Er wurde am 15. Januar 1816 zu Groß-Umstadt ate Sohn des Pfarrers H. Clotz geboren- Seine Fugend ver­lebte er in den Orten Kleestadt, Sickenhofen und Stock­stadt a. Rb., bezog bann das Gymnasium zu Darmstadt und bestand dort die Regeprüfung im Herbst 1834. Bon da ab studierte er in Gießen Theologie, absolvierte

Jbbruar 1838 das Fakullätsexameu, besuchte bis Ostern Pcedigerfeucknar in Friedberg und wurde im yerbft desselben Jahres zum Schlußexamen in Darmstadt zugelassen, Clotz hatte sich bereits im Frühjahre dazu an»

Deutsches Reich.

Wilhelmshaven, 6. Niärz. Der Kaiser ist um 10 Uhr vormittags hier eingetroffen. Er begab sich nach Begrüßung des Prinzen Heinrich und der Admirale an Bord derDeutfch- land", wo er Wohnung nünmt. Gegen 12 Uhr fuhr der Kaiser zum Exerzierhaus der zweiten Matrosendivision, too nach An­sprachen der beiden Marinepfarrer die Vereidigung der Rekruten stattfand. Der Kaiser hielt eine kurze Ansprache und fuhr nach Schluß der F-eier in das Kasino zum Fruhsttick.

Berlin, 6. März. Die von einer hiesigen politischen Korrespondenz verbreitete Nachricht von dem bevorste­henden Rücktritt des Staatssekretärs grat le scheint auf haltloser Kombinatton zu beruhen. Wie von zuständiger Seite im Reichs-Po st amt nickgeteilt wird, denkt Herr Krätke nicht im entferiitesten an seinen Rücktritt.

Freiherr v. Scheffer-Boyadel, Generalleutnant und Kommandeur der 2. Garde-Division ist unter Befördermig zum General der Infanterie zum iommandlereichen General des 11. Armeekorps, als Nachfolger des Herzogs Albrecht von Würt­temberg, ernannt worden. .... ,

Breslau, 6. März, lieber eine von russischen Grenzsoldaten verübte Grenzverletzung wird der Schles. Ztg." gemeldet: Bei Eichenau iourde eine Schmuggler- bande von russischen Grenzsoldaten verfolgt, Schmuggler fwhen über die Grenze auf vrenßifches Gebiet. Von den Sol­daten wurden ihnen 30 bis 40 Schüsse nachgesandt. Zue Spuren lind au dem bei Eichenau stehenden Wasfertu^in der Hohenlohewerte kenntlich, in den die Geschosse einschlngen. Von den preugischen Grenzbehörden ist eine Untersuchung der Grenzverletzung bei den russischen Behörden beantragt worden.

Weimar, 7. März. Der Staatsminister Dr Rothe er­klärte gestern im Landtage unter großem Beifall der Malvritat 'des Hauses Verbote für Beamte und Lehrer, rn Kon- s uw vereinen zu kaufen oder einem Vereine ms Mit­glied anzugehören, als mit seinen persönlichen änftgauungen, sowie denen der Regierung und der Beamtenschaft u n o e r e i n b a r.

Sonneberg, 7. März. Als erste Frau im Her­zogtum Meiningen wurde in den Schulvorstand Frau Land­gerichts-Direktor Bock- Meiningen gewählt.

Berlin, G. März Das Abgeordnetenhaus setzte heute die Beratung des Eisenbahn-Etats fort bei dem Anträge v. Gamp, der bei den Wahlen zum Abgeordneten- hause freie Fahrt nach und vom Wahlorle für Wahlmänner fordert. Minister Breitenbach erklärte, er habe erhebliche Bedenken gegen den "Antrag, die sich vielleicht in der Kom­mission zerstreuen ließen. Die Entscheidung des Staats­ministeriums stehe noch.. ;a;it5. Der Antrag geht dann an die Budgetkommisfion, nachdem ihm Vertreter aller Par­teien zugesttmmt hatten. Sodann ivurden die Einnahmen aus dem Personen- und Güterverkehr genehmigt. Bei den Erörterungen über die dauernden Ausgaben führt der Mi­nister aus, daß sich alle Vereine der Bahnangeftellten ord­nungsfeindlichen Bestrebungen zu enthalten hätten. Ord- nungsfeindlich seien aber die Bestrebungen der Sozialdemo­kratie sowie die Forderung, daß die Koalitionen in der Laue sein sollten, auf dem Wege des Massenstreiks wirtschaftliche Forderungen durchzudrücken. Der Minister fuarnt weiterhin das Haus, Lohnerhöhungen zu fordern. Der Titel Besoldung wird bann bewilligt. Nach Erledigung einiger weiterer Titel wird die Weiterberatung auf morgen vertagt.

Nr. 57 Zweites Blatt 1F8. Jahrgang Samstag März 1908

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