Ausgabe 
27.12.1907 Zweites Blatt
 
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kr. 803

Zweites Blatt

157. Jahrgang

ttlcbeOtf mtt Nu4nahme bet Vonm^g».

General-Anzeiger für Gderyeffen

Interesse an der Stabilität der Verhält

sse an der Stabilität der Verhält- treues Glied in der Eutivickelung der deutschen Volks- und es. ist. absolut uuzutrejfend, in der Lat-straft und Wehrhaftigkeit an höchster Stelle zu verjchajselu

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Der tag' das erfolgte austritt

zu verzeichnen. Tas Befinden des Regenten ist zufrieden­stellend und unbedenklich. Hebet die nät)ere Ursache des Unfalls ist nichts bekannt. Vermutlich hat der Regent jedoch e inen kleinen Schwächeanfall erlitten, wie solche das hohe Greisenalter mit sich bringt, und von denen der Regent auch schon in früheren Jahren mehrmals befallen worden ift.

politisch« Lagerschar».

Ein Unfall des Prinzregeruen von Bayern.

greise Prinzregent von Bayern hat sich am Mon- rechte Handgelenk verstaucht. Im Lause der Nacht unter ziemlich heftigen Schmerzen ein Exsudats­im Handgelenk. Fiebererscheinungen waren nicht

** Deutsches Turnfest 190S in Frankfurt am Main. Der Ausschuß der Deutschen Turnerjchast hat ein­stimmig beschlossen, den Kaiser um Uebernahme des Protektorats über das deutsche Turnfest in Frank­furt a. Wck zu bitten. Grund des Beschlusses ist der herz­liche UNÜ dringende Wunsch, der vaterländischen Turn- sache die langverdiente Anerkennung als wichtiges und

Di»Otetzener Anntttendlötler" werden dem ^Unzel^er' otcnnal wöchentlich bergelegt, bafl Krdsblafl |üi Öen Krcb Hiehrn" zweimal wöcheniltch. Der . hesstsche Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Todesfälle.

Wie derRegensb. Anz." meldet, ist der frühere Präsi­dent der Kammer der Reichsräte, Gras Lerchenseld aus Köse ring am 24. b. 9JL mittags gestorben. Am gleichen Tage ist auch der Ches des bayerischen General­slabes, Generalleutnant Ritter von Endres, nach länge­rem schweren Leiden gestorben. Der General der Ka­vallerie und Generaladjutant Frhr. v. M a l t z a h n ist Dienstag nacht in Berlin gestorben.

lieber zahlreiche Verhaftungen ausländischer Arbeiter im Ruhrgebiet

wird telegraphiert: Nachdem am Sonntag italienische Ar­beiter im Betriebe der Friedrich-Wilhelmshütte bei Mühl­heim a. d. R. erhebliche Verwüstungen angerichtet hatten, wurden gestern mehrere Dutzend Italiener ver­haftet, da infolge der Stillegung eines weiteren Hoch­ofens befürchtet werden mußte, daß fremdländische Ar­beiter noch weitere Exzesse verüben würden. Auch in der verflossenen Nacht nahm man ruhestörende italienische Arbeiter fest, so daß gegenwärtig etwa 40 Italiener sich hinter Schloß und Riegel besinden.

2lu$lan0«

Wien, 26. Dez. Wie in Parlamentskreisen verlautet, wird nach Neujahr eine Rekonstruktion des Kabi­netts Beck erfolgen. In tschechischen Abgeordneten­treis en hegt man die Erwartung, daß im Sinne des deutsch- tschechischen Ausgleichs die Tschechen ein weiteres 'Portefeuille im Lab inert erhalten werden. Wie dasFremdenblatt" meldet, werden die Delegationen am 15 Januar in Wien ihre Beratungen auf nehmen.

Budapest, 26. Dez. Dem Pester Lloyd zusoige wer­den die Ausgleichsgesetze am 30. Dezember sanktio­niert werden und am L Januar 1908 in Kraft treten.

Haag, 26. Dez. Das gesamte Kabinett hat seine Demission eingereicht. Die Krise ist bekanntlich durch die Verweigerung des Kriegs-Budgets herausbejchworen worden. Tie Königin Wilhelmine hat die Temission des liberalen Kabinetts angenom­men, nachdem sie eine längere Unterredung mit dem Kabinettsches gehabt hat.

Lissabon, 26. Dez. Laut amtlicher Verfügung sind die Wahlen zur Deputierten lamm er auf dem 5. April n. I. anberaumt worden.

Petersburg, 27. Dez. Im Appellhofe begann das Gerichtsverfahren gegen 169 Deputierte der ersten Reichsduma wegen der Wiborger revo­lutionären Aufrufe; sie bekannten fidj sämtlich als unschuldig. Tie Hauptanklage stützt sich daraus, daß die Angeklagten die Verbreitung jenes Aufrufs veranlaßten.

Peking, 25. Dez. Die Regierung veröffentlichte gestern ein Edikt, in dem die Einführung einer Konstitution angekündigt wird. Die Regierung bereite dieselbe vor, könne jedoch den Tag der Einführung noch nicht angeben, diese müßte vielmehr schrittweise er­folgen.

Freitag 27.

RotattsnSdrutk und Wt

Universität^ - Buch- und Stein

R. Lange, Gießen.!

ges an sich, denn so lange Larisgemeinschaften bestehen, |tnb in ihnen natürlich auch Kündigungsfristen vorgesehen, h> von denen bald die eine bald die andere Partei Ge- 1 brauch macht. Nichts aber wäre verkehrter als daran den Schluß aus Streik oder Aussperrung zu knüpfen.

--rrl. k 125

Redaktion, Exvedüwn und Druckerei . . . strafte 7. Expedition und vertag e4905 .

Redaknon:«-^ 111 TeU-Adr^AnzeigerGi '

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Au» Stadt «nS Lanö.

G> ie]5en, 27. Lez. 1907.

** Lehramtspersonalien. S. K. H. der Gr o st» Herzog haben die Lehramtsaffcssoren Mlh. Kloos zmn Oberlehrer an der Augustinerschule (Gymnasium und Real­schule) zu Friedberg, ldonr. Richter zum Oberlehrer an der Realschule und dem.Progymnasium zu MZey, Wikh. Schuch­mann zum Oberlehrer an ter Realschule zu Heppenheim und Emil Kohl zum Oberlehrer an oent Realgymnasium Zu Mainz, den Oberlehrer an dem Lehrerseminar zu Fried- derg Gg. Schaff n i t zum Oberlehrer an der höh. Bnrger- schule zu Babenhausen und den Bildhauer Karl Huber aus München zum Haupttehrer an oen Technischen Lehr­anstalten in Ossenbach a. M. ernannt

** Steuerpersonalien. S. K. H. der G r o ß h e r - zog haben den öievisconskontrolleur bei dem tzauptsreuer- amt Mainz Karl We 5 p zum Buocharter bei der Haupr,laats- kasse, den Bezir ts las s ea st tstenten bei der Bezirks lasse Mainz I Aitton Kopp zu Mainz zmn Bezirks kassier der Bezirks­tasse Grebenhaul; den Regt-erung<>ch,est'or Lt-Üh. Schul aus Darmstadt zunr Beziiusrafseas,menken bei der Bezirksrasse Mainz II und den Finan^asp dränten Aug. Reuntng aus Nidda zum Bezirkskasseäsjtpenten bei der Bezirlstastc Mainz I ernannt. Er lebigt ist die Stelle eines Revis ions- kontroileurs und eine Hanptsteueramtsdteners'teLle, tzewL bei Großh. Hauptfteueramt Mainz.

** E i n G i e ß e n e r E r s i n d e r. Wie wir dem Reichs­anzeiger entnehmen, wurde dem Ingenieur Peter Lahr in Siegen (einem Sohu des Rentners PH. Lahr hier) ein Patent für einen Straßeusprengwagen mit Saug- und Druckpumpe erteilt.

* In Amerika verstorbene Hessen. Wilhelm Schmidt aus Windecken, 87 Jahre alt, zu Louisville Ky. (ein Hanauer Turnerjreijchärler von 1848). Joh. Klein st über aus Steinbach i. O., 80 Jahre alr, zu Wilmington, Del.

von der Arbeit grünblici) auszuruhen, uud sich dann ent­weder seßhaft zu machen oder, sobald die Konjunktur jenseits des Ozeans sich günstig gestaltet, wieder nach den Bereinigten Staaten zurückzukehren.

Ueörigens hat in der letzten Woche die Rückwanderung schon wesentlich abgenoniinen, woraus sich ergibt, daß es einem großen Teil der Rücklvanderer in der Hauptsache auch darum zu tun war, möglichst zum Weihnachtssest daheim zu sein. An der Beförderung der Massen Haven die beiden großen deutschen Dampsschtfsslinien erheblichen Anteil gehabt; so hat z. B. der Norodeutsche Lloyd in den letzten zwei Monaten die ungewöhnlich große Zahl von 20 MO Personen im Zwischendeck zurückbefördert, ganz ab­gesehen von den zahlreicheii Bessersituierten, beiien ihre Mittel es gestalteten, die Ueberfahrt über den Ozean in der zweiten Klasse der Dampfer zu machen.

jache, daß in einzelnen Städten die zurzeit bestehen Tarifverträge von den Arbeitgebern gekündigt toori sind, das Signal einer allgemeinen Aussperrung zu sehe.----! Tic Kündigung der Verträge hat durchaus nichts Ausfällig

p,c Kuckwandcruug aus betry richt tßkli Stauten von Nordamerika.

Die diesjährige starke Rückwanderung besonders der flavischen und romanischen Rassen aus den Bereinigten Staaten bon dkordamenka in ihre Heimatsländer gibt zurzeit vielfach zu Betrachtungen über die Ursachen dieser Erscheinung, sowie über die soziale Lage der Luruckkebrenden Anlaß, die jedoch nicht immer zutreffend jinb und oft aus falschen Voraussetzungen beruhen. Die Ursachen der Rückwanoerung, die keineswegs eine neue tzrscheiuung ist, wie vielfach angenommen wird, sind äußerst verschiedene. In jedem Jahre lehren Tausende in den letzten Wochen vor dem Weihnachtsfeste von drüben zurück, um in der alten Heimat im Kreise chrer Verwaiidten und Freunde die Feiertage zu verleben, während ein anderer iehr erheblicher Teil nach Art derSachsengänger die geschüftsstilleren Wiutermonate daheim verbringt, um un Frühjahr wieder an die Stätte seiner Arbeit in der neuen Welt zurückzukehren und feine Arbeilslrajt lohnend verwerten. Herr Gustav Schtvab, der bekannte Gerieral- Vertreter des Norddeutschen Lloyd in Newyork, der mit den Ein- und Auswawderungsverl-altnissen in den Ver­einigten Staaten aus Grund eingehenden Studiums und durch seine persönlichen Erfahrungen gründlich vertraut ist, uud alle ihre Phasen ausmerksam verfolgt, führt die gegenwärtige starke Auswanderung als die beste Wider­legung der Theorie an, daß die DampfschiffahrtSgesell- jchaften für die starke Einwanderung verantwortlich [eien »üb fügt hinzu:

Die gegenwärtige Auswanderung aus den Vereinigten gtaaun demonstriert die Tatsache, daß die Einwanderung sich selbst reguliert Wenn die Zeiten gut sind unb Arbeiter verlangt werben, kommt der tzeimatsmude in unser Land nnb wenn man hier feinen Gebrauch sür (eine Arbeit hat inb die Zeiten schlechter werden, dann kehrt er in seine Heimat zurück. Unb dies ist nur natürlich, beim bei bei Schließung einer Unmenge von Fabriken, bei. der uin|tellnng von Eiseiibahn-Bauten und all der Industrien, die bavou ui Miiteideuschajt gezogen werden, kommen viele der Bor- Vtüe., die der Einwanoerer hatte, in Wegsall."

Ganz unmotiviert, ist die Aujsasjung, der man vielfach im der Pvejje begegnet, daß die Rümvanderer größtenteils mittellose Leute feien, die, durch ihre Entlassung brotlos geworden, aus VLot in ihre Heimat zurüürehrten. Bei leer iveir überwiegenden Mehrzayl ist gerade bas Gegenteil i»er Fall. Freilich gibt es eme ganze Anzahl Leute, denen u bei der strengen Handhabung &r amerikanischen Ein- lvanberungsbestinimungen überhaupt nicht gelungen ist, Eingang ui die Bereiiiigten Staaten zu finden, die viel­mehr bei ihrer Lanoung auf der Auswandererstatioii Ellis . Island von beit Einwanberung sbehörben zurückgeschiut sind. ! Die Zahl dieser Leute macht aber einen bersch>mndenbeu. i rdruchteil der Nückwanderung aus. Mittellosigkeit, ägyp- lische Augenkraitlheit (Trachoma), körperliche Gebrechen 2C. i ini> die wichtigsten Momente, wegen derer den damit Be- tzajteten der Einlaß in die neue Wslt versagt luirb. Daß solche Leute, oft jeglicher Mittel entblößt, nach einer ver- Debltchen Reise über den Ozean wieder zurückkehren nürsjen, ist eine bekannte Tatsache, die allen nur mit wenig Gelb Ausgerüsteten Auswauoerungslustigen zur Warnung dienen i ollte. Es ist möglich, daß von solchen Einzeljälten auf die finanzielle Lage des Gros der Zurückkehrenden geschlossen wird. Das aber tryft, wie gesagt, kRneswegs zu. In ameri- kartischen Blattern werden ungeheure Summen genannt, bie. von dort beschäftigten ausländischen Arbeitern jährlich verdient unb nach Hause gesaicdt werben. Wir fefjen hier Don der Wiedergabe bestimmter Zissemt ab, da sie nur auf Schatzungen beruhen und die Zuverlässigkeit solcher Schätz­ungen nicht ohne weiteres zu beurteilen ist. Das aber (steht fest, baß es sich um viele Millionen handelt, die den Lluslanbern ui den Bereinigten Staaten als Lohn für jieißige Arbeit zufallen.

Was weiter die Zahl der Rückwairderer, die in den letzten Monaten ans den Bereinigten Sraaten in ihre Heimat Kurückgekehrt sind, anbetrifst, jo find in der Presse vielfach durchaus unzutreffende Angaben darüber verbreitet, tiine in diesen Tagen durch die Blätter gegangene New- Zorker Korrespondenz wollte wissen, daß m den letzten drei Monaten nicht weniger als 7aO DUO Ausländer Amerika verlassen haben, um von amerikanischen Häien aus nach 'Europa zurückzukehren. Auf Newhorl sollten allein 500 000 «entfallen. Diese Zis fern geben, wieTer Leuchtturm", das Organ des Vereins der Reeder des Uncerw es ergeb ietes Mreibt, em abjoiut unrichtiges Bild. ^Nach der amt­lichen a in e r i l a n i ( a> e n Statistik hat die Zahl der Rückwanderer (Zwischeiw'eckspassagiere) vom 1. Januar bis zum 5. Dezember b. I. 483 442 betragen, bis zum 7. No­vember waren 363 77b in diesem Jayre zur irrige kehrt, so daß im November d. I. rund 120 000 Personen Newyork verlassen haben. Tie Statistik Vom 10. Oktober d. I. gibt 313.705 Rückwanderer an, oie vom 5. September 2a8 l68, kvoraus hervor geht, daß im September etwa 55 000, im Ctiober 50 cOü Personen zurückgewandert sind. Im ganzen ergibt sich a!lso für die letzten Drei Äkonate (Anfang Sep- tSntber bis Anfang Dezember) eine* Ruckwandererziffer von 225 000.

Im Jahre 1906 betrug die Zahl der Rückwanderer bis zum a. September 198 297, d. u etwa 60 000 weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres- 1907; bis zum 5. Dezember 19u6 flieg die Gesamtziffer auf 315 708, d. i. 167 73e weniger als iu 1 -07.

In lanbwirtschaftlichen und industriellen Kreisen Deutschlands bejieljt nun angesichts der großen Zahl der Rückwanderer vielfach die Annahme, daß den Helin- lehrenoen gute Arbeitsgelegenheit willkommen sei, rote aus vielen Zuschriften, die an die DampfschijsayrtS- gefell,haften gerichtet find, hec-vorgeht.. Es ift bereits wtederyotk baru*.i.( *..igewicjeu, oajj oiese Rückwanderer, unter oenen übrigen^ otc Reichs deutsch en der Zahl nach gar nicht m Betracht kommen, er,ahrungsrnävig so schnell wie möglich nur aut dem kürzesten Wege in iyre außerdeutsche Heimat zurüazukehren wünschen, um jlch hier, wo sie nut ausreichenden Gelbmitteln ein treff en, zunächst

Vom Floiteuverem.

Ter Präsident der Deutschen Kolonialgesellschaft Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg hatte bekanntlich die Ab­teilung Berlin wegen Einberufung der Berjammlung, in der die Flottenpolitik der Regierung kritisiert und der Rück­tritt des Prinzen Rupprecht von Bayern als ein belang­loses Ereignis behandelt wurde, öffentlich scharf getadelt. Hierauf hat nun die Abteilung Berlin der Deutschen Kolo­nialgesellschaft am 21. Dezember einstimmig beschlossen, gegen diese Zurechtweisungauf statutenmäßigem Wege Abhilfe" zu suchen. Ans Wunscki des Kaisers soll jetzt übrigens von feiten des bayerischen Landesverbandes an die einzelnen Unterverbände das Ersuchen ergangen sein, man möge doch bis zur Wcksprache des Kaisers mit dem Prin­zen Rupprecht, der zu Neujahr nach Berlin kommt, jede Kundgebung vermeiden und Austrittserklä- rungen hintanzuhalten suchen. Ter Kaiser hat kürzlich mit dem Prinzen Ludwig in Berlin über den Zwiespalt wiederholt Unterredung gepflogen. Der Inhalt der Unterredungen entzieht sich selbstverständlich der Oef- feutlichkeit. Doch kann bestimmt versichert werden, daß der Kaiser den Eifer des Herrn Keim für die Flottensache nicht als Entschuldigung für dessen Vorgehen an sieht. Dem Kaiser liegt ein gedeihliches Einvernehmen von Nord und Süd zu sehr am Herzen, als das er es durch einen einzelnen stören ließe.

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Die systematische Beunruhigung des deutschen Baugewerbes und der Oesfentlichkeit durch die Behauptungen einer von den Arbeitgebern zum Frühjahr nächsten Jahres angeb­lich beabsichtigten allgemeinen Aussperrung ist, wie wir aus Arbeitgeberireijen erfahren, vollkommen unbe­gründet. Bekanntlich besteht im Baugewerbe wie in zahlreichen anderen Handwerken und Jnbustrien vielfach der Brauch, die Arbeitsbedingungen durch Tarifverträge, also durch Abmachungen zwisa)en den Organisationen der Arbeitnehmer und denen der Arbeitgeber zu regeln. Um bet Tarifvertragsidee im Interesse des sozialen Friedens eine kyeitare kräftige Stütze zu geben, hat der Deutsche Ar­beitgeberbund für das Baugewerbe vor kurzem die Einführung eines Normal-Vertrages be- (chlossen. Durch dieses Tarifmuster, das jelbjtverftänd- iich der Berücksichtigung lokaler Wünsche breitesten Raum lüßt^ soll lediglich der Zersplitterung in der Formulierung der grundsätzlichen Bestimmungen vorgebeugt werden und im wohlverstandenen Interesse beider Arbeitsparteien, der Arbeikgeberjchaft und der Arbeitnehmer, die Einheitlich­keit der baugewerblichen Tanjverträge gefördert werden. Ter Deutsche Arbeitgeberbund jür das Baugewerbe, der besonders in den letzten Jahren eine rapide Zunahme zu verzeichnen hat und gleich den zentralen Arbeiterorgaui- lationen auch seinerseits über einen mitbeskimmenben Ein­fluß aus bem baugewerblichen Arbeitsmarkt verfügt, kommt mit biejein Vertragsmuster den Wünschen dec Ar­beitnehmervereinigungen entgegen. Damit ist zugleich aus- gejprochen, daß den Arbeitgebern jeder aggresjioe Gedanke jernliegt; das Baugewerbe kann wie jedes andere nur gedeihen unter den Segnungen des Friedens, unter dem einträchtigen Zusammenarbeiten aller in ihm tätigen Ar­tz eits ja ktoren. So Hatzen auch die Arbeitgeber das größte