Ausgabe 
23.3.1907 Viertes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Samstag 23. März 1907

1S7. Jahrgang

Viertes Blatt.

Nr. 70

Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntag«.

klinge-

Mk.

Mk.

6

Hk.

ihl zu

Zur dreihundertjährigen Jubelfeier des

'Shmnaftumä zuGießen. Der diesjährige Jahresbericht des d Gymnasiums enihÄt die Mitteilung, das Dreijahrhundert-Jubi- t

tätig-

NEU!

NEU!

$ W

stehendes Holz

BBx/i

a

1999

m4/i

Bemerkt roivb, bau baS Holz großenteils an der Kreis straße LeihgesternGießen lagert. Zusammenkunft am Wald eingang an dec Kreisstraße.

Kiefern-Stämme 26 Fm.

Fichten-Släinme =; 1,06 Fm.

Fichten-Drrbilangcn ----- 1,15 Fm.

Rm. Kiefern-Äiutzfcheit

, Kiefern-Brenuscheit

Kiefern-Kniippel

Kiefern-Wellen

Rm. Stock.

Die Börse ist diese Woch>e aus u;ret i^wnienbcn Lattung nicht herausgewmmcn, es seylt ihr das Gefahr der Sicherheit, denn wohin man blickt, lueiuil sllipt man aus ungetöste Fragen, ^ie weitere Entwialung des Gerbmavltes ist ungettärc, aber but Zutun,t der Jnduftrie liegt ein Schreier und auch die Frage der Erneuerung des sirr dce Giseninduirrie so wichtigen Stayt- iverksveroandLs ijt iwcy unentsasteben. Unter bleien Umstanden rann kein reales Bert rauen Fug fassen, ou-lmehr nehmen die Realisationen ihren Fortgang. Die tiaiu von Frankreich, die seit dem Jahre 1900 .an ihrer 3 pwzentigcn DiSLontorate sest- hielt, ist nun, nack-dem ihr Die jüngst vorausgegangene Erhöhung des Lombarvzursiutzcs keinen genügenden Schutz bot, qleich,alls genötigt worden, ihren Diskonw um Vs Proz. zu erhöhen, bei uns macht die haute Banque alte eroenkiichen Anstrengungen, um den Privatdisövnto nicht über 5^ Proz. gehen zu Iahen, damit die ReiäMank nicht geiuitigt wird, die Diskonwschraube im laufenden Pionat nochmals anzuziehen. Für den April er-

Aus K.crdt und Land.

Sprechstunden der Redaktion:

Va 121 Uhr vorm., V2 7y3 8 Uhr nachm., (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag).

Gießen, den 23. März 1907.

DieSiebener LamttienblStter" werden dem Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das Krtiiblatt für den Kreis Siehrn" zweimal wüchenttich. Derkfessische Landwirt" erscheint monatlich einmal

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersuats - Buch- und Cterndruckerel R. Lange, Gießen.

Börseuwochenbericht.

--- Frankfurt a. M., 22. März.

Redaktion, Erpedttion und Druckerei: Schul­straße 7. Erpedttlon und Verlag; fcO 6L Redaktion:112. Lel-Adra AnzeigerGießen.

sind In allen Farben

vollständig waschecht.

Leihgestern, den 19. März 1907.

Großh. Bürgermeisterei Leihgestern. Heß.

Briefkasten oer Redaktion.

(Auouyme Anfrage» bleiben unberücksichtigt.)

I. M.Dissidenten" flnb keineSekte", sondern ist die Gesanitbezeichnung für biejcmgcn Personen und Religionsgesell« chaiteli^ivelche außerhalb der eog. Laiidestirchen wid des Judentums heben. _______________________

Aie $d)i!ödcn in der

Unter dem TitelDie Stellung der Gebildeten in der Politik* Hot Friedrich Naumann- eine im Buchverlag der Hilfe* erschienene Broschüre geschrieben, die in mannichfacher Beziehung beachtenswert ist.

Naumann gehört 31t den interessantesten Charakterköpfen der Gegenwart. Er ist ditrch und diirch Künstler-Natur 11 nb zudem ein Mann von vornehmer Gesinnlmg, dessen lieber» zeugiingStreue selbst seine heftigsten Gegner nicht bezweifeln. Er war in jungen Jahren Mitglied be8 Vereins deutscher Studenten vnb ist heute bekanntlich ein weit lintsstehendcr Soziallideraler. Sozialist mit theologischem Einschlag war er als Frankfurter Pfarrer, und Nationalsozialist mit demokratischem Einschlag ist er heute als Schriftsteller und politischer Sigita- tor. Sein Ideal ist: Demokratie und Kaisertum. Das Kaisertum b-trachtet er als eine historisch abgeleitete Größe unserer nationalen Entwicklung, das vor allen Dingen die Bedeutung hat, den vierten Stand durch Einrichtung eines gemäßigten Sozialismus an sich feiten. Dieser Sozialismus geht aber nicht au5 auf eine Stärkung imperialistischer Formen und be5 Besitzes, sondern auf die Herrschaft der intelligenten und intelligent zu gestaltenden Menge. Jedoch tritt er em für Stärkung des Militarismus und MarmiSmuß, weil sie eine Ergänzung seines wesentlich industrialislischen Program­mes sind. Naumann sagt, wenn sich die Industriearbeiter- blasse hochciitivickeln soll, muß die deutsche Industrie lohnend fein, sie muß ausführen, den Weltmarkt erobern und be­herrschen. Dazu bedarf eS der Soldaten und Schiffe.

Seines jüngsten Büchleins Grundgedanke ist, daß unsere gesamte Politik verflacht, zu einem Kampf um den besten Futterplatz geworden ist, daß sie keine idealen Stichpunkte mehr Hal, daß ihr die großen kulturellen Höhengedanken fehlen, daß sie im Wirtschaftlichen erstickt. Eine Hauptursache dieser Erscheinungen liegt für Naumann in der Tatsache, daß sich zu viele Gebildete vom polit. Trelben fern­halten.

Naiimann hat da gewiß nicht Unrecht. Wenn auch ge­wiß eine stattliche Anzahl von Gebildeten an der Politik tätigen Anteil nimmt, so ist eS doch beklagenswert, daß ge­rade sehr viele der Höchstgebildeten sich auS Verdrossenheit und in der Erkenntnis, daß allen Parteien erhebliche Mängel cmhaften, von aller Politik, und namentlich von der nun einmal unentbehrlichen Politik der Parteien fernhalten. Ganz recht hat aber derRhein. (Sour.*, wenn er auSführt: Die Zeit muß eben erst geboren werden, in der em ver­nünftiger Ausgleich zwischen dem Recht der gebildeten Führung mb dem bet zu bildenden Masse gefunden wird. Ob das ohne bedenkliche Verwirrungen und Verirrungen abgehen wirb, bie natürlichen Rechte vonKopf undHand* zu verwirlllchen, ba5 iff eine Frage, bie wir nicht ohne weiteres bejahen mochten.

Naumanns Programm, feine Weltanschauung gilt der Besserstellung des JnbustnearbeiterslandeS. Was er verlangt, ist, daß die gesamte Politik unter den Gesichtspunkt der Hoch- enllvickelung des Jndustriearbeilerslandes gebracht wird. Ties hält eS für eine ideale Aufgabe. Aber der Mittelständler, der Beaiule, der Bauernvereinler nimmt für sich den näm­lichen Idealismus in Anspruch. Wenn man sic alle hört, find es lediglich ideale Gründe, bie sie bei ihren wirtschaftlichen Bestrebungen geltenb machen. Es ist ebenso eine ideal- deutsche Aufgabe, den Bauernstand nicht nur zu erhalten, sondern auch seine geistigen Interessen nach jeder Richtiing zu wecken und zu fördern, den Handwerkerstand zu festigen, bie Scholle zuÜabilieren41, ben Kaufmanns» tinb Gewcrbestanb als Zentrum bes freien Bürger­tums zu schützen, eine zufriedene Beamten- unb Le strer- schaft zu ermöglichen. Es tritt hier überall eine Mischung von Jbealismus unb Wirtschafts-Programm hervor und den meisten bient ihrer persönlichen Meinung nach bas Wirtschaftliche lebiglich als Stoßbalken zur Verwirklichung idealer Aufgaben.

Gewiß wird bie Zeit noch kommen, in der daS Gleichgewicht zwischen Masse und Qualität hergestellt sein wirb. Dieses Ziel zu erreichen, ist eine Aufgabe, bes Schweres ber Eblen wert.

Die nach* A ap7|a sind Sonntag, den Ü4. Märe roe stehenden äul 4lv 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts sicher anzutreilen. ID8L

Dr. Markwald, Seitenweg i>8 II. -Dr. Hieb ter,Frankf. Str.4IL Dr. Stuhl, Babuhotstr. 26.

Flüssige

Eisen-Semafose

Hoizverfteigerung.

Montag den 25. März vormittags von 9 Uhr

anfangenb, soll im Lcihgcstcruer Gemeittdcwald nach- aus den Distrikten Horst und Suhl versteigert

(Sosatoee mit Elsen In organischer Bindung.) wird besonders für Bleichsüchtige ärztHch empfohlen.

Hervorragend appetitanregend und nervenstärkend.

Erhältlich in Apotheken und Droguerien.

Wissenschaftliche Lehranstalt für angehende Marine-Kadetten - - - -- zu Kiel. ..

Arca 800 Kadetten und Fähnriche sind seit dem Jahre 1868 aus der

Anstatt hervorgegangen. Profpette durch die DireLurn. v^U

Dr. Sciurader, Hetzer.

vermischte».

*VomDienstmäochenzumDoktorberMedi»in, Die Toaster bc3 Steinhauers Maier von Möckmühl in Württemberg, Pauline, bie nach dem Besuch der heimatlickien Volksschule Dienst, mäbchen in England geworden war und dort studiert hat, erhielt von der Universität Ebinburg den medizinisck>en Doktortitel unb. ist als Missionsärztin nach China engagiert worben.

* Car buccis Du eil. Ter verstorbene ital. Dichter Cav, bucci, in dem ein ^kriegerischer unb streitbarer Geist wol/ntL, hätte eines Tages beüfalje ein Duell gehabt, obwohl er eigent­lich biete aus dem Mittelalter ins moberne Leben hinübergereltetq Sitte nicht billigte. Unb zwar sollte er sich duellieren, weil ep selbst ben Dickster Carducci nicht besonbers hoch stellen mochte. DaS flam so. Er fuhr eines Tages in einem Eisenbahncoups mit einem italienischen Offizier zusammen, ber ihn nicht kannte Das Gespräch kam bald auf literarische Tinge; man sprach von dem Dichter berOdi Bardari", dessen Lieder so großes Aufsehen erregten. Der Offizier gab seiner höchsten Begeisterung Ausdruck unb rief:Dieser Carducci ist ein großes Genie; er ist Iber größte Dickster nach Dante, ja so groß wie Dante selbst."Hm", machte sein Gegenüber zweifelnb,ein Genie, bas ist viel zu Vieh gesagt: ich hatte ihn für einen reckst mittelmäßigen Poeten"^ Mittelmäßig, mein Herr? Dann verstehen Sie nichts von Kunst" Oho, Sie sind vielmehr unfähig, zu beurteilen. . ."Jchl^ Ste!"Mein &err!!'z Der Offizier, aufs höchste erregt unb gekränkt, zieht seine Karte hervor und reicht sie dem andern, ber ihm in so grober Weise widersprochen. Der andere lächelt: Hier ist bie meine." Der Offizier wirft einen Blick darauf unä steht versteinert. Da stanb zu lesen: Giosus Carducci, Professor an der Universität Bologna."

* Eine Million Chen geschieben. Amerikanischen Blättern zufolge sind innerhalb der letzten zwanzig Jahre runij 1 000 000 Ehen im Bereinigten Staatengebiet geschieben worden unb in mindestens 2 500 000 Fällen bie Gerichte von Ehemüden vergeblich angernsen worben. Im Durchschnitt entfallen also auf jedes Jahr 50 000 Scheidungen, auf ben Tag bie Sonntage; an benen Gerichtssitzungen nicht stattsinden, abgerechnet 170 und auf die Stunde. 8. In zwei Jahrzehnten mag die Zahl der Ehescheidungen unter Berücksichtigung der Zunahme ber Bevöl­kerung sich mehr als verdoppelt haben. Nach abermals zwei, Jahrzehnten, meint ein westliches Blatt, wird sie sich, wenn es in dem bisherigen Tempo weiter geht, vervierfacht oder gap verfünffacht haben.

^**4w-**^ Bestes deutsches Fabrikat

Zu haben In allen Garn- u. Tapisserie-Geschäften.

Eichener Anzeige

General-Anzeiger für Gderheffen

werden: 51

5

11

24

178

101

6120

50

Märkte.

xMarburg,21. März. Auf dem heutigen Frühjahrs-, Pferdemarkt waren 170 Pferde und Fohlen ausgestellt. Der Handel ging gut. 1

15um ber Anstalt solle auf Beschluß des Lehrerrates im Oktober 1907 abgehalten werden, das Nähere würde feiner Zeit bekannt ge­geben. Wir werden gebeten, einstweilen folgende allgemeine Mit­teilungen darüber zu madyen. Die Jubelfeier des Gymnasiums ollte bekanntlich, entsprechend seiner am 10. Oktober des Jahres 1605 erfolgten Gründung, im Jahre 1905 begangen werden, mußte aber damals aus bestimmten Gründen eine Aufschiebung erfahren. Nunmehr ist eine dreitägige Festfeier für den 10. bis 12. Oktober dieses Jahres in Aussicht genommen. Für den 10. Ok­tober nachmittags ist eine deklamatorische (nicht szenische) Aufführung von Sophokles' Antigone in deutscher Übersetzung mit der Chormusik von Mendelssohn geplant. Am 11. £ Hebet vormittags soll ein Festakt ftattfinben, ber neben Gesängen unb ber Entgegennahme von Glückwünschen hauptsäch­lich eine größere Festrebe über bie Geschichte bet Anstalt bieten wirb. Der 12. Oktober, Nachmittag, enblich ist für eine ge­meinsame, gesellige Unterhaltung von Schülern unb Lehrern (Aus­führungen, Jugenbspiele u. bergl.) bestimmt. Nachmittag unb Abend des zweiten Tages glaubte ber Lehrerrat freihalten zu sollen für etwaige Veranstaltungen früherer Schüler bes Gym­nasiums, bie ja vielleicht auch, wie anderswo bei ähnlichen Festen, ihrer Anhänglichkeit an bie Schule burch Stiftungen irgenbwelcher Art und Aehnliches Ausdruck zu geben wünschen. Es läge nun etwa den hier in Gießen ansässigen, früheren Besuchern unb jetzigen Freunden des Gymnasiums zunächft ob, eine Beteiligung möglichst weiter Kreise ehemaliger Schüler an entsprechenden Veranstaltungen und an dem von der Schule geplanten Feste in die Wege zu leiten.

** Kunstverein. In der Gemälde-Ausstellung am Brand hat wieder ein vollständiger Wechsel ber Gemälbe ftattgefunben. Die Ausstellung umfaßt über 100 Gemälbe, -barunter Kollektionen von Oscar Leu-München, Otto Leu-Franksurt, E. Kanoldt, A. Engelharb, O. Leiber-KarlSruhe, Prof. Leitzen-Braunschweig, M. Zaeper-, F. Stassen-Berlin u-nb W. Thielmann-Willingshausen u. s. w. Die Ausstellung ist morgen, Sonntag, von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen geöffnet

4- Klein-Linden, 22. Mürz. Ein Kaninchen- Zuchtverein wurde dieser Tage in einer Versammlung bei Gastwirt fcinterlang gegründet. In den Vorstand wurden ge­wählt: als Vorsitzender PH. Rmschling IV., Rechner Gg. Dönges, Schriftführer Volk. Einige Mitglieder beabsichtigen bie Kaninchen-Ausstellung z u Gießen vom 6.8. April zu beschicken.

--- L i ch, 22. März. Gestern sand hier der Semester- schluß an der landwirtsch. Winterschule statt. S.D. ber Fürst ju Solms-Hohensolms-Lich wohnte ber Feier bei Die Großh. Regierung war burch Landes-Oekonomie- rat Müller-Darmstabt und der Auffichtsrat durch Geheimerat Provinzialdirektor Dr. Breidert von Gießen vertreten. Zahl- reiche Eltern und Anverwandte der Schüler und viele Gäste hatten sich eingefunden. Durch mehrere Unterrichtsproben wurde der durchgenommene Lehrstoff veranschaulicht. Zahlreiche Zeichnungen, die von dem Fleiß der Schüler zeugten, waren ausgestellt. Im abgelaufenen Semester war die Schule von 32 Schülern be­sucht, von denen die 17 Teilnehmer der oberen Klasse nunmehr abgehen. Die Teilnehmer ber unteren Klasse wollen alle im nächsten Winter auch bie obere Klasse besuchen. An bie Feier schloß sich ein gemütliches Zusammensein im Holländischen Hof an, bei der Land^s-Oekonomierat Müller-Darmstadt in einer Ansprache den Lehrern unb Schülern die Anerkennung der Groß- berzogl. Regierung für bie bewiesenen sehr guten Leistungen auS- svrach. Geheimerat Dr. Breidert regte bie Bildung eines Vereins früherer Schüler der landwirtschaftlichen Schule an und ermahnte auch zu künftigem treuen Anschluß an die Schule und ihre Lehrer. Der Schulvorsteher Ockonomierat Weitzel sprach von den Beziehungen, die die Schule mit sehr vielen Landwirten des Kreises schon anaeknüpst hat, vielfach unterstützt durch die prak­tische Tätigteit des Schulvorstehers auf den Versuchsfeldern der Schule, die daS Interesse vieler Landwirte erweckt hat. Dem Vernehmen nach sind füc den Schulbesuch im nächsten Jahre sehr gute Aussichten.

-- Butzbach, 22. März. Seit den letzten etwa fünf Jahren herrscht hier eine rege Baulust unb Bautätigkeit uno feit dieser Zeit sind etwa 75 Wohnungen entstanden, davon hat allerdings ber Gemeinnützige Bauverein etwa 12 errichtet. Zu diesen Bauten kommt auch ein neues Steuerkommisfariats- gebäube. Gegenwärtig sind nicht weniger als 15 Neubauten im Bau begriffen und weitere 10 projektiert.

x. Hanau, 21. März. Die Stabtverordneten-Ver- f a m m l u n g stimmte heute einem Magistratsantrage zu, wo­nach für die Anlage zur Klärung und Ableitung ber A b - wässer in den Main 800 000 Mk. zur Verfügung gesteltt werden. Dieser Betrag soll durch eine Anleihe beschafft werden.

Neger-Glanz-Sficktfarn

1 Bela-Glanzgarn

wartet man fjtudtfuiie, 00 btcie |ta) aoec ui üe.n crip[,ten Maßt einstellen werd:n, ersck^nt zum mindesten recht unftdxr. Von allen Seiten wird Enthaltsamkeit gepredigt, damit ber Geldmarkt sich nach und nach wieder erholen Fann, dabei lauem aber so viele Bedürfnisse im Hintergrund, daß die Leihrate gar nid* stärker zurückgehen kann. Berstimmt wurde die Börse diese WochL auch durch die txniilartigc Bewegung auf bem Kuxenmarkt, auf dem sich jetzt bie trorau5aegangencn Ausschreitungen der Speku­lation rachen. Zuerst tourban Kalikuxe infolge ber Umftimmiq* (eiten im Syndikat unb des schwächeren (^sck astsganges der Kalv. inbuftric hart mitgenommen, daun übertrug sich bie Bewegung, auch auf Kohlcnkuxe und dadurch wiederum wurden auch Berg- werlSakticn ungünstig beeinflußt. Hüttenaktien litten unter bent Abbruch b:r Verhandlungen über die Erneuerung des Stahl- werksverbande 5, doch glaubt man vielfach, daß im letzten Moment doch noch eine Verständigung erzielt wird. Ziemlich feste Haltung zeigt an den Westbörsen der Markt für süd­afrikanischen M i n e n w e r t e , auf dem sich bei günstigerer Allgemeindispofition eine Besserung vorzubereiten scheint. Fest lagen diese Wc>ck>-e lauch russische Werte, weil das von Stolypin entwickelte Regicrungsprogramm insbesondere an den! Westbörsen günstig aufgenommen wurde. Im übrigen waren fremde Renten v^wiegend matter, namentlich auch Rumänier auf die Vauerminruhen. Deutsche Fonds ungleichinäßig, Komi« munalauleihen vielfach schwächer. Auf dem Bahnenmarkt haben sich amerikanische Sorten etwas erholt, Schiff ahr ts- aktien auf bie Befürchtung neuer Tarifkämpfe mit ber Cunard, linie vorübergehend gedrückt, bann aber erholt. Die leitender heimischen Bankaktien erlitten meist weitere Kürseinbuß.'m namentlich Diskonto-, Kvmmlandit-, Dresdner- und Nationalbank, Montanpapiere meist 4 bis 5 Proz. niedriger, auch ander« Jndustriepapiere ntoten vorwiegend schwächer: es ver­loren Ludwigshafener Wlalzemühle, Chemische Goldenberg unh Morenus Maschinen je 10 Proz., Wittener Stahlröhren 17 Proz., Akkunulatoreu Berlin 7 Prvz., Chemische Mlannhe'm 6 Proz.^ Ultramarin, Deutsch-Atlantische Telegraphen, Kunstseide, Dürkopy und Schuhstofi Fulda je 5 Proz., höher itiaren Badische Aniliq 11 Proz., Albert 5 Prvz. und Zellstoff Waldhof 6 Prozent. Privatdisbont 55/8 Proz.