Ausgabe 
30.9.1907 Erstes Blatt
 
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baldigst zu

aus Bad-Nauheim

Oberlehrer Dr.

60 Jahre alt.

Handel

In der Stadt Gießen gab es

3%

Gestorben sind im

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Italien. Rente . .

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Tendenz: schwach.

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Von^ den weiteren zahlreichen Sitzungen beanspruchte die große öffentliche Versammlung, in der über die besonders leiden- schaftlici) umstrittenen Fragen ber neuen Eheundderne u e n sexuellen Ethik gesprochen wurde, dos Interesse weiter K'reise. Der Beifall, mit dem die überaus zahlreiche Zuhörer­schaft zwei so kühnen und noch vor wenigen Jahren sicher mit Hohn überschütteten Rednerinnen wie Dr. H e l e n e S t ö cke r und Adele Schreiber dankte, giebt zu denken. Denn diese Heiden Rednerinnen unternahmen ja die schwersten, wenn auch nicht in der Form, so doch in der Sache leidcnschaftlichsten Angriffe gegen die Bollwerke der jetzigen Moral. Sie traten mit großer Wärme ein für die bürgerliche Anerkennung der Illegitimen der Kinder wie der Mütter, sie bekämpften die Gleichsetzung von sittlich-unsittlich mit legitim-illegitim, sie erörterten Fragen so Heiller Natur wie die Reglementierung der Prostitution, die Be- cinflussung der Geburten durch rissehygienische Rücksichten und die künstliche Einschränkung der Geburten, traten ein für eine ver­ständnisvollere Beurteilung der freien Liebesbündnisse u. A. Und sie konnten ruhig und ohne Widerspruch, ja unter Beifall zu Ende reden, und man hitte auch nicht den Eindruck, das; sie nnß-

Tendenz: schwächer.

Berliner Börse, 30. Sept. Anfangskurse.

Io Peichsanleihe . . do. . .

/0 Konsols . « . .

do. . t . .

/0 Hessen . . . .

In Oberhessen . . .

Oesterr Goldrente 'n Oesterr. Silberrcnte

führte in einem Vortrage aus, das; es gewiß auch spezifisch: Frauenangelegenheiten gebe. Wir dürfen aber darüber nicht das- den Frauen mit den Männern Gemeinsame vergessen. Die Kluft zwischen Tier und Mensch ist doch eine ganz andere, als die zwischen Mann ir.tb Weib! (Heiterkeit.) Man soll auch nicht ver- aessen, daß die Fran heute vielfach ein .Hemmschuh für die politische Entwickelung ist. Der Mann sieht sich oft gezwungen, Rücksicht auf die Frau, die Mutter oder die Schwiegermutter zu nehmen. (Heiterkeit.) Es gibt da Konflikte, die nicht so einfach sind. Es wird gesagt: Du bist Familienvater, kümmere dich nicht um Politik! Solche Hemmnisse kann sich der Mann nur vom Halse halten, wenn er die Frau selber für Politik interessiert. Wohl sei es möglich, die Frau auch zur geistigen Lebensgefährtin des Mannes zu machen. Daß wir an dem Bau der Welt, der Kultur mitarbeiten, dadurch beweisen wir erst unsere Menschenwürde. Wenn wir der Frau verwehren, an dem Bau tätig zu sein, mndjen wir ihr die Menschenwürde streitig! Eben führte Pro­fessor Sombart in seiner ZeitschriftMorgen" einen Kamps gegen die Politik. Ein Mann, der Tausende früher belehrt hat, zieht sich müde aus dem politischen Kampf zurück, weil er so häßlich sei! Dadurch, daß sich die feiner Organisierten vom Kampf zurückziehen, wird er aber sicher nicht vornehmer! Er kann ge­rade nur dadurch veredelt werden, daß sie sich an ihm beteiligen. Daß es schwer ist, beit idealen Sinn der Frau, den sie an sich hat, auch für die Politik zu interessieren, ist geschichtlich sehr leicht zu begreifen. Denn die politischen Probleme kamen ja an sie früher gar nicht heran. Die Lehre von der Erbsünde und vom Sündensall konnten einen heil. Hyronimus zum Aus­spruch veranlassen, die Frau sei die Eingangspsorte zur Hölle. Diese Auffassung hat im Mittelalter auf die Stellung der Frau 'chwer gedrückt. Erst die Renaissance hat zum ersten Mal mit den alten kirchlichen Vorurteilen gebrochen. Es handelt sich darum, aus der philiströsen Hausirau und der gelangweilten Dame eine Frau zu machen, die eine Persönlichkeit, eine wirk­liche Lebensgefährtin und Freundin des Mannes ist.

Die Generalversammlung wurde am Freitag geschlossen. EA gelangte folgender Antrag zur Anitahme:

Alle Mitglieder und angeschlossenen Vereine aufzufordcm, mit allem Nachdruck diejenigen Parteien zu unterstützen, die jetzt in den Kanrpf zur Erringung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts in Preußen eintreten. Sie haben dabei zu betonen, daß sie unter allgemeinem Wahlrecht das beider Geschlechter verstehen.

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Dr. Kratz und die Mitglieder des'Komitees. Prof. 'Olbrich und Bürgermeister Dr. Glässing erläuterten an der Hand der Modelle die geplanten Veränderungen, die vorn Großherzog gutgeheißen mürben. Darnach sollen auf beiden weiten des Monuments zwei Vrunnenbehälter im Durchmesser von 12 Metern ausgestellt wer­den. In deren Mitte, auf einem Sockel von rotem Sandstein und auf drei goldenen Kugeln ruhend, wird sich die Bronzeschale des Brunnens erheben. Sie erhält einen Durchmesser von sechs Metern und trägt am Rande einen Perlenkranz. Die beiden Brunnen werden sofort ausgestellt werden. Die Mittel dazu sind vorhanden. Die gärtnerischen Anlagen und Aendernngen, die sich vor dem Palais nötig machen tverden, sollen später in An­griff genommen werden, jedoch so, daß der Platz zu Beginn der Ausstellung 1908 sertiggestellt sein soll. (Darnrst. Ztg.)

h. Frankfurt a. M., 27. Sept. Im evangelischen Vereinshanse im Westend wurde heute der 12. Inter­nationale Tag für Sonntagsruhe durch eine An- spraehe von Pfarrer Gambini-Genf eröffnet, der in seiner Rede den Arbeiten der Versammlung besten Erfolg wünschte. Pfarrer v. Kirchenheim-Heidelberg übernahm dann den Vorsitz. 9(u§ der Diskussion ist die Erklärung des Vertreters des Handels-

der Bestimmungen über die Sonntagsruhe

erwarten ist. Heute früh 9 Uhr erschoß sich in einer Droschke der K a m m e r h e r r von I o e d e n aus Mainz. Er hatte sich am Vockenheimer Tor eine Droschke gemietet und den Kutscher beauftragt, ihu nach dem Palmengarten zu fahren. Ecke Bockeuheimcv Landstraße und Palmen­gartenstraße erschoß er sich, durch einen Schuß in die rechte Schlafe. Das Motiv der Tat ist unbekannt. Er ist

30.30

141.50

130,00.

Aie AiLnkfnrter Irtureuwoche.

Man schreibt uns aus Frankfurt:

In dieser herbstlichen Zeit der Kongresse, da kaum eine größere deutsche Stadt vorhanden ist, in der nicht eines schönen Tages irgend ein Vertreter der Stadtdie angenehme Pflicht zu erfüllen hat, Sie, meine verehrten Anwesenden zu Ihrer Tagung, der die Stadt mit lebhaftem Interesse entgegenblickt, willkommen zu heißen und Ihnen zu danken, daß Sie unserer Stadt die Ehre zuteil werden ließen, in unseren Mauern zu tagen", in d'.eser kongreßlichen Zeit wird natürlich auch in Frankfurt getagt. Es hat schon eine ganze Reihe von Tagungen gegeben, und wettere stehen bevor: aber die Oeffentlichkeit steht ihnen ziemlich tell- n ahm los gegenüber. Nicht jedoch kann man das von den beiden Frauenkongressen behaupten, die in der letzten Septemberwoche hier zusammengetreten sind. Schon die Wahl des größten Saales, den Frankfurt besitzt, des Saalbaues, zum Schauplätze ber öffent­lichen Versammlungen ließ vermuten, daß die Veranstalter dieser beiden Versammlungen auf sehr lebhaften Besuch rechneten. Der Verlauf hat gezeigt, daß sie sich nicht verrechnet hatten, denn in der ersten dieser öffentlichen Versammlungen, die eine Kund­gebung für das Stimmrecht der Frauen brachte, war jedes Plätzchen in dem weiten Raum besetzt.

Das Frauen-Stimmr echt ! Wer hätte noch vor fünf Jahren gedacht, daß um1 dieses Banner sich eine genügend große Schar von Anhängerinnen in Deutschland scharen würde! Und heute können die Frauen, die sich an die Spitze dieser Bewegung gestellt haben, schon auf eine nach Tausenden zählende Gefolg­schaft blicken, und in der Welt der Männer wird der Gedanke schon lange nicht mehr so spöttisch betrachtet, wie damals, als er zuerst austauchte, sondern ganz ernsthaft nach Für und Wider erörtert. Aber fürchten Sie nicht, daß auch ich nvich hier an dieser Erörterung beteiligen will. Ich will Ihnen nur allerlei erzählen, wie diese 2k>rrdInderinnen für die politische Gleichberechtigung aussehen und wie sie wirken. Zuvor darf ich wohl zum besseren Verständnis ein paar Worte sagen, wer die Frauenstuumrecht- lerinncn sind. Sie gehören zu den sog. radikalen oder fort­schrittlichen Frauen, die sich vor einigen Jahren von den zahmeren Elementen der Frauenbewegung getrennt haben. Ihre Führerin ist die streitbare Dame Fran Minna Caner, die eine Art Patriarchen- oder Papst-Stellung in dieser Gruppe der fort­schrittlichen Frauen einnimmt, bann gehören noch hierhin die vielgenannte, ebenfalls sehr streitbare Dr. Anita Au g s Pur g , bereit scharsgeschnitlener männlicher Kopf mit den grauen, kurz­geschnittenen Haaren bekannt aus Zeitschriften ist, ferner die un­ermüdliche Li da Gustav a .ft ei) mann, eine hochgewachsene, blonde Frau, der man es ansieht, daß es ihr heiliger Ernst mit röter Sache ist. Weiter die fanatische kleine Marie Lisch- newska, die kluge Dr. Helene Stöcker, die warmherzige Adele Schreiber, jene unermüdlich für eine Reformierung ber Ehe und für den Mutterschutz, b. h. beit Schutz der unehelichen Mütter eintretenb, diese für die Reform der Sittlichkeit, für die Schulreform und für die Kinderpslege. Auch Dr. KätheSchir- machet gehört zu dem Verband, aber sie ist so ein bischen das bete noirc, beim sie äußert hie und ba Ansichten, bie beit übrigen Damen nicht radikal und gesinnungstüchtig genug sind. Sie neigt ihnen viel zu sehr zu Kompromissen, sie geht ihren eigenen Weg, ber auf dem Boben der tatsächlickicn Erfahrung bleibt, unb daher gerät sie oft in Konflikt mit dem offiziellen Programm. Ganz nach dem Herzen der Radikalen aber waren wohl die beiden Gäste aus Eitgland, die im Sa alb an sprachen. Das sind zwei von den sog. sufsragettes, d. h. von jenen Frauen, die in Eng­land mit Gewalt das Parlament zur Votierung eines Gesetzes für das Frauenstimmrecht zwingen wollten unb. ihren Versuch, in das geheiligte Haus von Westminster Linzudringen, mit wie­derholter Gesäitgitisstrafe haben büßen müssen. Namentlich die eine von den beiden. Miß Kennet), ist eine Fanatikern, in des Wortes voller Bedeutung. Sie sprach englisch, aber ihre körper­liche Beredsamkeit war so groß, daß man sie auch verstanden hätte, wenn sie japanisch gesprochen hätte. Dabei sieht sie zunächst gar nicht fanatisch, sondern ziemlich unscheinbar aus. Die andere, Mrs. Pathick-Lawrenee, ist ruhiger, aber nicht minder wirkungsvoll als Rednerin. Sie ist voll von überlegenem Humor und spricht sehr siegessicher. Welchen Gegensatz zu diesen im eminenten Sinne politischen Frauen bildet die dritte Ausländerin Frl Dr Gertrud W o k e r ,' Privatdozentin der Naturwissen - schfften, aus Bern. Sie l.,> L ihren Vortrag vor, und er hat denn auch, in seiner feinen stilistich-en Ausarbeitung viel mehr den Charakter einer akademischen Vorlesung, als eine Rede vor einer Versammlung. Aber was sie sagt, i|r nicht mmber scharf als das, was die Engländer irr en Vorbringen. Sie spricht besonders über den Einwurf, daß die Frau an ihrer Weiblichkeit geichädigt werde, wenn sie sich mit Politik befasse. Demgegenüber meint sie, daß im Gegenteil die wahre Weiblichkeit sich bann erst recht werbe entfalten können, wenn die Frau ourch bie Beschäftigung mit den öffentlichen Dingen ihre gegeruvärtige ctinidje Gleich- gtttigie.: abtegen unb das Gefühl ber Verantwortlichkeit mehr als bisher empfinden roerbo. Als Gattin und als Mutter und Er­zieherin'lne sie davon nur Vorteil haben. Ich glaube, die Worte die;es jungen, echt weiblich auftretenden Mädchens werden von allen am tiefsten wirken. Man darf wohl ohne Uebertrei- bung schon heute diese Tagung der fortschrittlichen Frauen als einen Markstein und Merkstein in der deulichen Frauenbewegung bezeichnen.

Teiefossiscäie

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie. Glessen.

« Der Unterricht in der Fortbildungsschule ka§ bevorstehende Winterhalbjahr beginnt am Dienstag, 1 Okt., woraus wir Eltern, Lehrherrn und Arbeitgeber von schulpflichtigen Zöglingen mit dem Bemerken aufmerksam machen, daß Schulversäumnisse bestraft werden. Im Interesse eines dedeihlicheu Wirkens der in ganz Hessen obligatorischen Einrichtung, ist der pünktliche Besuch der Schule durch die ftmi verpflichteten Schüler erforderlich. Es liegt aber auch im Interesse der jungen Leute selbst, die Schule regelmäßig unb pünktlich zu besuchen, um sich für ihr späteres Leben die ihnen noch fehlenden Kenntnisse anzueignen.

» Künstler-Konzert. Eine jüngere, hier ansässige Künstler-Vereinigung wird am Donnerstag, 24. Df* iober, im Saale des Gesellschaftsvereins ein Konzert abhalteu. 2ie Veranstalterin, Fräulein Ida Stammler, wirkt hier als geschätzte Gesangslehrerin und ist hier und auswärts als- Konzertsängerin mit Erfolg aufgetreten, wir erinnern hierbei mir an die Ibsen-Feier des Theater-Vereins. Als Pfftwirkendeu hat Frl. Stammler den Pianisten Herrn Julius Hahn gewonnen, ein viel beschäftigter hiesiger Klavierlehrer, der sich ebenfalls als Solist und Begleiter wiederholt hat hören lassen. Ihm gesellt sich Herr Schütt ler, Schüler des Professors Heermann, zu, der erst kurze Zeit in Gießen lebt, ach aber bereits gut eingeführt hat. Das interessante Pro- grauun wird demnächst im Inseratenteil veröffentlicht werden.

* Die neue Sammelw asenm ei Ite rei, die ber Kreis Gießen an dem noch zu einer Kreisstraße auszubauenden 2Sege GarbenteichLich auf der Höhe, dem fogenaunten Dreispitz, unweit Garbenteich erbaut hat, wird in etwa vier Wochen vollständig sertiggestellt fein. Die Anlage bietet von Garbenteich aus und von der Bahn GießenGelnhausen aus einen überaus malerischen Eindruck, der noch erheblich vermehrt werden durste, wenn die geplanten Baumanpflanz- ungen auf dem 2 Morgen großen Grundstück ausgesuhrt sind. Das Etadliffement, zu dessen Errichtung das hügelige Gelände durch Abhub des Bodens an manchen Stellen bis zu 3 Meter planiert werden mußte, wird mit Geländeerwerb einen Kostenaufwand von 125 000 Mk. erfordern. In teeh- nischer Hinsicht ist die Anstalt mit allen Neuerungen aus­gerüstet, so daß sie als Musteranlage bezeichnet werden kann. Auch ist die arehitektonische Wirkung der einzelnen Gebäude, wie auch als Gesamtbild als harmonisch sich aneinander- gliedernd durch geführt. An den Bauten und in der inneren Einrichtung ist nichts verschwendet, aber da, wo es notwendig war, nichts gespart worden. Die Arbeiten sind mit Aus­nahme der Diaschinen und Apparate und der Weißbinder­und Malerarbeiten (die Nikolaus-Gießen ausgeführt hat) von ländlichen Handwerkern aus der nächsten Umgebung geschaffen worden und beweisen, daß auch unsere ländlichen Handwerks­meister tüchtiges leisten können. Die Sammelwasenmeisterei wird noch in diesem Jahre, spätestens aber wohl am 1. Jan. k. Is. den Betrieb eröffnen; wahrscheinlich wird, wie dies bei den meisten derartigen Anlagen der Fall ist, der Kreis

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(-n) Anner b , 28. Seopt. Gestern fand hier Gerneinde- r a t s w a h l statt. Die Beteiligung baran war lebhafter als in trüberen Jahren. Es wurden gewählt: Pflastermeifter Friebr. Dörr mit 90 Stimmen, Walbarbeiter. Kaspar Wehrum mit 55 Stimmen unb Schreiner Wilh. Haas mit 51 Stimmen. Von den ausgeschiedenen Mitgliedern Lanbwirt Wilh. Hammel III., Philipp Hammel unb Friebr. Dörr würbe nur letzterer wieber- gewählt.

-b.- Taubringen, 28. Sept. Am Freitag nachmittag gegen 3y2 Uhr zünbeten, wie schon kurz berichtet würbe, kleine Kinber einen hinter der Scheuer des Herrn Christian Weimer sitzenben Strohhaufen an. Balb brannte der ganze Haufen unb das Feuer schlug in bie Scheuer bes Ehr. Weimer, ber gerade bie Dreschmaschine hatte. Mit Mühe unb Not arbeiteten sich bie in ber Scheuer befindlichen Leute heraus. Vieh und sonstiges Geflügel würbe gerettet, bis auf ein Schwein. Nun sollte auch ber Dreschwagen gerettet werben, wozu es aber leider zu spät war, man mußte untätig zusehen, wie der neue Tresch- wagen verbrannte. Mit lautem Krach stürzte die Scheuer em imb im Nu stand auch die Scheuer des! Weißbindermeisters Hch Weimer, sowie ber hintere Teil des Wohnhauses in Flammen. Dorfbewohner waren wenige zu Hause unb man hat es den auswärtigen Feuerwehren (von Mainzlar unb Staufen­berg) zu üerbanfen, insbesondere aber dem Gutspächter Karl Brennemann von Heibertshausen, der seine sämtlichen Knechte unb Mägde, sowie 6 Pferde zum Wasserfahren hierherschiekte, daß nicht noch größeres Unheil angerichtet wurde. Ter Schaden ist erheblich, ba Futter, Frucht unb Ackergeräte nicht versiert sind. Gegen 9 Uhr rückten bie auswärtigen Feuerwehren wieder ab, unb haben wir Torfbewohner bis in die Nacht hinein gelöscht unb zum Teil bis zum Morgen gewacht, ba man noch werteres Feuer befürchtete. Unglücksfälle ober Menschenleben hat es iemc gekostet.

> Altenburg, 28. Sept. Georg Herdt hat nch em neues Gasthaus gebaut, das im Rohbau ierttggestellt ist. Es ist ein recht schönes Gebäude, das namenttich dem Alsferder Publikum zustatten kommen wird, ba die Alsfelder hierher gern Ausflüge unternehmen. Es war längst ein Bedürfnis, ,von bet mechanischen Weberei Fuhr nach der LaMerbacher Ehaugee einen guten Weg für Fuhrwerk zu schaffen. Dies ist nun ge­schehen. Die Bahittnwwaltuiig ließ über bie Gleise eine U ever­führ u n g Herstellen. Auf diese Weise fällt ber ^chranren- wäi ter posten mit; ber jetzige Bahnwärter wird in den Ruhestand gehen. Auf ber Ueberführung würbe gestern mit cmer^Ehaupee- walze gewalzt, bie Walze geriet dabei zu weit auf bie Leste, be­kam das Ueoergewicht unb stürzte auf den Bahnkörper, bie Yin- teren zwei Pferde mit sich reißend, während die vorderen sich zufällig selbsttätig aushingen. Wenn gerade em Zug gekommen märe, hätte ein schweres Unglück entstehen können. Die Walze ist gebrochen und die beiden Pferde sind verletzt.

Darmstadt, 28. Sept. Heute vormittag hatte sich au, dem Luisenplatz S. K. H. Der Groß he rzo g emgefunden, um sich von dem Komitee für bie garteukunstleciKpe Verschmierung des Luifenplatzcs die Plane für die Arbeiten vorlegen, und lautern zu lassen. Es waren ferner anwestnd eüaa.ymmnier Ewald, Finanzminister Gnauth, Hosinarichatt Frecherr v. lttigern-^tern- berg, Bürgermeister Dr. Glässing, Prof. Olvrick), Jlcgierungyrat

4% Gricch. Monopol-Anl. . 48.40 4% äussere Argentinier . 85 50 3°/0 Mexikaner < < . 62.90

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**Die Bevölkerungsbewegung in Hessen. Im Jahre 190G wurden im ganzen Großherzogtum 38 762 Kinber ge­boren (in Oberhessen 8528). Eheliche lebende Kinder waren es 18 036 (3900 männliche und IG 972 (3748) weibliche, eheliche tote 579 (123) männliche und 475 (100) weibliche. Die unehelichen lebenden Geburten beliefen sich aus 1296 (313) männliche unb 1.311 (333) weibliche, bie ber 'Toten auf 55 (6) mannlrck)e. unb 38 (5) weibliche. Zwillingsgeburten gab es 487 (127) und Drillings­geburten 6 (1). Gestorben sind einschließlich ber ^rötgeoorenen 21 105 (4733 Leute, nämlich 10 935 (2398) männliche unb 10 170 (2335) weibliche, sobaß ber Geburtenüberschuß 18 657 (3805) be­trug. El)en wurden 10 081 (2378) geschlossen, währcnb 185 (33) Ehescheidungen vor kamen. In ber Stadt Gießen gab es 1162 Geburten, darunter 753 eheliche unb 364 uneheliche. Tot- geboren wurden 22 Kinder, von den lebendgeborenen waren 557 männlidjen und 553 weiblichen Geschlechts. Gestorben sind im ganzen 656 Leute, von denen 338 männlichen und 318 weiblichen C eschlechts waren. Der Geburtenüberschuß betrug sonach 456 Köpfe. Es wurden 228 Ehen geschlossen und 8 geschieden.

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verstanden wurden. Es scheint also, als ob das Ergebnis dieser Frauenversammlungen in der Tat bie Erzielung einer ruhigen .. .. unb vorurteilslosen Prüfung dieser schwerwiegenden, für die

Ministers, v. Meyeren, hecvorzusteben, wonaeh eine Revision Existenz ber 9c-rtton ungeheuer bedeutungsvollen Fragen und die ' ' richtige Einschätzung der mutigen Frauen wäre, die für bie Pro­pagierung der neuern, natürlich noch vielfach der Klärung be­dürftigen Ideen eintrtixm. Und damit wäre allerdings schon sehr viel gewonnen. Dr. G. Z.