Donnerstag Itt. Dezemb v 3 907
157. Jahrgang
Nr. 29S
Erstes Blatt
Ale Htulige Zlum ~tet umfaßt 12 Seiten
das Verhallen der
meister. Als
»r einen
Karlsruhe,
Dienstjahren eine Alterszulage von 100 Mark, so daß er sich jetzt auf 1000 Mark stand. Da wurdeft'eine Frau krank, und es mußte von dem Vermögen der Frau zugejetzt werden.
jede Veranlassung sehr eilig gegebene Londoner k l ä r u n g, daß England und Rußland gemeinsam
Lehrer.'
monathd) 75 ^wertet» jährlich Mk. 2.30 durch Abhole- u. 3roetnfteUen monatlich 65 Pi., durch drePosl Alk. 2.— oierlel- |äbrl auüjchl Besreag. ßeileriDtetfe. lokallbPs«, ausroditfi 20 Plennr«^
Deranrrvortltch tüt ben polinjchen ieti!
bischen Landes aus schusses . ,
ist die Zustimmung des Großherzogs Friedrich vorher eingeholt worden.
für die Ordnung und Auseinandersetzung in den Arbeitsverhältnissen das System des Geldlohns durchweg die Vorherrschaft erlangt hat. Das alles hat dabei zusammengewirkt, die Jagd nach dem Taler Hub dem Markstück auch aus dem Lande heimisch zu machen. Was irgend sich zu Gelbe machen läßt, toct-ibett aus bei’ Markt oder in die Verkaussgenossenschast: Milch, Käse, Butter, Schlachtvieh, Eier, Obst. An Stelle der kräftigen Kost, die so nun den Stadtleuten zugesührt wird, treten Surre ate und billige Reizmittel: Ka-tosfeln, Zichorienkafsee, ü : und Branntweim Mit da schmerzlichen Ergebnis, daß die Landbevölkerung, aus deren ungebrochener Kraft d Ge- undheit die Zukunft der Nation beruht, sichtlich in ihrem körperlichen Zustand zurückgeht. Es liegt auf dm: Hand, daß einer solchen betrüblichen Entwicklung mit jE m nur möglichen Mittel entgegengearbeitet werden müßte und man fann den beiden Organisationen nur dankbar sein, daß sie ben Finger an diese Wunde gelegt haben, unb ihrem Vorgehen jedweden Erfolg wünschen. So leicht wird der leider ohnehin nicht zu erzielen sein; be ...t mit der Belehrung allein, wie die „Kreuzztg." meint, wird dem liebel, das doch nun einmal aus vielfach verästelten unb verzweigten wirtschajtlichen Erschei 'ungen beruht, kaum beizukommen sein.
KoLrtssche Lage-ichLStt.
Die Unterernährung der Landbevölkerung.
Die Zentralstelle sür Volkswohlsahrt, die vornl Jahraus der früheren Zentralstelle für Arbeiterwohlfahrtspslege erwachsen ist, und der deutsche Verein sür ländliche Wohl- sahrts-- und Heimatspflege, au deren Spitze Ministerialdirektor Thiel und der verdiente Professor Heinrich Sohnrey stehen, haben an die S t a a t s r e g i e r u n g e n sämtlicher Bundesstaaten eine Eingabe gerichtet, tu ber sie aus die zunehmende Unterernährung unserer Landbevölkerung Hück is-n und um eine Enquete bitten, „damit auf Grund weiterer und erschöpfender Belege die er forder licken Maßnahmen getroffen werben können". Die bedauerliche Tatsache, '-aß in steigendem Umfang die Unterernährung stattfindet, wird lerder kaum zu bestreiten jein. Die Erwerbswirtschaft ist im Lcmsc des letzten Jahrhunderts immer mehr in unsere Landbevolte- tun« eingcd.ungen unb hat, worauf Schmollen mchr,ach aufmerfjam gemacht hat, ihren seelisch-u Status saft von Grund aus verändert. Dazu kommt, daß Mn demselben Tempo die Ätaturalwirtschast zurnckgegangen rst, daß zumal
Nach 12 Dienstjahren hat mein Sohn heute ein bares Einkommen von 1340 Mark. Dagegen steht sich der andere, der Militäranwärter, der zu dumm war, um Lehrer zu werden, gerade noch einmal so gut. Und er hat mich nur wxnig gekostet; im Gegenteil hat er fein Vermögen, das der Lehrer verstudiert hat, gespart: 4000 Mark und dazu noch 1000 Mart vom Regiment nach zwölfjähriger Dienstzeit. Wer ist nun der Dumme?' Tas kann ich Ihnen sagen, so schloß der Bauer seine Erzählung mit erhobener Stimme, so lauge die Lehrer im Gehalt schlechter stehen als Militäranwärter oder Post- und Eisenbahnassistenten oder Schreiber beim Gericht und -andere, wird hier tein Bauernsohn mehr
Fie Apachen M .rerrrrangels in Kreutz rr.
Der Landflucht der Lehrer und dem Lehrermangel will iiie Staatsregierung durch ein einfaches Mittel abhelsen, dämlich durch Ve rme h r •:n g der Leh rerbildur gs- «n st alten. Es hat sich aber, so schreibt das „Verl. Tagebl.", gezeigt, daß dieses Mittel keine durchgreifende Wirkung hat, solange nicht dem liebel an die Wurzel gegangen wird, das heißt, solange nicht die Besolbungs- frage in einer der Stellung und Bedeutung des Lehrerstandes würdigen Weise gelöst ist. Die Präparandenanstal- cen und Seminare sind wohl vermehrt worden; aber die Zahl der darin Aufgenommenen ist nicht gestiegen, der Andrang hat sich trotz der verheißenen llnterstützungen vermindert.
Woher kommt das? Der Stand der Volksschullehrer Eehniuert sich hauptsächlich aus dem Mittelstände: Handwerker und Bauern lassen ihre Söhne gern Lehrer werden. Hören wir nun einmal, so schreiben die „Züll. Nachr.", einen solchen Bauern erzählen, was sür trübe Erfahrungen er gemacht hat, als er seinem Sohn die Lehrerlauchahn einschlagen ließ.
Er tueiji in anschaulicher Meise auf die Grundursachen des Lehrermangels hin und ist darum überzeugender, als alle Darüber geschriebenen Abhandlungen. , Ich habe," so erzählte er, „drei Söhne. Der älteste bekommt natürlich die
Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg sprach der Abteilung Bwlin der K^onialgeselischajt über ihre Stellungnahme zur Flotteusrage jein lebhaftes Bedauern aus.
Die „Nationalzeitung" meldet: Die gestrige Sitzung des geschäftsfuhrenden Ausschusses des Deutschen Flottenvereins dauerte gegen sünf Stunden. Die Mitglieder des geschästssützrenden AussGisjes des Landesverbandes waren dazu nicht erschienen, lieber die Persammlüng einen Ber.cht zu veröffentlichen, wurde als inopportun a b g e l e h n t.
München, 18. Dez. Prinz Rupprecht von Bayern hat heute mittag ben zur ück getretenen geschästsführen- ben bayerischen Landesausschuß des Flottenvereins in Audienz empfangen. Die Deputation sprach dem Prinzen Rupprecht ihren Dank aus für die dem Verbände bisher bewiesene gnädige Gesinnung sowie das Bedauern, daß die Verhältnisse ben Prinzen zum Rücktritt vom Protek-
Znr Krisis im Flottenverein.
Berlin, 18. Dez. Bei ocu y-c fugen Geschäftsführung des Flottenvereins ist man der Ansicht, baß uie Mitglieder des bayerischen Ausschusses durch die Nieder- legung ihrer Mandate aus dem Verein anSgeschieden feien. Das bayerische Mitglied des Gesamtprüsidiums Kam- merherr von Spieß dü-fte insa-gedesfen mich an der heutigen Präsidialsitzung, in der über " " Leitung beschlossen werden soll, teil nehmen.
torat genötigt Härten.
18. Dez. Zu der Kundgebung des ba- sschusses des deutschen Flottenvereins
begeben; sie verlangen von ihm entsprechend dem bei der gestrigen Beratung gefaßten Beschluß, erhöhten Schutz der Gesandtschaften, die ev. als Asyl für die verschiedenen europäischen Kolonien dienen müssen und fordern ihn auf, alles was in seiner Macht steht zu tun, um Blutvergießen zu vermeiden. In der persischen Armee besteht indessen große Unzufriedenheit, da die Soldaten sei: zwei Jahren keinen Sold bekommen haben. Die unzufriedenen Soldaten bilden ein neues gefährliches Element in der beunruhigrvn Stadt. -G^heimbünde bereiten sich vor, an der bevorstehenden Revolution teilzunehmen. Die lokalen Unruhm dauern fort. In einem Teil der Hauptstadt haben die Nationalisten Barrikaden errichtet, um sür die politische Freiheit zu tümpfen.
litische Mords und Plünderungen sind an der Tagesordnung.
Kesstsche Zweite AamMer.
R. B. Darmstadt, 18. Dez.
Präsident Haas eröffnet die Sitzung um 9y2 Uhr. Am Ministertisch: Staatsminisler Ewald, Minister Braun und niedrere Regierungskomm-jsarien. Das Haus tritt sofort in die Tagesordnung ein und setzt öie Beratung des
Zagdgejehes
bei Art. 18 fort. Der Ausschuß beantragt die Annahme des Art. 18 in folgender Las fang: „Hat ein nach Art. 17 zur Ausübung der Jagd berechtigter Grundeigemümer jein Recht
Die Lage in Persien.
Allgemeines Ergaul'^rl. e^-x^e als vor mehreren Jahren der verstorbene Schah von Persien vollständig frer.- willig feinem Lande eine Konsti tu t i o n schenkte und ein Parlament nach einem verhältnismäßig liberalen Prinzip wählen ließ. Hinterher scheint ben Machthabern die etwas vorschnelle Tat doch wieder leib geworden zu sein, als man sah, daß das Parlament nicht bloß ein Scheindasein fristen wollte, sondern energisch feinest Anteil . an der Regierung forderte. StreitigkR.m mit den Ministern waren Harum an der Tagesordnung, auch in ben Ministerien war ein ständiges Kommen und Gehen. Der jetzige Schah galt von vornherein als ein Gegner des Parlaments und während seiner kurzen Regierung haben sich die Verhältnisse immer weiter zugespitzt, so daß eine große Gärung tenter der Bevölkerung einriß. Durch einen Staatsstreich glaubte der Schah Herr der Lage werden' zu können, aber so weit aus ben unklaren Melbungeu, die aus Teheran kommen, hervorgeyt, scheint ihm dies mißlungen zu sein, bas Parlament leistet energisch Wiberstanb unb scheint auch bei dem Gros der Bevölkerung Unterstützung zu jinben. Die Situation ist sehr ernst; es soll auch bereits zu Straßenkämpsen gekommen sein und die Gesandtschastsgebäude werden gegen etwaige Angriffe in Verteidigungszustand gesetzt.
Die Gründe des Vorgehens des Schahs sind nicht recht bekannt geworden, unb es ist erklärlich, wenn allerlei Vermutungen austauchen; vor allem hat die Annahme, baß Rußttlnd seine Hände im Spiel habe, viel Wahrscheinlichkeit sür sich. Man sagt, baß der russische Gesandte den Schah in seiner Gegnerschaft gegen das Parlament bestärkt und ihn zum Staatsjtreich veranlaßt habe, zweifellos in der Absicht, daß Unruhen die Folge jein würden und Rußland dabei im Trüben fischen tonne. Der englisch-russische Vertrag hat den Russen in Persien doch manches Vorrecht genommen und man will anscheinend jetzt versuchen, aus irummen Wegen das Verlorene wieder einzubringen. Hieran ändert auch kaum etwas die ohne jede Beranlassuna sehr eilia gegebene Londoner Er-
Wirtschaft. Der zrvette sollte Lehrer werden. Ich schickte Ll)n barumi n bie Stadt auf die Präparandenanstalt; aber nach einem Jahre kam er wieder mit Sack und Pack nach Hause und war durch keinerlei Zureden zu bewegen, wieder nach der Anstalt zurückzukehren. Sem Lehrer habe gesagt, er sei zu dumm, um Lehrer zu werden. Als er 18 Jahre rrar, ging er freiwillig zum Militär, kopiwlierte, imirbe nach niapp zwei Jahren Unteroffizier unb später Wacht- Als e rfeine zwölf Jahre abgedient hatte, bekam schönen Posten und hat jetzt sein gutes Auskommen.
Nun hatte ich noch einen jüngeren Sohn. Auf Zureden unseres Pastors schickte ich ihn doch wieder auf die Präpa- r-aildenanstalt. Er lernte gut, war fleißig und bestand nach sechs Jahren seine Prüfung. Diese sechs Jahre haben mich genau gerechnet 3750 Mark gekostet. 9hm bekam mein Lohn eine zweite Lehrerstelle auf dem Lande. Sein Ein- Lomnlen betrug bare 630 Mark. Nach Abzug von 360 Marl Kostgeld verblieben ihm moch 270 Mark, genau so vbtt wie «nein Großknecht erhielt. Nach zwei Jahren ging mein Sohn nach einem anderen Dorfe. Dort hatte er eine ein- ÄLssige Schule mit über 80 Kindern unb ein Einkommen von 830 Mart. Auf dieser Stelle, wo er noch heute ist, gefiel .es ihm zwar besser als auf der ersten; aber mit dem Mittagessen stand es schlecht, da weder für Geld noch gute Worte etwas Gescheidtes zu haben war. Er radelte eine Zeitlang jeden Mittag nach dem Nachbarborse, um dort ^u essen. Im Winter kochte er selbst; da er aber dabei ganz .auf ben Hund kam, schickte ich ihm eine meiner Töchter hin, ibie ihm wirtschaftete. Da der Gehalt von 830 Mark aufs Jahr (2.25 Mark täglich) für beide Personen natürlich erst recht nicht ausreichte, so mußte ich ihnen fleißig aus meiner 'Wirtschaft zuschießen: ein halbes Schwein, Wurst, fette Gänse und dergleichen, auch Geld.
Als sich meine Tochter oerheiratete, saß der Schulmeister wieder allein Da. Was blieb ihm anderes übrig? Er mußte auch heiraten. Zum Glück wurde nun fern Gehalt infolge des Besoldungsgesetzes von 1897 etwas aufgebessert: Er bekam nun ein Grundgehalt von 900 Mark unb nach sieben
liut-uny, vw p \s/iii-ji.wwv uuu uiupiwnu ymi-k“ । w**t Vvr- gingen. England wacht sehr eifersüchtig in Persien, um ja keinen Zollbreit Einfluß zu verlieren, vielmehr ist man in aller Stille bemüht, sich immer weiter auszudehnen. Einstweilen ist die Lage in Teheran irach wie vor sehr ernst. Die Auftegung steigert sich immer mehr. Vertreter des diplomatischen Korps haben sich zum Schah
Tabak.
Das 4. Vierteljahrshett zur Statistik des Deutschen Reiches, Jahrgang 1907, enthält unter anderem eine Stattslck der Tadak- ernte und -Besteuerung im deuticheil Zollgebtet für das Ermejahr 1906 (1. Juli 1906 bis 30. Juni 1907) und für das Jahr 1907 einen vorläufigen 'Nachweis über den Tabakanbau. Mu Tabak bebam und abgecrutet wurden im Jahre 1906 un Zollgebiet 14 684 Hektar Ter An übertraf damit zwar den vorzähngen (14 111 Hektar um 573 * Jiar, blieb aber noch erheblich hinter dem Durchjchnut der letzten zehti Jahre (16410 Hektar) zurück. Dte Ernte an dach, reuen Tabakblättern betrug 32 075 Tonnen (1905: 31 860 Tonnen, 1904 : 34 384, 1903: 3.072 Tonnen). Aus 1 Hektar wurden durch, fchmttlich geerntet 21,8 Doppelzentner gegen 22,6 Doppelzentner un Vorjahre (1004: 21,7, 1903: 20,0 Doppelzentner). Dte niedrigsten DurchfchliMseriräge auf 1 Hektar hatten Schlesien mit 12,5 D.-Zlr., Anhalt mit 14,9 D. Ztr., Ostpreußen mit 16,7 D.-Zlr., die höchsten Weslpreu! ■; mit 28,6 T.-Ztr., Elsag-tlolbringen mit 28,3 D.-Ztr., Rheinlcrn mit 25,3 D.-Ztr. und Hessen-Nassau mit 24,5 D.-Ztr. In den • rigeu Direktivbezirken schwankten die Ertrage zwischen 18,3 und ?,4 D.-Zlr. auf 1 Hektar. Die Ernte blieb un Durch- schnittser :qe hinter Der vorjährigen zwar etwas z u° v ü ck und kann der M enge nach lucht b m als eine gute Mutel- evutc angesehen werden, aber sie liefet le überwiegend ein Blatt von ausnahmswene guter Beschaffenheit, das sich besonders in den Hauptdistnkten des Tabalbaues meist als zur Zigarrenfabrikation geeignet erwies. Ernte und Ha,tgezeit verliefen im allgemeinen
qi'mf , ebenio Die Fermentation. Tachkrankheiten tarnen nur eiten oor. Ter gut zur Wage gelieferte Tabak fand rasch und zu guten Preisen feine Ai auf er. Der mittlere Preis für ft. oppel- zentn dachreifen Tabaks bei rüg eniichließlich der oteuer tm tiöefoii dnrchfchnitt 94,3 Alk. gegen 8',4 Alk. im Erntejahr 190o (19k ■: 77,5 Alk., 19<> J und i9ü2: 82,6 Alk.). Die 4,aba£ Heuer Dat un Eimejahr 19(6 einen Ertrag von 11,25 Aiillwnen Mark, öer Liugangszoll oor Tabak 59,04 Millionen Mark ergeben. Aach Abuig der gezahlten Ausiuhrvergutungen (416 8^9 Mkp verblieben als Reinertrag der Tabatabgaben 69,87 Alillionen ’Jlarf, das ift 1,13 ul'avf auf den Stopf der Bevölkerung. Ter Verbrauch an 'abrikauonsreifem 91 ol) la bat berechnet sich unter Berücksichtigung der Ern- und Ausfuhr auf 1,45 SUg. pro Stopf, -mv uoilaitfige VI a elf io e i s über den Tabakanbau im Jahre 1907 ergibt als Gejamtslächeninhalt Der im deutschen Zollgebiete nut iabaf vepslarzten Grundstücke 15 443 Hektar gegen 14 684 Hektar im Jahre 1906.
Der Prozeß gegen den Verteidiger von Port Arthur.
Die gestrigen D ■ Handlungen in dem Prozeßwegen der Uebergabe Port Arthurs belcasen die An- llagepunkle: Stössel habe widerrechtlich die Stellung^ des Kommandanten von Port Arthur eingenommen. Hierzu gab der General Kuropatkin Aussehen erregende, für Die Gejamtaussasftrng charakteristische Erklärungen. Nach der Kintschau-Schlacht erhielt Stössel den Befehl, zur Man- djchurei-2i.rmee abzugehen, bat jedoch, in Port Arthur bleiben zu dürfen, was formell inkorrekt, moralisch aber berechtigt war. Kuropatkin stellte dem Charakter Stössels, den er feit seiner Schulzeit kennt, ein glänzendes Zeugnis aus und wies auf die Kriegsverdienste Stössels hin. Da Stössel das ganze Kwantnnggebiet vorzüglich kannte, sei er von ihm in Port Arthnr belassen woroen. In gleicher Weise günstig sagte Sluropatkin auch für General Fock aus, dessen Willensstärke er hervorhob.
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jüi t>i« WnS Hotntio*$bra<r enb Verlag her VrShl'schen Univ.-Such, tut» Steindn-Seret. R. Lange. Sedattion, Lxpedrtion unb vruSereN rch'-llftrsßk r. nzetgenlerl Beck.
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Zur Ers hliehung SudWesiasrikas.
Wie der „Bert. Locatanz." hort, steyt bie Gründung einer „Sü b w e st a fr i la n i sch e n Transport- unb Ha nbels gesell sch ast" unmittelbar bevor. Dem Syn- oikate, das sur dies Unternehmen tätig ist, gehören Generalleutnant z. D. v. Trotha, der frühere Lberbe,ehlshaber der Schutztruppen von Subwesta,rita, G-neraibireltvr Wiegand vom Norooeutschen Llo-,d und andere bekannte P.r,Örtlichkeiten an. Das Unternehmen, das in bie Form einer G. m. 6. H. gekleibet ist, bezweckt die Erschließung des Schutzgebietes durch Einrichtung eines Verkehrs von L a st a u t o m o b i l e n, bie bie vor Hauben en Eijen- bahnrouten untereinander verbinden sollen. Tas Reichs^ kolonialamt erteilte der Gesellschaft Konzession bis 1915. Das Gejellschaftskapital beträgt vorläufig 1 200 000 Mark. Hand in Hand mit den Verkehrseinrichtungen soll die Errichtung von Faktoreien betrieben werden. Die Gefchäfts- leitung wird Personen anvertraut, die die Verhäirnisse in Südwestasrita aus eigener Anschauung kennen. Die Zentrale ijt Berlin und Swatoprnund. Gouverneur von S ch u ck m a n n versprach das Unternehmen nach Alöglichlett zu unterstützen.


