Samstag 28. Inn
Erstes Blatt
157. Jahrgang
Ubrtfle für T-v-fch-n- gotatianrdruck und Verlag der vrilhrschen Univ.-Vnch- und SltinörndettL H. Lange. Reöattto«, «xpedMon und Druckerei: rchulftratze t «nzetger »icb»»« * • _________________________________________________________ ______________
Ire sieuLige Kummer umfaßt 14 Seite».
des
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licher GebvecheiA konkursverfahrerh
folgender Fassung angenommen:
Zur Pachtung einer Jagd dürfen nicht zugelassen toerben: 1. minderjährige Personen;
2. Personen, die wegen geistiger oder
Nr. 150
Erscheint täglich außer Sonntage.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Samilien- blätter viermal In d Woche beigelegt um zweimal wöchentlich das Ureirbiatt für den Krtls Sieben. Fernsprech-An- schlußs.d. Redaktion 113 Berlag u. Expedition Kl
Kom Kationatverein und der Einigung cL'.öeralismus.
ES wird unS au- Gießener nat.-lib. Kreisen
Hessische Zweite Hammer.
B.-B. Darmstadt, 28. Juni.
der Adga. Brauer, Erk und Gen., betr. die Muhlenumsatzjteuer, und der Antrag des Abg. Noack, betr. die Neuregelung der Witwen- und Waisenoersorgung der StaatSdiener, an den zuständigen Ausschuß verwiesen. Tann setzt dasHaus dieWeiterberatung des
Jagdgesetz-Entwurf»
bei Art. 4 fort. Zu diesem Artikel welcher bestimmt, daß der Wert einer Jagd vor jeder Verpachtung von der Obersörsteiet ab- zuschätzeii ist, stellen die Abgg. Leelinger und Wolf den Antrag, daß die Abschätzung deS JagdwerteS von dem OrtSoor- stand vorgenommen »verden soll. t , n, , .
Abg. Molthan wendet sich gegen diesen Antrag und empfiehlt die Annalune des Ausschußantrags, welcher nur darin von der Regierungsvorlage abweicht, daß alistatt der Bekannt- inachung deS Tages der öffentlichen Verpachtung in der .Darmst. Zeitung" gesagt werdeii soll: ,in einer oder mehreren von der Gemeindevertretung zu beftimmenben Zeitungen".
Abg. Reinhart stellt noch einen Zusatzantrag m dem bestimmt wird, daß die Obersörsterei indetreff der Jagdbewertung nach Anhörung der Bürgermeisterei entscheiden soll.
Tie Versammlung nimmt schließlich den AuSschußantrag mit
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesfen
cululLUt:L _______________efahr ist. Was in unserem
öffentlichen Leben fehlt, das ist Vertrauen, Vertrauen bet verschiedenen Stände und blassen, Vertrauen dec politischen Parteien zueinander, Vertrauen auch zwischen Volksvertretung und Re-
AuS Süddeutschland wird uns noch geschrieben:
Tie Einigung des Liberalismus ist durch die Heidelberger! Tagung des neuen Nationalvereins um ein gut Teil vorwärts gebracht, zur gegenseitigen Verständigung mneryalbsemer Ru^ tungeit manches beigeträgen worden, und schließlich ist der Beiveis geliefert, daß für alle seine Richtungen eine gemeinsame Grundlage und gemeinsame Grenzen nach rechts und links vorhanden sind. Mit erheblichen Zweifeln war man bis kurz vor der Tagung dem Unternehmen, begegnet, das, wie vielfach fälschlich befürchtet wurde, unter Außerochtlasfung der Parteien einen einigen Lckeralisrnus exitxebte. Viele seiner Führer waren selbst feit Jahrzehnten angesehene und verdienstvolle Mitglieder der einzelnen Fraktionell, und lie hätten ihre Hand nie zu dem Werke des Nationalvereins geboten, wenn dieser sich gegen die Parteien gerichtet hätte. _ o. .
Ter Erfolg der Heidelberger Tagung beruht in eciter Eime auf der Anteilnahme der Wählermassen. 2oOO Personen, für eine politische Versammlung im stillen Heidelberg e'"e außerordentliche Zahl: Tem Eindruck konnte sich niemand ?rlchließen, daß der Liberalismus tatsächlich eine große gemeinsame politische Weltanschauung ist, eine Weltanschauung der Freiheit und der Stärke. _
Es ist ein vielversprechendes Zeichen für den Natwnaloerein, daß sich alle Redner völlig a u f d e r Se i t e d e r a u f st e i g e n - den Volks massen fühlten und ihrer U^er-euMng dahin- gehend Ausdruck gaben, der Liberalismus! inu)|e die Arbeiter,chast gewinnen und mit ihr Hand ln Hand handelt
es sich in erstcr Sinic um die qualifizierte lltbei^rschaft, di,e bereits so weit gereift ist, daß sie mit den utopiMichen Phrasen der Sozialdemokratie nichts mehr anzu,angen roetß. . .
Ein Fortschritt ist es auch, daß der Nationaloerern fernem Namen den Zusatz „für das liberale Deutschland gab Miancherlei Mißverständnisse werden dadurch vermieden, die Grenze nach reck)ts wird schärfer drngelegt. ^n der « muß es sich nun zeigen, ob die großen ©Öffnungen, bie.AAAA berg erstanden sind, nun durch rastlos Arbeit verwirklicht werden
♦) Tas „neue Mittel" scheint uns eben die Angliederung an den neuen Verein zu fein, da ohne diesen V^emlgungs- versuche bisher vergeblicli gewesen find trotz aller schonen pro grammatischen Erklärungen. Mit einer AbweijungdesVerems^mmt mau iebenfalls dem Ziele der Einigung nicht naher. -t. Jteö.
Mitteln beziehen: ,
8 Personen, dic in den letzten- der Verpachtung vorherge^ gangeiten drei Jahren wegen Landstreicherei, Bettelns, rechtskräftig beslratt oder wegen Entwendung oder Diebstahls von Forst- und Felderzeugnissen rechtskräftig zu einer Frevi heitsstrafe verurteilt worden sind:
9. Personen, welche in den letzten dar Verpachtung vorherg^ gangenen drei Jahren wegen Jagd- oder Fischereivergehensf rechtskräftig zu einer Geldstrafe von mehr als 100 Mk. oder zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wo^en sind.
Tie Verpachtung einer Jayddomane der in Nr. 1—96 bezeichneten Personen ist nichtig „r.
Art 6 besagt, daß auch das Verfahren bei der öffentlichen Verpachtung die Vorschriften über die Verpachtung vom Gemeindevermögen entsprechend anzuwenden sind mit der Maßgabe, da8 über die Geiiehmigung des Pachwertrags die Gemeindevertretung zu beschließen hat. Tie Genehmigung darf nur bann benagt werdet, wenn gegen die Meistbietenden Tatsachen vorliegend welche die Annahme rechtfertigen, daß er keine hinreichendq Sicherheit für die Erfüllung der Vertragsbedingungen bietet, ober wenn baä eingelegte Meistgebot die Schätzung Nicht erreicht.
Abg Stapler beantragt hier einzufügen, „ober wenn der Durchschnittserlös der beiden letzten Jagdperwden sticht erreicht witt>". L .
Abg Wolf beantragt einen Zuiatz, daß ent Nachgebot tnnep- halb acht Tagen zulässig und eine Auswahl unter den drei Höchst bietenden gestattei sein soll.
Ministerialrat Dr. U, tnget eriucht um Streichung die,es Zusatzantrags, den er für bedenklich hält. ,
Auch die Abgeordneten Stöpler und Reinhar t spreche gegen den Antrag Wolf, desgleichen die Abgg Finger und Braun, die noch beantragen, Weitergebote nach Erteilung des Zuschlages für unzulässig zu erklären.
Abg Köhler will die an die Versagung emer Verpachtungsgenehmigung geknüpften Bedingungen gestrichen wnien. Es müsse den Gemeinden das Recht zuitehen, ,ich ihre Jagopachter selber auszuwählen. Die Antragsteller trieben eine Begünstigung bet Zaqdpuchter. (Ter Redner wird für diesen Ausdruck vom Präsident zur Ordnung gerufen, ebenso Abg. v. Brentano, der Köhler zuruft, er rede Unsinn.) , L _ . '
Mg. Köhler erhält daraus wieder das Wort, verzichtet;
Nachdem Abg. Reh den Ausschußantrag zur Annahme empfohlen und um Ablehnung des Antrags Wols ersuchthltt, da dieser nur durch Einfluß der Gevatterschaft Tor und^i^on- n würde, wird der LLusfchußantrag mtt dem Zusatz. «Wer bei euer Verpachtung mubieten will, hat sich aus Verlangen bei dem Skua,
Am Ministertisch: ©laatiminifter Ewald, Ministerialräte Dr. U j t n q e r und Lorbacher, Obersorstrat D rünemalb, (Leh. Oberfiiianzrat Fuchs und RegierimgSrat S p a in e r.
Rach Eröffnung der Sitzung um R/, Uhr wird der Antrag der Abaa. Brauer, E r k und Gen., betr. die Muhlenurnsatzstener,
schrieben:
Dem Verfasser der verschiedenen Zuschriften über den herigen neuen „Nationalverein" werden Sie gewiß noch einmal das Wort ui Ihrer geschätzten Zeitung verstatten, damit er nach der Heidelberger Tagung seine Ansicht bartun kann.
Einige Worte scheinen schon wegen des einen Satzes in Ihrem Artikel vom Mittwoch nötig, um das Aufkommen eines etwaigen Mißverstandnifscs zu verhindern. Es heißt da: „Die Führer des Gießener Freisinns z. B. sind, wie wir vernehmen, entschiedene Anhänger der Nationalvereinsidee, im Gegensatz leider zu unseren Nationalliberalen." Hält man daneben die von dem „Nationalverein" oder wie er sich jetzt nennt „Nationalverein für das liberale Deutschland" — nebenbei bemerkt ein wegen seiner Länge höchst unpraktischer Name*) — proklamierte Tendenz, den Liberalismus zu sammeln und zu einen, so könnte man auf den Gedanken kommen, die hiesigen Nationalliberalen wollten von einer solchen Einigung nichts wissen. Das wäre grundfalsch.**) So hat der Verfasser der erwähnten Artikel in Anwesenheit von Führern der hiesigen frei) innigen Partei seinem Wunsche, daß die Liberalen der verschiedenen Schattierungen zufammengehen niöchten, Ausdruck gegeben, sogar vorgeschlagen, es möchten zeitweilig, in jedem Quartal etwa einmal, gemeinschaftliche Sitzungen der beiden liberalen Vereine gehalten werden, damit man sich über die schwebenden Fragen aussprechen und mancherlei Mißverständnisse u. dgl. beseitigen könne. Er darf also für sich in Anspruch nehmen, ein Anhänger der liberalen Einigungsbestrebungen zu sein. . n m
Warum da aber gegen den Nationalverein schreiben? Nun, daran waren einesteils mündliche und schriftliche Aeußerungen des Generalsekretärs Dr. Ohr und solche des Derrn Pfarrer Kvrell in Darmstadt, andernteils gewisse aus der Absicht, einen neuen liberalen Verein neben den bestehenden zu schaffen, hervorge- gangene Bedenken schuld. Daß die zuerft erwähnten Bedenken Nicht aus der Luft gegriffen waren, beweist sowohl ihr Austauchen in weiten Kreisen des Nationalliberalismus und der anderen liberalen Parteien und die Tatsache, daß die Mitgliederversanim- lung in Heidelbetg es für notwendig gehalten hat, die Sache in einer besonderen Sitzung zu behandeln und dann eine beschwichtigende Erklärung zu erlassen. Was auch da noch unangenehm berührt, ist die Erwähnung, daß die anftoßerregende Aeußerung des Derrn Dr. Ohr als „eine nicht für die Oefsentlich- leit bestimmte" bezeichnet worden ist. .. v
Erfreulich ist nun die Unterlassung der Gründung lokaler Organisationen, sodaß — die Einzelarbeit den bisherigen liberalen Organisationen überlassen bleibt. Ist dies als dauernde Einrichtung gedacht oder ist die Schaffung einer Organisation nur aui- geschoben worden, weil man sich noch zu schwach fühlte und dem neugeborenen Kinde nicht gleich den Lebensfaden abschneiden wollte? Hoffentlich bleibt es, wie Sie ja auch zu wünschen scheinen, wenigstens auf absehbare Zeit so.
Noch in anderer Beziehung scheint man sich in Heidelberg etwas anders eingerichtet zu haben, als es den Anschein hatte, — wohl infolge der bedenklichen Aeußerungen der Preste — nämlich in der Stellung zur Sozialdemokratie. Derr Fabrikant köpp- Pirmasens, dessen Rede „stürmischen langanhaltenden Beifall fand, pat verlangt, die Aizialdemokratie mtt allen snnften zu bekämpfen. Eine Stellungnahme wie die der Herren Storni und Dr. Ohr war ja auch vertreten, namentlich durch, die Derren
Dr. Daas, Kuhlemann, Prof. Dr. Günther. Bei den betreffen» den Stellen bet Rede des Derrn Dr. Daas verzeichnen Sie zweimal „Beifall und heftiger Widerspruch". Welches ist nun die Stellung des Nationalvereins? In dem Wirken nach außen, in den Broschüren, Flügdlättern und bergt muß sie doch zum Ausdruck kommen. Oder fallen diese verschieden aus, je nach der Stellung des Verfassers? t n
Wie soll es bei der Ausbildung der Redner gehalten werden? Lehrt man sie mit Derren Prof. Dr. Gothein, daß die Sozialdemokratie nur „spiele" mit revolutionären und antimonarchi- chen Phrasen — eine sonderbare Vorstellung! — oder zeigt man ihnen, daß die Sozialdemokratie diese ihre Lehren ernst nimmt? Wie kann man nationale Elemente, die nicht liberal sind, schärfer von sich abstoßen wollen als nicht nationale, revolutionäre, koinmu- nistische Elemente, gewisse liberale Forderungen — aber nur als Uebergangsforberungen — mit einem gemein haben?
Was ist das Positive des neuen Vereins? Formell, die Absicht, den Liberalismus zusammenzufassen, inhaltlich die scharse Betonung der Mttwirkung an der Lösung der Arbetterftage. Erfreulich gewiß. Aber war namcntlid) in letzterer Dinsicht der neue Verein nötig? Man lese doch die Programme der liberalen Parteien vom Januar und Februar 1907; man lese die masten- haften Anträge unserer Reichstagsabgeordneteii und die Antwort wird sich von selbst einstellen, »at die Heidelberger Tagung neue Mittel zur Lösung gebracht? Nein.*) Derr ^Nemann will selbständige Arbeiterorganisationen. Mit ihm juib gewiß bie Leitet bet Dirsch-Dunckerscheu Gewetkoereine einig, die sich jüngst geweigert haben, sich vor einen bestimmten politischen
Karten spannen zu lassen. „ .. or . .t
Andere — und wohl die Mehrheit — wollen die Arbeiter für die liberalen Vereine gewinnen. Sie haben u. E. teast Die Arbeiter find Bürger des Deutschen Reiches wie andere Leute auch. Die Tatsache, daß leider Millionen ihre Stimmzettel für Sozialdemokraten geben, weil sie von ihnen eine Besserung ihrer Lage versprochen bekommen und sich aus Klassenintereffe dorthin gezogen fühlen, den Bürgerlichen gegenüber aber mit jljran Vertrauen zurückhalten, darf uns nicht abschrecken. Viel Schuld hieran trägt einerfeits.die Dranchesterlehre, die solange den Liberalismus, namentlich den Linksliberalismus, gefangen hielt, und der Mange an Verkehr. Das Vertrauen in niedrigeren sozialen Schichten will gewonnen sein. Tas kann nur durch regen Verkelw geschehen. Freilich haben unsere sozialdcmokr. Blätter das Menschenmögliche getan, um hier Mißtrauen zu säen. Es wird viel Arbeit kosten, den Boden wieder zu gewinnen. Das dringende Verlangen, die Arbetterschaft wieder für uni er e Ideen zu gewinnen, Frieden und Eintracht zwischen den verschiedenen Standen in Stobt und Land iu schafic», dic Jntor-N-N -rusiugtouh-n und babai insbesondere die Schwächsten un Staate zu stutzen, dies alles haben gewiß viele Liberale^ unter ihnm auch SSerfaUer dieser Aeilen in Rede und Schrift ausgefprochen,, ut dem Bewußtsein, daß es. um mit Derrn Kopp aus Pirmasens -u redm, eine nationale Gefahr sei, wenn etn sehr großer -Leil der deutschen Arbeiter den bürgerlichen Parteien feindlich gegenuberstehe , ja mehr, daß die feindliche Stellung großer Volkskreise gegeneinander überhaupt eine nationale Gefahr ifi
Nun, der neue Nationalverein will weitigstens einen Teil dieser Aufgabe übernehmen. Mit Mißtrauen ist er von wie len Seiten empfangen worden. Es ist ihm gelungen, manche Steife zu beruhigen. Möge er mit seinen Einigungsbestrebungen Er> folg haben, dann „wollen wir ihn gewiß an fein« ^Irbeit nicht hindern", sondern ihm b an war dafür lein. Veri^hlen wollen wir freilich nicht, daß wir das Vorhandenfein von „allerlei Klippen", wie Sie fchreiben, fehen und furchten, daß es schwer, sehr schwer seist wird, an ihnen glücklich^vorbeizuwmmen. Tenn geistreiche, schwungvolle Reden halten und Ideen praktische Gestaltung neben, find bekanntlich sehr verschiedene ^inge. Zu einer rückhaltlosen Hingabe an den neuen Verein können nur, wie bas wohl aus den vorstehenden Tlusführungen hervorgel)!, uns aus mancherlei Gründen noch nicht verstehen. Wir muffen abwarten, wie die Anschauungen der Vereinigung in manchen Punkten sich weiter entwickeln und wie die „Taten auSfeyen werden. Do f sen w ir das Be ste.
dem Zilsatzantrag Reinhart an.
Art. ö bestimmt die von der Pachtung einer Jagd ausgeschlossenen Personen. Darnach soll die Jagd nicht von Personen unter 18 Jahren und Personen, welche wegen geistiger oder körperlicher Gebrechen unter Vormundschaft ober Pflegschaft liehen, Personen, bet denen das Konkursverfahren eröffnet ist, die mit Zttcht- haus bestraft, denen die Ehrenrechte aberkannt find rc. gepachtet werden können. , ., _ , „
Ter Ausschuß geht jedoch weüer und will auch die Zulassung minderjähriger Pestonen über 18 Jahren nicht als Pächter einer Jagd geshrtten, weil er der Meinung ist, daß Leute von 18. btS, 21 Jahren ihre Zett nutzbringender crnwenden follen.
Ein Antrag Finger wlllifcht noch die Dm-ufüyung solgenber Bestimmungen: „Gebote notorisch -ahlungsunfal-tger Personen ind zurückzuweiseii." „Personen, welche nicht Reichsangehorigo sind, kann der Zuschlag versagt werden." „Ern solchen Personen, erteilter Zuschlag ivirb erst nach Zustimmung der Aufsichtsbehörde. 1Ullt^ieier Antrag wurde jedoch 'abgelehnt und der AuSschußantrag»
Mil dem 1. Juli beginnt ein neues Vierteljahr. Unsere Leser werden gebeten, im Interesse einer gesicherten und ordnungsmäßigen Zustellung bas Abonnement aus den Gießener Anzeiger umgehend zu erneuern.
Der Gießener Anzeiger ist bekannllich in Oberhessen die einzige größere Provinzzeitung. In seiner polttischen Haltung selbständig und von keiner Partei abhängig, tritt er für die Zusammenschließuug aller liberalen (Elemente in Stadt und Land ein.
Sorgfältig registriert und bearbeitet er alle bemerkenswerten Ereignisse nicht nur Gießens und Oberhessens, sondern des ganzen Großherzogtums. Das polittsche Leben Hessens, des Reiches, der Welt spiegelt sich in seinen Spalten. Richt Sensation, Popularitätshascherei und Schlagwortpolitik, sondern Objekttvität und Zuverlässigkeit im großen wie im kleinen bllden die Richtschnur, an der der Gießener Anzeiger seine Leser durch das Labyrinch des öffentlichen Lebens zu führen sich bestrebt.
Die bevorstehende 300jährige Jubelfeier der kessischen Landesuniverfität wird unserem öffenllichen Leben in den nächsten Monaten ihren Stempel aufdrücken. Die Leser des Gießener Anzeigers nah und fern werden ein vollkommenes Bild von den mannigfachen Feierlichkeiten erhalten. Es ist eine umfassende Organisation geschaffen worden für eine vollkommen erschöpfende Berichterstattung über bas Fest, wie aller m mehr ober minber engerem Zusammenhang bamü stehenben Vorkommnisse, vornehmlich ber (Eröffnung bes neuen Gießener Stabttheaters.
(Ein Abonnement auf ben Gießener Anzeiger für bie nächsten Monate empfiehlt sich also auch über unsere Heimatprovinz hinaus.
monatltd)7u -*•*• jährlich M. MO; tat* Abhole- u. BnxiflfteQei monatlich 66 Pst; durch diePostAtt.L.— viert tt- jährst auSschst Bestell-. Nnnah»e ww Liztt-ttl für bie iagefinuxnnwr bis vorrnittaaS 10 Ute. Zeilenvrei«: lokallLP^ auSwättL SO Üftrorig. verantwortlich Mte den polit und aUgam. L-il: P. Wtttko: tflr rSlabt und Land^ mti> .GerichtSfaaf: Ernst Heß; für den Anzeigenteil: HanS ®<(f
Z. Perfvneu, über beten Vermögen
4 Personen^ bie zu Zuchthausst-äasen verurteilt sind, Dort der Rechtskraft des Urteilsi au bis nun Ablauf von fünf Jahren nach bet Verbüßung, der Verjährung oder beut Ermß ber Strafe; ±
5 Perfonen, benen durch rechtskräftiges Urteil bie bürget^ lichen Ehrenrechte aberkannt worben sind, während, ber Tauer biefer Aberkennung;
6. unter Polizeiaufticht stehenbe Personen:
7 Personen, bie eine Armenunterstützung aus öffentlichem
•) Die Namen .Reichsoetbanb zur Bekämpfung der Sozial- demokralie" ober .Deutscher Schulverein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslands" sind nicht kürzer, und fuhren^ ohne weiteres zu bequemen Abkürzungen wie „Reichsoetbanb", .Schulverein" und „Nationalverein". D. Red.
*•) Diese Betonung ist hoch ersreulich. Im übrigen haben rott in unserem Mittrooch-Artikel ausdrücklich erwähttt, baß ,in den Ländern südlich beS Main, roie ja etsreulicherroeise auch bei uns in Gießen, die Unterschiede der liberalen Gruppen nicht mehr so groß roie in Preußen" sind, und zu roiederhollen Dialen haben wir das offene Handinhandgehen ber Nationalliberalen Gießens nut den Gießener Freisinnigen als mustergültig für das ganze Reich hingsstellt. D. Red. •
können, ob insbesondere die O p f e rw i l l i y ke 11 des cinzetneu dem Nationalverein gegenüber groß genug ist. Bei den Relms- tagswahlen von 1912, wenn man so lange aur die 'ceuwahleii warten muß, könme sich bann schon etwas von ber Wirkung de» Nationalvereins zeigen. Wenn bann der Liberalismus von vornherein in allen Surfen zusammengeht, wo sein Befitzitanb von rechts ober von link» angegriffen wird und wenn bie Z w is cy e u- zeit zur Aufklärungsarbeit im liberalen öinne benutzt wirb, dann fteht wohl ein »vetteret MachtzuitachS des Liberalismus in sicherer Aussicht.


