Ausgabe 
28.9.1907 Erstes Blatt
 
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Erstes Matt

5te Heutige Wummer umfaßt IG Seiten

157. Jahrgang

Eröffnung -es bayrischen Landtages.

München, 27. Sept. Bei der heute in feierlicher Weise im 'Thronsaale der Residenz vorgenommenen Er­öffnung der beiden Kammern des bayerischen Landtages kündigte die vom Ministerpräsidenten ver­lesene Thronreden, a. folgende Gesetzentwürfe an: Eine durchgreifende Aufbesserung der Gehälter der Beamten und Bediensteten, eine Reform der Steuer, eine Neuregelung des gemeindlichen Umlage-Rechtes, einen Gesetzentwurf über eine Diätenpauschale der Landtagsabgeordncten, einen Ent­wurf einer Kirchengerneurdeordnung und eines Kirchen-

Ari-LanH.

New York, 27. Sept. Die provisorische Re­gierung auf Kuba behauptet, das Revolutionskom- plott sei zur Beeinflussung der Börse in Havanna an- gezettelt worden. Die Agitatoren hätten einigen Anhang in Pinar del Rio, wo sie den Negern vorredeten, Japan helfe Kuba. Auf den kubanischen Hauptbahnen wird Streik und Verkehrseinstellung befürchtet.

Shanghai, 27. Sept. (Reuter.) Aus Nankangsien im Süden der Provinz Kiangsi wird der Ausbruch eines Boxeraufstandes gemeldet. In dem Dorfe Jaweoli sind mehrere christliche Chinesen und ein italienischer Priester ermordet worden. Die Missionsstation der Lazaristen-Patres in Kanchufu wurde niedergebrannt. Die Missionare entflohen aber nach Kiansir und erbaten telegraphisch Hilfe. Der französifchc Konsul ist von dem Ausstand in Kenntnis gesetzt worden.

steuergesetzes, ein Fischereigesetz, ein Zwangs-Enteignungs-- gesetz, ein Straßengesetz, die Errichtung einer Anstalt zur Obsorme für entlassene Strafgefangene, den Weiterausbau des Lokalbahnnetzes, die Regelung der Portosreiheit, die Schaffung eines Etats betreffend den Uebergang der psälz. Eisenbahnen auf den Staat und die Behandlung der wich-, Ligen Frage der Ausnützung der öffentlichen Wasserkräfte.

traut. Zu einer in Kürze einzuberufenden beschließenden Ver- sammlung sollen sämtliche kleinen Gasmotoren-Fabrilanten cingclabcn werden._____

M. 228

Mkjchetnt

oußCT Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger .erben im Wechsel mt dem hessischen Landwirt die Gietzener blätter viermal m der Woche belgelegt und Zweimal wöchentlich das fotteblctt für den Kreis Hiehen. Henyprech-An- M)lubs.d.Redaktl0nII2 Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschcnr Anzeiger Gießen.

Annahme t*n Anzeigen tüt d«e Tagesnummer btS vormittags 10 Uhr.

Dsritsches Nesctz.

Berlin, 27. Sept. Ter Kaiser wird aus seiner Reise nach England vom Fürsten Bülow begleitet werden. Für den dortigen Aufenthalt ist im Gegensatz zu anders lautenden Meldungen die Zeit vom 11. bis 18. November in Aussicht genommen.

Zu den organisatorischen Veränderungen im Kultusministerium wird weiter berichtet, daß außer dem ncuernannten Ministerialdirektor Dr. Naumann Geh. Oberregierungsrat Dr. Elster in der Universitäts-Abteilung tätig fein wird. Ihm falle als Personalienreferenten die wichtigste Ausgabe in dieser Abteilung zu.

Die Berliner Morgcnblätter melden aus Dresden: Der König von Spanien wird dem König von Sachsen Anfangs Oktober in Dresden einen Gegenbesuch machen.

Gegen den Beschluß des Bezirks-Ausschusses auf Freigabe des Hagener Krematoriums hat der Re­gierungspräsident Beschwerde beim Oberverwaltungs­gericht erhoben.

Göttingen, 27. Sept. Bei der heutigen Landtags- Ersatzwahl für den Wahlkreis Hildesheim 6 wurde Administrator Heine (natt.) mit 2 10 Stimmen gewählt. Kaufmann Iserlohn (Wirtsch. Vereinigung) erhielt 74 Stimmen.

Köln, 27. Sept. Gestern fand hier eine zahlreich be­suchte Versammlung der bekanntesten Gasin ot o ren-

jahrcn in. Mitleidenschaft gezogen worden warm, wieder her- fteiite und durch Beruf der Stände die Verfassung wieder in ihre volle Wirksamkeit treten ließ. Nicht mbrder bedeutsam war es, daß der Großherzog am 3. April 1860 die Konkordats- Minister entließ und aus der liberalen Opposition ein neues Ministerium berief. Der Ruf, eines Musterländchens ist Baden ja bis in die neueste Zeit geblieben.

Gvoßherzog Friedrich betrieb auch vor allem die Aufnahme Vadens in den Norddeutschen Bund imb ernannte 1868 den preu­ßischen General Beyer zum badischen Kciegsminister und Re- organisawr der badischen Truppen. Nach dem deutsch-französischen Kriege, an dem er, wie alle deutschen Fürsten tcilnahm, ar­beitete er mit an dem Zu stände komrnen der deutschen Reichsver­fassung und an der Wiederaufrichtung des deutschen Kaiserthrones.

Dor nunmehrige Großherzog Fr ie d r ich II. wurde am 9. Juli 1857 geboren und steht somit im 51. Lebensjahre. Er studierte, ebenso wie sein Vater, in Heidelberg und Bonn und ist seit dem 20. September 1885 vermählt mit der Prinzessin Hilda, der Tochter des verstorbenen Großsterzogs Adolf von Luxemburg. Die Ehe ist kinderlos geblieben.

Die einzige Schwester des Großyerzogö ist bekanntlich die Kronprinzessin von Schweden.

Ueber die letzten Stunden des Großherzogs liegen uns von gestern und heute noch folgende Drahtmeldungen vor:

Konstanz, 27. Sept. Die Fittiche des Todes rauschen über dem schönen Schloß auf der Mainau. Ter Umschwung im Befinden des Großherzogs trat am gestrigen späten Abend ein, nachdem der Tag hoffnungsftoh vergangen war. Tie Atem- beschwerden häuften fiel), die Herztätigkeit wurde schwächer. Um den Kranken zu beruhigen und iljm Schlaf zu geben, wurden hohe Morphiumeinspritzungen im Laufe der Nacht verabreicht. Ter Patient liegt int ruhigen Halbschlummer. Aus Anrufen antwortet er dura) Zeichen. Gesprochen hat er seit gestern abend nicht mehr.

Karlsruhe, 27. Sept. Das heute nachmittag 5 Uhr über das Befinden des Großherzogs ausgegebene Bulletin lautet: Mit kurzen Unterbreämngen hat der Schlumnterzustand beim Großherzog den Tag über angehalten. Ueber den großen Ernst der Lage wurde noch im ersten Teil der letzten Nacht nach aus­wärts offiziell berichtet worden. Der Kaiser wurde von dem preußischen Gesandten von Eisendecher sofort verständigt. Im Schloß auf der Mainau herrscht tiefste Bewegung. Fenster an Fenster war erleuchtet. Tie gesamte Dienerschaft befand sich auf ihren Posten. Erft lange nach Mitternacht wurde es ruhiger im Schloß. Ueber die plötzliche Verschlimmerung im Besinden des Großherzogs berichtet die Badische Presse: Ter hohe Patient hatte fast den ganzen Tag geschlummert und die Aerzte hatten wieder Hoffnung gegeben. Plötzlich gegen 9 Uhr trat bei dem Großherzog schwere Herzbeklemmung und Atembeschwerde ein, die das Schlimmste schon für die alleriüichsten Stundest befürchten ließ. Man glaubte sicher, der hohe Patient werde diese Nacht nicht mehr überstehen und die Familienangehörigen und Hof­staaten wurden eiligst herbeigerufen. Docl) wiederum gelang es der ärztlichen Kunst, fteilich diesmal nur unter Anwendung stärkster Gegenmittel, dem hohen Patienten über den gefährlichen Moment für den Augenblick hinwegzuhelsen. Umeine Erleich­terung für die Atmung herbeizuführen, wurde der Großherzog in den Lehnstuhl gebettet. Erst gegen Morgen trat leichter Schlum­mer ein. _________ _

Zig." und dieKöln. Volksztg." schlossen, eine Vereinigung der

Arau gojiCt.

In Dresden w'urde am Freitag eine Sitzung sämtlicher Staatsminister und des Ministers deA königlichen Hauses unter Vorsitz des Königs abge­halten, an der auch der Kämmerer des Königs, v. Criegeru, teilnahm. Nachdem die deutsche Botschaft in London die standesamtliche Vermählung der Gräfin dem sächsischen! Hofe bestätigt hat, wurde ihre Angelegenheit behandelt. Der König betonte, daß er der Frau Toselti das bisher gezahlte Geld nicht entziehen wolle, obwohl er recht­lich nicht verpflichtet sei, die Apanage weiter zu zahlen. Bezüglich der Prinzessin Pia Monika wurde be­stimmt, sie unverzüglich Herrn und Frau Toselli abzu-^ nehmen und nach Sachsen zu bringen. Die kleine Prinzessin soll aus naheliegenden Gründen nicht sofort in die Failie de smKönigs gebracht, sondern standesgemäß in einer Familie untergebracht werden, über die der Köniz noch bestimmen wird. Die Prinzessin soll, falls die Gräfin Montignoso sie nicht freiwillig herausgibt, mit Hilfe der italienischen Polizei erlangt werden. oVn Dresden aus wird niemand nach Florenz geschickt. AlleZ weitere soll vertagt werden, bis man ersehen kann, wus Herr und Frau Toselli unternehmen und namentlich, wie sich letzter everhält. Im allgemeinen besteht am Hofe die Meinung, Frau Toselti als Privatperson zu behandeln, für die sich zu interessieren man seitens des Hofes keine Veranlassung habe. Der König hält immer noch an deut Wunsche fest, seiner früheren Gemahlin trotz ihres un- qualifizierbaren Betragens schonend zu begegnen. Er war sehr erregt und erschüttert, man fühlte in der Umgebung, daß er leidet und über die Frau außer sich ist.

Ein in London eingetroffener sächsischer Beamter suchte, den Schriftsteller Lequeux zu bestimmen, als einzigen Mit­wisser das Geheimnis des Aufenthalts der kleinen Prin­zessin zu enthüllen, aber Lequeux lehnte dieses Ansinnen ab, nahm jedoch die Erklärungen entgegen, die der sächsische Beamte namens des Königs abgab. Lequeux sandte diese Erklärungen mittels Chiffre-Telegramms der Frau Toselli nach Frankreich und erhielt darauf folgende Antwort:Er­klären Sie, daß mein Mann und ich fest entschlossen sind, unseren Liebling Monika nicht dem Könige auszuliejern, welche Pression er auch ausüben und, welche Verlockungen er auch anwenden mag.'

Lustig zu lesen ist, was ein Berliner Blatt seinen Lesern von Ungeheuerlichkeiten mitzuteilen weiß. Es meldet, wörtlich:

Das Ehepaar Toselli fuhr vom Pariser Nordbahnhof, an dessen Bufett die Signora eine Tasse Schokolade und ihr Gemahl eilt substantielleres Frühstück einnahm, nach der Avenue Jena- wo es in einem bescheidenen Hotel bis zum Abendzuge nach Florenz verweilte. Nach anderer Meldung benutzte Toselli seinen Pariser Aufenthalt um wegen der Aufführung seines symphom LV erkesFuo co", dessen Text Annunzios Dichtung zu- Mi'.nde liegt, zu verhandeln. Das Ehepaar promenierte gegen

mittag durch die Avenue der Champs Elysees Arm in Arm;

Toselli trug einen eleganten Reiseanzug,, seine Gattin einen

mit Rosen garnierten Strohhut, Helle Bluse und einen nelken­farbigen Rock."

Daily Mail" berichtet aus Genf, daß Frau Toselli und ihr Gemahl sich nach Amerika einschiffen werden.

Der Erzherzog Leop. Wölfling soll einem Londoner Blatte zufolge, als er von der Heirat seiner Schwester erfuhr, ausgerufen haben, er sei stolz über den Mui seiner S ch w e st e r, welche alle Vorteile abgestreist habe und das Glück und die Liebe suche, welche königlichen Hoheiten nicht gestattet sei. Er sympathisiere vollständig mit seiner Schwester und hoffe, daß sie glücklich sei.

In Florenz verlautet gerüchtweise, daß die Prinzessin Pia Monika auf der Reise nach Amerika befindet.

Demgegenüber wird aus Wien gemeldet, daß Leopold Wölfling aus Zürich seinem Rechtsanwalt Frischäuer tele­graphierte:Ich habe leider zufällig in Nizza Toselli flüchtig kennen gelernt. Ich verbat mir aber gründlich

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für den v oliv scheu Teil: L. Anderson; f. Feuille­ton und »Vermischtes* P. Wiltko; fürStadt ».Land- und.Gerichts-

ttotationrdruck und Verlag der vrühl'schen Unio.-Vuch- und Steindruckerel. B. Lange. NedakHon, Expeditton und Druckers! - Schnlstratzs T.

Fabrikanten zu bilden. Mft arbeiten wurde ein Arbeitsausschuß von sieben Personen bc

Kroßyerzog Kriedrich von Waden

Mainau, 28. Sept. Der Grotzherzog von Baden ist heute früh kurz vor 9 Uhr sanft entschlafen.

Die Meisten von denen, die uns das neue Deutsche Reich einigen halfen, sind schon längst ins Grab gesunken, nun ist .iuch Großherzog Friedrich von Baden als einer der letzten aus jener großen Zeit dahingegangen und mit seinem Eibischen Volke trauert ganz Deutschland an seiner - Bahre. Der l)ervorragende Anteil, den dieser edle Fürst an der Wederaufrichttmg des deutschen Kaisertums gehabt hat, iichwt ihm tu den Herzen aller Deutschen ein unvergcutgliches Andenken.

Vor mehr als 50 Jahren war es, als Großherzig Friedrich den Thron seiner Väter bestieg, imb leicht war das ärbe nicht, das ihm zufiel. Denn im Sanbe herrschte Zwie- tradjt und Parteiung, um die Finanzen war es schlecht be­teilt, und Baden war ein armes Land. Aber der jugendliche Mrst ließ sich dadurch nicht entmutigen, und, unterstützt )urch treue Ratgeber wie Matthey und vor allem Roggeu- rnch, gelang es seinem unermüdlichen Eifer, das Land vor­wärts zu bringen und hoher Blüte entgegeuzuführen. In )ie[em Streben kam ihm sein offener uiw milder Eharakter vesentlich zu statten, und gleich leutselig verkehrte er mit )och und niedrig; auch seine' tolerante Gesin- tung trug viel dazu bei, Gegensätze auszugleichen zercde in einem Lande, wo beide Konfessionen in siemtich gleicher Stärke vertreten sind imb jede ihre Rechte gewahrt wissen will. Daß es hierbei nicht ohne innere dämpfe ab gehen konnte, daß der Parteizwist oft scharfe Formen annahm, war erklärlich, aber der Großherzog ver­land es stets, sich über den Parteien zu halten. Diesem ^tandpuntte entsprach auch feine streng konstitutionelle Ge- innung, und wenn man auch verschiedentlich über daslibe­rale Attrsterländle" spottete, so ist diese Bezeichnung doch im Grunde genommen ein wohlverdienter Ehrentitel gewesen.

Was den Großherzog aber am mejjten zierte, war, wie bereits erwähnt, seine kerndeutsche Gesinnung. Großherzog Friedrich wünschte aber keinen lockeren Staatenbund unter Oesterreichs Whrung, sondern ein engeres Staatengebilde, mit dem Könige von Preußen an der Spitze. Umsomehr mußte im Jahre 1866 sein Herz bluten, als feine Truppen, Da sonst das Land völlig preisgegeben gewesen wäre, gegen oen jenes Preußen kämpfen mußten, aber als erster der süddeutschen Fürsten war er es, der seinen Frieden mit König Wilhelm machte und nicht bloß einen Bündnisvertrag ab- 'chloß, sondern auch bald darauf eine Milttärkonventiou, die das badische Kontingent auch in Friedenszeiten unter preußi­schem Oberbefehl stellte. .Mit Genugtuung mußten ihn daher >ie Ereignisse von 1870/71 erfüllen, wo feine Truppen mit- halfen, die Einigung Deutschlands mit ihrem Blute zu- sammenzuschweißen, und wo er selbst als Armee führe r her­vorragenden Anteil am Gelingen der Operationen hatte. Wie freudig mag es ihn berührt haben, daß er am 18. Ja­nuar 1871 in der Spiegelgalerie des Versailler Schlosses das erste Hoch auf den ersten deutschen Kaiser ausbringen durste.

Jahrzehntelanger Friede folgte jener kriegerischen Zeit, und unter den Segnungen dieses Friedens und unter dem Schutze des mächtigen deutschen Reiches entwickelte sich Baden unter der lveisen Regierung seines Fürsten zu einem der blühendste-n Länder.

Einer nach dem andern aus dem Kreise derer, die die große Zeit miterlebt haben, ging dahin, und nur Groß­herzog Friedrich von Baden ragte wie ein Vermächtnis aus jener Periode noch empor, und je weißer das Haupt wurde, umsomehr fühlte er sich verpflichtet, nicht nur Herr­scher seines Landes zu sein, sondern die Ausgaben eines Bundesfürsten hoch mmulaffen und erforderlichenfalls das Gegengewicht seiner Erfahrung in die Wagschale zu legen, wenn er glaubte, daß das Reichsschiff Gefahr laufe, einen falschen Kurs zu steuern. Darnum schätzte auch Wilhelm II. seinen Rat sehr hoch, und es ist bekannt, daß der Einfluß De3 Großherzogs manches verhütet hat, was im Volke wenig angeüehm empfunden worden wäre; ebenso ist es auch kein Geheiümis, dasz infolge solcher Raterteilung das Verhältnis zwischen Berlin und Karlsruhe nicht immer das beste war, weil Reibungen bei dem impulsiven Charakter des Kaisers nicht ausbleiben konnten, aber immer war es Wilhelm II., Der seinem ehrwürdigen Oheim die Hand wieder reichte, und erst vor wenigen Monaten stattete er ihm einen Besuch ab, der das herzlichste Gepräge trug. Es war wohl das letzte Mal. Ten Keim zu feiner schweren Erkrankung hatte sich Der greife Fürst in Erfüllung seiner Regentenpflicht bei einer Kireheneinweihung geholt und alle noch durch fein liebens­würdiges Wesen entzückt. Treue Pflichterfüllung und schlich­tes Wesen zeichneten stets Großherzog Friedrich auS, dessen Namen man allzeit unter den hervorragendsten Der deutschen Fürsten neunen wird.

GroÜ^rzog Friedrich war am 9. September 1826 ju Karls­ruhe als zweiter Sohn des Großherzogs Leopold und seiner Ge­mahlin, der Großherzogin Sophie, einer schwedischen Prinzessin, geboren. Im Jahre 1843 bezog er, nachdem er unter unmittelbarer Leitung seiner Eltern eine lehr sorgfältige Erziehung geuojfen hatte, zugleich mit seinem älteren Bruder, dem Erbgroßherzog Ludwig die Unioerfität Heidelberg, um hauptsächlich Geschichte und Staats Wissenschaften zu studieren. Später jhibicrte bet Prinz noch eine Z:ck lang in Bonn. Sein Bruder war in- zwi'chen von einer unheilbaren Geistesstörung ertrankt nub als nun Grv'cherzög Ludwig am 24. Aprck 1852 starb, übernahm Prinz Fr'reorich die Regentschaft. Am^ 5. September 1856 nahm er den Titel Gvoßherzog au. Am 20. September 1856 ver­mählte er sich mit der Prinzessin Luise von Preußen, der cm* zigen Tochter res alten Kaisers. Gwßh.rzog Friedrich erwarb sich bald große Beliebtheit in feinem Volke dadurch, daß er die volle bürgerliche Vertoalrung und Rechtspflege, die in den Revolulions--

fabrifanten zur Wahrung geschäftlicher Interessen der Kleingasnwtoren-Iichuftrie statt. Es nmvbc, wie die .Köln, melden, einstimmig bc» K l e in g asm o t oren - den erforderlichen Vor-

Samstag 28. September 1^07

BezrrgSvretS: