Nr. 77
hätten teurer zahlen müssen nach Krisen, die durch Kriege hervor.
politische Lage-schatt.
werden, seinen Gruß.
Heucheleien hoffte er.
fand ich zufällig
Heinrich II. der deulichen
befinden sich deutlich her-
verhüllte Eigen- als Selbstlosigkeit, der Welt q 11511-
der Selbstsucht, während andere ihre gut liebe und ihren Eigennutz als Idealismus, als Menschenliebe nut lächelnder Miene in bringen verstehen.
scheint täglich mtt Ausnahme des Sonntags
Die „«lehener FamlilenbiStter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Krelsblatl für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
gerufen waren, und roenn Rußland eine Schuld habe, für die es 381 Millionen Zinsen zahle, so sei duS weniger, als Frankreich zahle, das nur eine Bevölkerung von 40 Millionen habe.
Redner der äußersten Linken greifen das Budget in heftigen
Unterstützung des Kurfürsten Moritz war für Mittel zum Zweck und dieser ,oar Vernichtung Eroßniachtslellung.
Unter den erwähnten französischen Briefen
geschrieben in Dietz am 1. Juli 1553 und gerichtet an den Völlig, ist geeignet, darzutun, welcher Art ,ber Glanz und öie Würde unseres Vaterlandes' waren, die diese ^Freunde' dec deutschen Freiheit im Auge hatten.
Es wird barm berichtet, daß anderweitig erhaltene Mitteilungen über die schliinmen inneren Zustände Teiit;chlands von deutschen Kaufleuten, die auf die Straßburger Messe ge- lonirnen sind, bestätigt werden. heißt da. D«"tjchlorrd
Rolanonsdruck und Derlag der Br üblichen Universuäis • Buch- und BteinbrudcuL R. Lange, Bietzen.
Kaisers und zum Freund des Königs von rirank- relch machen.
Was steht aber in der am 13. Juni 1553 ausgestellten Vollmacht an die Unterhändler (die Herren Kardinal de Lenon-
daß sie in ihrem Würde wieder-
Redaktion, Expedition und Druckerei: Gchul- stratze ?. Expedition und Verlag; 6L Red aktwn:«-^ t i r. Tel.-Adr. Anzeigers letzen.
2Cird?e wiifc Schule.
— Eine Auffehen erregende Mitteilung kommt aus Char- fottenburg. Dort bestehl seit Jahresfrist ein V e r e i n freier Kindergärten, der nach seinem Statut den rein pädagognchen Zweck verfolgt, die nicht schulpflichtigen Kinder unter Ausschluß über religiösen oder politischen Beeinflussung nach modernen Erziehungsgrundsätzen heranzubilden und dadurch besonders _ die Müller der schwer arbeitenden Bevölkerungsklassen zu entlasten. Soeben ist nun der erste freie ftiitbergarten durch Verfügung des Regierungspräsidenten wegen des Verbuchtes ^stilistischer Tendenzen verboten worden.
Hm giUD aus AtUlfchiaubs schwacher Zett.
(Original-Artikel des Gießener Anzeigers.)
So wie eS einzelne Menschen gibt, die cs verstehen, durch Freundlichkeit, Schmeicheleien, Versprechungen und Schönrednerei andere in ihren Karren zu spannen und für ihre durch ein schönes Mäntelchen verhüllten selbstsüchtigen Zwecke außzunützen, so gibt eS auch Völker, die diese gefährliche Gabe in besonderem Grade besitzen. Ebenso fehlt es nicht an Einzel,vesen wie an Völkern, die solchen Sirenen ganz besonders leicht zum Opfer fallen, die Falschheit, die gestellten Netze erst sehen, wenn es kaum noch em Entrinnen für sie gibt. Wer die Geschichte Deutschlands und seine Beziehungen zu anderen europäischen Staaten vom ersten Erscheinen unserer Vorfahren in der Geschichte an bis in die Neuzeit kennt, weiß, daß das deutsche Volk nicht zu der ersten Klasse, sondern zu der letzteren gehört. Der biedere deutsche Michel hat nianchmal anderen die Kastanien aus dem Feuer geholt und sich das Fell unvermerkt ganz oder fast ganz über die Ohren ziehen lassen. Dabei gilt er in der Welt entweder als phantastischer Träumer oder neuerdings auch als Typus
an feinen protestantischen Glaubensgenossen 1547 Venal geübt hatte, fühlte sich einesteils gehäuft durch die harte Behänd» hing, die Karl V. feinem Schwiegervater, unserem Landgrafen Philipp dem Großmütigen, angedeihen ließ, andern- leils empfand er eine gewisse Reue und suchte das Vorgehen gegen seine Glaubensgenossen wieder gut zu machen. So trat er denn mit dem neuen König Heinrich II. von Frankreich m Verbindung, um durch diesen die Mittel zur Bekämpfung Karls V. zu erhalten. Dafür überließ Moritz ihm bekanntlich in unverantwortlicher Weise die 3 lothringischen Bistümer Dietz, Toul und Verdun. Tie Frucht dieses Bündnisses war der den deutschen Protestanten günstige Passarur Vertrag (1552). Wer nun etwa meinte, der französische König sei ein prinzipieller Freund des Protestantismus gewesen, dec wäre in einem schweren Irrtum begriffen. Die
berg die Verteidigung und deutschen Freiheit wolle, wünsche.
obigen allgemeinen Sätzen. Heinrich II., der Nachfolger von König Franz I., dem cs 1515 nicht gelungen war, die deutscheKaiserkronedurchBestechungzuerlangen, weil der Spanier Karl (V.), noch größere Summen zu diesem Zweck hergegeben halte, hat in die Fußtapfen seines Vorgängers, der es sich während feiner ganzen Negierung hatte angelegen fein lassen, Teutjchland zu schwächen. Ter Ehrgeiz eines jungen deutschen Fürsten, Moritz von Sachsen, kam ihm trefflich zu statten. Moritz, dec bekanntlich an seinen Verwandten, dem Kurfürsten Joh. Friedrich von Sachsen und
Aus StaOt mit Land.
Gießen, den 3. April.
- E x z. B r e i t e n b a ch. S. K. H. der G r 0 ß h e r z 0 g haben dem Königl. Preuß. Staatsminlster und Minister der öffentlichen Arbeiten Breitend ach, Exzellenz, das Groß- kreuz des Verdienstordens Philipps des Groizmüligen ver- liehen.
"Zum Universitäts-Jubiläum. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, bay unsere Mitteilungen über
In einem alten Schweinslederband
eine Anzahl Briefe b e 6 französischen Königs Hein- rich II. an seine Gesandten und umgekehrt abgedruckt. Sie enthalten neben anderem ein interessantes Beispiel zu den
einige aus dem Jahre 1549. Aus ihnen geht
vor, daß Heinrich 11. und seine Staatsmänner einen Einblick
conti, Vicilleville und Morlllac)?
Heinrich II. entbietet allen, die die Vollmacht lesen Er läßt sie wissen, daß er »beson- Erhaltung der
in die deutschen Verhältnisse zu bekommen suchten, um zu wissen, wo der Hebel angejetzt werden müsse, und daß Frank- reich die Hand im Spiele hatte, als sich damals die Städte Hamburg und Bremen dem Kaiser widersetzten.
Die meisten Briefe der obigen Gruppe stammen aus dem Jahre 1553. Em Brief dcs Königs an den Bischof von Vennes, gefchrieben am 13. Juni, enthalt Weisungen für die mit Moritz von Sachsen und etwaigen anderen deutschen Abgesandten in Metz zu führenden Unterhandlungen. Wir er- fahren daraus, daß eS Heinrichs Absicht war, Karls 9lad)- folger auf dem deutschen Kaijerthrone zu werden; jedenfalls aber sollte verhindert werden, daß Karls Bruder Ferdinand oder irgend ein Habsburger zum Kaiser gewählt werde.
Falls dies nicht gelinge, solle man beständig Zwie» tracht m Deutschland nähren (nournr ces divisions en Jadhe German le) und denjenigen Kurfürsten, bei biefes Unternehmen ausführe, -um ewigen Feind des
oen «cidnü bei" ^uvitaumsvoioereitungeu zu Unie^ii muu m grau gemalt haben. Kleinere Verschiebungen im Beiland dec Ausschüsse sind ohne Einfluß auf die Arbeiten. Lücken, soweit solche Überhaupt eingetreten sind, find seit geraumer Zeil ausgefüllt. Tie Vorbeieilungen sind durch den Engeren Senat in den letzten Dionalen bereits weil gefördert worden und nehmen ihren stetigen Fortgang. Wir hoffen demnächst weitere 'Dlitteilungcn machen zu können.
" Erledigte Lehrer st elle. Erledigt ist die mit einem evaugel. Lehrer zu befeljenbe Lehrerslcüe an der Gc- meinr^schule zu Steinberg, Kreis Schotten. Dlit der Stelle kaiin ein Teil dcs Organislendiensles verbunden luerben. Dein Füruen zu Stolberg-Noßla-Ortenbcrg steht das Präsenlalionsrecht zu.
"Eine wichtige Tagesordnung ist für die öffentliche Sitzung der S ta dtv er 0r dn et en »Ve rf am m- lung am morgigen Donnerstag, nachmittags 4 Uyr vorgesehen: 1. Gebührenordnung für die Benutzung Der städtischen Kanäle. 2. OrtSstatut betreffend Er- Hebung eines U m s a tz st e m p e l S. 3. OrtSstatut betreffend die Zusammensetzung der Sta dtve ro r dnete n-Ver- f am m hing.
" Warnung. Wegen der Ueberhandnahme von Beschädigungen der Anlagen durch Hunde mußte eine strengere polizeiliche Kontrolle einlreten. Es wurden daher in dec Zeit vom 8. bis 22. Marz l. IS. 22 Hunde, bie unbeaufsichtigt in den städtischen Anlagen hermullesen, eingefangen, von denen durch die Eigentümer gegen den Ersatz der Kosten 21 Sluck wieder abgeholt, während einer getötet werden mußle. In dieser Zett sind 33 Anzeigen gegen Hundebesitzer wegen Laufenlassens ihrer Hunde m den Anlagen erhoben worden. — Ebemo wird nach wie vor gegen die Hnndebrsitzer in scharfer Welse oorgegangen werden, die ihre Hunde in öffentlichen Lokalen, Frtsierfluben rc. mit- nehmen.
" Ein Jubiläum. Am 2. Oftcrfeiertagc machte die Bürgergesellschaft zum 25. Male einen Familten- ausf lug auf den Gleiberg. Zahlreiche Mitglieder mit ihren Angehörigen und Freunden versammelten sich um 8 Uhr auf der Lahnbrücke. Bei herrlichem Wetter erstiegen ge die stolze Feste, von weitem schon mit Böllerschüssen begrüßt. Burgwirt 9hebcrgall empfing die Gäste am Burg- lor nut warmen Worten und spendete einen Humpen feurigen Weins. Der Präsident Schloffermelster Dlartm Törr dankte dem freundlichen Wirt, der heute ebenfalls fein 25. Jubiläum als Burgwirt feierte. Gesang, Vorträge und Neben wechselten üb. Allen Teilnehmern werden bie schönen Stunben unvergeßlich bleiben,
" Lehramts person allen. S. K. H. der Großherzog haben dem Oberlehrer an dem Lehrerseminar zu Friedberg Momab Alles, dem Oberlehrer an der Bilioriaschuie und dem Lehre- ruiuensemiuar zu Tarmstabt Tr. Karl B e r g m a n n unb dein Oberleiwer an dem Ostergymuasium zu Mainz Tr. Hch. Sch r 0 he den (lL)aiatiec als Pioieiior erteilt, den Oberlehrer an dem Wgm- nafium zu Bensheim, Proi.Gg. Hauff, zum Oberlehrer an bet Düet- realichule zu £aun|iaöt; ben Oberlehrer an bei- Realschule^ und dem Brogyumalium zu Bingen, Prof. Seb. Jost, zmu Lberiet) rec an oem Realghninainmi zu Ataiuz; den Oberlehrer und Leiter ber hoy. Buigerfchnle zu Rimbach, Rektor Frteb. Wenzel, zuni Oberlehrer an der Realschule u. demProgyninaliuin zu Bingen; den Oberlehrer und Letter der höh. Bugerichule zu Wöllstein, Rektor 'Lvilh. Bo l l harbt, zum Oberlehrer an ber Oberrealichule zl, Loorms; ben Oberlehrer und Leiter ber höh. Burgerichnle zu Grop-Bteberau, Rektor priebr. L e tt h a r d I, zum Oberlehrer an beut Realgymnasium zu Tarmstabt; ben Oberlehrer und Lerier der höh. Bürgerichule zu lüibba, Rektor G. Börstel, zum Oberlehrer an ber Oberrealfchule zu Worurs; ben Oberlehrer an der Ober- : tealjcljule und höh. Handelsschule zu Mamz, Frtedr. ^chad, zum
ersten Glanze und in ihrer her gestellt werde. — Durch diese _ sie zu einem Schutz- und Trutzbündnts zu bringen gegen die gemeinsamen Feinde und zu ihrer aller Nutzen.
In einer Instruktion an seine Abgesandten nach Metz (vom 3. Juni 1553) werden diese angewiesen, den deutschen Abgesandten darzutun, daß Heinrich II. Deutschland immer eine so große und aufrichtige Liebe entgegengebracht habe, daß er weder seine Streitkräfte, noch seine Börse, noch seine eigene Person geschont habe, um die Erhaltung und Wieder- Herstellung des deutschen Reiches zu fördern und zu be. günstigen. Sie sollten hinweifen auf daS, was ber König von Frankreich für sie und ber Kaiser gegen sie getan habe und noch tue zu ihrer völligen Unterbrückung und zum Rum ihrer Freiheit. Tann sollten sie beutfche Abgesandten sprechen lassen und hören, was für Vorschläge sie betreffs des Bündnisses machen wollten. Man sieht, ber bem schnödesten Eigennutz unigehängte Mantel war sehr schön, bie Lache so verlockend wie bem unerfahrenen Pilzsammler ein farbenprächtiger giftiger Fliegenschwamm.
Ein Brief des Bischofs von Vennes an den Connetadle,
Neues aus Rußland.
Duma.
Petersburg, 2. Aprll. Fmanzminister K 0 k 0 zew bringt daS Budget ein unb erlläri, im allgemeinen auszukommen. Hu- fchüsie seien »tätig für ine Stxiegä», Eisenbahn- und Notstandsbudgets.
Der frühere Minister Kuttler (Kadett) greift alle Regierungsdepartements an und wirft dem Budget mangelnde Klarheit vor. Tie Staatseinnahmen tarnen auS indtrekieu Steuern, bie eine unermeßliche Last für die armen Klassen bildeten, während die besitzenden Klassen nicht genügend getroffen würden. Die Staatseinnahmen hängen in erster Linie von dem Alkoholmonopol ab, wett der Fistus viel mehr Alkohol hergestellt hatte, als es früher der Fall gewesen sei. Der Redner führt dann aus, daß dus Heer von Beamten zu zahlreich sei und daß eS viele Ueberflüffige gäbe.
Die Erwiderungsrede des Finanzministers machte großen Eindruck, besonders die Stelle, wo er über die großen Binjen, bie Rußland feinen ausländischen Gläubigern zahle, sprach. Ter Mt- nifke führte noch aus, die inneren Unruhen seien die alleinige Ursache Der enormen Zinsen, aber auch Frankreich und England
Ausdrücken an.
Der Thronfolger als Artillerieschuler.
Der kleine Großfürst '2uejej Rikolaiewitscp, Der einzige Sohn des Zaren "Nikolaus II. und Erbe des russiichen Reiches, ist zioar noch nicht einmal in jenes Altersstadium gelangt, wo inan den Stnaben statt der Röckchen Hosen anziebt, denn er wird im Juli dieses Jahres ern drei Jahre alt iveiben, — trotzdem ruht auf seinen Schuttern schon eine ganze Last mitttäriscper Würden. Er ist feit dem Tage feiner Geburt, wie stets der Zäsarewttfch, Hetmanu. d. h. obenter Heerführer aller Kvsalentruppen; er ist ferner El-ei des lüuuanbijdjen Leib-Gardc-dttg cmants, des 52. litauischen Jnsantene-Regimenis, des 12. ostiibcriichen Schützen- Regiments, d.s Taschkenter Kadettenkorps, der 4. Batterie der reitenden Garoe-Arlulerie und der Rtoskauer Alezej-Militärschule, und er wird außerdem ü la satte des 44. Rsthegorodichen Dragoner- Regiments, sowie des 45. Siemerslsichen Dragoner-Regiments g> ührt Jetzt merdtt eine amtliche russtiche Bekanntmaeyung, bag >er Zar sein Söhnchen in bie Liste der Stünftantin-'ürtiilerieidjule jabe einlragen lassen.
P 0 b 1 ed 0 iw szews Testament ist gestern gcoisnet worden Ter Großinquisitor hat iwch am Rande seines Grabes der Gefängnisse gedacht. Er hat große Summen zur Erbauung neuer Anstalten bestimmt! .
-Ter Hausbesitzer Toropow in Rrostau teilte dem Mitarbeiter des dortigen Blattes „Jtro" mtt, daß er der Mörder von Dr. Jeltos sei. Er habe ihn mit einem Gewehr erschossen. Tie 'bei der Leiche gefundene Brvwning-Pistvie jei von jemand anders dorthin geworfen worben. Toropow macht ben Eindruck eines anormalen Menschen und seine Aussage fiiüxt keinen Glauben.
Ausland.
Prag, 2. April. Der ehemalige Führer der Jungtschechen, Dr. Eduard G r e g r, der seit dem Jahre 1868 an ber Spitze ber tschechischen politischen Bewegung stand, ist gestern, 81 Jahre alt, gestorben. Sein Tob hatte ein tragisches Vorspiel. In der letzten Landtagssitzung hatte ihn der tschechische Agrarführer Zdiarsth indirekt der Bestechlichkeit geziehen; den Schmerz üuer diese Beleidigung konnte der Greis nicht mehr übeuuinoen.
R 0 m , 3. April. Laut Information der offiziösen „Tribuna" unterrichtete der englische Botschafter in Petersburg die russische Regierung von ö>cr Absicht Englands, ber Haager Konferenz die Frage ber Beschränkung ber Rüstungen zu unterbreiten und zu diesem Zweck die Ernennung einer besonderen Kommission vorzuschlagen, welche die Frage prüfen und eine abschließende konkrete Formel vorlegen soll. Don dieser Kommission sollen die Heer- und Marine-Delegierten der an ber Konferenz beteiligten Mächte ausgeschlossen bleiben. Von bie]er Absicht ber englischen Regierung würben bereits sämtliche Mächte in Kenntnis gesetzt^
Zweites Blatt 157. Jahrgang Mittwoch 3. April 1907
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gderheffen
Teure Kohlen.
Die nach Ablauf der Osterferien im preußischen Landtag zur Verhandlung gelangende Interpellation der Konseroatioen wegen der Kohlenteuerung konnnt insofern verspätet, als der Beginn der wärmeren Jahreszeit den Drißsiand weniger empfindlich macht. Da indessen eine weitere Preiserhöhung für dieses unentbehrliche Heizmaterial in Aussicht gestellt ist, bleibt bie Angelegenheit auf ber Tagesordnung, unb bie Regierungen werden nicht umhin können, zii prüfen, auf welchem Wege chier einer allg. Kalamität oorgebengt werden kann. Kvhlenknappheit und Teueriing machten sich bereits im vergangenen Winter bemerkbar, auf den bie breite Masse des Volkes angewiesen ist bet der Umnöglichkeit, größere Dkengen zu den billigeren Sommerpreisen elnzlikausen. Kohlenteuerung führt zu einem Uebelstand für bie gesamte Industrie und zu einer Verteuerung der jetzt schon nicht grade wohlfeilen Jndustrieprodukte.
Marokko.
Der Korrespondent der ,2ime§' in Tanger tut sich wieder einmal gütlich in Ausfällen gegen Deutschland. Er bespricht in einem langen Artikel mit heftigen Ausdrücken die Lage m Marokko und erklärt, Deutschlands Gegensatz zu Frankreich ruiniere bie Interessen aller euro« päischen Staaten in diesem Lande. Der deutsche Einfluß in Fez sei stark genug, bie Ziele anderer Mächte z»i vereiteln, doch zu schwach, um hiergegen gleiche Vorteile für die Deutschen zu erlangen. Die „Times* erklärt, das deutsche Prestige sei in der Abnahme. Ter Sultan höre auf Deutschland nur, roenn es ihm genehm sei. Deutschland werde zum Sündenbock gemacht, der für alle Verbrechen der Mauren verantwortlich fei. Ter Artikel schließt mit einem Appell an Deutschland, es solle erwägen, ob eö irgend etwas bei dem fortgesetzten Versuch eines Wetteiferns mit Frankreich, das die Finanz-Sttuation kontrolliere, zu gewinnen habe.
Die franzvf. offiziöse „Agence HavaS* gibt sich natürlich besondere Dkühe, Dkarokko so schwarz zu malen als irgend möglich. Neuerdings herrscht ihr zufolge in Marakesch „dauernde Unruhe*. Em Eingeborener, welcher dem Franzosen (Sentil bei den Vermessungsarbeiten geholfen hatte, wurde ermordet. Der Pascha von Nlarzagan ließ das Observatorium Niederreißen, welches Gentik auf dem Dache seines Hauses hatte errichten laffen und welches ihm für feine Arbeiten biente.
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lison in
1, Stoffen, ledern
ffw.,
i Kor|zerisä,^
•«.Mach.
getreuer
öScV- Bindel
“ItSl v’ ?ranck- '
H.,Becker.
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