Ausgabe 
27.8.1907 Erstes Blatt
 
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Arabern eine ziemliche Erregung hervorgernsen wurde, als am vergangenen Samstag die Meldung oon der Beschießung von Casa­blanca und dem unter den dortigen Mohammedanern angerichteten Blutbad nach hier kam. Wir hiesigen Europäer sind durch unsere resp. Konsuln daraushin von dem Wunsche des Maghzen, uns bis hui weiteres in den Wohnungen zu halten, verständigt worden, eben um den Arabern die Möglichkeit zu nehmen, auf der Straße tätlich gegen uns vorzugehen. Ais heute ist ja nun mich feinem von uns ein Haar gekrümmt morden; scheiuts haben die Araber doch von deut energischen Vorgehen der Franzosen etivas Respekt vor uns Europäern bekonrmen. Auch am gestrigen Tage, au welchem aus Anlaß eines Festes zu Ehren des heiligen Muley Tris eui besonders lebhafter Verkehr aus den Straßen war und zuut gleichzeitig stattftiideuden Markte auch viele Landbewohner m die Stadt kanten, ist absolut nichts passiert uni) so wirds ivohl hofseut- lid) atlch welterhin glatt abgeheu. . . . Wir hoffen sehnlichst, daß unser uitd der anderen Europäer unliebsalnerHausarrest" bald ein glimpfliches Ende nimmt. Zu Befürchttmgen um unsere Sicher­heit und unser ßcbeii liegt em Grund kaum vor, ebcuiower.ig, wie ja auch die von den Zeitungen gebrachten Nachrichten um die der Stadt Fez (und damit ja auch natürlich den heutigen Europäern) drohende Gefahr von feiten Raifulis und Roghis fiel) bis jetzt als begründet erwiesen hat".....

Besuch französischer Kaufleute in Deutschland.

Dem Berl. Tgbl. zufolge empfing am 26. August der französische Botschafter in Berlin C a m b o n die f r a u z ö s i s ch e n Kaufleute aus Lyon. Ccunbon drückte in einer An- sprache seine Freude über den Besuch in Deutschland aus und wies darauf hin, daß derartige private Unternehmungen die geeignetsten Mittel seien, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich aufrecht zu erhalten, und viel dazu beitrügen, daß die Bewohner beider Länder sich gegenseitig kennen und schätzen lernten. Am 27. Augu'l werden die französischen Kaufleute ihre Reise nach Dresden und Leipzig fortjetzen.________________

Deutsches Uerch.

Wilhelmshöhe, 26. Ang. Das Befinden der Kaiserin ist andauernd gut. Die hohe Frau wird bei günstiger Witterung aus der rollenden Chaiselongue im Schloß- garten spazieren gefahren, bei ungünstigem Wetter hält sich die Patientin auf der gedeckten Terrasse de§ Schlosses auf.

Berlin, 26. Aug. DieNordd. Allgemeine Zeitung" schreibt: Der Besuch des französischen Botschafters Jules Camb on bei dem Reichskanzler Fürsten v. Bülow in Norderney ist unter sehr befriedigenden Eindrücken ver­laufen. Beide Staatsmänner sind seit einer Reihe von Jahren durch persönliche Beziehimgen verbunden. Sie konnten in freundschaftlicher Aussprache ihr Einvernehmen und ihre Zuversicht in die Entwickelung der deutsch-französischen Be­ziehungen feststellen.

In das Herrenhaus berufen sind durch könig­lichen Erlaß vom 6. August aus besonderem königlichen Ver­trauen unter gleichzeitiger Bestellung zu Kronsyndizis der Wirkliche Geheime Rat Oberlandesgerichtspräsident Dr. Hagens-Frankfurt a. M. und der Präsident des Ober­verwaltungsgerichtes Peters-Berlin.

Der ,Berl. Lok.-Anz." meldet: Auf die Eingabe des Kaufmannsgerichts in München an den Reichs­kanzler betr. Errichtung eines Reichskaufmanns- gerichts erging au9 dem Reichsamt des Innern der Be- scheid, daß der Bundesrat beschlossen habe, der Eingabe keine Folge zu geben.

Berlin, 27. Aug. Im Auftrage der sranzö- sischenRegierung hat Botschafter Julius Cambon dem Auswärtigen Amte mrtgeteilt, daß in Casablanca eine gemischte Kvmmission zur Feststellung und Verteilung des herrenlosen Eigentums eingesetzt worden sei. Diese Kom­mission, deren Bildung aus den Wunsch des französischen Konsuls in Casablanca zurückzuführen ist, besteht aus drei in Casablanca lebenden Ausländern und zwar einem Deut­schen, einem Engländer und einem Spanier.

Duisburg, 26. Aug. Seit Monaten werden Kauf­leute und Arbeiter in den niederrheinischen Provinzen von holländischen Agenten für die holländifch-oslindischen Kolonien angewocben. Die Werber gewinnen durch falsche Vorspiegelungen ihre Opfer für die Kolonie.

D r e s d e n, 27. Aug. DieChemnitzer Allg. Ztg." mel­det, Kaiser Wilhelm habe den König Friedrich August Mitte Mat auf Sck)loß Pillnitz in strengstem Inkognito besucht. Der Kaiser sei mit dem Automobil von Potsdam gekommen. Vermutlich habe die Beratung internen Familien-Angelegenheiten gegolten. Jotzt sand auf Schloß Moritzburg ein egeheime Beratung mit Bischof Schäfer und den Ministern statt, die mit dem Kaiserbesuch zusammenhängen soll. Man vermutet, daß die Unterredung sich auf die Montignoso-Assäre oder die Wiederverheiratung des Königs bezogen habe.

Stuttgart, 26. Aug. Die württetnbergischen Staatsbahnen haben im Monat Jull im Personenverkehr 341 039 Mark weniger vereinnahmt als im Juli des Vorjahres.

Aus Südwestasrika.

Berlin, 26. Aug. Amtlich wird aus Windhuk gemeldet, das einer Meldung von Kundschaftern und eng­lischen Hottentotten zufolge Morris am 20. August mit zwei Hottentotten und 37 Pferden zu Morenga gestoßen. Morenga ist angeblich vom Bakriver wieder m die Berge gezogen.

Der Gouverneur der Kapkolonie bestätigt die An­wesenheit Morengas auf englischem Gebiet bei Bakrivermnnd. Alle verfügbare britische Polizei wurde dorthin entsandt. Nach einer Mitteilung des Generalkonsuls plün­dern Morengas Leute auf englischem Gebiet. Das Kapministerium hat meinem Anträge, einen GeneralstabS- osflziec nach Kapstadt zu entsenden um die Wünsche und Pläne des Truppenkommandcurs dem Ministerium, der Polizei und dem Befehlshaber mitzuteilen, entsprochen und zngesiimmt, daß derselbe alsdann den: kommandierenden Polizeioffizier des Gordoniadifirikts attachiert wird zwecks Herstellung einer Verbindung zwischen den deutschen und den englischen Streitkräften. In Aussicht genommen ist vom Triippenkommandeur mit meinem Einverständnis der Hauptmann von Hagen.

AusLnnS.

Wien, 27. Aug^ Der Korrcjpondent der Zeit erfährt von diplomatischer Seite, daß in ver Besprechung zwischen Aehreuthal und Titloni Vie Frage der persönlichen Be­gegnung zwischen den beiden Monarchen er­örtert wnroe. Die Besuchsjrage wurö entcht envguaig ge­regelt, aber wahrscheinlich, werden die Scywierigtciten bald

beseitigt sein. Wt'tz n durste oayer in nächster Zeit den italienischen König begrüßen können. Der Besuch würde vom Thronfolger erwidert werden. Wie verlautet, ist es nicht ausgeschlossen, daß auch Kaiser Wilhelm gleich­zeitig nach Wien käme, so daß der Dreibund in Wien vereinigt wäre.

Petersburg, 27. Aug. Gestern wurde der Vor­steher des hauptsächlich für politische Gefangene bestimmten Zellengefängnisses, O b e r st Iwanow, auf der Straße erschossen. Der Mörder, ein junger Mann, flüchtete. Zwei Schutzleute, die ihn verfolgten, wurden ebenfalls durch Schüsse verwundet. Schließlich gelang es, den M ö r d e r z u verhaften. _____________________

Heer rrnS Flotte.

München, 26. Aug. Au Stelle des Regiments- Kommandeurs des 1. Ulanen-Regimenis in Bamberg, Frei- Herrn von Geb sattel, wurde der Oberstleutnant im Stabe des 2. schweren Reiter-Regiments von Staudt mit der Führung des Regiments betraut. Gebsattel hatte während des Manövers seinen Abschied genommen.

Tlärche nnd Schule.

I B. Beuern, 26. Aug. Ein schönes, erbauliches Missionsfest war es, das gestern nachmittag auf dem Kirch­platz dahier gefeiert würbe. Eine große Ai enge von Festgästen, teils von hier, teils von den umliegenden Dörfern, war ziisammen' gekommen, als die vereinigten Posaunenchöre von hier, Gießen und Großen-Linden den Gollesdienst mit einem Choral eröffneten. Die Festpredigt hielt Hofprediger Germer-Gedern, der in ein­drucksvoller Rede der lauschenden Menge unsere Christenpflicht, Mission zu treiben, ans Herz legte. Hierauf berichtete Missionar S p a i ch - Stuttgart über die ärztliche Mljsion. Er betonte ganz besonders das Elend und die Hiilflosigkeit der Heidenwelt aller­hand Kranlheiten gegenüber, was uns zu hülfsbereitem Mitleid bewegen muß. Ab hülfe schassen hier die Missionsärzte. Als dritter Redner wandte sich Pfarrer B a r t h - Großen-Buseck an die anwesenden Arbeiter unb warb um deren Liebe für ihre heidni­schen Brüder. Em schönes Schlußwort sprach der Ortsgeistliche, Pfarrer Schmaltz. Tie Kollekte betrug 136 Mark.

Aus dem Dekanat N i d d a, 26. Aug. In Leid- Hecken feierte gestern Zweigverein Nidda der derG u st n v A d o l f- Stiftung sein Jahres test und zwar zum ersten Male an diesem Orte. Die Bewohner hatten ihre Häuser mit Fahnen, Kränzen unb Bildern geschmückt; das Gotteshaus war bis an den letzten Platz besetzt. Ten liturgisch ausgestalteten Altardienst versah der Ortsgeistliche Pfarrer Rheinfurth. Nach Vortrag eines Gesangs der Schulkinder unter Leitung des Lehrers Nicolai und dem Hauptlied predigte Pfarrer H e r m a u n - Ohbim über das Wort: Schaffet daß ihr aiich in dieser Wohltat reich iverdet, und führte aus ivie das Andcnteii an den Heldentod Gustav Adolfs im Gustav Adolf-Verem, die evangelische Kirche reich gemacht hall) m denWohl­taten die sie ihren bedrängten Glaubensgenosseii eriviesen hat, 2) in der dankbaren Liebe, die sie bei diesen Wohltaten übte, 3) in dem Segen, den sie selbst in diesem Liebesiverk empfiiig. Der Schriftführer, Pfarrer W e r n e r ° Nidda legte an der Hand des Wortes: Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein" die Wirksamkeit des Gustav-Adoli-Vereins im Allgemeinen und des Zweigvereins Nidda im besonderen dar. Nach dem Bericht sind die Leistiingen des Ziveigvereins gleichgeblieberi, gegen 600 Ai. Hieran, begrüßte mit Tank für das srenndttche Entgegenkommen der Gemeinde der Präsident Pfarrer S a u e r - Geiß-Nidda die Festgäste. Nach i)cm Gottesdienst fand noch eine Nachversamnilung im Gasthaus Kessel statt wo die erstgenaiinten Redner ttoch iveitere QDhtteilmigen über den Verein machten. Die Kollekte betrng 43 M. und wird teils Diocfcuberg, teils einer rheinhesslschen Gemeinde ziigeteilt.

xy. Langen, 26. Aug. Gestern feierte bei starker Be­teiligung der Starkenburger ^Mission s ver ein sein Jahres fest. Es sprachen Missionsiiispektor Frohnmeyer, Missionar Ruhlland, Oberhofprediger Ehrhardt unb Pfarrer- linger-Auerbach.

** Die Kirchenkollekten in Hessen im Jahr 1906 ertrugen (einschl. der außerorbcntlichen Missionskollekte unter Nr. 9) 127 739 Mk.; 1. Für bie kirchliche Armenpflege (ansfchl. der nicht für diesen Zweck bestimmten Kirchenopfer) 87 946 Mk., 2. für die Heidenmission 7015 Mk., 3. für die Innere Mission 3849 Mk., 4. für hilfsbedürftige Diafporagemeinben des In­lands 4721 Mk., 5. für die ausländische Diaspora 4802 Mk., 6. für die Lutherstiftung 4155 Mk., 7. für die Gustav Adolf- Stiftitng 4844 Jfltt, 8. für Horchherm 4331 Mk., 9. außer­ordentliche Misfionskollekte an dem oben bezeichneten Gedenktage 4841 M?., 10. für verschiedene Zwecke 1235 Mk. An freiwilligen Beiträgen zur Prälat Dr. Mhler-SstMitt-Habicht-Stiftung gingen ein 826,80 Mk.

Das Fest der Fünfziger von 1^7»

Gießen, 27. August.

Vom herrlichsten Wetter begünstigt, hielten gestern aus 5er Liebigshöhe die Fünfziger von 1907 unter der schneidigen Leitung ihres Vorstandes, Stadtv. Gabriel, ihr Sommer­est ab, das, um es gleich vorweg zu sagen, in der denkbar vürdigsten Weise verlief. Mit Rücksicht aus die kürzliche lniversitätsseier hatte mau von einer Verteilung der Fest­lichkeiten über mehrere Tage Wstand genommen und das Ganze auf den gestrigen Nachmittag zusammengezogen.

Nach dem üblichen Familieuka ffee, bei dem na­mentlich der in teilweise rtoch jugendlichstem Alter stehende Nachwuchs der Fünfziger eine unendlicye Tatkraft im Ver­tilgen riesenhafter 5knchenberge entwickelte, sanden die vom Altersgenossen Kuder arrangierten Kinderb elusti- gungen mit Preisverteilung und Geschenken statt, bei denen das junge, muntere Völkchen vollauf zu seinem Rechte kam.

Schon bei der darauffolgenden photographischen Auf­nahme der Fünfziger mit und ohne Familie durch Alters­genossen Becker entwickelte sich ein ungekünstelter 5^>nmor, )er so recht bewies, welche Berechtigung eine derartige Feier überhaupt hat. Das solenne Abendessen, welches die Festteilnehmer gegen 8 Uhr wieder im Saale um des Lichts gesellige Flamme vereinigte (und der Küche des Herrn Textor alle Ehre machte), trug wesentlich dazu bei, die nötige Stim­mung vorzubereiten.

Selbstverständlich fehlte es nicht an ernsten und heiteren Tischreden, unter denen namentlich Alterskollege Gabriel, als Vorstand, mit seiner Begrüßungsrede und bent darauj- olgenden Toast auf S. M. den Kaiser und S. K. H. den Groß-- jerzog, sowie Herr Loos mit seinem Rückblick aus die Eut- wiaeiung der Fünfzigerseste uud Herr Sch Wedler, der die Huldigung des stark vertretenen Damenslors auf fein Panier geschrieben hatte, um die Palme rangen.

In denkbar großartigster Weife entwiclelte sich der an- chließende Ko ui in ers, bei dem sich u. a. namentlich Alters­genosse Sch Wedler durch seine ausgezeichneten humoristi- cheu Darbietungen hervortat, sowie nicht zum mindesten durch seine mit satyriscbeu Witzen gewürzten Tafellieder: Erinnerung au bas Jubiläwnwsest" re., sowie last not least durch fein Loblied auf den I;enteren Vogelsberg, das die nu- bäubigste Heiterkeit hervorrief und als Clou des Abends bezeichnet werden darf.

Besonders erwähnt seien auch noch die offiziellen Fest- itnb Begrüßnugslieder des Altersgenossen Th. Loos, sowie die mit viel Wärme uuo Gefühl vorgeirageneu Lieder des Gesangvereins Heiterkeit. Die unter Leitung des Herrn Bauer stehende Kapelle hielt die Feslteiinehmer noch, lange

bet einem gemütlichen Tänzchen zusammen und dürfen t Fünfziger von 1907 mit berechtigtem Stolz auf ihre wobl, lungene Feier zurückblicken.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 27. August.

** Hilfe für Herbstein. Bis Dienstag vormii, gingen weiter solgeude Beträge bei unserer Geschäftsn. ein: C. O. 2 Mk., I. A. P. 1.50 Mk., Karl Buderus 10S C. & 3 Mk., Karl Ampt 10 Mk., Wilh. Rudolph fen. 30 ® Direktor Bergen 3 Mk., Ungenannt 2 Mk., Fran W. 1 m - durch Lehrer C. Herber in Saasen gesammelt 52.20 Mk., b'u Pfarrer Ries-Ettingshausen gesammelt in Hattenrod 4i , Mark, und in Ettingshausen 37.10 Mk., Ortsverein des Verbandes deutscher Post- und Telegraphen-Assistenj i 10 Mk., Direktor Pascoe 50 Mk. Zusammen mit den bere früher quittierten Beträgen bis letzt 3618.65 Mk. <gterv. gingen heute weitere 1000 Mk. nach Herbstein ab, so daß Gesamtsumme der von uns bereits abgesührten Gelder m mehr 3400 Mk. beträgt. Unsere GeschästssteUe nimmt weil Spenden für Herbstein gerne entgegen. I. K. H. ü Großherzogin spendete für die Abgebrannten in & stein eine Gabe von 300 Mk. Tie Stadt Main; willigte einen Beitrag von 10 00 M t. für Herbstein.

* * D ie Pferde-Vormu sternng und Fahrzeu Prüfung wirb im Kreis Gießen in den Tagen vom 5. 12. September abgehalten. (S. amtl. Bekauntmachunq heutigen Llmtsblatt.)

** Dem Eisenbahudirektionspräsident Wirkt. Geh. Ober-Regierungsrat Thome in Frankfurt a.1 ist von S. K. H. dem Groß Herzog das Komturkri 1. Klasse des Verdienstordens Philipps der Großmütig verliehen worden.

* * Pfarrpcrsonalien. Ernannt wurden: Psa affiflcnt Kore11 zu Neckarsteinach zum Pfarrvikar bafelb X Pfatrafsistcnt Vetter zu Groß-Rohrheirn zum Pfarrverwai in Freiensteinau; Pfarramtskandidat Olff zu Kreuznachs letzt Pfarrverwatter zu Alzey, zum Pfarrassistcnteu m Grc Rohrheim.

* * D e r Z o l l h o s des Großh. Hauptsteueramtes ist wec Vornahme von Kaualisatiousarbeiteu voin 4. September' auf einige Tage unzugänglich, worauf wir die Benutzer i öffentlichen Niederlage Hinweisen.

* * Der V o r st and der Hessischen Lanbwit schastskammer war am Rtontag in Darmstadt z sammen, um über eine Reihe spruchreifer Gegenstände beraten. U. a. würbe auch über eine in bem nächsten Ja! von bem Deutschen Landivirischastsrat für Hessen vorgeschlag, Deutsche Landivirtschaslsausslcllmig gesprochen. Eine gai Reihe von Gesuchen von Kaninn)enzuchl- unb Bienenziic vereinen um eine Unterstützung von der Land'.virtschastskamu wiirbe abgelehnt, da derartige Vereine nicht in das Gebiet ; Landwirtschast gehörten.

8. Reiskirchen, 26. Aug. Mit knapper Not eilig; hiute der Sohn eines hiesigen Händlers dem Tod i durch, daß ihn fast der Schnellzug überfahren hätte. Es n vcrsäiimt worden, die Schranke zu schließen; der Händler ji langsam mit seinem Fuhrwerk über das Geleis, als auch bev Lokomotivführer Signal gab und hinter dem Gefä bvnii|te der Zug vorüber.

-j- Hattenrod, 26. Aug. Bei der am Samstag c gehaltenen Gemein deratöwahl wurden die Herren hn Niünster, Christian Albach und Konrad Kiitscher, ein je mit 26 Stimmen, neugewühlt. Die ausscheidenden ©einem täte hatten auf eine Wiederwahl verzichtet. Es waren dt zehn Kandidaten aufgefteUt.

Vitlingen, 26. Ang. Das Manöver bii: auch dein Landbeivohner einige Llnnehmlichkeiten, die sonst 1 ausschließlich den Bewohnern der Garnijonsftädte vorbehal sind. So findet z. B. hier nächsten Sonntag ein von ein Test der Gießener Regimentsmusik veranstaltetes Milila Konzert statt, mit dem ein Wasserfest verbunden wirb.

= Butzbach, 26. Aug. Ter hiesige Stadtvorsta hat beschtojsen, für die Bahn Bittzbach-EbcrSgöns außer i Stellung des Geländes 13d 000 Mk. Obligattonen zu üb nehmen, davon 35 000 Mk. für den preußischen Teil i Strecke.

-d R c i ch e k s h e i m i. d. W., 26. Ang. Ain Sanis! abend gegen %9 Uhr brach in einer hiesigen Scheu Feuer ans, das bald dem Anschein eines Großfeuers ha Es wurden deshalb die Wehren der mnliegenden C requiriert und cL gelang ihnen im Verein mit der hictzc Wehr das Feuer, dem die mit ca. 50 guter Getreide gejü Scheuer nebst Stallung zum Opfer fielen, auf feinen Herd beschränken. Ueber die Entstehtmgstirjache ist bis jetzt n nichts bekannt.

-sd. Darmstadt, 26. Aug. Der Bickenbach Raub- und Dtordansall ist nach den neuesten F< ftcfimiQcn von dem verhafteten Wesselick, der nach feil heutigen Angaben Gregor Jäger heißt, Schneider ist unb c Au am Rhein (Amtsbez. Rastatt- stammt, mit großer Heb legtmg unb allein ausgesührt worden. Heute ging bei Staatsanwaltschaft Darmstadt ein Schreiben ein, nach b der eine Genosse bei der Bickenbacher Tat, der KnechtH. Henni der den Brand angesteckt haben sollte, der Niithelfer n ein könne. Ans Grund der alsbald angestellten staatsanivc lichen Ermiltelungen wurde dann sestgestellt, daß der ( achte bei dem Landwirt Niartin Heck in Steinbach i. T. Stellung ist und zwar schon mit dem 14. August, also Tage vor dem Verbrechen. Die Steinbacher erklären, ie auf Grund der Zeitungsmeldungen den Bickenbacher \ V verfolgt und alsbald durch den 9iamen Henning auf den > « « bediensteten Knecht aufmerksam geworden wären. Bei näh 4 Prüfung stellte sich aber heraus, daß er nicht der Täter onnte, da durch eine ganze Anzahl einwandfreier Zeo K cftQcftcnt werden konnte, daß Henning am fraglichen T U wie auch in der Nacht das Haus nicht verlassen haben fon Jetzt hat auch der im Krankenhauje in einer Gefangenen f internierte Jäger eingestanden, daß er die Tat ganz d 1 und ohne jede Hülse ansgeführt hat. Inzwischen wurde ! gestellt, daß er ein arbeitsscheues Subjekt ist, das sich schon lc von derartigen Raubzügen ernährt und sich dadurch in I Welt herumtreibt. Die Staatsanwaltschaft hat nun den 4 I, befehl gegen den Henning aufgehoben. Ter Zustand 1 dem Raiibanfall zum Opfer gefallenen Frau Freund hat derart gebessert, daß sie gestern abend in das ftäbl Krankenhaus überführt werden konnte, damit hier die I wendige Operation vorgenominen werden kann.