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Berlin, 16. März. Graf Kanitz hat mit Unterstützung der konservativen Fraktion im Abgeordnetenhause folgende Interpellation eingebracht: Was gedenkt die Staatsreaicrung zu tun, um den Unzuträglichkeiten zu begegnen, welche sich auS den andauernden Steigerungen der Kohlenpreise ergeben? Ist die Staatsrcgierung geneigt, in eine erneute Prüfung der Frage einzutreten, ob die ermäßigten Eisenbahntarife für den Export von Steinkohlen und Koks nach dem Ausland beizubehalten sind?
Berlin, 18. März. Eine Vorlage betreffend Er höhn ng derVrausteuer soll, wie das Organ der Berliner Gastwirte-Jnnung aus gut informierter Quelle erfahren haben will, von der Negierung dem Reichstage in der nächsten Zeit unterbreitet werden.
— Tie in der Thronrede angekündibte Vorlage, durch welche eine Einschränkung derMajestät s - B elei- digungsprozesse herbeigeführt werden soll, ist in dem Bundesrats-Ausschuß vorbereitet, sodaß sie der Reichstag bei Linern Wiederuzsammentritt nach den Osterferien vorfinden irfte. _______________
preußisches Abgeordnetenhaus.
Berlin, 16. Mürz.
Tie zweite Beratung des Kultusetats wird fortgesetzt bei n mm des Antrags wegen Einführung der fachm änni- i-.ucu Schulaufsicht. m . . . .
..bg bunrf !srs. Vpt.) führt aus: Seme Partei Jet der An- r -; daß der Minister bei Besetzung der Schulinipektorenstellen f..;- einseitig zugunsten der geistlichen Schulaufsicht vor- k .mgcu sei. Die Abhängigkeit des Lehrers von den (Geistlichen könne diesen in den Augen der Kinder rote ihrer Elieru nur schaden. Auch viele evangelische Geistliche stimmen für fachmännische Schulaufsicht. Der Religions unter- richr in der Volksschule bedürfe einer Umgestaltung der Entlastung von manchem Formelkram. Das werde nur unter einer weltlichen Schulinspektion stattfinden können. Versage hier das Kultusministerium, so müsse man an den Ministerpräsidenten
Abg. Heckenroth (kons.) erklärt, daß zwischen Kreis- und Ortsschulinspektoren ein enger Zusammenhang bestehe. Die geistige Ortsschulinspektion müsse beseitigt werden, dann werde die Kreis- schulinspektion bald nachfolgen. Die überwiegende Mehrheit der ländlichen Bevölkerung wolle das Band zwischen Kirche und Schule nicht zerschnitten wissen.
Abg. Frhr. v. Zedlitz (kons.) führt aus, daß durch die fachmännische Schulaufsicht der Religionsunterricht in den Hintergrund gedrängt werde. Man könne allerdings nicht erwarten, daß die großen Fragen auf dem Gebiete der Schule gelöst werden, wenn die Verwaltung im Reben amte von dem Minister für Kultus- und Medizinalwesen ausgeübt werde.
Ministerialdirektor Schwartzkopf weist dem Abg. Funck gegenüber darauf hin, daß speziell in Hessen-Nassau eine Bevorzugung der Theologen bei Besetzung der Kreisschulinspektorenstellen nicht bestehe. Ein Lehrermangel sei eingetreten infolge des Mangels um Lehrerseminaren. Die Erklärung des Ministers habe Herr v. Zedlitz nicht richtig aufgefaßt, er habe erklärt, daß während der Ausführung des. Schulunterhaltungs- ^es keine Verwirrung durch neue Gesetze herbeigeführt werden . Nach Durchführung des Gesetzes hätte er sich zum Nähertreten in dieser Frage bereit erklärt.
Kultusminister Dr. v. Studt: Als er sein Amt übernahm, War ihm klar, daß das wichtigste die Beseitigung des Lehrermangels sei. Er habe, soweit möglich. Abhülfe geschafft. Nach dreiinonatigen schwierigen Verhandlungen sei es ihm auch gelungen, daL Gesetz wegen Fürsorge der Hinterbliebenen durch- zusetzen. Die neue Organisation des höheren Schulwesens sei von ihm durchgefübrt worden und habe sich bewährt. Auch in der finanziellen Ausgestaltung seines Etats sei vieles erreicht. Seine Schwächen kenne er genau, aber er dürfe sagen, die sieben Jahre, die er im Amte sei, seien nicht vergeblich gewesen. Es seien manche Erfolge erzielt, die vorher vergeblich erstrebt Worden seien.
Abg. Schjffer (natl.) erklärt, der gegenwärtige Zustand entspreche nicht den Wünschen der Lehrer und nicht den Bedürfnissen der Schule. Das Zentrum gehe von einer ganz anderen Weltanschauung aus, als seine Partei, es erkenne die Macht des Staates über die Schule nicht an. Eine allgemeine Herrschaft der Kirche über die Schule erkenne er nicht an, die bekämpfe er. Wolle der Kanzler auch den Liberalen entgegenkommen, so müsse man einen Hauch dieses neuen Geistes auch im preußischen
Landtage verspüren.
Abg. Dr. v. Hehdebrand (kons.): Die Minister ständen an so exponierter Stelle, daß man ihnen mit Hochachtung und Ehrfurcht entgegentreten müsse. Er protestiere auch dagegen, daß die Minderheit hier glaube, regieren zu können. Redner wünscht, der Minister möge noch recht lange seines Amtes walten. Es sei seiner Partei unmöglich, für den Antrag zu stimmen.
Abg. Dr. Pv r s ch (Ztr.):
Der Antrag sei der ec|te Schritt zur Trennung von Kirche und Staat. Das Zentrum lehne ihn ab. Äiog. v. Zeo.iv (>vwns.) er>. klärt, er habe es für seine Pflicht gehalten, heute süKrfere Kritik am Minister zu üben. Die Verdienste des Ministers verkenne, er nicht. Der Abgeordnete habe das Recht und die Pflicht zur Kritik, daran lasse er sich nicht hindern.
Abg. Dr. Friedberg (nl.): Herr von Hehdebrand meine, der Antrag gehe davauf aus, den geistlichen Einfluß auf die Volksschule zurückzudrängen. Die Schulau, sicht in technischen Dingen habe damit gtarnichts zu tun. (Sehr richtig links.) Die katholische Kircl)e habe uange den Standpunkt festgehalten, daß die Schule ein Anhängsel der Kärchie sei. Tatsächlich bedeute das die Herrschaft der Kirche über die Schule. (Unruhe im Zentrum.) Es wäre seiner Ansicht nach (5adje und Pflicht des Staatsministeriums gewesen, hier anwesend zu sein. Er und seine Freunde wünschten das nicht. Sie wollten wissen, woran sie seien. Sie verlangten ein einheitliches Ministerium. (Lebhafter Beifall links.)
Abg. Dr. von Woyna (Frksv.) glaubt, daß die Macht der Tatsachen stark genug sein werde, um die llnmöglichkeit zu beweisen, daß die Geistlichen die Schulinspektion noch weiter im Nebenamt behielten.
Kültusmin. Dr. von Studt erwidert, der Gegenstand unterliege seinem Ressord und sei hier wie innerhalb des Staatsministeriums ernst erwogen. Wenn behauptet werde, daß seine Erklärung Erbitterung l)ervorgerufen habe, so sei daö eine Ueber- trcibung. (Beifall rechts.)
Die Besprechung wird geschlossen. Der Antrag wegen Einführung^ der fachmännischen Schulaufsicht wird gegen die Stimmen der Freisinnigen, Nationalliberilen und Frettouiervativen ab gelehnt.
Deutscher «^andwutschastsrat.
(Unberechtigter Nra,aruck verboten.)
S. u. H. Berlin, 15. März 1907.
Heute wurde das wichtigste Allgemeintherna behandelt: Maßnahmen zur wetteren Steigerung der deutschen Vieh- und Fletsch Produktion und zur Verbilligung de r stadttschen Fleischversorgung. Man betonte dte Pslicht der deutschen Landwirtschaft, den wachsenden Fletschbedarf Deutschlands ohne Zuhutsenahme der Einfuhr zu decken. Tatsächlich habe die deutsche Landwirtschaft um 19. Jahrhundert ihre Pflanzenproduktton wahrscheinlich ebenso schnell gesteigert, wie bie Bevölkerung zunahm: die Fleischprodultion aber wesentlich schneller. Troj-oem liefere das Ausland von dem gegemuämgen Fleischbedarf (etwa
51 bis 52 Kgr. auf den Kopf der Bevölkerung) 6 Proz., oder wenn man den Fleisch- und Eierkonsum mitrechnet, 14 bis 15 Proz., außerdem aber noch einen erheblichen Teil des Viehfutters. Die schnelle Steigerung des Fleischbedarfs lasse sich aus der industriellen Entwickelung erklären, die durch die veränderte Lebensweise in der Stadt den Fleischbedarf erhöht habe. Wenn die industrielle Entwickelung fortdauere, so drohe ein internationaler Fleischmangel. Ilm* die künftige Bedarfsdeckung zu sichern, empfahl man insbesondere erstens die Bekämpfung einer Gefahr der Degeneration des Viehes durch Sommerstallfütterung, zweitens stärkere Beteiligung des landwirtschaftlichen Großbetriebes an der Viehhaltung, drittens größere Gleichmäßigkeit der Fleischproduktion, durch Herstellung^ von Dauerfutter und Haltung von Futtervorräten für Süßernte und Kriegsjabre, und schließlich Unterstützung gewisser Fortschritte der chemischen Forschung, die die künstliche Gewinnung billiger Futterstoffe in Aussicht stellen, durch das Reich.
Tann berichtete Domänenrat Brödemann -Kragendors über die technischen Mittel zur Steigerung der deutschen Vieh- und Fl e i s ch p r o d u k t i o n. Ter Referent ist der Ueberzeugung, daß die deutsche Landwirtschaft den Fleischbedarf der deutschen Bevölkerung voll zu decken vermag Er empsiehlt zur Erreichung dieses Zieles 1) die Ausdehnung der leistungsfähigsten Rassen unter schärfster Beachtung der relativ leistungsfähigsten Individuen solcher Rassen; 2) das volle Beachten der Gesundheit, Kraft, Lebenssrische und dauernden Leistungsfähigkeit der Zuchtindividuen, 3) das Beachten der wertvollen Fleischformen bei sämtlichen Tieren; 4) die kräftigste Ernährung des jungen Viehes, um Frühreife und Größe zu fördern; 5) die ständig gute Ernährung des Vieh stapel, damit jedes Ausschußtier noch wertvolles Fleisch dem Markt zuführt; 6) das junge Vieh nicht zu früh zu Zuchtzwecken zu gebrauchen, damit die volle Größenentwiaelung nicht gestört wird; 7) das Ausleaen guter Jungviehkoppeln besonders auch in Dorfgemeinden; 8) die Ausdehnung des Kohlrübenbaues (Wruke), da diese Hackfrucht die geringste Arbeitskraft beansprucht; 9) die Beachtung der rentablen Mast und Wiederkäuer durch rohe Kartofsell
Vor einer zu einseitigen Zuchtrichtung müsse gewarnt werden, da dies der Gesundheit nachteilig werden kann und die Leistungsfähigkeit für den Fleisch markt herabgedrückt wird.
Zum Thema: Maßnahmen zur Verbilligung der städtischen Fleisch Versorgung schlug Landesökonomierat Johannsen-Hannover vor: Es ist zu erstreben zur Beseitigung der Auswüchse des Zwischenhandels im Vieh- und Fleischverkehr eine umfassende genossenschaftliche Organisation der Produzenten einerseits und des Konsumenten andererseits. Es fei zu fordern: a) rasche und vollständige Beseitigung der städtischen Schlachtsteuern, b) Ermäßigung der Schlachthausgebühren; c) Uebernahme der Kosten der Fleischbeschau auf die Staatskasse; d) die allgemeine obligatorische Schlachtviehversicherung niitStaats- unterstützung; e) Beseitigung aller, die Freizügigkeit des Fleisches beschränkenoen Maßnahmen und s) eine klare, die Marktlage erfassende Preisnotierung für Schlachtvieh.
Ter vierte Referent, Professor Tr. O ste r t a g-Berlin, behandelte die veterinären Maßnahmen zur Sicherung und Vermehrung des deutschen Viehstandes unter Vorlegung folgenden Antrages: „Zur Sicherung und Vermehrung des deutschen Viehstandes sind erforderlich: 1) Strenge Durchführung der bestehenden veterinär-polizeilichen Anordnungen im Inland und gegenüber dem Auslande. 2) Baldigste Erweiterung der Bestimmungen des Reichsviehseuchengesetzes durch die in dem Entwurf einer Novelle zu diesem Gesetze vorgesehene Ausdehnung der Anzeigepflicht auf bie Tuberkulose (gefährliche Formen) und die Schweinefeuchen. 3) Förderung der Tierfor- schung in den Bundesstaaten durch regelmäßig in die Etats eingestellte Mittel nach dem Vorgang im Königreich Preußen. 4) Schaffung einer Abteilung fürViehseuche n- so rschung mit tierärztlicher Leitung im Kaiserlichen Gesundheitsamt. 5) Gemeinfaßliche Belehrungen über die Verhütbarteit von Seuchen und parafttären Krankheiten, die zu Fleischbeanstandungen führen, durch geeignete hygienische Maßnahmen."
Nach einer kurzen Debatte über die Anträge, die nichts bemerkenswertes bot, stimmte der Landwirtschaftsrat einer aus der Versammlung eingebrachten Resolution zu, laut welcher die Anträge der Öieferenten der Reichsregierung zur Kenntnisnahme mit der Bitte unterbreitet werden, die erforderlichen Mittel zu einer entschiedenen Seuchenbekämpfung bereitstellen zu wollen.
Hierauf beschäftigte sich bie Versammlung mit dem Thema: „Die Lebensmittelpreise in England und Deutschland", wozu folgender, von dem Referenten Prof. Tade-Berlin vorgelegter Antrag angenommen wurde:
Ter Teutsche Landwirtschaftsrat erklärt:
1. Tie Freihandeltheorle gibt den landwirtschaftlichen Zöllen lediglich den Eharakter als Schutz- oder Erhaltungszölle. '
2. Die industriellen Zölle sind früher ausschließlich als Erziehungszölle befürwortet, die in Fortfall kommen sollten, sobald die Industrien sich entwickelt hätten. In neuerer Zeit sind dagegen die Jndustriezölle nicht nur als Erziehungszölle, fonuern auch als Schutzzölle gefordert und ein- geführt worden.
3. Diese Wendung in der industriellen Schutzzollpolitik ist für die Landwirtschaft von einschneidender Bedeutung. Hohe Jndustriezölle, bie eine bereits auf der Höhe der Technik stehende und zur höchsten Rentabilität gelangte Industrie noch „schützen" oder „erhalten" sollen, bedeuten durch bie rücksichtslose Entziehung unb Ausbeutung von Arbeitskräften, insbesondere von jugendlichen Arbeitern und Arbeiterinnen, nichts weniger als eine systematische Aussaugung des platten Landes und eine Schwächung der physischen Volks- krast.
4. Das Hauptargument der Freihandelstheorie gegen landwirtschaftliche Schutzzölle, die Zollbelastung der inlan- difchen Konsumenten, beruht auf der irrtümlichen Annahme, daß die landwirtschaftlichen Zölle nicht die Wirkung von Erziehungszöllen haben unb nicht durch eine vermehrte Produktion die Zollbelastung ganz oder doch zum größten Teil aufheben könnten.
5. Bei den Jndnstriezöllen wurde bisher angenommen, daß sie eine derartige Steigerung der Fabrikation zur Folge hätten, daß ein Sinken der Preise für industrielle Erzeugnisse bie Zollbelastung in das Gegenteil umkeyre.
6. ' Die bisherige Entwickelung der landwirtschafilichen und industriellen Produktion und die Preisbewegung für landwirtschaftliche und industrielle Erzeugnisse haben ergeben, daß so Die Wissenschaft als praktische Wirtschaftspolitik bisher die Produktivität der Landwirtschaft unter» schätzt unb bie der Industrie überschätzt haben. Eer Grund hierfür liegt in der wohl vielfachen Ignorierung der bei
spiellosen Fortschritte in der landwirtschaftlichen Produktionstechnik, in der Agrikulturchemie und' Tierzucht feiten» der nativealökonomischen Wissenschaft.
7. Tie enorme Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion in Deutschland während der Schutzzollära hat es zustande gebracht, daß trotz der starken Volksvermehrung die einheimische Landwirtschaft heute noch fast denselben hohen Anteil am gesamten Nahrungsbedarf deckt wie früher, während England durch die Preisgabe der Landwirtschaft in der Ernährung der Bevölkerung fast ganz abhängig vom Auslande geworden ist, wobei bemerkenswert ist, daß die englischen Kolonien nur einen sehr kleinen Teil der erforderlichen Nahrungsmittel decken.
8. Die große Produktivität der deutschen Landwirtschaft hat weiter bewirkt, daß die Lebensmittelpreise in 'Deutschland in ihrer Gesamtheit nicht oder nur unerheblich höher sind als in England, daß vielmehr verschiedene wichtige Lebensmittel in Deutschland sehr beträchtlich niedriger in: Preise stehen als in England, insbesondere gilt dies für die wichtigste Nahrung der Kinder, die Milch.
9. Jedenfalls scheint es Tatsache zu sein, daß der Preis unterschied zwischen den Nahrungsmitteln in Deutschlan'. und England bedeutend niedriger ist als zwischen den industriellen Erzeugnissen beider Länder, ein Umstand, der Liv kein anderes Moment zugunsten der landwirtschaftlichen Pro duktion in Deutschland gegenüber der Industrie sprec.w■: würde.
10. England ist übrigens nichts weniger als ein ab; - lutes Freihandelsland. Tie Zölle auf Genußmittel, r auf Tee, Zucker, Wein, Branntwein, Tabak, Kakao, Kaffee : sind so hoch, daß die gesamte Zollbelastung pro Kopf b > englischen Volkes noch um fast 6 Mk. höher ist als in Deutschland.
Ter Teutsche Landwirtschaftsrat richtet deshalb an alle landwirtschaftlichen Jnteressen-Vertretungen die dringende Aufforderung, die weitesten Kreise, insbesondere auch die Arbeiterbevölkerung auf dem Lande, über den wahren Zusammenhang in dieser politischen Streitfrage aufzuklären.
Ter folgende Punkt der Tagesordnung betraf die Ver. ein fach nn g bezw. Verlegung der militärischen Kontrollversammlungen für die ländlich e Bevölkerung.
Hierzu gelangte der nachstehende Antrag der Landwirtschaftskammer für Waldeck-Pyrmont zur Annahme:
„Ter Deutsche Landwirtschaftsrat wolle an höherer Stelle darauf hinwirken: 1. daß eine Vereinfachung der Kontrollversammlungen in der Art stattfindet, daß der kontrollierende Offizier die kontrollpflichtigen Mannschaften in deren Wohnorten selbst kontrolliert, soweit eine noch näher zu bestimmende durchschnittliche Anzahl kontrollpflichtiger Personen vorhanden ist oder falls dieser Vorschlag unausführbar ist, dahin wirken zu wollen, 2. daß die Kontrollversamm- lnngcn sowohl im Frühjahr als auch im Herbst nicht in die Hauptbestellzeit fallen. Weiterhin stand noch das Ans- saatquantum der deutschen Getreideernte und die Gleichstellung Agrikulturchemiker mit den übrigen Vertretern der Landwirtschastswissenschaften an den deutschen Hochschulen zur Erörterung. Damit schlossen die diesjährigen Verhand- lungen des Deutschen Landwirtschaftsrats ab.
Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Glessen.
Frankfurter Börse. 18. Marz, 1.15 Uhr.
3^°/o Reichsanleihe . 95.901 Elektriz. Lahmeyer . . , 132.56
3% do. . . 84.80 Elektriz. Schlickert . . . 112.60
314 °/0 Konsols .... 96.00 Eschweiler Bergwerk . . 225.60
3% do. .... 84.80 Gelsenkirchen Bergwerk . 197.50
3>j0/0 Hessen .... —.— Hamburg-Amerik. Paket?. 139.00
3/4°/0 Oberhessen . . . 94 00 Harpener Bergwerk. . . 207.50
4% Oesterr. Goldrente. . 98.80 Laurahütte...... 224.20
4l/t% Oesterr. Silberrente 99.60 Nordd. Lloyd.....123.25
4% Ungar. Goldrente . . 94.40 Obeischles. Eisen-Industrie 111.50
4% Italien. Rente . . . 103.00 Berliner Handelsges . . 162.60
3?o Portugiesen Serie I . 68.20 Darmstädter Bank . . . 132.50
3% Portugiesen „ III 68.90 Deutsche Bank . . . 234.00
4°/e russ.Staatsanl. 1905 90.10 Deutsch-Asiat. Bank . . 166.00
4>£°/0 japan. Staatsanleihe 90.90 Diskonto-Kommaudit. . . 175.30
4% Conv. Türken von TJU3 94.10 Dresdner Bank . . . 148.20 Türkenlose ... . . 142.80 Kreditaktien.....212.30
4% üriech. Monopol-Aul. 50.00 Baltimore- und Ohio-
4% äussere Argentinier . 83. >0 Eisenbahn . . . 101.25
3°/0 Mexikaner, . . . 65.30 Gotthardbahu . . . . —
4>&7o Chinesen . 1 . . 97.60 Lombard. Eisenbahn . . 26 75
Aktien: Oesterr. StaatsDahn . . . 142.80
Bochum Guss..... 224.20 Pnnce-Henri-Eisenbahn . 137.20
Buderus E. W .... 120.80 Tendenz: matt.
Berliner
Cauada E. B. . . . Darmstädter Bank .
Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .
Tendenz: matt.
Börse, 18. März. Anfangskurse.
. . 176.70 . . 132.00 . . 234.00 . . 76.50 . 148.00
Harpener Bergwerk.
Laurahütte . . i-ombardeu E. B.
Nordd. Lloyd . . .
Türkenlose . .
. 207.26
. 224.90
. 27.10
. 123.00
. 142.50
Armut des Blutes
macht nervös
für
ist
der Mensch fühlt sich matt, elend, gereizt, hat Kopfschmerzen, Herz- Hopfen, schwindel usw., deshalb folge man in solchen Fällen dem Rat erfahrener Praktcker und trinke eine Zeit lang das beste, billigste und zutragUchste Kran-gungs- und Bluterzeugungsmittel Bioson. Hierüber wirb berichtet:
o- r -¥cyt?5i0 Bussestr. 4, den 24. August 06. Meine Frau nt feit Jahren magenleidend (nervöser Art) und mein Sohn leibet an Blutarmut,- beibe trinken Ihr wertgeschätztes „Bioson" sehr gerne und haben m 2 Monaten 3 Pakete verbraucht (aus der Engelapotheke). Das Präparat bekommt ihnen sehr gut, was sich im Ausiehen, in der Kräftigung und in einer Kürpergeivichls- aungbme von 2 /2 kg in dieser Zeit zeigt. Das „Bioson" wird täglich ämal genommen und der Geschmack ist vorzüglich. - Ich sage Ihnen herzlichen Dank und werde Ihr „Bioson" üets weiter Hochachtungsvoll! Paul Kirbach, beglaubigt. I. A. Elaug, Pol.-Regisw.
-Ä ft "i,Aphelen, ^ogeiien usw. das Paket zu drei llllark erhältlich, welches für ea. 14 ^cage ausreicht. (b-/,
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