76, Freiburg mit 55, Leipzig mit 35, Tübingen mit 10, Würzburg «mit 8 und Jena mit 2 immatrikulierten Frauen, so daß sich deren Gesamtzahl auf 286 beläuft. Tie Zahl der immatrikulierten Studenten beträgt insgesamt 46 655. die der Hörer 6364 und der Hörerinnen 1533. Die Gesamtzahl der Studierenden an deutschen Universitäten beziffert sich somit auf 54 652 in diesem gegen» 52 441 im vorigen Sommer-Semester.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter eie,er Rubrik stehenden Artikel 'übernimmt die Redaktion l u ';>iib!:.!um gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Auf das Eingesandt des Herrn Rudolf Schlosser -Darmstadt in Nr. 142 Ihres Mattes möge mir gestattet sein, kurz Fol- gencds zu erwidern:
1. Nach kaufmännischem Begriffe ist die Wartburg- Buch Handlung eine Neugründung im eigentlichen Sinne: neue Firma, neues Domizil, neue Besitzer! Daran ändert auch nichts, daß diese Neugründung nebenbei der Buchhandlung des nassauischen Kvlportageveveins in Herborn Konkurrenz bieten und dieser das bisherige Feld in Hessen abgrabcn soll.
2. Weil die „Wartburg-Buchhandlung" btuil' der festen bnch- händlerischen Organisation nicht imstande jein wird, „bessere Ware billiger zu bieten", nicht imstande sein wird, viele in Hessen bestehende Buchhandlungen an Güte zu übertreffen, deohalb ist die Neugrürrdung eigentlich von vornherein überflüssig.
3. Es ist eine ganz unbewiesene Behauptung, baß trotz der Dielen und der genügend guten Buchhandlungen in Hessen das Laitd keineswegs ausleicheno mit guten Schriften versorgt wird. Ob gerade die „Wiesbadener Volksbücher" genügenden Vertrieb in Hessen sirrden, kann ich nicht bcuncücit. Mindestens erscheint mir aber fpaglich, ob es eine Notwendialeit ist, eine neue Wartburg-Buchhandlung zu gründen, damit „Wiesbadener Volksbücher" (Björnson: „Ein fröhlicher Bursch — Dreyer: „Vater und Sohn" — Francois: „Fräulein Mütchen" — Gerstäuer: „Tee Schisss-
zimmermann" — Tolstoi: „Auf Feuer hab acht" — Silberstein: „Ter Gerheb") in jedem Hause des Hessenlandes zu finden sind. Andere gute Bücher, welche die bestehenden Buchhandlungen neben diesen Volksbüchern mit Fleiß vertreiben, dienen wohl auch zur Förderung deutsch-christlichen Sinnes.
4. Ob die „Darlehen" „gut verzinslich" werden, wage ich sttark zu bezweifeln. Jeder Geschäftsmann, der ein Geschäft begründet, muß zuvor eignes Geld in seinen Beutel tun, dann «muß er sich sragen, ober)ein Fach auch genügend kennen gelernt hat, um als tüchtiger Geschäftsmann darin bestehen zu können und ferner, ob auch das zu bearbeitende Feld genügend Absatz bieten wirch 2lber dies alles tut die Wartburg-Buchhandlung nicht! Sie borgt sich das nötige Geld erst zusammen; sie stellt mit 4000 Mk. Gehalt erst einen tüchtigen Fachmann ein. Zu diesen 4000 Mk. kommen aber noch die anderen Spesen für weitere Arbeitskräfte, Miete, Fracht, Porto, allgemeine Unkosten und nicht zule^t die buchhändlcrischen Kommissionsspesen. Haben die Gründer sich schon einmal ausgerechnet, daß sie jährlich erst zirka 10 000 Mk. verdienen müssen, um die Unkosten hcraus- zuhvlen? Und wann diese nicht herauskonimen, wer zahlt dann die gute Verzinsung? Haben sie sich schon berechnet, daß sie mindestens einen llmsatz von 60 000 Mk. erreichen müssen, um erst einmal die Unkosten zu verdienen? Wird ihnen nicht schon bange um die gute Verzinsung? Oder zahlen nachher die Genossen, wenil sie keine Verzinsung sehen, ruhig weiter und bluten um „höheren Interessen" zu dienen mit gutem Herzen?
Ist es wirklich notwendig, durch diese Neugründung den ganzen ehrsamen Buchhändlerstand in Hessen zu schädigen und diesen der Kirche und den Geistlichen zum Feinde zu machen? Ter für die Wartburg-Buchhandlung so notwendige tlmsatz ui Hessen geht doch zum großen Teil den hessischen Buchhändlern gerade ab!
Ich meine die hessische Geistlichleit hätte bessere Ausgaben zu erfüllen, als Unirieoen zu säen! Besser Kanzelrcden zu halten, welche mächtig anziehen zu lebhafterem Kirchenbesuch! Und ist es nicht eine herrliche Ausgabe, groß genug das gaitze Leben auszufüllen für die Herren Geistlichen: die Kranken
zu besuchen, den Bedrängten zu helfen, die Toten zu begraben und die W.aisen zu erziehen! Das nenne ich edler, als Zeit und Geld zu opfern, damit auf dem Platten Lande eine Anzahl guter Bücher mehr gekauft werden, — oft sogar mit Unmut, weil der Pfarrer hinter dem Angebot steht! Weshalb nicht Gelder zusammen schaffen, um gute Bücher auch denen unentgeltlich zu geben, die zu arm sind, solche zu kaufen! Tkrzu würden die Herren Geistlichen gern bereite Helfer finden! Also weg mit einer geistlichen Buchhandlung mit beschränkter Haftung.
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