Ausgabe 
2.7.1907 Zweites Blatt
 
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denken,

ftrafoen

Beigeordnete Opper, ft. Sann, N. Pfeiffer

und I. Opper

ft M a n n h e i m, 1. Juli.

Gestern abend 7 Uhr

wurde das Engros-

Lager der Finna Gebrüder Schwa

Aus StaOt und Land.

Abdruck unserer durch Liorrespoudenzzcichcu kenntlich ge- machten Orginalartitel ist nur unter genauer Quellenangabe (Gietz. An-.) gestattet.

preis der Stadt Ems. Nachdem sie morgens' im Borrennen den Wetzlarer Ruderklub überlegen geschlagen hatte, siegte sie im Ent­scheidungsrennen nach Hartern Kampfe gegen den Ruderverein Ems. Das Rennen um den Univrrsitätspreis mußte ausfallen, da zu ihm sonstige Meldungen nicht cingelausen waren.

** Die schönen Erfolge, die der Turnverein Gießen auf dem Gauturnfest in Bad-Nauheim errang er erhielt beim VereinSwetturnen durch die Barrenriege der aktiven Turner den vierten und durch die Zöglinge mit ihren Hebungen an zwei Böcken den 36. Rang, sowie im Einzel- wetturnen den zweiten Preis in der Oberstufe durch Christian Schmidt, in der Unterstufe den zweiten Preis durch August Loos, 29. durch Karl Jakob, 37. Gg. Reinhardt, 47. Alex. Held, und 60. Karl LooS gedenkt er durch einen für nächsten SamStag in Aussicht genommenen Festkommers zu feiern.

** Kolossenm. Von heute ab finden wieder Spezi­alitäten -Vorstellung en statt. Karl und Mary Ohm, die eben auS Amerika mit dem Dampfer Deutschland ange- lommen sind, wurden von Direktor Rappmann telegraphisch in Hamburg engagiert, und auch der beliebte Humorist Os­wald Naumann wird die nächsten 14 Tage noch auftreten. (Alles Nähere siehe Inserat).

** Kunstvercin. Zufolge neuerer Dispositionen be­züglich der einzutrcffknden Gemälde verbleibt die gegenwärtige Ausstellung noch bis zum kommenden Freitag. Tie Aus­stellung ist- täglich von 111 und Mittwochs auch nach­mittags von 35 Uhr geöffnet.

0 Klein-Linden, 1. Juli. Für das am 13. und 14. Juli hier stattfindende ftriegcrfest ist ein Teil der Gießener Regimentskapclle engagiert. Die Jestwirtschast auf dem Festplatz übernimmt Restaurateur Spuck-Gießen.

Lang-GönS, 1. Juli. Der hiesige Gesang­vereinFrohsinn^, der schon bei mehreren Gcsangs- wettstreiten preisgekrönt wurde, errang bei dem gestern in Nackenheim in Rheinhessen abgehaltenen Wettstreit in seiner Klasse den ersten und den Ehrenpreis. Der Verein, der heute abend zurückkehrte, wurde am Bahnhof von der ganzen Gemeinde empfangen. Dirigent ist Lehrer Schivinn.

Reiskirchen, 29. Juni. Der Sohn der Witwe Launspach verunglückte hellte dadurch, daß ihm beim AuSwechseln von Schienen er ist Streckenarbeiter eine Schiene auf den Fuß fiel lind diesen zermalmte.

Merlau, 1. Juli. Ein wirkliches Wagnis ist eZ in diesem Juni mit seinem Aprilwetter ein J-est zu feiern. Teil Ohm-Lu mdatal-^ängerbun des fest en war seither ohnehin der Himmel wenig günstig, und manche^ seiner Vorgänger wurde tüchtig begossen/ So erging es auch dem heutigen und gestrigen 14. Bundesfest, mit dem zugleich das 25. Stiftungsfest des hiesigen Ge- sangvereinsEintracht" sich verband. Verging sei-der schon kaum ein Tag ohne Regenschauer, so setzte gestern bei Beginn des Festes ein Landregen ein, der auch bis heute ohne große Pausen anhielt. Wenn trotz alledem der schön gelegene Festplatz auf dem historischen Grunde des alten Merlauer Schlosses so gut besucht war, daß sich die Fest­hallen füllten, so kann man wohl einen Schluß darauf machen, was für ein Fest das 14 Bundesfest bet schönem Wetter geworden wäre. Auch darf man bei Leibe nicht

Gastvereine.

0 2 a n bad), 30. Juni. Die gestern Abend im Solmser Hof abgehaltene 2 b jährige I u b iäu ms seie r des Vogelsberger Höhen-Llubs hatte sich eines sehr regen Besuchs zu erfreuen. Die Begrüßungsansprache in ein Hoch auf den hohen Protektor, S. K. H. den Großherzog cius- klingend, hielt Gerichtsassessor Bergheimer, die Festan­sprache, die einen Rückblick auf die Tätigkeit des Vereins und sein Verhältnis zum Gesamtvereili gab, Oberlehrer Wciß- bart. In humoristischer Weise sprach Hofapotheker Roß­bach, der Vorsitzende des Verschönerungsvereins, über das einträchtige Wirkeit beider Vereine, der verschiedenen Vor­sitzenden des Zweigvereins gedenkend. Nach einem Prolog wurden 3 schöne BilderMädchen und Burschen in Hessen- tl-'acht" dargestellt. Für den musikalischen Teil sorgte bestens ein auswärtiger Pistonbläser sowie der Gesangverein Har­monie durch den Vortrag mehrstimmiger Chöre, von denen namentlich das Volkslied:Jetzt gang i ans Brünnelc" ebhaften Anklang fand. Zum Schlüsse wurde ganz reizend daö Singspiel:Gebirgslust", in Tirolertracht gegeben. Die Mrtspielenden, 2 Damen und 3 Herren, mußten ihr Spiel mehrmals unterbrechen, so lebhafte Beifallssalven erschallten. Oberlehrer Keller brachte einen Toast auf alle Mitwirkenden aus. Selbstredend folgte bis zum Morgen für die liebe Jugend ein Tanz. Der hiesige Zweigverem ist unter den 20 Vereinen einer der luenigen, die seit Gründung des Höhenclubs bestehen und ein derartiges Fest begehen können. Die Heuernte ist in vollem Gange. Der Ertrag ist außerordentlich befriedigend. Der Zentner wird für 2,20 M., altes Heu zu 1,80 M. aufgekaust. Für die gräflichen und tädtischen Kassen beträgt der Mindererlös der Wiesen ca.

3600 Mark.

III. Ehrenurkunden. Hierauf erfolgten Massenchöre von 300 Bundessängern und Einzetchöre der

6 Ettingshausen, 30. Juni. Das Bundesfest des VolkssängerbundesChattia" fand heute hier­in Verbindung mit dem 25jährigen Jubiläum des Gesang­vereinsConcordia" statt. Trotz des nicht sehr günstigen Wetters haben sich aus der gesamten Umgegend ca. 26 Vereine eingefnnben. Der vorgeschriebene PreischorMir ivill das Wandern langen" wurde im Saale des Festwirts Sommer vorgetragen, die Resiiltate ivaren recht gut. Um 2 Uhr bewegte sieh ein langer Festzug durch das schön geschmückte Dorf. Nach kurzer Begrüßung durch Bürger­meister ftcil_ hielten Pfarrer Nieö und Bundespräsident Lehrer Bürstl ein-Neistirchen Ansprachen. Fräulein Keil übergab eine von den Frauen und Jungfrauen gestiftete Fahnenschleife; Dirigent Dörmer überreichte an die vier aktiven Gründer:

Gießen, den 2. Juli.

** DaS Großherzogspaar in England. Die Großherzoglichen Herrschaften kehrten am Mittwoch, 26. Juni, abends, mit den Majestäten vorn Besuch der Landwirtschaft­lichen Ausstellung in Lincoln nach London zurück und be­suchten abends mit dem König und der Königin die Vor­stellung in dem Adelphi-Theater. Am Donnerstag speisten die Herrschaften mittags beim österreichischen Botschafter Grafen Mensdorff und abends mit den Majestäten bei Lord und liabg Crewe. Am Freitag, den 28., morgens, wohnten Se. Kgl. Hoh. der Großherzog zu Pferde der Truppenparade bei und besuchten nachmittags mit dem König die Rennen in Scmdown. Am Freitag abend war, n. d.Darmst. Ztg.", da3 GroßherzogSpaar mit Gefolge zum Diner beim Lord Chamberlain, Lord Althorp, und am Montag find die Herr­schaften zur Frühftückstafel beim Herzog und der Herzogin von Connaught geladen.

** Ordensverleihung. S. K. H. der Groß Herzog /haben Allergnädigst geruht, der Vorsitzenden des Zweig- vereinS Alsfeld des Alice-Frauen-Vereins für Krankenpflege im Großherzogtiim Hessen, Fran Charl. Ren sch er in Alsfeld, in Anerkennung ihrer langjährigen Verdienste um den Verein die silberne Erinnerungsmedaille mit dem Bildnis weiland Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin Alice zu verleihen.

* Bäckereiverordnung. Wir verweisen auf die im amtlichen Teile veröffentlichte Verordnung des Großherzogl. Polizeiamts und machen die Interessenten und das Publikum, insbesondere aber die Bäcker und Brvthändler, auf die Be­stimmungen derselben aufmerffam.

Der LandeSausschuß der freisinnigen Partei für Hessen hat in einer am Sonntag in Frank- furt abgehaltenen Sitzung einstimmig folgende Re so l ut i on gefaßt: ,Der LandeSanSschuß der freisinnigen Partei für das Großherzogtum Hessen spricht sick) gegen jede Aendemng der Verfassung zu Gunsten der Ersten Kammer auS. Er verlangt vorbehaltlose Einführung deS allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts zum Landtag und bedauert, daß die Regierung durch ihre neue Gesetzes­vorlage dieser Einführung schwere Hindernisse bereitet hat.

a. M., Generalleuinant v. Stülpnagel, mit Ende des nächsten Monats in den Ruhe st and treten. Er beabsichtige, ganz seinen Wohnsitz in Darmstadt zu nehmen. Zwei Soldaten des 81. Infanterie-Regiments erlitten nach einer größeren Marschübung Hi tzsch läge, der eine vor der Stadt und der andere unmittelbar vor der Kaserne. Beide wurden nach dem GarnisonS-Lazarett verbracht. Der 51jährige Schmied Lorenz Hoos, Friedberger Landstraße wohnhaft, brachte sich in selbstmörderischer Absicht 19 Wunden durch Messerstiche bei. Der Schwerverletzte verübte die Tat wegen unglücklicher Familienverhältnisse.

X. H a u a u, 1. Juli- Im Kochltale wütete ein schweres Gewitter, das erheblichen Schaden anrichtete und auch ein Menschenleben forderte. Aus einer Wiese bei Michelbach waren eine Anzahl Personen mit Heumachcn beschäftigt, stellten aber, als das Gewitter heftiger sich entlud, die Arbeit ein und begaben sich aus den Heimweg. Hierbei wurde der 18 jährige Joseph Heun, der einzige Sohn des Landwirts Oslar Heun aus Michelbach, vom Blitz gelötet, zwei andere Personen, der 18jährige Land- lvirtsjohn Rosenberger und ein 15 jähriges Dienstmädchen, wurden glücklicherweise nur betäubt. In Groß-Au- Hein: wurde heute im Beisein des Bischofs von Fulda die neuerbaute zweite katholische Kirche erngeweiht. Aus diesem Anlässe erhielten der Ortspfarrer von I a g e m a n n den Roten Adlerorden 4. Klasse und der Bürgermeister Grün den kgl. Kronenorden 4. Kl.

Weickartshain, 1. Juli. Zu der vor einigen Tagen ungeteilten Notiz, betreffs unaufgeklärten plötzlichen Ver- chwindens von drei jungen Leuten int Alter von 12 16 Jahren, die bei einem hiesigen Landwirt in Arbeit landen, sei bemerkt, daß sich die jungen Leute im Er- ziehnngsvereine befinden. Soviel man hört, ist der Grund des plötzlichen Wegganges die ihnen nicht zusagende Behandlung durch den Arbeitgeber.

b en land, Haushaltungs- und Küchengeräte, durch ein Großfeuer vollständig zerstört. Vier Schlauchleitungen mußten gelegt werden, um ein weiteres Umsichgreifen des Feuers zu verhindern. Der Schaden i(i enorm, jedoch durch Versicherung gedeckt.

vermischtes.

* Berlin, 1. Juli. Heute vormittag wurde die 15jährige Maria Schänd rock, die bei der Firma Steinert L Bär be­schäftigt ist, auf dem Wege von der Bank zum Geschäft in der r.ündenslratze von einem jungen Menschen überfallen, zu Boden geworfen, gewürgt und einer Summe von 600 Mk., die sie bei der Bank gehott hatte, beraubt. Der Täter ergriff auf die Hilferufe des überlalleneu Mädchens die Flucht. Hei beieilenden Passanten gelang es, ihn festzunehmeu.

* AlpineChroui k. Am Somi(ag fand auf der S t a t i o n EiSmeer der Jungfrau-Bahn die Einweihung der nun vollendeten Felsen|tation Sanlage im Beisein von etwa 200 Vertretern der KeMden, Technikern und MH.se statt. In,

( * Freie Aerztewahl. Für die Mitglieder der

Ku a p p sch a s t s kas s e der Gewerkschaft Fe r nie wird, nachdem das Vertragsverhältnis mit dem seitherigen 'Knappschaftsarzt gelöst worden ist, bedingte freie Aerzte- wahl wie bei der Ortskrankenkasse cingcfüfjrt werden, welche Einrichtung für die in mehr als 30 Ortschaften zerstreut wohnenden Mitglieder viel Angenehmes mit sich bringt. Tie seither bestandene F-Ürsorge bei Erkrankungen in der Familie der bei der Knappschaftstasse Versicherten sowie die seitherigen Rentenzulagen bleiben bestehen. Ferner ist der pratt. Arzt Dr. Klein als Werksar^t verpflichtet lvorden und wird täglich auf dein Werk Sprechstunde abhalten. Die Gewerkschaft hat beschlossen, durch einen namhaften Zuschuß dieZlnappschaftskasse in den Stand zu setzen, die neue Organisation durchzusühren, ohne daß ihr größere Lasten aufgebürdet werden, als die bisher schon aus eigenen Mitteln getragenen. Die Gewerkschaft resp. deren Ver- fwaltung hat eine Vereinbarung mit dem Verein für Krankenpflege in die Wege geleitet, nach der die aus dem ^erL uno in Gießen wohnenden Beamten und Arbeiter der Station der barmherzigen Schwestern in Krank- SbUSfallen pflege wie Vereinsmrtglieder erhalten. Endlich besteht die Absicht, auf dem Werk für die Belegschaft eine Ladeeinrichtung zu schaffen. Die neue Organisation, anders die freie Aerztcwalst, wurde im Einvernehmen mit der Aerztetoinmission in die Wege geleitet.

h * e " d d s Ta g e der I u b i l ü u m s se iev unrercr Je Wirb cs auch an einem groszen I nxplatz in unserer Staat, nicht fehlen. Em Pi-lvatunternehmer Hal das b^lünde von Abermanu u. Kling, das am Ausgang der Ludwigstraße am Lcih- gestemer Weg gelegen ist, gepad)tet, um mit erstklassigen Schau­budenbesitzern ustv. gemeinsam einen Volksbelustigungsplatz ä la Leipziger Vogelwiese zu etablieren.

Bei der .Baiser-Regatta in Bad^Erns gewann, wie schon kurz mugeteilt wurde, die a ta d e m i f ch c M ann- Schaft der Gießener Rudergesellschast umt 1877 das Viner- ^ennen um den von der Kurverwaltung gegifteten Quellen-

Arbeiterbewegrrrrg.

Berlin, 2. Inti. _ In der Lohn beweg u n g im Bau­gewerbe ist durch Oeffnung der Bauten für ^IröeilHwillige un llaufe des gestrigen Nachmittags eine wesentliche Aendernng bev Lage noch nicht zu verzeichnen. Auf einzelnen Bauten sind 'zivar einige Arbeiter tätig, doch scheint es sich bei den meisten um frei' gegebene Arbeiten zu handeln.

Ai a i l a n d, 2. Juli. 10 000 Maurer legten in Mailand die Arbeit nieder. Tie Verhandlungen zur Beilegung des A g r a r st r e i k e s in Ferrara zerschlugen sich. Eine Anzahl Agitatoren wurde verhaftet.

Vteiv-Pork, 1. Juli. Nach einem Telegramm der Daily News ist der Streik der S t r a ß e n r e i n i g e r sehr ernst geworden. Die Lage der Stadt ist schrecklich, Küchenabfälle, die eine Woche all sind, sind in vielen Straßen doch anfgehäuft. S e u ch e n d r o h e n a u s z u b r e ch e n. Ten Unrat zu verbrennen ist^ wegen des Regens niimöglich. Tie Verfuche, Outsiders zu beschäftigen, wurden diirch die Streikenden verhindert, die die Leute gewalttätig angriffen. Es kam zu einigen heftigen Z u - s^a m m e n sl ö ß e n, luobei der Mob die Streikbrecher mit Stöcken und Sternen in die Flucht schlug. Arbeiter, die am Somi-- lag den Kehricht mit Desinfektionsmitteln begossen, wurden von der Polizei geschützt. Das Gesundheitsamt fördert energifd), daß das Straßenreinigungsdepartemenl vorläufig die Bestimmungeli, die zu dem Ausstand gesührt haben, zurückzieht, damit der ftala- mitat ein Ziel gesetzt iverde^

** Hausen, 1. Juli. Bei dem Brand in Steinbach, über den gestern berichtet wurde, hat sich die hiesige Pflicht- tseuerwehr recht bewährt. Die Nachricht von dem Brande traf dort um 2 Uhr ein und schon 8 Minuten später konnten 30 Mann der Pflichtfeuerwehr mit sämtlichen Gcrätetn nach Steinbach abrücken, denaltbekannten Weg", wie ein Ortsein- ^vohner im .Hinblick auf die Tatsache meinte, daß in der letzten Zeit die Hänfener wiederholt bei Brand fällen ihr sreundnach- barliche Hilfe liehen. Auch die übrigen Mannschaften der ^ehr seien rechtzeitig zur Stelle gewesen.

X Harbach, 1. Juli. Das Bezirkskriegerfest des Hassiabezirks Lich fand hier statt, verbunden mit Fahnen weihe unseres Kriegervereins. Trotz des ungünstigen Wetters yalten sich 16 Vereine aus den Nachbarorten eingefunden. Präsi­dent Erb begrüßte die Festgäste, worauf Pfarrer Siebe ck- Wirrberg die Festrede hielt. Namens des Hassiabezirks Lich sprach der Bezirkvorsitzende Reg er-Lich. Fräulein Hertz- berget übergab mit poetischen Worten die neue Fahne, die mit Erlaubnis dos Großherzogs das Großherzogliche Wappen trägt.

her Absicht geschehen sei, in England zugunsten des Prätendenten Stimmung zu machen. Der Versuch dürfte jedoch in England scheitern, angesichts der sreundschaftlichen Bande, die zwischen vcm englischen Herrschcrhause und dem portugiesischen Hofe be­stehen.

Paris, T Juli. Botschafter Camden istj aus Berlin hier eilige troffen und hatte mit dem französischen Minister des Auswärtigen Pichen eine Untcrrebung, welche chczweckt, Camden über das gestna? Oefpräch des Ministers mii Etienne genau zu unterrichten. Mim'fter Pichon wünscht nämlich absolut nicht, daß Camben irgendwie in seiner Autorität als Vertreter Frankreichs sich beeinträchtigt fühle.

Dissat^n, 1. Juli. Der Kronprinz trat heute feine Afrikareise an.

Rom, 1 Juli. Ter ehemalige italienische Botschafter Graf Nigra ist 'in »iapallo gestorben.

Triest, 1. Juli. Die Polizei verbot die für den 4. Juli bn Verdi-Theater geplante Erinnerung sfeier zu Ehren Garibaldis.

Gosscnsaß (Tywli, 1. Juli. Prinz Joachim von Preußen ist heute nach K'vpe n Hagen abgereift.

Wien, 2. Juli. König Eduard lvird während seiner An­wesenheit in Marienbad Anfang August eine Zusammen­kunft mit Kaiser Franz Josef haben und zwar auf Schloß Schlackenwerth bei Karlsbad, wohin sich Kaiser Franz Josef von Jchl aus begeben wird.

Budape-st, 1. Juli. Die Kroaten setzen die technische Obstruktion gegen die Eisenbahnvorlagen fort, die Regierung ist ohnmächtig, ta Redeslut Einhalt zu gebieten.

I Wie verlautet, wird die Regierung bis zum 16. Juli warten und dann energische Maßregeln ergreifen

3n A g ram sand gestern ein Meeting statt, das einen stürmischen Verlauf nahm, sodaß die Polizei öfter einschreiten mußte. Die Versammlung designierte den derzeitigen iroatischen Abgeordneten als Vertrauensmann ins ungarische Parlament.

Tanger, 1. Juli. Nach Mitteilung von Eingeborenen soll -wischen Maclean und Naisuli eine Zusammenkunft an einem Orte in der Nähe von Ksar-el-Kebir stattfinden. Maclean überbringt Raisuli im Auftrage des Sultans zehn Zelte und vier Pferde, von denen eines prächtig aufgeschirrt ist. Man bespricht hier lebhaft den Widerspruch zwischen der Sendung von Geschenken, die einen baldigen Pardon anzuzeigen scheinen und dem gleich- -eitigen Befehl, die Expedition gegen Raisuli wieder aufzunehmen.

Newy o r k, 1. Juli. In Washington besteht der Eindruck, daß baö jüngste Vorgehen gegen japanische Kaufleute den Boykott der a m e r i f an i -jUd) e n Kaufleute zur Folge haben wird. Nach einer Meldung des ,,Heraldo" entsendet die Bundesregierung zwei weitere Kreuzer in die ostasiatischen Ge- wässer.

geworden wäre. Auch darf man bei Leibe nicht . das Regenwetter hätte die Festesstimmung ver- oorben, sie blühte desto besser auf und zeitigte einen echten Humor. Der schöne Festzug, der die reich geschmückten Orts- _ durchzog, nahm sich allerdings durch den unter lhm dominierenden Regenschirm eigenartig aus. Aus dem Festplatze begrüßte der Bundespräsident, Lehrer G e m in e r, Sangesvrüder und Festgäste und Pfarrer Frank hielt die eindrucksvolle Festrede. Die am Schlüsse der Reden ausgebrachten Hochs aus Kaiser und Großherzog fanden lebhaften Wiederhall. Tie Vorträge der einzelnen Bundes- Vereine und anderer geladenen Gesangvereine, denen man auch gerne unter dem Regenschirm zuhörte, offenbarten die fleißige Pflege des Männergesanges. Inzwischen aber hatte der Fesiptatz eine geschichtliche Erinnerung auf- gefrsicht, das Mcrtauer Schlotz war ursprünglich eine Wasserburg gewesen Es erweckte nicht geringe Heiter­keit, die Festgaste, den Schlamm, zu dem sich der Unter­grund verivandelt, durchwaten zu sehen. Vom Wasser ab­gesehen, war das 14. Bundessest des Ohm-Lumdatal- SüngerbundeS seinen Vorgängern durchaus gleichwertig und gab dem 25 jährigen Stiftungsfest unseres Gesang­vereins einen würdigen Rahmen.

(?)Hergersdors (btr. Alsfeld), 30. Juni. Ein großes Unwetter luütcte gestern über unserer Gemarkung, das erheblichen Schaden verursachte. Nach 1/4 stündigem Hagel- schtag lag fast sämtliche Halmsrucht darnieder. Auch in den Garten sah es schlimm aus. Der Hagel war so stark, daß er saft sämtliches Obst von den Bäumen schlug. Noch am Abend konnte man an verschiedenon Stellen die zusammen­gewehten Hagelkörner sehen, welche noch die Gröge einer Haselnuß hatten. Die meisten Landwirte sind glücklicher­weise versichert.

sd. Darm st,ad t, 1. Juli. Die vor einiger Zeit an Ver­gift u n g s e r s ch c i n u n g en durch Reisbei plötzlich schwer er­krankte Familie des Schlachthofdir. Garth ist völlig wieder- her gestellt. Der Sohn und das Dienstmädchen sind aus dem. Lkrankenhaus entlaifeu und auch bei den übrigen Angehörigen, haben sich keinerlei nachteilige Folgen mehr gezeigt.

b. Frankfurt a. , 29. Ium. Wie hiesige Blätter melden, will der Stadtkommandant von Frankfurt