Ausgabe 
13.3.1907 Erstes Blatt
 
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tzflese Verpflichtung werde besonders in den größeren Städten sehr '<U1P9lbq.en© e n fe f e I b e r äußert ebenfalls Bedenken gegen die Be­lastung ' der Ortsgerichte. Die Einkühriina der verschiedenartigen Forinularien erschwere die Tlrbeiten der Ortsgerichtsvorsleber gnm 'm,s;erordentlich. Der Redner wendet sich dann gegen die jetzige Handhabung der Notariatsgeschäste.

! 2lbg. Tr. S ch in i t t sZentrü richtet an die Regierung das Er­suchen. eine Enquete darüber anzustellen, in welcher Weile die von Preußen angestrebte Kompetenzerweiterrma der Amtsgerichte anl die Geschäftstätigkeit derselbe,i einwirken würde. Bei der geplanten Erweiteriing würden den Landgerichten c a. 64 P r o zen t ibrer Arbeite', a b g e n o m in e n iverden, in Gieuen über 70 Prozent; ebenso würden die Kain mern für Handels­sachen sehr viel von ihrer bisherigen Tätigkeit verlieren. Es würde eine ganz gewaltige Besehränknng der Geschäfte der Land­gerichte eintreten, während wohl die 91 m t § g e r i d) t e_, von denen erst in letzter Zeit eine Anzahl errichtet wurde, käst sämtlich eine erhebliche Erweiterung erfahren müßten, da sie an? eine so bedeutende Arbeitserhöhung nidu eingerichtet sind. Es ist berechnet worden, das; namentlich die Landgerichte in Süddeutzch- land 3/s ihrer ganzen Arbeit verlieren würden. Redner führt weiter aus, daß für die Erweiterung der Kompetenz der Amts­gerichte nur fiskalische Interessen maßgebend seien; man wolle die Oberlandesgerichte entlastei,. Zum Schluß beleuchtete der Redner noch die Anstellungsverhältnisse der Richter rc.

' Es enlspinnt sich nun eine Geschäslsordnungsdebatte bezüglich der Abhaltung von Nachmittagssitzungen und die Kammer Itinunt dem Vorschlag des Präsidenten auf Abhaltung einer solchen sur heule zu.

Darauf wird die Sitzung um 1 Uhr abgebrochen.

Nächste Sitzung heut nachmittag 2*/3 Uhr.

Nachmittagssitzun q.

R.-B. Darmstadt, 12. Marz.

Der zweite Vizepräsident Tr. Schmitt eröffnet die Nach- ^nittagssitzung. Zur Beratung koinmt Alinisterium des Innern, Kapitel öl:

Gewerbeauisicht.

Es ist ein Antrag Breidenbad) u. Gen. eingegangen, wonach /in Ausgabe für Gewerbeau'sichtsversonal nicht, wie es im Blidget 'steht 71 700, sondern nur 58100 Mark bewilligt werden sollen. D,e von der Regierung gewünschte Mehrbewiltignng von 13 600 M a r k für G e h a l t s v e r,n e h r u n g der B e a m t e n und Ein­stellung von Hülsspersonal halten die Antragsteller sur em Zeichen übertriebener sozialer Fürsorge.

- Abg. Breidenbach richte an die Regierung bie Frage, wer die Beteiligung von Arbeitern an der Gewerbe­aufsicht gewünscht hat. In Hessen kommen 6-7000 Arbeiter auf einen Beamten, in anderen Bundesstaaten meift die doppelte Zahl. Durch die Gelverbeaussicht werde den Gewerbetreibenden ihr Beruf

verekelt.

Minister des Innern Braun erwidert, er sei überrascht, daß eine Maßregel Widerspruch findet, die früher in den Laudsläudcn als erwünscht bezeichnet worden war. Alan war sich einig, daß 'die Gerne,beaussichl nichtnut Gendarmen" betrieben werden solle, 'wie der Vorredner es genannt habe, sondern durch Angehörige der tbeireffenden Kreise. Das Personal der Gewerbeinspeklion ist ietzl «unzureichend, da seit 1901, wo mit Recht gesagt wllrde, Hessen marschiere in dieser Beziehung an der Spitze, viele neue Vor- sschriilen zu den früheren hiuzugekommen sind, durch die die Zahl 'bei- zu beaufsichtigenden Betriebe bebenteni) vermehrt worden ist. ,Die Zahl dieser Betriebe ist ea. 8000, gegen ca. 5000 int Jahre 1901, wozu noch die Kinderschutzrevisionen kommen, ferner der Ar­beiters ch u tz i n d e r T a b a k, n d st r i e. Tie Revision der «Hausbetriebe wird auch von tedmi|d) nicht ausgebildeten Personen zweckentsprechend ausgeführt. Eine politische Agitation solle ua- (türiid) bet der Gewerbeauisicht durch Arbeiter nid)t betätigt werden, lern solches Mißtrauen sei nicht berechtigt. Redner richtet die Bitte (an das Haus, den hiluireltcn Standpunkt nicht zu verlassen.

I Abg. Reinhart bemerkt, die Arbeit der Beamten, die die 1 Gelverbeaussicht ausüben, sei sehr groß und stets un Wachsen, daher sei eine Vermehrung des Personals nötig. Gerade in Ar- beiievfreifen bestehe ein großes Verständnis für die Gelverbeaussicht. ,Er könne dem Antrag Breidenbach nur entgegentreten.

i Abg. Adelung bemerkt, aus dem Hause sei die Beteiligung 'von Arbeitern an der Gewerbeaufsid)t schon seit Jahren und mehrere- mal beantragt ivorden. Ten Gewerbetreibenden werde durch ver- .rnehrte Auisicht keineswegs ihr Gewerbe verekelt. Mit einem Vor­stoß gegen die Sozialpolitik würden die Antragsteller wenig Glück .haben.

i Abg. Tr. F r e n a y halt eine energische Sozialpolitik für not- 'wendig und somit also and) die Gelverbeaussicht. Diese stehe bei uns nicht auf der Höhe der Zen, da die genügenden Kräfte mangelten. Was nützen die Gesetze, wenn sie iud)t in der Praxis ausgeführt werden? Tie Negierung werde sd;on die richtigen Leiste für die Gewcrbeausfid)t finden. D;e Maßregel liege aueh un Interesse des sozialen Friedens unserer Industrie und unseres Arbeiierstaudes.

Abg. Raab (Soz.) spricht sich ebensalls für die Bewilligung des Mehrbetrages im Interesse der Gelverbeaussicht burd) Arbeiter aus. Für die Landwirtschaft feien in den letzten Tagen horrende S u in m e n bewilligt worden, und die L a n d w i r t e hallen kein Recht, sich einer solchen wichtigen sozialen Forderung e n t g e g e n z u st e l l e n. Tie Frage der Partei trete bei der Gewerbeauisicht gauz zurück. Die Sozialdemokraten 'setzten auf die hessische Gewerbeinspeklion volles Vertrauen.

i Abg. Bähr uihrt aus, die Sozialdemokraten hätten zu denen 'gehört, die der Landwirtjd)aft die 6000 Alk. für die Molkereischule zu Lauterbach auigezwungen haben, die die Landwirlsd)ast gar nicht haben wollte. Der Abg. Reinhart treibe Sport mit der sozialen Fürsorge für die Arbeiter, Dr. Frenay sei ein fanalisdier Cozicn- Politiker. Aui dem Lande herrschten jetzt die Ar- weiter, die Bauern hingen von diesen ab. Wir hätten in Hessen bei 1 200 000 Einwohnern bereits zuviel Beamte, 8329 an der Zahl,^wozu noch über 3000 Lehrer, 900 Pfarrer und mehrere Tausend Schreibgehülfen kamen. Ta blieben nicht mehr viel andere Leute übrig. Wie sollten die Steuern gezahlt iverden, «zumal zu den Gehalten.noch die Pensionen hmzukänien.

'i Abg. Wolf verliest eine Mitteilung des damaligen Geheime- itat§ Braun aus dem Jahre 1905, wonach die Revision damals «ausreichend gewesen sei. Redner bemerkt, wir luten zu sehr an .der Schablone, die ländlichen Verhällnisje ließen fiel) mit den städtischen nicht vergleichen; er trete chr den Antrag Breiden- bad) em.

Abg. Ulrich bemerkt, die Arbeiter könnten in Bezug auf Un­fälle nur geschützt werden durch die Prüfung seitens der Behörden. !Schou vom Standpunkt der Menschlichkeit heraus sollte man die Un'älle zu vermelden suchen. Fünfzig Prozent der zahlreichen Un- fälle ließen sid; auf mangelhaste Vorkehrungen zurück'ühreu. Heber 64 Prozent der Bewohner Hessens seien Lohnarbeiter.

- Abg. Breidenbach erwidert auf versd)iedene Ein­wendungen.

Abg. Reinhart bemerkt, er kenne seit 50 Jahren die Be­dürfnisse der Arbeiter io gut, wie sie der Arbeiter and) kenne, und daher trete er für die Mliwlrkuug der Arbeiter bet der Gewerbe- Misicht ein, und er hoffe, daß das Haus dreier Ansicht beipflichten werde.

1 Minister des Innern Braun äußert, seit 19% hätten sich die Veihätinisse total verschoben. Schon damals seien die Amsichts- beamten auis schärfue angespornt worden. Jetzt seien viele hundert betriebe hiuzugekommen, und er wiße nicht, wie er die Vcrant- iWortimg tragen solle, wenn er nicht die Regierungsvorlage em- 'bringe. Von seinen 1905 gemachten Aeußerungen nehme er nichts zurück, seitdem habe sid; aber viel geändert.

I Abg. B d h r äußert, man müsse sparen, und dies könne man bei diesem Posten tun, der für eine übertriebene Aibeilernirsorge ausgesetzt werde. Zahlen beweisen gar Nichts, Zahlen könne man fo gruppieren, wie man wolle.

Abg. St o a ck teilt mit, daß z. B. im Jahre 1905 in den ein­zelnen Bezirken nur 3435 Prozent sämtlicher Betriebe revidiert worden seien. Diese Zahlen hätten doch wirklich Beweiskrair, es liege hier ein Notstand vor.

Ter Ausschußantrag, 71 700 Mark in Ausgabe Tür Gewerbeaufsichtzubewilligeu, wird angenommen, der Antrag Breidenbad) wird a b fl e l e 6 n t.

Es wird in der Beratung der 9. Hauptabteilung:

Ministerium der Justiz

^^Mg.^Fulda (Soz.) begrüßt es mit Freude, daß auch Ar­beiter zum Ehrenamte eines Schöffen und Geschwo­renen zugelasscn werden. Der Redner kommt dann auf den Beleidigungsprozeß gegen zwei hiesige Jour­nalisten zu sprechen, die wegen Beleidigung des damaligen Reichstagsabg. Berthold angeklagt waren und deren Einer frei- gesprochen, während der Andere zu einer kleinen Geldstrafe ver­urteilt worden war. Dies Urteil sei gesellschaftlich be­einflußt gewesen. Wenn der Fall umgekehrt gelegen hätte, wäre wohl ein anderes Urteil gefällt worden. Es sei eigentümlich, daß die Staatsanwaltschaft keine Revision eingelegt habe. Redner führt nun einzelne Beschwerden vvr über ungleichartige Behandlung des Publikums. Allerdings sei das Amts­gericht I sehr überlastet; der Anregung des Abg. Glässing, das Richterpers onal zu v ermehren, könne er nur beipslichten. Viele Leute müßten stundenlang vor Gericht warten, auch solche, die das Amt eines Pflegers oder Vormundes haben. Auch das Personal der Gerichtsschreiberei, das die Anträge und Protokolle aufnehme, müsse vermehrt werden. Was die, Kompetenzerhöhung der Amtsgerichte betreffe, so scheine ihm diese eine Verschlech­terung der Rechtspflege zu bedeuten, er halte dagegen den Ge­danken, den Laien zum Rich ter amte hinzuziehen, für glückli ch. Der Redner richtet an die Regierung die Frage, ob sie nicht der bedingten Verurteilung nähertreten wolle. Diese sollte sich auch auf cmtidrfcne Personen erstrecken.

dlbg. Stoepler bespricht die Tätigkeit der Ortsgerichte.

Staatsminister Ewald sührt aus, die Reichsregierung be­zwecke eine Vereinfachung, Verbilligung und Be­schleunigung des Gerichtsverfahrens, und zu den beabsichtigten Maßnahmen gehöre auch die Kompetenzerhöhung der Amtsgerichte. Schon der sinkende Wert des Geldes führt dazu. Auch Oesterreich, Italien und England haben die Kompetenz er­höht. Die Berufung beim Landgerichte solle bleiben. Zweifel­los werde durch die Maßregel eine Verbilligung der Prozesse herbeigeflihrt werden, wenn bei Beträgen bis 1000 oder 1200 Mk. der Anwaltszwang w e g s a l l e. Der Redner geht auf die Tätigkeit der Ortsgerichte ein. Die Bestimmungen betreffend Schätzung von Immobilien, Anskunftserteilung usw., habe die Re­gierung int Interesse des Publikums erlassen. Was die Berufung von Arbeitern in das Schöffen- und Geschworenenamt betreffe, so habe das Ministerium nur nach dem Reichsgesetz gehandelt. Zur Einführung der bedingten Verurteilung könne er seine Mithülfe nicht in Aussicht stellen, denn dadurch werde seiner Ansicht nach der Justiz kein wesentlicher Dienst erwiesen.

Abg. Reh erkennt an, daß die Schreibgehülfen eine Ver­besserung ihrer Bezüge erhalten haben, und regt an, die Frist der Gnadengesuche solle verlängert werden.

Abg. Dr. Schmitt äußert sich dahin, daß die Kompetenz­erweiterung der Amtsgerichte keine Vereinfachung der Rechts­pflege herbeiführen werde. Diese Frage werde von der Regie­rung bedauerlicherweise als fiskalisch« Frage, behandelt; die Kom­petenzfrage bezwecke eine Schädigung der Landgerichte.

Abg. Dr. Frenay spricht sich über die Kompetenz der Orts­gerichte aus.

Abg. Bähr bemerkt, im Bürgerlichen Gesetzbuch« hätten wir kein deutsches Recht erhalten und spricht sich für Vereinfachung der Justiz aus.

Ministerialrat B-e st äußert sich über die Amtsgerichte, Waisenpfleger und verschiedene vorgebrachte Wünsche.

Der Berichterstatter Abg. Dr. Gut fleisch spricht sich für Aufhebung des Anwaltszwanges aus. Die Fiskalität dürfe nicht entscheiden, der Wunsch, eine gute Rechtsprechung zu gewähren, muß vorwiegen. Diese Warnung müsse man auch dem Ministerium zurufen.

Das Kapitel Ministerium wird mit Ausgaben 59 820 Mark bewilligt, ferner sämtliche anderen Kapitel des Justizministeriums.

Daraus schließt die Sitzung abends 7 Uhr.

Nächste Sitzung morgen früh 9 Uhr.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 13. März.

ZurNechtsanwaltschaftzugelasien wurdcGerichts- asscssor Dr. 9lub. Merzbach zu Offenbach bei der Kammer für Handelssachen in Offenbach und dem Amtsgericht Offendach.

** Das Patent a l s Geometer II. Klaffe wurde dem Geometergehülfen Emil Balser aus Gießen für den Kreis Gießen erteilt.

ß ii m Benefiz der Frau Bayrhammer am nächsten Freitag wird ihr Gatte, Herr Max B. aus Frankfurt, wieder hier erschienen, um als der unheimliche niusikalisch-hypuotifche Dämon .Svengali" in der Sensations- tomöbieTrilby" aufzutrcten. Universitätsprofessoc Dr. 'Max Koch schrieb einst in derSchics. 3-* in Breslau über B.'s Svengali:Und wenn die ganze Aufführung als vor­züglich zu rühmen ist, so hat doch vor allem der Darsteller Lvengalts, Herr Bayrhammer, Bewunderung verdient. 'Dill Recht ertönte aus dem starken Beifall sein Name hervor. Für die Darstellung solcher fragwürdiger Slbcnteurer besitzt Herr Bayrhammer ein eigenes Talent. An seinem Svengali war jeder ßug echt, und obwohl er bis an die äußerste Grenze ging, war doch nichts Ucbertricbenes m seiner Ver­körperung des genialen Hallunken. Sem Svengali ist weit­aus die Hauptrolle." In anderen uns vorliegenden Bres­lauer Besprechungen heißt es, daßder Svengali des Herrn Bayrhammer eine Leistung allerersten Ranges, von dämonischer Kraft und Große" war.

"Der Gernhardt'sche Zither- und Mando­linen chor begeht nächsten Sonntag seine letzte Winter- Veranstaltung, eine musikalische Abend-Unterhaltung, im Hotel Einhorn. Geboten werden wieder 3it()ec», Mandolinen», Zymbal- usw. Vorträge, sowie auch Gesangs-Darbietungen in Gestalt von Alpenlicdcrn mit 3l^cc* und Gitarre- begleitung. Bei der Beliebtheit, der sich die Darbietungen des Vereins auf dem Gebiete volkstümlicher Musikpflege zu erfreuen haben, und unterstützt durch den Umstand, daß auch Nichtniltglledern der Besuch ermöglicht ist (f. Inserat), dürfte wohl eine rege Beteiligung zu erwarten sein.

* Die Genossenschaftskasse für staatlich be­stätig t e Kommunalforstwarte hatte im Rechnungsjahr 1905 eine Einnahme von 89 083,95 M.; darunter 33 782,70 M. Umlage auf die Waldbesitzer, 14 398,27 M. 3uschüsse des Staates und 4 633 M. überwiesene Strafantelle. Unter den 60474,04 M. Ausgaben befanden sich 30 000,14 M. Pensionen, 7836,87Witwen- und Waisengelder, und 1600 M.Verwallimgs- foitcn. Dem Reservefonds wurden 6000 M. zugeführt und 12000 M. wurden neu ausgellehen. Der Kassebefiand betrug am Ende deS Jahres 28 609,91 M.

* Ein h es s is d) e r H a u d e l s k a mm er ta g findet am nächsten Sonntag 17. März vormittags 11 Uhr im Sitzungssaal des Mainzer Stadthauses stau. Zur Verhandlung stehen ui der Haupt­sache wlgende Gegenstände: Beratungsgegenstände der Vollver' Ijannnlnng des denischen Handelstages alS : Wellpostporto und engere Postvereine, Eijenbainweikehrsordnung, Börje gesetz, Warenzeichen« schütz, Kolonien, Rechtsfähigkeit der BerusSvereine, Haftung des

Staate? für den durch seine Beamten zuacsi'igten Schaden; Schiff« fabrtsabgaben; Er'ahrungen nut dein Handelskammergesetz; Sta­tistisches' Jahrbuch; Vermehrung der Gewerbeaussichtsbeamten: Verkehr mit Heilmitteln.

-s- Laubach, 12. März. Die Arbeiten für den inneren Ausbau des hiesigen Amtsgerichtsqebäudes sind jetzt so weit durch das Hochbauamt Alsfeld (ministerielle Bestätigungsvorbehalte) vergeben. Die eingelaufene Kon­kurrenz war sehr stark, von weit her, von Marburg und Worms, waren Llnerbietungen eingelaufen; daher kommt e5, daß in mehreren Fällen der Voranschlag um mehrere hundert Mark unterboten wurde. Tie Schreinerarbeit fiel der Holz­industrie in Mücke und 3 hiesigen Schreinernmeistern zu, der größere Teil der Weißbinderarbeit kam an einen Meister in Lindenstruth, ivährend an dem kleineren Teil 2 hiesige 'Meister beschäftigt sind, die Glaserarbeit übernahm ein Glaser in Betzenrod bei Schotten, während in die Schlosserarbeit 2 Meister in Alsfeld und Laubach sich teilen. Bis zum Herbste gedenkt man den Ban fertig zu haben, so daß Früh­jahr 1908 die Eröffnung erfolgen kann. Der Mission?» abend des Pfarrer Spa ich war sehr gut besucht-, bei der erhobenen Kollekte gingen für den Bau eines Instituts für Ausbildung zur ärztlichen Mission 42 Mark ein. Ein bei der Firma Hey ne mann beschäftigtes Dienstmädchen wäre gestern nahezu verbrannt. Als desselbe am Küchenherd beschäftigt war, schlugen plötzlich die Flammen zum Herdturchen heraus und erfaßten die Schürze deS Mädchens, dessen Kleider bald darauf hell aufloderten. Rasch entschlossen sprang es in den Hof und walzte sich im Schnee, so daß die Flammen erstickten. Die Brandwunden, die es davontrug, machten seine Verbringung in das Johann Friedrichstift erforderlich.

Kandcl.

Hessische Bank, Act.-Ges., Darmstadt. In der Aussichtsrats-Sitzung am 12. d. Mts. winde die Bilanz pro 1906 vorgelegt. Ter Bruttogewinn beträgt: 124 254 44 All. Nach Abzug der Unkosteii eic. verbleibt ein Reingewinn von: 79 542 56 Mk. Ter am 6. Avril ftattfiubeuben Generalversammlung soll eine Di­vidende von 5 % vorgeichlagen werden.

Tie Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brorpreife

am 11 März 1907.

Höchste Schlachtviehpreise m F r a n k i u r t a. Al.

Fleischpreise in Gießen

Ochsen

Kalber

Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 7982 Alk.

'-,Kg.Schtachtgew.l00104Pi.

'/, 59-6u

x/t Kg. 82-88 Pfg.

7, N 80-&i , 7, p 80-84

Getreidepreise in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Reizen 100 Kg. 19 50-00.00 'JJif.

Roggen 100 Kg. 17.70-00.00 Alk.

Weißbrot 2 Kg. 54 Pig.

Schwarzbrot 2 Kg. 50 Pig

Fainitten-Nachrichterr.

Geboren: Ein Sohn bem Hofapotheker Hch. Stockhausen in Brauns'elb.

Gestorben: Herr Gastwirt Friebrid; Seipp in Wetzlar. Herr Ernst Bayer in Marburg. Herr Johannes Holzap el in Wollmar. Frau Anna Katharine Ambron in Nieder-Wöllstadt. Frau Agnes von Trott zu Solz geb. von Trott zu Solz in Reu- lershausen.

Kchisfsirachrichten.

ytüioueiu ।d)er Ltoy o.

In Gießen vertreten durch Earl LooS, Kirchenplatz.

B r e ni e n, 11. März. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Toppelsdirauben-PosidamvierKöln", Kapitän H. Jacobs, vom Nordbeiitschen Lloyb in Bremen, nach Baltimore und Gal- veston, ist am 8. 'März 9 Uhr morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Bremen, 11. März. (Per tranSatlantisck)en Telegraph). Ter Postbampfer .Trave", Kapitän A. Ahlborn. vom 9lorbbeutschen Lloyb in Bremen, ist heute 6 Uhr morgens wohlbehalten in Nerv- Port angekommen.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank (Ur Hande) und Industrie, Giessen.

Frankfurter JSör*«». 13. März. 1.15 Uhr.

96.301 Elektnz. Lahmeyer .

4Ho üesterr. tioldreute. . 4l/6 /6 Üesterr. bilberrente

84.65

96 35 84.70

9o.60

94 öd

99.' 5 99.6"

94 9u

103.40

68.50

69.70

90 30 92.00

94.75

143.40 Öl.30 85.50 66.50 97.55

Elektriz. Schlickert . . . Eachweiler Bergwerk . . tiehenkirebeu Bergwerk . Hamburg-Amerik. PaketL barpener Bergwerk. . . Laurahütte......

Nordd. Ltojd.....

Ubeischles. Eisen-Industrie Berliner ilandelsges . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . .

Deutsch-Asiat Bank . . Diskunto-Koimnandit. . . Dresdner Bank . . . Kreuituktien.....

Baltimore- und Ohio-

hiseuiann . . .

tioltnardbahn . . . .

bomuard. Eisenbahn . . ueaterr. blaaisuuuu . . . rnnce-lienn-hratin bahn .

Aktien

Bochum Guss . . .

Buderus E. W

Tendenz: flau.

4

456 3%

3%

3^7< 3% 3>s7< 3% 314°/« ->40/<

. 228.00

. 121X10

4>a°/0 russ.titaatsanl. 190o 4>i" o Japan. Staatsanleihe iy0 Cunv.Türken von luu3 Türkeuiuse.....

1% tiriech. Ilonopol-Anl. A% äussere Argentinier . a°/0 llexiKauer . . .

4-s"/a Chinesen . . . .

Ungar, tioldreute . . Italien. Rente . . . Portugiesen Serie I . Portugiesen 111

Reichsanleihe do.

Konsols . . do. . .

Hessen . < überliessen

135.5V 113.50 228.50 203.00

143.40

211.30 228.50

124.60 112 90 10)50

134.60 239.00 169.10 179 30

152.60 21390

105.80

190.-

27 90 144.50

141.50

Berliner Börse, 13

Canada E. B......180/2 0

Darmstadter Bank . . . Ibxlc

DeuUcue Bank .... 259. 1 Durtmunücr-Union C. . ..uu Dresdner Bank . . . 153.1b

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