Ausgabe 
11.5.1907 Drittes Blatt
 
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Jteinai

Samstag 11 Mai 1907

157. Jahrgang

Drittes Blatt.

Ne. 109

Erscheint «glich mit AuSmchme te8 Sonntag*.

Verlobte

Möbel

Moderne

Zeltdecken. Snndheimer d Strapp

vSWjiv grrantnm a^VLlnv6/«

Redaktion, Expedition und Druckerei» Schul­straße 7. Expeditton und Verlag 6L Redaktion:e-S IIL. Tell-Adru An-eigerGreße».

DieSiebener ZamHienblStter" werden dem bAn^eiger^ viermal wöchentlich beigelegt, da* ^Ereisblati für den Kreis Siehen" zweimal . wo., nUich. D«hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Rotationsdruck und vertag der BrühNchen Umoctftidt* - vnch- und Stttndruckerei. R. Lange, Dietzen.

kaufen keine Einrichtung ohne vorher das grosse Muster-Haupt- ansstellungshaus der Darmstädter Möbelfabrik, Heidelberger- Strasse, welches als Sehenswürdigkeit L Ranges und bedeutendste« aus seiner Art bekannt ist, besichtigt xu haben. Man verlange Preisliste mit Abbildungen (Perspektiv-Aufnahmen von completten Zimmern' » /

angetreten wurde.

X Ettingshausen, 9. Mar. Für die Orte Queck- born und Ettingshausen ist anläßlich des Bahnbaues Grünberg-Lich zugleich die Feldbereinigung geplant. Dieser Tage fanden in beiden Orten im Beiiein des Krersamtmanus Dr. Dierck-Gießen Verhandlungen mit den Lrtsvorstänten statt. Während man in Ettingshausen dem Projekt wenig Sympathie entgegenbringt und mit Rücksicht auf die hohen Kosten der erst vor drei Jahren erbauten Wasserleitung die Feldbereinigung verschieben nrill, hat der Gemeinderat zu Queckborn sich grund­sätzlich für Einfühnmg der Feldbereimgung ausgesprochen. Der BuUenl-alter H Kühn in Ettingshausen wurde von einem wütenden Bullen angegriffen, zu Boden geworfen und verletzt. Hinzuellende Leute befreiten Kühn von der Bese und verhüteten jo ein schweres Unglück.

h. Frankfurt a. M., 8. DLai. Vor der Strafkam men hatte sich heute der Herausgeber derFackel" I. B. Müller- Vers u r t h wegen Beleidigung desPolizeiürmmissarsCuno> zu verantworten. Er wurde zu 300 Mark Geldstrafe ver­urteilt. Bvm Staatsanwalt waren 3 Monate Gefängnis bean­tragt worden. Müller hatte Cuno in mehreren Artikeln seines! Blattes wegen eines billigen Lachskaufes aus dem Automaten­restaurant spöttisch gemacht, ferner hatte er die unrichtige Be-< Häuptling aufgestellt, daß Cuno zu einer Schauspielerin in Bei zieHungen stehe.

Stadt und Land.

In der mittelparteilichen MünchenerAllg. Ztg." lesen wir folgende Sätze: .

,Mon den Maßnahmen, die heutzutage von einem Landwirte verlangt werden, von den ftenntnifjen, die eine richtige Wirt- schaftsleistung bedingen und die örtlich höchst mögliche Erttags- steigerung bringen, hat der Städter kaum eine Ahnung. Er liebt es immer noch, vomdummen Bauern" zu sprechen, statt daß er mit freudigem Interesse teilnähme an den Bemühungen des Standes, aus dem zum größten Teile die Ernährung und Sicherheit des Vaterlandes beruht. Von was soll Deutschland leben, wenn es einmal heißt:Feinde ringsum"! Wenn von keiner Seite mehr Nahrungsmittel hereinlommen und Oesterreich selbst seine Vorräte braucht? Wer schasst da Brot? Der Frei­handel, dessen Theorien hier in München am lautesten vertteten werden, sicher nicht! Es ist ein flüchtiges Wort:Unsere Zu­kunft liegt aus dem Wasser". Schülerfahrttu werden unternommen, um der Jugeno das Meer!und unsere Macht zur See zu zeigen und die jugendlichen Herzen zu begeistern für Flotte, Wehrkraft und die Ideen eines größeren Vaterlandes. Man soll ein solches Beginnen aufrichtig begrüßen. Wichtiger aber noch ist es eigent­lich, der städtischen Jugend richtige Begriffe von der vaterländischen Landwirtschaft, von ihrem Wette für die Erhaltung eines gesunden Volkes beizubringen."

**Für radsahrende Schüler ist von Interesse, daß nach dem neuen Urkuntenstempelgesetz Schüler, die das Fahr­rad vorzugsweise als Beförderungsmittel zum Besuche der in einer anderen Gemeinde telegenen, oder mindestens 2I/t Kilo­meter von ihrer Wohnung entfernten Schule benutzen, keine Abgabe zu entrichten ist. Dieses Gesetz ist seit 1. Apttl in Geltung. Die, die für das Jahr 1907 die Abgabe von 5 Mk. bereits entrichtet haben, würden allenfallsige Gesuche wegen teil­weiser Rückerstattung an das Kreisamt zu richten haben, das die Kutte ausgestellt hat. (Urkundenstempelgesetz Tarif 58 Biff. 3, Artikel 37.)

** Zur Berufs- und Betriebszählung. Nach dem Reic^gesetz vom 25. März 1907 und den Ausführungs- Vorschriften des Bundesrats wttd am 12. Juni L I. im ganzen Gebiet des Reichs eine Berufs- und Betriebszählung in Verbindung einer Aufnahme der land- und forstwirt­schaftlichen, sowie der gewerblichen Betriebe flott* finden. Um die mit einer vorübergehenden wesentlichen Ver­änderung des Standes der ortsanwesenden Bevölkerung verbun­denen Unzuträglichkeiten so viel als möglich vermeiden, sind die Grvßh. Provinzialdirektionen und Kreisämter angewiesen worden, an diesem Tage keine Sitzungen abzuhalten, sowie darauf bedacht zu sein, daß öffentliche Verhandlungen und Feste, Jahr-, Kram- und Viehmärkte und andere terattige Ver­anstaltungen am Tage der Zählung nicht stattfinden.

= Mainzlar, 9. Mai. Der .Firma Scheidhauer u. Gies sing, Aktiengesellschaft zu Duisburg, die hier, wie wir feinerlei! meldeten, eine größere Chamottefabrik errichten läßt, wurde die jederzeit widerrufliche Erlaubnis erteilt, ein Anschlußgleis in Kilometer 22,3 der Nebenbahn Grünberg- Londorf in unserer Gemarkung anzulegen und durch die Eisen- bahndirettion Frankfutt a. M. mit Lokomotive betreiben zu lassen.

+ Grün berg, 10. Mai. Der hiesige Turnverein unternahm am Himmelfahttstage seinen ersten Turngang nach Nordeck. Um 10 Uhr vormittags wurde abmarschiett über Lumda, Weitershain, Appenborn, Kesselbach, Londorf, vier erwarteten die Teilnehmer Familienangehörige und Passive Mit­glieder, die mit dem Mittagszuge von Grünberg ankamen. Gemeinsam begab man sich bann nach Nordeck und verlebte dort auf freier, luftiger Löhe einen fröhlichen Nachmittag. Nur zu schnell verronnen die schönen Stunden und die unter- gehende Sonne mußte die Teilnehmer zum Aufbruch nach Londorf mahnen, von wo aus am Abend mit der Bahn die Rückfahrt

Die Sozialdemokratie gegen Handwerker- und Bauernstsird.

In einem Artikel der .Leipziger Volksztg " überPatriotis­mus und Sozialdemokratie" findet sich auch folgender Paslus: Dies (sozialdemokratische) (Streben nach größter Produk­tivität der Arbeit bedeutet das Streben nach dem Großbettieb, in dem allein sie erreichbar ist, tebeutet dieUederwindung der handwerksmäßigen und bäuerlichen Be­triebsform, eine Heb «Windung, die für Landwetter und Bauern selbst ein Segen wäre, wenn jie unter einem sozialistischen Regime vor sich ginge, w-ll diese Klassen auf anderem Wege die Ueberarbcit nicht los werden, unter der sie heute leufzen." Lier wird also das sozialdemokratische Streben, Land- werker- und Bauernstand ju.gr unde gehen zu lasten und sogarunter einem sozialistischen Regime" aktiv zu­grunde zu richten, ganz offen proklamiert. Zu Wahtzeiten lieft man cs ander«. Was nun dieUeberarbeit" betrifft, unter der Landwerker und Bauerheute seufzen", so liegt die Sache so, daß Landwerker und Bauer sehr gern fleißig sind, wenn nur ihr Fleiß auch gebührend gelohnt wird, während fozialdemokrattfche Theoretiker für den sozialdemokratischen Arbeiter allen Ernstes chas Recht auf Faulheit" in Anspruch genommen haben.

politifd>e

Abg. o. flatborff und her Bund der Landwirte.

Auf dem Feste, das die fteikonservative Partei aus Anlaß ihres vierzigjähttgen Bestehens feierte, hat der Abg. v. Kardorsf eine der yaupueteu gehalten und bann u. a. folgendes aus-

verkenne gar nicht das große Verdienst, welches sich der Bund der Landwirte durch die Organisation des Schutzes für die Landwirtsäwft in ganz Deutschland erworben hat, aber wenn die Herren heute un Zirkus Busch hin treten und es so hinftellen, als ob sie der Landwirtschaft diesen Schutz verschafft hätten, als ob die günstige Lage, deren sich die Landwirtschaft heute erfreut, ihrem Bemühen zu danken wäre, so scheinen sie ganz vergessen zu Haden, daß ihr Vorstand aus jener Zeit Kops und Kragen daran setzte, uni diesen Zolltarif, der geeignet war, die günstige Lage der Landwirtschaft herbeizuführen, zu Fall zu bringen. (Sehr richtig!) Sie sollten doch nicht vergessen, datz derzeit von ihnen die Parole ausgegebeu wurde, es müsse noch viel schlechter werden, ehe es besser werden könne. Diese Parole haben wir ine verfolgt, derartig pessimistische Polüik haben wir niemals gettieten. Wir hätten wohl in einzelnen Punkten auch höhere Zölle für die Landwirtschaft gewünscht, aber wir mußten uns abf inten damit, das zu erhalten, was überhaupt im Reichstag damals zu erreichen war, und ich glaube, wir haben damit richtig gehandelt und können auch darauf mit einer gewissen Genugtuung znrücksehen.

Die Duellfrage

brachte am Mittwoch vor dem preuß. Herrenhause Gras Praschwa zur Sprache und forderte eine euer gliche Matzregel %ur Einschränkung ter Duelle. Es sollten überall Schieds­gerichte eingesetzt werden. , . _ ,

Justizminister Bese 1 er erwiderte, es gehe nicht an, ohne weiteres große Mschnitte wie die über Beleidigungen aus dem Strafgesetzbuch herauszunehmen und durch andere zu ersetzen. Was die Duelle betrifft, so habe die Erfahrung gelehrt, daß man sic durch Strafgesetze nicht bekämpfen kann.

Graf Schulenburg bemerkte, es gebe aber getome Arien öon Beleidigungen, die nicht durch Richterspruch, sondern einzig und allein mit der Waffe in der Land gesühnt werden könnten.

Generaloberst v. tzahnke erklärte, die Offiziere hätten keine Ursache, das Duell aufzusuchen; wenn ihnen aber ter Kamp, aujgedrungen werte, dann fordere die Ehre ferne Durchführung.

Gras Mirbach bemerkte, die Studentenpaukereien könnten unmöglich mit dem Duell verglichen werten.

Oberbürgermeister Bender- Breslau glaubte, datz in hundert Jahren auch bei uns die Duelle ebenso abge.chafft sein wer­den wie in England; es werde damit großer Unfug getrieben.

Der Antrag Gras Ziethen wird, hierauf einstimmig ange­nommen, bet bie Staatsregierung ersucht, abgejeben öon ber In Angriff genommenen allgemeinen Revision der Reichs ittafgesetz- gebung, auf eine baldige Verschärfung der Str asb e- ftimmungen und eine Aenderung des Verfahrens für ehrenrührige Beleidigungen und Angriffe hinzuwirken._________________________

Aus jptafct und Land.

Gießen, 11. Mai.

♦♦ Ordensverleihung. S. K. L- ber Groß her - o g haben dem Stadtrat Wilh. Hanau in Frankfurt a. uJt.ba? Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Grvtz- mütigen verliehen. .

** Höherer Staatsdienst im Baufach. Laut einer Bekanntmachung des preußischen Ministers der öffentlichen Ar- teiten bleibt bie mit ber Großh. Hessischen Regierung unterm 15. März 1906 getroffene Vereinbarung behufs gegenseitiger staatticher Gleichstellung unb Anerkennung ber Di- plom Prüfung foritesteheu, nachdem von S. K. L- bem Groß- ba^og unterm 23. Januar b. I. eine neue Verordnung, die Ausbildung für den höheren Staatsdienst im Baufach betteffend, erlassen worden ist, die sich im allgemeinen den Vorschriften über die Ausbildung und Prüfung für den Preußischen Staats­dienst im Baufache anschließt.

** In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer Wilh. May an der Gchneinteschule zu Lüh auf sein Nachsuchen und der Lehrer an der Gerne inte schule zu Schotten Ludw. Schult­heis auf jein Diachsuchen, unter Anerkennung seiner lang jähr. Dienste.

() Laubach, 9 Mvi. Der Neubau des Amtsgei richtsgebäudes geht seiner Vollendung entgegen. Der statt­liche Bau ist im ländischen Villenstil errichtet i'nd enthält außer den Bureauräumen auch die Wohnung für den Cterp amtörichter. Die Kosten belaufen sich auf ca. 120000 Mark, davon entfallen auf bie Stadt 40 000 Mark. Die Eimoeihung; soll am 1. Oktober erfolgen. Wie verlautet, soll ter Llmts^ gericht^tezirk Laubach durch einige Orte des vorderen Vogels­bergs vergrößert werten. Das alte Amtsgerichtsgebäude hat die Pk'stbehörte ab 1 Oktober für 1300 Mark jäte!ich gemietet

Q Bad-Salzhausen, 9. Mai. Die Badesaison, wurde eröffnet, vorläufig wird noch das alte Bote Haus benutzt Tas E-ochbauamt tyriebberg hatte bie Arbeiten für das neue Vate- haus an leistungsfähige Firmen in Friedberg vergeben, dennoch wird es erst in der Hochsaison fertig werden. Der Zustand ter Trinkquellen entspricht durchaus nicht der Saisoneröffnung. Die Lfthiumauelle, die im Oberbau halb fertig war, wttd auf Rella- mation des Verkehrsvereins durch Verfügung des Ministeriums wieder teilweise abgebrochen und gebrauchsfähig gemacht. Dia Stahlquelle hätte schon Ende 1906 soweit in Arbeit sein sollen als sie jetzt bei Beginn der Saison ist. An der Schwefelauelle! bat sich das Schwefelwasser an ter Erdoberfläche gestaut. Hätte Bad-Salzhausen sein eigenes Hoch- und Tiefbauamt, bann würben sicher-ich alle diese Klagen verstummen, denn Bad-Salzhausen iwire zu wünschen, daß ihni tüchtige, uneigennützige Männer er­stehen möchten, die die ihm früher zuteil geroortene Ver­nachlässigung recht bald wieder gut unb vergessen macksten. Im Jahve 1899 wurde durch Verfügung unseres Grvtzherzogs das früher zur Gemeinde Kohden zählende Salzhausen als selb­ständige GemeinteBad-Salzhausen" erlläri. Trotzdenr führen die deutschen Eisenbahnen twch batte nach acht Jahren iii Fahrplänen und Kursbüchern nurSalzhausen". Eine deshalb erhobene Beschwerte des Verkehrsvereins an zu­ständiger Stelle fand keine Berücksichtigung. Man beabsichtigt nun an Allerhöchster Stelle vorstellig zu werten.

v. Vetzberg, 9. Mai. In diesen Tagen sind es 10 Jahre gewesen, daß unser Dörfchen eine eigene Schule erhalten! hat. Ntttlerisch gelegen erhebt sich bas schöne Schulhaus un­mittelbar vor der alten Burgpforte. Früher gingen bie Kindev in das nunmehr nassauische, vor 1866 hessische Dorf Rodheim zur Schule, wohin Vetzberg noch bis jetzt eingetearrt ist. Wie liberal! in unseren Dörfern so ist auch hier innerhalb ber letzten 10 Jahre bie Schüler?ohl bedeutend gewachsen. Es gehen jetzt hier 80 Kinder znr Schule, sodaß Halbtagsunterricht erteilt werden muß.

h. Frankfurt a. M., 8. Mai. Demnächst sollen die samt-' lichen Stellwerksanlagen des Hauptbahnhofes elektrischen Betrieb erhallen, sodaß alle Signale und Weichen durch Elektrizität gestellt werden. Die Umwandlung wird etroa eine Million Mark kosten. Der Trambahn-Be­dienstete Konrad Kraushaar in Bockenheim, der an erneu nervösen Krankheit litt, erhielt ten feinem Arzt ein Linde­rungsmittel verschrieben. Kraushaar ließ das Medikament in ter Apotheke Herstellen und nahm die Dosis auf einmal^ Nach kurzer Zeit brach ter Mann t o t zusammen. Auf Anord­nung ter Staatsanwaltschaft wurde die Leiche zrrr gerichllicheu -Sektton nach dem Bockerrheimer Fvi«st>hofe verbracht. Kraushaar hinterläßt ekne zahlreiche Familie. lieber den Stadt- unb Landkreis Frankfurt ist weeter die Hundesperre auf bie; Dauer von brei Monaten verhängt worben.

Sport*

X Fußball: Am Sonntag hatte der Gieß euer F. C.v. 1900 seine beiden Aiannschasten nach auswärts geschickt. Die erste Mann­schaft spielte in Offenbach und tarn auch mit der vorausgesehenen Niederlage zurück. Die zweite Mannschaft war dagegen glücklicher. Sie beteiligte sich an den ausgeschriebenen Wettkämpfen des Dillenburger F.-C. Außer Gießen waren noch vertteten Marburg II, Siegen II und Wetzlar L Die einzelnen Gegner wurden durch das Los bestimmt. Zuerst spielte Gießen gegen Siegen und konnte mit 3: 1 Toren den Platz behaupten. 10 Minuten vor Schluß stand das Spiel noch 1: 0 für Siegen. Daraus spielte Wetzlar gegen Aiarburg und behielt letztere mit 4: 0 Toren die Oberhand. Hierauf standen sich Siegen unb Dillenburg gegenüber, Dillenburg unterlag mit 0: 2 Toren. Hierauf hatten Siegen, .Wetzlar unb Dillenburg auszufcheiden. Marburg unb Gießen tarnen in Entscheidung. Tas Spiel sand unter Protest statt, da SDlnrburg mit verschiedenen Leuten ber ersten Mannschaft antrat, welches beit Bestimmungen widersprach. In der ersten Spielhälste hatte Gießen fast immer die Oberhand; trotzdem erzielt Marburg das 1. Tor, doch zu Unrecht, Diarburgs Mittelstürmer legt sich den Ball mit der Hand zurecht und kann so mühelos erfolgreich fein. Trotz sofortigem Protest wird Tor gegeben. Durch zwei scharfe Schüsse erhält jedoch Gießen bald die Führung. Ein Eckball bringt Marburg das ausgleichende Tor. Marburg hat jedoch während des Spieles Schiebungen begangen, sodaß sich Gießen genötigt sah, das Spiel nicht bis zur desimtiren Entscheidung zu Ende zu sühren. Ter Verbandsvorstand wird wohl daher den Sieger zu bestimmen haben. In Frauksurt verlor eine kombinierte Frank­furter Mannschaft gegen die beste europäische Mannschaft Newcastle Unfted von England mit 2: 6 Toren.

** Ter Kun stverein für das Großherzogtum Hessen hielt am Montag in ber Kuusthalle zu Darmstadt seine Hauptversammlung ab. Aus dem Jahresbericht ist fol­gendes zu entnehmen: In ter Kansthalle in Darmstadt, loioie im Kunscverein Gießen (Turmhaus) wurden außer einer großen Anzahl riu-einer Kunsttverke folgende Kollektionen ansgritelll, bie auch in Gießen eine große Anziehungskraft auf unsere Kunst­freunde au »übten, von: Freie Vereinigung Darmstadter Künstler; Gedächtnisausstellung an Pros. Aug. Noock; Nttrry Loosv^Berlin; Georg Jahn-Dresden; Kasseler Künstlerveveinigung; Artur Volk- mann-Rvm; Hans Balustheck-Berlin; Richard Eschke-Berlin; des Blldhaucrs Martin Schauß-Berlrn und die Ausstellung des Orts­vereins Darmstadt der Allgemeinen deutschen Kunstgenofs.'nschaft. In Darmstadt waren ausgestellt 800 Oelgemälde und Aqua­relle, 67 Zeichnungen, 211 Radierungen und 40 Plastiken. In Gießen 683 Oeigemälte, 137 Aquarelle und Pastelle, 110 Zeich­nungen, 155 Radierungen, 97 Lithographien und Hol-schnitte und 66 Plastiken. Aus Gesundheitsrücksichten legte Herr Geheimer Rat von Grancy den Vorsitz des Vereins nieder. Der Ausschuß wählte Herrn v. Berswordt-Wollrabe als ersten und Dr. W. Merk als zweiten Vorsitzenden. Für Gießen gehören dem Vrrioaltungsrltt zu bie Herren Oberbürgermeister Mecum, Geheimerat Dr. Brei- teri, Prof. Dr. Sauer, Kvmmerzienrat Heichelheim, Landgerichts­direktor Bücking und Rentner E. Wasserschieben. Das an die Vereinsrnttglieber zur Verteilung gelangende Vereins-Kunst­blatt für 1906 sand die Genehmigung der Versammlung, wenngleich mit Bedauern festgestellt wurde, daß die Reproduktion nicht das gehalten, was das Original versprach. Von einem Mitgliete oes Gießener Kunsweveins wurde hierzu e;geregt, einmal einen Versuch damit zu machen, verschiedene Drnsd- blätter zu erwerben und den Mllgliedern die Ausrvahl zu über­lassen. Herr Lberstaatsrnrwalt von H e s s e r t wies demgegenüber darauf hin, daß die Kunstblätter in erster Linie dem Künstler, nicht aber den KunstonstÄten nützett sollen. EmpfehlenÄverier sei cs, baS Vereinsblatt überhaupt abzuschassen und dafür die Verlosung besser auszugestallen. Dazu bedarf es aber einer Statuten­änderung. Eine längere Debatte entstand über den Antrag von Kanzleirat Kraft ut-.b Maler Horst bett. Aenderung des Ver- losungsmodus. Anstelle ter Bilder sollen Anteilscheine cmsgelost und den Mllgliedern die Wahl der Bilder freigestelll werten, eDentL gegen Zuzahlung. Man beschloß schließlich, den Antrag erneut in Verhandlung zu nehmen unb in einer Sonterkonv- Mission zu beraten. Schließlich wurde beschlossen, künftig das Unternehmen des Vereins kaufmännischer zu betreiben, um den Besuch ter Ausstellungen zu heben.

** Die Sonntags feier unb ben Wirtshaus- besnch betrifft eine Eingabe tes hessischen evang. Psarrvereins an die Zweite © tönte tammer, worin ausgeführt wird:

Wie die Presse meldet, soll ter Zwellen Hessischen Ständo- kammer eine Vorstellung des Gastwirtevereins von Mainz unb Umgegend zu gegangen sein, die sich gegen das Verbot tes Ausschanks von Gettänken an Einheimische während des Gottes­dienstes weirtet und die Aufhebung der Feieralendstunde fordert. So freudig wir im Blick auf das Wohl des Volkes die 9)M* düng begrüben, daß bezüglich der Feierabendstunte ter bett. Kammermlsschuß deren Beibehaltung beschlossen habe, so sehr müßten wir es beklagen, wenn bie andere Meldung zuttäsr, daß bezüglich der ersten Forderung jener Vorstellung die tem- nächsttge ?lnfhebung des Ariikels 228 tes Hessischen Polizei- strafgesetzbuches sellens der Regierung in Arrssicht gestellt sei. Wtt verkennen oie Schwierigkeiten nicht, die sich bei strenger Durchführung des angesogenen Ariikels in ter G-g^rwart ergeben, verkennen aber andererseits auch nicht die Bedeu­tung tesfclben, nicht für den Schutz der gottesdienstlichen Zell, fontern auch für das Familienleben, für unsere Jugend und nicht zum wenigsten für das Wohl der Wttte selbst mit ihren Farnlliengliedern und Angestellten, glauben deshalb zur Regierung das gute Vertrauen haben zu dürfen, daß sie biefen Artikel in einer den heutigen Verkehrsverhältnissen Rechnung ttagenden Form beibehallen werde."

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

XfIX < in der Entwicklung oder beim Lernen gurüdbleibente ftinber, sowie blut­arme, sich mattfüblenbe und nervöse überarbeitete, leicht erreg­bare, frühzeitig erschöpfte Erwachsene gebrauchen als Kräftigungs­mittel mit großem Erfolg Dr. Hommel's Haematogen.

Ter rippetit erwacht, die geiurgen uud rörperlicheu Kräfte werveu rasch gehoben, das Gesamt-Rerveushstem gestärkt. c7i

Man verlange jedoch ausdrücklich das echteDr. Hommet s Haematogen und lasse sich keine ber vielen Nachahmungen au treten

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0. G- schon, für

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