Ausgabe 
12.9.1907 Erstes Blatt
 
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157. Jahrgang

Erstes Blatt

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u. Land" undGerichts-

Aller Voraussicht

kommen.

daran denken."

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'(£. Hetz; für den iizefqenteil: H. Beck.

die Post Mk.2. viertel- jährk. ausfchl. Bestellg. ZeilenpretS: lokal 15Pf* auSwartS 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil:

Idee jetzt lebensfähig ist.

Auf der zurzeit in Berlin stattfindenden Aus- ste llung für räumlich kleine Erfindungen er­regt eine Erfindung Aufsehen, um Schwerhörige besserhörenzumachen. Der Elektrizität scheint der Fortschritt Vorbehalten zu sein, auch die Schwerhörigkeit zu beheben. Der Apparat besteht aus einem sehr empfind­lichen Mikrophon von Handtellergröße, das der Gebraucher an einen Knopf seines Rockes hängt oder sonst wo an-, gemessen an sich befestigt, in einem ebenso großen Tele­phon, das durch Doppeldraht in üblicher Weise mit deml Mikrophon verbunden ist und vom Gebraucher entweder ans Ohr gehalten oder durch einen Bügel in eine feste Lage zum Ohr gebracht wird und endlich in einer kleinen Trockenbatterie, welche in die Leitung Mikrophon-Telephon in Gestalt einer Zweigleitung eingeschaltet ist und die man bequem in der Tasche trägt. Die Funktion des Apparates ist klar: die vom Mikrophon, das erheblich größer als die Ohrmuschel ist, zum Telephon weiter gegebenen Schall­wellen erfahren durch den von der Trockenbatterie ge­brachten Succurs bei Erregung der Telephonmagneten eine Verstärkung und treffen demnach sowohl in konzentrierter als in verstärkter Form an das Trommelfell des Hörenden. Die Erfindung, welche von einigen Berliner Spez.ialürzten

werten: Alan verabrede: privatim mit jedem, den inan ür verständig genug hält, den militärischen Gruß. Natür­lich besteht hierbei die Verpflichtung, uneingeweihte Be­gleiter auszuklären.Man wird", so meint der Darm- tädter Herr,überrascht sein, welche große Erleichterung man bald empfindet und auch vorderhand ohne Abzeichen die betreffenden Personen in um so angenehmerem Ge­dächtnis behalten. Man wird erstaunt sein, wieviel ern- ichtige Persönlichkeiten mau findet ai/h- unter solchen, wie Damen und Militärs, die selbst keine Vorteile davon haben. Natürlich wird cs vorkommen, besonders im Anfänge, daß jemand aus Vergeßlichkeit wieder den Hut zieht., Tann verfalle man ja nicht in denselben Fehler, man salutiere nur um so freundlicher und erinnere ihn an das Ab- Voraussicht nach wird er das zweitemal Nun g'uch sehen wir zu, wie weit diese

General-Anzeiger für Oberhessen

Hototioiuörud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und 5i-indruckerrt. 8. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei - §chuiftr«h« T. W,

Abdul Asis in Rabat zahlbar.

Auch der Gegensultan Muley Hafrd braucht Geld und da er nun seines Geldmangels wegen befürchtet, in ge­wissen Gebieten schlecht ausgenommen zu werden, hat er den Plan, ebenfalls nach Rabat zu gehen, ausgc geben.

TieKöln. Ztg." meldet aus Tanger unter dem heuti­gen Datum: Der französische Konsularagent in Marakesch brachte für die französische und spcmijche Re­gierung Briefe Muley tzafidö hierher, die von den betreffenden Legationen angenommen wurden. Muley Hafrd schreibt, darin die Vorgänge in Casablanca einer Verket­tung ungünstiger Umstände zu und spricht die Hoffnung aus, daß es ihm gelingen werde, selbst die Ord­nung wiederherzustellen, so daß kein Grund zur Unzu- riedenheit mehr vorhanden sein werde. .

lieber einen recht bedauerlichen Vorfall wird aus Paris nemefoet. Hiernach ergriff in Casablanca der Kaufmann Zerrten, ein Franzosc^a uffri s ch e r Tat 2 spanische

Bildhauer. Hoffentlich kommt diese Idee in den Jubiläums­tagen zur Verwirklichung.

Vom Grüßen. Wir lesen in anderen Blättern:

Die Sille des H n t a b n e h m e n § auf der Straße, gegen die schon" ost hygienische Bedenken vorgebracht wurden, soll nach der Idee des Grasen Harrach, des bctannten Besitzers der weltberühmten Gemäldegalerie in Wien, durch Einführung des militärischen Grußes ersetzt werden. Die Mitglieder des Vereins, dessen Vorsitzender Gras Harrach ist, sollen als Abzeichen eine rotweiße Kokarde, die links am Hute befestigt wird, erhalten und ver­pflichten sich, auch Damen und Vorgesetzte lediglich durch Salutieren m artigen. Nur sür Mitglieder des Kaiserhauses foll das Hutab­nehmen als Antziiahmegruß bestehen bleiben. Gräfin Harrach geb. Prinzessin von Thnrn und Taxis, Oberhofmeisterin des Kagers von Oesterreich unterstützt ihren G a t l e ii b e i d e r D u r ch f ü h r u n g feiner Reform." ... r.

Auch in Darmstadt macht sich, wie wir imDarms!. Tagebl." lesen, eine starke Strömung zugunsten dieser Reform geltend. Wir bezweifeln aber stark, daß diese so alte als vernünftige Idee jetzt endlich allgemein ziir Geltung sich wird bringen lassen. Wie oft schon ist dieser Vorschlag in der Presse aufgetaucht, ohne daß er je von weiteren Erfolgen begleitet war! Unlängst blätterten wir in einem alten Bande des Gieß. Anz." an§ den 40er Jahren des vor. Jahr- hitnderts, unb sanden da, daß auch hier in Gießen eine Anzahl angesehener Männer, namentlich Professoren, eine Art Verein damals gegründet hatten, der die alte Grußform des Hutabnehmens durch die militärische Grußform ersetzen wollte. Wie aber die Bemühungen dieses Vereins keinen dauernden Erfolg anfzuweisen hatten, so wird wohl auch des Wiener Grasen Harrach neuer Verein u. E. nur ein kurzes Dasein fristen. Denn eine jo uralte Sitte, wie die des Hut­abnehmens, so ivenig sie auch für sich hat, läßt sich nun einmal, alter Erfahrung zufolge, nicht ausrotten. Immer­hin könnte man ja wieder einmal den Versuch bei uns in Gießen machen. ImDarmstädter Tageblatt" wird von einem Darmstädter Herrn empfohlen, bis zur endgültigen Konstituierung eines solchen auch in Darm­stadt zu begründenden Vereins, (die natürlich allenthalben mit Aussicht auf Erfolg nur unter dem Vorsitz von be- onders einflußreichen Persönlichkeiten vor sich gehen konnte) einstweilen die Idee in folgender Weise praktisch zu ver--

Nr. 214

Erscheint täglich anbei Sonntags.

Dem G'eßener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener §amltten- blülter viermal in der Woche beigelegt und «weimal wöchentlich daö Krcisblatt für den Kreis Stehen. Fernsprech-An- fcblub s. d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen, Anzeige» Gießen.

Annahme wn Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr.

Nach dieser Richtung hin treiben unzweifelhaft die Tinge und es steht außer Frage, daß man in der Donau­monarchie keinen sehr freundlichen Zeiten entgegengeht und die innere Situation birgt manche schweren Gefahren für den Bestand der Monarchie in sich/

Donnerstag 12. September: 1907 Bezvgäpret-, monatlich 75 Pf«, viertel­jährlich M. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch

Are Aonaumonarchre..

In Wien ist jetzt das ungarische Kabinett eingetroffen, um mit den österreichischen Kollegen endlich zu einer Erni- aung in der Ausgleichsfrage zu kommen; ob dies aber wirtlich gelingen wird, ist nach dem jetzigen Stande der Tinge mehr als zweifelhaft. Seit langem bemüht man sich, wieder geordnete Verhältnisse in den beiderseitigen Beziehungen eintreten zu lassen, aber immer vergeblich uno mehr als einmal mußten die eingeleiteten Verhand­lungen vollständig resultaUos abgebrochen werden. Nun hoffte man endlich nach den bisherigen vergeblichen Ver­suchen jetzt eine Einigung zu erzielen; hüben wie drüben war man sehr optimistisch gestimmt und erwartete mit Sicherheit das Zustandclommen des Ausgleichs. Es hieß ja baß in den Hauptfragen eine Einigung erzielt worden [ei und nur noch einige nebensächliche Punkte zu erledigen wären, nun aber stellt sich heraus, daß diesenebensäch­lichen" Punkte gerade die Hauptsache sind, nämlich die Verlängerung des Ende 1910 ablaufenden Privilegiums der österreichisch-ungarischen Bank bis Ende 1917, dem Ablausstermin der Zoilgcmeinschaft und die Erhöhung der ungarischen Veitragsquote sür die gemeinsamen Aus­gaben, was beides von Oesterreich geordert wird.

Wenn man die obwaltenden Lisferenzpunkte geflissent­lich als weniger bedeutend hinstellte, so geschah dies wohl in dem Glauben, daß es doch gelingen werde, durch gegen­seitige Nachgiebigkeit eine Verständigung herbeizusuhren. Ta platzte wie eine Bombe ein in derNeuen Freien Presse" enthaltenes Interview mit einem ungarischen Staatsmanne dazwischen, worin dieser erklärte, daß die ungarische Re- aierung weder in der Bank- noch in der Quotenfrage Ver­einbarungen treffen wolle, weil die Bankfrage augenblick­lich nicht afut wäre und die Quotenfrage vor das Parla­ment gehöre. Diese Nachricht rief erklärlicherweise in der österreichischen Neichshälfte lebhafte Erregung iyerbor und das offiziöseWiener Fremdenblatt" antwortete mit einer geharnischten Erklärung, wonach es keinen Ausgleich gebe, ohne gleichzeitige Erledigung der beiden Fragen. Mr ob wieder großer Sturm im ungarischen Blätterwald, wo man sich sogar zu den schärfsten Drohungen verstieg; ein führendes Organ erklärte sogar, daß Ungarn leicht in die Lage kommen könnte, die Gemeinsamkeit auszugeben, und daß Ungarn dann auch ohne Oesterreich leben könne, ja sogar auch gegen Oesterreich, wenn es

Ale ^rge in Marokko,

TieNordd. Ällg. Ztg." bestätigt jetzt die Nachricht, daß der Reichskanzler den in Casablanea geschädigten Deutschen einen Vorschuß von 250 000 Mk. aus der Reichskasse gewährt habe unter beut Vorbehalte späterer Erstattung durch die dazu Verpflichteten und der nachträglichen Genehmigung. durch den Reichstag. Bekanntlich steht Frankreich aus dem Standpunkte, daß Marokko die Entschädigung aufzubrinaen habe. Bis dahin kann freilich noch geraume Zeit vergehen und die geschädigten Deutschen bedürfen schneller Hilfe. Unter diesen Umständen ist das schnelle Eingreifen des Reichskanzlers aufs freudigste zu begrüßen.

Tie Lage in Casablanca hat sich inzlvischen nicht ge­ändert. Ten Franzosen ist es aber mittels eines Fessel­ballons gelungen, die Stellung der Marokkaner auszu- kundschasten. Es ist festgestellt, daß die Marokkaner Verstärkungen erhalten haben. Verflossene Nacht sanden in der Nähe des spanischen Lagers Angrifse statt. Tas ganze spanische Lager wurde alarmiert und Mi- trailleusenschüsse gegen die Marokkaner angewandt.. Wie aus dem marokkanischen Lager berichtet wird, sind die­jenigen Stämme, welche an den mörderischen Kämpfen bereits teilgenommen haben, sehr entmutigt, und wollen von neuen Angriffen nichts wissen. Die Stämme, welche in letzter Zeit eingetrofsen sind, sind von großem Eifer erfüllt und erwarten neue Ueberfälle der Franzosen.

Ministerpräsident Clemenceau hat gestern erklärt, daß ihm weder vom Admiral Philibert, noch von General Drude eine Mitteilung von einem Fieberansall des Letz­teren zugegangen sei. General Drude sei vielmehr vollkommen gesund. Es hat sich also wieder einmal um leere Gerüchte gehandelt, als es hieß, daß Drude infolge einer Erkrankung seine Operationen gegen die Marokkaner habe einstellen müssen. *

Die längst angekündigte Reise des Sultans Abdul Asis nach Rabat ist nach den letzten Meldungen aus Tanger nun endlich zur Tatsache geworden. Bemerkenswert ist es ferner, daß die marokkanische Staatsbank dem Sultan Abdul Asis eine Million Fragen vorstreckt. Tie Hälfte der Summe war in Fez, der meft ist bei der Ankunft von

Rleines Feuilleton.

Zur 3. Säkularfeier des Gießener Gym­nasiums, Unserer in Nr. 131 der ;,Fam.-Bl." ausge­sprochenen Bitte an alle ehemalige Gießener Gymnasiasten, aus ihren Schulerinnerungen Frohes und Trubes von all­gemeinerem Interesse, sowie Charakteristisches von bedeu­tenden Lehrern und ^Nitschülern zur Veröffentlichmrg uns mitzuteilen, ist bisher nur von wenigen entsprochen worden. Ein paar Herren haben uns Mitteilungen, namentlich Anek­doten, in Aussicht gestellt. Ein Herr sind. arch. Im. Ludw. Barthels in Aschaffenburg, der von 189699 unter der Di­rektion Schiller oas Gymnasium besuchte, aber gibt in einem längeren Schreiben, in dem er aus seiner Schulzeit wertere Kreise Interessierendes leider nicht mitteilt, eine recht be­achtenswerte Anregung. Er schreibt:

Mein Vorschlag dürfte sicherlich manchem, wenn nicht allen ehemaligen Gießener Gymnasiasten aus der Seele gesprochen fein'; es ist der, zur Feier des bevorstehenden Jubelfestes' einen Bund bezw. Verein ehemaliger Schüler des Gießener Gymnasiums zu gründen, wie er an vielen andern Schulen schon besteht, zur Freude der Mitglieder, zunt Rußen der Anstalt. Dadurch ioürde das Gefühl der Zu sammen­ge h ö r i g k e i t auch im ferneren Leben a u f r e ch t c r b a 11 e n, die Erinnerung an gemeinsam verbrachte Jugendzeit aufgcfrischt und vielleicht könnte manches Gute für die Schule und einacuie Schüler in Zukunft daraus entstehen. Ich denke dabei, daß sich der Verein eine Kasse anlegt, in die die Mitglieder einen kleinen Jahresbeitrag einzahlten, und die dann jedesmal nach einem Zeitraum von 5 bis 10 Jahren dem Gymnasium zur Ver­fügung gestellt würde, entweder zur Bereicherung seiner Sammlungen, Lehrmittel und Bibliothek oder aber zur Unterstützung eines befähigten., armen Schülers! Würdiger könnten wir kaum ünserm Dank amaßllch der dritten Säknlarseier Ausdruck verleihen! Erforderlich wäre es, daß möglichst einige vrtsangescssene frühere Schüler des Gym- nasiums sich für den Plan erwärmten und dessen Ausführung in die Hände nähmen; er wird um so leichter gelingen, da die meisten,Sck)ülcr Hessen sind und damit, wie man sagt, die Kirche 1111 ^W?r halten diesen Gedanken sür nicht übel. Tas Ber- mögen eines solchen Vereins konnte in der Tat sehr nntzbrm- gend verwendet werden, sowohl in der angedeuteten Weise, als auch z. & zur künstlerischen Ausstattung der Schulz immer, zur Beschaffung guter Reproduktioneü von den besten Werken unserer yeroorragendsten Maler und

L. Anderson; f. Feuille- wn und .Vermischtes" P. Wittko; für »Stadt

sein mässe. , ,

So stehen jetzt die Tinge und es ist nicht abzuseyen, wie die beiden Kabinette, die sich jetzt zum letzten ent­scheidenden Wafsengang angeschickt haben, zu einer fried­lichen Lösung gelangen können. Eine schwere Krisis ist un- ausbleiblich und man wird möglicherweise mit dem Ruck- tritt eines der beiden Kabinette, vielleicht beider Ministe­rien zu rechnen haben. Verschärft wird aber die Situation dadurch, daß auch ein neues ungarisches Kabinett kaum auf die österreichischen Forderungen eingehen würde, weil es befürchten müßte, beim Parlament auf Widerstand zu stoßen. Eine Auflösung des Parlaments würde wahr­scheinlich auch nicht viel nützen, da sicherlich die Unav- hängigleitspartei in der Mehrheit bleiben wurde, denn dank einer unablässigen unö skrupellosen Agitation der Kossuthianer herrscht im Lande die tiefste Abneigung gegen Oesterreich und man sähe lieber heute als morgen nicht bloß die wirtschaftliche sondern auch die politische Tren­nung. ____________

DentZches Reich.

Berlin, 11. Sept. Die Tab aksteuer ist in letzter Zeit sehr häufig Gegenstand der Erörterung in der Presse gewesen. Wie heute einem Mitarbeiter desB. T." int Reichsschatzamt erklärt wurde, stehen zurzeit mehrere Steuerprojekte zur Erörterung. Tatsache ist, daß man im Reichsschatzamt an der Ueberzeugung fest­hält, daß gerade der Tabak durch eine andere Ausgestaltung der Steuer einen wesentlich höheren Ertrag abwerfen könnte.

Die Enquete über die sexuelle Aufklärung der Juaend wird im Kultusministerium eifrig weiter­betrieben. Ein Beschluß kann erst nach Abschluß der Um- srage gefaßt werden.

Solingen, 11. Sept. In der Spionage- afsäre sind insgesamt 14 Verhaftungen erfolgt. Zwei verhaftete Zivilpersonen sind inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Das gegen Schiwara eingeleitete Hoch- verratsversahren ist auf vier Mitschuldige, die nicht dem Soldatenstande angehören, ausgedehnt worden.

Kaisermanöver.

Höxter, 11. Sept. Die blaue Partei wurde gestern auf der ganzen Linie zurückgedrangt. Sie hatre, nachdem noch nachmittags kleinere Gefechte startgefmiden hatten, abends Stellung nördlich Warburg mit Der Front gegen Norden eingenommen. Die rote Partei war nachged: ang. . und stand, mit der Front gegen Süden dem Gegner ziem­lich dicht gegenüber mit dem Zentrum bei Packelsheim. Es gelang der roten Partei, auch heute, die blaue Partei überall auf Warburg zurückzuwerfen. Der Kampf begann, zeitig, doch waren beide Parteien lange Zeit durch dichten Nebel behindert Später war das Wetter sehr schön. Der Kaiser traf im Automobil von Wilhelmshöhe im Gelände ein, während die Manövergäste mit Sonderzug anlangten. Gegen 10 Uhr wurde das Manöver für beendet erklärt. Der Kaiser hielt Kritik ab und kehrte sodann nach Wil­helmshöhe zurück. Der Kaiser hat zahlreiche Orden unb Auszeichnungen verliehen. Der Abtransport der beiden Armeekorps erfolgt innerhalb zweier Tage, doch ist derjenige der Truppen des zehnten Korps um 24 Stun­den verschoben worden. Der Personenverkehr wird fahr­planmäßig aufrechterhalten, der Güterverkehr am ersten : Tage eingeschränkt.

ii iiiiir in 11 jawrorTiii

tNnnrr ote Soldaten, die seinen am Südende der Stadt belegenen de? Donau- Laden zu p l ü n d e r n begannen. Mit Hilfe des Bankbeam- oer » ten MaMn gelang es, die Soldaten einer , panischen Patrouille zu überlieserin Ter Führer der Patrouille, ein Leutnant, hat die Soldaten entkommen lassen. Das französische Konsulat untersucht die Angelegenheit.

Ter Kabinettschef Clümenceau erklärte der Presse,^ datz er aus Casablanca nur insormiert worden sei über die Verhaftung zweier Spanier unter der Anschul­digung der Plünderung. Weiter erklärte er, oap von der Nachricht, wonach der französische und deutsche Vertr-ter in Langer zurüüberufen werden sollen, der Negie­rung nichts bekannt sei. Regnault erfülle sein Amt zur größten Befriedigung und Deutschland könne seine Zuruct- ,erusung nicht verlangen. _____