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2.4.1907 Zweites Blatt
 
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Dienstag 2. April 1907

Zweites Blatt

Nr. 76

tS-Nch mit Ausnahme bei Sonntags.

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157. Jahrgang

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Rotationsdruck und Verlag ber Br ühlfch« UnwersuälS - Buch- und 6tetnbruderet ÖL Lange, (Biegen.

DieSieheaer FamllienblStter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, daS Kietiblatt für bei Krell «legen zweimal wöchenUich. Derhesstsche tanbmirt erscheint monatlich einmal.

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(Siegen, den 2. April.

* Geh. Justizrat Dr. Reatz f. Am 29. März verschied hier nach langem, schwerem Leiden der Geh. Juniz- rat Dr. ftarl Ferdinand Reatz. Geboren im September 1832 zu Darmstadt, besuchte er bis Ostern 1850 das dortige Gymnasium, widmete sich dann auf den Hochschulen zu Heidelberg, Göttingen und (Sieben dein Studium dec Juris­prudenz. Nach seiner mit Auszeichnung bestandenen Staats- Prüfung habilitierte er sich zunächst an der hiesigen Hoch- schule als Pcioatdozent, wurde aber bereits in 1862 zum Ad­vokaten und Prokuratoren bei (Scout). Hofgericht dec Provinz Oberhessen ernannt. In dieser Stellung, die bet der Justiz, organisatwn m 1879 in die Stellung eines Rechtsanwalts übecgcleitet wurde, verblieb er, bis er am 23. September 1906 die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft aufgab. Im Jahre 1890 wurde ihm von S. König!. Hoheit der (Lharatter als Jullizrat, im Jahre 1899 der Charakter als Geheimer Justizral verliehen. Schon vorher belaß er das Ritterkreuz 1. Klasse Philipps des Großmütigen. Nicht blog m der Praxis, auch m der Wissenichafl genau Reatz eines ausge- zeichneten Namens, insbeiondcre galt er als Autorität im Gebiete des Handels- und SeerechtS. Zahlreich sind seine wissenschaftlichen Arbeiten, die für das Veriländnis der Gesetze wertvolles Material gaben. Er war 'JJliiglieö der Kommission zur Ausarbeitung der hessischen AuSfuhrungSgesetze zum bürgerlichen Gesetzbuch. Was der Heimgegangene für das Rechtslcben geleistet, wird ihm ein dauerndes Andenken in weiten Kreisen sichern. Wie wir in ihm einen Mann mit

Redaktion, ExvedMon and Druckerei: Sckml- ftratze 7. Erpedttlon und Vertag: 6L

Redaklton:e^K I12. Tet.-Adc^ AnzeigerG letzen»

AurLand.

London, 3. April. Gestützt auf angebliche Aeußerungen. des russischen Geheimrats v. Mortens liefen hier Gerüchte um,

S. Äopjfaiat

und Gcmüje if empfiehlt kel Kbit-, Temü,e-a.

tiefen Memtini||iii benauem, ,o einen Uiiann von qluiio» ehrlichem treuem Charakter, von der ehrenwertesten Gesinnung, von der liebenswürdigsten Herzlichkeit. Am Ostermontag wurde er zur letzten Ruhe besialtei. 9ln seinem Grabe waren u. o. Kränze der Mitglieder des Landgerichts, der Staats­anwaltschaft und der Hessischen Anwaltschaft niedergelegt.

* Personalien. S. K. H. dec Gr obherzog haben den Bureauassistenten bei der Badedirektion Bad-Nauheim, PH. Faust zu Bad-Nauheim zum Bureauvorsteher bei der Badedirektion und Kurverwaltung Bad-Nauheim und den Techniker Karl Ang. Wittig auS Stuttgart zum Betriebs- lechniker bei der Badeanstalt und dem Tiefbauamt Bad- Rauheun ernannt; ferner wurde dec Steueranfseheer Joh. Jos. Brückner zu Gießen, z. Zt. zu Groß-Umstadt, zum Steueremnehnier des SteueramtS Groß-Umstadt ernannt.

Berufswahl. In der Stadtkirche haben gestern, am zweiten Oltertage, Konfirmationen slaltgefunden, und in der Johanneskirche werden am nächsten Sonntag zahlreiche Kinder konfiriuiert werden. Konfirmationen und Schul­entlassungen verursachen vielfach ernsthaftes Kopfzerbrechen. Mögen es Jungen, mögen eS Rlädchen sein, die man dem Erwerbsleben zuführen will, die Sache Ut nichts weniger al8 einfach. Ein vierzehnjähriger Knirps läßt sich allerdings mühelos unterbringen und auch em Jüngling von 16 biS 18 Jahren findet in kaufmännischen Bureaus immer eine Stellung als Lehrling. Aber mit dem einfachen Unterbringen ist es nicht getan. Tie Eltern wollen die Zukunft ihrer Kinder möglichst sichern und deshalb muß alles wohlweislich überlegt werden. Wo die ausgesprochene Weißung für einen Beruf fehlt, da ist es bitter für den Jungen selbst, mehr aber noch für seine Eltern. Die Frage: »Was soll dec Junge werden ?' ist eine der ernstesten Gewissensfragen. Wer gewissen­haft ist, überlegt wohl hundertmal, ehe ec einen Entschluß laut. Bei minder gewissenhaften Leuten gehl eS allecdingD schneller. Bei diesen richtet sich die Wahl meistens nach nur einem Gesichtspunkte: der Junge muß von vornherein ober doch so bald als möglich viel verdienen. Ob ec etwas Ge­scheites lernt, das wird weniger beachtet. Kein Wunder, daß die Handwerker oft klagen, die Jungen wollten nichts mehr lernen, sondern sich lieber auf der Straße umhertcelben. Und doch ist daS eine sicher: Auf die Tauer tauscht ein Hand­werker, dec etwas gelernt hat, doch nicht mit einem Gelegen­heitsarbeiter, wenn auch Handwerk heute nicht mehr immer goldener^ Boden hat. Es gibt ja (Sott sei Dank noch immer Handwerker, die selbst ihre Söhne wieder dein ehrbaren Hand­werk zuführen, und diese werden sich im Leben immer durch- ichlagen und als gute Vorbilder wirken. Viele Handwerker wollen aberhöher hinaus" und schicken ihre Jungen alS Lehrlinge in kaufmännische Geschäfte oder als Schreiber zu Rechtsanwälten oder lassen sie Techniker werden. Wer aber nicht gediegene Kenntnisse besitzt und für den Handel, wie für den technischen Beruf prädestiniert ist, bringt cs meiilens zu nichts. Vor den technischen Berufen wird sogar neuer­dings sehr dringend gewarnt, da die Eriverbsverhältnisse in ihnen kläglich sein sollen. Schwere Gedanken gehen jedem ernsthaften Vater durch den Kopf, der seinen Sohn unter Leute geben muß. Ob trotz allen Grübelns aber immer die richtige Wahl getroffen wird?

Das Konzert unserer Negimentsmusik im Neuen Saalbau findet, soweit eS die Witterung gestattet, im (Sorten statt.

Meld.

April Ml 9 Uh,.

Wlrdel«eUntei

l!eh siebet- des Gr. 4 lb8d*, über. 5

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Tderhesjen

politHdye LagerScharr.

Bulow unb Tittoni.

Heber die österliche Zusammenkunft deS Fürsten Bülow mit dem italienischen Minister deS Aeußern Tittoni in Rapallo wird natürlich wieder von der gesamten In- und AuSlandSpresse viel fabuliert. In Rom wird ihr neuerdings eine besondere Bedeutung abgesprochen. Von Marokko be­fürchtet man natürlich in Italien nichts. Em interessanteres Thema habe, so meint mau dort, den beiden Staatsmännern die Konferenz im Haag geboten. Neue wesentliche Gesichts­punkte tarnen kaum zur Sprache und das Verhältnis Italiens zum verbündeten Deutschland wirddas- selbe bleiben, wie andererseits auch Italiens hohe Sympathie und Intimität mit England unver­ändert fortbe stehen werde. Fürst Bülow sprach sich, so heißt es, in warmen Worten über Italien und die gleich­artigen Geschicke au5, die eS geistig mit Deutschland ver­bünden. Solche Freundlichkeiten sagt ja Bülow gern, und die italienische Presse wird nicht zögern, m schnell entfachter Freude für jedes liebenswürdige Wort Bülows zu danken. Aber solches Feuer verflackert ebenso schnell, und kann man im Ernst erwarten, daß die Mißstimmung von Alge- ciraS entgültig überwunden ist? Kann Deutschland sich andererseits wirklich darüber freuen, daß es angesichts ber neuen Aufrollung dec Marokko-Frage nicht mehr hervortritt, um nicht einen neuen Abfall zu erleben und von einem Bundesgenossen im Stich gelassen zu werden?

Die Meldung ber ital. offiziösen .Agenzia «Stefan? lautet:

Minister Tittoni stattete dem Reichskanzler Fürsten Bülow einen Besuch ab und (hatte eine freundschaftliche Unterredung Hm. Obgleich feine Apolitischen Beweggründe die Zusammenkunft der beiden Minister veranlaßt haben, ist es natürlich, daß alle politischen Fragen, die gegemuärtig das inter­nationale Leven beschäftigen, den Gegenstand ihrer Unterhaltung biivcten. Las Ergebnis der Unterredung war die Feststellung ber Tatsache, daß voll ständige Uebercinftimmung und volles Einvernehmen in den Ansichten der beiden Staats- müuaer herrscht. . '

Ein ehemaliges Mitglied der italienischen Regierung, daS zuletzt jahrelang im AuSlande Posten bekleidete, äußerte sich dcrn römischen Korrespondent ber Wiener ,Zeit* hinsichtlich ber Begegnung in Rapallo gegenüber wie folgt: Politisch Den­kende wüsten entschieden den Zusammenhang der Haager Konferenz mit der Begegnung in Rapallo ab» lehnen. Italiens Politik auf der Haager Konferenz ist durch die Rebe TittoniS im Jahre 1906 festgelegll Es ist durchaus keine Isolierung Deutschlanbs auf der Haager Konferenz zu befürchten und Bülow hat eS nicht nötig, erst durch eine Einwirkung auf Tittoni Italien an die Seite Deutschlands zu rufen.

DaS deutschfeindliche BlattVita* schreibt: In der Um­gebung deS Fürsten Bülow habe die Besetzung Udschdas durch die franz. Truppen Genugtuung hecvorgerufen, weil dadurch nunmehr Deutschland in der Lage sei, gelegentlich einen anderen Punkt marokkanischen Gebietes zu besetzen!!

Wie die röm.Tribuna* auS Rapallo meldet, dauerte die Unterredung zwei und eine halbe Stunde. Am Abend fand ein Festesten statt, welches Fürst v. Bülow zu Ehren LiitoniS veranstaltete, und an dem 11 Personen teilnahmen.

wonach Teutschland nicht an der Haager Konferenz t e i 1 n c h m e n wollte, falls England die Frage der Ein­schränkung der Ausgaben für Kr i e g s Vorberei­tungen anschneiden würde. Da hierdurch die Aussichten der Konferenz höchst unsicher geworden wären, so telegraphierte die Londoner Tribüne an Herrn v. Lschirschky und erhielt folgende Antwott:

Meinen besten Dank für Ihr Telegramm. Ich autorisiere Sie, zu erklären, daß die Behauptung des Temps, Deutschland weigere sich, an hier Haager Konferenz teilzunehinen, falls Eiigland vorschlägt, die Abrüstungsfrage zu besprechen, ohne Begründung ist. Ich hoffe, baß trotz aller entfielt len Mit­teilungen über die Haltung Deutschlands die engeren Beziehungen Deutschlands und Großbritanniens sich weiter entwickeln werben. Tschirschky."

Lyon, 1. April. Auf dem heutigen Nationalkongreß derFranzösischen s o z i a l i st i s ch e n Partei" wurde ein Antrag angenommen, welcher die direkte Aktion und den Gene- ralausstanb als gefährlich verurteilt, ferner ein Antrag, welcher sich für gleichzeitige und allmähliche Abminderung der .Militärlasten ausspricht, aber entschieden eine anti- patriotische Gesinnung zurückweist, die das Recht zur Verteidigung gegen einen äußeren Angriff untergrabe.

Madrid, 2. April. Auch ber englische Botschafter in Madrid und der span. Botschafter in London werden der Entrevue in Cartagene beiwohnen. Hier ist die Ansicht verbreitet, daß zwischen beiden Regierungen ein Bündnis geplant ist.

Barcelona, 1. April. In der Kaserne des Regiments Nurnancia fand heute vormittag aus Anlaß des 2 0 0jahr. Bestehens des Regiments eine Feier statt, der ein Vertreter des Königs Alfons, der aus Berlin entsandte Flügeladju- tant des deutschen Kaisers Major Freiherr v. Senden, der MUitärattachä bei der deutschen Botschaft in Madrid Hauptmann Bronsart von Schellendorf und der zu dieser Botschaft kommandierte Oberleutnant v. Radowitz beiwohn­ten. Nachdem eine Messe zelebriert worden war, hielt der Oberst deS Regiments eine Ansprache an die Mannschaft, in der er daran erinnerte, daß b(er König dem Regimeme eine besondere Ehre habe erweisen wollen, indem er den deutschen Kaiser zum Ehrenoberst des Regiments ernannte. Als­dann wurde die Verteilung der vom Kaiser Wilhelm an Unter­offiziere und eine Anzahl Mannschaften verliehenen Medaillen vorgenommen. Darauf fand im Ehrensaale des Regiments in Gegenwart des Generalkapitäns von Katalonien, des deutschen Konsuls sowie zahlreicher Vertreter der anderen Trupepiueile der Garnison dre feierliche Uebergabe eines in Oel gemalten Bildnisses Kaiser Wilhelm- statt. Major Frhr. von Senden Unerreichte dem Obersten und den anderen Offizieren des Regiments von Kaiser Wilhelm verliehene Ordensauszeich- nungen.

Konstantinopel, 30. März. Durch einen Bomben­wurf in der großen Perastraße wurden 11 Personen ver­wundet, 4 davon schwer. Unter den Verwundeten befindet sich kein Europäer. Drei Armenier wurden verhaftet. J5)er Bombenwurf scheint ein Racheakt gegen einen reichen katholischen Armenier gewesen zu sein, welcher seit längerer Zeit der geheimen Polizei S p i tz e l d i e n ft e für den Aildiz leistete . Dieser Ar­menier sowie ein Polizeiagent und acht andere Personen wurden verwundet, getötet wurde niemand. Die Fensterscheiben der um­liegenden Häuser wurden zertrümmert, sonst wurde aber kein Schaden angerichtet. Der Täter ist noch nicht ermittelt; die meiften Verhafteten wurden bereits wieder freigelassen. Die Ver­mutung, daß es sich um ein Attentat des armenischen ober bul­garischen Komitees handelt, ist allem Anscheine nach unbe­gründet.

Belgrad, 1. April. Der bulgarische Banden- f ü h r e r Milan C s i c k o w richtete kürzlich einen Drohbrief nach dem von Serben bewohnten Dorfe R u d n i k in Sandschack Veiles,

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Neues aus Nuß land.

In Moskau haben die Studenten wegen Auflösung einer politischen Versammlung in ber Universität auf Befehl des Stadtl-auptmanns die Forderung ausgestellt, daß politische iLtu- dentenversammlungen in der Universität nicht aufgelöst werden dürfen. Voraussichtlich wird die /Universität bis zum Herbst gefcylossen. In der Universität Kiew haben Studenten - vcrsammlungen revolutionären Charakters stattgefundcn, bei dmen die Professoren bedroht wurden. Tie Schließung der Unt- versität ist wahrscheinlich. Die medizinischen Pro­fessoren in Petersburg klagen über Unbildung und Unehrlichkeit vieler Assistenten. Für das Nlcht- bestehen des Examens haben Examinatoren Todesurteile zugestellt erhalten.

Am 1. April hielt die Reichsduma eine.Sitzung ab. Zur Beratung stand btc Agrarfrage. Kvrovaeff (Arbeiterpartei) schilderte die beklagensioerte Lage, in der der russische Bauer, msb.chndere im Vergleiche zu den Bauern in Deutschland, Frank­reich und Dänemark, lebt. Der frühere Minister Kuller (Kadett) sprach sich zugunsten der obligatorsichcn Zwangsenteignung des Grundbesitzes mit einer billigen Entschädigung aus und widerlegte die Utopien der äußersten Linken, die unter den gegenwärtigen politischen Verhältnissen unausführbar seien. Tmovsky (Pole) beftanö auf der vollständigen Neugestaltung des politischen Re­gimes vor ber Agrarreform, die insbesondere in Polen nur durch einen nationalen Landtag eingeführt iverden tonnte. Fürst W as s i 11s ch i ko f' erklärte, die fhxgierung fei überzeugt, daß bas Utinb b'J> Bockes aushören lueroe, nachdem die Landwirt­schaft an die Spitze aller wirtschaftlichen Fragen im Staate ge ft eilt sein werde. Tas Prinzip des unverletz­lichen Grundeigentums werde von der Regierung gewahrt werben, oku bas Grundeigentum bie einzige Grundlage fruchtoarer Arbeit für den Ackerbauer bilde.

** Bond Landes-Lehrerverein. Zu der am 2L und 22. Akai stattsinoenden Vertreter- und Hauptoer, Vers am ml-ung hat sich in Friedberg em Fe|taus!cyutz ge­bildet, an dessen Spitze Kreisrat Fey, Bürgermeister Stahl, Schul­rat Süß und Seminardirektor Tr. Schäfer stehen. Am 21. Mat findet bie Delegierten Versammlung statt unb tagt der Feuerversicherungsverband hessischer Lehrer, aöendS 8V2 Uhr ist Festkommers im Saalbau^ Am 22.Ucai IO1/» Uhr ist bie Hauptversammlung im Saalbau. ImGäm- brinus" am Bahnhof ist ein Empsangsbureau eingerichtet. Di« Telegiertenversammlung hat u. . auch darüber zu entscheiden, 0 b der Schulbote wöchentlich erscheinen soll. Der Vor­anschlag des Hauptvereins sieht eine Einnahme und Ausgabe von 14 785 Mk. vor.

** Der Männerturnverein unternahm am Ehar- freitag einen Turngang nach Rodheim übvr Kinzeno^ch, Morgendem unb Bieoer. Die Beteiligung, von Jung unb Alt njut sehr, stark. Nach mebrstündigem Marsch geianyte man m Rodheim an, wo man sich an Speise und Trank erpuiäte. Es rour ixe erste Ausflug im neuen Jahre unb er kann als wohl- geiungcn bezeichnet werben.

" Dem K a sj en bericht, den der Geschäftsführer der Teutjchen Turnerschaft, Stadtschulrat Prof. Dr. Rühl-Stettin, vor kurzem erstattete, entnehmen roir folgendes: Die Kasse hatte emschlteßlich des Barbestandes vom 1. Januar 1906 im Betrag von Mk. 12 042,20 eine Einnahme von 53 276,76 Pik., darunter an eingegangenen Steuern 32 276,75 an Zinsen 1885,20 Mk. und an Ertrag der , Deutschen Tnrnzeunng" 7029,11 Mk. Die Ausgaben betrugen 41 043,11 Mk., davon wurden an die Abgeordneten- und Kampfcichterkasse 6455,35 Alk. und an bie Stiftung für Errichtuna^deutschec Tucnstätten 9455,35 Mk. abgeführt und 8912,75 Mk. in Wertpapieren angelegt. Es bleibt ein Barvorrat von 12 233,65 Mk. TieDeutsche Tucnzeitung^ ergab eine Einnahme von 49 248 Mk. und eine Ausgabe von 42 218,89 Mk. Die Kasse für die Abgeordneten und Kampsrichter hat die Höhe von 27 076,06 Atack erreicht. Tie Stiftung zur Errichtung deutichec Turnstätten beträgt nunmehr 80 234,79 Alk. Ihr floß der Ertrag der Samm­lung von 21 152,88 Pik. zu, die aus Anlaß des 80. Geburtstages der Vorsitzenden der Deutschen Tuinerschast, Dr. Götz-Leipzig, veranstaltet wurde. Aus ihr erhielten 27 Vereine Beiträge zu Turnhallebauten nut insgesamt 9255 Mk. Tie Kasse dec Teutjchen Turnecschast besitzt em Ver­mögen von Plack 64 700,15; das Jahnmuseum in Freiburg a. d. U. hat einen Wert von 34 725,19 Mk. Als Gesamt-

in dem er sagte, er werde das Dorf e i n ä s ch e r n, wenn die Einwohner sich nicht baldigst als Bulgaren bekennen. Die Dro­hung wurde, nach einer an amtlicher serbischer Stelle einge­gangenen Meldung am 29. März ausgeführt. Csickow übersiel das Dorf mit einer Bande. Bei dem Angriff wurden 7 Serben getötet, 5 verwundet unb 30 Häuser eingeäschert. Ein An­griff auf das Dorf Topoltschane durch eine bulgarische Bande wurde von den serb. Einwohnern abgeschlagen.

L a l l a M a r n i a, 31. März. (Meldung der Agence Havas.) Eine zwei Kompagnien starke, kriegsbereite Truppe ist zur Verstärkung der Besatzungskolonne in U d s ch d a eingetroffen, wo die französische Fahne gehißt worden ist. Oberst Reibell hat die Verwaltung der Stadt übernommen. General Lyautey nahm gestern über die Truppen eine Parade ab, der zahlreiche Ein­geborene beiwohnten. Zur Verbindung mit Lalla Macnia ist in lldschda eine Heliographenftation eingerichtet worden.

U d f ch d a, 31. März. Die f r a n z ö s i s ch e F l a g g e ist auf Gebäuden, die von französischen Truppen besetzt sind, unb auf den Logerzelten gehißt. Gestern trafen die Kalbs aus der Umgegend von Uofdjba aus eigenem Antriebe hier ein, um die Militärbehörden ihrer Ergebenheit zu versichern unb ihre Dienste anzubieten.

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Die Bauernunruhen in Rumänien.

Au§ ber Moldau wevden Unruhen in Putna gemeldet. Aus ber Walachei werten mehrfach Plünderungen, Zusammenstöße und Brandstiftungen gemeldet. In Sanga Patulele find bei Zusam­menstößen eine Anzahl Bauern getötet und verwundet worden. Km Acit^lpunkte der Revolte, in Galicea, sind sämtliche Führer des Auistandes gefangen genommen worden. Die Gemeinden Huvezam unb Pegini befinden sich im vollen Ausruhr. Militär ist dort eingetroifen. Tie Bezirke Blasca, Covurlin und Romanatt sind vollkommen ruhig. Zahlreiche Führer sind verhaftet. Im ganzen Lande ist Schneefall eingetreten, durch den ber Eisenbahn­verkehr gehemmt wird. Auck Uebe rschwemmungen werven aus einzelnen Tvnaugemeinden gemeldet.