Nr. 803
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Den, lÄiebener Anzeiqer werben im TUechiel mit dem Hessischen Landwirt die (Siebener Zamilien- blätter viermal in der Woche beiqelegL
IRotütion^bnid u. Der> laq bet Brühl 'schen Umoers.-Buch-u. Stein» bruderet. 9l Lang«. SUbafnon, Ornebtno» und Druc/eret:
CAnfftrafte 7.
Redaktion 113
Verlag u.Exoed
SIbrefie für Tenelcben: Etnzetger Wietzen.
Erstes Blatt
Donnerstag 27. Dezember 1906
156. Jahrgang
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen
ee|*fl»pretit monatlich 7b viertel« ffihrhd) Dik. 2.20. durch yibhole- u. Zweigstelle« monatlich 6ö 'BI.; durch die Post Mk.2.— oiertel* jäbrL fluSldjL Bestell^ Annahme von Anzetge, für die Icqe^iuuiuiiei bis DOvnuilügS 10 Uhe, ZeilenoreiS: lokal 12
auöivärlS 20 Pi^.
Verantwortlich tüt den poht und allqem, Teil: P. Witiko »ü, „Stadt und ßantr unb -(tiendjiSfaal*. Ernst Heb. für den An- setqentetl: van« Le
Die ürutifle Hiummer umfaht 8 Seiten.
tzine stoye Metynachtsöolschast aus Süöw.ftasriKa.
Am 2. Feiertage erhielten wir folgende? Telegramm:
Berlin, 26. Tez. Vom Kriegsschauplatz in Südwestafrika ist die amtliche Meldung emgegaagen, dah der Stamm der Bondelzwarts fi h unterweife. Zohanues Christian mit seinem nächsten Gefolge hat sich Lberstleutnant v. Estorfs in Heirachabis gestellt. Tie Zahl der Mauner betragt 120, die der abgegebenen Gewehre 105. Au den leitenden Stelle« hegt man die Zuversicht, datz nunmehr der Krieg rasch zu Ende gehen werde.
(Line heilte vorliegende ausführlichere Meldung besagt noch folgendes:
Zerslrente Banden und CtammeSangehörlge, die auf britischem Gebiet zuruckkehrcn. sind in die Unteiiverlung embezogeiu Rem Bondelzwart bar* Schußwaffen tragen. Tie Unlenvoifenen fotlen bei KeelmannShoop und Ralkiontein Lokationen erhallen und dort unter militäitscher Au'sichl m Lagent gehalten werden. Die Tuich- sührung der Unieriveriungsbesiimmungen ivird noch einige Zetl erfordern. Auch st e h e n noch einzelne Banden von anderen Stämmen, ivie Simon Copper und Fiedlmg, i m Felde. An leuenben Stellen hegt man in Uebeieuiflininumg mu bein Cbevlonunanbo in Sübwesiatrita die Zuversicht, daß nunmehr der Rueg rasch zu Ende gehen wird und die tolomfalorische Arbeit in den weuen von ihm berührten Gebieten wieder beginnen kann.
Und ein drittes Telegramm meldet:
Rach einem ans Reelmannshoop eingegangenen Telegramm vom 25. Dezember sind m HeuachabtS weitere 36 Männer mu 19 tlemtalibrigcn Gewehren emgeiroffen.
Die ReichSregicrung lägt zu dem allen durch das osstz. W. T. B. folgendes verlautbaren:
Tiefe günnige Wendung bestärkt zugleich die Ansicht, wie falsch die Haltung ber M ehr Heils Parteien im verflossenen Reichstage tvar. Der mit ber Wahrung des Budgetrechls der Volksvertretung motivierte Zenlrumsaiilrag, trotz jener Versicherung der verbündeten Regierungen imb des Rriegslommandos, eine b e ft i m m t e Zahl für die im Felde stehenden Truppeii im voraus gesetzlich vorzufchreiben, erfcheiiit nun erst recht als ungerechtfertigt und nur aus dem unsachlichen Bebür'nis einer parlamentaiischen Machtprobe erklärlich, dem sich die Regierung nicht lügen dorne. Der Festigkeit bet verbünbeten Regierungen ist es nächst ber geschickten Rrlegs- führung und bem lavieren Ausharren unserer Truppen zu banken, bog der Süden des Schutzgebietes gegen kleinmütige Bedenken uns erhalten ivorden ist.
Die südafrikanische Nachricht ist so erfreulich, als sie der ReichSreglernng sehr gelegen ist. Denn sie dürfte allerdings Neranlasjung dazu geben, daß die neue Reichstagsmehrhell, ganz gleichgültig, aus welchen Parteien sie sich zusammen- setzt, die Rilltet beivllligen wird, die die Regierung fordern wird zur völligen Unterdcückuiig der schwarzen Eingeborenen.
Jin übrigen aber — die Botschaft hört man wohl, allein eS fehlt der Glaube doch an eine rasche Beendlgung des Krieges, trotz alledem. Teiin es ist und allzu häufig bereits von leitenden Stellen mit Zuversicht vorgeredet werden, der Krieg werde rasch zu Ende gehen; er wütet immer noch und wann sein Ende kommt, ist, so meinen wir, heule so wenig abzusehen wie früher. Dazu ist jenes ungeheure ferne Land nebst seiner wilden Beoölkerimg doch zu unberechenbar. Wir freuen uns über diesen Erfolg, aber man hat es uns verlernen lassen, unsere Erwartungen und Hoffnungen ins Wette zu dehnen.
Cuxhaven, 26. Dez. Heute vormittag ist der Postdampfer „Gertrud Woermann" mit 20 Offizieren und höheren Mililärbeamlen, sowie 480 Unteroffizieren und Mannschaften an Bord, von Deutsch-Südwestafrika kommend, hier eingelroffen. Für die Henngekehrten fand eine Weihnachtsfeier mit Bescherung statt.
Berlin, 26. Dezember. Die im deutschen Kolonialamt ausgearbeitete Denkschrift über bie Eisen- bahn - Unternehmungen aller Kolonialmächte in Afrika und die Rentabilität dieser Unternehmen wird dem neuen Reichstage bald nach seinem Zusammentritt zugehen. Einem Wunsche eines Mitgliedes des alten Reichstages entsprechend wird die Denkschrift auch auf die asiatischen Bahnen ausgedehnt werden. Die Denkschrift kommt zu dem Schluß, daß Eisenbahnen für die Kolonien stets wirtschaftliche Vorteile gebracht haben, das Land besser aufschlosien, bei Aufständen gute Dienste leisteten und Ersparnisse gegenüber anderen Transportmitteln brachten und schließlich nach Jahren sogar Ueberschüsse abwarfen. Tie beiden dem alten Reichstage vorgelegten Kolonial-Denkschriften werden dem neuen Reichstage nicht mehr vorgelegt.
— Dem Vernehmen nach wird gegen Jesko von Putt- kamer nach Abschluß der Voruntersuchung wegen der bekannten Paß-Angelegenheit Klage erhoben werden.
«Der nciu y.jftiche Staatsl-uushaUseLat.
Der Staatsvoranschlag für VJ07 ist diesmal etwas später fertiggcstellt worben, als in den vorhergegangenen Jahren. Er bildet eine ganz wilkommene Gabe, denn er enthält viel Erfreuliches und erbringt vor allem oen Beweis, daß sich Handel und Wandel in unserem Großherzogtum in einer aufsteigenden, günstigen Entwickelung befinden und dementsprechend auch unsere Staatssinanzen immer mehr gesunden. Die Voranschläge in den früheren Jahren wiesen bekanntlich recht erhebliche Defizits auf, so 1904 1070 421 Mk., 1905 752 038 Mk. und 1906 781 729 Mk. Bei Fortbestehen der alten Verhältnisse würde, wie der Vorbericht des Finanzmimsters betont, sich auch in dem vor
liegenden Entwurf ein Fehlbetrag von 725 122 Mk. ergeben haben; auch wäre der noch vorhandene Vermögensbestand bei weiterer Heranziehung desselben zur Deckung von Fehlbeträgen in zwei Jahren aufgezehrt gewesen. Das Zustandekommen der Reichs- sinanzreform, die einigermaßen feste Verhältnisse in den finanziellen Beziehungen des ReickreS zu den Bundesstaaten geschaffen hat, und die erfreulicherweise andauernde Besserung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse, die bei genauer Sck-ätzung eine wesentliche Erhöhung der Einnahmeanschläge und zwar gerade der bedeutendsten Einnahmeposten und eine stärkere Heranziehung der Einnahmequellen des Ausgleichsfonds zur «Bedang laufender Ausgaben zuläßt, sowie endlich die Erhöhung des Stempels für den Jmmobiliarbcsitzwechsel haben dem Finanzministerium eine Neuordnung und nachhaltige Gesundung der Finanzvcrhültnisse deS Landes ermöglicht.
Der Finanzbericht betont, daß sich die fortlaufende Besserung unserer Erwerbsverhältnisse besonders in der Steigerung des Ertrages der direkten Steuern und der preußisck--hessisck>en Eisen- bahngemeinsck>ast ausspricht. Die Steuern konnten gegen das Vorjahr um 651 000 Mk. höher, anstatt 12 949 000 mit 13 686 000 Mk. und das Cr.rägnis der Eisenbahn um eine Million höher, anstatt 14 mit 15 Millionen in den neuen Voranschlag eingestellt werden. Da der vor vier Jahren gebildete Ausgleichsfonds schon im lausenden Jahre seine vorgesehene Höhe von 6 Millionen Mark erreichen dürste, schien es geboten, von den dem Fonds zufließenden Eisenbahnüberschüssen den Betrag von 630 000 Mk. adzuzweigen und zur Deckung lausender Verwaltungsausgaben zu verwenden. Ein den Einkünften bes Ausgleichsouds bei gleichzeitiger Zuführung des Reinertrags der Er bsckMsts steuer weiter zu entnehmender Betrag von 870 000 Mk. hinzugerechnet, also rund iVs Million, sollen künftig zusammen mit dem bisherigen Betrag von 2 Millionen Mark aus den mit dem Ausgleici)sfonbs verbundenen Einnahmen ^Eisenbahn- und Lotterieüberschüsse und Erbschaftssteuer) zur Deckung lausender Verwaltungsausgaben Verwendung finden.
Da eine Vergrößerung der staatlichen Einnahmequellen durch Steuererhöhung „aus naheliegcnben Gründen vermieden" werden sollte, erschien ber Regierung eine Erhöhung bes Stempels für den Jmmobiliarbesitzwechsel „ganz wohl zulässig", umsomehr, als die gegenwärtigen Sätze dieses Stempels Himer den Abgabesätzen in den Nachbarstaaten erheblich zurückbleiben und sie auch im Vergleich mit der Stempelbelastung des beweglichen Kapitals niedrig zu nennen sind. Der kleine Grundbesitz soll dabei von der Stempel- abgabenerhöhung tunlichst befreit, dagegen die hohen Wertobjekte stärker zur Besteuerung herangezogen werden. Der Finanzminister sck-ätzt die hierdurch zu erreichende Mehreinnahme auf rund 1 lüO 000 Mk. ein. Auf Grund dieser wesentlichen Etatsveränder- ungen ist es möglich gewesen, in einer neuen Hauptabteilung „Nachträge", die Vorlagen einzufügen, in denen der Betrag von 1 004 877 Mk. für die Gehaltsaufbesserung derLehrer and die Wohnungsgeldzuschüsse für die Staatsbeamten angefordert wird, während die Mittel zur Aufbesserung der Vergütungen der Schreibgehülfen, wie zur Be- sckj-affung eines Dispositionsfonds zur Aufbesserung derBe- züge älterer Pensionäre in die einzelnen Abteilungen des Etats eingestellt sind. Der Voranschlag für 1907 schließt darnach, wie schon früher beridjtct, im Verwaltungsteil ohne Fehlbetrag in Einnahme und Ausgabe mit 59 557 593.54 Mk., im Vermögensteil mit 22 180 979.36 Mk., in Summa 81 738 572.90 Mk. und bas Vermögen selbst, b. h. der aus den früheren Ueberschüssen der Hauptstaatskasse noch vorhandene Kapitalbestand wird Ende 1907 sich mutmaßlich auf 1303171 Mk. stellen.
Aus den Einzelheiten des Hauptvoranschlags ist noch folgendes zu erwähnen: Die I. Hauptabteilung, Reste aus früheren Jahren, gibt den üblichen Rechnungsausweis. In ber II. Hauptabteilung, Domänen bes Großherzoglichen HauseS, ist biesmal ber Etat ber Babeanstalt Bab Salzhausen ausgeschieben und in ber III. Hauptabteilung mit dem Etat ber Badeanstalt Bad-Nauheim vereinigt worden. Die Abteilung schließt mit einer Gesamteinnahme von 6 003 174 Mk. und einer Ausgabe von 5 000197 Mk., der Ueberschuß von 922 976 Mk. ist um 24 025 Mk. höher als im Voranschlag 1906. Für die Einnahme aus Bau-, Nutz- und Brennholz konnte im Fällungsetat von 415 000 Fm. und ein Preis von 9.70 Mk., also ein Erlös von 4 025 000 Mk. vorgesehen werden; für höhere Holzhauerlöhne mußten 30 500 Mk. mehr angesetzt werden. Als Einnahme aus Gütern in eigener Verwaltung wurden 40 000 Mk. weniger angesetzt. Der Etat der Weinbaudomäne schließt mit einem Ueberschuß von 33 100 Mk. gegen 31 900 Mk. irn laufenden Etat. Die III. Hauptabteilung, Staatsdomänen, weist eine Einnahme von 16 778 882 Mk. und eine Ausgabe von 1877 920 Mk., also einen Ueberschuß von 14 900 912 Mk. oder 958 422 Mk. mehr gegen den laufenden Etat auf. Hier fällt am meisten der Anteil Hessens an der Eisenbahngemeinschaft ins Gewicht, der mit 15 Millionen eingestellt werden konnte. Das Braunkohlenbergwerk „Ludwigshossnung" hat trotz der Abführung von 35 742 Mk. an den Erneuerungsfonds einen Ueberschuß von 46 888 Mk. und rentiert sich damit zu 4.91 Proz. Die Einnahmen der Badeanstalt Bad-Nauheim zeigen fortdauernd eine erfreuliche Steigerung, die Einnahme aus Badegeldern konnte auf 680 000 Mk. (45 000 Mk. mehr), die aus Kurtaxe und Eintrittsgeldern auf 273 000 Mk. (18 (XX) Mark mehr) erhöht werden. Amch für Bad Salzhausen erhofft man nach Uebertragung des Badehauses VII. aus Nauheim nach dort eine Erhöhung der Einnahmen. Der Gesamtetat schließt in Einnahme mit 1218 976 Mk. und in Ausgabe mit 1 118 976 ab, sodaß 100 000 Mk. zur Bestreitung allgemeiner Staatsbe- bürfnifie zur Verwendung bleiben. Die IV. Hauptabteilung, Lotterie, weist wieder die von Preußen zu zahlende Rente von 800 000 Mk. auf, die bekanntlich dem Ausgleichsfonds zufließt. Die V. Hauptabteilung, Direkte Steuern, Regalien, indirekte Auflagen zc., zeigt eine Uebcrschußsteigerung gegen den laufenden Voranschlag von 768 138 Mk. Die Gesamteinnahme beträgt 18 570 670 Mk., die Ausgabe 1899 969 Mr., also ber Gesamtüberschuß 16 6?0 701 Mk. Der Mehrüberschuß ist aus ben 651000 Mk. höheren birekten Steuern unb einer Mehreinuahme aus Stempel mit 170 000 Mk. (Gesamteinnahme
3 300 000 Mk.) gebilbet. Der Bericht erwähnt an dieser Stelle auch bie Aenberungen bezüglich ber Erbschaftssteuer unb weist auf bie Vermehrung der Steuerkommissariate hin; es war im Interesse der Aufrechterhaltung geeigneter Arbeitsverhältnisse und einer gründlichen, wie gleichmäßigen Steuerveranlagung dringend geboten, die Tätigkeit der Steuerkommissariate Darmstadt I, Mainz I, Offenbach unb WormS auf bie Städte zu beschränken, für bie abzutrennenben Gemeinben aber vier neue Steuerkommissariate zu bilden. Bei ben Hauptabteilungen VI. unb VII., Land stänbe und ©taatSmini- ft e r i u m , erhöht sich der Staatszuschuß um 14 580 bezw. 11570 Ml.
In der VIII. Hauptabteilung, Ministerium be8 Innern, sinb bie Einnahmen von 4 877 031 Mk. in 1906 auf jetzt 5 218 947 Mk., bie Ausgaben von 16 029 563 Mk. auf 16 572 980 Mk. gestiegen, sobaß ber ZusckMßbedarf auf 11 354 033 Mark (mehr 201501) gestiegen ist. Ein Mehr n/irb hier verlangt bei ben Kapiteln: Zentralverwattung 27 415 Mk., Lokal- unb Polizeiverwaltung 46 931 Mk, Bilbung unb Erziehung, Kunst unb Wissenschaft 141 644 Mk., Oessentliche Gesundheitspflege unb Veterinärwesen 46 596 Mk., ein Weniger: Kirchen- unb Religionsgemeinschaften 500 Mk., Lanbeslultur und Landwirtschaft 52 130 Mk., Bergbau, Verkehr, Hanbel unb Gewerbe 11 938 Mk., Kreisbirektionen und Kreisat bedürfen hier infolge starker Mehr- sorderungen für Schreibgehülfen 29 701 Mk. mehr, für die Universität ist die Ausgabe von 1260 970 Mk. in 1906 auf jetzt 1 372 143 Mk., also um 111168 Mk. gestiegen, für die Technische Hochschule beträgt die Zujchußsteigcrung 20195 Mk. Für die höheren SckMlen belaufen sich die Einnahmen auf: 532 070 Mk. und die Ausgaben auf 2 439 398 Mk. Der Zu- schußbedarf auf 907 320 Mk., b. L infolge ber höheren Schulgelber, 46 666 Mk. weniger als 1906. Neugeforbert werden für 21 OberlehrersteUen, bauon 8 für Mainz, 5 für WormS, 4 für Offenbach, 2 für Darmstadt unb je 1 für Gießen unb Friebberg. Die Schullehrerseminarien unb Präpa- ranbenanftaltcn erforbern einen MehrzusckMß von 38 089 Mk., bie Volksschulen eine Gesamtausgabe von 2 303 600 Mk., b. t 22 000 Mk. mehr gegen 1906, natürlich abgesehen von ben 274 000 Mark für Erhöhung ber Lehrergehalte. Der umfangreiche Betrieb bes neuen Lanbesmuseums erforbert einen Mehrzuschub von 26 600 Mk. als Staatsbeitrag für bie Beschaffung neuer Schränke im Römisch-germanischen Museum zu Mainz sinb 15 000 Mk. bavon als erste Rate 7500 Mk. vorgesehen (als Beitrag des Reiches für bas leterc 30 000 Mk.). Der Zuschußbedarf für die Landesirrenanstalt Philippstal beträgt 20 900 Mk. mehr, der für die Landesirrenanstalt zu Heppenheim 18 300 Mk. mehr, für Eriveiterung der Gewerbeaufsicht durch Personalvermehrung ist eine Mehrforderung von 14 700 Mk. entstanden.
Im Vermögensetat werden Ausgabeiorderungen von 2 520 627 Mk. für das Ressort des Ministeriums des Innern und zwar für Erweiterung des Kreisamtsgebäudes Heppenheim, Neubau eines Sch-ullehrerseminars Bensheim, und eines Gebäudes für die Landesbaugewerkschule Darmstadt, sodann zweite Raten für die Frauenklinik, die chirurgische und ophthalm alogische Klinik in Gießen, Gymnasium Offenbach, Irrenanstalten in Gießen und Alzey rc., verlangt. Das Ressort des Ministeriums der Justiz erfordert 1 751 950 Mk. und zwar 327 412 Mk. für Anlegung neuer Grundbücher, und 1424 538 Mk. für Neu- resp. Erweiterungsbauten in Nidda, Ober-Ingelheim, Butzbach, Marienschloß, Mainz und L a u b ach
Im Ressort des Ministeriums der Finanzen endlich werden 10 365 803 Mk. erfordert, wovon 8 849 750 Mk. auf Eisenbahnzwecke, als: Umgestaltung der Bahnhofsanlagen Darmstadt, Bahnhöfe Lauterbach, Nidda unb Stockstadt a. M., Herstellung weiterer Wohnräume im Refibenzschtoß Darmstadt, Neubau von Steuerkommissariat I. und Vezirksiasse Darmstadt, ferner Bezirkskassen für Fürth, Ortenberg, Nidda rc. erfüllen.
Heer tuifc Flotte.
E i n großer Militär - Skandal verursacht einer Rieldung aus Ncm-Pork zufolge ungeheure Sensation ln Amerika. Dlitglieber der Art lllerie-Rom Mission werben beschuldigt, Veru-ntreuungen und Erpressungen m großer Zahl begangen zu haben. Im Waffen-Depot wurden große Abgänge konstatiert. Die beschuldigten Offiziers verrechneten Beträge für mcht effektuierte Waffenlieferungen unb steckten mit den Lieferanten unter einer Decke. Eine eingehende Untersuchung wurde eingeleitet.
politiid>c Tagesschau.
Die 500000 Francs.
Der Osservatore Romano, bas offiziöse päpstliche Organ, erklärt zu dem bekannten Dementi der ^Rordd. Allg. Z *: Wir haben davon abgesehen, diese unwürdigeErfindung zu dementieren, weit wir glaubten, den gefunden Menschenverstand unb das Urteil unserer Leser dadurch zu beleidigen. Wir nehmen aber gern von diefem oisizrellen Dementi Akt unter Anerkennung deS Zartgefühls, von dem es eingcgeben ist.
Dagegen hält die 9ieckar-Z. daran fest, baß bie Unterredung, welche ber Kaiser im Jahre 1893 den Wunsch des Papstes im Zusammenhänge mit ber Militäc-Voclage bem Fürsten Hohenlohe mitgeteilt hat, am 13. Januar 1893 in Karlsruhe flallgefiuiben hat, wohin der Kaiser damals den Fürsten Hohenlohe telegraphisch berufen hat. In der Buchausgabe dec Hohenloheschen Memoiren sagt der Fürst Hohenlohe (Band 2 Selle 497): „Wir besprachen die Lage tm Allgemeinen". In bem fürstlichen Üllanuskript, dcffen Inhalt der Oleckor-Z. übergeben worben sei, stehe bie von dieser Ztg. mitgeteilte Besprechung des päpstlichen Wunsches im Zusammcnhanae nut der Mlllläroorlage.
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