Ausgabe 
5.6.1906 Erstes Blatt
 
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die Bauspekulation, werden glanzende Geschäfte gemacht. Am Kleinen Wannsee im Grünewald, ringS uni des Dichters Seine, v. Kleist's Grab herum, ist z. B. alles Gelände von einer Gesellschaft aufgekauft, die dort eine Villenkolomc er­richtet. Ebenso wie von der Zehlendorfer Grenze bis Wannsee heute die Heimstätten-s)lktiengesellschaft die alten Kiefernforstcn in^villeukolonicn verwandelt hat ober noch verwandelt. Nach Eröffnung des Kanals wird nun auch in die stille Dorfstraße des idyllisch gelegenen Klein-Machnow und in die gras­bewachsenen Bürgersteige des alten Städtchens Teltow lebendiges Leben einziehen. Mit der idyllischen Rübe wird es nun hier vorbei sein, und da, wo bisher die Teltower Rüben gewachsen sind, werden setzt die Terrainwerte wachsen als sicherstes Zeichen dafür, daß dieKultur" ihren Einzug gehalten hat. Zur Vollendung des Kanals fehlt übrigens noch ein Mittelstück von etwa 700 Meter Länge in der Nähe von Groß-Lichterfelde, das nicht vor dem Oktober in Betrieb genommen werden kann. Erst von diesem Zeitpunkt an wird der Kanal seine eigentliche Aufgabe, den riesigen Schiff­fahrtsverkehr zwischen Oder und Elbe von Schlesien bis Hamburg dadurch, daß fortan der ebenso kostspielige wie weite Umweg durch Berlin, Ebarlotteuburg und Spandau samt den Schleusen vermieden wird, zu ent­lasten, zu erfüllen vermögen.

Aus uuo £attö*

Gießen, den 5. Juni.

" Auszeichnungen. S. K. H. der Großherzog haben dem Forstwart der Kommunalforstwartei Grein, Förster Ludw. Ebert zu Grein, aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhe­stand das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür freue Dienste" verliehen. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiw. Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung S. K. ö. des Großherzogs den Mitgliedern der freiw. Feuer­wehr Lampertheim Gg. Lerch, Matth. Moß und Adam Kraus.

* Landesuniversität. Der ordentliche Professor der klassischen Philologie Dr. Alfred Körte in Basel hat einen Ruf an unsere Landesuniversität als Nachfolger des Professors Dr. Bethe erhalten.

* Lehrerpersonalien. Ernannt wurden die proviso­rischen Lehrerinnen an der höheren Mädchenschule zu Mainz Ida Kempf und Johanna Sichel zu Lehrerinnen an dieser Schule unter Belassung in der Kategorie der Volksschul- lehrerinnen.

"Gießener Volksbad. Im Mai wurden 11754 Bäder verabreicht gegen 8899 im Avril 1906 und 11891 int Mai 1905 oder im Durchschnitt pro Tag 379 Bäder gegen 297 im April 1906 und 384 im Mai 1905. Der Besuch hat sich im emzelneu wie folgt verteilt:

Schwimmbad: 5497 Männer, darunter 968 zu 10 Plg., 1477 Frauen. 387 10

Wannenbäder 1. Klasse 351 Männer, 162 Frauen, 2. ,, 857 584

Dampf- u. Heißluftbäder, sowie Massage zus. 151 Männer, 29 grauen, Brausebäder 1. Klasse 868 Männer, 125 Frauen,

S. 1413 240

Die Perfonemvage wurde von 320 Personen benutzt und das Bad von 13 Personen besichtigt.

** Flottenverein. Die Kreisgruppe Gießen vom Deutsche FlottLnverein hielt dieser Tage im (Safe Ebel ihre Jahresversammlung unter dem Vorsitz des 2. Vorsitzenden, Oberbibliothekars Dr. Heuser, ab. Dieser gedachte des im Sommer v. I. verstorbenen 1. Vorsitzenden der Kreisgruype, Geh. Hofrat Prof. Dr. W. Oncken, und widmete ihm einen warmen Nachruf. Zum Andenien an ihn erhoben sich die .Aninesenden von ihren Sitzen. Ten Jahresbericht erstattete Dr. Heuser. Im .abgelaufenen Vereinsjahr trat die Gruppe zweimal in die Oeffentlich- keit. Einmal gelegentlich der Petition für Annahme und Verbesserung der Novelle zum Flottengesetz, die vor wenig Tagen in der Fassung der Regierungsvorlage, also ohne die vom Flottenverein erstrebten Verl'"sserungen^endgiltig angenommen wurde. Die Petition, hat hier 470 Unter­schriften gefunden. Mit dieser Petition stand der Vortrag des Generals a. D. Keim-Berlin am 31. Januar, der gut besucht war, und eine Anzahl neuer Mitglieder zuführte. Auf der Hauptversammlung des Landesverbands in Offen­bach war die Gruppe vertreten durch Dr. Heuser und I. Schad. Dr. Heuser und Lehrer Keil-Klein-Linden wurden in den Landesausschuß für den Kreis Gießen gewühlt. Tie Zahl der Einzelmitglieder der Gruppe belief sich^ an' 560 Personen, davon in Gießen 460. (Bemerkt sei, daß im Kreise noch mehrere selbständige Ortsgruppen bestehen, z. B. Allendorf, Lollar, Londorf, Laug-Gons, Klein-Linden, Geils- 1) auf en u. n.) Der Durchschnittsbeitrag der Mitglieder be­trägt 1,60 Mk., die Durchschnittskosten derFlotte" dagegen 1,70 Mk. An die vermögenden Mitglieder ergeht daher die Anregung, ihren Beitrag mindestens auf 2 Mk. zu erhöhen. Von körpeiDchaftlichen Mitgliedern gehören zur Gruppe: Der Bergmännische Verein, der Kriegerverein, die Kriegerkame­radschaft, die Rudergesellschast und die studentischen Ver­bindungen Wingolf und Eheruskia, der S. C. gehört dem Gesamtverband des deutschen Flottenvereins an. Es sind zurzeit Verhandlungen zur Gewinnung weiterer bürgerlicher und studentischer Kreise im Gang. Die Einnahmen der Kreisgruppe betragen 977,50 Mk., darunter an Mitglieder­beiträgen 867,50 Mk. und an Neberschüssen ans den Mutos- kopen am Bahnhof 58,83 Mk.; 642,75 Mk. wurden an den Landesausschuß abgeführt. Bei der Wahl des 1. Vor­sitzenden erhielten Oberbibliothekar Dr.Heuser und Amts­richter Funk Stimmengleichheit, worauf das Los letzteren zum 1. Vorsitzenden bestimmte; er war früher 1. Vorsitzender der Ortsgruppe Homberg a. Ohm. 2. Vorsitzender blieb Oberbibliothekar Dr. Heuser, Schriftführer und Rechner Eisenbahntelegraphist I. Schad, Beisitzer des engeren Aus­schusses Stadtverordneter Helm und Bergwerkspräsident Marx. In den weiteren Ausschuß wurden gewählt Provin­zialdirektor Ge'heiiuerat Dr. Breidert, der Rektor der Landesuniversität, Geh. Hofrat Prof. Dr. Beha-ghel, Reichstagsabg. und Beigeordn. Kommerzienrat Hehlrgen- st a e d t, Kommerzienrat He-schelheim, Stadtv. Kirch, Stadtv. L. Petri II., Brauereibesitzer Bi chler, Prof. Dr. K. Helm, Fabrikant Mfr. Bock, Bergwerksdirektor M ü n k e r, Ingenieur Koch, Regierungsrat Roth, Pfarrer D. Schlosser, Friseur E. Koch, Bauunternehmer W i nn, Bierverleger Heb streit und Prof. Dr. Weimar. Bei der Besprechung über ben Arbeitsplan für das neue Vereins­jahr wurde mitzeteilt, daß Kontreadmiral a. D. Rosendahl- Auerbach a. d. V. für einen Vortrag über Kiautschou in Aussicht genommen ist.

Worms, 1. Juni. Heute tritt für die Landae- m ein den des Kreises Worms die vom Kreisamt erlassene Milchverkaufsorduung in Kraft, wonach alle die.

die erwerbsmäßig Milch verkaufen, feilh>alten oder sonst in Verkehr bringen, dies dem Kreisamt schriftlich anzergen müssen. (Frkf. Ztg.)

Vermischte».

* Die reichste Erbin Deutschlands. Fräulein Berta Krupp, die sich, wie wir meldeten, mit dem Legationsrat Gustav v. Bohlen und Halbach verlobt hat, ist die älteste Tochter des verstorbenen Geheimrats Krupp. Krupp hatte zwei Töchter; in seinem Testament etzte er seine älteste Tochter Berta als Erbin seiner Firma ein, die jüngste Tochter erhielt als Abfindung eine Summe in bar. Die Töchter Krupps sind sehr einfach und anspruchslos erzogen. Der Bräutigam wird höchst­wahrscheinlich die Leitung der Geschäfte des Hauses Krupp übernehmen. Die Firma Fried. Krupp in Essen wurde nach dem Tode Krupps im April des Jahres 1903 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Zu den Gründern der Gesellschaft, deren Aktienkapital 160 Millionen Mark beträgt, gehörte in erster Linie Fräulein Berta Krupp, die auf das Aktienkapital eine Einlage gemacht hat, für die die Gesellschaft ihre 159 996 Aktien zum Nennbeträge von 159996000 Mark gewährte. Die Einlage besteht in sämtlichen gewerblichen Unternehmungen des Fräulein Krupp, die nach dem Testamente ihres Vaters und Groß­vaters auf sie übergegangen sind, nach dem Stande vom 30. Juni 1902. Das Kapital hat sich in den beiden Jahren seit der Gesellschaftsgründung mit 6 Prozent und 71/, Prozent verzinst, das ist für das letzte Jahr ein Betrag von 12 Millionen Mark.

* Ein F edern-Duell. Die fortschreitende Zivi­lisation ändert die Sitten der Menschheit zusehends. Jetzt ist man schon dazu gekommen, eine neue Art des Duells anzuwenden, bei der bei tätlichem Ausgang der Kampf vollkommen unblutig verläuft. Der Ehefredakteur eines römischen Blattes erhielt eines Tages folgendes Schreiben:Da man seine Zeugen einem Schuft, wie Sie sind, nicht schickt, so ohrfeige ich Sie durch diesen Brief. Betrachten Sie sich also von mir auf beiden Backen geohrfeigt, und danken Sie Gott, daß ich Sie nicht mit meinem Stock gezüchtigt habe." Der also Angegriffene zog seinen Federwisch und antwortete: Unvergleichlicher Kämpe. Ick erfülle Ihre Bitte und danke Ihnen herzlich für die an Stelle wirklicher Hiebe übersandten schriftlichen Maulschellen. Da Sie mich brief­lich geohrfeigt haben, schieße ich Ihnen schriftlich sechs Revolverkugeln in den Schädel und töte Sie. Betrachten Sie sich also als tot, wenn Sie die letzte Zeile dieses Schreibens gelesen haben. Ihren Leich­nam bestens grüßend . .

Die Enthüllungen über den amerikanischen Fleischtrust, über die wir schon am Samstag sprachen, versetzen das amerikanische Volk in die größte Aufregung. Präsident Roosevelt droht einen Bericht über den unreinlichen, scheußlichen Betrieb in den Chicagoer Schlachthäusern und Konservenfabriken zu veröffentlichen, den zwei nach Chicago entsandte Kommissäre ihm erstattet haben. Es wird behauptet, daß bereits in Verwesung übergegangenes Fleisch chemisch präpariert und dann alsKorneb 93cef' ver­arbeitet wird, wie ebenso die Kuheuter hierzu venvendet werben, daß in die Wurst alle Abfälle gehackt werden, daß Schmalz aus dem Fett krepierter Schweine hergestellt wird usw. Daß diese Enthüllungen zum Teil auf Wahrheit beruhen, beweist der Ausbruch einer Epidemie in San Franzisko, hervorgerusen durch verdorbene Fleischkonserven, die aus Chicago nach Franzisko gesandt und unter die Bevölkerung verteilt worden sind.

* Kl ei n e Tagesckronik In B e r l i n e r s ch o ß sich in seiner Wobnung der 60 Jahre alte OberstleutnantHans Hellina r. Er stand zuletzt beim 68. Infanterie-Regiment in Metz und nabm vor drei Jahren wegen eines unbeilbaren Darm- leidens seinen Abschied. Bei den Arbeiten zur Herstellung eines neuen Rennplatzes bei Hautlieb (Schlesien) ist unmittelbar an den Geleisen der Zobtener Eisenbahn ein großes Bernstein- lager gefunden worden. In Solingen infizierte sich bei der Untersuchung eines t o l l w Ü 1 i g e n H u n d e s der K r e i §- tierarzt Pfleger und mußte das Pasteurinstitut in Berlin auislichen. lieber den Kreis Solingen wurde die Hundesverre ver­hängt. In N e n w i e d ist gegen den früheren Bürger- meister Kohls wegen Betrugs, Untreue und Ur­kundenfälschung Strafantrag gestellt worden. Tas Urteil des Koblenzer Bezirksausschusses, wodurch Kohls seines 9lmte§ ent­hoben wurde, stellt fest, daß Kohls wissentlich falsch ausgestellte Kostenanschläge der Stadtverorbneten-Nersammlimg nnd Aussiehts- behörde vorgelegt hat. In Koblenz verstorben an epi­demischer Genickstarre ein Reserveoffizier und ein Zivilist. Ter Tourist Rudolf W i l m i aus Wien ist bei einer Partie von der Raxalpe ab gestürzt und zog sich schwere Ver­letzungen zu.300 sozialistische und republikanische Studenten hielten im Universikätsgebäude zu R o m ein Protestmeeting gegen Fogazzeros Unterwerfung unter den Index ab. Katholische ©tubenten demonstrierten, woraus eine w ü t e n b e Schlägerei entstaub. Bei der Balgerei wurde der P r o f e s s o r S a lv a b o r i v e r- w u « b e t.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 1. Juni.

Die Strafkammer hatte lediglich über die Berufung von zwei Bettlern zu befinden, die aus Furcht vor dem Arbeitshaus die gegen sie ergangenen Urteile angefochten haben. Der Zigarrenmacher H A. D. aus Nienstedt, der schon über 30 Jahre in Strafanstalten nnd Arbeitshäusern zugebracht hat, glaubte, es sei nicht nur angebracht, sondern gesetzlich unstatthaft, daß man ihn wegen Bettelns wiederholt in das Arbeitshaus stecken wolle, da er doch nicht gebettelt, sondern sich bloß etwas gefordert habe. Schon das Amtsgericht hatte festgestellt, daß er das Landstreichen gewerbsmäßig betreibt. Er wurde Ende März nach Berbüßung einer Korrektionsstrafc von 2 Jahren aus einem bayerischen Arbeitshaus entlasten und schlug sich bettelnd durch bis nach Butzbach, wo er verhaftet und zu 2 Wochen Haft verurteilt wurde, nach deren Ber­büßung er in daS Arbeitshaus sollte. Da der 2jährige Aiifenthalt im Arbeitshaus noch nicht geeignet war, ihn auf bestercn Weg zu bringen, hielt eS das Gericht für angezeigt, der Landespolizeibehörde die Möglich­keit zu bieten, ihn abermals in das Arbeitshaus zu tun, weShalb eS das Urteil bestätigte.

Tas gleiche Schicksal traf den Schuhmacher A. K. aus Würzburg, der hier bettelnd betroffen wurde. Er ist innerhalb der drei letzten Jahre 15 mal wegen Bettelns bestraft worden und sein Strafregister weist 42 Vorstrafen auf, die ihm größtenteils wegen Landstreicherei znerkannt worden sind. Auch er erkannte die 3 wöchige Hastflrasc sofort an, bat aber, ihn diesmal mit dem Arbeitshaus zu verschonen, da er stets bemüht gewesen fei, Arbeit zu bekommen, solche aber nicht erhalten konnte. Da diese Angaben, nach seinem Vorleben zu urteilen, offensichtlich unwahr sind, bestätigte die Strafkammer das von ihm angefochtene Erkenntuis.

Gerrchtssaal.

Ein P i sto l e n d n e l l wegen eine? vierzehn­jährigen Mädchens unterlag ber Prüfung der Strafkammer

nm Landgericht Görlitz, vor der sich ein 21 jftbrtger Apotheker- lehrling wegen -Herausforderung zum Zweikanipf mit tödlicher. Waffen zu verantworten hatte. Sein Rivale war ein gleichaltriger B a n k e l e v e. Tie jungen Leute batten gelegentlich ihrer regel­mäßigen Besuche eines Tanzknrsus ein 14 jähriges Mädchen kennen und wobl aucb lieben gelernt. Ta keiner von ihnen seinen Anspruch (!) auf die Auserkorene ihres Herzens freiwillig aufgeben wollte, forderte der Lehrling den Eleven mündlich auf Pistolen. Nachdem die Forderung von Vielem abgelehnt worden war, unternahm der angehende Apotheker einen Selbstmordversuch, indem er sich eine Teschingkngel in den Kops jagte. Er wurde wieder hergestellt und stand nmunehr vor feinen Richtern. Tas Urteil lautete auf Freispre ch ung , da das Gericht nach dein Ergebnis der Beweisaufnahme zu der Ileberzeugung kam, daß es sich bei der Herausforderung zum Zweikampfe nicht um einen Ernstfall, sondern lediglich um eine Renommisterei oder Kinderei beS 'Angeklagten gehandelt habe.

AniveL'fttäi'S-Nachrrchtett-

Das Ordinariat für Philosophie an der Breslauer Universität wirb durch Professor Dr. .Kühn em an n in P o s en besetzt werden. 1895 habilitierte sich Tr. K. als Privatdozent für Philosophie in 9)larburg. 1901 wurde er dort Extraordinarius und Ostern 1903 erfolgte seine Verletzung nach Bonn. Im Herbst 1903 wurde Ki'chnemaun Professor für Philosophie und deutsche Literatur­geschichte und Rektor der neu gegründeten Akademie in Posen.

Geh. Regieruvgsrat Prof. Tr. Theodor Volek, bis 1902 Lehrer der Pharmacie an ber Breslauer Universität, ist, 85 Jahre alt, gestorben.

Arbeiterbewegung.

Wien, 2. Juni. Die Orgauifattoii ber Arbeitgeber bes Baugewerbes bat beschlossen, heute sämtliche Arbeiter der dem Zeutralverbaude angehörenben Branchevereinigungen zu entlassen. Durch die G e n e r a l a u S s p er r u n g werden 6 0 0 0 0 A r b e i t e r b e t r o f s e n. In Arbeiterkreisen schätzt man die Zahl der Arbeiter, welche im Lause ber Woche ausgesperrt wurden, aus 150 000. Tie Behörden unternehmen energische Schritte zur Beilegnnq des Konfliktes.

Handel und Oerkehr, Volkswirtfehaft.

Aktie n g e s e l l s ch a f t Soci6t6 Internationale des Grands Bazars in Lüttich. In der Hauptversammlung dieser Gesellschaft, welche die großen Sch m olle r'schen Waren- häuser in Frankfiirt a. M., Nürnberg nnd München angekauft bat, wurde mitgeteilt, daß das am 30. April 1905 abgeschloffene erste Geschäftsjahr dem Hauptgeschäft in Frankfurt a. M. einen Reingewinn von 532900 Fres. gebracht hat, bet aber durch die Teckung ber in ben Zweigstädten Nürnberg unb M ü nchen entftanbeiien Verluste wieder verbraucht würbe, so baß eine Divibe n ben Verteilung nicht flaüfinbet. Ter Umsatz in den drei Geschäften betrug zusammen 8600000 Mk. Die Lagerbestaudauinahme ergab nach Abschreibungen von 5 Prozent in Frankfurt a. M. 1 380 000 Mk., in Nürnberg 600 000 Mk. unb in München 300 000 Mk. Tas M ü nchener Geschäft ist a il f g e g e b e n. Tie Aussichten für bas Geschäftsjahr 190607 werden als günstig bezeichnet. Das Aktienkapital der Gesellschaft betragt 9 Millionen Francs.

Spielplan

des Großherzoglichen Kurtheaters Bad-Nauheim.

Direktion Hermann S t e i n g o e 11 e r.

Dienstag den 5. Juni:Der Schlaswagenkontrolleur." Schwank in 3 Akten von Alex. Bisson. Freitag ben 8. Juni:Die Neu­vermählten." Komöbie in 2 Sitten von B. Björnson. Hierauf: Der gemütliche Kommissär." Burleske in einem Akte von G. Coiirtelius. Samstag ben 9. Juni:Pension Schöller." Poffe in 3 Akten von W. Jakoby unb Karl Lauss. Im ersten Zwischen- akt: Ballet-Einlage.

Meteorologiistbe Beobachtungen

der Statioir Gießen.

Höchste Temperatur am 34. Juni 4- 13,1° C.

Nichtigste 3-4. =4- 8,6° C.

Juni

1906

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Stift

Absolute Feuchtigkeit

Relative l Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

4.

2»

752,0

12,4

7.0

65

N

4

Beb. Himmel

4.

9

752,6

10,4

7,5

80

NW

4

5.

753,6

11,1

5,9

60

WNW

2

n

Telefonisch® ECursberichte

des Giessener Anzeigers. mitgeteiJt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse. 5. Juni. 1.15 Uhr.

3/2°/o Eeichsanleihe . . 99.85 3% do. . . 87.95 3>£°/o Konsols .... 99.95 3% do 87 00 3^°/0 Hessen 99.10 3%°/0 Oberhessen . . .. 4% Oesterr. Goldreute. . 100.80 4'/b °o Oesterr. Silberreute 100.60 4% Ungar. Goldrente . . 96.50 4% Italien. Rente . . .. 3% Portugiesen Serie I . 69.60 3% Portugiesen III 70 50 4%°/0 russ.Staatsanl. 1905 90.90 4^° 0 japan. Staatsanleihe 95 70 4% Conv.Türken von 1903 95.90 Türkenlose . . . . .147.20

4% Griech. Monopol-Anl. 54.00 4% äussere Argentinier . 91. 3°/0 Mexikaner .... 70.50 4>6°/o Chinesen . . . . 97.05

Aktien:

Bochum Guss 255.50 Buderus E. W .... 134.20 Tendenz: fest.

Elektriz. Lahmeyer . . . 154.50 Elektriz. Schlickert . . . 135.90 Eschweiler Bergwerk . . 266.90 Gelsenkirchen Bergwerk . 227.25 Hamburg-Amerik. Paketf. 16300 Harpener Bergwerk. . . 219 90 Laurahütte 249.00 Nordd. Lloyd 130.30 Obeischles. Eisen-Industrie 132.25 Berliner Handelsges . . 174.20 Darmstädter Bank . . . 142 20 Deutsche Bank . . . 238.80

Deutsch-Asiat. Bank . . 187.20 Diskonto-Kommandit. . . 186.50 Dresdner Bank . . . 160.70 Kreditaktien 212.50 Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn . . . 107.75

Gottbaxdbahn

Lombard. Eisenbahn . . 29.40 Oesterr. Staatsbahn . . . 146.50 Prince-Henri-Eisenbahn . 155.25

Berliner Börse, 5. Juni.

Canada E. B 160.90

Darmstädter Bank . . . 142.10 Deutsche Bank ..... Dortmunder-Union C. . . 89.80 Dresdner Bank . . ..

Tendenz: fest.

Anfangskurse.

Harpener Bergwerk. . . 220.10

Laurahütte 249.80

Lombarden E. B. ... 28.80

Nordd. Lloyd 130.20

Türkenlose . .... 147.20

Die Magcu- nnd Darmkraukheiieu der Säuglinge sind sehr häufig die Folge einer ungeeigneten Ernährung. Ein vor­zügliches Nährmittel für mögen- unb barmkianke Kinber ist Kufekes Kinbermehl mit Ausschluß ber Milch in Wasser gekocht weil es bie in ber Muttermilch enthaltenen Nährstoffe im richtigen Ver­hältnisse besitzt unb sogar bie Krankhcitskeirne im Darme erstickt; es bietet ben Darmlmkterien einen schlechten Nährboden bar unb wirkt bireft gärungswibrig. Bei größeren Kinbern mit chronischen Diarrhöen hat sich Kufekes Kinbermehl als Nährmittel gleichfalls sehr gut bewahrt. Nach bem Krcmkhertsverlaufe wirkt es appetit- anreqenb unb kräftigen!) unb wirb feines Wohlgeschmackes wegen von Kinbern jeben illlters gern genommen. hva/H

Größeren Kindern gibt man es vorteilhaft mit Kakao vermischt.

ever beliebigen Schriftart and Kcrrtoe« e, sowie mit Zirkeln aller studentifcke« einigungen, liefert zu mäßigen preisen

vrühl'sche Umversttäts-Vruckerei. Schulftratze 1